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Grundlagen der Druckgrafik - Kunst

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Grundlagen der Druckgrafik - Kunst



Grundlagen der Druckgrafik - Kunst


Einleitung

Bei der Druckgrafik gestaltest Du zuerst eine Druckform. Von ihr überträgst Du Farbe auf Papier oder ein anderes Material. So können mehrere Abzüge entstehen. Entscheidend ist, welche Stellen Farbe annehmen und drucken.

Dieser aiMOOC richtet sich an die Schule. Du lernst die vier Grundprinzipien Hochdruck, Tiefdruck, Flachdruck und Durchdruck kennen, untersuchst Kunstwerke und planst eigene sichere Druckexperimente.


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du Druckverfahren an ihrer Druckform erkennen, Fachbegriffe richtig verwenden, Bildwirkungen beschreiben und einen eigenen einfachen Druck planen, herstellen und auswerten.


Was ist Druckgrafik?

Eine druckgrafische Arbeit entsteht meist in vier Phasen: Entwurf, Bearbeitung der Druckform, Einfärben und Drucken. Das gedruckte Blatt heißt Abzug. Mehrere gleichartige Abzüge bilden eine Auflage. Da das Motiv von der Druckform auf das Papier übertragen wird, erscheint es häufig seitenverkehrt.


Die vier Grundprinzipien

Verfahren Wo liegt die Farbe? Typische Beispiele Einfache Merkhilfe
Hochdruck auf erhabenen Stellen Holzschnitt, Linolschnitt Was oben liegt, druckt.
Tiefdruck in Vertiefungen Radierung, Kupferstich, Kaltnadelradierung Was vertieft ist, druckt.
Flachdruck auf einer nahezu ebenen Fläche Lithografie, Monotypie Fett und Wasser trennen Bild und Nichtbild.
Durchdruck durch offene Stellen einer Schablone oder eines Siebs Siebdruck Farbe wird hindurchgedrückt.


Hochdruck

Beim Hochdruck werden die erhabenen Flächen der Druckform eingefärbt. Vertiefte Stellen bleiben meist papierweiß. Dadurch entstehen klare Kontraste, kräftige Flächen und sichtbare Schnittspuren.


Linolschnitt

Beim Linolschnitt schneidest Du mit einem Hohleisen oder Geißfuß Linien und Flächen aus einer Linolplatte. Weggeschnittene Stellen drucken nicht. Danach rollst Du Farbe dünn auf und reibst oder presst Papier auf die Platte.


Holzschnitt

Der Holzschnitt folgt demselben Hochdruckprinzip, nutzt aber eine Holzplatte. Maserung, Werkzeugspuren und harte Hell-Dunkel-Kontraste können Teil der Bildwirkung werden.

Das Nashorn von Albrecht Dürer zeigt, wie stark Linien, Schraffuren und Flächen im Holzschnitt wirken können.


Tiefdruck

Beim Tiefdruck sitzt die Farbe in eingeritzten, gestochenen oder geätzten Vertiefungen. Die Oberfläche wird abgewischt. Feuchtes Papier nimmt die Farbe unter hohem Druck aus den Vertiefungen auf. Typisch sind feine Linien und oft ein sichtbarer Plattenrand.

Datei:Intaglio printing demonstration.webm


Radierung und Kaltnadel

Bei der Radierung werden Linien chemisch in eine Metallplatte geätzt. Bei der Kaltnadelradierung ritzt eine Nadel direkt in die Platte. Für die Schule eignen sich ungefährlichere Varianten auf beschichteten Kartons, Recyclingmaterial oder Kunststoffplatten. Säuren gehören nur in fachkundige Hände.

Die Radierung von Rembrandt zeigt, wie differenziert Linien, Schraffuren und Tonwerte im Tiefdruck erscheinen können.


Flachdruck

Beim Flachdruck liegen druckende und nichtdruckende Bereiche nahezu auf einer Ebene. Die Trennung entsteht durch unterschiedliche Materialeigenschaften.


Lithografie

Die Lithografie nutzt den Gegensatz von Fett und Wasser. Das Motiv wird mit fetthaltigem Material auf einen Kalkstein oder eine geeignete Platte gezeichnet. Angefeuchtete Bereiche stoßen die fetthaltige Druckfarbe ab, während das Motiv Farbe annimmt.


Monotypie

Die Monotypie ist ein einmaliger Abdruck von einer bemalten oder eingefärbten glatten Fläche. Sie verbindet Malen, Zeichnen und Drucken. Jeder Abzug ist ein Unikat.


Durchdruck

Beim Durchdruck gelangt Farbe durch offene Bereiche einer Schablone oder eines Siebs auf den Bildträger. Geschlossene Bereiche sperren die Farbe.


Siebdruck

Beim Siebdruck wird Farbe mit einer Rakel über ein feinmaschiges Sieb gezogen. Für jede Farbe wird gewöhnlich eine eigene Schablone und ein passgenauer Druckvorgang benötigt.


Bildwirkung verstehen

Druckgrafik lebt von bewussten Entscheidungen. Achte besonders auf Positivform und Negativform, Hell-Dunkel-Kontrast, Linie, Fläche, Struktur, Wiederholung und Überlagerung. Eine raue Druckform erzeugt andere Spuren als eine glatte. Wenig Farbe kann transparent wirken, viel Farbe kann Details zusetzen.

Im japanischen Farbholzschnitt werden mehrere Druckstöcke passgenau übereinandergedruckt. So entstehen farbige Flächen und feine Konturen.


Drucke untersuchen

Beobachtung Leitfrage
Linie Ist sie geschnitten, geritzt, gezeichnet oder durch eine Schablone entstanden?
Fläche Wirkt sie deckend, transparent, körnig oder unregelmäßig?
Kontrast Welche Hell-Dunkel-Gegensätze lenken Deinen Blick?
Wiederholung Welche Formen oder Farben kehren wieder?
Druckspur Erkennst Du Plattenrand, Maserung, Rakelspur oder Passverschiebung?


Vom Entwurf zum Abzug

Phase Deine Aufgabe
Idee Wähle ein klares Motiv und eine gewünschte Wirkung.
Entwurf Vereinfache Formen und plane Schwarz-Weiß-Flächen.
Spiegelprobe Prüfe Schrift und Richtung, weil der Druck oft seitenverkehrt wird.
Druckform Schneide, ritze, zeichne oder schabloniere sorgfältig.
Einfärben Verteile wenig Farbe gleichmäßig.
Probedruck Prüfe Kontrast, Farbmenge und Druck.
Auflage Drucke mehrere saubere Abzüge.
Reflexion Vergleiche Ergebnis, Absicht und Verbesserungsmöglichkeiten.


Originalgrafik, Auflage und Signatur

Bei einer Originalgrafik ist die Drucktechnik Teil der künstlerischen Idee. Eine Angabe wie 3/20 bedeutet: dritter Abzug einer Auflage von zwanzig. Häufig stehen Titel, Auflagenangabe und Signatur mit Bleistift unter dem Bild.


Sicher und nachhaltig arbeiten

  1. Arbeitsschutz: Schneide immer vom Körper und von der haltenden Hand weg.
  2. Schneidunterlage: Fixiere die Druckplatte rutschfest und halte Abstand zur Schneidbahn.
  3. Werkzeug: Verwende scharfe, intakte Werkzeuge nur nach Einweisung.
  4. Druckfarbe: Nutze im Unterricht möglichst wasserbasierte Farben und beachte Herstellerhinweise.
  5. Nachhaltigkeit: Plane kleine Farbportionen, nutze Recyclingkarton für Probedrucke und reinige materialgerecht.
  6. Aufsicht: Ätzmittel, Lösungsmittel und Druckpressen dürfen nur unter fachkundiger Anleitung eingesetzt werden.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was kennzeichnet den Hochdruck? (Erhabene Stellen der Druckform übertragen Farbe) (!Vertiefte Stellen der Druckform übertragen Farbe) (!Farbe wird durch ein Sieb gedrückt) (!Druckende und nichtdruckende Stellen liegen immer unter Wasser)




Welche Technik gehört zum Hochdruck? (Linolschnitt) (!Radierung) (!Lithografie) (!Siebdruck)




Wo befindet sich die Farbe beim Tiefdruck? (In Vertiefungen der Druckform) (!Nur auf erhabenen Flächen) (!Ausschließlich im Papier) (!Nur auf einer Schablone)




Welches Werkzeug zieht beim Siebdruck die Farbe über das Sieb? (Rakel) (!Hohleisen) (!Kaltnadel) (!Lithografiekreide)




Welches Prinzip nutzt die Lithografie? (Die Abstoßung von Fett und Wasser) (!Das Ausschneiden erhabener Holzflächen) (!Das Einritzen jeder Drucklinie) (!Das Durchpressen durch offene Maschen)




Warum muss Schrift auf vielen Druckformen gespiegelt angelegt werden? (Der Abdruck erscheint seitenverkehrt) (!Die Farbe trocknet sonst nicht) (!Das Papier wird dadurch dicker) (!Die Druckplatte wird dadurch weicher)




Was ist ein Abzug? (Ein einzelnes gedrucktes Blatt) (!Ein Schneidwerkzeug) (!Eine flüssige Druckfarbe) (!Eine beschädigte Druckplatte)




Was bedeutet die Angabe 3 von 20 unter einer Druckgrafik? (Dritter Abzug einer Auflage von zwanzig) (!Drei verwendete Farben auf zwanzig Papieren) (!Drei Druckplatten mit zwanzig Werkzeugen) (!Drei Künstlerinnen in zwanzig Werkstätten)




Was ist eine Monotypie? (Ein einmaliger Abdruck) (!Eine unbegrenzt gleiche Auflage) (!Ein ausschließlich digitaler Druck) (!Ein Holzschnitt mit nur einer Linie)




Welche Regel schützt beim Linolschnitt vor Verletzungen? (Vom Körper und von der haltenden Hand wegschneiden) (!Mit der Hand vor der Klinge schneiden) (!Die Platte beim Schneiden frei in der Luft halten) (!Stumpfe Werkzeuge mit besonders viel Kraft benutzen)





Memory

Hochdruck erhabene Druckstellen
Tiefdruck vertiefte Druckstellen
Flachdruck Fett-Wasser-Prinzip
Durchdruck offene Siebstellen
Rakel Siebdruckwerkzeug
Abzug gedrucktes Einzelblatt
Auflage Anzahl gleichartiger Drucke





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Linolschnitt Hochdruck
Radierung Tiefdruck
Lithografie Flachdruck
Siebdruck Durchdruck
Monotypie Einmaldruck




...


Kreuzworträtsel

Linoleum Welches weiche Plattenmaterial wird häufig im schulischen Hochdruck verwendet?
Radierung Welche Tiefdrucktechnik arbeitet klassisch mit geätzten Linien?
Lithografie Wie heißt der Flachdruck vom Stein?
Siebdruck Bei welchem Verfahren wird Farbe durch offene Maschen gedrückt?
Rakel Welches Werkzeug verteilt Farbe über das Sieb?
Auflage Wie nennt man die Gesamtzahl gleichartiger Abzüge?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Beim Hochdruck übertragen

Stellen die Farbe. Beim Tiefdruck bleibt Farbe in

liegen. Die Lithografie nutzt den Gegensatz von Fett und

. Beim Siebdruck wird Farbe mit einer

durch offene Stellen gedrückt. Ein einzelnes gedrucktes Blatt heißt

. Mehrere gleichartige Drucke bilden eine

. Ein Druck von einer einmalig bemalten Platte heißt

. Motive erscheinen nach dem Übertragen häufig

. Weggeschnittene Bereiche bleiben beim Linolschnitt meist

. Beim Schneiden arbeitest Du immer vom

weg.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Frottage: Sammle drei Oberflächenstrukturen und reibe sie mit einem weichen Stift auf Papier durch. Vergleiche die Muster mit Druckspuren.
  2. Stempeldruck: Gestalte aus Korken, Moosgummi oder Karton ein einfaches Zeichen und erzeuge damit ein rhythmisches Muster.
  3. Spiegelbild: Zeichne ein Wort, spiegele es und prüfe es mit einem kleinen Probedruck.
  4. Bildanalyse: Wähle einen Druck aus dem Kurs und markiere Linie, Fläche, Kontrast und Wiederholung.


Standard

  1. Linolschnitt: Entwirf ein Schwarz-Weiß-Motiv mit klarer Positiv- und Negativform und fertige unter Anleitung einen kleinen Druck.
  2. Monotypie: Erzeuge drei Einmaldrucke zum Thema Bewegung und verändere jeweils Farbmenge, Werkzeug oder Druck.
  3. Materialdruck: Kombiniere Wellpappe, Schnur und Netz zu einer Druckplatte und untersuche die entstehenden Texturen.
  4. Ausstellung: Kuratiere mit Deiner Lerngruppe eine kleine Druckgrafik-Ausstellung mit Titelkarten und Technikangaben.


Schwer

  1. Mehrfarbendruck: Plane einen Druck mit zwei Farben und entwickle ein Passsystem für die genaue Überlagerung.
  2. Verlorene Platte: Erkläre das Prinzip des Reduktionsdrucks und entwickle eine dreistufige Entwurfsfolge.
  3. Kunstvergleich: Vergleiche einen europäischen Holzschnitt mit einem japanischen Farbholzschnitt hinsichtlich Linie, Raum, Farbe und Wirkung.
  4. Druckwerkstatt: Produziere ein kurzes Erklärvideo, das Arbeitsablauf, Sicherheit und eine typische Fehlerquelle eines Druckverfahrens zeigt.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Verfahrenswahl: Eine Schülerzeitung benötigt ein stark vereinfachtes Titelmotiv in kleiner Auflage. Begründe, welches schulgeeignete Druckverfahren Du wählst und welche Bildwirkung Du erwartest.
  2. Fehlerdiagnose: Ein Linoldruck wirkt fleckig und Details laufen zu. Erkläre mindestens drei mögliche Ursachen und passende Verbesserungen.
  3. Vergleich: Stelle Hochdruck und Tiefdruck anhand von Druckform, Farbaufnahme, Druckvorgang und typischer Linienwirkung gegenüber.
  4. Transfer: Entwickle aus einem Foto ein druckfähiges Schwarz-Weiß-Motiv. Beschreibe, welche Details Du weglässt und warum.
  5. Nachhaltigkeit: Plane eine Unterrichtsstunde zur Druckgrafik mit möglichst wenig Abfall, Wasserverbrauch und problematischen Stoffen.
  6. Bilddeutung: Analysiere, wie Wiederholung, Kontrast und Druckspuren die Aussage eines ausgewählten Drucks unterstützen.




Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis sind wichtig:

  1. Du erklärst die vier Grundprinzipien mit eigenen Worten.
  2. Du ordnest mindestens vier Techniken richtig zu.
  3. Du analysierst Linie, Fläche, Kontrast, Struktur und Druckspur.
  4. Du dokumentierst Entwurf, Druckform, Probedruck und Überarbeitung.
  5. Du arbeitest sicher, sauber und materialbewusst.
  6. Du reflektierst, ob Dein fertiger Abzug die beabsichtigte Wirkung erreicht.




OERs zum Thema

  1. Wikimedia Commons: Printmaking
  2. Wikimedia Commons: Druckgrafische Werke und Techniken



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