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Glasmalereien anfertigen - Glasveredler - LF 11 GK

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Glasmalereien anfertigen - Glasveredler - LF 11 GK

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Einleitung

Eine Glasmalerei ist mehr als Farbe auf Glas: Das Licht, die Eigenschaften des Glases, die Maltechnik und das fachgerechte Einbrennen bestimmen gemeinsam das Ergebnis. In diesem aiMOOC lernst du, einen Auftrag für eine Glasmalerei von der Anfrage bis zur Qualitätsprüfung und Dokumentation nachvollziehbar zu bearbeiten. Du arbeitest mit gestalterischen Entscheidungen ebenso wie mit Werkstoffkunde, Arbeitsschutz und Kostenrechnung.

Zielgruppe und Bezug: Auszubildende im dritten Ausbildungsjahr der Fachrichtung Glasmalerei und Kunstverglasung. Grundlage ist das KMK-Lernfeld 11 GK „Glasmalereien anfertigen“ mit einem Zeitrichtwert von 60 Unterrichtsstunden. Ziel ist vollständige berufliche Handlungskompetenz: Auftrag erfassen, Raum- und Lichtwirkung beurteilen, Werkkarton und Alternativen gestalten, geeignete Gläser und Farben wählen, Techniken begründen, Einbrennprozesse verstehen, historische Arbeiten einordnen, Ergebnisse im Team bewerten und abrechnen. Die Fachrichtungen Schliff und Gravur sowie Kanten- und Flächenveredelung erscheinen nur zum Vergleich.

Sicherheitsgrenze: Das Herstellen echter Glasmalereien mit scharfkantigem Glas, möglicherweise gefährlichen Pigmenten, Spritz- und Löthilfsmitteln und heißen Brennöfen ist ausschließlich nach betrieblicher Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und unter befugter fachlicher Aufsicht zulässig. Alle Kursaufgaben lassen sich stattdessen mit durchsichtiger Folie, Papier, digitaler Zeichnung, Lichtsimulation und fertig vorbereiteten Mustern durchführen. Es werden ausschließlich fiktive Auftragsdaten verwendet.


Auftrag, Raumlicht und Werkkarton


Kundenauftrag analysieren

Beginne mit einem Auftragsblatt: Verwendungszweck, Größe, Einbau- oder Präsentationsort, Motiv, Farbeindruck, gewünschte Transparenz, historischer Bezug, Termin, Budget, zulässige Bearbeitung und Abnahmekriterien. Bei einer Fensterverglasung müssen bau- und sicherheitstechnische Anforderungen gesondert von der Gestaltung geprüft werden; LF 11 GK allein ersetzt weder die konstruktive Planung noch die Montagequalifikation aus benachbarten Lernfeldern. Frage nach dem Blick aus verschiedenen Richtungen, möglicher Verschattung und Zugänglichkeit für Pflege und Wartung.

Lichtbeurteilung: Im Durchlicht wirken Farbgläser oft heller und farbsättigender als auf einem undurchsichtigen Tisch. Bei Gegenlicht können dichte Schwarzlotflächen die Zeichnung kontrastreich zeigen, zugleich aber den Raum verdunkeln. Erstelle deshalb mindestens zwei Ansichten: vor einem hellen Hintergrund und vor einem dunkleren Raumhintergrund. Die Farbwirkung ist abhängig von Lichtquelle, Tageszeit und Glasoberfläche. Eine Bildschirmdarstellung ist kein farbverbindlicher Ersatz für eine Durchlichtprobe.


Skizze, Werkkarton und gestalterische Entscheidung

Ein Werkkarton ist die weitgehend maßstäbliche Arbeitsvorlage mit Motiv, Konturen, Schattierungen, Farbangaben, Orientierung und gegebenenfalls Trennlinien. Aus einer freien Ideenskizze entsteht zunächst ein maßstäblicher Entwurf und nach Freigabe eine technisch lesbare 1:1-Vorlage. Prüfe Formrhythmus, Proportionen, Kontraste, Bildhierarchie, Lesbarkeit von Schriften und die gegenseitige Wirkung von Farbflächen.

Beispiel: Eine Vorlage ist 15 cm breit und soll als 30 cm breite Glasscheibe ausgeführt werden. Der Vergrößerungsfaktor ist 30 : 15 = 2. Eine 3 cm breite Blüte wird auf der Werkzeichnung 6 cm breit. Auch bei digitaler Skalierung müssen Maßangaben und Druckskalierung unabhängig kontrolliert werden. Verwechsele nie die angezeigte Zoomstufe mit einem tatsächlich maßstäblichen Ausdruck.

Typische Fehler: Motiv ausschließlich am Monitor beurteilen, Befestigung und Randabstände vergessen, Schrift spiegelverkehrt vorbereiten, undurchsichtige Malflächen überdimensionieren oder einen Entwurf ohne dokumentierte Freigabe bearbeiten.

Datei:Window with Grisaille Decoration MET cdi48-183-2v2.jpg

Bildbeispiel: Französische Grisaille-Verglasung, um 1320: Analysiere Ornament, Hell-Dunkel-Verteilung und Lichteinfall. Bildnachweis und Lizenz stehen im OER-Abschnitt.


Glasarten, Glasfarben und Materialwirtschaft


Gläser nach Wirkung und Eignung auswählen

Echtantikglas ist handwerklich hergestelltes Farbglas mit charakteristischen Unregelmäßigkeiten; Floatglas besitzt eine gleichmäßigere Oberfläche; Überfangglas trägt eine farbige Deckschicht auf andersfarbigem oder farblosem Grundglas. Je nach Projekt können Strukturglas und andere zugelassene Erzeugnisse geeignet sein. Entscheidend sind Lichttransmission, Dicke, Oberflächenstruktur, thermische Eigenschaften, Bearbeitbarkeit, Farbton, Verfügbarkeit und spätere Beanspruchung. Ein historisch wirkender Entwurf verlangt nicht automatisch kostspieliges Antikglas; die Wahl muss ästhetisch und wirtschaftlich begründet werden.

Bei thermischen Prozessen dürfen Glas, Farbglasfluss und Zusatzstoffe nicht nur nach optischem Eindruck kombiniert werden. Ausdehnungsverhalten, Erweichungsbereich, Farbhaftung und Herstellerfreigaben sind zu prüfen. Unverträglichkeiten können Risse, Abplatzungen oder unerwünschte Veränderungen verursachen. Prüfstücke und aktuelle Produktinformationen sind maßgeblich, nicht pauschale Internet-Temperaturangaben.


Glasfarbensysteme und Bindemittel

Schwarzlot bezeichnet in der Glasmalerei eine dunkle, beim Brand befestigte Malfarbe für Linien und Schatten. Silbergelb ist eine historische Diffusionsfärbung: Während der Wärmebehandlung entstehen gelbliche bis bräunliche Töne im Glas. Schmelz- beziehungsweise Emailfarben erzeugen weitere Farbflächen, indem eine farbige Schicht mit der Glasoberfläche verbunden wird. Bei Grisaille dienen zurückhaltende Töne und differenzierte Zeichnung einer feinen Lichtwirkung. Ordne Produkte außerdem nach Farbton, Deckkraft, Transparenz, Brennverträglichkeit und Sicherheitskennzeichnung ein.

Malmedium macht die Farbe verarbeitbar, Bindemittel hält Partikel vorübergehend auf der Oberfläche, bis der geeignete Brand die gewünschte Verbindung erzeugt. Es gibt wasserbasierte und weitere produktspezifische Systeme. Nicht jedes Medium ist mit jeder Glasfarbe, Technik oder Brennkurve kompatibel. Lies vor der Auswahl Produktdatenblatt, Sicherheitsdatenblatt und Gebindekennzeichnung; verwende keine selbst erfundenen Mischrezepte. Fertige, ungefährliche Demonstrationsfarbe auf Folie ist eine sinnvolle Unterrichtsalternative.

Werkzeugabbildung: Glaspalette, Läufer, Spachtel und Schwarzlot. Historisch gebräuchliche Arbeitsmittel sind kein Freibrief zum offenen Verreiben gefährlicher Pulver. Foto: Hans Bernhard, CC BY-SA 3.0; Quellenangabe unten.


Handelsformen, Lagerung und Mengenplanung

Farbmittel können als Pulver, Paste oder weitere handelsübliche Form bereitstehen. Führe für jeden Artikel eine Materialkarte mit Bezeichnung, Chargenkennzeichnung, Lagerhinweisen, Eignungsnachweis, Restmenge und Entsorgungsweg. Behälter bleiben beschriftet und nach Hersteller- und Gefahrstoffvorgaben geschlossen; unverträgliche Stoffe werden getrennt. Vermeide unnötige Vorratshaltung. Bei der Bestellung unterscheidest du Nettowerkstückfläche, Verschnittreserve und tatsächlich verfügbare Tafelformate.

Mengenbeispiel: Für eine fiktive Scheibe von 0,30 m × 0,40 m ergibt sich 0,12 m² Werkstückfläche. Mit einer rein kalkulatorischen Reserve von 15 % werden 0,12 × 1,15 = 0,138 m² angesetzt. Das ist keine Zuschnittoptimierung: Die reale Bestellmenge ergibt sich erst aus Rohformat, Maserung, Fehlerstellen und Schnittplan.


Maltechniken, Werkzeuge und Fixierung


Substanzauftragende Verfahren

Bei der Konturmalerei entstehen Linien für Figuren, Schriften und Umrisse. Lasuren sind dünnere, lichtdurchlässigere Aufträge; Schraffuren erzeugen Tonwertabstufungen durch Linienstrukturen; flächiger Überzug verändert die Lichtwirkung. Farbauftrag kann in der Berufspraxis auch mittels Schablone, Druck oder geeigneter Spritztechnik erfolgen. Für jeden Auftrag begründest du die Methode anhand von Liniengenauigkeit, Anzahl ähnlicher Stücke, Flächengröße, Reproduzierbarkeit, Sicherheitsanforderungen und verfügbarem Gerät. Spritzen und Druck mit Gefahrstoffen sind keine eigenständigen Lernversuche.

Beispiel: Für eine einmalige, fein gezeichnete Blüte ist eine sorgfältig geführte Konturtechnik meist besser zu begründen als eine aufwendige Druckschablone. Für viele identische ornamentale Elemente kann eine überprüfte Druckvorlage wirtschaftlicher sein. Begründe nicht nur die Bildwirkung, sondern auch Rüstzeit und Qualitätskontrolle.


Substanzabtragende Verfahren und Modellierung

Beim Radieren wird eine noch bearbeitbare Malschicht punktuell zurückgenommen; beim Modellieren werden Hell-Dunkel-Übergänge aus einem Farbüberzug entwickelt; die Damaszierung erzeugt feine dekorative Lichtmuster. Diese subtraktiven Techniken verändern die Malschicht, nicht zwingend die Glassubstanz. Das ist fachlich etwas anderes als Glas gravieren, schleifen oder chemisch ätzen. Besonders gefährliche Verfahren wie Flusssäureätzen sind keine Übungen dieses Kurses. Ein sicherer Ersatz ist eine abwaschbare, ungiftige Deckfarbe auf transparentem Kunststoff oder eine Ebenenmaske im Bildprogramm.

Bildanalyse: Grisaille-Feld, Frankreich um 1240. Suche Zeichnung und Tonwert statt nur Buntglasflächen; Metropolitan Museum of Art, CC0.


Werkzeuge auswählen, Glas lagern und Lage fixieren

Zur beruflichen Ausstattung können Zeichen- und Messmittel, Leuchttisch, Konturpinsel, Vertreiber, Radierwerkzeuge, geeignete Glasauflagen, sichere Fixierhilfen und freigegebene Bearbeitungsgeräte gehören. Positioniere ein vorbereitetes Glasstück gemäß betrieblicher Anweisung so, dass es nicht kippt oder verrutscht; Schneid- und Bruchkanten bleiben eine Verletzungsquelle. Prüfstücke werden eindeutig und datensparsam gekennzeichnet. Reinige Arbeitsgeräte materialgerecht, ohne unkontrolliert pigmenthaltiges Wasser in den Ausguss zu geben. Bei Softwarevorlagen kontrollierst du Seitenorientierung, Farbebenen und Maßstab.

Fehlerbild: Ein vermeintlich verwischter Umriss kann aus einem ungeeigneten Medium, noch feuchtem Untergrund, falscher Pinselbelastung oder instabiler Werkstückauflage resultieren. Untersuche die Ursache am ungefährlichen Muster systematisch, statt unkontrolliert neues Material aufzutragen.

Deutschsprachiger Film: Bayerischer Rundfunk, „Glasveredler | Ausbildung | Beruf | Ich mach's“, 2015. Beobachtungsauftrag: Notiere getrennt Tätigkeiten der Glasmalerei, Arbeiten der Kunstverglasung und gezeigte Prüf- beziehungsweise Schutzsituationen. Der Film dokumentiert einen Beruf, ersetzt aber keine aktuelle Sicherheitsunterweisung.


Einbrennprozesse, Qualität und Arbeitsschutz


Temperatur, Viskosität und Brennplanung

Viskosität ist der Widerstand eines Stoffes gegen das Fließen beziehungsweise Verformen. Mit zunehmender Temperatur verändert sich das viskose Verhalten des Glases stark; Farbfluss, Untergrund und Wärmebehandlung müssen aufeinander abgestimmt sein. Unterschreite oder überschreite nicht blind die vom jeweiligen Hersteller spezifizierten Bedingungen. Beschreibe einen Brand in der Planung durch die Abschnitte Vorbereiten und Trocknung prüfen – kontrolliert erwärmen – produktspezifische Behandlung – kontrolliert abkühlen – Endkontrolle. Die konkrete Brennkurve, Temperatur, Haltezeit, Ofenbeladung und Abluftführung sind nur aus freigegebenen Betriebs- und Herstellerunterlagen sowie einer fachlichen Gefährdungsbeurteilung abzuleiten.

Ein technisches Datenblatt des Anbieters Color-M nennt beispielsweise für eine bestimmte Farbserie G 60 einen eigenen Temperaturbereich und verlangt die Anpassung an Dekorträger und Ofen. Diese Angaben sind kein allgemeines Brennrezept und werden im Kurs nicht als praktische Bedienanleitung eingesetzt. In einer sicheren Computersimulation kannst du prüfen, weshalb zu schnelles Aufheizen, unpassende Materialien oder unkontrolliertes Abkühlen das Ergebnis gefährden.


Qualität sichtbar und nachvollziehbar kontrollieren

Definiere vor Arbeitsbeginn überprüfbare Merkmale: Motivtreue zum Werkkarton, korrekte Orientierung, Farbübereinstimmung unter vereinbartem Licht, ausreichende Zeichnungslesbarkeit, gleichmäßige Kontur, gewünschte Schattierung, keine sichtbaren Risse, keine störenden Abplatzer und nachvollziehbare Dokumentation. Prüfe im Durchlicht und Auflicht. Ein frei definiertes Unterrichtskriterium darf nicht als amtliche Normtoleranz ausgegeben werden.

Prüfprotokoll-Beispiel: Sollmaß der Entwurfsfläche 300 × 400 mm; auf dem maßstäblichen Ausdruck gemessen 300 × 400 mm; Orientierung richtig; Konturbeurteilung bei diffus hinterleuchteter Musterfolie „lesbar“; Abweichung „ein Detail zu dunkel“; Korrektur „Lasur im digitalen Entwurf reduzieren“; Verantwortliche „Projektteam A“ statt realer Personennamen. Ein echtes gebranntes Werkstück darf erst nach sicherer Abkühlung durch befugtes Personal beurteilt werden.


Arbeits-, Gesundheits-, Umwelt- und Datenschutz

Das STOP-Prinzip leitet Schutzmaßnahmen: Substitution gefährlicher Produkte oder Verfahren, technische Maßnahmen wie wirksame Erfassung, organisatorische Regeln und erst ergänzend persönliche Schutzausrüstung. Scharfe Glasränder, Glasstaub, toxische Pigmente, möglicherweise bleihaltige Produkte, Lötrauche, Chemikalien, elektrische Anlagen und heiße Ofenteile erfordern jeweils eine konkrete Gefährdungsbeurteilung. Keine trockene staubende Reinigung und kein Essen oder Trinken an Gefahrstoffarbeitsplätzen. Gefahrstoffgefäße und Reste gehören in gekennzeichnete, vorschriftsgemäße Sammel- und Entsorgungswege; Glaszuschnitte nicht pauschal in den Behälterglascontainer.

Aktuelle Quellenprüfung: Die BAuA weist die TRGS 505 „Blei“ in der Fassung Februar 2026 aus; daneben sind für die jeweilige Tätigkeit etwa TRGS 500, TRGS 510 und beim Löten TRGS 528 einschlägig zu prüfen. Die DGUV führt ihre aktuell gültigen Vorschriften und unter anderem die DGUV Regel 100-001. Welche Vorschriften im Betrieb gelten, muss mit dem zuständigen Unfallversicherungsträger und den tatsächlichen Tätigkeiten geklärt werden. Besondere Gefahrenstoffe und chemische Glasätzungen werden hier nicht praktisch durchgeführt.

Digitaler Schutz: Erfasse für Entwürfe nur notwendige Auftragsmerkmale. Verwende anonymisierte Projektkennungen, rollenbasierte Ablage, gesicherte Dateiversionen und nur freigegebene Fotos. Keine echten Namen, Adressen, Kundengespräche oder vertraulichen Werkzeichnungen in offene KI-Dienste hochladen. Digitale Farbvoransichten sind als Simulation zu kennzeichnen.


Historische Vorlagen, Heraldik und eigenständige Glasbilder


Stilistische Einordnung und behutsame Rekonstruktion

Bei der Reproduktion entsteht eine Nachbildung nach dokumentierter Vorlage; eine Rekonstruktion erschließt verlorene oder unklare Teile anhand belegbarer Befunde. Unterscheide daher Originalbefund, sichere Ergänzung und gestalterische Hypothese. Dokumentiere Maße, Motive, Farbreste, frühere Reparaturen, Bildquellen, Datierung und den Grad der Sicherheit. Historisch passende Glas- und Maltechniken sind nicht automatisch technisch oder konservatorisch zulässig. Bei Denkmälern entscheidet das abgestimmte Fachverfahren unter Beteiligung qualifizierter Fachleute und zuständiger Stellen; eigenmächtiges Ersetzen oder Reinigen ist tabu.

Stilbeispiel: Mittelalterliche Grisaille nutzt helle beziehungsweise zurückhaltend gefärbte Gläser mit feinen Ornamenten; spätere Fenster können stärkere figürliche Emailmalerei besitzen. Zeit und Stil sind anhand konkreter Befunde zu begründen. Beschreibe beim Vergleich, welche Merkmale beobachtet und welche nur vermutet werden.

Datei:Roundel with the Virgin and Child MET cdi32-24-13.jpg

Historisches Detail: Süddeutsches Glasrundbild, etwa 1480–1490, mit Silbergelb und eingebrannter Zeichnung; Metropolitan Museum of Art, CC0.


Heraldik und Gestaltung mit Bedeutung

Heraldik bezeichnet die Lehre von Wappen und ihren Darstellungsregeln. Zur klassischen Wappengestaltung gehören Schildform, Felderteilung, Figuren sowie heraldische Farben und Metalle. Die sogenannte Farbregel bevorzugt Kontraste zwischen Farbe und Metall, besitzt jedoch historisch belegte Ausnahmen. Bei der Übertragung auf Glas prüfst du Lesbarkeit, Lichtwirkung und die Übereinstimmung mit einer vom Auftraggeber legitimierten Vorlage. Erfinde keine historische Zuschreibung und verwende geschützte Kennzeichen nicht ungeprüft.

Datei:The Crucifixion with Heraldic Shields LACMA 45.21.40.jpg

Bildbeispiel Heraldik: Schweizer Glasmalerei von 1612 mit Wappenschilden sowie Silbergelb und Emailfarben; Los Angeles County Museum of Art, gemeinfreie Bereitstellung.


Autonomes Glasbild und zeitgenössische Perspektiven

Ein autonomes Glasbild wird als eigenständiges künstlerisches Objekt verstanden, nicht ausschließlich als Teil einer architektonischen Fensteröffnung. Du kannst transparente Bildtafeln, farbige Schichtungen und frei entworfene Zeichen in einer sicheren Modellpräsentation vergleichen. Gestalterische Freiheit entbindet nicht von Stabilitäts- oder Nutzungssicherheit, falls ein reales Objekt später aufgestellt oder eingebaut wird.

Datei:The Baptism of Christ LACMA 45.21.24 (2 of 2).jpg

Bildanalyse: Glasgemälde aus Luzern von 1594 mit Silbergelb und Emailfarben; vergleiche figürliche Ausarbeitung und malerische Dichte mit der Grisaille. Los Angeles County Museum of Art, gemeinfreie Bereitstellung.


Praxisfall: Auftrag planen, kalkulieren und bewerten


Fiktive Auftragssituation und gewünschtes Arbeitsergebnis

Eine fiktive Kulturwerkstatt möchte für einen geschützten Innenraum eine dekorative, hinterleuchtete Bildtafel von 300 × 400 mm mit einer stilisierten Pflanze. Gewünscht sind klare dunkle Konturen, drei transparente Farbzonen und ein gut lesbarer Hintergrund. Das Budget soll vor Zusage erklärt werden. Die Lehrwerkstatt fertigt keine baurechtlich verwendbare Verglasung; der Unterrichtsnachweis ist ein maßstäblicher Werkkarton und eine sichere Folien- beziehungsweise Digitalsimulation. Ein echter Glas- und Brandauftrag wäre ein getrennter, vollständig beaufsichtigter betrieblicher Vorgang mit verbindlichen technischen Freigaben.

Prüfbares Ergebnis: Reiche ein PDF mit Projektkennung, Auftragsanalyse, zwei Varianten, freigegebenem 1:1-Werkkarton mit Maßlinien, Materialentscheidung mit Datenblattverweisen, Lichtvergleich, Arbeits- und Schutzplan, Kalkulation, fotografierter ungiftiger Transparentfolienprobe, Prüfprotokoll und Leistungsnachweis ein. Der simulierte Charakter wird auf dem Deckblatt klar angegeben.


Arbeitsplan mit Entscheidungspunkten

Phase Konkreter Arbeitsschritt Prüfbarer Zwischenstand
Informieren Fiktives Briefing, Raumlicht, Maße, Budget und Nutzungsgrenze erfassen Unterschrieben simuliertes Anforderungsblatt ohne Personendaten
Entwerfen Zwei Motivvarianten zeichnen und im Durchlicht vergleichen Variante A und B mit begründeter Auswahl
Planen Werkkarton 1:1, Materialliste, Eignungs- und Sicherheitsnachweise, Gefährdungsübersicht erstellen Zeichnung, Prüfvermerke und sichere Modellentscheidung
Ausführen Auf ungefährlicher transparenter Folie oder digital Kontur, Lasur und Radierung nachbilden Bildprobe ohne heiße oder gefährliche Verfahren
Bewerten Maßstab, Linien, Farbwirkung, Abweichungen im Team beurteilen Ausgefülltes Qualitätsprotokoll und Korrekturliste
Übergeben Dateien versionieren, fiktive Leistung abrechnen und Reflexion erstellen Vollständiger datensparsamer Nachweis

Eine reale Ausführung mit Farben, Glaszuschnitten oder Brennofen setzt gesonderte fachliche Arbeitsfreigaben voraus. Bevorzugte sichere Variante: Konturen mit ungiftigem Stift auf transparenter Zeichenfolie, Lasur als transparente Farbfolie und Radierwirkung durch digitale Maskierung.


Vollständig erläuterte Musterkalkulation

Für das didaktische Nettoangebot gelten frei angenommene Preise, nicht amtliche Tarife, Preisempfehlungen oder ein verbindliches Kundenangebot. Die Abrechnung orientiert sich an einer Muster-Werkstatt mit transparenten Zeit- und Sachkosten.

  • Fläche: 0,30 m × 0,40 m = 0,120 m².
  • Kalkulierte Glasfläche mit 15 % Reserve: 0,120 × 1,15 = 0,138 m².
  • Fiktiver Rohglaspreis: 0,138 m² × 110,00 €/m² = 15,18 €.
  • Verbrauchs- und Sachkosten: Farbmuster 8,00 €, Hilfsstoffe 4,00 €, Verpackung 6,00 €, pauschaler Anlagen- beziehungsweise Simulationsaufwand 5,00 €. Zusammen mit Rohglas: 15,18 + 8 + 4 + 6 + 5 = 38,18 €. Im reinen Folienmodell sind diese Ansätze nur Vergleichsposten für eine theoretische spätere Fertigung.
  • Personalansatz: Beratung und Planung 1,2 h; Vorbereiten 0,7 h; Malerei beziehungsweise Modellierung 1,8 h; Prüfen und Dokumentieren 0,6 h. Gesamt 4,3 h. Bei einem fiktiven internen Verrechnungssatz von 42,00 €/h entstehen 180,60 €.
  • Herstellkosten: 38,18 € + 180,60 € = 218,78 €.
  • Angenommener Gemeinkosten- und Risikozuschlag 18 %: 218,78 € × 0,18 = 39,3804 €, auf Cent gerundet 39,38 €.
  • Didaktischer Netto-Zielpreis: 218,78 € + 39,38 € = 258,16 €. Eine tatsächliche Rechnung erfordert die betrieblich gültige Kalkulation, rechtliche Prüfung und gegebenenfalls korrekte Umsatzsteuer; diese Musterrechnung ist keine Rechnung an reale Kunden.

Kontrollrechnung: Material 38,18 € + Arbeit 180,60 € + Zuschlag 39,38 € = 258,16 €. Steigt der Arbeitsaufwand um eine Stunde, erhöhen sich die kalkulierten Herstellkosten bei gleichem Stundensatz um 42,00 € und der 18-%-Zuschlag auf diesen Mehrbetrag um 7,56 €; der Netto-Zielpreis steigt dann um 49,56 € auf 307,72 €. So erkennst du den Einfluss der Arbeitsplanung.


Bewertungsraster und Fehlerkorrektur

Bewertet werden fünf Kriterien mit jeweils 0 bis 4 Punkten: 0 = fehlt, 1 = überwiegend unzureichend, 2 = mit Mängeln, 3 = fachgerecht mit kleinen Abweichungen, 4 = vollständig und nachvollziehbar. Insgesamt sind 20 Punkte erreichbar.

Kriterium Woran ist die Leistung prüfbar? Punkte
Auftrag und Gestaltung Licht-/Raumanalyse, zwei Varianten, begründete Wahl, Freigabe 0–4
Werkkarton und Materialwahl Maßstab und Orientierung korrekt, Materialdaten und Eignung begründet 0–4
Maltechnik und Bildwirkung Lesbare Konturen, sinnvolle Tonwerte, sorgfältige Simulation 0–4
Schutz, Nachhaltigkeit und Ablauf Gefährdungen erkannt, sichere Alternative, Material- und Energiebilanz berücksichtigt 0–4
Kontrolle, Kalkulation und Dokumentation Zahlen nachvollziehbar, Abweichungen bearbeitet, Dateien geordnet 0–4

Rückmeldung: 17–20 Punkte = sehr überzeugend; 13–16 = weitgehend sicher; 9–12 = gezielte Überarbeitung erforderlich; 0–8 = grundlegende Unterstützung nötig. Diese Einteilung ist ausschließlich ein transparentes Unterrichtsraster, keine Kammerprüfung. Beispiel für konstruktive Rückmeldung: „Die Linien sind lesbar; im Durchlicht ist die Blüte zu dunkel. Passe den digitalen Überzug an und dokumentiere den Unterschied im Prüfblatt.“

Nachhaltigkeit: Wiederverwendbare Muster, genaue Zuschnittplanung, bedarfsgerechte Farbansätze und sparsamer Ofeneinsatz reduzieren Abfälle und Energie. Beim historischen Werk kann Erhaltung statt Austausch sinnvoll sein. Digitale Versionskontrolle verhindert Fehlfertigungen, aber KI-generierte Varianten sind als solche zu kennzeichnen und rechtlich sowie gestalterisch kritisch zu prüfen.


Interaktive Aufgaben

Bearbeite die Aufgaben zunächst selbst. Die jeweils erste Antwortoption ist technisch als richtige Lösung hinterlegt, die Plattform übernimmt das verdeckte Prüfen; in der Lernansicht sollen keine Lösungen vorausgeschickt werden. Nutze bei Unsicherheiten die Fachkapitel und vergleiche dein Ergebnis mit den erklärten Qualitätskriterien.


Quiz: Fachwissen überprüfen

Welche erste Handlung macht einen unklaren Glasmalerei-Auftrag planbar? (Verwendungszweck Lichtverhältnisse Maßangaben und Freigabekriterien erfassen) (!Sofort eine beliebige Glasfarbe einbrennen) (!Den Materialverbrauch ohne Entwurf festschreiben) (!Ausschließlich ein Monitorbild als Abnahme verwenden)




Welche Funktion erfüllt ein Werkkarton im Arbeitsprozess? (Er dient als maßstäbliche Arbeitsvorlage für Motiv und technische Angaben) (!Er ersetzt die Gefährdungsbeurteilung des Betriebes) (!Er legt automatisch die Brennkurve des Farbmittels fest) (!Er ist grundsätzlich eine maßstabsfreie Ideenskizze)




Worauf kommt es bei der Glaswahl vor einem Einbrennprozess besonders an? (Auf die nachgewiesene thermische und chemische Verträglichkeit) (!Nur auf die möglichst kräftige Farbe im Katalog) (!Nur auf die geringste Verpackungsgröße) (!Auf eine für jedes Produkt identische Brenntemperatur)




Wofür wird Schwarzlot in der Glasmalerei vor allem verwendet? (Für dunkle Konturen Zeichnung und Schattierung) (!Für das mechanische Verbinden von Glasscheiben) (!Für das automatische Messen der Glasdicke) (!Für das Ersetzen jeder einzelnen Farbglassorte)




Was beschreibt eine substanzabtragende Maltechnik wie Radieren im Überzug? (Das gezielte Entfernen einer aufgetragenen noch bearbeitbaren Malschicht) (!Das notwendige Wegätzen der gesamten Glasscheibe) (!Das Einsetzen einer Scheibe in ein Bleiprofil) (!Das Auffüllen einer Fläche mit zusätzlicher Malfarbe)




Welche Aussage zum Einbrennen ist fachlich zutreffend? (Die Prozessparameter müssen zu Werkstoff Produkt und Anlage passen) (!Ein einziges Temperaturprogramm passt zu allen Glasfarben) (!Schnelles Abkühlen verhindert grundsätzlich jede Spannung) (!Produktdatenblätter sind für den Prozess unerheblich)




Wie ist eine digitale Farbsimulation im Kundengespräch einzuordnen? (Als nützliche Vorschau die eine reale Durchlichtprobe nicht vollständig ersetzt) (!Als verbindlicher Nachweis der gebrannten Originalfarbe) (!Als Ersatz aller technischen Unterlagen) (!Als Beleg für die zulässige Nutzung als Bauverglasung)




Was unterscheidet eine historische Rekonstruktion von einer freien Neugestaltung? (Sie stützt sich auf nachvollziehbare Befunde und markiert Unsicherheiten) (!Sie verzichtet grundsätzlich auf jede Dokumentation) (!Sie verändert ohne Absprache geschützte Originale) (!Sie braucht weder Bildquellen noch Stilzuordnung)




Welche Unterlage ist vor der Arbeit mit einer möglicherweise gefährlichen Glasmalfarbe wesentlich? (Aktuelles Sicherheitsdatenblatt und betriebliche Gefährdungsbeurteilung) (!Ein unbelegter Temperaturhinweis aus einem privaten Forum) (!Nur ein Foto des fertig bemalten Glases) (!Eine beliebige Preisliste ohne Kennzeichnung)




Was ist beim Musterpreis von 218 Euro und 78 Cent mit 18 Prozent Zuschlag richtig? (Der gerundete Netto Zielpreis beträgt 258 Euro und 16 Cent) (!Der Zuschlag beträgt immer exakt 18 Euro) (!Der Netto Zielpreis beträgt 218 Euro und 96 Cent) (!Die kalkulierte Arbeitszeit spielt keine Rolle)





Memory: Begriffe und Funktionen

Werkkarton Maßstäbliche Arbeitsvorlage für die Ausführung
Schwarzlot Dunkle Einbrennfarbe für Zeichnung und Schatten
Silbergelb Historisches Mittel für gelbliche Diffusionsfärbung
Vertreiber Werkzeug für das gleichmäßige Verteilen eines Farbüberzugs
Damaszierung Feines Ziermuster durch Bearbeitung des Farbüberzugs
Viskosität Maß für den Widerstand gegen Fließen und Verformen





Drag-and-drop: Arbeitsschritt und Zweck

Ordne die Begriffe der passenden Funktion zu. Funktion im Auftrag
Lichtprobe Beurteilt Farbe und Kontrast bei Hinterleuchtung
Materialfreigabe Bestätigt die nachgewiesene Werkstoffverträglichkeit
Konturauftrag Zeichnet Umrisse und zentrale Bildstrukturen
Abkühlphase Führt das Werkstück nach der Wärmebehandlung kontrolliert zurück
Prüfprotokoll Hält Sollwert Istwert Abweichung und Korrektur fest





Kreuzwort: Fachsprache der Glasmalerei

Schwarzlot Dunkle Farbe für eingebrannte Linien und Schatten
Werkkarton Maßstäbliche Ausführungsvorlage eines Glasbildes
Silbergelb Historische gelbliche Färbung durch Diffusion
Lasur Dünner lichtdurchlässiger Farbauftrag
Damaszierung Ornamentale Lichtzeichnung im bearbeiteten Überzug
Viskosität Kennwert des Fließwiderstands eines Werkstoffs





LearningApps

Trainiere zusätzlich das Zuordnen von Entwurf, Farbe, Maltechnik und Qualitätsprüfung. Die folgende Suche öffnet thematisch passende Angebote der Lernplattform; prüfe dort jeweils den Inhalt auf fachliche Aktualität.


Lückentext: Den Auftrag durchdenken

Ergänze jeweils einen zentralen Fachbegriff.
Eine ausführungsreife maßstäbliche Vorlage heißt

.
Die Wirkung einer bemalten Scheibe sollte vor einer hellen Lichtquelle als

überprüft werden.
Für dunkle zeichnerische Linien kann die Glasmalerei

nutzen.
Die gelbliche historische Diffusionsfärbung wird als

bezeichnet.
Ein lichtdurchlässiger Farbauftrag heißt

.
Beim gezielten Zurücknehmen eines Überzugs spricht man vom

.
Der Fließwiderstand eines Werkstoffs heißt

.
Vor der Auswahl gefährlicher Produkte prüft man das

.
Ein Dokument mit Sollwerten und Abweichungen ist ein

.
Eine Nachbildung auf Grundlage historischer Befunde kann eine

sein.
Zur transparenten Leistungsberechnung gehört eine

.
Im sicheren Unterrichtsmodell ersetzt eine transparente

die reale Glasbearbeitung.




Offene Aufgaben

Bearbeite die Aufgaben mit fiktiven Projektdaten. Für alle praktischen Tätigkeiten mit Glas, Pigmenten und Ofentechnik gelten die oben beschriebenen Aufsichts- und Schutzvorgaben. Jede Aufgabe erhält eine kurze Reflexion zur Qualität des Ergebnisses.


Leicht

  1. Lichtanalyse: Fotografiere oder skizziere ein ungefährliches transparentes Farbfolienmuster vor zwei verschieden hellen Hintergründen und beschreibe drei Unterschiede in Kontrast und Farbeindruck.
  2. Begriffskarte: Erstelle eine beschriftete Übersicht zu Werkkarton, Schwarzlot, Silbergelb, Lasur, Damaszierung und Viskosität mit jeweils einer fachgerechten Definition.
  3. Materialvergleich: Vergleiche anhand von geprüften Produktinformationen Floatglas, Echtantikglas und Überfangglas nach optischer Wirkung, Bearbeitbarkeit und einer begründeten Einsatzgrenze.
  4. Gefahren erkennen: Markiere auf einer selbst erstellten schematischen Werkstattzeichnung mögliche Risiken und formuliere sichere Alternativen ohne echte Gefahrstoff- oder Ofenarbeit.


Standard

  1. Zwei Entwürfe: Entwickle zwei Varianten einer 300 × 400 mm großen Pflanzenkomposition, prüfe sie in digitalem Durchlicht und begründe eine Auswahl anhand von fünf Kriterien.
  2. Maltechniken modellieren: Stelle Kontur, Lasur und Radierwirkung mit ungiftigen Folien- oder Digitaleffekten dar und dokumentiere jeweils gewünschte Wirkung und einen möglichen Qualitätsfehler.
  3. Kalkulationsprüfung: Rechne die Musterkalkulation nach und berechne die Änderung des Zielpreises bei 10 % mehr Materialbedarf; lege alle Rundungsschritte offen.
  4. Prüfkarte erstellen: Entwirf ein Prüfprotokoll mit Soll- und Istmerkmalen, Aufnahmebedingungen, Korrekturentscheidung und datensparsamer Dokumentation.


Schwer

  1. Wappenanalyse: Analysiere ein rechtmäßig zugängliches historisches Wappenbild nach Feldteilung, Figur und heraldischen Tinkturen und entwickle eine respektvolle, gekennzeichnete eigene Variante als Glasmalerei-Entwurf.
  2. Rekonstruktionsdossier: Erstelle anhand eines öffentlich dokumentierten historischen Glasgemäldes ein Dossier, das sichtbare Befunde, hypothetische Ergänzungen, Stilmerkmale und Fragen an die Denkmalpflege ausdrücklich trennt.
  3. Variantenentscheidung: Vergleiche für einen fiktiven Kleinauftrag Handkontur, Schablonentechnik und digitalen Folienprototyp anhand von Rüstzeit, Reproduzierbarkeit, Abfall, Sicherheit, Kosten und Bildwirkung.
  4. Komplette Auftragsmappe: Gib die vollständige simulierte Projektmappe aus dem Praxisfall einschließlich freigegebenem 1:1-Werkkarton, Kosten, Gefährdungsübersicht, transparentem Testbild, Qualitätsprotokoll und selbstkritischer Teamreflexion ab.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Auftrag übertragen: Du bekommst einen abgewandelten anonymen Auftrag für einen dunklen Nordraum. Begründe Anpassungen bei Motiv, Transparenz, Lichtprobe und Kundenkommunikation; benenne drei offene Klärungsfragen.
  2. Materialentscheidung: Wähle für zwei kontrastierende Entwürfe geeignete Glaserzeugnisse und Farbsysteme auf Grundlage realer Produktblätter und begründe, welche Kompatibilitätsnachweise noch fehlen.
  3. Fehlerdiagnose: Ein simuliertes Muster zeigt verwischte Konturen, zu dichte Lasur und abweichenden Maßstab. Erstelle eine Ursache-Wirkungs-Tabelle und eine priorisierte Korrekturliste.
  4. Gefährdungsbeurteilung begründen: Übertrage das STOP-Prinzip auf Pulverhandhabung, Glasbruch und Ofenbetrieb und unterscheide ausdrücklich sichere Unterrichtsmodelle von nur beaufsichtigt zulässiger Praxis.
  5. Historischen Befund prüfen: Ein fehlender Wappenteil soll ergänzt werden. Trenne beweisbare Farbreste und Quellenbelege von Hypothesen; erkläre die notwendige Abstimmung vor einem Eingriff.
  6. Wirtschaftlichkeit und Übergabe: Errechne den Netto-Zielpreis bei 5,3 statt 4,3 Arbeitsstunden sowie sonst unveränderten Annahmen, kontrolliere alle Teilbeträge und erläutere dem fiktiven Auftraggeber sachlich die Veränderung.

Lernkontrollregel: Die Antworten werden anhand der im Kurs erläuterten Kriterien und jeweils offengelegten Rechnungen verglichen. Bei Abweichungen sollen Lernende Ursache, Beleg und Korrektur nennen; die Aufgaben sind kein staatliches Prüfungsverfahren.




Lernnachweis

Der verbindliche Lernnachweis dieses Kurses ist eine selbstständig erstellte, überprüfbare, anonymisierte Auftragsmappe „Glasbild 300 × 400 mm“. Sie enthält: Auftrag und Raumanalyse; zwei Entwürfe; begründete Freigabeentscheidung; Werkkarton in wirklichem Maßstab; Glas-/Farbauswahl mit geprüften Herstellerbelegen; Verfahrens- und Schutzentscheidung; sichere Folien- oder Digitalsimulation; nachvollziehbare Kalkulation einschließlich Kontrollrechnung; Prüfprotokoll; Reflexion und Teamfeedback. Ein Lernnachweis ist vollständig, wenn alle Bestandteile nach dem 20-Punkte-Raster sichtbar prüfbar und Abweichungen dokumentiert sind.

Wissen: Du erklärst Lichtwirkung, Glas- und Farbsysteme, Mal- und Abtragstechniken, Fixierung, Brennprozesslogik, Gefahren und historische Stilmerkmale. Können: Du kannst einen Auftrag strukturieren, Vorlagen skalieren, Eignungsfragen stellen, Kosten rechnen und eine Qualitätsprüfung durchführen. Haltung und Transfer: Du respektierst Originalsubstanz, triffst ressourcenschonende Entscheidungen, handelst datensparsam, fragst bei Unsicherheit nach Fachaufsicht und kommunizierst Korrekturen nachvollziehbar.

Die Mappe dient dem Lernen und der betrieblichen Rückmeldung. Betrieblicher Ausbildungsplan, jeweiliger Landeslehrplan und Vorgaben der zuständigen Handwerkskammer beziehungsweise Stelle bleiben verbindlich; dieser Kurs behauptet weder amtliche Anerkennung noch Prüfungszulassung.




OER und Wikipedia

Fachlich überprüfte Grundlagen und weiterführende Quellen (Stand: Oktober 2026):

Geprüfte Bilddateien, Urheber und Rechte: Die folgenden Commons-Dateinamen entsprechen den eingebundenen Dateien. Bilder aus Museumsbeständen dienen der fachlichen Analyse, nicht als Nachweis aktueller Arbeitsschutzpraxis.

Datei auf Wikimedia Commons Quelle und Urheberangabe Lizenz oder Rechtehinweis Verwendungszweck
File:Palette with tools1.jpg Hans Bernhard (Schnobby), 2009 CC BY-SA 3.0 Glaspalette und Farbaufbereitung
File:Grisaille Panel MET DT207138.jpg Metropolitan Museum of Art, historisches anonymes Werk CC0 1.0 Zeichnung und Tonwerte
File:Window with Grisaille Decoration MET cdi48-183-2v2.jpg Metropolitan Museum of Art, anonymes Werk CC0 1.0 Licht und Ornamente
File:Roundel with the Virgin and Child MET cdi32-24-13.jpg Metropolitan Museum of Art, historisches Werk CC0 1.0 historische Silbergelbmalerei
File:The Crucifixion with Heraldic Shields LACMA 45.21.40.jpg Los Angeles County Museum of Art, historisches Werk Public-Domain-Kennzeichnung des LACMA Heraldik und Glasfarbe
File:The Baptism of Christ LACMA 45.21.24 (2 of 2).jpg Los Angeles County Museum of Art, historisches Werk Public-Domain-Kennzeichnung des LACMA Emailfarbe und Figur

Fachvideo und Nutzungsnachweis: Glasveredler | Ausbildung | Beruf | Ich mach's, Bayerischer Rundfunk, veröffentlicht 13.10.2015, Video über die Ausbildung; eingebunden als externer YouTube-Player, nicht als offen lizenziert zur Wiederveröffentlichung behauptet. Weitere deutschsprachige Fachvideos wurden nicht mit derselben Verlässlichkeit geprüft, daher wird kein zweites Video erfunden. Auch LearningApps ist eine externe Suche, keine von diesem Kurs erstellte oder geprüfte Einzelübung.



Verknüpfte Lernbereiche

Verbindungen zum beruflichen Lernen: LF 10 GK („Entwürfe anfertigen“) bereitet gestalterische Entscheidungen vor; LF 12 GK („Kunstverglasungen herstellen und instand setzen“) betrifft insbesondere Verbund und Konstruktion; LF 13 GK behandelt Montage, Schutz und Instandhaltung. Das hier behandelte Lernfeld 11 GK bleibt in seinem Schwerpunkt die Anfertigung von Glasmalereien. Kunst, Chemie, Physik, Mathematik, Wirtschafts- und Sozialkunde und Medienbildung unterstützen die berufliche Planung.

Weitere Projekte: (1) Eine digitale Lichtgalerie mit datensparsamen Vergleichsaufnahmen; (2) ein offenes Fachbegriffslexikon der Glasmalerei; (3) eine nachprüfbare Rekonstruktionsstudie aus gemeinfreien Museumsbildern; (4) eine fiktive, nachhaltigkeitsorientierte Angebotserstellung mit mehreren Gestaltungsvarianten.


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