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Geschichtsrevisionismus an überprüfbaren Behauptungen erkennen - Geschichte Klasse 11 bis 13

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Geschichtsrevisionismus an überprüfbaren Behauptungen erkennen - Geschichte Klasse 11 bis 13

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Einleitung

Geschichtsrevisionismus an überprüfbaren Behauptungen erkennen - Geschichte Klasse 11 bis 13

Kurzbeschreibung: Prüfe Quellengebrauch, Auslassungen und falsche Analogien. Benenne belegte NS-Verbrechen klar. Eine Leugnung des Holocaust ist keine gleichwertige fachwissenschaftliche Position.

Dein Lernziel: Du kannst zwischen Beobachtung (was eine Quelle zeigt), Deutung (was sie im Kontext bedeutet) und Urteil (begründete Bewertung) unterscheiden. Du überprüfst Behauptungen an mehreren voneinander unabhängigen Belegen.

Lernweg: Zuerst klärst Du Begriffe und ein Prüfschema. Danach bearbeitest Du fünf kurze Quellenstationen. Abschließend testest Du Dein Wissen, korrigierst Deine Begründungen und bearbeitest eine eigene Quellenaufgabe.

Hinweis: Es geht um Verfolgung, Deportation und Massenmord. Die ausgewählten Bilder vermeiden schockierende Gewaltdarstellungen. Du kannst mit den Textalternativen statt mit Bildern oder Videos arbeiten. G, M und E sind hier gestufte Lernhilfen, keine amtlichen Oberstufenabschlüsse. Dieser Kurs ersetzt keine Prüfung des jeweils aktuellen Fachplans und beansprucht keine vollständige Abiturabdeckung.


Grundwissen und Prüfmethode

Wissenschaftliche Revision bedeutet: Historikerinnen und Historiker korrigieren eine Darstellung aufgrund neuer oder besser geprüfter Quellen. Das gehört zur Geschichtswissenschaft.

Manipulativer Geschichtsrevisionismus leugnet oder verharmlost gesicherte Ereignisse, lässt Gegenbelege weg oder setzt Unvergleichbares gleich. Nicht jede neue Sichtweise ist Manipulation; entscheidend sind Methode und Beleglage.

Gesichert: Das NS-Regime, seine Verbündeten und Kollaborateure ermordeten im Holocaust etwa sechs Millionen jüdische Menschen. Millionen weitere Menschen wurden aus rassistischen, politischen und anderen Gründen verfolgt und ermordet. Belegt ist dies durch NS-Akten, Fotografien, materielle Spuren, Aussagen von Überlebenden und Tätern sowie Nachkriegsprozesse. Einzelne offene Detailfragen machen diese Grundtatsachen nicht ungewiss. Beleg: United States Holocaust Memorial Museum


Vier Schritte für überprüfbare Behauptungen

  1. Behauptung eingrenzen: Welche einzelne Aussage soll überprüft werden? Ist sie überhaupt widerlegbar?
  2. Quelle bestimmen: Wer hat wann, wo und zu welchem Zweck etwas festgehalten? Ist das Original, eine Abschrift oder eine spätere Darstellung?
  3. Gegenprüfen: Was zeigen voneinander unabhängige Quellen? Was fehlt? Welche Unsicherheit bleibt?
  4. Begründen: Trenne Beobachtung, Deutung und Urteil. Benenne falsche Analogien, Auslassungen und belegte Tatsachen.

Fachwörter: Eine Primärquelle stammt aus dem untersuchten historischen Zusammenhang. Eine wissenschaftliche Darstellung wertet Quellen später aus. Eine Auslassung verschweigt wichtige Informationen. Eine Scheinanalogie behauptet Gleichheit, obwohl entscheidende Unterschiede übergangen werden. Ein Euphemismus beschönigt einen Vorgang sprachlich.


Quellenstationen: Belege vergleichen


Station 1: Gesetze und Ausgrenzung ab 1935

Gesetzblattseite von September 1935 mit dem nationalsozialistischen Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes und der deutschen Ehre

Originalquelle, digitalisierter Gesetzestext: NS-„Blutschutzgesetz“, 15. September 1935. Beobachte: Was zeigt die amtliche Veröffentlichung über die staatliche Verankerung der antisemitischen Ausgrenzung? Deute: Warum beweist die Existenz eines Gesetzes nicht dessen moralische Rechtmäßigkeit?

Bildnachweis und Textalternative: Deutsches Reich, Reichsgesetzblatt I 1935, S. 1146; Scan auf Wikimedia Commons; gemeinfrei nach § 5 UrhG. Sichtbar ist der amtlich gedruckte Text eines diskriminierenden NS-Gesetzes.

Erste Seite der Verordnung vom 14. November 1935 zum Reichsbürgergesetz mit Paragraphen zur nationalsozialistischen rassistischen Einteilung

Originalquelle, spätere Durchführungsverordnung: 14. November 1935. Sie ist nicht mit dem Gesetz vom September identisch. Auftrag: Notiere je ein Datum und den Rechtsakt. Erkläre, warum das Weglassen dieser Unterscheidung eine Quellenangabe ungenau macht.

Bildnachweis und Textalternative: Reichsministerium des Innern, Reichsgesetzblatt I 1935, S. 1333; Digitalisierung nach Bestand der Österreichischen Nationalbibliothek, Wikimedia Commons; gemeinfrei nach § 5 UrhG. Sichtbar sind Vorschriften zur rassistischen Definition von Zugehörigkeit.


Station 2: Wannsee-Protokoll von 1942

Erste Seite des Besprechungsprotokolls der Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942 mit Teilnehmern und Behörden

Originalquelle als digitalisierte zeitgenössische Ausfertigung: Das Protokoll dokumentiert die Abstimmung staatlicher Stellen am 20. Januar 1942. Wichtig: Der Mord an jüdischen Menschen hatte bereits vor der Konferenz begonnen. Die Konferenz war nicht dessen Anfang, sondern diente der Abstimmung und Organisation.

Bildnachweis und Textalternative: Protokoll aus dem Reichssicherheitshauptamt, Niederschrift unter Mitwirkung Adolf Eichmanns; Scan über Wikimedia Commons, dort als gemeinfrei gekennzeichnet. Das Bild zeigt die erste Seite der erhaltenen Ausfertigung; die digitale Datei wurde laut Commons farblich korrigiert. Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz: Originaldokumente und Archivkontext.

Historische Tabelle mit Länderangaben und jüdischen Bevölkerungszahlen aus dem Wannsee-Protokoll

Prüffall Bildausschnitt: Die Tabelle nennt Länder und Zahlen aus der NS-Planung. Auftrag: Vergleiche sie mit dem vollständigen Protokoll, besonders den Seiten 6 und 7. Sind dies Planungszahlen der Täter oder nachträglich ermittelte Opferzahlen? Antwort: Es sind keine Opferstatistiken. Verwechsle diese Kategorien nicht.

Bildnachweis und Textalternative: Ausschnitt einer Tabelle des zeitgenössischen Protokolls, Wikimedia Commons; dort gemeinfrei ausgewiesen. Überlieferungsgrenze: Die Einzeldatei wurde über Wikipedia weitergegeben; ihre Bildherkunft ist weniger genau dokumentiert als die archivisch nachgewiesene Gesamtausfertigung. Maßgeblich ist die Gegenprüfung bei der Gedenkstätte.

Sprachkritik: Das Protokoll verwendet die Täterformulierung „Evakuierung“. Lies dieses Wort nicht isoliert als harmlose Reisebeschreibung. Prüfe seinen Zusammenhang mit den Deportationen und Morden. Auswärtiges Amt: Herkunft der überlieferten Ausfertigung

Video, moderne Darstellung: Die Wannsee-Konferenz: Wie der Holocaust organisiert wurde (ZDF/Terra X, MrWissen2go Geschichte). Betrachte gezielt das Kapitel ab 05:22 zur Arbeit mit dem Protokoll.

Beobachtungsauftrag: Nenne zwei Informationen, die das Video aus dem Protokoll entnimmt, und prüfe eine davon im Scan. Textalternative, keine wortgetreue Abschrift: Die Konferenz koordinierte staatliches Handeln; das Protokoll verschleierte den Massenmord durch Verwaltungssprache. Rechte: © ZDF/Terra X und beteiligte Urheber; offizieller YouTube-Player, Lizenzangaben dort. Untertitel bei Verfügbarkeit über „CC“ aktivieren.


Station 3: Deportation und historische Karte

Historische Schwarzweißfotografie einer Deportation jüdischer Menschen aus Würzburg vom 25. April 1942

Originalquelle, historische Fotografie: Deportation jüdischer Menschen aus Würzburg, 25. April 1942. Beobachtung: Menschen in einer dokumentierten Deportationssituation. Grenze: Das einzelne Bild beweist nicht die spätere Lebensgeschichte jeder abgebildeten Person; dafür brauchst Du Transportakten und weitere Zeugnisse.

Bildnachweis und Textalternative: Fotograf unbekannt; Aufnahme vom 25. April 1942; Quelle: United States Holocaust Memorial Museum, Sammlungseintrag, Bild auf Wikimedia Commons; dort gemeinfrei ausgewiesen. Abgebildet ist eine NS-Deportation, nicht das gesamte spätere Geschehen.

Moderne deutschsprachige Übersichtskarte mit ausgewählten Ghettos, Lagern, Deportationswegen und Mordorten in Europa um 1942

Moderne Darstellung und vereinfachtes Kartenmodell: Die Karte stellt ausgewählte Lager, Ghettos und Deportationswege dar. Sie ist keine NS-Originalkarte und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Bildnachweis und Textalternative: Bearbeitung NordNordWest nach Sémhur und Dna-Dennis, 2012; Wikimedia Commons; Free Art License (FAL). Das Kartenmodell markiert eine Auswahl von Verfolgungsorten und Routen, mit ungefähren Grenzen um 1942. USHMM: historischer Überblick zum Gegenprüfen.

Auftrag: Suche Würzburg und die Region Lublin auf einer heutigen Karte und ordne die Deportationsaufnahme räumlich ein. Was kann die historische Übersichtskarte zeigen, was nicht? Warum wäre es falsch, aus einer nicht eingezeichneten Ortschaft auf das Fehlen von Verbrechen zu schließen?


Station 4: Tatort und heutiger Erinnerungsort

Fotografie des Eingangstors und der Gleise in Auschwitz-Birkenau aus dem Jahr 2014

Moderne Fotografie, keine Aufnahme von 1942: Das Eingangstor von Auschwitz-Birkenau ist heute ein Erinnerungsort. Das Foto zeigt den Ort 2014, nicht unmittelbar den Lageralltag zur NS-Zeit. Der Holocaust ist durch weitere, unabhängige Quellen belegt.

Bildnachweis und Textalternative: Ciprian Lazar, Eigenaufnahme vom 29. August 2014; Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Abgebildet sind das bekannte Tor und Gleise am Gedenkstättenort.

Video, moderne faktenprüfende Darstellung: Holocaustleugnung: Welche Lügen kursieren und wie ihr sie erkennt (ZDF/Terra X, MrWissen2go Geschichte). Wähle zum Einstieg das Kapitel ab 01:32 oder zu Opferzahlen ab 03:57. Du musst irreführende Behauptungen nicht selbst verbreiten oder nachspielen.

Denkauftrag: Welche unabhängigen Belege werden angeführt? Benenne eine überprüfte Aussage und erkläre, warum der Forschungsstand nicht mit einer unbelegten Leugnung gleichzusetzen ist. Textalternative, keine wortgetreue Abschrift: NS-Dokumente, bauliche Spuren und Zeugenaussagen belegen den Holocaust; Leugnungsbehauptungen widersprechen dieser Beleglage. Rechte: © ZDF/Terra X und beteiligte Urheber; YouTube-Video mit dortigen Lizenz- und gegebenenfalls Untertitelangaben.


Station 5: Gerichtsbelege und Erinnerung

Schwarzweißaufnahme der Angeklagten auf der Anklagebank im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess 1945

Originalquelle, zeitgenössisches Gerichtsbild: Der Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess begann 1945. Die Anklage wertete unter anderem umfangreiche deutsche Dokumente, Fotos, Filme und Aussagen aus. Grenze: Das Foto zeigt die Angeklagten, nicht selbst sämtliche Beweismittel.

Bildnachweis und Textalternative: Fotograf des United States Army Signal Corps; Harvard Law School Library; Wikimedia Commons, Public Domain (US-Regierungswerk). Schwarzweißfoto mit Angeklagten im Gerichtssaal. USHMM: Belege im Nürnberger Prozess.

Zwei Stolpersteine mit Namen im Berliner Straßenpflaster, aufgenommen 2025

Moderne Erinnerungskultur: Stolpersteine erinnern an einzelne Verfolgte. Die Steine sind eine heutige Form des Gedenkens und keine zeitgenössischen Dokumente der NS-Verwaltung. Auftrag: Welche persönlichen Angaben sind sichtbar? Welche biografischen Aussagen müsstest Du im Archiv zusätzlich prüfen?

Bildnachweis und Textalternative: Cookroach, Foto vom 18. Mai 2025; Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0. Zu sehen sind Gedenksteine für Henriette Auerbach und Alfred Waller in Berlin.

Video, moderne Projektvorstellung: #everynamecounts – Introduction (Arolsen Archives Second Channel). Es zeigt, wie junge Menschen historische Akten erschließen.

Auftrag: Erkläre, warum das Erfassen eines Namens eine historische Quelle erschließt, aber noch keine vollständige Biografie ergibt. Textalternative, keine wortgetreue Abschrift: Jugendliche berichten über die Erfassung von Namen Verfolgter; ein Datensatz muss anhand des Originaldokuments gelesen und überprüft werden. Rechte: © Arolsen Archives und beteiligte Urheber; YouTube-Video, Lizenz und Untertitel auf der Videoseite prüfen. Projektinformationen der Arolsen Archives.


Behauptungen prüfen und Fehler benennen

Die folgenden Aussagen sind erfundene didaktische Testbehauptungen, keine historischen Zitate und keine Archivdokumente.

Testbehauptung Prüfergebnis mit Begründung
„Es gibt keine einzige vollständige NS-Liste aller Ermordeten, also ist der Holocaust unbewiesen.“ Fehlschluss und Auslassung. Unabhängige Akten, Demografie, Zeugnisse, Tatorte und Gerichtsbeweise tragen den Forschungsstand gemeinsam.
„Der Massenmord begann erst mit der Wannsee-Konferenz.“ Falsch. Massenerschießungen und andere Tötungen fanden bereits 1941 statt. Die Konferenz koordinierte das weitere Vorgehen.
„Ein Foto von Auschwitz aus 2014 zeigt genau, wie es 1942 aussah.“ Falsche Zeitzuordnung. Ein modernes Gedenkstättenbild muss mit zeitgenössischen Quellen verglichen werden.
„Andere Regime verübten ebenfalls Verbrechen; deshalb muss man die NS-Verbrechen nicht benennen.“ Scheinanalogie und Ablenkung. Verschiedene Verbrechen lassen sich historisch vergleichen, ohne Verantwortung für den Holocaust zu relativieren.

Merke: Wissenschaftlicher Streit über Quelleninterpretation und einzelne Schätzungen ist möglich. Die Leugnung des dokumentierten Völkermords ist damit nicht gleichrangig. IHRA: Arbeitsdefinition von Holocaustleugnung und -verzerrung


Hilfen, Zugänglichkeit und Rückmeldung

G – sprachlich entlasteter Einstieg: Nutze erst die Bildalternativen. Markiere pro Quelle Wer? Wann? Was sichtbar? Satzanfänge: „Ich beobachte …“, „Die Quelle entstand …“, „Nicht zu erkennen ist …“. Beginne bei Station 1 und 3.

M – Basis: Vergleiche zwei unterschiedliche Quellentypen. Formuliere pro Behauptung einen belegten und einen noch zu prüfenden Satz. Nutze die Links zu Gedenkstätte und Museum.

E – Vertiefung: Untersuche die Überlieferung einer Bilddatei, die Auswahl einer Karte und eine Scheinanalogie. Benenne belegbare Grenzen, ohne die gesicherten Verbrechen zu relativieren.

Begründete Selbstkontrolle: Prüfe bei jeder Antwort vier Punkte: Quellenart – Entstehungskontext – Gegenbeleg – begründetes Urteil. Fehlt ein Punkt, lies die Bildalternative und die Archivquelle erneut, verbessere Deine Antwort und versuche die interaktive Aufgabe ein zweites Mal. Bei den offenen Aufgaben hilft Dir eine Lehrkraft oder Lernpartnerin mit Rückfragen statt bloß „richtig“ oder „falsch“.

Barrierefreiheit: Jede Abbildung enthält einen Alternativtext und eine kurze Textbeschreibung. Bei Videos prüfst Du, ob „CC“-Untertitel vorhanden sind; falls nicht, nutze die inhaltliche Textalternative und die verlinkte schriftliche Quelle. Videos sind moderne Darstellungen, keine automatisch authentischen Originalaufnahmen. Eigene Animationen, Audios oder erfundene historische Rekonstruktionen werden hier nicht verwendet.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist ein Merkmal wissenschaftlicher Quellenkritik? (Prüfung von Entstehung Kontext und Überlieferung) (!Ungeprüfte Übernahme einer Einzelbehauptung) (!Bewusste Auswahl nur passender Belege) (!Ersetzung von Quellen durch Vermutungen)




Was ist die korrekte Einordnung des Wannsee-Protokolls? (Zeitgenössische Niederschrift zur Koordination des nationalsozialistischen Völkermords) (!Später frei erfundener Roman) (!Protokoll eines Nachkriegsprozesses) (!Moderne Karte der Erinnerungsorte)




Was zeigt ein historisches Deportationsfoto für sich allein? (Einen dokumentierten Ausschnitt einer Deportationssituation) (!Den vollständigen Lebensweg aller abgebildeten Menschen) (!Alle Deportationen im nationalsozialistischen Europa) (!Die Absicht jeder einzelnen Person im Bild)




Was bedeutet Deutung in der Quellenarbeit? (Begründete Einordnung einer Beobachtung in ihren historischen Zusammenhang) (!Bloßes Aufzählen sichtbarer Gegenstände) (!Unbelegtes Erfinden von Hintergründen) (!Verzicht auf jede Kontextprüfung)




Warum sind Auslassungen bei historischen Behauptungen problematisch? (Sie können einen irreführenden Gesamteindruck erzeugen) (!Sie beweisen immer die Richtigkeit einer These) (!Sie machen die Herkunft einer Quelle unwichtig) (!Sie ersetzen unabhängige Beweise)




Woran erkennst Du eine Scheinanalogie? (Entscheidende Unterschiede zwischen verglichenen Fällen werden übergangen) (!Gemeinsamkeiten und Unterschiede werden offengelegt) (!Die Vergleichskriterien werden erklärt) (!Beide Fälle werden mit Quellen belegt)




Was ist die Holocaustkarte in diesem Kurs? (Eine moderne Auswahl und Visualisierung historischer Orte) (!Ein amtlicher Lageplan der SS von 1942) (!Eine vollständige Liste aller Mordorte) (!Ein fotografisches Original aus einem Lager)




Welche Aussage zum Holocaust ist historisch gesichert? (Das NS-Regime und seine Helfer ermordeten etwa sechs Millionen jüdische Menschen) (!Es existieren keine nationalsozialistischen Dokumente) (!Die Ermordeten sind nur durch eine Einzelquelle belegt) (!Der Holocaust betraf ausschließlich ein deutsches Stadtgebiet)




Was gilt für den Beginn der Massenmorde an jüdischen Menschen? (Sie fanden bereits vor der Wannsee-Konferenz statt) (!Sie begannen erst mit dem Nürnberger Prozess) (!Sie begannen erst nach dem Zweiten Weltkrieg) (!Sie wurden erst im Jahr 1945 geplant)




Wie reagierst Du fachlich auf eine belegwidrige Leugnungsbehauptung? (Du prüfst sie anhand unabhängiger Quellen und benennst den Forschungsstand) (!Du behandelst sie unabhängig von Belegen als gleichwertig) (!Du wiederholst sie ohne Quellenangabe) (!Du ignorierst sämtliche Gegenbelege)





Memory

Primärquelle Zeitgenössisches Zeugnis
Kontextualisierung Einordnung in Entstehungsumstände
Auslassung Weglassen wesentlicher Belege
Quellenkritik Prüfung von Herkunft und Aussage
Scheinanalogie Vergleich ohne wesentliche Unterschiede
Leugnung Bestreiten eindeutig belegter Verbrechen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Arbeitsschritt
Quellenangabe Urheber und Entstehungszeit prüfen
Kontext Historische Umstände einbeziehen
Auslassung Fehlende wichtige Belege benennen
Deutung Beobachtungen begründet erklären
Urteil Eine Bewertung mit Belegen begründen





Kreuzworträtsel

Quellenkritik Wie heißt die Prüfung von Herkunft und Aussagekraft historischer Zeugnisse?
Kontext Wie heißt das geschichtliche Umfeld einer Quelle?
Auslassung Wie heißt das Weglassen entscheidender Informationen?
Deportation Wie nennt man die gewaltsame Verschleppung von Menschen?
Protokoll Wie heißt die schriftliche Niederschrift einer Besprechung?
Vergleich Wie nennt man das methodische Prüfen von Gemeinsamkeiten und Unterschieden?





LearningApps

Externe Übungssuche: Prüfe vor der Verwendung die Qualität gefundener Aufgaben; Suchergebnisse sind nicht automatisch fachlich geprüft.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein zeitgenössisches Dokument ist eine

.
Der historische Zusammenhang einer Quelle heißt

.
Was Du unmittelbar wahrnehmen kannst, beschreibst Du als

.
Eine begründete historische Einordnung ist eine

.
Eine Bewertung mit offengelegten Maßstäben heißt

.
Das gezielte Weglassen wichtiger Belege nennt man

.
Ein irreführender Vergleich ohne Prüfung wesentlicher Unterschiede heißt

.
Die Wannsee-Konferenz fand im Jahr

statt.
Die systematische Ermordung von etwa sechs Millionen europäischen Juden heißt

.
Vor der Wannsee-Konferenz hatten bereits

stattgefunden.
Die Europakarte im Kurs ist eine moderne

.
Die Nürnberger Anklage nutzte zahlreiche historische

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Quellenkritik: Beschreibe bei der Gesetzesabbildung drei sichtbare Merkmale und notiere Datum und Urheber. Nutze die Satzanfänge der G-Hilfe.
  2. Fotografie: Schreibe drei Beobachtungen zum Deportationsfoto auf und trenne sie von zwei Dingen, die das Bild nicht belegt.
  3. Zeitleiste: Ordne 1935, 1941, Januar 1942 und 1945 mit je einem überprüften Ereignis auf einem Text-Zeitstrahl.
  4. Begriffsklärung: Erstelle ein kleines Wörterbuch zu Quelle, Deutung, Auslassung und Scheinanalogie mit eigenen Beispielsätzen.


Standard

  1. Quellenvergleich: Vergleiche das Wannsee-Protokoll mit dem Deportationsfoto nach Urheber, Entstehung, Aussageabsicht und Grenzen.
  2. Kartenarbeit: Untersuche die Auswahl auf der Holocaustkarte und erläutere, warum fehlende Einträge kein Gegenbeweis sind.
  3. Faktencheck: Verfasse eine sachliche Prüfung einer didaktischen Testbehauptung mit zwei voneinander unabhängigen Belegen.
  4. Erinnerungskultur: Untersuche einen Stolperstein oder einen verlässlichen Online-Gedenkeintrag und unterscheide Inschrift, zusätzliche Archivbelege und offene Fragen.


Schwer

  1. Quellenüberlieferung: Verfolge beim Wannsee-Tabellenbild den Weg vom einzelnen Webbild zum vollständigen archivisch nachgewiesenen Protokoll und bewerte seine Zitierfähigkeit.
  2. Historischer Vergleich: Entwickle faire Kriterien für den Vergleich zweier dokumentierter historischer Verbrechen und zeige die Grenze einer Scheinanalogie.
  3. Ausstellungskonzept: Plane eine kleine digitale Ausstellung mit drei Commons-Abbildungen, eigenen Bildanalysen, vollständigen Lizenzen und barrierefreien Textalternativen.
  4. Geschichtsdidaktik: Entwirf für eine andere Lerngruppe einen quellenbasierten Faktencheck mit G-, M- und E-Hilfen sowie zwei überarbeitbaren Feedbackschritten.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Perspektivität: Eine Behördenquelle beschreibt eine Deportation mit Verwaltungssprache. Erkläre, wie Du ihre Täterperspektive analysierst, ohne den Wortlaut unkritisch zu übernehmen.
  2. Quellenvergleich: Eine Fotografie und eine amtliche Akte widersprechen sich scheinbar. Entwickle eine überprüfbare Vorgehensweise zur Klärung.
  3. Geschichtsrevisionismus: Begründe an einem selbst gewählten didaktischen Beispiel den Unterschied zwischen berechtigter Neubewertung und belegwidriger Verzerrung.
  4. Kartenkompetenz: Eine Karte zeigt nur einige Lager. Erkläre, welche falsche Schlussfolgerung entstehen kann und wie Du ihr methodisch begegnest.
  5. Historisches Urteil: Entwirf eine kurze, quellenbelegte Antwort auf eine Scheinanalogie. Benenne Gemeinsamkeiten, Unterschiede und den gesicherten Forschungsstand.
  6. Digitale Quellenkritik: Prüfe ein im Internet gefundenes historisches Bild auf Originaltitel, Urheber, Bilddatum, Upload-Datum, Bearbeitungen und unabhängige Bestätigung.


Lernnachweis

Für Deinen Lernnachweis reichst Du eine Quellenprüfung auf ein bis zwei Seiten oder eine barrierefreie Audio-Text-Präsentation mit gleichem Informationsgehalt ein. Darin enthalten sind:

  1. Eine präzise überprüfbare Behauptung und Deine Leitfrage.
  2. Mindestens zwei unabhängige seriöse Nachweise mit URL, Autor beziehungsweise Institution und Datierung.
  3. Die klare Trennung von Beobachtung, Deutung, belegter Tatsache, Unsicherheit und Urteil.
  4. Die Erklärung mindestens einer möglichen Auslassung oder Scheinanalogie.
  5. Ein sachliches Fazit, das NS-Verbrechen korrekt benennt und Leugnung nicht als gleichwertige Fachposition behandelt.
  6. Bei verwendeten Medien die jeweilige Quelle, Urheberangabe, Lizenz, Alternativbeschreibung und gegebenenfalls Untertitel- oder Textalternative.

Bewertung: Besonders wichtig sind Quellenqualität, Nachvollziehbarkeit und der Umgang mit Grenzen einzelner Belege. Nach Rückmeldung darfst Du Deinen Nachweis überarbeiten. Externe Medien oder eingebettete Inhalte sind für den Lernnachweis nicht erforderlich.


OERs zum Thema

Gesicherte Materialien und weiterführende Quellen:

  1. Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz – Quellen mit Archivkontext
  2. USHMM – Dokumentation der NS-Verbrechen und Opferzahlen
  3. USHMM – Evidence and Documentation
  4. IHRA – Leugnung und Verzerrung definieren
  5. Arolsen Archives – Archiv und Bildungsangebote
  6. Bundeszentrale für politische Bildung – Quellenkritik bei YouTube

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