Geneigte Dächer mit Metallen decken - Dachdecker - LF 12
Einleitung
Ein Metalldach muss Niederschlagswasser sicher ableiten, Windbeanspruchungen aufnehmen und temperaturbedingte Bewegungen zulassen. Du lernst, einen vollständigen berufstypischen Auftrag für eine geneigte Metalldachfläche fachlich zu durchdenken: vom Prüfen der Bestands- und Planungsunterlagen über die Werkstoffwahl bis zur Qualitätskontrolle und nachvollziehbaren Dokumentation. Die Inhalte orientieren sich an Lernfeld 12, drittes Ausbildungsjahr, 40 Unterrichtsstunden des KMK-Rahmenlehrplans für Dachdeckerinnen und Dachdecker (29.01.2016, PDF-Seite 20).
Am Ende kannst du selbsttragende und nicht selbsttragende Deckungen unterscheiden, Doppel- und Winkelstehfalz sowie Leistendeckungen einordnen, einen konstruktiven Schichtenaufbau erläutern, Windsog und Wärmebewegung berücksichtigen, Schnür- und Verlegepläne mit Passscharen entwickeln, Mengen berechnen, Fertigungstechniken benennen und ein Arbeitsergebnis auf Maßhaltigkeit, Passgenauigkeit und Spannungsfreiheit prüfen.
Sicherheitsgrenze: Dieser Kurs ist keine Montagefreigabe. Arbeiten auf Dächern, der Umgang mit scharfkantigen Blechen, elektrischen Maschinen, Lasten und möglichen Absturzkanten erfolgen ausschließlich unter Leitung befugter Fachkräfte nach Gefährdungsbeurteilung, Unterweisung und Schutzkonzept. Für eigenständiges Lernen dienen Zeichnungen, Pappstreifen, entgratete Übungsbleche an gesicherten Werkbänken, digitale Aufmaße und Simulationen. Für reale Bauausführung gelten der aktuelle betriebliche Ausbildungsplan, die zuständige Handwerkskammer, der Landeslehrplan, geprüfte Herstellerunterlagen und das jeweils einschlägige Regelwerk. Dieser aiMOOC ersetzt weder Praxisunterweisung noch Prüfungszulassung.
Leitauftrag: Ein erfundenes eingeschossiges Betriebsgebäude benötigt eine nicht selbsttragende Titanzink-Deckung im Doppelstehfalz. Du planst Scharen, Passscharen, Unterbau, Befestigungskonzept und Prüfprotokoll. Als Vergleich entwickelst du eine selbsttragende Profiltafelvariante. Sämtliche Maße sind fiktive Übungsdaten; keine echten Betriebs- oder Kundendaten werden verwendet.
Arbeitsauftrag verstehen und Decksysteme begründet auswählen
Ausgangsdaten und Entscheidungskriterien
Bevor du Material bestellst, prüfst du die Vollständigkeit des Auftrags: Dachform, tatsächlich gemessene geneigte Länge statt nur waagerechter Grundrisslänge, Dachneigung, Sparren- oder Pfettenabstände, statisch geprüfte Tragfähigkeit, Untergrundzustand, örtliche Wind- und Schneelasten, Entwässerung, Durchdringungen, Brandschutz, Wärmeschutz, Schallschutz, optische Anforderungen, Transportlängen und Wartungszugänge. Eine fehlende Lastannahme, ein ungeklärter Feuchteaufbau oder ein nicht freigegebener Anschluss ist ein Klärungspunkt vor Montagebeginn, keine Einladung zur Schätzung.
Die Handlungskette lautet: Auftrag lesen → Informationen beschaffen → Varianten abwägen → Verlege- und Arbeitsschutzplanung zeichnen → Teile unter Aufsicht fertigen und montieren → Maß, Funktion und spannungsarme Befestigung kontrollieren → Abweichungen dokumentieren und Abläufe verbessern. In einem Angebot beschreibst du getrennt die technische Leistung, Vorleistungen anderer Gewerke, Qualitätsmerkmale und Annahmen. Änderungen dürfen nicht ohne Abstimmung mit verantwortlicher Planung und Auftraggebenden erfolgen.
Nicht selbsttragend oder selbsttragend?
Eine nicht selbsttragende Metalldeckung aus dünnen, profilierten Scharen liegt auf einer dafür geeigneten, weitgehend durchgehenden Unterlage wie einer geplanten Schalung. Die Scharen selbst überbrücken nicht beliebige Abstände zwischen weit auseinanderliegenden Pfetten. Zu dieser Gruppe gehören klassische Doppelstehfalz-, Winkelstehfalz- und bestimmte Leistendeckungen. Die Unterkonstruktion und das Befestigungssystem leiten Lasten ab.
Eine selbsttragende Profiltafeldeckung kann innerhalb ihrer nachgewiesenen zulässigen Spannweiten zwischen Auflagern spannen, etwa ein geeignetes Stahltrapezprofil. Die Bezeichnung „selbsttragend“ bedeutet dabei nicht, dass das gesamte Dach ohne tragende Unterkonstruktion auskommt. Profilhöhe, Blechdicke, Auflager, Verbindungsmittel, Windsog, Schneelast und Gebrauchstauglichkeit müssen nach produkt- und objektbezogenen Nachweisen zusammenpassen.
| Decksystem | Typische Verbindung und Unterlage | Besonders zu prüfen |
|---|---|---|
| Doppelstehfalz | Längsfalz zweifach geschlossen; geeignete vollflächige Unterstützung und Haften | Regensicherheit bei tatsächlicher Neigung, Fest-/Schiebehaften, Anschlüsse, Windsog |
| Winkelstehfalz | einfach aufgestellter und geschlossener Längsfalz; unterstützter Untergrund | größere Anforderungen an Dachneigung und Wettersituation, herstellerspezifische Freigabe |
| Leistendeckung | Scharen werden entlang einer Leiste mit passender Abdeckung verbunden | Systemdetail, Unterlage, Bewegung, Wind- und Wasserführung |
| Selbsttragende Profiltafel | profilierte Tafeln mit festgelegten Längs-/Querüberdeckungen und Systembefestigung auf Auflagern | statisch zulässige Spannweite, Verschraubung, Dichtsystem, Korrosionsschutz |
Als konkretes Herstellerbeispiel, nicht als allgemeine Grenzwertregel: RHEINZINK beschreibt den Doppelstehfalz ab 3° mit zusätzlichen Dichtmaßnahmen bei niedrigen Dachneigungen; sein Winkelstehfalz-Dachsystem ab 25° beziehungsweise in schneereichen Gebieten ab 35°. Andere Werkstoffe, Systemzulassungen, Details oder Standorte können andere Anforderungen haben. Eine Aussage wie „jeder Stehfalz ist ab 3° geeignet“ wäre fachlich falsch.

Bildanalyse: Gewölbtes Metalldach mit speziellen Steg-/Leistenprofilen. Unterscheide hier die sichtbare Profilgeometrie von einer deutschen Doppelstehfalz-Systemfreigabe; das Bild dokumentiert nur eine Bauform.

Bildanalyse: Sichtbare Befestigung bei profilierter Metalldeckung. Erkläre, weshalb Befestiger, Dichtungen und Auflager nicht aus dem Foto allein bemessen werden dürfen.
Werkstoffe und Materialverträglichkeit
Titanzink ist gut formbar und bildet eine charakteristische schützende Oberfläche. Kupfer ist langlebig und verändert seine Oberfläche mit der Bewitterung. Aluminium besitzt geringe Masse, benötigt jedoch ein geeignetes Bewegungs- und Kontaktkorrosionskonzept. Beschichteter Stahl lässt sich zu tragfähigen Profiltafeln verarbeiten; Schnittkanten, Beschichtungen und Korrosionskategorien sind wichtig. Nichtrostender Stahl wird für ausgewählte Systeme eingesetzt. Die Werkstoffwahl ist immer mit Blechdicke, Dachneigung, Formgebung, baurechtlich erforderlichem Produktnachweis, Verfügbarkeit und Recyclingweg zu verknüpfen.
Verschiedene Metalle dürfen nicht gedankenlos leitend verbunden oder im Regenwasserablauf hintereinander angeordnet werden. Feuchtigkeit kann bei ungünstigen Metallkombinationen galvanische Korrosion fördern; Regenwasser von Kupferflächen kann für nachfolgende, empfindlichere Metallflächen kritisch sein. Du erstellst daher vorab eine projektbezogene Verträglichkeitsmatrix unter Einbeziehung des Herstellers. Sortenreine Reststücke sind getrennt zu sammeln und möglichst wiederzuverwenden oder stofflich zu recyceln. Für Dachflächen und Ablaufwasser sind örtliche Umwelt- und Entwässerungsanforderungen zu prüfen.
Dachaufbau, Feuchteschutz, Windbeanspruchung und Bewegung
Schichten in ihrer Funktion verstehen
Ein geneigtes Metalldach besteht nicht einfach aus Blech auf Holz. Abhängig von der Konstruktion erfüllen Tragwerk, Luftdichtheitsebene, Dampfbremse, Wärmedämmung, Unterdeckung oder Zusatzmaßnahme, gegebenenfalls Hinterlüftung, Schalung und gegebenenfalls Trenn- beziehungsweise strukturierte Trennlage unterschiedliche Aufgaben. Welche Schichten zusammengehören und wie sie angeordnet werden, entscheidet der nachgewiesene bauphysikalische Gesamtaufbau. Eine pauschale Schichtenfolge ist kein Detailplan.
Wärme gelangt durch den Dachaufbau, Wasserdampf bewegt sich unter anderem infolge von Dampfdruckunterschieden, und durch Undichtheiten strömende Luft kann erhebliche Feuchtemengen transportieren. Kühlt feuchte Luft ab, kann Kondensat entstehen. Kritische Punkte sind ungeplante Luftleckagen, blockierte Lüftungswege, eingeschlossene Baufeuchte und unverträgliche Trennlagen. Metall kann Geräusche bei Regen oder Temperaturbewegung übertragen; Untergrund, Befestigung und Schallschutz sind zusammen zu betrachten. Du kennzeichnest in einer Schnittzeichnung eindeutig, welche Ebene regensicher, luftdicht, wärmedämmend oder feuchteabführend wirken soll.
Beispiel Fehlersuche: Eine Schar wölbt sich und klappert bei wechselnder Temperatur. Prüfe nicht nur die sichtbare Naht, sondern auch die Scharbreite, Befestigung, freie thermische Bewegung, Unterlage und Randdetails. Wird an beiden Enden eine unzulässige starre Fixierung gesetzt, kann Bewegung behindert werden. Maßnahmen werden erst nach Ursachenprüfung festgelegt.
Windsog und Befestigung
Windsog kann die Deckung von der Unterlage abheben. Besonders Rand- und Eckzonen werden anders beansprucht als Innenzonen. Lage, Gebäudehöhe, Gelände, Dachgeometrie sowie weitere projektspezifische Faktoren bestimmen das erforderliche Sicherheitskonzept. Die Dachhaut muss die Beanspruchung über Schar → Falz/Haft beziehungsweise Systembefestiger → Unterkonstruktion → Tragwerk sicher weiterleiten.
Festhaften definieren im geplanten Bereich einen Bezugspunkt; Schiebehaften ermöglichen Längenänderungen entsprechend dem System. Ihre Anzahl und Lage sind nicht anhand eines beliebigen Schulbeispiels festzulegen. Erst ein objektspezifischer Nachweis mit aktuellen Fachregeln, statischen Angaben und Herstellerunterlagen ergibt Befestigungsabstände und Befestigerart. Auch Schrauben in selbsttragenden Profiltafeln dürfen weder frei nach Augenmaß noch allein nach einem historischen Übersichtsbild gesetzt werden.

Bildanalyse: Eine Falzschließmaschine auf einem Dach. Überlege, welche mechanischen Gefährdungen, sichere Arbeitsplätze und Kontrollschritte vor ihrem Einsatz festgelegt werden müssen. Nicht selbst nachmachen!
Wärmeausdehnung nachvollziehbar berechnen
Metall bewegt sich bei Temperaturänderungen. Für eine freie Längenänderung lässt sich näherungsweise rechnen: ΔL = α × L × ΔT. Dabei ist α der werkstoffabhängige lineare Ausdehnungskoeffizient in mm je m und Kelvin, L die Scharlänge in m und ΔT die Temperaturänderung in Kelvin. Dies ist eine physikalische Lernrechnung, kein vollständiger baupraktischer Befestigungsnachweis.
Rechenbeispiel: Für Titanzink wird als überschlägiger Beispielwert α = 0,022 mm/(m·K) verwendet. Eine 5,05 m lange Schar erfährt bei einer angenommenen Erwärmung um 70 K rechnerisch ΔL = 0,022 × 5,05 × 70 = 7,777 mm, gerundet 7,8 mm. Bei anschließender Abkühlung verläuft die Bewegung entgegengesetzt. Die wirksame Temperaturspanne, Festpunktlage und Anschlussbewegungen müssen aus den tatsächlichen Planungsgrundlagen abgeleitet werden. Der Fehler „Schar vollständig festschrauben, damit sie nicht wandert“ kann Spannungen und Schäden hervorrufen.
Aufmaß, Schnürbild und durchgerechneter Praxisauftrag
Fiktiver Werkstattauftrag: Pultdach mit Titanzink
Du planst auf dem Papier oder an einem sicheren Tischmodell eine nicht selbsttragende Doppelstehfalzdeckung. Die Projektleitung hat für die Übung folgende hypothetischen Angaben freigegeben: Traufbreite 10,45 m, tatsächliche geneigte Länge 4,80 m, Dachneigung 30°, rechteckige Fläche ohne Durchdringung, systembezogen angenommene nutzbare Standardscharbreite 0,53 m bei einer Rohbandbreite von 0,60 m. Die geplante Zuschlaglänge für obere und untere Anschlüsse zusammen beträgt in diesem reinen Mengenmodell 0,25 m je Schar. Für Passscharen gilt als zusätzliche Annahme, dass die Detailplanung die nachfolgend berechneten Endbreiten ausdrücklich zulässt. Ausführung, zulässige Mindestbreiten, tatsächliche Falzgeometrie, Dehnungsdetails und Windsogbefestigung müssen fachlich gesondert freigegeben werden.
Schritt 1 – Flächenaufmaß: Die geneigte Dachfläche beträgt A = 10,45 m × 4,80 m = 50,16 m². Würdest du stattdessen die waagerechte Projektion verwenden, ohne die Dachneigung zu berücksichtigen, wäre die Materialermittlung falsch. Kontrolliere alle Außenmaße, Diagonalen und Anschlusslinien vor Ort nur von einem gesicherten Arbeitsplatz aus.
Schritt 2 – Schareinteilung: 10,45 m ÷ 0,53 m = 19,72 Standardscharbreiten. Ein einfaches Aufrunden auf 20 Scharen erklärt noch nicht die Randgestaltung. Eine symmetrische Musterlösung verwendet 18 Standardscharen à 0,53 m und zwei Passscharen à 0,455 m: 18 × 0,53 m = 9,54 m; 10,45 m − 9,54 m = 0,91 m; 0,91 m ÷ 2 = 0,455 m je Rand-Passschar. Kontrolle: 9,54 m + 2 × 0,455 m = 10,45 m. Im Schnürbild liegen die Achsen der Standardscharen entsprechend dem geplanten Systemraster; Randmaße und reale Falzkanten werden aus den Detailzeichnungen übertragen. Ob diese Passbreiten tatsächlich systemkonform sind, wird vor der Fertigung anhand der konkreten Profilier- und Randanschlussunterlagen geprüft.
Schritt 3 – Längen und Bruttoband: Modellhafte Zuschnittlänge = 4,80 m + 0,25 m = 5,05 m. Für 20 Scharen sind 20 × 5,05 m = 101,00 laufende Meter Rohband vorgesehen. Werden alle 20 Streifen zunächst mit 0,60 m Rohbandbreite bereitgestellt, ergibt sich eine Bruttobandfläche von 60,60 m² (101,00 m × 0,60 m). Diese ist bewusst größer als die 50,16 m² sichtbare Dachfläche: Falzprofilierung, Zuschläge und Randverschnitt sind darin enthalten. Bei einer nur für die Unterrichtsrechnung unterstellten konstanten Profilierbreitenzugabe von 0,07 m würden Passscharen je 0,525 m Rohbreite benötigen. Das Zuschneiden aus 0,60-m-Band ergäbe dann 2 × 0,075 m × 5,05 m = 0,7575 m² Randstreifen. Diese vereinfachte Profilierzugabe ersetzt ausdrücklich keine Herstellervorgabe.
Schritt 4 – Reserve und Bestellung: Für das Beispiel wird eine frei gewählte 3-%-Beschaffungsreserve auf die Bruttobandmenge gerechnet: 101,00 m × 1,03 = 104,03 laufende Meter; entsprechend 60,60 m² × 1,03 = 62,418 m². Die 3 % sind keine Norm. Reale Lieferlängen, Transport, Lagerung, Stückelung, Zuschnittliste und Wiederverwendung von Resten können die Bestellung verändern. Passscharen zuerst aus geeigneten Resten prüfen, um Abfall zu verringern.
Schritt 5 – Bewegung und Befestigung: Für die 5,05-m-Schar wurde bei 70 K im vorigen Kapitel eine freie Ausdehnung von rund 7,8 mm überschlägig ermittelt. Trage im Detailplan eine planerisch vorzugebende Festzone und erforderliche Bewegungsmöglichkeiten ein; zeichne bewusst keine frei erfundenen Haftabstände ein. Erforderliche Haft- und Schraubenmengen folgen erst aus der freigegebenen Befestigungsplanung mit Windsogzonen und dem Produktnachweis.
| Position | Übungsmenge | Nachweis |
|---|---|---|
| Geneigte Dachfläche | 50,16 m² | Breite mal geneigte Länge |
| Standardscharen | 18 Stück à 0,53 m Nutzbreite | 9,54 m |
| Passscharen | 2 Stück à 0,455 m Nutzbreite | 0,91 m |
| Gesamte Scharen | 20 Stück | Schnürbild ergibt 10,45 m |
| Modell-Zuschnittlänge | 5,05 m je Schar | 4,80 + 0,25 m |
| Rohband ohne Reserve | 101,00 lfd. m beziehungsweise 60,60 m² bei 0,60 m Breite | 20 × 5,05 m |
| Rohband mit 3 % Modellreserve | 104,03 lfd. m | Nur didaktischer Bestellansatz |
| Haften und Verbindungsmittel | Nach zugelassenem Projektplan zu ermitteln | Windsog, Untergrund und Systemdetails fehlen |
Planunterlagen und Reihenfolge
Lege eine Draufsicht mit Bezugslinie an Traufe und Ortgängen, einem erkennbaren Schnürbild, den 18 Standard- und zwei Passscharen, der Fließrichtung des Niederschlagswassers und den Anschlussbereichen an. Ergänze eine Schnittzeichnung mit Tragwerk, Schalung, erforderlichen Funktionsschichten, Schar, Befestigung und vorgesehenen Bewegungsmöglichkeiten. Erstelle eine Werkzeugliste, eine Stück- und Zuschnittliste mit Einheiten sowie einen Ablaufplan: Prüfung der Vorleistung → gesicherte Baustelle → Untergrund und Schichten → Aufmaß und Schnüren → kontrollierte Vorfertigung → freigegebene Befestigung/Montage → Falz- und Anschlusskontrolle → Abnahme und Dokumentation. Verantwortlichkeiten und Freigabepunkte gehören dazu.
Typische Rechenfehler: zu früh runden, Millimeter und Meter vermischen, Rohbandbreite mit nutzbarer Deckbreite verwechseln, die Passscharen vergessen, Anschlusszugaben als „reinen Abfall“ verbuchen oder Haftmengen ohne geprüfte Windlasten schätzen. Eine digital geführte Stückliste sollte Formel, Einheit, Eingangsgröße, Stand und prüfende Person erkennen lassen.
Fertigen, handwerklich verbinden und sicher montieren
Werkzeuge, Werkstattverfahren und Qualitätsgrenzen
Beim Kanten entstehen definierte Blechabwinkelungen. Beim Bördeln wird ein Blechrand umgeformt, beispielsweise für einen Abschluss. Schweifen bezeichnet das Formen gekrümmter beziehungsweise geschweifter Blechformen. Beim Falzen werden entsprechend profilierte Ränder miteinander verbunden; beim Doppelstehfalz mehrstufig geschlossen. Hilfsmittel sind unter anderem Schablonen, Messmittel, Blechscheren, Kantwerkzeuge, Profiliermaschinen und Falzschließgeräte. Jedes Werkzeug erfordert eine eigene Einweisung, geeignete Sicherungen sowie Kontrolle der Bedienungsanleitung.
Auf einem sicheren Modellarbeitsplatz kannst du zuerst Papier- oder Pappstreifen kanten und eine Falznaht zeichnerisch schrittweise entwickeln. Ein kleines Übungsblech darf nur entgratet, ohne ungesicherte Kanten und unter befugter fachlicher Aufsicht bearbeitet werden. Maschinelles Profilieren, Arbeiten an geneigten echten Dachflächen, Führen schwerer Scharen und der Einsatz elektrischer Falzmaschinen sind keine Selbstlernexperimente.
Prüfkriterien bei der Vorfertigung: richtige Werkstoffcharge und Dicke laut Auftrag; falzfähige, saubere, unbeschädigte Kanten; vorgeschriebene Profilmaße; eindeutige Scharpositionsnummer; kontrollierte Längen und Passbreiten; keine unbeabsichtigten Kerben; sichere Verpackung und Lagerung. Ein schönes Falzbild beweist allein weder Regensicherheit noch Windsogsicherheit.

Bildanalyse: Ein komplexes Beispiel für die Verarbeitung von zinkbasiertem Material an einer doppelt gekrümmten Hülle. Die Falztechnik ist erkennbar, die besondere Geometrie ist jedoch kein Standarddetail unseres Pultdach-Auftrags.
Montagevergleich: Falzschar und Profiltafel
Bei der nicht selbsttragenden Variante werden Tragfähigkeit und Zustand der Unterlage geprüft, bevor Trennlagen, Scharen, Haften und Falze nach dem freigegebenen Systemplan ausgeführt werden. Die notwendige Luft- und Wasserführung sowie die Bewegungsmöglichkeiten dürfen beim Anschließen von Traufe, First und Ortgang nicht unbeabsichtigt blockiert werden. Bei der selbsttragenden Profiltafel sind dagegen Auflagerabstände, Tafelorientierung, Befestiger, Überdeckungen und Dichtungen des nachgewiesenen Systems zentral. Bohrspäne und beschädigte Beschichtungen werden fachgerecht behandelt; unsachgemäße Befestigung kann Undichtheit oder Korrosion auslösen.
An der Traufe ist die Wasserabführung ebenso zu planen wie der gleitfähige Abschluss. Das folgende deutschsprachige Herstellervideo zeigt einen stehenden geraden Falzabschluss als Anschauungsmaterial. Es ist keine allgemeingültige Bauanleitung: Vorbilddetails auf das gewählte Material, Dachneigung, Unterkonstruktion und Regelwerk übertragen.
An der Kehle treffen Dachflächen und größere Wassermengen zusammen; sie führt inhaltlich auch zum benachbarten Lernfeld 13 über Dachdetails. Die Videodemonstration einer Faltenkehle verdeutlicht komplexe Formgebung, darf aber nur in den Grenzen der Herstelleranleitung und unter fachlicher Anleitung in der Praxis erprobt werden.
Arbeitsschutz, Umwelt und Datenschutz in der Ausführung
Vor jedem realen Dachauftrag sind eine Gefährdungsbeurteilung, geeignete Absturzsicherungen und sichere Zugänge, ein Rettungskonzept sowie die Prüfung von Wetter, Tragfähigkeit, Verkehrswegen und Hebevorgängen erforderlich. Kollektivschutz hat grundsätzlich Vorrang vor persönlichen Schutzmaßnahmen, soweit die Gefährdungsbeurteilung und Vorschriften dies verlangen. Bei scharfen Blechen werden geeignete Schutzhandschuhe und andere für die Tätigkeit geprüfte PSA benötigt; an rotierenden oder einziehenden Maschinenteilen ist jedoch das konkrete Maschinenrisiko entscheidend, weil Handschuhe auch Einzugsgefahren verursachen können. Unterweisungen und Herstellerangaben gehen vor improvisierten Tipps. Maßgebliche aktuelle Orientierung: DGUV Vorschrift 38 und Regel 101-038 sowie die Ausgabe September 2025 der DGUV Information 201-056 „Schutzmaßnahmen gegen Absturz auf Dächern“.
Gehe sparsam mit Metall, Energie, Verpackung und Transport um. Schütze sortenreine Blechreste vor Verschmutzung, trenne verwertbare Materialien und dokumentiere die ordnungsgemäße Entsorgung übriger Stoffe. Prüfe zugleich die möglichen Auswirkungen metallhaltigen Dachabflusses auf das Regenwassermanagement. Digitales Aufmaß, versionierte Verlegepläne und Fotodokumentation verringern Übertragungsfehler, wenn sie korrekt eingesetzt werden. Datenschutz: Verwende im Lernprodukt ausschließlich synthetische Auftragsnummern und neutrale Modellfotos. Echte Personen, Adressen, Kennzeichen, Verträge und Betriebsgeheimnisse gehören nicht in ein öffentliches Lernportfolio.
Arbeitsergebnis prüfen, bewerten und verbessern
Fachliche Abnahme statt bloßer Sichtprüfung
Kontrolliere Maßhaltigkeit (geneigte Länge, Schar- und Passbreiten, Lage der Bezugslinien), Passgenauigkeit (Falzgeometrie, Anschlüsse, gleichmäßiges Deckbild) und Spannungsfreiheit beziehungsweise geplante Beweglichkeit (keine unzulässige starre Einspannung, geeignete Gleitdetails). Hinzu kommen funktionsgerechte Wasserführung, produktkonforme Befestigung, Schutz gegen Windsog, unbeschädigte Oberflächen, funktionierender Feuchteschutz und die festgelegten Sicherheits- und Umweltnachweise.
Mängelbeispiel A: Zwei Rand-Passscharen wurden mit je 0,405 m statt 0,455 m gemessen. Es fehlen insgesamt 0,10 m Deckbreite. Der Fehler lässt sich nicht dadurch „beheben“, dass man Falze unzulässig dehnt. Die betroffenen Maße, Zeichnung und bestellte Rohbreite sind zu prüfen; eine korrigierte Lösung muss vom verantwortlichen Fachpersonal freigegeben werden.
Mängelbeispiel B: Im Abschlussdetail sind Fest- und Schiebehaften vertauscht. Selbst bei sauberem Deckbild besteht ein Risiko für Verformung oder Beschädigung bei Temperaturwechsel. Die Arbeit ist nicht freizugeben, bis Befestigungsplan und tatsächlicher Zustand abgeglichen und erforderliche Korrekturen fachlich festgelegt sind.
Mängelbeispiel C: Eine sichtbare Profiltafelverschraubung besitzt eine beschädigte Dichtscheibe. Die passende Abhilfe richtet sich nach dem gewählten Produkt, Verbindungsmittel, Untergrund und Herstellervorgabe; ein beliebiges Überschmieren ist keine überprüfte Instandsetzung.
Nachweis, Rückmeldung und Verbesserungsrunde
Ein professioneller Prüfbericht nennt den Sollzustand mit Referenz auf Zeichnung oder Planversion, den Istzustand mit Datum und Messmittel, die Abweichung, die Verantwortlichkeit für Klärung sowie den Status „offen“, „nachgearbeitet“ oder „freigegeben“. Eine Fotobeobachtung wird nicht als Beleg für unsichtbare Schichten oder statische Tragfähigkeit ausgegeben. Eine digitale Rückmeldung sollte transparent und revisionsfähig sein.
Für den Musterauftrag erhältst du ein prüfbares Produktpaket: (1) anonymes Auftragsblatt, (2) nachvollziehbare Decksystemauswahl mit Gegenvariante, (3) maßstäbliches Schnürbild mit 18 Standard- und zwei Passscharen, (4) vollständige Rechen- und Materialliste, (5) Schnitt mit Schichten und Bewegungsprinzip, (6) Arbeits- und Arbeitsschutzplan und (7) Prüf- und Verbesserungsprotokoll. Du kannst alles ausschließlich mit Papier, Pappmodell und Tabellenkalkulation herstellen.
Bewertungsraster für den Modellauftrag (100 Punkte):
| Kriterium | Maximalpunkte | Nachweis für volle Punktzahl |
|---|---|---|
| Auftrag und Systementscheidung | 15 | Alle Anforderungen erfasst; selbsttragend und nicht selbsttragend begründet unterschieden |
| Bauphysik, Sicherheit und Befestigungskonzept | 20 | Feuchte, Windsog, Bewegung und Schutzmaßnahmen fachgerecht erklärt; keine unbelegten Haftabstände |
| Verlege-/Schnürplan und Detailschnitt | 20 | 18 Standardscharen, 2 Passscharen und 10,45 m Gesamtbreite stimmen; Schichten und Bezugslinien bezeichnet |
| Mengen- und Bewegungsrechnung | 20 | 50,16 m²; 101,00 lfd. m; 60,60 m² Bruttoband; 104,03 lfd. m Reserve; rund 7,8 mm Bewegungsbeispiel mit Einheiten und Annahmen korrekt |
| Prüf- und Fehleranalyse | 15 | Mindestens drei konkret prüfbare Kriterien und eine begründete Korrekturmaßnahme dokumentiert |
| Nachhaltigkeit, Teamkommunikation und Datenschutz | 10 | Materialtrennung, Abfallvermeidung, saubere Versionsführung und synthetische Daten nachgewiesen |
Rückmeldung: 90–100 Punkte = überzeugend und lückenarm; 75–89 = weitgehend kompetent, einzelne gezielte Verbesserungen; 60–74 = Kernidee erkennbar, wesentliche Nacharbeit; unter 60 = Begleitung und erneuter vollständiger Lernnachweis. Sicherheitskritische Fehler (etwa das eigenmächtige Festlegen von Befestigungen oder das Planen ungesicherter Dacharbeit) müssen unabhängig von der Punktzahl korrigiert werden. Dieses Raster bewertet nur die Übungsleistung, nicht die handwerkliche Zulassung oder Betriebssicherheit eines wirklichen Dachs.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz: Fachwissen anwenden
Wähle pro Frage die fachlich beste Antwort. Die Rückmeldung der interaktiven Aufgabe unterstützt dich beim erneuten Durcharbeiten der zugehörigen Fachkapitel.
Was kennzeichnet eine nicht selbsttragende Stehfalzdeckung im Unterschied zu einer selbsttragenden Profiltafel? (Sie benötigt eine entsprechend geplante unterstützende Unterlage) (!Sie trägt grundsätzlich das gesamte Gebäude ohne Tragwerk) (!Sie benötigt grundsätzlich weder Untergrund noch Befestigung) (!Sie besteht immer aus mindestens zehn Millimeter dickem Stahl)
Welche Aussage beschreibt die Verbindung bei der Doppelstehfalzdeckung zutreffend? (Die aufgekanteten Scharränder werden zu einer doppelt geschlossenen Längsnaht verbunden) (!Zwei Scharen werden nur durch lose aufgelegte Randleisten gehalten) (!Jede Schar wird ausschließlich in der Mitte verklebt) (!Die gesamte Fläche wird ohne Längsnähte gegossen)
Wie ist eine herstellerspezifische Mindestdachneigung fachgerecht zu behandeln? (Sie ist zusammen mit Systemdetails und Standortbedingungen für das konkrete Produkt zu prüfen) (!Sie gilt unverändert für alle Metallarten und Hersteller) (!Sie darf bei einer schönen Dachansicht frei unterschritten werden) (!Sie ist durch eine pauschale Klassenregel für alle Stehfalzdächer ersetzbar)
Welcher Fehler kann bei einem ungeeigneten Feuchteschutzaufbau auftreten? (Kondensat und Feuchteschäden durch Undichtheiten oder unpassende Schichten) (!Die Scharen verlieren automatisch ihre metallische Leitfähigkeit) (!Eine ungeplante Luftleckage macht die Dämmung grundsätzlich wirksamer) (!Die Dachneigung wird durch Dampfdiffusion größer)
Warum werden bei langen Falzscharen Bewegungsmöglichkeiten eingeplant? (Weil Temperaturänderungen eine Längenänderung hervorrufen können) (!Weil eine Blechdeckung nie am Untergrund befestigt wird) (!Weil die Ausdehnung nur von der Gebäudefarbe abhängt) (!Weil die Bleche sonst keine Schwerkraft besitzen)
Welche Grundlage ist für die Ermittlung von Haftabständen erforderlich? (Ein objektspezifischer Befestigungsnachweis mit Windsog und Herstellerangaben) (!Ein frei gewählter Abstand aus einem beliebigen Schulbeispiel) (!Nur die Farbe des Blechs ohne Angaben zum Untergrund) (!Allein die Zahl der Personen auf der Baustelle)
Wie breit sind im fiktiven Verlegebeispiel die beiden gleichen Passscharen? (Jeweils 0,455 Meter) (!Jeweils 0,530 Meter) (!Jeweils 0,910 Meter) (!Jeweils 0,075 Meter)
Was beschreibt das Falzen im Fachzusammenhang? (Das formschlüssige Verbinden entsprechend geformter Blechkanten) (!Das ausschließlich chemische Auflösen von Zink) (!Die Herstellung der Wärmedämmung durch Einspritzen) (!Das Nachmessen des Dachs mit einem Lasergerät)
Wie ist eine Übung mit elektrischer Falzschließmaschine auf einer Dachfläche einzuordnen? (Nur befugte und unterwiesene Personen arbeiten nach Gefährdungsbeurteilung und Sicherungskonzept) (!Eine erste Videoansicht ersetzt jede Unterweisung) (!Auszubildende dürfen auf jedem Dach ohne Absturzschutz üben) (!Die Maschine beseitigt alle Schnitt- und Einzugsgefahren selbst)
Welche Aussage beschreibt eine belastbare Qualitätskontrolle am besten? (Sollmaß und Istmaß vergleichen sowie Anschlüsse und Beweglichkeit anhand der Planung prüfen) (!Nur den optischen Glanz der fertigen Scharen bewerten) (!Die Haftabstände nach der Montage ungeprüft schätzen) (!Sämtliche Metallreste ohne Sortierung entsorgen)
Memory: Begriffe und Funktionen
Finde jeweils den passenden Begriff und seine eigene Funktion.
| Festhaft | Legt den systembezogenen Fixierbereich einer Schar fest |
| Schiebehaft | Ermöglicht vorgesehene Längenbewegungen bei temperaturbedingter Dehnung |
| Passschar | Angepasst breiter oder schmaler Randstreifen im Deckbild |
| Trennlage | Kann je nach Dachaufbau die vorgesehenen Trenn- und Schutzfunktionen zwischen Schichten erfüllen |
| Windsog | Nach oben gerichtete Einwirkung auf die Dachdeckung infolge von Luftdruckunterschieden |
| Auflager | Tragender Bereich zur Weiterleitung der Kräfte einer selbsttragenden Profiltafel |
Drag-and-drop: Prüfpunkt zuordnen
Ordne die Fachbegriffe den zutreffenden Prüfhandlungen zu.
| Gesuchter Fachbegriff | Passende Prüfhandlung |
|---|---|
| Schnürbild | Achsen und Randbreiten aller Scharen in der Draufsicht kontrollieren |
| Schichtenaufbau | Lage und Funktion von Dämmung, Luftdichtheit und Zusatzmaßnahmen erläutern |
| Falzgeometrie | Geschlossene Nahtform mit der vorgegebenen Detailzeichnung vergleichen |
| Windsognachweis | Befestigungsplan an die örtlichen Lastzonen und das geprüfte System binden |
| Prüfprotokoll | Abweichungen samt Messwert, Datum und Korrekturstatus festhalten |
Kreuzworträtsel: Metallbedachung
Ergänze für jede Erklärung genau ein Fachwort.
| Schare | Wie heißt eine einzelne längliche Blechbahn in einer Falzdeckung? |
| Haften | Wie heißen die Befestigungselemente zur Verbindung von Falzscharen mit dem Untergrund im Plural? |
| Traufe | Wie heißt die untere Dachkante, an der Regenwasser abfließt? |
| Ortgang | Wie heißt der seitliche Abschluss einer geneigten Dachfläche? |
| Passschar | Wie heißt die an die Randbreite angepasste Schar? |
| Kanten | Wie heißt das Herstellen geradliniger Blechabwinkelungen? |
LearningApps: Weitere Übungen finden
Hier kannst du themenbezogene Übungen recherchieren. Externe Treffer sind didaktisch zu prüfen; die Suchergebnisse sind nicht automatisch Teil dieses Kurses.
Lückentext: Planungslogik festigen
Setze in jedem Satz einen fachlich passenden Begriff ein. Nutze die Erklärungen der fünf Fachkapitel statt ungeprüfter Faustregeln.
Offene Aufgaben
Dokumentiere alle Ergebnisse in einem Lernportfolio mit fiktiven Angaben. Die Aufgaben sind nach Schwierigkeit gestaffelt; die fachpraktische Durchführung bleibt an befugte Aufsicht gebunden.
Leicht
- Decksystemvergleich: Fertige zwei beschriftete Skizzen einer unterstützten Stehfalzdeckung und einer selbsttragenden Profiltafel an. Erkläre mit je drei Sätzen die Lastweiterleitung und eine typische Fehlerquelle.
- Materialsteckbriefe: Vergleiche Titanzink, Kupfer, Aluminium und beschichteten Stahl in einer Tabelle nach Formbarkeit, Korrosionsrisiko, Recycling und möglicher Anwendung; nenne bei jeder Aussage den verwendeten Fachbeleg.
- Sicherheitskarten: Erstelle fünf Karten mit Gefährdung, möglicher Folge und geplanter Schutzmaßnahme für scharfe Blechkanten, Absturzkante, Falzmaschine, Witterung und Materialtransport.
- Falzmodell: Falte an einer sicheren Werkbank zwei Papierstreifen zu einem schematischen Falzmodell und fotografiere nur das Modell. Markiere Scharrand, Falz und Wasserlaufrichtung und erkläre, was das Modell nicht beweisen kann.
Standard
- Dachgeometrie: Übertrage den fiktiven Pultdachauftrag maßstäblich und beschrifte die geneigte Länge, die Traufbreite und die Dachneigung. Erkläre, warum Grundrissfläche und geneigte Dachfläche verschieden sein können.
- Schnürplan: Zeichne 18 Standardscharen à 0,53 m und zwei Rand-Passscharen à 0,455 m. Rechne die 10,45 m Gesamtbreite unabhängig nach und kontrolliere drei kritische Maße.
- Kalkulation: Erstelle in einer Tabelle die Formeln für 50,16 m² Dachfläche, 101,00 lfd. m Rohband und 3 % Modellreserve. Stelle zwei mögliche Rundungsfehler mit korrigierter Rechnung dar.
- Schichtenschnitt: Entwirf einen beschrifteten schematischen Dachquerschnitt mit Funktionsschichten. Markiere Feuchtewege, Luftdichtheit und eine offene Frage, die vor realer Ausführung fachplanerisch geklärt werden müsste.
Schwer
- Befestigungskonzept: Vergleiche windbeanspruchte Dachinnen-, Rand- und Eckzonen in einer Risikomatrix. Erläutere, welche Daten für einen Haftnachweis fehlen und warum du keinen realen Abstand eigenmächtig festlegst.
- Bewegungsanalyse: Rechne für 5,05 m Titanzink eine modellhafte Temperaturänderung von 70 K mit dem vorgegebenen Koeffizienten durch. Zeichne Fest- und Gleitprinzip und beurteile die Folgen einer gesperrten Bewegung.
- Fehlerdiagnose: Untersuche drei vorgegebene Musterfehler: zu schmale Passschar, beschädigte Dichtung, falsche Befestigungszone. Erstelle je einen Soll-Ist-Befund und einen sicheren Klärungsweg.
- Variantenentscheid: Stelle eine unterstützte Falzdeckung einer geeigneten selbsttragenden Stahlprofiltafel gegenüber. Beziehe Materialeinsatz, Reparierbarkeit, Feuchte, Lastnachweise, Recycling und Montageorganisation ein und präsentiere einen begründeten, ausdrücklich vorläufigen Entscheid.


Lernkontrolle
Bearbeite die folgenden fünf Nachweise schriftlich. Die Lehrkraft gibt Kriterien und individuelle Rückmeldung; eine bloße Nennung von Fachwörtern reicht nicht.
- Auftragsanalyse: Welche sechs Klärungsfragen musst du stellen, bevor du ein 30°-Pultdach mit Titanzink planst? Begründe drei davon durch mögliche Schadensfolgen.
- Systemvergleich: Warum darf ein Dach aus dünnen Falzscharen nicht ohne weiteres durch selbsttragende Profiltafeln ersetzt werden? Stelle Lastabtragung, Unterlage, Befestigung und bauphysikalische Risiken gegenüber.
- Rechenprüfung: Prüfe rechnerisch, ob 18 Standardscharen zu 0,53 m und zwei Passscharen zu 0,455 m die fiktive Breite 10,45 m treffen. Formuliere eine Kontrollmethode für einen Zahlendreher im Plan.
- Bewegung und Windsog: Ein Monteur schlägt vor, alle Scharen an beiden Enden starr zu befestigen. Beurteile dies anhand von Temperaturbewegung, Festpunkten, Gleitmöglichkeiten und Windsogbemessung.
- Übergabebericht: Verfasse für den fiktiven Auftrag einen anonymen Übergabebericht mit mindestens fünf Soll-Ist-Prüfpunkten, offenen Freigaben und zwei nachweisbaren Verbesserungsvorschlägen.
Lernnachweis
Abzugebendes Gesamtprodukt: Ein zusammenhängendes PDF-Portfolio oder eine Mappe mit Auftragsanalyse, Werkstoffvergleich, Konzeptskizze der zwei Decksysteme, Schnürbild, Schnittzeichnung, vollständig nachvollziehbarer Materialrechnung, modellhafter thermischer Längenrechnung, Gefährdungsmatrix, Arbeitsablauf, Foto des ungefährlichen Modells und Prüfprotokoll. Zeichnungen müssen die Einheit, den Maßstab oder die Kennzeichnung „schematisch“, das Datum und die Versionsnummer tragen. Verwende für alle Beteiligten nur Rollen wie „Auszubildende Person“ und „Fachaufsicht“, keine echten Namen.
Selbstkontrolle vor Abgabe: Stimmen Breite und Fläche rechnerisch überein? Sind Rohband und Deckbreite erkennbar unterschieden? Sind die fiktiven Annahmen vom gültigen Produktnachweis getrennt? Gibt es keine unbelegten Befestigungsabstände? Sind die Sicherheitsgrenzen, mindestens ein Mangel mit Korrekturvorschlag sowie Quellen- und Bildrechte dokumentiert? Prüfe dein Ergebnis mit dem 100-Punkte-Raster in Kapitel 5 und bespreche erkennbare Kompetenzlücken.
Transfer: Erläutere in einer kurzen Präsentation, wie sich ein Wechsel zu selbsttragenden Profiltafeln auf Untergrund, Auflager, Befestigung und Bestellprozess auswirken würde. Eine fachlich begründete Feststellung „Hier fehlen noch Herstellerangaben“ ist besser als eine frei erfundene Baulösung. Der Lernnachweis ist eine pädagogische Übung, keine Abnahme eines realen Bauvorhabens.
OER und Wikipedia
Primärquellen und Regelwerke (Stand der öffentlich geprüften Quellen: Oktober 2026):
- KMK-Rahmenlehrplan Dachdecker/in, PDF-Seite 20, Lernfeld 12. Grundlage der vollständigen Lernfeldkompetenzen. Der Rahmenlehrplan ist von 2016; aktuelle technische Bemessung wird daraus nicht abgeleitet.
- BIBB-Berufsprofil Dachdecker/in mit Verweis auf die Dachdeckerausbildungsverordnung vom 28.04.2016 sowie Zuständigkeit im Handwerk.
- Beispiel Sachsen: Berufsschullehrplan 2017/2020, u. a. Lernsituationen für unterstützte und selbsttragende Metalldeckungen. Der verbindliche Landeslehrplan ist je Lernort zu ermitteln.
- BG BAU/DGUV Information 201-056 „Schutzmaßnahmen gegen Absturz auf Dächern“, Ausgabe September 2025; DGUV Regel 101-038 „Bauarbeiten“ und DGUV Vorschrift 38. Projektbezogene Gefährdungsbeurteilung, aktuelle Fassungen und weitere einschlägige Vorschriften bleiben erforderlich.
- DIN EN 14783:2013-07, aktuell als Produktspezifikation für vollflächig unterstützte Dachdeckungs- und Wandbekleidungselemente aus Metallblech geführt; diese Produktnorm ist nicht selbst eine Montage- oder Statikanleitung.
- DIN EN 508-1:2022-01, aktuell als Produktspezifikation für selbsttragende Stahlblechprodukte geführt. Andere Werkstoffe und Bauarten benötigen ihre jeweils einschlägigen Nachweise; keine Normtexte werden hier reproduziert.
- RHEINZINK: Doppelstehfalzsystem und RHEINZINK: Winkelstehfalzsystem als produktspezifische Anwendungsbeispiele sowie Herstellerzeichnungen und technische Unterlagen. Bei realer Ausführung sind die aktuellen Dokumente des tatsächlich verwendeten Systems maßgeblich.
- PREFA: Verlegerichtlinien und Montagevideos als zusätzlicher Vergleich, nicht als Freigabe für andere Materialien.
Ergänzendes, frei zugängliches Nachschlagewerk: Stehfalzprofil, deutschsprachige Wikipedia. Der Lexikonartikel bietet eine Orientierung zu Scharen und Falzarten; technische Anforderungen sind mit Primärquellen zu prüfen.
Geprüfte Medien mit Quellen- und Lizenznachweisen: Alle vier Bilder stammen aus den jeweils verlinkten Wikimedia-Commons-Dateiseiten; Bildtitel, Autorenschaft und Nutzungsbedingungen wurden geprüft. Bildlizenzen beziehen sich nicht automatisch auf die beiden Videos. Herstellerfilme sind verlinkte Vorführungen und werden hier nicht als frei lizenzierte OER behauptet.
| Verwendetes Medium | Originalnachweis | Urheber bzw. Kanal | Lizenz oder Nutzungsnachweis |
|---|---|---|---|
| File:Radius Panel.jpg | Commons-Dateiseite | Aceroofing | CC BY-SA 3.0 |
| File:Corrugated metal roof-2.jpg | Commons-Dateiseite | Wikideas1 | CC0 1.0 |
| File:Worker and roof seamer machine.jpg | Commons-Dateiseite | Rider di | CC BY-SA 4.0 |
| File:Installation of zink cladding on Kiasma east façade, 1997 (14117140288).jpg | Commons-Dateiseite | Finnish National Gallery / Petri Virtanen; bereitgestellt durch Museum of Contemporary Art Kiasma | CC BY 2.0 |
| https://www.youtube.com/watch?v=SvDbseBdflA | Tutorial Traufpunkte: stehend gerade | Kanal RHEINZINK, 2020 | Nachweis beim Rechteinhaber; keine offene Lizenz festgestellt |
| https://www.youtube.com/watch?v=Kf8JG0BMFtg | Tutorial Faltenkehle: Teil 1 | Kanal RHEINZINK, 2021 | Nachweis beim Rechteinhaber; keine offene Lizenz festgestellt |
Quellenkritik: Die Videos zeigen Spezialdetails und sind kein Ersatz für die gesamte LF-12-Ausführung. Die LearningApps-Suche liefert gegebenenfalls externe Inhalte, deren fachliche Qualität einzeln zu beurteilen ist. Eine freie Bildlizenz ersetzt weder Herstellernachweis noch Arbeitsschutzfreigabe.
Verknüpfte Lernbereiche
Das Thema verbindet fachliches Handeln mit Mathematik, Physik, technischer Kommunikation, Rechts- und Sicherheitsbewusstsein sowie verantwortlichem Umgang mit Ressourcen.
aiMOOC Projekte
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek
Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragenInhalt melden · Hinweise zu Fehlern, Quellen, Medienrechten oder Dubletten