Farbkontrast
Einleitung
Warum fällt ein orangefarbener Punkt auf blauem Papier auf? Und warum kann dieselbe graue Fläche einmal heller, einmal dunkler aussehen? In diesem Kurs untersuchst du, wie Farben zusammenwirken.
Für dich: Kunstunterricht der Klassen 7–9 und alle, die ohne Vorkenntnisse gestalten möchten. Du lernst die sieben Farbkontraste nach Johannes Itten kennen, prüfst ihre Wirkung und begründest eigene Gestaltungsentscheidungen. Kurze Texte, Bilder, eine Animation, Aussprachehilfen und Videos unterstützen dich.
Dein Material: Papier, Farbstifte oder Deckfarben, farbige Papierreste und bei Bedarf ein digitales Zeichenprogramm. Notiere zu Beobachtungen stets: Was sehe ich? Welcher Unterschied ist wichtig? Wie kann ich meine Erklärung prüfen?
Farben beschreiben und ordnen
Ein Farbkontrast ist ein wahrnehmbarer Unterschied zwischen Farben. Für eine genaue Beschreibung trennst du drei Eigenschaften: den Farbton wie Rot oder Blau, die Helligkeit von hell bis dunkel und die Sättigung von kräftig bunt bis wenig bunt beziehungsweise getrübt. Ein dunkles Blau kann trotzdem stark gesättigt sein. Schwarz, Weiß und Grau heißen unbunte Farben.[1]
Hören und sprechen: Die Aufnahme enthält nur das Wort „Farbkontrast“. Sprich es nach und beschreibe einen Farbunterschied an einem Gegenstand in deiner Nähe.
Ein Farbkreis ist ein Modell
Im traditionellen Farbkreis von Johannes Itten stehen Rot, Gelb und Blau im Zentrum. Der äußere Ring ordnet zwölf Farbtöne. Gegenüber liegen unter anderem Rot–Grün, Blau–Orange und Gelb–Violett. Diese Paare heißen in diesem Modell Komplementärfarben.[2]

Der traditionelle Itten-Kreis. Suche jeweils die gegenüberliegende Farbe. Urheber: Malte Ahrens; Vektorisierung: SidShakal. Gemeinfrei; Nachweis in der Medienliste.
Genau bleiben: Ittens Kreis hilft bei der künstlerischen Gestaltung. Er ist keine allgemeine Mischanleitung für jedes Material. Bildschirmlicht, Druckfarben und Malfarben verhalten sich unterschiedlich; auch Komplementärpaare hängen vom verwendeten Farbmodell ab. Prüfe Mischungen deshalb mit deinen tatsächlichen Farben.

Animation ohne Sprache: Beobachte den Aufbau des Farbkreises. Mathieu Jouhet / Daformat, CC BY-SA 3.0; unverändert eingebunden.
Beobachte: Welche Farbtöne erscheinen zwischen Gelb und Rot, zwischen Rot und Blau sowie zwischen Blau und Gelb? Vergleiche die Animation mit dem stehenden Farbkreis. Du kannst die Aufgabe auch allein mit dem stehenden Bild bearbeiten.
Farbton, Helligkeit und Temperatur vergleichen
Ittens sieben Kontrastarten sind eine Hilfe zum Beobachten. In einem Bild können mehrere zugleich auftreten. Frage deshalb zuerst, welche Eigenschaft du gerade untersuchst.
Farbe-an-sich-Kontrast
Hier treffen deutlich unterschiedliche, kräftige Farbtöne aufeinander. Ein klassisches Beispiel sind Rot, Gelb und Blau nebeneinander. Der Unterschied der Farbtöne steht im Vordergrund. Besonders anschaulich wird dieser Kontrast mit drei oder mehr klar unterscheidbaren bunten Farben.[3]
Hell-Dunkel-Kontrast
Beim Hell-Dunkel-Kontrast vergleichst du Helligkeiten. Schwarz neben Weiß ist ein deutliches Beispiel. Auch helle und dunkle Varianten eines blauen Farbtons unterscheiden sich so. Du brauchst dafür keine verschiedenen Farbtöne.[4]

Hell und dunkel: Beschreibe den Unterschied ohne Farbnamen. Daniel FR, CC0 1.0.
Kalt-Warm-Kontrast
Rotorange wirkt im Vergleich zu Blaugrün häufig warm, Blaugrün dagegen kühl. Warm und kalt beschreiben hier einen Eindruck, keine gemessene Temperatur. Die Wirkung hängt auch von Nachbarfarben und Bildzusammenhang ab. Eine Farbe muss daher nicht in jedem Bild gleich wirken.[5]

Kalt-Warm-Kontrast: Welche Fläche erinnert dich eher an Wärme, welche eher an Kühle? Daniel FR, CC0 1.0.
Komplementärkontrast
Beim Komplementärkontrast stehen Farben zusammen, die sich im gewählten Farbkreis gegenüberliegen. Für den Itten-Kreis sind Blau und Orange ein Beispiel. Sie können sich deutlich voneinander abheben. Das gleiche Paar kann zusätzlich einen Kalt-Warm-Kontrast zeigen.[6]
Mini-Versuch: Lege ein orangefarbenes Papierstück zuerst auf Blau und dann auf Rot. Halte Größe und Beleuchtung gleich. Beschreibe, was sich an seiner Wirkung verändert. Die Farbe des Papierstücks bleibt dabei dieselbe.
Leuchtkraft und Flächenanteile gestalten
Qualitätskontrast: kräftig und getrübt
Beim Qualitätskontrast steht eine gesättigte Farbe einer weniger gesättigten oder unbunten Fläche gegenüber. „Qualität“ bedeutet hier Sättigungsgrad, nicht „gutes“ oder „schlechtes“ Kunstwerk. Ein kräftiges Rot kann neben Grau besonders auffallen. Vergleiche möglichst ähnlich helle Flächen, wenn du den Sättigungsunterschied gezielt untersuchen willst.[7]

Qualitätskontrast: Vergleiche die Buntheit der Flächen. Daniel FR, CC0 1.0.
Fachsprache üben: Höre das Wort „Farbsättigung“. Erkläre anschließend den Unterschied zwischen „kräftig bunt“ und „hell“. Die Aufnahme ist eine Aussprachehilfe; die Erklärung entwickelst du selbst.
Quantitätskontrast: viel und wenig
Beim Quantitätskontrast vergleichst du die Größen beziehungsweise Anteile der Farbflächen. Ein kleiner orangefarbener Bereich in einer großen blauen Fläche wirkt anders als eine große orangefarbene Fläche mit wenig Blau. Auch kleine Flächen können Aufmerksamkeit gewinnen. Wie stark das geschieht, hängt zusätzlich von den anderen Kontrasten und der Anordnung ab.[8]

Quantitätskontrast: Überlege, was sich beim Vertauschen der Flächenanteile verändern würde. Daniel FR, CC0 1.0.
Probiere aus: Gestalte mit denselben zwei Papieren eine Fläche ungefähr zur Hälfte blau und zur Hälfte orange. Ändere danach nur die Anteile, etwa zu neun Zehnteln Blau und einem Zehntel Orange. Vergleiche beide Varianten. Dieses Verhältnis ist ein Versuchsbeispiel, keine allgemein gültige Harmonieregel.
Wie die Umgebung deine Wahrnehmung verändert
Beim Simultankontrast beeinflussen gleichzeitig sichtbare Nachbarflächen deine Farbwahrnehmung. Derselbe Farbwert kann je nach Umgebung anders erscheinen. „Simultan“ bedeutet „gleichzeitig“. Die Fläche wird dabei nicht mit der Hintergrundfarbe vermischt; ihre wahrgenommene Wirkung verändert sich.[9]

Die beiden inneren Rechtecke haben tatsächlich denselben Grauwert. Auf dem dunkleren Hintergrund kann das Grau heller erscheinen. Qef nach Xanzzibar und K. P. Miyapuram; gemeinfrei.
Untersuche statt zu raten: Beschreibe zuerst deinen Eindruck. Decke anschließend die umgebenden Flächen mit Papier ab, sodass nur die beiden inneren Rechtecke sichtbar bleiben. Vergleiche erneut. Erkläre, welche Beobachtung für den Einfluss der Umgebung spricht. Der Effekt kann je nach Betrachtung unterschiedlich deutlich ausfallen.
Das Beispiel zeigt einen Helligkeits-Simultankontrast. Auch der wahrgenommene Farbton kann sich durch eine farbige Umgebung verschieben. Vergleiche deshalb eine Farbe immer auch in ihrem tatsächlichen Bildzusammenhang.
Video: die sieben Kontraste im Überblick
Der Farbkreis – Johannes Itten und Harald Küppers in Kombination – Der Kunsterklärer. Deutsch. Video auf YouTube öffnen.
Sehauftrag: Nutze besonders den Abschnitt zu den sieben Kontrasten. Erstelle eine Tabelle mit „Kontrast – untersuchte Eigenschaft – eigenes Beispiel“. Erkläre an einem Beispiel, warum zwei Kontraste zugleich wirken können. Das deutschsprachige Video behandelt auch verschiedene Farbmodelle; ordne Aussagen jeweils dem genannten Modell zu.
Kontraste in Kunst und Alltag einsetzen
Ein Gemälde untersuchen

Vincent van Gogh: Das Nachtcafé, 1888. Yale University Art Gallery; gemeinfreies Werk und Commons-Reproduktion.
Bildanalyse: Suche im Nachtcafé Rot-Grün-Gegenüberstellungen. Vergleiche anschließend die hellen Lampen mit dunkleren Bildstellen. Beschreibe jeweils eine genaue Stelle, benenne den Kontrast und formuliere seine Wirkung auf dich. „Auf mich wirkt …, weil …“ ist genauer als eine allgemeine Behauptung über die Gefühle aller Menschen.
Aufmerksamkeit und Lesbarkeit verbinden
Für ein Plakat kannst du einen kleinen kräftigen Farbakzent einsetzen und Schrift deutlich vom Hintergrund abheben. Große Farbtonunterschiede garantieren noch keine gute Lesbarkeit. Dafür ist auch der Helligkeitsunterschied entscheidend. Prüfe deine Gestaltung in Graustufen und in der vorgesehenen Größe. Eine Graustufenansicht hilft beim Vergleichen, ersetzt aber keine genaue Kontrastmessung.[10]
Wichtige Informationen sollten nicht ausschließlich an einer Farbe hängen. Ergänze etwa farbige Markierungen durch Wörter, Formen oder eindeutige Zeichen. So bleibt die Bedeutung auch erkennbar, wenn jemand die Farbtöne nicht sicher unterscheiden kann.[11]
Vertiefung für digitale Gestaltung: WCAG 2.2 nennt auf Stufe AA für normalen Text im Regelfall ein Mindestkontrastverhältnis von 4,5:1 zum Hintergrund. Das ist ein aus relativen Leuchtdichten berechneter Wert. Er beschreibt nicht die Flächenanteile des Quantitätskontrasts. Für die genaue Prüfung brauchst du ein geeignetes Kontrastprüfwerkzeug.[10]
IQ-TUBE: Kunst – Farbkontraste – IQTubeOffiziell. Deutsch. Video auf YouTube öffnen.
Transferauftrag zum deutschsprachigen Video: Plane ein Plakat für eine erfundene Kunstausstellung. Wähle einen Kontrast für die Blickführung und einen für die Lesbarkeit. Begründe beide Entscheidungen und prüfe sie an zwei Entwürfen.
Dein Merkschema
| Kontrast | Worauf du achtest |
|---|---|
| Farbe-an-sich-Kontrast | Unterschiedliche, deutlich erkennbare Farbtöne |
| Hell-Dunkel-Kontrast | Unterschiedliche Helligkeiten |
| Kalt-Warm-Kontrast | Warme und kühle Farbwirkung im Zusammenhang |
| Komplementärkontrast | Gegenüberliegende Farben im benannten Farbkreis |
| Qualitätskontrast | Unterschiedliche Sättigung oder Buntheit |
| Quantitätskontrast | Unterschiedliche Anteile der Farbflächen |
| Simultankontrast | Einfluss der gleichzeitig sichtbaren Umgebung |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste dein Wissen
Wähle jeweils die eine passende Antwort. Bei Bildbeispielen können mehrere Kontraste zusammenwirken; die Fragen benennen deshalb genau, welchen Zusammenhang du prüfen sollst.
Welche Eigenschaft steht beim Farbe-an-sich-Kontrast im Mittelpunkt? (Der Unterschied zwischen Farbtönen) (!Der Unterschied zwischen Papierformaten) (!Der Unterschied zwischen Bildabständen) (!Der Unterschied zwischen Rahmengrößen)
Welche beiden idealen unbunten Flächen zeigen den größten Hell-Dunkel-Unterschied? (Schwarz und Weiß) (!Hellgrau und Weiß) (!Dunkelgrau und Schwarz) (!Zwei gleich helle Grauflächen)
Was bedeutet warm oder kalt bei einer Farbwirkung? (Ein Eindruck im jeweiligen Bildzusammenhang) (!Die gemessene Temperatur der Farbe) (!Die Temperatur des Bildschirms) (!Die Trocknungszeit der Malfarbe)
Welches Paar liegt sich im traditionellen Itten-Farbkreis gegenüber? (Blau und Orange) (!Blau und Grün) (!Rot und Orange) (!Gelb und Grün)
Welche Gegenüberstellung untersucht gezielt den Qualitätskontrast? (Gesättigtes und getrübtes Blau bei ähnlicher Helligkeit) (!Zwei identische rote Flächen) (!Zwei gleichfarbige Flächen mit verschiedener Größe) (!Ein schwarzes und ein weißes Feld)
Was veränderst du gezielt, um den Quantitätskontrast zu untersuchen? (Die Anteile der Farbflächen) (!Nur die Helligkeit der Farben) (!Nur die Sättigung der Farben) (!Nur die Beleuchtung im Raum)
Zwei tatsächlich gleiche Grauflächen erscheinen vor verschiedenen Hintergründen unterschiedlich. Welche Erklärung passt? (Die gleichzeitig sichtbare Umgebung beeinflusst den Eindruck) (!Die Hintergründe vermischen sich körperlich mit dem Grau) (!Die grauen Flächen müssen verschiedene Farbwerte haben) (!Gleiche Farbwerte müssen überall gleich erscheinen)
Welche Aussage über Helligkeit und Sättigung stimmt? (Ein dunkles Blau kann stark gesättigt sein) (!Dunkle Farben sind immer unbunt) (!Gesättigte Farben sind immer hell) (!Helligkeit und Sättigung bedeuten genau dasselbe)
Wie bleibt eine farbig markierte Information auch ohne sichere Unterscheidung der Farbtöne verständlich? (Durch zusätzliche eindeutige Wörter oder Zeichen) (!Durch ausschließlich rote und grüne Markierungen) (!Durch den Verzicht auf jede Beschriftung) (!Durch möglichst ähnliche Helligkeiten)
Ein Bild zeigt unterschiedliche Farbtöne, Helligkeiten und Flächengrößen. Welche Aussage passt? (Mehrere Kontraste können gleichzeitig wirken) (!In jedem Bild darf nur ein Kontrast vorkommen) (!Flächengrößen verändern niemals die Bildwirkung) (!Ein Farbkreis bestimmt die Gefühle aller Menschen)
Memory: Begriffe und Bedeutungen
Finde die sieben zusammengehörenden Paare.
| Farbe-an-sich-Kontrast | Deutlich verschiedene bunte Farbtöne |
| Hell-Dunkel-Kontrast | Gegensatz verschiedener Helligkeiten |
| Kalt-Warm-Kontrast | Gegensatz warmer und kühler Farbwirkung |
| Komplementärkontrast | Gegenüberliegende Farben eines benannten Farbkreises |
| Qualitätskontrast | Gegensatz gesättigter und getrübter Farben |
| Quantitätskontrast | Gegensatz verschieden großer Farbflächen |
| Simultankontrast | Veränderter Farbeindruck durch die sichtbare Umgebung |
Drag-and-drop: Was wird verändert?
Ordne jeder Versuchsbeschreibung die Eigenschaft zu, die gezielt untersucht wird.
| Gesuchter Begriff | Versuchsbeschreibung |
|---|---|
| Helligkeit | Einen blauen Farbton heller und dunkler zeigen |
| Sättigung | Kräftiges Blau mit einem ähnlich hellen getrübten Blau vergleichen |
| Flächenanteil | Bei gleichen Farben die Größe des orangefarbenen Bereichs ändern |
| Umgebung | Dasselbe graue Papier auf hellen und dunklen Hintergrund legen |
| Farbton | Rote gelbe und blaue Flächen nebeneinanderstellen |
Kreuzworträtsel
Trage jeweils ein Wort ein. Umlaute bleiben erhalten.
| Helligkeit | Welche Eigenschaft beschreibt wie hell oder dunkel eine Farbe erscheint? |
| Sättigung | Welche Eigenschaft unterscheidet kräftig bunte von getrübten Farben? |
| Farbkreis | Welches ringförmige Modell ordnet Farbtöne und zeigt ihre Nachbarschaft? |
| Orange | Welche Farbe liegt Blau im traditionellen Itten-Kreis gegenüber? |
| Simultan | Welches Fachwort bedeutet gleichzeitig? |
| Quantität | Welcher Begriff bezeichnet beim Farbkontrast die Mengenanteile der Flächen? |
LearningApps
Hier findest du eine ergänzende Themensuche. Die Treffer können wechseln und wurden nicht einzeln geprüft. Falls die Einbettung nicht lädt, öffne die Suche nach Farbkontrast. Alle obenstehenden Übungen kannst du direkt im Kurs bearbeiten.
Lückentext
Offene Aufgaben
Bearbeite die Aufgaben passend zu deinem Lernstand. Sammle Entwürfe, Beobachtungen und Begründungen in deinem Lernheft. Verwende bei veröffentlichten Ergebnissen keine persönlichen Angaben anderer Personen.
Leicht
- Kontraste entdecken: Suche in deiner Umgebung drei Farbgegensätze. Skizziere jeden in deinem Heft und notiere einen passenden Kontrastnamen mit einer kurzen Begründung.
- Graustufen vergleichen: Gestalte fünf kleine Felder von sehr hell bis sehr dunkel. Wähle zwei gut unterscheidbare Felder aus und erkläre, warum du keine bunten Farbtöne für diesen Kontrast brauchst.
- Gegenfarben finden: Stelle die drei Paare Rot–Grün, Blau–Orange und Gelb–Violett mit Papierstücken zusammen. Ordne sie im Itten-Kreis zu und beschrifte deine Karte ausdrücklich mit dem verwendeten Farbmodell.
- Hören und erklären: Nutze die beiden Commons-Audios. Sprich die Fachwörter nach und verfasse zu jedem eine Erklärung in eigenen Worten samt einem kleinen Beispiel. Unterscheide dabei Helligkeit und Sättigung.
Standard
- Sättigung untersuchen: Mische zu einer kräftigen Malfarbe schrittweise wenig Grau. Halte vier Proben fest und notiere getrennt, wie sich Sättigung und Helligkeit verändern. Stelle eine kräftige und eine getrübte Probe nebeneinander.
- Anteile tauschen: Gestalte mit denselben zwei Farben zwei gleich große Bildflächen. Nutze einmal ungefähr gleiche Anteile und einmal einen deutlich kleineren Farbakzent. Beschreibe, was du gezielt verändert hast und welche Wirkung du beobachtest.
- Einen Eindruck überprüfen: Schneide zwei gleiche Stücke aus demselben grauen Papier. Lege sie auf unterschiedlich helle Untergründe. Protokolliere Vermutung, Aufbau, Beobachtung und eine Kontrollprobe auf demselben Hintergrund.
- Ein Gemälde lesen: Untersuche das Nachtcafé. Beschreibe in etwa 80 Wörtern zwei konkrete Bildstellen und ihre Kontraste. Trenne Beobachtung und persönliche Deutung; nenne Künstler, Werktitel und Bildquelle.
Schwer
- Zwei Plakatvarianten entwickeln: Entwirf ein Plakat für eine erfundene Kunstausstellung mit mindestens zwei bewusst eingesetzten Kontrasten. Erstelle eine zweite Variante, in der du einen Faktor gezielt änderst. Begründe deine bevorzugte Fassung und prüfe die Lesbarkeit.
- Einen Vergleich fair planen: Untersuche mit zwei Gestaltungsvarianten, ob ein kleiner Farbakzent den Blick lenkt. Halte Motiv, Größe und Betrachtungsbedingungen möglichst gleich. Lass freiwillige Testpersonen ihren ersten Blickpunkt nennen, notiere nur zusammengefasste Beobachtungen und erkläre die Grenzen deines kleinen Versuchs.
- Eine bewegte Kontrastidee planen: Zeichne ein Storyboard aus sechs bis zwölf Bildern, in dem sich nur die Umgebung einer gleichbleibenden Farbfläche verändert. Erkläre, welchen Wahrnehmungseffekt du zeigen möchtest. Ergänze eine Beschreibung, mit der die Idee auch ohne Bewegung verständlich wird.
- Einen Miniworkshop gestalten: Plane eine zehnminütige Einführung für andere Lernende. Verbinde ein überprüftes Commons-Beispiel mit einem Papierexperiment und einer eigenen Kontrollfrage. Dokumentiere die verwendete Quelle, den Urheber und die Lizenz und formuliere eine mögliche Fehlvorstellung mit ihrer Korrektur.


Lernkontrolle
Begründe deine Antworten mit Fachbegriffen und überprüfbaren Beispielen. Entscheidend ist, dass du Zusammenhänge erklärst und deine Gestaltungsentscheidungen nachvollziehbar machst.
- Gestaltung beurteilen: Eine rote Überschrift auf ähnlich hellem grünem Hintergrund fällt auf, ist aber schwer lesbar. Erkläre, warum ein Komplementärkontrast allein das Problem nicht löst. Begründe zwei Verbesserungen.
- Eigenschaften unterscheiden: Eine Farbprobe wird zugleich heller und weniger gesättigt. Jemand nennt den Unterschied ausschließlich Qualitätskontrast. Beurteile die Aussage und beschreibe einen Vergleich, der beide Eigenschaften besser voneinander trennt.
- Kontraste verbinden: Erläutere an Blau und Orange im Itten-Kreis, warum Komplementär- und Kalt-Warm-Kontrast gleichzeitig auftreten können. Zeige, wie ein veränderter Flächenanteil eine weitere Gestaltungsmöglichkeit eröffnet.
- Wahrnehmung begründen: Zwei Flächen besitzen denselben Grauwert, erscheinen aber verschieden. Erkläre den Einfluss ihrer Umgebung und entwickle eine Kontrollprobe, mit der du deine Erklärung überprüfen kannst.
- Wissen übertragen: Du gestaltest einen Lageplan für eine Ausstellung. Begründe deine Farbauswahl, sichere die Lesbarkeit und ergänze Informationen durch Formen oder Wörter. Erkläre, wie du prüfen würdest, ob der Plan verständlich ist.
Lernnachweis
Stelle aus deinen Ergebnissen ein kleines Portfolio zusammen: ein Beispielblatt, ein dokumentierter Versuch und zwei begründet verglichene Gestaltungsvarianten.
| Nachweis | Das zeigst du |
|---|---|
| Fachwissen | Du erklärst alle sieben Kontraste mit passenden Beispielen und benennst bei Gegenfarben das verwendete Farbmodell. |
| Untersuchung | Du dokumentierst einen Vergleich mit Vermutung, gleichbleibenden Bedingungen, Beobachtung und begründetem Ergebnis. |
| Gestaltungsprodukt | Du legst zwei Varianten einer Kontrastkarte oder eines Plakats vor und benennst mindestens zwei bewusst eingesetzte Kontraste. |
| Begründung und Transfer | Du zeigst an konkreten Stellen, wie du Blickführung und Lesbarkeit beeinflusst, und trennst persönliche Wirkung von allgemeiner Behauptung. |
| Medienkompetenz | Du unterscheidest frei nachnutzbare Commons-Dateien von externen Videos und gibst bei fremden Medien Quelle, Urheber und Lizenz an. |
Selbstprüfung: Kannst du zu jeder Behauptung eine Bildstelle, einen Vergleich oder eine Quelle nennen? Überarbeite eine schwache Stelle und beschreibe kurz, was dadurch klarer geworden ist.
OER und Wikipedia
Die Erklärungen stützen sich vor allem auf die unten verlinkten Fachseiten der Lehrerfortbildung Baden-Württemberg. Die Hinweise zur digitalen Lesbarkeit beziehen sich auf die W3C-Erläuterungen zu WCAG 2.2. Alle Kursaufgaben sind eigenständig formuliert.
Medienprüfung vom 25. Oktober 2026: Bei den Commons-Dateien wurden Dateiseiten, Urheber- und Lizenzangaben geprüft. Die Audios sind kurze Ausspracheaufnahmen. Titel, Anbieter und Themen der YouTube-Videos wurden anhand ihrer Videodatensätze überprüft; ihre Wiedergabe konnte bei der Recherche nicht getestet werden.
Zur Nachnutzung: Alle Commons-Dateien sind hier unverändert eingebunden; lediglich die Anzeigegröße wird angepasst. Beachte die jeweilige Lizenz. Für die YouTube-Videos ist keine freie Nachnutzungslizenz nachgewiesen; sie werden über den externen YouTube-Player eingebunden.
Fachquellen
- ↑ Lehrerfortbildung Baden-Württemberg: Farbkontraste
- ↑ Lehrerfortbildung Baden-Württemberg: Farbkreis nach Itten
- ↑ Lehrerfortbildung Baden-Württemberg: Farbe-an-sich-Kontrast
- ↑ Lehrerfortbildung Baden-Württemberg: Hell-Dunkel-Kontrast
- ↑ Lehrerfortbildung Baden-Württemberg: Kalt-Warm-Kontrast
- ↑ Lehrerfortbildung Baden-Württemberg: Komplementär-Kontrast
- ↑ Lehrerfortbildung Baden-Württemberg: Qualitäts-Kontrast
- ↑ Lehrerfortbildung Baden-Württemberg: Quantitäts-Kontrast
- ↑ Lehrerfortbildung Baden-Württemberg: Simultan-Kontrast
- ↑ 10,0 10,1 W3C: WCAG 2.2, Verständnis zu Kontrast-Mindestanforderungen
- ↑ W3C: WCAG 2.2, Verwendung von Farbe
Bilder, Animation und Audio von Wikimedia Commons
| Datei | Quelle | Urheber | Lizenz oder Rechtenachweis |
|---|---|---|---|
| File:Farbkreis Itten 1961.svg | Commons-Dateiseite | Malte Ahrens; Vektorisierung: SidShakal | Gemeinfrei; Freigabe des Rechteinhabers |
| File:Construction cercle chromatique johannes itten 600x600.gif | Commons-Dateiseite | Mathieu Jouhet / Daformat | CC BY-SA 3.0 |
| File:Kontrast 2 Hell-Dunkel-Kontrast.svg | Commons-Dateiseite | Daniel FR | CC0 1.0 |
| File:Kontrast 4 Kalt-Warm-Kontrast.svg | Commons-Dateiseite | Daniel FR | CC0 1.0 |
| File:Kontrast 5 Qualitätskontrast.svg | Commons-Dateiseite | Daniel FR | CC0 1.0 |
| File:Kontrast 6 Quantitätskontrast.svg | Commons-Dateiseite | Daniel FR | CC0 1.0 |
| File:Simultaneous Contrast.svg | Commons-Dateiseite | Qef; nach Xanzzibar und K. P. Miyapuram | Gemeinfrei; Freigabe durch Qef |
| File:Van Gogh - The Night Café (1888).jpg | Commons-Dateiseite | Vincent van Gogh; Bildquelle: Yale University Art Gallery | Gemeinfrei; PD-Art und Public Domain Mark |
| File:De-Farbkontrast.ogg | Commons-Dateiseite | Anhezu; vorhandener Ausschnitt aus De-Blindschleiche-article.ogg | CC BY 3.0 |
| File:De-Farbsättigung.ogg | Commons-Dateiseite | Jeuwre | CC BY-SA 4.0 |
Externe YouTube-Videos
| Video | Anbieter | Sprache | Nutzungshinweis |
|---|---|---|---|
| Der Farbkreis - Johannes Itten und Harald Küppers in Kombination | Der Kunsterklärer | Deutsch | Externer Player; keine freie Nachnutzungslizenz nachgewiesen |
| IQ-TUBE: Kunst - Farbkontraste | IQTubeOffiziell | Deutsch | Externer Player; keine freie Nachnutzungslizenz nachgewiesen |
Die YouTube-Nutzungsbedingungen unterscheiden die Anzeige über den einbettbaren Player von weitergehender Nutzung. Eine Einbettung ist keine allgemeine Erlaubnis zum Herunterladen, Bearbeiten oder erneuten Hochladen.
Zum Weiterlesen
Der deutschsprachige Wikipedia-Artikel bietet weitere Beispiele. Beachte auch dort, auf welches Farbmodell sich Aussagen beziehen; vereinfachte Mischregeln sind nicht auf jedes Material übertragbar.
Sieben Farbkontraste auf Wikipedia öffnen. Quellen und Lizenzen der dortigen Medien findest du jeweils an der verlinkten Datei.
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