Zum Inhalt springen

Extrazelluläre Matrix

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel aiMOOC

Extrazelluläre Matrix

QR-Code



Extrazelluläre Matrix


Einleitung

Die extrazelluläre Matrix (EZM, englisch ECM) umfasst Makromoleküle außerhalb von Zellen, die von Zellen gebildet und abgegeben werden. Besonders ausgeprägt ist sie im Bindegewebe. Sie ist kein bloßes Füllmaterial: Die EZM gibt Geweben Halt, bindet Wasser, beeinflusst Zellbewegungen und beteiligt sich an der Signalübertragung.

Je nach Gewebe unterscheidet sich ihre Zusammensetzung. In Sehnen sorgen Kollagenfasern für Zugfestigkeit, im Knorpel ermöglichen wasserbindende Bestandteile Druckelastizität und im Knochen wird die organische Matrix zusätzlich mineralisiert. Eine spezialisierte Form ist die Basalmembran.

Der aiMOOC richtet sich an die gymnasiale Oberstufe und eignet sich als Einstieg in Zellbiologie und Histologie.


Bestandteile der EZM

Die EZM besteht vereinfacht aus Fasern und einer wasserreichen Grundsubstanz.

  1. Kollagene: geben vielen Geweben Zugfestigkeit.
  2. Elastin: unterstützt die elastische Verformbarkeit.
  3. Glykosaminoglykane: lange Zuckerketten, die häufig viel Wasser binden.
  4. Proteoglykane: bestehen aus Protein und gebundenen Glykosaminoglykanen.
  5. Fibronectin und Laminin: unterstützen Verbindungen innerhalb der Matrix und zwischen Matrix und Zellen.


Kollagen

Kollagen bezeichnet eine Familie wichtiger Strukturproteine. Charakteristisch ist eine Tripelhelix aus drei Polypeptidketten. Je nach Kollagentyp entstehen unterschiedliche Strukturen. Fibrillenbildende Kollagene sind beispielsweise für Haut und Sehnen wichtig. Kollagen Typ IV bildet dagegen netzartige Strukturen der Basallamina.


Grundsubstanz und Proteoglykane

Die Grundsubstanz enthält viel Wasser und verschiedene Makromoleküle. Glykosaminoglykane und Proteoglykane können wesentlich zur Wasserbindung beitragen. Dies ist beispielsweise für die Druckelastizität des Knorpels wichtig. Matrixmoleküle können außerdem Signalstoffe binden und dadurch Zellverhalten beeinflussen.


Integrine: Verbindung zwischen Zelle und Matrix

Integrine sind Transmembranproteine. Sie können außen Matrixproteine und im Zellinneren indirekt Bestandteile des Zytoskeletts verbinden. Dadurch dienen sie sowohl der mechanischen Verankerung als auch der Signalübertragung.

Zellen bilden und verändern ihre Matrix. Umgekehrt beeinflusst die Matrix Zelladhäsion, Zellform, Migration und Differenzierung. Die EZM ist daher ein dynamisches Stütz- und Kommunikationssystem.


Basalmembran

Die Basalmembran liegt beispielsweise zwischen Epithel und darunterliegendem Bindegewebe. Ein wichtiger Teil ist die Basallamina. Zu ihren Bestandteilen gehören Kollagen Typ IV, Laminin, Nidogen und Perlecan. Die Basallamina stabilisiert Gewebe, beeinflusst Zellpolarität und kann in bestimmten Organen an Filterfunktionen beteiligt sein.


Umbau der Matrix

Die EZM wird ständig aufgebaut, verändert und abgebaut. Am Abbau sind unter anderem Matrix-Metalloproteasen beteiligt. Ein kontrollierter Matrixumbau ist bei Entwicklung und Wundheilung notwendig. Störungen können unter anderem bei Fibrose und Tumorerkrankungen eine Rolle spielen.


Struktur und Funktion

  1. Sehne: Kollagenfasern ermöglichen hohe Zugfestigkeit.
  2. Knorpel: Eine wasserreiche Matrix unterstützt die Aufnahme von Druckbelastungen.
  3. Knochen: Die kollagenhaltige organische Matrix wird durch Mineralbestandteile ergänzt.
  4. Basallamina: Ein dünnes Matrixnetzwerk unterstützt und organisiert angrenzende Zellen.

Die Beispiele zeigen: Die Zusammensetzung der EZM bestimmt wesentlich die Eigenschaften eines Gewebes.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wo befindet sich die extrazelluläre Matrix? (Außerhalb der Zellen) (!Nur im Zellkern) (!Nur in Mitochondrien) (!Innerhalb von Ribosomen)




Welches Protein ist besonders wichtig für die Zugfestigkeit vieler Gewebe? (Kollagen) (!Hämoglobin) (!Insulin) (!Tubulin)




Welche Struktur ist für Kollagen charakteristisch? (Tripelhelix) (!Doppellipidmembran) (!DNA Doppelhelix) (!Mikrotubulus)




Welche Stoffgruppe trägt häufig zur Wasserbindung der Grundsubstanz bei? (Glykosaminoglykane) (!Nukleinsäuren) (!Triglyceride) (!Cholesterinester)




Was sind Integrine? (Transmembranrezeptoren) (!Verdauungsenzyme) (!Ribosomenbestandteile) (!Speicherkohlenhydrate)




Wie lässt sich die EZM treffend beschreiben? (Dynamisches Stütz und Kommunikationssystem) (!Totes Füllmaterial) (!Bestandteil des Zellkerns) (!Organell der Zelle)




Welcher Kollagentyp ist typisch für die Basallamina? (Kollagen Typ IV) (!Kollagen Typ I) (!Keratin) (!Myosin)




Welches Protein ist ein wichtiger Bestandteil der Basallamina? (Laminin) (!Hämoglobin) (!Pepsin) (!Tubulin)




Welche Eigenschaft ist für Knorpelmatrix besonders wichtig? (Wasserbindung und Druckelastizität) (!Lichtabsorption) (!Antikörperproduktion) (!DNA Speicherung)




Bei welchem Vorgang ist kontrollierter Matrixumbau wichtig? (Wundheilung) (!Translation) (!DNA Basenpaarung) (!Photosynthese)





Memory

Kollagen Zugfestigkeit
Elastin Elastizität
Integrin Zell Matrix Kontakt
Proteoglykan Wasserbindung
Laminin Basallamina
Metalloprotease Matrixabbau





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Funktion
Kollagen Zugfeste Matrixstruktur
Proteoglykan Wasserbindung
Integrin Zell Matrix Verbindung
Laminin Bestandteil der Basallamina
Metalloprotease Matrixabbau





Kreuzworträtsel

Kollagen Welches Strukturprotein gibt vielen Geweben Zugfestigkeit?
Integrin Welcher Rezeptortyp vermittelt wichtige Zell Matrix Kontakte?
Laminin Welches Glykoprotein ist wichtig für die Basallamina?
Elastin Welches Protein unterstützt elastische Eigenschaften?
Knorpel Welches Gewebe besitzt eine besonders wasserreiche Matrix?
Fibrose Wie heißt eine krankhafte Vermehrung bindegewebiger Matrix?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die extrazelluläre Matrix liegt

der Zellen. Ein wichtiges Strukturprotein ist

. Wasserbindende Bestandteile sind unter anderem

. Zellkontakte mit der Matrix werden häufig durch

vermittelt. Eine spezialisierte Matrix ist die

. Ein wichtiger Bestandteil davon ist

. Die Matrix wird fortlaufend auf- und

. Dieser Umbau ist beispielsweise bei der

wichtig.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. EZM-Skizze: Zeichne eine Zelle mit Kollagen, Proteoglykanen und Integrinen und beschrifte die Bestandteile.
  2. Struktur und Funktion: Erkläre an einem Gewebe, wie seine Matrix zur Funktion beiträgt.
  3. Kollagenmodell: Baue ein vereinfachtes Modell einer Kollagen-Tripelhelix.
  4. Begriffsnetz: Erstelle eine Concept-Map zu EZM, Kollagen, Proteoglykan, Integrin, Laminin und Basalmembran.


Standard

  1. Gewebevergleich: Vergleiche Sehne, Knorpel und Knochen hinsichtlich ihrer Matrix.
  2. Basalmembran-Modell: Erstelle eine Grafik mit Epithelzelle, Integrin, Laminin und Kollagen Typ IV.
  3. Wundheilung: Erkläre, warum beim Wundverschluss Aufbau und Abbau von Matrix notwendig sind.
  4. Mikroskopie: Suche ein frei lizenziertes histologisches Bild und markiere Zellen und Matrix.


Schwer

  1. Mechanotransduktion: Erkläre in einem Schema, wie mechanische Eigenschaften der Matrix über Integrine auf Zellen wirken können.
  2. Fibrose: Untersuche an einem Organbeispiel, wie übermäßige Matrixablagerung die Funktion verändert.
  3. Tumorinvasion: Erkläre modellhaft, warum der Abbau einer Basalmembran die Ausbreitung von Tumorzellen erleichtern kann.
  4. Tissue Engineering: Entwirf Anforderungen an ein künstliches Matrixgerüst für ein Ersatzgewebe.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Struktur-Funktions-Beziehung: Begründe, welche Matrixkomponenten ein zugfestes und zugleich elastisches Gewebe benötigt.
  2. Knorpelschaden: Erkläre, weshalb der Verlust wasserbindender Matrixbestandteile die Belastbarkeit von Knorpel vermindert.
  3. Basalmembran: Leite mögliche Folgen eines geschwächten Kollagen-IV-Netzwerks ab.
  4. Zelladhäsion: Beschreibe mögliche Folgen, wenn Integrine keine Matrixproteine mehr binden können.
  5. Matrixumbau: Vergleiche mögliche Folgen einer zu geringen und einer zu starken Aktivität matrixabbauender Enzyme.
  6. Gewebedesign: Begründe, warum für Ersatzgewebe neben Zellen auch geeignete Matrixeigenschaften wichtig sind.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen können, dass Du die extrazelluläre Matrix als dynamisches System verstehst.

  1. Du kannst wichtige Matrixbestandteile funktional einordnen.
  2. Du kannst den Zusammenhang zwischen Matrixzusammensetzung und Gewebeeigenschaften erklären.
  3. Du kannst die Rolle von Integrinen erläutern.
  4. Du kannst die Basallamina als spezialisierte Matrix beschreiben.
  5. Du kannst Aufbau und Abbau der Matrix mit Entwicklung und Wundheilung verknüpfen.
  6. Du kannst die Grundprinzipien auf neue biologische oder medizinische Beispiele übertragen.




OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite

Mediathek

Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...