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Erdalkalimetalle - Chemie

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Erdalkalimetalle - Chemie




Einleitung

Die Erdalkalimetalle bilden die zweite Hauptgruppe des Periodensystems. Zu ihnen gehören Beryllium, Magnesium, Calcium, Strontium, Barium und Radium. Ihre Atome besitzen zwei Außenelektronen. Deshalb bilden sie meist zweifach positiv geladene Ionen.

Du begegnest Erdalkalimetallen vor allem in Verbindungen: Calciumcarbonat steckt in Kalkstein und Kreide, Calcium- und Magnesiumionen verursachen Wasserhärte, Magnesium ist für viele technische Leichtmetalllegierungen wichtig und Strontium- sowie Bariumverbindungen können Flammen färben. Radium ist radioaktiv und gehört nicht in Schulexperimente.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du die sechs Erdalkalimetalle nennen, ihre Stellung im Periodensystem erklären, typische Reaktionen beschreiben und wichtige Verbindungen aus Alltag und Technik zuordnen. Du kannst außerdem Gruppentrends begründen und Sicherheitsrisiken einschätzen.


Die Elemente der zweiten Hauptgruppe

Element Symbol Ordnungszahl Typische Bedeutung Besonderheit
Beryllium Be 4 Leichtbau, Speziallegierungen, Röntgenfenster Staub und viele Verbindungen sind stark gesundheitsschädlich
Magnesium Mg 12 Leichtmetall, Legierungen, Biologie Brennt mit sehr hellem Licht
Calcium Ca 20 Kalk, Baustoffe, Knochen und Zähne Reagiert mit kaltem Wasser
Strontium Sr 38 Rote Flammenfärbung, Spezialkeramik Sehr reaktionsfreudig
Barium Ba 56 Grüne Flammenfärbung, Bariumsulfat als Kontrastmittel Lösliche Bariumverbindungen sind giftig
Radium Ra 88 Historische Forschung zur Radioaktivität Stark radioaktiv


Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Erdalkalimetalle sind metallisch, leiten elektrischen Strom und sind im elementaren Zustand meist silbrig glänzend. An Luft laufen viele schnell an, weil sie mit Sauerstoff reagieren. Beryllium und Magnesium werden durch eine dünne Oxidschicht teilweise geschützt. Calcium, Strontium und Barium sind deutlich reaktionsfreudiger.

Von oben nach unten nimmt der Atomradius zu. Die Außenelektronen sind dann weiter vom Kern entfernt und werden schwächer angezogen. Deshalb können sie leichter abgegeben werden. Die Reaktivität nimmt innerhalb der Gruppe im Allgemeinen nach unten zu.


Elektronen und Ionenbildung

Die allgemeine Außenelektronenkonfiguration der Erdalkalimetalle lautet ns2. Ein Atom gibt meist beide Außenelektronen ab:

MeMe2++2e

Dabei steht Me für ein Erdalkalimetall. Das entstehende Ion besitzt eine stabile Edelgaskonfiguration. Typische Ionen sind Mg2+, Ca2+ und Ba2+.

Die häufigste Oxidationszahl ist daher +2. Mit Chloridionen entstehen Verbindungen der Form MeCl2, mit Oxidionen Verbindungen der Form MeO.


Typische chemische Reaktionen


Reaktion mit Sauerstoff

Viele Erdalkalimetalle bilden beim Verbrennen Oxide:

2Me+O22MeO

Ein bekanntes Beispiel ist die Verbrennung von Magnesium:

2Mg+O22MgO

Dabei entsteht weißes Magnesiumoxid. Das Licht ist so hell, dass Du nicht direkt in die Flamme schauen darfst.


Reaktion mit Wasser

Calcium, Strontium und Barium reagieren mit Wasser zu einem Hydroxid und Wasserstoff:

Me+2H2OMe(OH)2+H2

Für Calcium lautet die Gleichung:

Ca+2H2OCa(OH)2+H2

Magnesium reagiert mit kaltem Wasser nur langsam, weil seine Oxidschicht schützt. Mit heißem Wasser oder Wasserdampf läuft die Reaktion deutlich schneller. Beryllium wird stark passiviert.


Reaktion mit Halogenen

Mit Halogenen entstehen Salze. Am Beispiel Chlor gilt:

Me+Cl2MeCl2

Calcium reagiert also zu Calciumchlorid:

Ca+Cl2CaCl2


Flammenfärbung und Nachweis

Beim Erhitzen nehmen Elektronen Energie auf. Beim Zurückfallen auf niedrigere Energieniveaus wird Licht bestimmter Wellenlängen ausgesendet. Dadurch entstehen charakteristische Flammenfarben.

Ion Typische Flammenfarbe Schulischer Hinweis
Calciumion orange-rot bis ziegelrot gut erkennbar
Strontiumion intensiv rot wird für rote Feuerwerkseffekte genutzt
Bariumion gelb-grün bis grün nur unter sicheren Bedingungen untersuchen
Magnesiumion keine deutliche typische Flammenfarbe Nachweis meist anders
Berylliumion keine deutliche typische Flammenfarbe wegen Giftigkeit kein Schulversuch

Die Flammenprobe ist ein qualitativer Nachweis. Für genaue Analysen werden heute vor allem spektroskopische Methoden verwendet.


Vorkommen in der Natur

Wegen ihrer Reaktivität kommen Erdalkalimetalle kaum elementar vor. Sie sind in Mineralen und Salzen gebunden. Häufige Stoffklassen sind Carbonate, Sulfate und Silikate.

  1. Calciumcarbonat: Bestandteil von Kalkstein, Marmor, Kreide und Muschelschalen
  2. Calciumsulfat: Bestandteil von Gips
  3. Magnesiumcarbonat: Bestandteil des Minerals Magnesit
  4. Dolomit: enthält Calcium- und Magnesiumcarbonat
  5. Strontiumsulfat: kommt als Coelestin vor
  6. Bariumsulfat: kommt als Baryt vor


Bedeutung in Alltag, Biologie und Technik


Calcium und Magnesium im Körper

Calciumverbindungen sind wichtige Bestandteile von Knochen und Zähnen. Calciumionen spielen außerdem bei Muskelarbeit, Blutgerinnung und Signalübertragung eine Rolle. Magnesiumionen sind an vielen Enzymreaktionen beteiligt. Im Chlorophyll sitzt ein Magnesiumion im Zentrum des Moleküls.


Wasserhärte und Kesselstein

Gelöste Calcium- und Magnesiumionen verursachen Wasserhärte. Beim Erhitzen kann schwer lösliches Calciumcarbonat entstehen. Es lagert sich als Kesselstein ab:

Ca(HCO3)2CaCO3+CO2+H2O

Kesselstein verschlechtert den Wärmeübergang in Wasserkochern und Heizsystemen. Säuren können Calciumcarbonat unter Bildung von Kohlenstoffdioxid lösen.


Technische Anwendungen

Magnesiumlegierungen sind leicht und werden unter anderem im Fahrzeugbau und in Geräten eingesetzt. Calciumoxid und Calciumhydroxid sind wichtige Baustoffe. Strontiumsalze erzeugen rote, Bariumverbindungen grüne Flammenfarben. Reines, schwer lösliches Bariumsulfat kann als Röntgenkontrastmittel genutzt werden, weil es Röntgenstrahlung stark absorbiert. Lösliche Bariumsalze sind dagegen giftig.


Sonderfälle Beryllium und Radium

Beryllium unterscheidet sich deutlich von den übrigen Erdalkalimetallen. Es ist relativ hart, bildet häufig stärker kovalent geprägte Verbindungen und wird durch eine Oxidschicht geschützt. Berylliumstaub kann schwere Lungenerkrankungen verursachen.

Radium ist ein radioaktives Element. Es wurde 1898 von Marie Curie und Pierre Curie gemeinsam mit Gustave Bémont bei der Untersuchung von Pechblende entdeckt. Seine Strahlung macht Radium gefährlich. Es wird nicht für Schulexperimente verwendet.


Sicherheit

Wichtig: Experimente mit elementarem Calcium, Strontium oder Barium, mit brennendem Magnesium und mit Bariumverbindungen gehören ausschließlich in die fachkundige Aufsicht. Beryllium und Radium sind für den Schulversuch ungeeignet. Brennende Metalle dürfen nicht mit Wasser gelöscht werden. Bei Magnesiumbrand werden geeignete Metallbrand-Löschmittel verwendet.


Merksätze

  1. Erdalkalimetalle stehen in der zweiten Hauptgruppe und besitzen zwei Außenelektronen.
  2. Sie bilden meist zweifach positiv geladene Ionen.
  3. Ihre Reaktivität nimmt im Allgemeinen von oben nach unten zu.
  4. Calcium, Strontium und Barium reagieren mit Wasser unter Bildung von Wasserstoff.
  5. Calcium-, Strontium- und Bariumionen zeigen typische Flammenfarben.
  6. In der Natur treten Erdalkalimetalle fast nur gebunden in Verbindungen auf.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Elemente gehören zu den Erdalkalimetallen? (Beryllium Magnesium Calcium Strontium Barium und Radium) (!Lithium Natrium Kalium Rubidium Caesium und Francium) (!Fluor Chlor Brom Iod und Astat) (!Helium Neon Argon Krypton Xenon und Radon)




In welcher Hauptgruppe stehen die Erdalkalimetalle? (In der zweiten Hauptgruppe) (!In der ersten Hauptgruppe) (!In der siebten Hauptgruppe) (!In der achten Hauptgruppe)




Wie viele Außenelektronen besitzen Erdalkalimetallatome? (Zwei) (!Eins) (!Drei) (!Acht)




Welche Ladung besitzen typische Erdalkalimetallionen? (Zweifach positiv) (!Einfach positiv) (!Einfach negativ) (!Zweifach negativ)




Welches Erdalkalimetall verbrennt mit besonders hellem Licht? (Magnesium) (!Barium) (!Radium) (!Beryllium)




Welche Flammenfarbe ist typisch für Strontiumsalze? (Rot) (!Blau) (!Violett) (!Farblos)




Welche Flammenfarbe ist typisch für Bariumverbindungen? (Grün) (!Orange) (!Violett) (!Weiß)




Welche Ionen sind wesentlich an der Wasserhärte beteiligt? (Calciumionen und Magnesiumionen) (!Natriumionen und Kaliumionen) (!Chloridionen und Iodidionen) (!Eisenionen und Kupferionen)




Was entsteht bei der Reaktion von Calcium mit Wasser zusätzlich zu Calciumhydroxid? (Wasserstoff) (!Sauerstoff) (!Chlor) (!Stickstoff)




Warum kommen Erdalkalimetalle in der Natur kaum elementar vor? (Weil sie reaktionsfreudig sind) (!Weil sie immer gasförmig sind) (!Weil sie keine Verbindungen bilden) (!Weil sie nur im Weltall vorkommen)





Memory

Beryllium gesundheitsschädlicher Staub
Magnesium helles Verbrennen
Calcium ziegelrote Flamme
Strontium intensiv rote Flamme
Barium grüne Flamme
Radium Radioaktivität
Wasserhärte Calcium- und Magnesiumionen
Außenelektronen Ionenladung zwei plus





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Beryllium besonders giftiger Staub
Magnesium Verbrennung mit hellem Licht
Calcium Bestandteil von Kalk und Knochen
Strontium rote Feuerwerksfarbe
Barium grüne Flammenfärbung
Radium radioaktives Erdalkalimetall






Kreuzworträtsel

Magnesium Welches Erdalkalimetall verbrennt mit sehr hellem Licht?
Calcium Welches Element ist ein wichtiger Bestandteil von Kalk und Knochen?
Strontium Welches Erdalkalimetall erzeugt eine intensive rote Flammenfarbe?
Barium Welches Erdalkalimetall erzeugt eine grüne Flammenfarbe?
Radium Welches Erdalkalimetall ist stark radioaktiv?
Kationen Wie heißen positiv geladene Ionen?





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Lückentext

Vervollständige den Text.
Die Erdalkalimetalle stehen in der

Hauptgruppe des Periodensystems. Ihre Atome besitzen

Außenelektronen. Bei der Ionenbildung entstehen meist zweifach positiv geladene

. Die Reaktivität nimmt innerhalb der Gruppe im Allgemeinen nach

zu. Magnesium verbrennt mit einem sehr

Licht. Calcium reagiert mit Wasser und bildet dabei Calciumhydroxid sowie

. Strontiumsalze färben die Flamme

. Bariumverbindungen können eine

Flammenfarbe erzeugen. Calcium- und Magnesiumionen tragen zur

bei. Kalkstein besteht hauptsächlich aus

. Radium ist aufgrund seiner Radioaktivität

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Element-Steckbrief: Gestalte einen Steckbrief zu einem Erdalkalimetall mit Symbol, Ordnungszahl, Vorkommen, Nutzung und Sicherheitsaspekt.
  2. Periodensystem markieren: Zeichne ein vereinfachtes Periodensystem und markiere die zweite Hauptgruppe.
  3. Flammenfarben-Plakat: Erstelle ein Plakat zu den Flammenfarben von Calcium, Strontium und Barium.
  4. Alltagsprodukte untersuchen: Suche auf Verpackungen oder Produktinformationen nach Calcium- oder Magnesiumverbindungen und dokumentiere drei Beispiele.


Standard

  1. Reaktionsgleichungen erklären: Erkläre mit eigenen Worten, warum bei der Reaktion von Calcium mit Wasser Wasserstoff entsteht.
  2. Wasserhärte vergleichen: Recherchiere die Wasserhärte zweier Orte und erkläre mögliche Folgen für Haushalt und Technik.
  3. Videobeobachtung: Analysiere ein Video zur Flammenfärbung und erstelle ein Beobachtungsprotokoll, ohne selbst gefährliche Stoffe zu verwenden.
  4. Gruppentrend-Modell: Baue ein Modell, das die zunehmenden Atomradien und die steigende Reaktivität nach unten veranschaulicht.


Schwer

  1. Beryllium-Sonderstellung: Vergleiche Beryllium mit Calcium und erkläre mindestens drei chemische Unterschiede.
  2. Experiment planen: Entwirf unter Lehrkraftaufsicht einen sicheren Plan zur Untersuchung von Wasserhärte, ohne giftige oder stark reaktive Stoffe einzusetzen.
  3. Anwendungsbewertung: Bewerte Nutzen und Risiken von Bariumsulfat als Kontrastmittel im Vergleich zu löslichen Bariumsalzen.
  4. Erklärvideo produzieren: Produziere ein kurzes Lernvideo, das Elektronenabgabe, Ionenbildung und Gruppentrend der Erdalkalimetalle verbindet.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Gruppentrend begründen: Begründe mit dem Schalenmodell, warum Calcium reaktiver als Magnesium ist.
  2. Unbekannte Probe auswerten: Eine Salzprobe färbt die Flamme intensiv rot. Entwickle eine begründete Vermutung und nenne eine zusätzliche Nachweismöglichkeit.
  3. Wasserkocher erklären: Erkläre, warum sich in Regionen mit hartem Wasser schneller Kesselstein bildet und wie eine Säure beim Entkalken wirkt.
  4. Sicherheitsentscheidung: Bewerte, welche der Stoffe Magnesiumband, Berylliumstaub, Calciumcarbonat und Radium für eine Schuldemonstration geeignet sind.
  5. Reaktionsschema übertragen: Übertrage die allgemeine Reaktionsgleichung mit Wasser auf Strontium und gleiche sie aus.
  6. Anwendung und Eigenschaft: Erkläre den Zusammenhang zwischen der Flammenfarbe von Strontiumverbindungen und ihrer Nutzung in Feuerwerk.




Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du:

  1. die sechs Erdalkalimetalle sicher benennen und im Periodensystem einordnen,
  2. die Bedeutung der zwei Außenelektronen für die Ionenbildung erklären,
  3. die Oxidationszahl +2 begründen,
  4. Gruppentrends zu Atomradius und Reaktivität erläutern,
  5. Reaktionsgleichungen mit Sauerstoff, Wasser und Chlor aufstellen,
  6. Flammenfarben den passenden Ionen zuordnen,
  7. wichtige Verbindungen und Anwendungen aus Alltag, Biologie und Technik erklären,
  8. Risiken von Beryllium, löslichen Bariumverbindungen und Radium beurteilen,
  9. Zusammenhänge zwischen Wasserhärte, Calciumcarbonat und Kesselstein darstellen.




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