Elektrotechnische Systeme analysieren - Technischer Systemplaner - LF 5 ETS
Einleitung
Im zweiten Ausbildungsjahr der Fachrichtung Elektrotechnische Systeme (ETS) analysierst du elektrische Baugruppen, liest und erstellst technische Unterlagen, ermittelst elektrische Größen, prüfst Funktionen und dokumentierst Fehler systematisch. Dieser vollständige aiMOOC erschließt Lernfeld 5 ETS des KMK-Rahmenlehrplans, Druckseite 34 (80 Stunden). Die Perspektive ist die Arbeit im Planungs- oder Ingenieurbüro, nicht die eigenständige Installation oder Prüfung von Netzspannungsanlagen. Du arbeitest mit fiktiven Aufträgen, sicherer Simulation, nachvollziehbaren Rechnungen und prüfbaren technischen Ergebnissen.
Sicherheitsgrenze: Versuche werden nur virtuell oder an fachlich freigegebenen, strombegrenzten Kleinspannungs-Lernsystemen unter befugter Aufsicht durchgeführt. Kein Experiment an Netzspannung, Verteilern oder unbekannten Betriebsmitteln! Dieser Kurs verleiht keine Elektrofachkraftqualifikation und ersetzt keine Unterweisung, vorgeschriebene Prüfung oder Freigabe.
Kundenauftrag, Systemgrenzen und technische Dokumente
Funktion und Betrieb verstehen
Bei der Analyse eines elektrotechnischen Systems fragst du: Welche Energieversorgung ist vorgesehen? Welche Bauteile und Baugruppen verbinden Eingänge mit Ausgängen? Welche Zustände müssen funktionieren? Wo liegen die Schnittstellen zu anderen Systemen? Welche Informationen fehlen? Eine typische Lernaufgabe ist die geplante Statusanzeige eines fiktiven Steuerungskastens. Sie besitzt eine 12-V-Gleichspannungsversorgung, einen Steuereingang, einen elektronischen Schalter und eine LED-Anzeige. Der Auftrag endet mit einer geprüften Planungsdokumentation, nicht mit einem Eingriff in eine reale Anlage.
Unterscheide Funktion (gewollte Wirkung), Betriebsverhalten (Verhalten bei verschiedenen Eingaben und Belastungen), Spezifikation (vereinbarte Anforderungen) und Prüfnachweis (reproduzierbarer Vergleich von Soll und Ist). Lege eine Systemgrenze fest und kennzeichne nur fiktive Projektangaben. Ein übersichtlicher Arbeitsplan lautet: Auftrag klären – Informationen beschaffen – Schaltung lesen – Größen berechnen – im Modell testen – Abweichungen beurteilen – Änderungen dokumentieren – fachliche Übergabe vorbereiten.
Schaltpläne und englische Datenblätter
Ein Stromlaufplan zeigt die logische elektrische Verbindung, nicht automatisch die räumliche Anordnung im Schaltschrank. Ein Aufbauplan beschreibt Einbauorte, ein Anschlussplan Verbindungen und Klemmen. Im Plan müssen Spannungsquelle, Schaltzeichen, Knoten, Anschlussbezeichnungen, Bezugs- und Betriebsmittelkennzeichen sowie ein eindeutiger Änderungsstand erkennbar sein. In der CAD-Anwendung nutzt du die passende, gepflegte Normsymbolbibliothek; überprüfe die einschlägige aktuelle Fassung der grafischen Symbole und betrieblichen Planvorgaben, statt eigene Symbole als verbindlich auszugeben.
Nutze auch englische Herstellerunterlagen: rated voltage = Bemessungsspannung, absolute maximum ratings = äußerste Grenzwerte, forward voltage = Durchlassspannung, collector current = Kollektorstrom, tolerance = Toleranz, test conditions = Messbedingungen. Der typische Wert einer LED-Durchlassspannung von 2,0 V kann sich mit Strom, Farbe und Temperatur ändern. Stelle stets fest, welche Kennwerte als Mindest-, typische oder Höchstwerte angegeben sind. Ein Grenzwert ist keine empfohlene Dauerbetriebsgröße. Der tatsächliche Bauteiltyp und seine Anschlussbelegung müssen anhand der Herstellerunterlagen geprüft werden.
Gleichstromkreise: Größen, Gesetze und Grundschaltungen
Rechnen mit Einheiten
Die elektrische Spannung U ist eine Potenzialdifferenz in Volt (V); die Stromstärke I beschreibt den Ladungsfluss in Ampere (A); der Widerstand R wird in Ohm (Ω) angegeben. Für einen ohmschen Widerstand unter passenden Bedingungen gilt U = R · I. Folglich I = U / R und R = U / I. Die Leistung wird als P = U · I in Watt (W), die Energie als E = P · t in Joule (J) bei Zeit in Sekunden berechnet. 1 kΩ = 1000 Ω, 1 mA = 0,001 A, 1 Wh = 3600 J. Die Einheitenprobe schützt vor Fehlberechnungen.
Rechenbeispiel: An einem ohmschen 240-Ω-Widerstand liegen 12 V. I = 12 V / 240 Ω = 0,05 A = 50 mA. P = 12 V · 0,05 A = 0,60 W. Ein üblicher 0,25-W-Widerstand ist dafür nicht ausreichend belastbar. Die geeignete Auswahl hängt neben der Belastbarkeit auch von Temperatur, Einbausituation und Herstellerhinweisen ab.
Reihe, Parallel, Kirchhoff
In einer Reihenschaltung fließt durch alle Bauteile derselbe Strom; die Teilspannungen addieren sich und R_ges = R1 + R2. In einer Parallelschaltung liegt an jedem Zweig dieselbe Spannung; die Ströme addieren sich und 1/R_ges = 1/R1 + 1/R2. Die Knotenregel bilanziert Zu- und Abflüsse von Strömen; die Maschenregel bilanziert Spannungen auf einer geschlossenen Schleife. Für nichtlineare Bauteile wie Dioden gelten die einfachen Widerstandsformeln nicht unverändert.
Beispiel: 1 kΩ und 2 kΩ liegen parallel an 12 V. Es fließen I1 = 12 mA und I2 = 6 mA, also zusammen 18 mA. R_ges ≈ 667 Ω. Bei denselben Widerständen in Reihe ergibt sich R_ges = 3 kΩ und I = 4 mA. Häufige Fehler: Parallelschaltungswiderstände addieren, mA mit A verwechseln, fehlende Spannungsbilanz und fehlende Einheit.

Bild: Grundprinzip von Reihen- und Parallelschaltungen. Die Illustration enthält eigene 9-V-Beispiele und ist nicht die obige 12-V-Rechnung. Quelle und Lizenz im OER-Abschnitt.
Deutschsprachiges Lernvideo: Think Logic – Das Ohmsche Gesetz, Reihen- und Parallelschaltung. Kontrolliere die Rechenwege unabhängig vom Video.
Wechselstrom und symmetrische Drehstromsysteme
Sinus, Effektivwert und Impedanz
Bei Gleichspannung bleibt die ideale Quellspannung zeitlich konstant. Bei Wechselspannung verändert sich die Polarität periodisch. Die Frequenz f ist in Hertz angegeben, die Periodendauer beträgt T = 1/f. Für eine sinusförmige Spannung gilt U_eff = U_Scheitel / √2. Bei 12 V Effektivwert ergibt sich U_Scheitel ≈ 16,97 V. Ein Effektivwert ist kein Spitzenwert. Bei rein ohmscher Last lassen sich mit Effektivwerten I_eff = U_eff / R und P = U_eff · I_eff rechnen; bei Phasenverschiebungen ist der Leistungsfaktor zu berücksichtigen.

Bild: Zeitlicher Wechselstromverlauf als Orientierung für Periode, Nulldurchgang und Scheitelwert.
Ein Kondensator speichert Energie im elektrischen Feld, eine Spule im magnetischen Feld. Unter sinusförmigen Bedingungen sind die Blindwiderstände X_L = 2 · π · f · L und X_C = 1 / (2 · π · f · C). Bei 50 Hz besitzt L = 0,1 H einen induktiven Blindwiderstand von rund 31,4 Ω; C = 100 µF besitzt einen kapazitiven Blindwiderstand von rund 31,8 Ω. Anders als bei einem ohmschen Widerstand hängen Betrag und Phasenbeziehungen von der Frequenz ab. Für gemischte Wechselstromkreise braucht man eine sachgerechte Impedanzrechnung, nicht bloß das arithmetische Addieren dieser Zahlen.
Stern, Dreieck und Drehstromleistung
Das ideale symmetrische Drehstromsystem besteht aus drei gleich großen sinusförmigen Phasenspannungen mit je 120° Verschiebung. In einer symmetrischen Sternschaltung ist die Außenleiterspannung √3-mal so groß wie die Strangspannung; im symmetrischen Dreieck entspricht die Außenleiterspannung der Strangspannung. Diese Beziehungen nicht ohne Prüfung auf unsymmetrische Systeme übertragen! Bei symmetrischer sinusförmiger Last: P = √3 · U_Außenleiter · I_Außenleiter · cos φ. Rein rechnerisch führen 400 V, 2 A und cos φ = 0,8 zu P ≈ 1,732 · 400 · 2 · 0,8 ≈ 1108 W. Es handelt sich nur um eine Theorieaufgabe; sie erlaubt keine praktische Netzspannungsmessung.

Bild: Sternschaltung mit gemeinsamem Mittelpunkt, als Funktionsschema und nicht als freigegebener Installationsplan.
Bauelemente, Elektronik und Transistor als Schalter
Funktionen und Betriebsgrenzen
Widerstände können Strom begrenzen oder Spannungen teilen, Kondensatoren Ladung speichern und Wechselstromverhalten beeinflussen, Spulen magnetische Energie speichern. Eine Diode besitzt ein richtungsabhängiges Strom-Spannungs-Verhalten; die LED wandelt einen Teil elektrischer Energie in Licht und benötigt eine geeignete Strombegrenzung. Schutzelemente und Sicherungen sind nur nach fachlicher Auslegung wirksam und ersetzen keine vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen.
Ein Bipolartransistor besitzt Basis, Kollektor und Emitter. Der hier untersuchte NPN-Transistor kann als elektronischer Schalter arbeiten: Ohne geeigneten Basisstrom ist der Kollektorzweig näherungsweise gesperrt; mit ausreichender Basisansteuerung kann er leitend und möglichst gesättigt sein. Das vereinfachte Modell nutzt U_BE ≈ 0,7 V und U_CE,sat ≈ 0,2 V. Diese Werte sind Annahmen, keine Garantie; Datenblätter geben Bedingungen und Grenzen vor. Nutze einen Basisvorwiderstand, überprüfe Nenn- und Grenzströme, Leistung, Anschlussbelegung und gegebenenfalls Schutzbeschaltung bei induktiven Lasten.

Bild: Allgemeines Funktionsprinzip eines NPN-Schalters mit Last und Basiswiderstand.
Deutschsprachiges Fachvideo: FearlessEngineers – NPN-Transistor als Schalter nutzen. Die erläuterte LED-Schaltung ist als Modell zu analysieren, nicht unbesehen im Betrieb nachzubauen.
Nachhaltigkeit in der Planungsentscheidung
Bei der Auswahl zählt die Lebensdauer ebenso wie Leistungsaufnahme, Reparierbarkeit, Ersatzteilverfügbarkeit und Rohstoffeinsatz. Eine Dauerverlustleistung von 0,5 W verursacht in 8760 Betriebsstunden rechnerisch 4,38 kWh. Ein geringerer Stand-by-Verbrauch kann vorteilhaft sein, darf jedoch sicherheitsrelevante Funktionen nicht beeinträchtigen. Gib Annahmen, Betriebszeiten und Zielkonflikte offen an und vermeide die pauschale Behauptung, eine einzelne Komponente sei immer nachhaltig.
Elektrische Messverfahren, Prüfung und Fehleranalyse
Sichere Messplanung und Protokoll
Ein Voltmeter misst grundsätzlich zwischen zwei Punkten und wird parallel angeschlossen. Ein Amperemeter wird für die direkte Strommessung in den vorgesehenen Strompfad geschaltet. Falsche Strombuchsen oder Messbereiche können Kurzschluss und Schäden verursachen. Beachte die Anleitung, zulässigen Messkategorien und die fachliche Zuständigkeit. Hier werden nur virtuelle Messpunkte und gegebenenfalls beaufsichtigte Kleinspannungs-Lernsysteme verwendet.

Bild: Multimeter-Illustration mit Spannungseinstellung.

Bild: Multimeter-Illustration mit Stromeinstellung; kein Ersatz für die Bedienungsanleitung.
Ein gutes Messprotokoll nennt Planrevision, Messziel, Messpunkt, Verfahren, Betriebszustand, Einheit, Sollwert, Istwert und Bewertung. In einer Simulation zeigt das Modell 9,7 mA statt 10,0 mA: absolute Abweichung -0,3 mA; relative Abweichung -3 %. Prüfe, ob Rundung, Parameter, Toleranzen oder eine falsche Schaltung den Unterschied erklären. Eine Abweichung ist nicht automatisch ein Defekt. Dokumentiere die Aussagegrenzen virtueller Ergebnisse.
Sicherheitsregeln, Rollen und Fehlerstrategie
Die DKE nennt die fünf Sicherheitsregeln für Arbeiten im spannungsfreien Zustand: (1) Freischalten, (2) Gegen Wiedereinschalten sichern, (3) Spannungsfreiheit feststellen, (4) Erden und kurzschließen, (5) Benachbarte unter Spannung stehende Teile abdecken oder abschranken. Du führst diese Tätigkeiten an realen Anlagen nicht im Rahmen dieses Kurses selbst durch. Erforderlich sind passende Qualifikation, Beauftragung, Verantwortlichkeiten und betriebsspezifische Maßnahmen. Die BetrSichV § 14, DGUV Information 203-071 und DGUV Information 203-072 erläutern rechtliche und organisatorische Rahmenbedingungen für Prüfungen. Das maßgebliche aktuelle Regelwerk und Herstellerangaben sind vor betrieblichen Handlungen zu prüfen.
Fehleranalyse als ungefährliche Simulation: Erwartung beschreiben – Schaltplan verfolgen – Fehlerhypothese formulieren – virtuelle Messpunkte auswählen – jeweils nur eine Modellvariable ändern – Soll-Ist-Vergleich – Befund und Planänderung dokumentieren. Untersuche beispielsweise falsche LED-Polung, fehlende gemeinsame Masse oder vertauschte Transistoranschlüsse. Keine gefährlichen Kurzschlussversuche an realen Geräten. Bei unbekannten Fehlern an echten Anlagen ist die Tätigkeit zu stoppen und eine befugte Elektrofachkraft einzubeziehen.
Datenschutz und Digitalisierung: Sichere CAD-Dateien mit Versionsstand und abgestuften Zugriffsrechten. Nutze keine echten Kunden-, Beschäftigten- oder Lerndaten in frei zugänglichen Simulationen, KI-Anwendungen oder Kursprojekten. Automatisch erzeugte Pläne bedürfen technischer Prüfung; die Verantwortung kann nicht an Software abgegeben werden. Arbeits- und Gesundheitsschutz, Umweltwirkungen und Datensicherheit werden bereits bei der Anforderungsklärung berücksichtigt.
Durchgerechneter Praxisfall: 12-V-Statusanzeige
Fiktiver Auftrag und konkreter Arbeitsplan
Ein fiktives Planungsteam soll eine 12-V-Statusanzeige mit LED und elektronischem NPN-Schalter prüfen und dokumentieren. Nur der digitale Modellnachweis ist gefordert. Versorgung 12 V DC; angenommen U_LED = 2,0 V, U_CE,sat = 0,2 V, U_BE = 0,7 V; Zielstrom der LED ungefähr 10 mA. Das Steuersignal kann zwischen 0 V und 12 V wechseln. Ein passender Kleinleistungstransistor muss vor einer realen Umsetzung aus Herstellerdaten und im Verantwortungsbereich einer Elektrofachkraft ausgewählt werden.
Arbeitsplan:
- Auftragsanalyse: Eingänge, Ausgänge, Betriebszustände, Anforderungen und rein virtuellen Prüfumfang festlegen.
- Stromlaufplan: Quelle, LED, Lastwiderstand, NPN-Transistor, Basiswiderstand, Steuereingang und gemeinsame Masse mit Kennzeichnungen zeichnen.
- Elektrische Berechnung: Laststrom, Vorwiderstand, Basisstrom und Bauteilleistungen mit Einheiten bestimmen.
- Simulation: Das Modell in Falstad nachbilden und die EIN-/AUS-Zustände prüfen.
- Prüfprotokoll: Virtuelle Spannungen und Ströme mit den berechneten Werten vergleichen und Abweichungen begründen.
- Qualitätssicherung: Einen rein virtuellen Fehler analysieren, Planrevision und fachliche Übergabe dokumentieren.
Schaltung als Zeichenanweisung: +12 V → R_LED = 1,0 kΩ → Anode der roten LED → LED-Kathode → Kollektor von Q1 (NPN); Emitter von Q1 an 0 V. Das 12-V-Steuersignal geht ausschließlich über R_B = 10 kΩ zur Basis. Ein optionaler Pulldown mit 100 kΩ verbindet Basis und Emitter. Der Steuereingang ist im AUS-Zustand 0 V; die Modellmasse ist gemeinsam. Zeichne Verbindungen und Knoten eindeutig. Niemals den Basiswiderstand weglassen oder eine beliebige Transistor-Pinfolge annehmen.
Nachvollziehbare Berechnung
LED-Vorwiderstand: Bei EIN beträgt die angenommene Spannung über R_LED: 12 - 2,0 - 0,2 = 9,8 V. Für 10 mA wäre R = 9,8 V / 0,010 A = 980 Ω. Gewählt: 1,0 kΩ. Resultierender Laststrom I_C ≈ 9,8 V / 1000 Ω = 9,8 mA. Widerstandsleistung P_R = I² · R ≈ 0,096 W, sodass die Annahme eines 0,25-W-Typs zunächst plausibel ist; Einbaubedingungen und Datenblatt prüfen.
Basisvorwiderstand: U_RB = 12 V - 0,7 V = 11,3 V; I_RB = 11,3 V / 10 kΩ = 1,13 mA. Beim zusätzlichen Pulldown fließen etwa 0,7 V / 100 kΩ = 0,007 mA am Basisknoten vorbei; I_B ≈ 1,123 mA. Die erzwungene Verstärkung I_C / I_B beträgt rund 8,7. Das ist ein prüfbarer Planungsansatz, jedoch kein Nachweis der Sättigung eines bestimmten Transistortyps. P_RB = 11,3² / 10000 ≈ 0,0128 W und P_Q1 ≈ 0,2 V · 0,0098 A ≈ 0,002 W. Jede Rechnungsannahme ist im Datenblatt zu kontrollieren.
Prüfbares Modell-Ergebnis:
| Prüfpunkt | Erwartung | Geforderter Nachweis |
|---|---|---|
| Steuersignal AUS bei 0 V | LED aus, Strom näherungsweise 0 mA | Screenshot mit bezeichneten virtuellen Messpunkten |
| Steuersignal EIN bei 12 V | LED leuchtet, Laststrom ungefähr 9,8 mA | Screenshot plus Soll-Ist-Wert mit Einheit |
| Spannungsbilanz EIN | 9,8 V am Widerstand, 2,0 V LED, 0,2 V am Transistor | Summe und vereinfachte Modellbedingungen erläutert |
| Anschluss- und Berechnungsprüfung | R_LED 1 kΩ und R_B 10 kΩ, richtige Diodenpolung | eigener Stromlaufplan und Rechenblatt |
Virtuelle Fehlersuche: Kehre nur im Simulator die LED-Polung um. Beschreibe die erwartete und beobachtete Folge, stelle den Sollzustand wieder her und sichere die Änderung als neue Revision. Keine Übertragung dieser Störsimulation auf einen realen Aufbau ohne beauftragte Fachaufsicht.
Bewertungsraster: Für jedes Kriterium 0 bis 4 Punkte: 0 = fehlt oder falsch; 1 = kaum nachvollziehbar; 2 = teilweise erfüllt; 3 = weitgehend fachlich korrekt; 4 = vollständig korrekt, begründet und prüfbar. Bewertet werden Anforderungsanalyse und Sicherheitsabgrenzung, Schaltplan, Berechnungen und Datenblätter, virtuelle Prüfung und Soll-Ist-Protokoll sowie Fehlersuche und Revision. Maximal 20 Punkte. 16–20: gut prüfbarer Lernnachweis; 11–15: gezielte Überarbeitung; 0–10: grundlegende Korrektur. Unabhängig von der Punktzahl darf kein gefährlicher realer Eingriff erfolgen; das Raster ist keine elektrische Prüfbescheinigung.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Fachwissen prüfen
Was gilt für die Spannung an zwei parallel geschalteten ohmschen Widerständen? (Sie ist an beiden Widerständen gleich groß) (!Sie ist immer am ersten Widerstand doppelt so groß) (!Sie addiert sich zu jeder der beiden Teilspannungen) (!Sie ist unabhängig von der Quelle immer null)
Zwei Widerstände mit 1 kΩ und 2 kΩ sind an 12 V in Reihe geschaltet. Wie groß ist der Strom? (4 mA) (!6 mA) (!12 mA) (!18 mA)
Welche Leistung ergibt sich für 12 V und 0,1 A an einer ohmschen Last? (1,2 W) (!0,12 W) (!12 W) (!120 W)
Wie groß ist bei einem idealen Sinus mit 12 V Effektivwert der Scheitelwert ungefähr? (17 V) (!8,5 V) (!12 V) (!24 V)
Wie groß ist die Phasenverschiebung bei idealem symmetrischem Drehstrom zwischen benachbarten Phasen? (120 Grad) (!30 Grad) (!90 Grad) (!180 Grad)
Was ist die Hauptaufgabe des Basiswiderstands eines NPN-Schalters? (Er begrenzt den Basisstrom) (!Er ersetzt den Lastwiderstand der LED) (!Er erzeugt automatisch drei Wechselstromphasen) (!Er macht jede Datenblattprüfung überflüssig)
Wie wird ein Strommessgerät für eine direkte Strommessung korrekt in den vorgesehenen Messkreis integriert? (In Reihe in den zu messenden Strompfad) (!Parallel zur Spannungsquelle wie ein Kurzschluss) (!Ohne Verbindung mit dem Stromkreis) (!An die Isolierung einer beliebigen Leitung)
Wie gehst du mit einem typischen Datenblattwert fachgerecht um? (Du kontrollierst die zugehörigen Bedingungen und garantierten Grenzwerte) (!Du behandelst ihn als in jedem Zustand garantierten Maximalwert) (!Du ignorierst die Bauteiltemperatur immer) (!Du ersetzt dadurch die gesamte Prüfung)
Welche der fünf Sicherheitsregeln wird zuerst genannt? (Freischalten durch befugte Personen) (!Erden ohne Kenntnis des Anlagenzustands) (!Unter Spannung arbeiten ohne Prüfung) (!Spannungsprüfer beliebig ersetzen)
Welcher Strom fließt rechnerisch durch 10 kΩ bei 11,3 V? (1,13 mA) (!11,3 mA) (!113 mA) (!0,113 A)
Memory
| Spannungsquelle | Stellt eine Potenzialdifferenz an ihren Anschlüssen bereit |
| Knotenregel | Bilanziert die Summe ein- und ausfließender Ströme |
| Effektivwert | Beschreibt die vergleichbare Wärmeleistung einer Wechselgröße |
| Sternpunkt | Gemeinsamer Verbindungspunkt dreier Zweige in einer Sternschaltung |
| Basiswiderstand | Begrenzt den Steuerstrom eines Bipolartransistors |
| Messprotokoll | Dokumentiert Messbedingungen, Werte und Bewertung |
Drag-and-drop
| Passender Fachbegriff | Zugehörige Aufgabe |
|---|---|
| Schaltplananalyse | Bauteilanschlüsse und Knoten im Stromkreis verfolgen |
| Leistungsberechnung | Spannung und Strom mit den passenden Einheiten multiplizieren |
| Datenblattprüfung | Betriebsbedingungen und Grenzwerte beurteilen |
| Simulation | Gefahrlos einen Modellzustand verändern und virtuelle Messwerte lesen |
| Versionsdokumentation | Planänderung mit Revisionsstand nachvollziehbar festhalten |
Kreuzworträtsel
| Spannung | Welche Größe hat die Einheit Volt? |
| Widerstand | Wie heißt die elektrische Größe mit der Einheit Ohm? |
| Transistor | Welches aktive Halbleiterbauelement steuert hier den LED-Zweig? |
| Effektivwert | Welcher Kennwert beschreibt die äquivalente Heizwirkung eines Sinus? |
| Sternschaltung | Welche Drehstromverbindung besitzt einen gemeinsamen Sternpunkt? |
| Messprotokoll | Welche schriftliche Aufzeichnung hält Soll, Ist und Prüfbedingungen fest? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Schaltzeichen: Skizziere sechs grundlegende elektrische Schaltzeichen und erläutere ihre Funktionen.
- Ohmsches Gesetz: Berechne I und P bei 12 V an einem ohmschen 300-Ω-Widerstand einschließlich Einheiten.
- Reihenschaltung: Vergleiche zwei Widerstände von 1 kΩ und 2 kΩ einmal in Reihe und einmal parallel an 12 V.
- Fachenglisch: Erstelle eine deutsch-englische Lernkarte mit acht Begriffen aus einem frei verfügbaren Bauteildatenblatt.
Standard
- Wechselstrom: Erstelle ein beschriftetes Diagramm mit Periodendauer, Scheitel- und Effektivwert.
- Drehstrom: Zeichne eine symmetrische Sternschaltung und erkläre Strangspannung und Außenleiterspannung.
- Messplanung: Entwickle für ein 12-V-Modell einen virtuellen Messplan mit Messpunkten, Anschlussarten und Einheiten.
- Transistor: Simuliere die 12-V-LED-Schaltung des Praxisfalls mit EIN-/AUS-Zustand und nachvollziehbarem Protokoll.
Schwer
- Fehleranalyse: Untersuche in einer kopierten Simulation zwei einzeln eingesetzte Fehlermodelle und begründe die Symptome.
- Datenblattvergleich: Vergleiche zwei aktuelle öffentlich zugängliche NPN-Datenblätter im Hinblick auf den modellierten Laststrom und die Schaltbedingungen.
- Energieeffizienz: Vergleiche 0,1 W und 0,5 W Dauerleistungsverlust über 8760 h und begründe eine verantwortliche Wahl.
- Digitale Dokumentation: Produziere ein kurzes Bildschirmvideo mit eigenem Schaltplan, Berechnungen, Simulation, Prüfprotokoll und Sicherheitsabgrenzung ohne echte Betriebs- oder Personendaten.


Lernkontrolle
- Anforderungsanalyse: Formuliere fünf prüfbare Anforderungen aus dem fiktiven Statusanzeigenauftrag und ordne jeweils einen Nachweis zu.
- Stromkreisberechnung: Bestimme für 12 V mit 1 kΩ und 2 kΩ die Ströme bei Reihen- und Parallelschaltung und begründe den Unterschied.
- Leistung: Prüfe die Belastbarkeit eines 0,25-W-Widerstands bei 12 V und 240 Ω; erkläre Risiken einer falschen Auswahl.
- Wechselspannung: Begründe und berechne den Unterschied zwischen 12 V Sinus-Effektivwert und Scheitelwert.
- Drehstrom: Berechne die symmetrische Wirkleistung bei 400 V, 2 A und cos φ = 0,8; nenne die Annahmen und Sicherheitsgrenze.
- Fehlerdiagnose: Formuliere einen sicheren Diagnoseplan für eine im Simulator dunkle LED trotz 12-V-Steuersignal.
- Qualitätssicherung: Bewerte ein fiktives Messprotokoll ohne Einheit oder Revision und erläutere notwendige Verbesserungen.
Lernnachweis
Konkretes Produkt: Du übergibst eine vollständige technische Projektmappe für die rein virtuelle 12-V-Statusanzeige: Auftragsanalyse und Systemgrenze, eigener Stromlaufplan, Stück- und Bauteilliste mit Datenblattbezug, Rechenblatt samt Annahmen und Einheiten, dokumentierte EIN-/AUS-Simulation, Soll-Ist-Tabelle, Fehleranalyse mit Korrekturstand und kurze Reflexion zu Arbeitssicherheit, Nachhaltigkeit, Datenschutz und digitaler Dateiverwaltung. Eine andere Person soll deine Berechnung und Simulation ohne zusätzliche mündliche Hinweise nachvollziehen können. Dazu erfolgt eine fünfminütige Präsentation mit Rückfragen. Verwende das 20-Punkte-Raster aus dem Praxisfall; prüfe vor Abgabe insbesondere Knoten, Polungen, Leistungen, Planrevision und Datenblattannahmen.
Transferleistung: Passe die virtuelle Schaltung für einen anderen angemessenen Modell-LED-Strom an und begründe die neue Widerstandsberechnung; überprüfe die Bauteilgrenzen erneut. Selbstkontrolle, Partnerfeedback und fachliche Rückmeldung sind getrennte Schritte. Weder ein positives Rasterergebnis noch der Kurs sind eine amtliche Anerkennung, Prüfungszulassung oder Freigabe zum Arbeiten an elektrischen Anlagen. Betrieblichen Ausbildungsplan, zuständige Kammer und geltenden Landeslehrplan beachten.
OER und Wikipedia
Offizielle Grundlagen und Arbeitsschutz:
- KMK-Rahmenlehrplan: Technischer Systemplaner, Lernfeld 5 ETS, Druckseite 34 – Kompetenzrahmen von 2011, aktueller Landeslehrplan gesondert prüfen.
- BIBB-Berufsprofil für Elektrotechnische Systeme – Fachrichtung ETS, Ausbildungsordnung und Profil.
- Bundesrecht: Ausbildungsordnung Technischer Systemplaner – jeweils geltende konsolidierte Fassung prüfen.
- DKE: Betrieb elektrischer Anlagen – Sicherheitsrollen, DIN VDE 0105-100 und Sicherheitsregeln; Normenstände und Herstelleranweisungen im Betrieb aktuell abgleichen.
- BetrSichV § 14 und DGUV Information 203-071 sowie DGUV Information 203-072 – Organisation und fachliche Anforderungen an Prüfungen.
- PhET: Gleichstrom-Schaltungssimulation und Falstad Circuit Simulator – sichere Lern- und Modellalternativen mit eigenen hypothetischen Daten.
Geprüfte Wikimedia-Commons-Abbildungen, Urheber und Dateilizenzen:
| Datei | Quelldatei und Motiv | Urheber laut Commons | Lizenz laut Commons |
|---|---|---|---|
| File:Series and parallel circuits.svg | Reihen- und Parallelschaltungen | Xyzzy n (auf Commons angenommen) | CC BY-SA 3.0 |
| File:Alternating-current-diagram.svg | Wechselstromdiagramm | MikeRun | CC BY-SA 4.0 |
| File:Three-phase star schematic.svg | Drehstrom-Sternschaltung | Marti Raudsepp (Intgr) | Gemeinfrei erklärt |
| File:Transistor as switch.svg | NPN als Schalter | FDominec | Gemeinfrei erklärt |
| File:Multimeter-voltage.svg | Multimeter für Spannung | rones, Bearbeitung MikeRun | CC BY-SA 3.0 |
| File:Multimeter-current.svg | Multimeter für Strom | rones, Bearbeitung MikeRun | CC BY-SA 3.0 |
Namensnennung und sonstige Bedingungen laut den verlinkten Commons-Dateiseiten beachten. Die geprüften Commons-Dateien müssen vom jeweiligen Wiki technisch eingebunden werden können.
Geprüfte deutschsprachige Fachvideos (keine offene Nachnutzungslizenz behauptet):
- Think Logic – Das Ohmsche Gesetz EINFACH erklärt! – YouTube, fachlicher Themenbezug: U, I, R und Grundschaltungen; Rechte nach Plattform- und Anbieterbedingungen.
- FearlessEngineers – NPN-Transistor als Schalter nutzen – YouTube, fachlicher Themenbezug: LED, Vorwiderstände und Transistorbetrieb; Rechte nach Plattform- und Anbieterbedingungen.
Ergänzende Wikipedia-Ressource:
Fachbegriffe zum Weiterlernen: Stromkreis, Kirchhoffsche Regeln, Wechselstrom, Drehstrom, Transistor, Elektrosicherheit, Messunsicherheit.
Verknüpfte Lernbereiche
|
Fachrichtungsbezug: Andere Fachrichtungen der technischen Systemplanung werden lediglich bei gemeinsamen Methoden wie CAD und Dokumentation vergleichend berührt; sie begründen hier keine weiteren Pflichtinhalte.
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