Einen Wareneingangsfall vollständig bearbeiten - Wareneingang und Lagerentscheidungen - Ausbildung
Einen Wareneingangsfall vollständig bearbeiten - Wareneingang und Lagerentscheidungen - Ausbildung
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Einleitung
Du bearbeitest in diesem vollständigen aiMOOC einen fiktiven Wareneingang von der angekündigten Lieferung über den Belegabgleich und die Prüfung bis zur dokumentierten Lagerentscheidung. Zielgruppe sind Fachlageristen und Fachlageristinnen sowie Fachkräfte für Lagerlogistik im ersten Ausbildungsjahr. Du übst Mengenrechnen, Mängelbewertung, Kommunikation, Lagerplatzwahl und die Buchung von verfügbaren und gesperrten Beständen. Alle Namen, Artikel, Belege, Maße und Vorgänge des Falls sind erfunden.
Lernziele: Du unterscheidest Bestellmenge, tatsächlich angelieferte Menge, geprüfte Menge, gesperrte Menge und frei verfügbaren Bestand. Du wählst bei Abweichungen die nächsten Schritte und begründest eine sichere Lagerentscheidung. Praktische Tätigkeiten erfolgen ausschließlich unter qualifizierter Aufsicht und nach betrieblichen Vorgaben; dieser Lernkurs ersetzt keine Unterweisung oder Befähigung.
Schulischer Bezug: Lernfeld 1 „Güter annehmen und kontrollieren“ (80 Unterrichtsstunden im ersten Ausbildungsjahr) im KMK-Rahmenlehrplan für Fachlagerist/Fachlageristin, Beschluss 25.03.2004, und entsprechend für Fachkraft für Lagerlogistik. Dieses schulische Lernfeld ist nicht mit der betrieblichen Ausbildungsordnung gleichzusetzen. Betrieblicher Bezug: Die Verordnung über die Berufsausbildung im Lagerbereich vom 26.07.2004 (LWLogAusbV) nennt für die Ausbildung unter anderem Annahme von Gütern, Güterkontrolle und qualitätssichernde Maßnahmen sowie Lagerung von Gütern. Stand der Quellenprüfung: 21.10.2026. Der Kurs beansprucht keine rechtliche oder fachliche Vollfreigabe.

Bild: Palettenlager als Anschauung, nicht der fiktive Betrieb. Quelle: Wikimedia Commons, Urheber: heb, Lizenz: CC BY-SA 3.0. Keine Bildbearbeitung.
Der Auftrag und die Ausgangsdaten
Ein vollständig fiktiver Ausbildungsfall
Es ist der 14. Oktober 2026, 09:15 Uhr. Die erfundene Musterlager Süd GmbH erwartet die Bestellung BE-1047 vom fiktiven Lieferanten Montagebedarf Nord. Ein Frachtführer meldet die Sendung an Tor 2. Du arbeitest im Wareneingang zusammen mit deiner ausbildenden Fachkraft. Liefer- und Bestellpositionen sind auf eine einheitliche Einheit Stück bezogen; Kartons sind nur Verpackungseinheiten.
| Artikel | Bestellt | Verpackung | Erwartete Stückzahl | Tatsächlich angeliefert |
|---|---|---|---|---|
| Schraubenset S100 | 12 Kartons | 24 Stück je Karton | 288 Stück | 12 Kartons; davon 11 mit je 24 und einer mit 16 Stück |
| Schutzkappe K200 | 5 Kartons | 40 Stück je Karton | 200 Stück | 4 unbeschädigte Kartons mit je 40 Stück |
| Gesamt | 17 Kartons | — | 488 Stück | 16 Kartons mit zusammen 440 Stück |
Auf dem Lieferschein LS-778 sind für S100 12 Kartons und für K200 5 Kartons angegeben. Die tatsächlich angelieferten 16 Packstücke weichen somit bereits von den auf dem Lieferschein angegebenen 17 ab. Ein S100-Karton ist sichtbar eingedrückt und feucht. Nach angeleiteter, sicherer Detailprüfung wird im betroffenen Karton eine Stückzahl von 16 statt 24 festgestellt; seine gesamte Ware bleibt vorsorglich gesperrt, bis die zuständige Fachkraft über die Qualitätsfreigabe entscheidet. Die Verpackung von K200 ist äußerlich unauffällig.
Begriffe: Eine Bestellung beschreibt den beauftragten Bedarf. Der Lieferschein nennt die vom Absender behauptete Lieferung. Der Istbestand ist die tatsächlich erfasste Menge. Eine Sperrmenge darf bis zur Freigabe nicht verwendet werden. Eine Fehlmenge ist die Differenz zwischen Soll- und Istmenge. Ein Packstück ist eine abgegrenzte Versandverpackung; ein Packstück ist nicht automatisch ein Stück des darin befindlichen Artikels.
Die Leitfrage
Wie kannst du korrekt dokumentieren, welche 424 Stück frei verfügbar, welche 16 Stück gesperrt und welche 48 Stück nicht geliefert wurden, ohne ungesicherte Ware versehentlich für die Produktion freizugeben? Die folgenden Kapitel führen dich schrittweise zur Lösung.
Annahme und Sicherheit am Tor
Ankunft, Kennzeichnung und Zuständigkeiten
Bei Eintreffen vergleichst du unter Aufsicht Lieferadresse, Bestellnummer, Absender, Packstückzahl und sichtbaren Zustand der Sendung. Achte auf Schutzkleidung, markierte Verkehrswege, Kippgefahren und beschädigte Ladungsträger. Sorge für sichere Kommunikation mit dem Fahrer und der verantwortlichen Fachkraft. Öffne die Fahrzeugtür, betrete den Ladebereich und bewege Lasten nicht eigenmächtig; solche Arbeiten folgen der betrieblichen Gefährdungsbeurteilung und der Freigabe durch qualifizierte Personen.
Äußere Kontrolle: Laut Lieferschein sollen 17 Kartons geliefert werden; du zählst 16. Ein Karton weist Quetschspuren und Feuchtigkeit auf. Beides wird bereits vor einer etwaigen Quittierung als Abweichung dokumentiert. Eine Unterschrift darf nicht leichtfertig als vorbehaltlose Schadensfreiheit verstanden werden. Welcher Vorbehalt oder welches Empfangsdokument verwendet wird, entscheidet der konkrete Vertrag und der betriebliche Prozess.

Bild: Flurförderzeuge im Lager; das Bild ist keine Fahranleitung. Quelle: Wikimedia Commons, Urheber: Mdornseif, Lizenz: CC BY-SA 4.0. Keine Bildbearbeitung.
Audio-Fachwort: Gabelstapler (Aussprache). Quelle: Wikimedia Commons, Aufnahme von Jeuwre, CC BY-SA 4.0. Dies ist eine Wort-Aussprache, keine technische Unterweisung.
Kontrollpunkt und Protokoll
Sichere Feststellungen: Datum und Uhrzeit 14.10.2026, 09:15 Uhr; Tor 2; Bestellung BE-1047; Lieferschein LS-778; 16 statt 17 Packstücke; S100-Karton eingedrückt und feucht. Die konkrete Schadensart ist zunächst eine Beobachtung, noch keine abschließende Aussage über die Verwendbarkeit des Inhalts. Fertige keine heimlichen Personenfotos an. Im Modell genügen fiktive Kennungen, Zahlen und eine Sachbeschreibung.
Lernvideo (deutsch):
Prozubi: Die Wareneingangskontrolle, veröffentlicht 16.10.2014. Ergänzendes Lernvideo; das fiktive Beispiel und die betrieblichen Anweisungen sind maßgeblich.
Dokumenten- und Mengenprüfung
Belege richtig gegeneinander abgleichen
Du prüfst drei verschiedene Aussagen: Die Bestellung BE-1047 ist der Sollauftrag; der Lieferschein LS-778 gibt an, was nach Darstellung des Lieferanten versandt wurde; das Zählprotokoll enthält, was vor Ort tatsächlich angekommen ist. Vergleiche Artikelnummern, Verpackungseinheiten, Mengen und Lieferadresse. Ein Barcode kann die Identifikation beschleunigen, ersetzt aber nicht den Vergleich mit Artikel und Stückzahl.

Bild: Beispiel für ein Barcodeetikett, nicht Teil der Modelllieferung. Quelle: Wikimedia Commons, Urheber: Aikzhobi, Lizenz: CC BY-SA 4.0. Keine Bildbearbeitung.
Nachrechnen ohne Einheitenfehler
Schraubenset S100: Soll = 12 × 24 Stück = 288 Stück. Ist = 11 × 24 + 1 × 16 = 264 + 16 = 280 Stück. Fehlmenge = 288 − 280 = 8 Stück. Wegen des beschädigten Kartons werden 16 Stück gesperrt; die übrigen 264 Stück können nach positiver Prüfung und betrieblicher Freigabe verfügbar werden.
Schutzkappe K200: Soll = 5 × 40 = 200 Stück. Ist = 4 × 40 = 160 Stück. Fehlmenge = 200 − 160 = 40 Stück. Alle 160 Stück sind im Modell unbeschädigt und können nach der Prüfung freigegeben werden.
Gesamtberechnung: Soll 488 Stück; Ist 440 Stück; Fehlmenge 48 Stück; physisch vorhanden, aber gesperrt 16 Stück; nach betrieblicher Freigabe frei verfügbar 424 Stück. Kontrolle: 424 + 16 = 440 und 440 + 48 = 488. Die unterschiedlichen Artikel werden für die Abschlusskontrolle addiert, nicht als austauschbare Produkte behandelt.
Fehlerfalle: 17 − 16 = 1 fehlender Karton ist zwar richtig, erklärt aber nicht den gesamten Fehlbestand: Bei S100 fehlen zusätzlich 8 Einzelstücke im beschädigten Karton. Die Bestellung und der Lieferschein sind keine Beweise dafür, dass alle angegebenen Stücke angekommen sind.
Schäden bewerten, dokumentieren und entscheiden
Offener Schaden und verdeckter Mangel
Ein offen erkennbarer Transportschaden zeigt sich etwa durch Nässe oder Verformung der Verpackung. Ein verdeckter Mangel wird möglicherweise erst bei sachgerechter späterer Kontrolle bemerkt. Die bloße Beobachtung einer feuchten Verpackung beweist nicht, dass 16 Schraubensets unbrauchbar sind. Bis zur zuständigen Qualitätsentscheidung bleiben die betroffenen Stücke getrennt und gesperrt. In diesem Modell wird keine selbstständige Freigabe der Schadware vorgenommen.
Erfasse objektiv: Artikel S100; ein beschädigter Karton; enthalten 16 Stück; erwartet 24 Stück; Fehlmenge 8 Stück; Außenkarton feucht und eingedrückt; Sperrort Q-01; Zeit, Belegkennung und sachliche Beobachtung. Erstelle eine Abweichungsmeldung und leite sie an die zuständige Fachkraft sowie den vorgesehenen Einkauf oder die Qualitätssicherung weiter. Die Entscheidung über Annahme, Nachlieferung, Reklamation und eventuelle Rechte erfolgt nach geltenden vertraglichen und rechtlichen Vorgaben durch befugte Personen.
Rechtliche Orientierung: Pflichten zur kaufmännischen Untersuchung und Mängelanzeige können sich insbesondere aus § 377 HGB ergeben, sofern dessen Voraussetzungen erfüllt sind. Transportrechtliche Besonderheiten und Fristen können davon abweichen. Dieser Kurs setzt daher keine pauschale Frist für alle Lieferfälle fest; dokumentiere unverzüglich und eskaliere nach betrieblichen Prozessen. Eine Quittierung, Mängelanzeige oder Schadensentscheidung darfst du nicht rechtlich eigenständig aus dem Modell ableiten.
Beispiel einer sachlichen Abweichungsmeldung
Betreff: Fiktive Abweichung zu BE-1047 / LS-778. Festgestellt: 16 statt 17 Packstücke. S100: 280 von 288 Stück; ein feuchter, eingedrückter Karton mit 16 Stück unter Sperre Q-01; Fehlmenge 8 Stück. K200: 160 von 200 Stück; Fehlmenge 40 Stück. Maßnahme: 16 Stück S100 getrennt gekennzeichnet; Belegabgleich dokumentiert; Entscheidung über Nachlieferung und Qualitätsfreigabe angefordert. Diese Meldung behauptet weder eine Schuldursache noch eine bereits erfolgte Ersatzlieferung.
Lagerplatzwahl, Buchung und Abschluss
Lagerbedingungen mit Artikeldaten verknüpfen
Ein Lagerplatz wird nach Gütereigenschaften, zulässiger Belastung, Zugriff, Sauberkeit und innerbetrieblicher Organisation ausgewählt. Im Modell sind beide Artikel trockene, ungefährliche Kleinteile. Die fiktiven Plätze A-11 (trockener Fachboden, maximal 50 kg) und B-05 (trockener Fachboden, maximal 20 kg) sind freigegeben; Q-01 ist eine gekennzeichnete Sperrzone ohne Zugriff für die normale Entnahme. Der Platz wird nur nach erfolgreicher Sicherheitsprüfung genutzt.
Für die Modellrechnung wiegen die 11 unbeschädigten S100-Kartons jeweils 3 kg, also 33 kg einschließlich Verpackung. Die 4 K200-Kartons wiegen jeweils 2 kg, also 8 kg. Diese Gesamtgewichte liegen unter den im Modell festgelegten Fachbodenhöchstlasten (33 kg unter 50 kg; 8 kg unter 20 kg). Die Tragfähigkeit darf in der Praxis niemals anhand eines erfundenen Modellwerts angenommen werden. Beachte reale Lastschilder und betriebliche Prüfungen. Der beschädigte Karton wird nicht in A-11 eingelagert, sondern bleibt am vorgesehenen Sperrplatz Q-01, sofern dieser für den konkreten Zustand geeignet ist.

Bild: Palettenregal als Beispiel für Lagertechnik, nicht zur Beurteilung einer Tragfähigkeit. Quelle: Wikimedia Commons, Urheber: Onetechvietnam, Lizenz: CC BY-SA 4.0. Keine Bildbearbeitung.
Prüfergebnis, Systembuchung und Freigabe
Im Modell wird eine Wareneingangsbuchung artikelgenau durchgeführt; die Bestandsarten bleiben getrennt. S100: 280 Stück physisch vereinnahmt, davon 264 Stück verfügbar und 16 Stück gesperrt. K200: 160 Stück vereinnahmt und verfügbar. 48 Stück Fehlmenge werden als Abweichung zur Bestellung und nicht als Lagerbestand geführt. Nur die zuständige Person kann die freigabepflichtigen Bestände tatsächlich freigeben oder Bestellungen anpassen.
| Artikel | Bestellmenge | Physischer Eingang | Freigabefähig nach Prüfung | Gesperrt | Fehlmenge | Platz |
|---|---|---|---|---|---|---|
| S100 | 288 Stück | 280 Stück | 264 Stück | 16 Stück | 8 Stück | A-11 und Q-01 |
| K200 | 200 Stück | 160 Stück | 160 Stück | 0 Stück | 40 Stück | B-05 |
| Gesamt | 488 Stück | 440 Stück | 424 Stück | 16 Stück | 48 Stück | artikelgetrennt |
Wichtig: Freigabefähig ist nicht automatisch freigegeben. Erst nach dokumentierter Prüfung und betrieblicher Entscheidung steht Ware im System als frei verfügbar bereit. Eine Quarantäne- oder Sperrbuchung verhindert im Modell die versehentliche Entnahme des beschädigten Kartons.
Lernvideo (deutsch):
bauXpertTV: Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik im Baustoff-Fachhandel, veröffentlicht 13.05.2014; zeigt den Ausbildungsberuf allgemein.
Vollständiger Abschlusscheck
Lösungspfad in sieben Schritten: Anlieferung und Sicherheit prüfen → Bestellung, Lieferschein und Packstücke abgleichen → Stückzahlen je Artikel kontrollieren → Schaden und Fehlmenge getrennt dokumentieren → 16 Stück S100 sperren und zuständige Stelle informieren → nach Freigabe 264 S100 und 160 K200 lagerplatzgerecht buchen → offenen Nachliefer- und Qualitätsfall dokumentiert übergeben. Abschlusskontrolle: Die drei Gesamtgrößen 424 verfügbar + 16 gesperrt + 48 fehlend = 488 bestellt stimmen.
Eine offene Reklamation bedeutet: Der betriebliche Vorgang ist dokumentiert weitergegeben, aber noch nicht endgültig entschieden. Du erfindest weder eine erfolgreiche Nachlieferung noch eine Freigabe der beschädigten Ware.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice-Quiz
Beantworte die zehn Fragen. Jede Rückmeldung begründet das Ergebnis anhand des Modellfalls.
Wie viele Packstücke kamen tatsächlich an? (16 Kartons) (!17 Kartons) (!12 Kartons) (!488 Kartons)
Rückmeldung: Es trafen zwölf S100-Kartons und vier K200-Kartons ein. Das ergibt sechzehn Packstücke; siebzehn stehen nur auf dem Lieferschein.
Welche Stückzahl war bei S100 bestellt? (288 Stück) (!280 Stück) (!264 Stück) (!16 Stück)
Rückmeldung: Zwölf Kartons mit jeweils vierundzwanzig Stück ergeben 288 Stück Sollmenge.
Welche Menge S100 wurde tatsächlich gezählt? (280 Stück) (!288 Stück) (!264 Stück) (!304 Stück)
Rückmeldung: Elf volle Kartons ergeben 264 Stück; mit den sechzehn Stück im beschädigten Karton sind es 280 Stück.
Welche Fehlmenge besteht bei K200? (40 Stück) (!4 Stück) (!16 Stück) (!48 Stück)
Rückmeldung: Fünf mal vierzig bestellt minus vier mal vierzig angeliefert ergibt vierzig fehlende Schutzkappen.
Welche Menge bleibt im Modell vorsorglich gesperrt? (16 Stück S100) (!8 Stück S100) (!40 Stück K200) (!Alle 440 Stück)
Rückmeldung: Die sechzehn tatsächlich vorhandenen Stück im beschädigten S100-Karton werden gesperrt. Die acht nicht vorhandenen Stück können nicht gesperrt werden.
Wie groß ist die gesamte physisch eingegangene Menge? (440 Stück) (!488 Stück) (!424 Stück) (!48 Stück)
Rückmeldung: Der Eingang umfasst 280 Stück S100 und 160 Stück K200; das sind 440 Stück.
Wie viele Stück sind nach positiver Prüfung freigabefähig? (424 Stück) (!440 Stück) (!488 Stück) (!264 Stück)
Rückmeldung: Nur 264 S100 und 160 K200 sind im Modell freigabefähig. Die Sperrmenge gehört nicht dazu.
Was ist beim sichtbar beschädigten Karton der richtige nächste Schritt? (Objektiv dokumentieren und zuständige Fachkraft einschalten) (!Ohne Prüfung als frei verfügbar buchen) (!Den Mangel aus dem Protokoll löschen) (!Eine Nachlieferung als eingegangen buchen)
Rückmeldung: Die sachliche Dokumentation und Eskalation sichern die Nachvollziehbarkeit; über Qualität und Ansprüche entscheiden zuständige Stellen.
Welcher Lagerplatz passt im Modell zu den elf unbeschädigten S100-Kartons? (A-11 mit freigegebener Traglast von 50 kg) (!Q-01 als regulärer freier Bestand) (!Ein unbekanntes Regal ohne Lastschild) (!Ein Verkehrsweg am Verladetor)
Rückmeldung: Die elf Kartons wiegen zusammen 33 kg; A-11 bietet im Modell ausreichende freigegebene Tragfähigkeit und trockene Lagerung.
Was bedeutet die offene Fehlmenge von 48 Stück? (Sie fehlt gegenüber der Bestellung und wird nicht als Lagerbestand gebucht) (!Sie wurde bereits nachgeliefert) (!Sie befindet sich vollständig im Sperrplatz) (!Sie darf als verfügbare Ware gebucht werden)
Rückmeldung: Acht fehlende S100 plus vierzig fehlende K200 ergeben 48 Stück; Fehlmengen existieren nicht im Lagerbestand.
Memory
Ordne jedem Begriff genau eine passende Erklärung zu.
| Bestellung | Beauftragte Sollmengen der Artikel |
| Lieferschein | Angaben des Absenders zur Lieferung |
| Sperrbestand | Vorhandene Ware ohne Entnahmefreigabe |
| Fehlmenge | Unterschied zwischen bestellter und eingegangener Menge |
| Lagerplatz | Bestimmter und für Ware geeigneter Aufbewahrungsort |
| Abweichungsmeldung | Sachliche Weitergabe dokumentierter Unterschiede |
Drag-and-Drop
Ordne die Tätigkeit dem richtigen Ergebnis zu.
| Tätigkeit | Zugehöriges Ergebnis |
|---|---|
| Packstücke zählen | Tatsächliche Anlieferung feststellen |
| Belege vergleichen | Sollangaben und Istangaben gegenüberstellen |
| Schäden protokollieren | Beobachtungen und Belegkennungen festhalten |
| Sperrbestand kennzeichnen | Ungeprüfte beschädigte Ware vor Entnahme sichern |
| Lagerplatz auswählen | Gütereigenschaften mit zulässigen Lagerbedingungen abgleichen |
Kreuzworträtsel
Trage jeweils einen Fachbegriff ohne Leerzeichen ein.
| Lieferschein | Welcher Beleg nennt die vom Lieferanten angegebene Sendung? |
| Bestellung | Welcher Vorgang enthält die beauftragte Sollmenge? |
| Fehlmenge | Wie heißt die Differenz aus bestellter und angelieferter Stückzahl? |
| Sperrbestand | Wie nennt man körperlich vorhandene, aber nicht freigegebene Ware? |
| Lagerplatz | Wie heißt der festgelegte Aufbewahrungsort im Lager? |
| Kontrolle | Wie heißt die Prüfung von Menge und Zustand einer Lieferung? |
LearningApps
Über die thematische Suche lassen sich zusätzliche, öffentlich zugängliche Übungen finden. Die Ergebnisse stammen von Dritten und müssen fachlich geprüft werden.
Eigenständiger Lückentext
Offene Aufgaben
Bearbeite die Modellaufgaben auf Papier oder in einem datensparsamen Übungsdokument. Reale Lagerarbeiten erfolgen nur nach Unterweisung, Aufsicht und betrieblicher Freigabe.
Leicht
- Annahmeprotokoll: Schreibe ein fiktives Protokoll mit Datum, Tor, Bestellung, Lieferschein, Soll- und Ist-Packstückzahl sowie sichtbarem Schaden.
- Belegvergleich: Markiere in einer selbst erstellten Tabelle die drei unterschiedlichen Aussagen Bestellung, Lieferschein und Zählprotokoll.
- Mengenübersicht: Rechne Soll und Ist für S100 sowie K200 je Artikel in Stück nach und notiere sämtliche Rechenwege.
- Fachwortkarten: Erstelle sechs Karteikarten mit Begriff, eigener Definition und einem passenden Fallbeispiel.
Standard
- Abweichungsmeldung: Verfasse für BE-1047 eine sachliche Meldung an die zuständige Fachkraft ohne Schuldzuweisung und ohne erfundene Freigabe.
- Lagerplatzvergleich: Prüfe die Modellbelastungen von A-11 und B-05 rechnerisch in Kilogramm und begründe, warum Q-01 getrennt bleibt.
- Buchungssimulation: Entwirf die artikelbezogenen Buchungszeilen mit Eingangs-, Sperr-, Frei- und Fehlmengen für ein fiktives System.
- Prozessbild: Zeichne ein Ablaufdiagramm von der Warenanmeldung bis zur dokumentierten Übergabe des offenen Falls.
Schwer
- Folgenanalyse: Erkläre anhand dreier konkreter Folgen, warum eine Buchung der 16 gesperrten Stück als verfügbar problematisch wäre.
- Variantenentscheidung: Spiele eine Variante durch, in der die beschädigten 16 Stück später nach Qualitätsprüfung freigegeben werden, und eine zweite, in der sie zurückgesandt werden; dokumentiere die jeweils notwendigen Freigabe- beziehungsweise Korrekturschritte ohne rechtliche Entscheidung.
- Verbesserungsvorschlag: Entwickle mit zwei Kennzahlen einen datensparsamen Vorschlag, wie Packstück- und Stückmengenfehler früher auffallen könnten.
- Lernfeldtransfer: Vergleiche schriftlich die Ziele des schulischen Lernfelds 1 mit den betrieblichen Ausbildungsinhalten nach LWLogAusbV und beschreibe, wer praktische Tätigkeiten beaufsichtigt.


Lernkontrolle
- Gesamtabstimmung: Belege rechnerisch je Artikel und insgesamt, dass Sollmenge = eingegangene Menge + Fehlmenge und Eingang = freigabefähige Menge + Sperrmenge ist.
- Rollenentscheidung: Erkläre, welche Fakten du als Auszubildende oder Auszubildender dokumentierst und welche Qualitäts- und Rechtsentscheidungen du an befugte Personen weitergibst.
- Belegfehler: Der Lieferschein nennt 17 Kartons, die Zählung 16. Beschreibe die drei konkreten Prüfschritte, um die fehlende Verpackungseinheit zuzuordnen.
- Traglastentscheidung: Eine fiktive Fachbodenfreigabe wäre für A-11 nur noch 30 kg. Begründe anhand der 33 kg S100-Ware, warum der ursprünglich geplante Platz dann nicht genutzt werden darf.
- Mängelkommunikation: Formuliere eine sachliche Information mit 8 fehlenden S100, 40 fehlenden K200 und den separat gesperrten 16 Stück, ohne Mangel und Fehlmenge zu verwechseln.
- Sichere Prozessgestaltung: Nenne mindestens vier Schutzmaßnahmen an der Warenannahme und erkläre, weshalb ein Lehrtext keine eigenständige Bedienberechtigung begründet.
Lernnachweis
Wissen: Du erklärst Bestellung, Lieferschein, Stückmenge, Packstück, Fehlmenge, Wareneingang, Sperrbestand und Lagerplatz korrekt.
Fertigkeiten: Du führst die beiden Artikelrechnungen mit Einheiten und Gegenproben durch; du unterscheidest beobachteten Schaden von der Entscheidung über Produktqualität; du begründest die Lagerplatzwahl mit Modellgewichten.
Produkte: Du legst ein fiktives Annahmeprotokoll, eine Mengentabelle, eine Abweichungsmeldung, eine Buchungssimulation und ein Ablaufdiagramm vor.
Transfer: Du erläuterst, warum eine gesperrte Menge nicht verfügbar ist, kennzeichnest die Grenzen deiner Befugnisse und benennst verantwortliche Übergaben. Zur Selbstprüfung gelten: 488 bestellt, 440 eingegangen, 48 fehlend, 16 gesperrt und 424 freigabefähig.
OER und Wikipedia
Amtliche Orientierung; Stand der Prüfung 21.10.2026:
- KMK-Rahmenlehrplan Fachlagerist/Fachlageristin, Beschluss 25.03.2004; schulisches Lernfeld 1 „Güter annehmen und kontrollieren“.
- KMK-Rahmenlehrplan Fachkraft für Lagerlogistik, Beschluss 25.03.2004; schulischer Lernfeldbezug.
- Ausbildungsordnung LWLogAusbV, Ausfertigung 26.07.2004; maßgebliche betriebliche Ausbildungsinhalte. Hier werden keine geschützten Volltexte wiedergegeben.
- § 377 HGB, nur als bedingte rechtliche Orientierung, keine einzelfallbezogene Fristentscheidung.
- Wikipedia: Wareneingang und Wikipedia: Lagerhaltung, ergänzende Überblicke, nicht als amtliche Rechtsquelle.
Mediennachweise, einzelne Originaldateien:
| Datei / Video | Verifizierter Fundort | Urheber | Lizenz bzw. Rechtehinweis |
|---|---|---|---|
| File:UNICEF pallets 01.jpg | Commons-Dateiseite | heb | CC BY-SA 3.0 |
| File:Forklift.jpeg | Commons-Dateiseite | Mdornseif | CC BY-SA 4.0 |
| File:Barcode label.jpg | Commons-Dateiseite | Aikzhobi | CC BY-SA 4.0 |
| File:Pallet Racking.jpg | Commons-Dateiseite | Onetechvietnam | CC BY-SA 4.0 |
| File:De-Gabelstapler.ogg | Commons-Audiodatei | Jeuwre | CC BY-SA 4.0 |
| https://www.youtube.com/watch?v=aMiVDStRLEU | YouTube-Videodatensatz | Prozubi | YouTube-Video; keine offene Lizenz behauptet, nur Einbettung über YouTube |
| https://www.youtube.com/watch?v=vMWjyuXNArE | YouTube-Videodatensatz | bauXpertTV | YouTube-Video; keine offene Lizenz behauptet, nur Einbettung über YouTube |
Medienhinweis: Commons-Dateien mit Urheber- und Lizenzangabe unverändert eingebunden; keine eigenen Medien erzeugt. Ein fachlich passendes, zuverlässig belegtes animiertes Commons-Medium wurde nicht eingebunden statt eine Datei oder Lizenz zu erfinden. Alle Fotos und Videos illustrieren nur Aspekte des Themas; sie zeigen nicht den fiktiven Ausbildungsfall. Es wird weder mit betrieblichen Freigaben noch mit Partnerschaften oder offiziellen Prüfungsaufgaben geworben.
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