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Eine Quelleninterpretation mit Operatoren strukturieren - Geschichte Klasse 11 bis 13

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Eine Quelleninterpretation mit Operatoren strukturieren - Geschichte Klasse 11 bis 13

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Einleitung

Eine Quelleninterpretation mit Operatoren strukturieren - Geschichte Klasse 11 bis 13

Zielgruppe: Geschichte, Jahrgangsstufen 11 bis 13

Lernzeit: etwa 90 Minuten, individuell anpassbar

Lernziel: Du unterscheidest Beobachtung, Deutung und Urteil. Du kannst historische Quellen einordnen, analysieren und begründet beurteilen. Dabei orientierst Du Dich an den Operatoren der Aufgabenstellung – nicht an einer starren Musterlösung.

Leitfrage: Was verraten Quellen über die Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland 1918/19 – und was können sie nicht belegen?

Fallbeispiel: Frauenwahlrecht in Deutschland während der Novemberrevolution und der Entstehung der Weimarer Republik.

Dein Lernweg:

  1. Einstieg: Eine Bildquelle beobachten und erste Fragen entwickeln.
  2. Einordnung: Historischen Kontext und Entstehungsbedingungen klären.
  3. Analyse: Aussagen, Gestaltung und Absicht der Quelle untersuchen.
  4. Urteil: Ergebnisse abwägen und Grenzen der Aussagekraft benennen.
  5. Transfer: Die Methode auf neue Quellen übertragen.

Selbstcheck: Wenn Dir Quellenanalysen noch schwerfallen, beginne mit den G-Hilfen und den Bildbeschreibungen. Wenn Du bereits selbstständig analysierst, gehe direkt zu den M- und E-Aufgaben.

G, M und E bezeichnen hier gestufte Lernhilfen (Grundlage, Mitte, Erweiterung). Sie sind keine amtlichen Oberstufenabschlüsse oder Ersatz für die Anforderungsbereiche einer Abiturprüfung.


Quellen verstehen und Operatoren nutzen


Was ist eine historische Quelle?

Eine historische Quelle ist ein Zeugnis aus der Vergangenheit, das wir zur Beantwortung einer historischen Frage untersuchen. Dazu gehören beispielsweise Briefe, Plakate, Gesetze, Fotografien und Karikaturen.

Eine historische Darstellung entsteht durch die nachträgliche Auswahl, Auswertung und Erklärung von Quellen, beispielsweise in einem Schulbuch oder einer Dokumentation.

Merke: Auch eine historische Quelle zeigt nicht automatisch die ganze Vergangenheit. Du fragst: Wer hat sie geschaffen? Für wen? Zu welchem Zweck? Was fehlt?


Video: Wie funktioniert eine Quellenanalyse?

Moderne Darstellung: Die Merkhilfe, „Quellenanalyse und Quelleninterpretation – Schriftliche Quellen analysieren“, 2017.

Beobachtungsauftrag: Notiere die vier im Video erläuterten Bereiche: formale Merkmale, Inhalt, historischer Kontext und Aussagegehalt.

Denkauftrag: An welcher Stelle musst Du zwischen einer überprüfbaren Beobachtung und Deiner Interpretation unterscheiden?

Textalternative: Eine Quelleninterpretation untersucht Herkunft, Inhalt, Sprache und Perspektive eines historischen Zeugnisses. Anschließend verbindet sie die Befunde mit dem historischen Kontext und prüft, welche Schlussfolgerungen die Quelle erlaubt.

Mediennachweis: Urheber/Anbieter: Die Merkhilfe; Quelle: YouTube, https://www.youtube.com/watch?v=dca6BwfTyuU ; Lizenz: vom YouTube-Anbieter vorgegebene Nutzungsrechte, keine freie Weiterverwendung zugesichert. Untertitel bei Verfügbarkeit über die CC-Funktion des Players aktivieren.


Die wichtigsten Operatoren

Ein Operator ist ein Arbeitsverb, das Dir sagt, welche gedankliche Leistung erwartet wird.

Operator Was Du machst Beispiel am Wahlplakat
Beschreiben Sichtbare Merkmale sachlich benennen. Beschreibe Schrift, Motiv und Farben.
Einordnen Den historischen Zusammenhang herstellen. Erkläre die politische Situation 1918/19.
Analysieren Aufbau, Sprache, Symbole und Absicht untersuchen. Analysiere die Ansprache der Wählerinnen.
Vergleichen Gemeinsamkeiten und Unterschiede kriteriengeleitet untersuchen. Vergleiche Plakat und Karikatur.
Beurteilen Ein historisch begründetes Sachurteil formulieren. Beurteile die Aussagekraft des Plakats.
Bewerten Zusätzlich eigene Wertmaßstäbe offenlegen und reflektieren. Bewerte die Bedeutung politischer Teilhabe.

Wichtig: Die genaue Verwendung der Operatoren kann je nach Fachplan variieren. Prüfe für Klausuren die Vorgaben Deines Bundeslands.

Referenz: KMK – Operatoren und Aufgabenarten Geschichte, Deutsche Schulen im Ausland, Fassung 2024. Diese Übersicht dient der Orientierung, nicht als bundesweit einheitlicher Oberstufenprüfungsplan.


Das historische Fallbeispiel


Vorwissen: Der Kampf um das Wahlrecht

Das Frauenwahlrecht war das Ergebnis einer längeren politischen Auseinandersetzung. Frauenrechtlerinnen und Frauenverbände forderten politische Teilhabe bereits vor 1918.

Fotografie des historischen Buches Die Antifeministen von Hedwig Dohm aus dem Jahr 1902

Material A – historisches Buch: Hedwig Dohm, Die Antifeministen. Ein Buch der Verteidigung, Berlin 1902. Das abgebildete historische Objekt ist eine Originalquelle; die Fotografie davon ist eine moderne Aufnahme.

Beobachten: Lies den Buchtitel. Welche gesellschaftliche Auseinandersetzung lässt er vermuten?

Weiterdenken: Warum kannst Du allein aus dem Buchtitel nicht alle Argumente der Autorin rekonstruieren?

Mediennachweis: Buch: Hedwig Dohm, 1902. Foto: Horst Ziegenfusz, Historisches Museum Frankfurt; Bestand: Archiv der deutschen Frauenbewegung, Kassel. Lizenz des Fotos: CC BY-SA 4.0. Wikimedia Commons.


Historische Zeitleiste

Zeitpunkt Historische Einordnung
1902 Hedwig Dohms Buch Die Antifeministen erscheint.
12. November 1918 Der Rat der Volksbeauftragten kündigt ein allgemeines, gleiches Wahlrecht für Männer und Frauen ab 20 Jahren an.
30. November 1918 Die Verordnung zur Wahl der verfassunggebenden Nationalversammlung regelt das neue Wahlrecht.
19. Januar 1919 Frauen können erstmals reichsweit an dieser Wahl teilnehmen und selbst kandidieren.

Denkauftrag: Warum darfst Du die Forderung nach dem Wahlrecht, seine rechtliche Einführung und seine erstmalige Ausübung nicht gleichsetzen?

Quellen: Bundesarchiv: Aufruf an das deutsche Volk und Bundesarchiv: Frauenwahlrecht, 30. November 1918.


Material B: Politischer Aufruf von 1918

Originalquelle: Rat der Volksbeauftragten, Aufruf an das deutsche Volk, 12. November 1918.

Quellenausschnitt:

„für alle mindestens 20 Jahre alten männlichen und weiblichen Personen“

Der Ausschnitt gehört zu einer Erklärung über das allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahlrecht. Die vollständige, vom Bundesarchiv dokumentierte Passage findest Du hier:

Bundesarchiv – Originaltext und historischer Kontext

Beobachten: Welche Menschen werden ausdrücklich genannt?

Analysieren: Warum ist die Formulierung des Wahlrechts in einem politischen Aufruf bedeutsam?

Einordnen: Verbinde den Aufruf mit dem Ende des Kaiserreichs und der Novemberrevolution.

Quellenkritik: Welche Frage zur tatsächlichen Gleichstellung von Frauen beantwortet diese Erklärung noch nicht?

Textalternative: Der politische Aufruf vom 12. November 1918 erklärt, dass künftig Frauen und Männer ab 20 Jahren an den bezeichneten Wahlen teilnehmen sollen. Die Wahlverordnung vom 30. November 1918 setzt das Wahlrecht für die Nationalversammlungswahl rechtlich um.


Material C: Wahlplakat von 1919

Historisches Wahlplakat der SPD von 1919 mit einer bildlichen Darstellung und einem Wahlaufruf zu gleichen Rechten und Pflichten

Originalquelle: Wahlplakat der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands zur Wahl der Nationalversammlung 1919. Gestaltung: Gottfried Kirchbach.

Beobachte zuerst: Welche Wörter, Figuren, Farben und Symbole siehst Du?

Deute dann: Welche Zielgruppe möchte die Partei erreichen? Welche Wirkung soll das Plakat erzeugen?

Urteile zuletzt: Belegt dieses Plakat, dass Frauen 1919 gesellschaftlich bereits vollständig gleichberechtigt waren? Begründe die Grenzen des Materials.

Mediennachweis: Gottfried Kirchbach, SPD-Wahlplakat 1919; Vorlage: Friedrich-Ebert-Stiftung. Wikimedia Commons, als gemeinfrei gekennzeichnet (Public Domain Mark 1.0). Datei und Rechteinformationen.


Material D: Zeitgenössischer Wahlaufruf

Illustrierte Zeitschrift vom Januar 1919 mit einer dargestellten Wahlszene aus Frauen und Männern sowie einem Aufruf zur Wahl

Originalquelle: Titelseite der Zeitschrift Das Illustrierte Blatt, 14. Januar 1919.

Beobachtung: Mehrere Frauen und Männer sind bei einer dargestellten Wahlhandlung zu sehen. Das Bild ist eine inszenierte Illustration, keine fotografische Aufnahme einer tatsächlich durchgeführten Wahl.

Auftrag: Beschreibe die Darstellung der Wahlhandlung. Deute, welches demokratische Verhalten damit gefördert werden soll.

Quellenkritik: Warum ist eine gezeichnete Wahlszene kein Beweis dafür, dass sich alle dargestellten Bevölkerungsgruppen gleichermaßen an der tatsächlichen Wahl beteiligten?

Mediennachweis: Frankfurter Societäts-Druckerei, Das Illustrierte Blatt, 14. Januar 1919; zeitgenössische Illustration, digitales Faksimile. Wikimedia Commons, gemeinfrei / Public Domain Mark 1.0. Datei und Lizenzhinweise.


Material E: Historisches Wahlkampffoto

Schwarzweißfotografie eines Wahlkampfes im Januar 1919, Frauen tragen Wahlplakate und Männer verteilen Flugblätter

Originalquelle: Fotografie eines Wahlkampfes zur Nationalversammlungswahl im Januar 1919.

Beobachtung: Frauen werben mit umgehängten Plakaten, während Männer Flugblätter verteilen.

Denkauftrag: Welche Formen politischer Beteiligung werden sichtbar? Welche Informationen über die Ansichten der Beteiligten fehlen?

Grenze: Das Foto zeigt einen dokumentierten Ausschnitt, aber nicht die gesamte Bevölkerung.

Mediennachweis: Fotograf/in unbekannt; Bundesarchiv, Bild 146-1970-051-27, Januar 1919. Lizenz: CC BY-SA 3.0 Deutschland. Wikimedia Commons und Archivnachweis.


Material F: Satirische Perspektive

Historische Karikatur von Gustav Brandt mit dem Titel Damenwahl am 19. Januar zur Einführung des Frauenwahlrechts

Originalquelle: Gustav Brandt, Damenwahl am 19. Januar, Karikatur aus Kladderadatsch, Heft 3, 1919.

Beobachten: Beschreibe die Figuren, Bildunterschriften und auffälligen Übertreibungen.

Deuten: Welche gesellschaftlichen Vorstellungen über Frauen und Männer könnten satirisch aufgegriffen werden? Prüfe mindestens zwei mögliche Lesarten.

Urteilen: Warum kannst Du aus einer einzelnen Karikatur nicht unmittelbar auf die Meinung der gesamten damaligen Gesellschaft schließen?

Mediennachweis: Gustav Brandt (1861–1919), Kladderadatsch, 1919. Wikimedia Commons, gemeinfrei / Public Domain Mark 1.0. Originaldatei und Rechteangaben.


Material G: Historisches Objekt in moderner Fotografie

Moderne Museumsfotografie zweier Stapel historischer Wahlzettel aus dem Jahr 1919

Historische Objekte: Wahlzettel von 1919, Bestand des Historischen Museums Frankfurt.

Moderne Darstellung des Objekts: Fotografie der erhaltenen Wahlzettel aus dem Jahr 2018.

Auftrag: Trenne das Alter der historischen Wahlzettel vom Entstehungsdatum des Fotos. Welche Aussagen erlauben die erhaltenen Gegenstände, welche nicht?

Mediennachweis: Historisches Museum Frankfurt; Foto: Horst Ziegenfusz, 2018. Lizenz: CC BY-SA 4.0. Wikimedia Commons.


Video: Frauenbewegung und Frauenwahlrecht

Moderne historische Darstellung: MrWissen2go Geschichte / Terra X, Die Frauenbewegung in Deutschland, 2024.

Besonders geeignet: Der Abschnitt ab 05:42 über den Kampf um das Frauenwahlrecht.

Direkt zum Videoabschnitt

Beobachtungsauftrag: Notiere einen Unterschied zwischen dem langen Kampf um das Frauenwahlrecht und seiner Einführung im November 1918.

Denkauftrag: Welche Informationen stammen aus einer nachträglichen historischen Erklärung und nicht unmittelbar aus einer zeitgenössischen Quelle?

Textalternative: Frauen forderten bereits vor 1918 politische Gleichberechtigung. Mit dem politischen Umbruch 1918 wurde das reichsweite aktive und passive Frauenwahlrecht eingeführt. Das bedeutete jedoch nicht, dass alle gesellschaftlichen Ungleichheiten sofort verschwanden.

Mediennachweis: Produktion: ZDF / Terra X, veröffentlicht auf YouTube 2024. Rechte am Video liegen beim jeweiligen Rechteinhaber; hier erfolgt nur die Einbettung des Originalplayers, keine freie Nachnutzung. Untertitel über den Player aktivieren, soweit verfügbar.

Hinweis zur Mediennutzung: Alle eingebundenen Bilder stammen aus bereits vorhandenen Dateien auf Wikimedia Commons. Es wurden keine Bilder, Audios oder Animationen neu erzeugt. Mangels einer für diesen Quellenvergleich erforderlichen historischen Tonaufnahme oder Animation werden zeitgenössische Bildquellen verwendet. Die hier enthaltenen Tabellen sind didaktische Textmodelle, keine historischen Originaldarstellungen. Erfundenes historisches Rekonstruktionsmaterial wird nicht verwendet.


Deine Quelleninterpretation strukturieren


Schritt 1: Einordnen

Kläre, wann und in welcher politischen Situation die Quelle entstand.

Leitfragen: Wer hat das Material verfasst oder gestaltet? Wann? Für wen? Auf welches Ereignis bezieht es sich?

Satzhilfe: „Die Quelle entstand im Zusammenhang mit ... . Zu dieser Zeit ... .“


Schritt 2: Analysieren

Untersuche den Inhalt und die Machart anhand einer konkreten Fragestellung.

Leitfragen: Was ist sichtbar oder nachlesbar? Welche Wörter und Symbole werden verwendet? Welche Absicht könnte dahinterstehen?

Satzhilfe: „Auffällig ist ... . Das könnte auf ... hindeuten, weil ... .“


Schritt 3: Beurteilen und bewerten

Formuliere ein begründetes Urteil. Unterscheide:

Sachurteil: Welche historisch begründete Aussage lässt sich mit dem Material und Kontextwissen vertreten?

Werturteil: Wie beurteilst Du den Sachverhalt nach ausdrücklich genannten Maßstäben, beispielsweise politischer Gleichheit und demokratischer Teilhabe?

Satzhilfe: „Die Quelle belegt ... . Ihre Aussagekraft ist jedoch begrenzt, weil ... .“


Beobachtung, Deutung oder Urteil?

Ebene Beispiel Woran Du sie erkennst
Beobachtung Das SPD-Plakat enthält eine politische Wahlaufforderung. Direkt am Material überprüfbar.
Deutung Die SPD möchte neue Wählerinnen politisch ansprechen. Schlussfolgerung aus Gestaltung und historischem Kontext.
Urteil Das Plakat zeigt die politische Bedeutung des neuen Wahlrechts, beweist aber keine vollständige Gleichstellung. Begründete Aussage über Bedeutung und Aussagegrenze.

Dieses Raster ist ein didaktisches Modell und keine einzige verbindliche Reihenfolge für jeden Quellentyp. Eine überzeugende Interpretation kann die Arbeitsschritte miteinander verbinden.


Gestufte Hilfen und Rückmeldungen

G-Hilfe – sprachlich entlastet: Beginne mit Material C. Markiere zuerst nur sichtbare Dinge. Verwende die Wörter „Ich sehe ...“, „Ich vermute ...“ und „Ich beurteile ...“. Nutze die Alternativtexte der Bilder.

M-Hilfe – selbstständige Analyse: Stelle Material B und C gegenüber. Ergänze zu zwei Beobachtungen jeweils eine belegte Deutung und einen Zusammenhang mit 1918/19.

E-Hilfe – vertiefte Quellenkritik: Vergleiche die Perspektiven eines politischen Aufrufs, eines Parteiplakats und einer Karikatur. Prüfe Repräsentativität, Überlieferung, Adressaten und Grenzen.

Begründete Rückmeldung:

  1. Wenn Du nur Bilder beschreibst, fehlt noch die Interpretation. Ergänze eine begründete Aussage über ihre mögliche Wirkung.
  2. Wenn Du die Absicht einer Quelle behauptest, ohne ein Merkmal zu nennen, fehlt ein Beleg. Verknüpfe Aussage und Material.
  3. Wenn Du eine Quelle als Beweis für die ganze Gesellschaft verwendest, prüfe ihre Reichweite und Perspektive.
  4. Wenn Du urteilst, ohne einen Maßstab zu nennen, ergänze historische Kriterien beziehungsweise offengelegte Wertmaßstäbe.

Erneuter Versuch: Überarbeite nach jeder Rückmeldung mindestens einen Satz. Unterstreiche Deinen Beleg, markiere die Deutung und kennzeichne Dein Urteil. Vergleiche anschließend die erste und zweite Fassung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was ist der erste Schritt beim Beschreiben einer Bildquelle? (Sichtbare Merkmale sachlich benennen) (!Die heutige Bedeutung abschließend bewerten) (!Die politische Meinung aller Zeitgenossen bestimmen) (!Die Absicht ohne Bildbelege festlegen)




Was bedeutet der Operator Einordnen? (Eine Quelle mit ihrem historischen Zusammenhang verbinden) (!Nur das Erscheinungsjahr abschreiben) (!Die persönliche Meinung zuerst formulieren) (!Alle unbekannten Wörter auslassen)




Welcher Operator verlangt eine kriteriengeleitete Untersuchung? (Analysieren) (!Aufzählen) (!Abschreiben) (!Nennen)




Was wurde am 12. November 1918 öffentlich angekündigt? (Das allgemeine Wahlrecht auch für Frauen) (!Das Ende aller gesellschaftlichen Ungleichheit) (!Die erste Bundestagswahl) (!Die Gründung der Bundesrepublik)




Welcher Wahltermin ist für das deutsche Frauenwahlrecht besonders wichtig? (19. Januar 1919) (!19. Januar 1900) (!3. Oktober 1990) (!23. Mai 1949)




Warum ist ein Wahlplakat als Quelle perspektivisch? (Es verfolgt politische Interessen) (!Es enthält grundsätzlich keine Information) (!Es ist immer vollständig neutral) (!Es beweist jede Behauptung seiner Partei)




Was ist eine historische Darstellung? (Eine nachträgliche Erklärung von Geschichte) (!Jede beliebige Fotografie ohne Kontext) (!Ausschließlich ein amtliches Gesetz) (!Ein Gegenstand ohne historische Bedeutung)




Welche Aussage über Karikaturen ist richtig? (Sie können durch Übertreibung eine Haltung ausdrücken) (!Sie dokumentieren alle Einzelheiten fotografisch) (!Sie vertreten immer die Meinung der Bevölkerung) (!Sie benötigen keine Quellenkritik)




Was zeichnet ein begründetes Sachurteil aus? (Historische Belege und nachvollziehbare Kriterien) (!Nur die eigene spontane Meinung) (!Eine unbelegte Vermutung) (!Die Wiederholung des Quellentitels)




Was ergänzt das Werturteil gegenüber dem Sachurteil? (Offengelegte und reflektierte Wertmaßstäbe) (!Eine größere Zahl unbegründeter Behauptungen) (!Den Verzicht auf historische Informationen) (!Die automatische Übernahme der Quellenmeinung)




Rückmeldung zum Quiz: Prüfe bei Fehlern, ob Du einen Operator, eine historische Tatsache oder die Grenze einer Quelle verwechselt hast. Lies den betreffenden Abschnitt erneut und versuche die Aufgabe ein weiteres Mal. Ein korrektes Ergebnis solltest Du jeweils mit einem eigenen Satz begründen können.


Memory

Finde die zusammengehörenden Fachbegriffe und Erklärungen.

Quelle Historisches Zeugnis
Darstellung Nachträgliche historische Erklärung
Kontext Zeitgeschichtlicher Zusammenhang
Adressat Angesprochene Zielgruppe
Intention Beabsichtigte Wirkung
Sachurteil Historisch begründete Beurteilung
Werturteil Stellungnahme mit offengelegten Maßstäben




Rückmeldung: Verwechsle vor allem Quelle und Darstellung sowie Sachurteil und Werturteil nicht. Erkläre nach einem falschen Paar den Bedeutungsunterschied und starte das Memory erneut.


Drag and Drop

Ordne jeder Teilaufgabe den passenden Arbeitsschritt zu.

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Quellenkopf Urheber und Entstehungssituation
Bildbeschreibung Sichtbare Einzelheiten
Kontextualisierung Historische Entwicklungen
Quellenanalyse Gestaltung und beabsichtigte Wirkung
Reflektiertes Urteil Aussagekraft und Grenzen




Rückmeldung: Eine Bildbeschreibung benennt Merkmale. Die Quellenanalyse fragt darüber hinaus nach deren Zusammenwirken und Bedeutung. Prüfe diese Unterscheidung vor dem nächsten Versuch.


Kreuzworträtsel

Analyse Wie heißt die kriteriengeleitete Untersuchung einer Quelle?
Kontext Wie heißt der historische Zusammenhang einer Quelle?
Adressat Wie nennt man die angesprochene Person oder Zielgruppe?
Intention Wie heißt die beabsichtigte Wirkung des Urhebers?
Perspektive Wie nennt man den besonderen Blickwinkel auf ein Ereignis?
Werturteil Wie heißt ein Urteil mit offengelegten normativen Maßstäben?





LearningApps

Hinweis: Dies ist eine Themensuche bei LearningApps, keine eigens geprüfte Einzelaufgabe. Falls die Einbettung nicht erscheint, nutze die LearningApps-Suche zu Quelleninterpretationen.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein zeitgenössisches Zeugnis der Vergangenheit nennt man historische

.
Der vom Material angesprochene Personenkreis heißt

.
Der Operator

fordert dazu auf, einen historischen Zusammenhang herzustellen.
Bei einer Bildquelle sollst Du zunächst sichtbare Einzelheiten

.
Das zielgerichtete Untersuchen eines Materials heißt

.
Die beabsichtigte Wirkung einer Quelle nennt man

.
Die Regierungserklärung zur Einführung des Frauenwahlrechts stammt aus dem Jahr

.
Frauen konnten reichsweit erstmals bei der Nationalversammlungswahl von

mitwählen.
Ein historisch begründetes Urteil heißt

.
Ein Urteil mit ausdrücklich genannten persönlichen oder gesellschaftlichen Wertmaßstäben heißt

.
Auch eine gut belegte Deutung sollte ihre

benennen.



Rückmeldung zum Lückentext: Kontrolliere nicht nur einzelne Wörter, sondern ihre Bedeutung. Überlege insbesondere, ob Deine Antwort eine Tätigkeit, einen historischen Begriff oder eine Form des Urteils bezeichnet. Bearbeite falsche Lücken nach dem Nachlesen erneut.


Offene Aufgaben

Wähle Aufgaben entsprechend Deinem Lernstand aus. Du musst nicht sofort alle zwölf bearbeiten.


Leicht

  1. Bildbeschreibung: Beschreibe in fünf sachlichen Sätzen das SPD-Wahlplakat von 1919. Vermeide zunächst Wertungen.
  2. Fachbegriffe: Erstelle sechs Begriffskarten zu Quelle, Kontext, Intention, Analyse, Sachurteil und Werturteil. Ergänze jeweils ein eigenes Beispiel.
  3. Zeitleiste: Übertrage die vier Stationen des historischen Fallbeispiels in eine selbst gestaltete Zeitleiste und erkläre die Unterschiede zwischen Forderung, Ankündigung und gesetzlicher Einführung.
  4. Beobachtung und Deutung: Schreibe drei Beobachtungen zum Wahlkampffoto auf und füge zwei vorsichtig formulierte Deutungen hinzu.


Standard

  1. Quellenanalyse: Analysiere das SPD-Plakat hinsichtlich Zielgruppe, Gestaltung, Sprache und beabsichtigter Wirkung. Verwende konkrete Bildbelege.
  2. Quellenvergleich: Vergleiche die Wahlaufforderung auf dem Zeitschriftentitel mit dem SPD-Plakat. Finde zwei Gemeinsamkeiten und zwei Unterschiede.
  3. Historische Kontextualisierung: Verfasse einen kurzen Erklärungstext, der den Aufruf vom 12. November 1918, die Wahlverordnung und den 19. Januar 1919 sinnvoll miteinander verbindet.
  4. Peer-Feedback: Tausche eine Quellenanalyse mit einer anderen Person aus. Gib begründete Rückmeldung zu Belegen, historischer Einordnung und Quellenkritik. Überarbeitet anschließend Eure Texte.


Schwer

  1. Multiperspektivität: Vergleiche den politischen Aufruf, das Parteiplakat und die Karikatur. Erkläre, welche Perspektiven jeweils sichtbar und welche möglicherweise nicht vertreten sind.
  2. Sachurteil: Beurteile die Aussage „Mit dem Frauenwahlrecht war die Gleichberechtigung 1919 erreicht“. Berücksichtige historische Errungenschaften, fortbestehende Ungleichheiten und die Grenzen der verwendeten Quellen.
  3. Geschichtskultur: Untersuche, wie ein modernes Geschichtsvideo die Ereignisse von 1918/19 darstellt. Kontrolliere mindestens drei Aussagen anhand des Bundesarchivs oder einer anderen seriösen Fachquelle.
  4. Forschungsprojekt: Entwickle eine kleine digitale Quellenausstellung mit drei überprüften Commons-Originalquellen. Dokumentiere Herkunft, Urheber, Lizenz, Alttexte, Perspektive, Aussagekraft und offene Fragen. Trenne dabei zeitgenössische Quellen und moderne Erläuterungen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

Bearbeite mindestens fünf der folgenden Transferaufgaben. Nicht die Wiedergabe einzelner Fakten, sondern Deine begründete Argumentation zählt.

  1. Operatoren: Formuliere zu einer Dir unbekannten historischen Bildquelle drei verschiedene Aufgabenstellungen mit den Operatoren „beschreiben“, „analysieren“ und „beurteilen“. Begründe, warum unterschiedliche Antworten nötig sind.
  2. Quellenkritik: Du findest ein altes politisches Plakat ohne Urheberangabe. Entwickle eine Strategie, wie Du Entstehungszeit, Authentizität und Zuverlässigkeit überprüfen kannst.
  3. Multiperspektivität: Zwei zeitgenössische Quellen widersprechen sich. Zeige, wie Du beide Aussagen untersuchst, ohne vorschnell eine davon für falsch zu erklären.
  4. Historische Urteilsbildung: Überprüfe die Behauptung, ein einzelnes Wahlkampffoto beweise die politische Einstellung einer ganzen Gesellschaft. Begründe mit methodischen Kriterien.
  5. Vergleich: Vergleiche eine zeitgenössische Quelle mit einem modernen Video über dasselbe Thema. Erläutere die Unterschiede hinsichtlich Entstehung, Auswahl, Perspektive und Aussageabsicht.
  6. Transfer: Übertrage das Verfahren auf eine andere Epoche, beispielsweise die Revolution von 1848 oder die deutsche Teilung. Zeige anhand einer überprüften Quelle, welche Arbeitsschritte gleich bleiben und welche quellenabhängig angepasst werden müssen.

Beurteilungskriterien: Erwartet werden ein klarer Bezug zur Frage, überprüfbare Belege, geeigneter historischer Kontext, nachvollziehbare Schlussfolgerungen, Berücksichtigung alternativer Perspektiven und die Kennzeichnung von Unsicherheiten.

Überarbeitung: Nach einer Rückmeldung korrigierst Du eine unbelegte Aussage, ergänzt einen fehlenden Kontextbezug und formulierst Dein Urteil erneut.




Lernnachweis

Für einen gelungenen Lernnachweis solltest Du Folgendes vorlegen können:

  1. Eine klar formulierte historische Fragestellung und korrekt verstandene Operatoren.
  2. Einen Quellenkopf mit Urheber beziehungsweise Urheberschaft, Zeit, Gattung, Adressaten und überprüfbarer Herkunft, soweit feststellbar.
  3. Eine sachliche Beschreibung zentraler Text- oder Bildelemente.
  4. Eine Analyse mit konkreten Belegen und begründeten Deutungen.
  5. Eine passende historische Kontextualisierung mit seriösen Belegen.
  6. Ein nachvollziehbares Sachurteil und gegebenenfalls ein davon unterschiedenes Werturteil.
  7. Eine Reflexion über Perspektiven, Lücken, Unsicherheiten und Grenzen der Aussagekraft.
  8. Eine erkennbare Überarbeitung anhand erhaltener Rückmeldungen.

Selbstprüfung: Kannst Du für jede wichtige Behauptung zeigen, worauf sie sich stützt? Kannst Du erklären, was Deine Quelle gerade nicht beweist?

Dieser Lernnachweis ist eine methodische Orientierung. Eine vollständige Abdeckung aktueller Abituranforderungen kann erst nach Prüfung des jeweiligen Fachplans festgestellt werden.




OERs zum Thema

Historischer Hintergrund:

Wikipedia: Frauenwahlrecht in Deutschland

Weitere überprüfbare Informations- und Quellenangebote:

  1. Bundesarchiv – Aufruf an das deutsche Volk vom 12. November 1918: Dokumentierte zeitgenössische Textquelle mit Kontext.
  2. Bundesarchiv – Einführung des Frauenwahlrechts: Einordnung der gesetzlichen Umsetzung.
  3. Deutsches Historisches Museum – LeMO: Historische Darstellung mit Hintergrundinformationen.
  4. Bundeszentrale für politische Bildung – Frauenwahlrecht: Dossier zur Entwicklung politischer Gleichberechtigung.
  5. KMK – Geschichte: Operatoren und Aufgabenarten: Fachmethodische Orientierung.
  6. Wikimedia Commons – Women's suffrage in Germany: Sammlung historischer Mediendateien mit individuellen Rechtehinweisen.

Lizenzhinweis: Wikimedia Commons stellt frei nutzbare Medien mit jeweils eigenen Lizenz- beziehungsweise Gemeinfreiheitsangaben bereit. Wikipedia-Texte unterliegen grundsätzlich CC BY-SA mit möglichen weiteren Bedingungen. Die verlinkten Archiv-, Museums- und Bildungsangebote sind nicht automatisch vollständig OER-lizenziert. Prüfe ihre Nutzungsbedingungen, bevor Du Inhalte über das Zitieren oder Verlinken hinaus verwendest.

Barrierefreiheit: Nutze die Alternativtexte und Beschreibungen der Bilder. Aktiviere Untertitel bei verfügbaren Videos. Falls eingebettete Inhalte nicht zugänglich sind, verwende die bereitgestellten Textalternativen und die verlinkten Originalquellen. Bei eigenen Projekten sind vollständige Quellen- und Lizenzangaben erforderlich.



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