Eine Druckwerkstatt als Mediennetz untersuchen - Geschichte Klasse 7 bis 8
Eine Druckwerkstatt als Mediennetz untersuchen - Geschichte Klasse 7 bis 8
Kurzbeschreibung: Verfolge Herstellung, Handel und Nutzung eines frühneuzeitlichen Drucks. Du untersuchst eine Druckwerkstatt nicht nur als Raum mit einer Presse, sondern als Mediennetz: Menschen, Materialien, Wissen, Geld, Verkehrswege und Leserinnen und Leser hängen zusammen.
Klassenstufe: 7–8
Lernweg: Beobachten → Deuten → Zusammenhänge erklären → historisch urteilen.
Differenzierung im selben Kurs:
- Fö: kurze Texte, Bildhilfen, Satzstarter und kleine Schritte.
- G: klare Arbeitsaufträge und Belege aus Bild und Text.
- M: Vergleiche, Ursachen und Folgen.
- E: selbstständige Quellenkritik, Unsicherheiten und begründete Urteile.
Einleitung
Um 1450 entwickelte Johannes Gutenberg in Mainz ein Verfahren, mit dem Texte in Europa mit beweglichen Metalllettern und einer Presse in größerer Zahl hergestellt werden konnten. Neu war nicht eine einzelne Erfindung, sondern das Zusammenspiel verschiedener Techniken: Metallguss, bewegliche Lettern, geeignete Druckfarbe, Papier, Satz und Presse.
Eine Druckwerkstatt war deshalb ein Mediennetz. Setzer, Drucker, Papiermacher, Buchbinder, Händler, Geldgeber, Autorinnen und Autoren sowie Käuferinnen und Käufer waren miteinander verbunden. Auch Wege zwischen Städten, Messen und Handelsplätzen gehörten dazu.
Fachbegriffe:
- Druckerpresse: Vorrichtung, die Papier mit Druck gegen eingefärbte Lettern presst.
- Letter: einzelner beweglicher Druckbuchstabe aus Metall.
- Setzer: Person, die Lettern zu Zeilen und Seiten zusammensetzt.
- Inkunabel: Druckwerk aus der Zeit bis einschließlich 1500.
- Kolophon: Angabe am Ende eines älteren Drucks, oft mit Informationen zu Drucker, Ort oder Datum.
- Mediennetz: Verbindung von Menschen, Dingen, Orten und Handlungen, durch die Informationen hergestellt und verbreitet werden.
Station 1: Eine Druckwerkstatt beobachten
Primärquelle: Druckwerkstatt des Josse Badius, 1520. Das Bild stammt aus der frühen Neuzeit und zeigt drei Personen bei der Arbeit in einer Druckwerkstatt.

Quelle und Lizenz: Josse Badius, 1520; Quelle: Library of Congress, über Wikimedia Commons; gemeinfrei.
Beobachtungsauftrag:
- Fö: Zeige auf Presse, Papier und arbeitende Personen. Nenne drei Dinge, die Du siehst.
- G: Beschreibe zwei verschiedene Tätigkeiten. Belege jede Beobachtung mit einem Bilddetail.
- M: Erkläre, warum mehrere Personen für die Herstellung einer Druckseite nötig sind.
- E: Prüfe, was das Bild über Arbeitsteilung zeigt und was es nicht sicher beweisen kann.
Wichtig: Trenne Beobachtung und Deutung. „Ich sehe drei Personen“ ist eine Beobachtung. „Die Arbeit war streng organisiert“ ist bereits eine Deutung und braucht Belege.
Station 2: Wie funktioniert die Presse?
Historische Darstellung: Kupferstich einer Druckerpresse von Heinrich Zeising und Hieronymus Megiser aus dem Jahr 1627.

Quelle und Lizenz: Heinrich Zeising und Hieronymus Megiser, 1627; Wikimedia Commons; CC BY-SA 3.0.
Moderne Erklärung im Video:
Videoquelle: Universität Mainz, „Johannes Gutenberg (3/8): The Gutenberg printing press“, 2019. Für Hörgeschädigte: Nutze, falls verfügbar, Untertitel. Textalternative: Die Presse überträgt mit einer Schraubmechanik Druck auf Papier, das auf eingefärbten gesetzten Lettern liegt.
Denkauftrag:
- Fö: Bringe die Begriffe in eine sinnvolle Reihenfolge: Lettern setzen – Farbe auftragen – Papier auflegen – pressen – Blatt entnehmen.
- G: Erkläre in vier Sätzen, wie aus einzelnen Lettern eine gedruckte Seite entsteht.
- M: Vergleiche Bild und Video. Welche Bauteile oder Arbeitsschritte erkennst Du in beiden?
- E: Beurteile, welche Aussagen des Videos sich direkt mit der historischen Darstellung belegen lassen und welche moderne Erklärung bleiben.
Station 3: Original, Modell und moderne Darstellung unterscheiden
Originalobjekt / erhaltenes historisches Gerät: Im Museum Plantin-Moretus in Antwerpen stehen sehr alte erhaltene Druckpressen. Sie stammen aus der frühen Neuzeit. Das Museum bewahrt die historische Druckerei am ursprünglichen Ort.

Quelle und Lizenz: Foto von Riopelle, 2009, Museum Plantin-Moretus; Wikimedia Commons; vom Fotografen als gemeinfrei freigegeben.
Modell / moderne Museumsdarstellung:

Quelle und Lizenz: Foto von Jorge Royan, Deutsches Museum München, 2007; Wikimedia Commons; CC BY-SA 3.0.
Hinweis zur Quellenkritik: Das Münchner Bild zeigt eine moderne Museumsdarstellung. Es ist kein Foto aus dem 15. Jahrhundert. Eine solche Darstellung kann historische Technik anschaulich machen, muss aber mit Originalquellen verglichen werden.
Auftrag:
- Fö: Ordne zu: „erhaltenes historisches Gerät“ und „moderne Museumsdarstellung“.
- G: Nenne einen Vorteil und eine Grenze von Museumsmodellen.
- M: Vergleiche die Pressen mit dem Kupferstich von 1627.
- E: Formuliere eine Regel dafür, wie Du Rekonstruktionen und Modelle im Geschichtsunterricht nutzen würdest.
Station 4: Bewegliche Lettern und Satz
Ein Setzer griff einzelne Lettern aus einem Setzkasten und setzte sie spiegelverkehrt zu Zeilen zusammen. Danach wurden Zeilen zu Seiten angeordnet.

Quelle und Lizenz: Foto von dronepicr, Gutenberg-Museum Mainz, 2019; Wikimedia Commons. Lizenzangabe auf der Commons-Dateiseite beachten.
Sachquelle / Fundobjekt:

Quelle: Portable Antiquities Scheme über Wikimedia Commons. Das Objekt wird in die nachmittelalterliche Zeit eingeordnet; es ist kein sicherer Gutenberg-Buchstabe.
Denkauftrag: Warum muss der Buchstabe auf der Letter spiegelverkehrt erscheinen?
Hilfe Fö: Denke an einen Stempel.
Rückmeldung: Wenn Du geschrieben hast, dass der Abdruck nach dem Pressen richtig herum erscheinen soll, ist Deine Begründung passend. Wenn nicht, prüfe einen Buchstaben mit einem Stempel oder zeichne ein Beispiel und versuche es erneut.
Station 5: Vom Druckbogen zum Buch
Nach dem Drucken war das Buch noch nicht fertig. Druckbogen mussten trocknen, gefaltet, geordnet und häufig gebunden werden. Manche gedruckten Seiten wurden anschließend von Hand mit farbigen Initialen oder Schmuck ergänzt.
Primärquelle: Seite aus der Gutenberg-Bibel, um 1455.
Quelle und Lizenz: Johannes Gutenberg zugeschrieben, um 1455; Wikimedia Commons; Public Domain Mark.
Beobachtung: Schwarzer Text wurde gedruckt. Farbige Elemente konnten danach von Hand ergänzt werden.
Auftrag:
- Fö: Finde gedruckte und handgemalte Bereiche.
- G: Erkläre, warum ein gedrucktes Buch trotzdem Handarbeit enthalten konnte.
- M: Vergleiche gedruckte Gleichförmigkeit und handgemalte Gestaltung.
- E: Beurteile die Aussage: „Mit dem Buchdruck verschwand die Handschrift sofort.“ Nutze die Quelle als Beleg.
Station 6: Die Werkstatt ist Teil eines größeren Netzes
Drucker brauchten Papier, Metall, Farbe und Werkzeuge. Sie benötigten außerdem Texte, Geld und Käufer. Gedruckte Werke wurden zwischen Städten transportiert und auf Märkten oder Messen gehandelt.
Primärquelle mit späterer Reproduktion: Darstellung des deutschen Buchhandels im 16. Jahrhundert mit Papiermacher, Drucker und Buchbinder. Die Commons-Datei beruht auf einer späteren Buchreproduktion; die zugrunde liegende Darstellung wird mit Jobst Amman und dem 16. Jahrhundert verbunden.

Quellenhinweis: Wikimedia Commons; Reproduktion aus einer Ausgabe von 1902 nach einer frühneuzeitlichen Vorlage. Deshalb nicht wie ein unverändertes Originalblatt behandeln.
Netzwerkfrage: Was würde passieren, wenn in diesem Netz das Papier fehlt? Was, wenn es keine Händler gibt?
Station 7: Druckorte auf der Karte verfolgen
Moderne Forschungskarte auf historischen Daten: Die Karte zeigt bekannte Druckorte von Inkunabeln im 15. Jahrhundert. Sie basiert auf Daten des Incunabula Short Title Catalogue der British Library.

Quelle und Lizenz: NordNordWest, 2011; Daten nach Incunabula Short Title Catalogue, British Library; Wikimedia Commons; CC BY-SA 3.0.
Wichtig: Die Karte ist keine Karte aus dem 15. Jahrhundert. Sie ist eine moderne Darstellung historischer Forschungsdaten.
Kartenauftrag:
- Fö: Finde Mainz, Köln, Nürnberg und Venedig.
- G: Beschreibe, in welchen Teilen Europas viele Druckorte liegen.
- M: Formuliere zwei Vermutungen, warum große Handelsstädte für Drucker wichtig waren.
- E: Erkläre, warum eine Karte mit bekannten Druckorten nicht automatisch alle tatsächlich existierenden Druckorte zeigt. Nenne eine mögliche Unsicherheit der Überlieferung.
Station 8: Ein Beispiel verfolgen – die Schedelsche Weltchronik
Die Schedelsche Weltchronik erschien 1493 in Nürnberg. Der Text stammt von Hartmann Schedel. Gedruckt wurde das Werk bei Anton Koberger. Es enthält zahlreiche Holzschnitte aus der Werkstatt von Michael Wolgemut und Wilhelm Pleydenwurff.
Primärquelle: Stadtansicht Nürnberg, 1493.

Quelle und Lizenz: Michael Wolgemut und Wilhelm Pleydenwurff, 1493; Wikimedia Commons; gemeinfrei.
Untersuchung als Mediennetz:
- Autor: liefert und ordnet Text.
- Drucker und Werkstatt: setzen, drucken und organisieren Produktion.
- Bildwerkstatt: liefert Holzschnitte.
- Papier- und Materiallieferanten: ermöglichen Herstellung.
- Händler: bringen Exemplare zu Käuferinnen und Käufern.
- Lesende und Betrachtende: nutzen den Druck und geben ihm Bedeutung.
Auftrag:
- Fö: Markiere drei Beteiligte am Mediennetz.
- G: Ziehe drei Pfeile zwischen Beteiligten und schreibe dazu, was ausgetauscht wird.
- M: Erkläre, warum ein Buch nicht nur das Werk einer einzelnen Person ist.
- E: Prüfe, welche Beteiligten in einem erhaltenen Buch sichtbar werden und welche oft unsichtbar bleiben.
Station 9: Nutzung und Wirkung
Gedruckte Texte konnten häufiger in ähnlicher Form verbreitet werden als handgeschriebene Einzelstücke. Das bedeutete aber nicht, dass sofort alle Menschen Bücher besaßen oder lesen konnten. Bücher blieben je nach Umfang und Ausstattung wertvoll. Zugleich erleichterte der Druck die Verbreitung von religiösen, wissenschaftlichen, politischen und praktischen Texten.

Quelle und Lizenz: Diagramm auf Wikimedia Commons; Datengrundlage nach Eltjo Buringh und Jan Luiten van Zanden; Lizenzangabe auf der Commons-Dateiseite beachten.
Quellenkritik: Das Diagramm zeigt Schätzungen. Es ist keine Zählung jedes jemals gedruckten Buches.
Urteilsfrage: War der Buchdruck eine „Medienrevolution“?
Satzstarter Fö/G: „Ich nenne den Buchdruck eine Medienrevolution, weil …“ oder „Der Begriff passt nur teilweise, weil …“
Anspruch M/E: Beziehe Herstellung, Verbreitung, Zugang und Grenzen ein. Ein gutes Urteil nennt mindestens einen Beleg und eine Einschränkung.
Medien- und Quellencheck
| Medium | Einordnung | Urheber / Quelle | Lizenz / Rechte | Textalternative |
|---|---|---|---|---|
| Druckwerkstatt des Josse Badius, 1520 | Primärquelle | Josse Badius; Library of Congress; Wikimedia Commons | gemeinfrei | Drei Personen arbeiten an Satz und Presse. |
| Druckerpresse, 1627 | historische Darstellung | Heinrich Zeising / Hieronymus Megiser; Wikimedia Commons | CC BY-SA 3.0 | Technische Darstellung einer hölzernen Druckerpresse. |
| Historische Pressen, Museum Plantin-Moretus | erhaltenes historisches Gerät, modernes Foto | Riopelle; Wikimedia Commons | Public Domain | Zwei historische Holzpressen in einem Museumsraum. |
| Museumsdarstellung im Deutschen Museum | Modell / moderne Darstellung | Jorge Royan; Wikimedia Commons | CC BY-SA 3.0 | Rekonstruierte Druckwerkstatt mit Presse. |
| Karte der Inkunabel-Druckorte | moderne Forschungskarte | NordNordWest; Daten British Library; Wikimedia Commons | CC BY-SA 3.0 | Europa mit zahlreichen Druckorten des 15. Jahrhunderts. |
| Gutenberg-Bibel-Seite | Primärquelle / Digitalisat | Johannes Gutenberg zugeschrieben; Wikimedia Commons | Public Domain Mark | Gedruckter schwarzer Text mit farbigem Buchschmuck. |
| Nürnberger Stadtansicht 1493 | Primärquelle | Wolgemut / Pleydenwurff; Wikimedia Commons | gemeinfrei | Holzschnitt einer großen spätmittelalterlichen Stadt. |
Regel für den Kurs: Eine Quelle zeigt immer nur einen Ausschnitt. Bilder sind keine Fenster, durch die wir die Vergangenheit vollständig sehen. Wir fragen deshalb: Wer stellte etwas dar? Wann? Wozu? Was fehlt?
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist eine Letter im Buchdruck? (Ein einzelner beweglicher Druckbuchstabe) (!Ein gebundenes Buch) (!Ein Verkaufsstand auf einer Messe) (!Eine handgeschriebene Urkunde)
Welche Tätigkeit kommt vor dem eigentlichen Pressen? (Das Setzen der Lettern) (!Das Lesen beim Käufer) (!Das Binden des fertigen Buches) (!Der Verkauf auf einer Messe)
Warum sind Buchstaben auf Lettern spiegelverkehrt? (Damit der Abdruck auf dem Papier richtig herum erscheint) (!Damit Drucker schneller lesen können) (!Damit Käufer Fälschungen erkennen) (!Damit Papier weniger kostet)
Was ist eine Inkunabel? (Ein Druckwerk aus der Zeit bis einschließlich 1500) (!Ein handgeschriebener Brief aus dem 18. Jahrhundert) (!Eine moderne Museumsrekonstruktion) (!Eine Maschine zur Papierherstellung)
Welche Aussage beschreibt ein Mediennetz am besten? (Menschen Materialien Orte und Handlungen wirken zusammen) (!Nur die Druckerpresse entscheidet über den Erfolg) (!Nur der Autor stellt ein Buch her) (!Jede Werkstatt arbeitet ohne Handel)
Was zeigt die Karte der Inkunabel-Druckorte? (Bekannte Druckorte auf Grundlage historischer Katalogdaten) (!Alle Leser Europas im Jahr 1500) (!Die Grenzen Europas im Jahr 1500 exakt) (!Nur die Werkstätten von Gutenberg)
Warum ist ein Museumsmodell keine Primärquelle aus dem 15. Jahrhundert? (Es wurde später zur Veranschaulichung hergestellt) (!Es besteht aus Holz) (!Es steht in einem Museum) (!Es kann fotografiert werden)
Welche Arbeit konnte nach dem Drucken noch nötig sein? (Bogen falten ordnen und binden) (!Metall aus dem Bergwerk fördern) (!Eine neue Stadt gründen) (!Den Text in Stein meißeln)
Warum waren Handelsstädte für Drucker wichtig? (Dort trafen Wege Käufer Waren und Informationen zusammen) (!Dort war Papier grundsätzlich kostenlos) (!Dort gab es keine Konkurrenz) (!Dort konnten nur Drucker wohnen)
Was gehört zu einem guten historischen Urteil? (Belege nennen und Grenzen der Aussage beachten) (!Nur die eigene Meinung wiederholen) (!Unsichere Angaben als sicher darstellen) (!Alle Quellen gleich behandeln)
Memory
| Letter | beweglicher Druckbuchstabe |
| Setzer | ordnet Lettern zu Zeilen |
| Druckerpresse | presst Papier auf eingefärbte Lettern |
| Inkunabel | Druckwerk bis einschließlich 1500 |
| Buchbinder | verbindet Bogen zu einem Buch |
| Mediennetz | Verbindung von Menschen Dingen Orten und Handlungen |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Arbeitsschritt |
|---|---|
| Lettern setzen | Text wird aus einzelnen Zeichen aufgebaut |
| Druckform einfärben | Farbe kommt auf die erhabenen Zeichen |
| Papier pressen | Papier nimmt den Abdruck auf |
| Bogen ordnen | Gedruckte Seiten kommen in die richtige Folge |
| Buch binden | Die geordneten Lagen werden zu einem Buch verbunden |
Kreuzworträtsel
| Letter | Wie heißt ein einzelner beweglicher Druckbuchstabe? |
| Presse | Welche Vorrichtung drückt Papier auf die eingefärbte Druckform? |
| Setzer | Wer stellt Zeilen aus einzelnen Lettern zusammen? |
| Inkunabel | Wie nennt man ein Druckwerk aus der Zeit bis einschließlich 1500? |
| Handel | Wie heißt der Austausch von Waren über Märkte und Wege? |
| Quelle | Wie nennt man ein Zeugnis aus oder über die Vergangenheit? |
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Lückentext
Gestufte Hilfen und erneute Versuche
Wenn Du bei einer Aufgabe nicht weiterkommst:
- Hilfe 1 – Fö: Beschreibe zuerst nur, was Du wirklich sehen kannst. Nutze den Satzstarter „Ich sehe …“.
- Hilfe 2 – G: Suche ein konkretes Detail als Beleg. Nutze „Das erkenne ich an …“.
- Hilfe 3 – M: Verbinde zwei Stationen. Nutze „Das hängt zusammen mit …“.
- Hilfe 4 – E: Prüfe Herkunft, Entstehungszeit, Absicht und Grenzen der Quelle.
Begründete Rückmeldung: Eine Antwort ist nicht nur deshalb gut, weil sie richtig klingt. Sie sollte zu einer Quelle passen, einen Beleg nennen und Unsicherheiten kenntlich machen.
Erneuter Versuch: Verbessere Deine Antwort nach der Rückmeldung. Markiere dabei, welchen Beleg Du ergänzt oder welche zu sichere Aussage Du abgeschwächt hast.
Offene Aufgaben
Leicht
- Bilddetektiv Druckwerkstatt: Wähle eines der Werkstattbilder. Notiere fünf Beobachtungen ohne Deutung.
- Druckweg in fünf Bildern: Zeichne fünf kleine Symbole für Setzen, Einfärben, Pressen, Ordnen und Binden. Beschrifte sie.
- Fachbegriffe erklären: Erstelle Karten zu Letter, Setzer, Presse und Inkunabel in eigenen Worten.
- Mediennetz legen: Schreibe Drucker, Papiermacher, Händler, Buchbinder und Käufer auf Karten und verbinde sie mit Pfeilen.
Standard
- Quelle und Modell vergleichen: Vergleiche das Werkstattbild von 1520 mit der modernen Museumsdarstellung. Nenne zwei Gemeinsamkeiten und zwei Unterschiede.
- Kartenanalyse Buchdruck: Untersuche die Karte der Inkunabel-Druckorte und formuliere drei Aussagen, die sich mit der Karte belegen lassen.
- Ein Druck reist: Schreibe eine kurze Reisegeschichte eines Buches von der Werkstatt bis zu einem Käufer. Markiere belegte und erfundene Teile unterschiedlich.
- Interview Druckwerkstatt: Entwirf sechs Fragen an eine Person aus einer heutigen Druckerei oder einem Museum. Vergleiche anschließend alte und neue Arbeitsweisen.
Schwer
- Quellenkritik Druckwerkstatt: Untersuche das Werkstattbild von 1520 nach Urheber, Entstehungszeit, Aussageabsicht, Informationswert und Grenzen.
- Medienrevolution beurteilen: Verfasse ein begründetes Urteil zur Frage, ob der Buchdruck eine Medienrevolution war. Nutze mindestens drei Kursmedien.
- Netzwerkanalyse Frühdruck: Erstelle ein Netzdiagramm zu Herstellung, Handel und Nutzung eines Drucks. Erkläre drei Abhängigkeiten.
- Mini-Ausstellung Buchdruck: Plane eine digitale oder analoge Ausstellung mit drei Commons-Medien. Gib für jedes Medium Einordnung, Quelle, Lizenz, Alternativtext und einen Beobachtungsauftrag an.


Lernkontrolle
- Zusammenhang Arbeitsteilung und Produktion: Erkläre, warum bewegliche Lettern allein noch keine leistungsfähige Druckproduktion ergeben. Beziehe mindestens vier Teile des Mediennetzes ein.
- Quellenvergleich Druckerpresse: Vergleiche die Darstellung von 1627 mit dem modernen Museumsfoto. Welche Aussagen werden durch beide gestützt, welche bleiben unsicher?
- Handelsnetz und Druckorte: Erkläre, wie Handelswege und Städte die Verbreitung von Druckwerkstätten beeinflussen konnten. Nutze die Karte als Beleg, aber nenne auch eine Grenze der Karte.
- Kontinuität und Wandel: Zeige an der Gutenberg-Bibel, welche älteren Formen der Buchgestaltung trotz neuer Drucktechnik weiterbestanden.
- Historisches Urteil Buchdruck: Beurteile die Aussage „Nach Gutenberg konnten alle Menschen schnell und billig Bücher lesen“. Differenziere nach Herstellung, Preis, Lesefähigkeit und Verbreitung.
- Perspektiven im Mediennetz: Vergleiche die Interessen eines Druckers, eines Händlers und eines Käufers. Zeige einen möglichen Konflikt.
Lernnachweis
Für einen guten Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:
- den Weg vom Setzen bis zum gebundenen Druck erklären kannst,
- eine Druckwerkstatt als Mediennetz aus Menschen, Materialien, Orten und Handlungen beschreiben kannst,
- Primärquelle, moderne Darstellung und Modell unterscheiden kannst,
- bei Bildern zwischen Beobachtung und Deutung trennst,
- Karten und Diagramme als moderne Darstellungen historischer Daten kritisch liest,
- Aussagen mit konkreten Quellenbelegen stützt,
- Unsicherheiten und Grenzen einer Quelle benennst,
- ein historisches Urteil mit Argumenten, Belegen und Einschränkungen formulierst.
OERs zum Thema
Seriöse Vertiefung:
- Museum Plantin-Moretus: The printing workshop – erhaltene Werkstatt, Pressen und Beschreibung der Arbeitsschritte.
- Library of Congress: Gutenberg Bible Resource Guide – Informationen und weiterführende Bestände zur Gutenberg-Bibel.
- Wikimedia Commons: Schedelsche Weltchronik – Digitalisate und Abbildungen eines wichtigen Druckwerks von 1493.
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