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Ein Forschungsportfolio mit Belegnachweisen prüfen - Geschichte Klasse 11 bis 13

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Ein Forschungsportfolio mit Belegnachweisen prüfen - Geschichte Klasse 11 bis 13

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Einleitung

Ein Forschungsportfolio mit Belegnachweisen prüfen - Geschichte Klasse 11 bis 13

Leitfrage: Wie kannst Du nachweisen, dass Deine historische Untersuchung auf überprüfbaren Quellen beruht und nicht auf erfundenen Zitaten oder Fundstellen?

Ein Forschungsportfolio dokumentiert Deinen Arbeitsweg: von der Fragestellung über die Recherche bis zum begründeten Urteil. Du hältst auch Irrtümer, offene Fragen und Verbesserungen fest.

Lernweg: Forschungsfrage entwickeln → Quellen finden → Herkunft prüfen → Beobachtungen auswerten → Belege sichern → Urteil formulieren → Arbeit überarbeiten.

Durchgehendes Beispiel: Wie prägen unterschiedliche Perspektiven die Darstellung des Mauerbaus von 1961?

Wichtig: Das Material ist für die Klassen 11 bis 13 gedacht. Es unterstützt methodische Kompetenzen, beansprucht aber ohne Abgleich mit dem jeweils gültigen Fachplan keine vollständige Abiturvorbereitung.


Fachbegriffe und Lernhilfen

Quelle: Ein überliefertes Zeugnis, das wir zu einer Frage über die Vergangenheit untersuchen.

Provenienz: Die nachvollziehbare Herkunft einer Quelle.

Quellenkritik: Die Prüfung von Entstehung, Absicht, Überlieferung und Aussagekraft einer Quelle.

Beleg: Eine überprüfbare Fundstelle für eine Aussage.

Revision: Eine dokumentierte Verbesserung Deiner Arbeit.

Sprachlich entlasteter Einstieg (G): Beschreibe ein Bild mit den Satzanfängen „Ich sehe …“, „Die Quelle stammt von …“ und „Unklar bleibt …“.

Methodische Basis (M): Vergleiche Quellen, überprüfe ihre Angaben und begründe Deine Interpretation mit Belegen.

Vertiefung (E): Untersuche Überlieferungslücken, konkurrierende Perspektiven und die Grenzen historischer Urteile.

G, M und E sind hier Lernhilfen und keine amtlichen Oberstufenabschlüsse. Du kannst jederzeit die Hilfestufe wechseln.


Ein Forschungsportfolio zuverlässig prüfen


Beobachtung, Deutung und Urteil trennen

Beobachtung: Was ist unmittelbar zu sehen, zu lesen oder zu hören?

Deutung: Was könnte dies im historischen Zusammenhang bedeuten? Welche weiteren Belege sprechen dafür?

Sachurteil: Wie ist ein Vorgang nach historischen Maßstäben einzuordnen?

Werturteil: Wie bewertest Du ihn anhand offengelegter heutiger Maßstäbe?

Beispiel: „Auf dem Bild sind Grenzposten zu sehen“ ist eine Beobachtung. „Die Aufnahme soll staatliche Kontrolle als normal darstellen“ ist eine mögliche Deutung, die Du erst durch Entstehungskontext und Vergleich absichern musst.


Sechs Prüffragen für jeden Beleg

  1. Herkunft: Wer hat das Material hergestellt, wann und für wen?
  2. Fundstelle: Sind Archiv, Sammlung, Bildnummer, URL oder Zeitmarke nachvollziehbar?
  3. Inhalt: Was lässt sich tatsächlich beobachten oder wörtlich nachlesen?
  4. Perspektive: Welche Interessen, Auswahlentscheidungen oder Leerstellen erkennst Du?
  5. Medienrecht: Wer besitzt welche Rechte und unter welcher Lizenz ist eine Nutzung erlaubt?
  6. Arbeitsweg: Ist erkennbar, wann Du einen Fehler entdeckt und korrigiert hast?

Regel: Fehlt eine Information, schreibe „nicht ermittelt“ oder „nicht nachgewiesen“. Erfinde niemals ein Zitat, eine Seitenzahl, eine Archivsignatur oder einen Bildnachweis.


Rechercheschritte und Revisionen dokumentieren

Was hältst Du fest? Beispiel für einen Eintrag
Forschungsfrage Welche Bilder vermitteln unterschiedliche Perspektiven auf den Mauerbau?
Suche Datum, Suchwörter, durchsuchtes Archiv oder Portal
Fundstelle Originaltitel, Institution, genaue Kennung und dauerhafter Link
Prüfung Was ist belegt, was bleibt unsicher?
Revision Was hast Du geändert, warum und auf welcher Grundlage?

Vorlage: „Am [Datum] habe ich in [Portal] nach [Suchbegriffen] gesucht. Die Quelle [Fundstelle] belegt [Befund]. Unklar ist [offene Frage]. Deshalb habe ich [Änderung] vorgenommen.“

Ein Versionsverlauf, ein Rechercheprotokoll und ein transparentes Literaturverzeichnis machen die Untersuchung prüfbar. Ein schön gestaltetes Portfolio ohne belastbare Nachweise genügt nicht.


Medienwerkstatt: Den Mauerbau erforschen


Quelle 1: Eine Pressekonferenz vor dem Mauerbau

Schwarzweißfotografie einer Pressekonferenz mit Walter Ulbricht im Juni 1961

Quellenstatus: Historische Fotografie vom 15. Juni 1961, Bundesarchiv, Bild 183-83911-0002, Fotograf unbekannt. Die ursprüngliche DDR-Bildbeschreibung enthält politisch geprägte Formulierungen.

Bildnachweis: Bundesarchiv, Bild 183-83911-0002; Wikimedia Commons; Lizenz CC BY-SA 3.0 DE.

Beobachtungsauftrag: Beschreibe Bildaufbau und Situation ohne eine Aussage Ulbrichts zu unterstellen.

Denkauftrag: Warum kann ein Foto von einer Pressekonferenz allein nicht beweisen, welche Worte dort tatsächlich gefallen sind? Welche Ton- oder Textquelle müsstest Du ergänzend suchen?

Textalternative: Die Aufnahme zeigt eine öffentliche Pressekonferenz. Der Inhalt gesprochener Aussagen ist aus der Fotografie nicht unmittelbar überprüfbar.


Quelle 2: Fotografien aus dem Herbst 1961

Britische Militärangehörige zeigen 1961 an einem Berliner Kontrollpunkt ihre Ausweise

Quellenstatus: Historische Fotografie von Rudolf Hesse, 30. Oktober 1961, Bundesarchiv, Bild 183-87665-0002. Die originale ADN-Bildunterschrift spricht von „Grenzsicherungsmaßnahmen“. Das ist eine zeitgenössische politische Sprachwahl und keine neutrale Bewertung.

Bildnachweis: Bundesarchiv, Bild 183-87665-0002 / Rudolf Hesse; Wikimedia Commons; CC BY-SA 3.0 DE.

Beobachtungsauftrag: Wer ist zu erkennen? Welche Handlungen sind sichtbar? Was lässt sich nicht sehen?

Denkauftrag: Wie unterscheidet sich die Formulierung der DDR-Bildunterschrift von einer möglichst neutralen Beschreibung? Schreibe beide Fassungen und kennzeichne die Urheberschaft.

Textalternative: Am Grenzübergang Friedrichstraße werden Ausweise kontrolliert. Die Fotografie allein erklärt weder alle politischen Ursachen noch die Erfahrungen sämtlicher Betroffener.

Bauarbeiter errichten am 20. November 1961 einen Abschnitt der Berliner Mauer

Quellenstatus: Historische Fotografie vom 20. November 1961. Wikimedia Commons nennt die US National Archives als Herkunft; ein individueller Fotograf und eine genauere Archivsignatur sind dort nicht ausgewiesen. Ergänze keine erfundene Kennung.

Bildnachweis: National Archives; Wikimedia Commons; dort als gemeinfrei nach US-Bundesrecht gekennzeichnet (Public Domain Mark).

Beobachtungsauftrag: Welche Tätigkeit und welche baulichen Elemente zeigt das Bild?

Denkauftrag: Warum dürfen Fotos vom Oktober und November nicht einfach als Aufnahmen vom 13. August 1961 ausgegeben werden?

Textalternative: Bauarbeiter errichten im November 1961 einen Mauerabschnitt. Das dokumentierte Aufnahmedatum unterscheidet sich vom Beginn der Grenzabriegelung.


Darstellung 1: Eine spätere Karte lesen

Übersichtskarte zum Verlauf der Berliner Mauer und zu Grenzübergängen bis 1989

Medientyp: Moderne Kartendarstellung von Incnis Mrsi, auf Grundlage einer Arbeit von Sansculotte, 2007. Sie zeigt den Verlauf und Übergänge bis 1989, nicht den exakten Zustand am 13. August 1961.

Bildnachweis: Incnis Mrsi nach Sansculotte; Wikimedia Commons; CC BY-SA 3.0.

Beobachtungsauftrag: Verfolge die Trennung zwischen West-Berlin und der Umgebung.

Denkauftrag: Weshalb wäre es methodisch falsch, alle eingezeichneten späteren Grenzübergänge ungeprüft auf 1961 zu übertragen?

Textalternative: Die Karte veranschaulicht Lage und Verlauf der Grenzanlagen bis 1989. Ihre zeitliche Reichweite muss beim Zitieren genannt werden.


Darstellung 2: Eine historische Vorlage als modernes Schema

Schematische Darstellung der Berliner Grenzanlagen nach einer historischen Vorlage von 1983

Medientyp: Moderne Nachzeichnung von Dipldoc aus dem Jahr 2012, nach einem Grenztruppen-Schema von 1983. Die Commons-Beschreibung verweist allgemein auf eine Vorlage aus dem Bundesarchiv-Militärarchiv, nennt jedoch keine genaue Archivsignatur.

Bildnachweis: Dipldoc; Wikimedia Commons; CC BY-SA 3.0.

Beobachtungsauftrag: Beschreibe mindestens drei dargestellte Elemente der Grenzanlagen.

Denkauftrag: Trenne das Entstehungsjahr der historischen Vorlage von dem Jahr der Nachzeichnung. Wie würdest Du beide im Portfolio angeben?

Textalternative: Ein beschriftetes Schema zeigt den Aufbau von Grenzanlagen nach einer Vorlage von 1983. Die vorliegende Grafik selbst wurde 2012 angefertigt.


Animation: Eine moderne Rekonstruktion kritisch ansehen

Datei:So wurde die Berliner Mauer gebaut (CC BY 4.0).webm

Medientyp: Moderne filmische Darstellung mit Animation, nicht zeitgenössisches Originalmaterial. Das 66 Sekunden lange Video wurde 2020 produziert und veranschaulicht auch den Ausbaustand von 1989.

Mediennachweis: ZDF / Terra X / History Media / Jörg Müllner / Kawom! Wiesbaden / Till Nowak / framebox; Wikimedia Commons; CC BY 4.0.

Barrierefreiheit: Auf der Dateiseite stehen Untertitel zur Verfügung.

Beobachtungsauftrag: Notiere zwei Veränderungen, die der Film zwischen 1961 und 1989 zeigt.

Denkauftrag: Welche Szenen sind veranschaulichende Rekonstruktionen? Warum sind sie nicht automatisch fotografische Beweise für jedes dargestellte Detail?

Textalternative: Der Film beschreibt die Grenzabriegelung ab August 1961 und den schrittweisen Ausbau der Berliner Mauer zu einem umfangreichen Sperrsystem bis 1989.


Originalton: Eine spätere politische Perspektive

Quellenstatus: Originalton-Ausschnitt aus einer Rede von John F. Kennedy am 26. Juni 1963. Hörbar ist der bekannte Satz „Ich bin ein Berliner“. Der Ton stammt damit nicht aus dem Jahr 1961.

Audionachweis: John F. Kennedy; Ausschnitt aus der historischen Rede; Wikimedia Commons; dort als gemeinfrei nach US-Bundesrecht ausgewiesen.

Hör- und Denkauftrag: Welche politische Haltung vermittelt der Ausschnitt? Warum musst Du Rededatum, Anlass und historischen Kontext ausdrücklich von den Ereignissen des August 1961 unterscheiden?

Textalternative: Der kurze Redemitschnitt enthält Kennedys deutsch gesprochenen Satz „Ich bin ein Berliner“. Er dokumentiert eine öffentliche politische Stellungnahme von 1963.


Kurze Videos zum Vergleich

MDR DOK: Die Berliner Mauer erklärt

Quelle: MDR DOK auf YouTube. Medientyp: Moderne journalistische Geschichtsdarstellung.

Auftrag: Halte beim Ansehen fest, wann historische Aufnahmen und wann heutige Erklärungen gezeigt werden. Notiere zu einer Aussage die Quelle, die Du zur Überprüfung benötigst.

tagesschau: Eine Mauer mitten durch Berlin – Wie sich die DDR 1961 abschottete

Quelle: tagesschau auf YouTube. Medientyp: Moderne redaktionelle Rückschau.

Auftrag: Vergleiche die Auswahl der historischen Bilder mit der Bundesarchiv-Fotografie vom Checkpoint Charlie. Welche Perspektiven werden sichtbar, welche fehlen?

Medienrecht und Zugang: Die beiden YouTube-Videos werden über ihren jeweiligen Originalanbieter eingebettet. Daraus folgt keine freie Nachnutzung oder Creative-Commons-Lizenz. Nutze verfügbare Untertitel; bei fehlendem Zugang dienen die beschrifteten Commons-Abbildungen und ihre Textalternativen als Ersatz.


Quellen, Darstellungen und erfundene Rekonstruktionen unterscheiden

Material Richtige Einordnung Grenze der Aussagekraft
Fotografien von 1961 Zeitgenössische Bildquellen Zeigen einen gewählten Ausschnitt
Tonaufnahme Kennedys von 1963 Zeitgenössische Tonquelle für 1963 Kein unmittelbarer Beleg für Aussagen von 1961
Karte von 2007 Moderne Darstellung Nicht automatisch der Zustand von 1961
Nachzeichnung von 2012 Moderne Wiedergabe einer älteren Vorlage Vorlage und Nachzeichnung getrennt prüfen
Terra-X-Film von 2020 Moderne Darstellung mit visualisierendem Modell Animation ist kein Originalfilm von 1961
Frei erfundene historische Szene Fiktive Rekonstruktion Nur ausdrücklich als erfunden gekennzeichnet verwenden; keine solche Szene wird hier als historische Quelle ausgegeben

Merksatz: Ein Medium darf anschaulich sein, ohne selbst eine Primärquelle zu sein. Entscheidend sind Entstehungszeit, Zweck und überprüfbare Herkunft.


Belege und Medienrechte korrekt angeben


Muster für einen überprüfbaren Bildnachweis

Beispiel: Bundesarchiv, Bild 183-87665-0002, Rudolf Hesse, „Berlin, Mauerbau, Checkpoint Charlie“, 30.10.1961; Wikimedia-Commons-Dateiseite; CC BY-SA 3.0 DE; Zugriff: 17.10.2026.

Prüfe bei jedem Beleg: Urheber – Titel – Datum – Archiv oder Herkunft – genaue Fundstelle – Lizenz – Abrufdatum. Bei Zitaten kommen die genaue Textstelle, Seite oder Ton-Zeitmarke hinzu, sofern tatsächlich nachweisbar.

CC BY verlangt unter anderem die Namensnennung. Bei CC BY-SA gelten zusätzlich Weitergabebedingungen für bearbeitete Fassungen. Änderungen müssen erkennbar bleiben. Eine Datei mit „Public Domain“-Kennzeichnung erfordert ebenfalls sorgfältige Herkunftsangaben als wissenschaftlicher Beleg, selbst wenn keine urheberrechtliche Namensnennungspflicht besteht.

Prüfauftrag: Öffne die Commons-Dateiseite und kontrolliere dort Lizenz, Autorenschaft und Versionsgeschichte. Übertrage die Daten nicht blind aus einer anderen Website.


Unsicherheiten und Fehler sichtbar machen

Fall A: Eine Archivbeschreibung verwendet politische Begriffe. Rückmeldung: Übernimm die Formulierung als Aussage der Quelle, nicht als Deine neutrale Feststellung.

Fall B: Ein Foto ist unvollständig datiert. Rückmeldung: Kennzeichne den gesicherten Zeitraum und schreibe keine erfundene Tagesangabe.

Fall C: Ein digitales Bild wurde in neuer Qualität hochgeladen. Rückmeldung: Unterscheide Aufnahmedatum und Datum der digitalen Dateiversion.

Fall D: Ein fremdes Zitat steht ohne Fundstelle im Portfolio. Rückmeldung: Suche den Originalbeleg. Bis zur erfolgreichen Prüfung entfernst Du die Anführungszeichen oder kennzeichnest die Aussage als unbelegt; Du erfindest keine Quelle.

Erneuter Versuch: Nach jeder Korrektur überprüfst Du dieselben Kriterien nochmals und hältst die Änderung im Revisionsprotokoll fest.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was bezeichnet die Provenienz einer historischen Quelle? (Die nachvollziehbare Herkunft der Quelle) (!Die persönliche Meinung des Forschenden) (!Die Länge einer wissenschaftlichen Arbeit) (!Die Gestaltung des Titelblatts)




Welcher Schritt gehört zuerst zu einer quellenkritischen Bildanalyse? (Die sichtbaren Einzelheiten genau beschreiben) (!Die Absicht des Fotografen endgültig festlegen) (!Ohne Nachweise ein Werturteil formulieren) (!Eine unbekannte Archivsignatur ergänzen)




Was beweist eine Fotografie der Pressekonferenz von 1961 allein nicht? (Den genauen Wortlaut aller gesprochenen Aussagen) (!Dass eine Pressekonferenz fotografiert wurde) (!Dass Personen anwesend waren) (!Dass das Bild einen Ausschnitt zeigt)




Wie ist die Terra-X-Animation aus dem Jahr 2020 einzuordnen? (Als moderne Darstellung mit historischer Visualisierung) (!Als vollständig erhaltenes Originalvideo von 1961) (!Als unveränderte Grenztruppenaufnahme von 1983) (!Als Originalton einer Rede von 1963)




Was ist bei der Karte zum Mauerverlauf bis 1989 zu beachten? (Sie darf nicht ungeprüft als genaue Karte des August 1961 gelten) (!Jede eingezeichnete Anlage bestand bereits 1945) (!Die Karte ist eine zeitgenössische DDR-Quelle von 1961) (!Die Karte ersetzt grundsätzlich alle historischen Quellen)




Was ist bei einer CC-BY-SA-Datei besonders wichtig? (Urheber nennen und die Lizenzbedingungen für Bearbeitungen beachten) (!Den Urheber grundsätzlich nicht nennen) (!Jede Bearbeitung ohne Hinweis als Original ausgeben) (!Die Herkunft aus dem Literaturverzeichnis streichen)




Wie gehst Du mit einer unbekannten Archivsignatur um? (Du kennzeichnest sie als nicht ermittelt) (!Du denkst Dir eine plausible Signatur aus) (!Du übernimmst eine Signatur einer anderen Aufnahme) (!Du ersetzt sie durch eine zufällige Seitenzahl)




Wofür ist die Kennedy-Tonaufnahme ein unmittelbares Zeugnis? (Für einen Redeausschnitt vom Juni 1963) (!Für die Grenzabriegelung am 13. August 1961) (!Für eine DDR-Pressekonferenz vom Juni 1961) (!Für eine Rede Ulbrichts im November 1989)




Was dokumentiert ein Revisionsprotokoll? (Welche Änderungen wann und aus welchem Grund vorgenommen wurden) (!Nur die endgültige Gesamtnote) (!Ausschließlich die Anzahl der Bilder) (!Nur die Überschriften des Portfolios)




Welche Aussage ist eine Beobachtung statt einer Deutung? (Auf der Fotografie sind Personen bei einer Ausweiskontrolle zu sehen) (!Alle dargestellten Personen waren mit der Grenzpolitik einverstanden) (!Der Fotograf wollte ausschließlich eine Regierung unterstützen) (!Das Bild beweist die Meinung aller Berliner)




Rückmeldung: Begründe nach jeder Antwort Deine Wahl. Bei Fehlern kehrst Du zur zugehörigen Quelle oder Medienbeschreibung zurück und versuchst die Frage erneut. Entscheidend ist Deine Begründung, nicht nur die Punktzahl.


Memory

Provenienz Herkunft einer Quelle
Primärquelle Zeitgenössisches Zeugnis
Beleg Überprüfbare Fundstelle
Lizenz Regeln für die Mediennutzung
Revision Dokumentierte Überarbeitung
Sachurteil Historisch begründete Einordnung




Lernhilfe: Erkläre zu jedem Paar ein Beispiel aus der Medienwerkstatt. Ordne falsche Paare nochmals zu.


Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Beschreibung
Beobachtung Sichtbare oder hörbare Merkmale ohne vorschnelle Erklärung
Deutung Begründete Erklärung einer Quelle
Sachurteil Bewertung anhand historischer Zusammenhänge
Werturteil Bewertung anhand offengelegter Wertmaßstäbe
Unsicherheit Offen benannte Grenze des vorhandenen Wissens




Rückmeldung: Prüfe, ob jede Zuordnung einen anderen Analyseschritt bezeichnet. Wiederhole die Aufgabe und formuliere anschließend einen eigenen Beispielsatz.


Kreuzworträtsel

Provenienz Wie heißt die nachvollziehbare Herkunft einer Quelle?
Signatur Wie heißt die Kennzeichnung einer Archivalie im Archiv?
Kontext Wie nennt man den historischen Zusammenhang einer Aussage?
Revision Wie heißt die dokumentierte Überarbeitung einer Untersuchung?
Plagiat Wie heißt die unzulässige Übernahme fremder Leistungen als eigene?
Zitat Wie heißt eine wörtlich übernommene und gekennzeichnete Textstelle?





LearningApps

Auftrag: Suche eine passende Übung und überprüfe anschließend, ob die verwendeten historischen Aussagen mit Quellen belegt sind. Eine Übung ist kein Ersatz für einen Originalnachweis.


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die nachvollziehbare Herkunft einer Quelle heißt

.
Ein überprüfbarer Hinweis auf die Herkunft einer Aussage ist ein

.
Vor einer historischen Erklärung steht die genaue

.
Eine begründete Interpretation des Quelleninhalts heißt

.
Die kritische Untersuchung von Herkunft und Aussagekraft nennt man

.
Eine genaue Kennzeichnung im Archiv heißt

.
Die Regeln für die rechtmäßige Nutzung eines Mediums stehen in der

.
Die dokumentierte Überarbeitung eines Portfolios heißt

.
Ein wörtlich übernommener und gekennzeichneter Textausschnitt ist ein

.
Fehlende Angaben müssen als

kenntlich gemacht werden.



Gestufte Hilfe: G: Nutze die Fachbegriffe aus der Einleitung. M: Erkläre jedes Lösungswort in einem Satz. E: Nenne dazu eine konkrete überprüfte Fundstelle aus der Medienwerkstatt.


Offene Aufgaben


Leicht

  1. Fachbegriff: Gestalte sechs Begriffskarten mit einfacher Erklärung und einem Beispiel für Quelle, Beleg, Provenienz, Deutung, Lizenz und Revision.
  2. Bildbeschreibung: Beschreibe die Pressekonferenz-Fotografie in fünf Sätzen ohne unbelegte Vermutungen. Nutze die Satzanfänge aus der Lernhilfe.
  3. Zeitleiste: Erstelle eine Zeitleiste mit dem 15. Juni 1961, dem 13. August 1961, dem 30. Oktober 1961, dem 20. November 1961 und dem 26. Juni 1963. Kennzeichne jeweils die zugehörige Quelle oder das historische Ereignis.
  4. Quellenverzeichnis: Übertrage für zwei Commons-Dateien Urheber, Entstehungsdatum, Quelle und Lizenz in eine übersichtliche Tabelle.


Standard

  1. Quellenanalyse: Untersuche die Checkpoint-Charlie-Fotografie nach Beschreibung, Entstehungskontext, Absicht, Perspektive und Aussagegrenzen.
  2. Historischer Vergleich: Vergleiche die zwei Fotografien aus Herbst 1961 und erkläre, welche Aspekte sie zeigen und welche nicht.
  3. Medienanalyse: Vergleiche die Karte von 2007 mit der Animation von 2020. Begründe, warum beide Darstellungen keine unveränderten Originalquellen von 1961 sind.
  4. Wissenschaftliches Zitieren: Erstelle drei vollständige Bild- oder Audionachweise und prüfe sie gegen die jeweiligen Commons-Dateiseiten.


Schwer

  1. Quellenkritik: Untersuche die ursprüngliche DDR-Bildunterschrift der Hesse-Aufnahme auf politische Sprache und schreibe eine überprüfbare alternative Beschreibung.
  2. Perspektivenwechsel: Entwickle eine Forschungsfrage, die Erfahrungen von Grenzposten, politischer Führung und betroffenen Familien unterscheidet. Benenne, welche zusätzlichen Primärquellen fehlen.
  3. Forschungsethik: Prüfe ein bewusst unvollständiges Quellenverzeichnis. Markiere fehlende Fundstellen und Lizenzen und dokumentiere Deine Korrekturen, ohne fehlende Daten zu erfinden.
  4. Forschungsportfolio: Verfasse ein kurzes, eigenständiges Portfolio mit Forschungsfrage, zwei zeitgenössischen Quellen, einer modernen Darstellung, Belegen, Sachurteil, Unsicherheiten und mindestens zwei dokumentierten Revisionen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Quellenvergleich: Zwei Onlineartikel datieren dasselbe Foto unterschiedlich. Erkläre Deinen Prüfweg und begründe, welche Angaben Du vorläufig übernimmst.
  2. Historisches Urteil: Ein Mitschüler verwendet eine animierte Szene als direkten Beweis für ein Ereignis von 1961. Korrigiere diese Argumentation und nenne eine geeignetere Belegart.
  3. Perspektivität: Vergleiche die DDR-Bezeichnung „Grenzsicherungsmaßnahmen“ mit einer sachlich beschreibenden Formulierung. Erläutere, was die Wortwahl über die Perspektive verraten kann.
  4. Medienrecht: Du willst eine CC-BY-SA-Fotografie zuschneiden und in einem digitalen Portfolio veröffentlichen. Erläutere die nötigen Angaben und den Umgang mit der Bearbeitung.
  5. Wissenschaftliches Arbeiten: Eine Quelle ist glaubwürdig, aber ihre ursprüngliche Fundstelle fehlt. Entwirf eine begründete Entscheidung, wie Du sie im Portfolio behandeln würdest.
  6. Transfer: Übertrage den gesamten Prüfweg auf ein anderes historisches Thema, etwa die Französische Revolution, die Weimarer Republik oder die Deutsche Wiedervereinigung.
  7. Reflexion: Erläutere anhand eines selbst gefundenen Recherchefehlers, wie ein dokumentierter erneuter Versuch die Qualität der Untersuchung verbessert.

Rückmelderaster: Eine überzeugende Lösung trennt Befund, Erklärung und Urteil; nennt überprüfbare Belege; erkennt Perspektiven und Unsicherheiten; berücksichtigt Medienrechte und begründet die vorgeschlagene Verbesserung.


Lernnachweis

Dein Lernnachweis ist ein prüfbares Forschungsportfolio. Es enthält:

  1. Eine eingegrenzte historische Forschungsfrage mit begründeter Bedeutung.
  2. Ein datiertes Rechercheprotokoll mit Suchbegriffen und verwendeten Angeboten.
  3. Mindestens zwei zeitgenössische Quellen und eine klar bezeichnete moderne Darstellung.
  4. Vollständige, tatsächlich überprüfte Herkunfts- und Fundstellenangaben.
  5. Eine quellenkritische Analyse mit getrennter Beobachtung, Deutung und Sachurteil.
  6. Einen Vergleich unterschiedlicher Perspektiven und die Benennung offener Fragen.
  7. Rechtlich geprüfte Mediennachweise mit Urhebern, Quellen, Lizenzen und gegebenenfalls Änderungen.
  8. Ein Revisionsprotokoll mit mindestens zwei begründeten Überarbeitungen.
  9. Ein kurzes Fazit darüber, was die Quellen belegen und was sie nicht belegen können.
  10. Eine Selbsteinschätzung zum nächsten Lernschritt und zu noch benötigten Hilfen.

Erfolgskriterien: Transparenz, Nachprüfbarkeit, historische Begründung, faire Darstellung von Perspektiven, rechtmäßiger Medieneinsatz und reflektierte Überarbeitung. Nicht die Menge der Medien, sondern ihre Belegkraft entscheidet.




OERs zum Thema

Weiterführende, überprüfbare Angebote:

  1. Bundesarchiv: Recherche in Originalbeständen, Hinweise zu Quellen und Zitierweisen.
  2. Bilddatenbank des Bundesarchivs: Fotografien mit Bestandsinformationen und historischen Bildtexten.
  3. Stiftung Berliner Mauer: Historische Informationen, Forschung und Vermittlung.
  4. Chronik der Mauer: Datierte Ereignisse und dokumentierte Materialien.
  5. segu Geschichte: Schulische Hilfen zur Quellenanalyse.
  6. Bundeszentrale für politische Bildung: Ergänzende historische und methodische Darstellungen.
  7. Wikimedia Commons: Originaldateien, Lizenzinformationen und Versionsgeschichten.

Wikipedia: Quellenkritik

Hinweis: Kostenfrei zugänglich bedeutet nicht automatisch frei lizenziert. Prüfe für jedes verwendete Medienobjekt die konkrete Dateilizenz. Ein digital zugängliches Archivbild ist außerdem nicht in jedem Fall gemeinfrei.


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