Der Rochen - Kunst
Der Rochen - Kunst
Kurzbeschreibung: In diesem aiMOOC untersuchst Du das Gemälde Der Rochen (französisch: La Raie, englisch: The Ray) von Jean Siméon Chardin. Im Mittelpunkt steht nicht die Künstlerbiografie, sondern das einzelne Kunstwerk: seine sichtbaren Formen, seine unterschiedlichen Oberflächen, die malerische Technik, die Komposition und seine Wirkung.
Leitfrage: Wie werden unterschiedliche Oberflächen malerisch erfahrbar?

Medienhinweis: Die oben gezeigte Abbildung gibt das Originalgemälde wieder. Das Kunstwerk selbst ist gemeinfrei. Die konkrete digitale Reproduktion auf Wikimedia Commons wurde von Shonagon fotografiert und ist dort als CC0 ausgewiesen. Gemälde und Fotografie werden urheberrechtlich getrennt betrachtet.
Videoquelle: Offizieller YouTube-Kanal des Musée du Louvre. Der eingebettete Ausschnitt aus der Reihe Palettes untersucht La Raie. Das Video ist kein freies OER-Medium; es wird hier über die vom Rechteinhaber bereitgestellte YouTube-Einbettung gezeigt.
Einstieg
Schau zunächst etwa 30 Sekunden auf das Bild, ohne etwas darüber nachzulesen.
- Erster Blick: Was siehst Du zuerst?
- Oberfläche: Welche Stelle wirkt glatt, nass, rau, weich, hart oder glänzend?
- Wirkung: Findest Du das Bild eher ruhig, unheimlich, sachlich, appetitlich, abstoßend oder spannend? Begründe mit einer sichtbaren Stelle.
Klasse 7–9: Beschreibe zunächst nur, was tatsächlich zu sehen ist.
Klasse 10–13: Trenne zusätzlich zwischen Beobachtung, historischem Fakt und Deutung.
Werkdaten: Was ist gesichert?
| Merkmal | Gesicherter Stand |
|---|---|
| Titel | La Raie, deutsch meist Der Rochen |
| Künstler | Jean-Baptiste-Siméon Chardin, 1699–1779 |
| Technik | Öl auf Leinwand |
| Maße | etwa 114,5 × 146 cm |
| Sammlung | Musée du Louvre, Paris, Inventarnummer INV 3197 |
| Hauptdatierung | Der Louvre führt das Werk mit 1728. |
| Abweichende Datierung | Die konkrete Commons-Datei nennt 1727. Das Metropolitan Museum of Art führte das Werk in einer Ausstellung mit 1725–26. Deshalb ist eine frühere Entstehungsphase in der Literatur bzw. Katalogisierung belegt, aber nicht einheitlich angegeben. |
| Historischer Status | 1728 diente La Raie zusammen mit Le Buffet als Aufnahmewerk für Chardins Aufnahme in die Académie royale de peinture et de sculpture. |
Wichtig: Für diesen Kurs gilt 1728 als museale Hauptdatierung. Andere Angaben werden nicht verschwiegen, sondern als abweichende Datierungen gekennzeichnet.
Beobachtung: Was ist tatsächlich zu sehen?
Im Zentrum hängt ein aufgeschnittener Rochen. Seine helle Unterseite ist zum Betrachter gedreht. Der Körper bildet eine große, fast dreieckige Form. Darunter und daneben liegen oder stehen Lebensmittel und Küchengeräte.
Links befinden sich unter anderem Austern und weitere Gegenstände. Rechts sind Gefäße, ein Tuch und andere Küchenutensilien angeordnet. Eine Katze taucht am rechten Bildrand auf.
Achtung: Diese Abbildung ist eine Detailfotografie/Ausschnittansicht des Gemäldes und nicht ein zweites Werk. Sie zeigt besonders die Katze und den rechten Bildbereich.
Die Gegenstände unterscheiden sich stark in ihrer sichtbaren Beschaffenheit: Metall kann glänzend erscheinen, Keramik eher matt, Stoff weich und faltig, Schalen hart und feucht, der Rochen fleischig, nass und verletzlich.
Interaktive Bildbetrachtung
| Suche im Bild | Beobachtungsauftrag |
|---|---|
| Rochen | Finde eine Stelle, an der Licht und Farbe den Körper feucht oder fleischig wirken lassen. |
| Metallgefäß | Suche einen hellen Reflex, der eine harte und glatte Oberfläche andeutet. |
| Tuch | Suche Falten und weiche Übergänge. |
| Austern oder Schalen | Vergleiche matte, raue und glänzende Partien. |
| Katze | Prüfe, wie Fell durch kleine Farb- und Helligkeitsunterschiede von den Gefäßen abgesetzt wird. |
Auswertung: Nenne zu jeder gefundenen Stelle zuerst nur sichtbare Merkmale. Verwende erst danach Begriffe wie weich, kalt, feucht oder rau als begründete Wirkung.
Wie werden Oberflächen malerisch erfahrbar?
Chardin malt nicht jede Oberfläche mit derselben Art von Farbauftrag. Entscheidend sind Unterschiede in Helligkeit, Farbtemperatur, Glanz, Kanten, Pinselspur und Kontrast.
- Glanz: Kleine helle Akzente können Metall, Glas oder feuchte Stellen glänzend erscheinen lassen.
- Mattheit: Weichere Übergänge und weniger starke Lichtreflexe lassen Stoff oder matte Gefäße zurückhaltender wirken.
- Materialität: Farbunterschiede innerhalb einer Fläche können den Eindruck von Fleisch, Schale, Fell oder Keramik erzeugen.
- Kante: Harte Konturen wirken oft fester; weichere Konturen können Übergänge, Falten oder feuchte Formen unterstützen.
Die Malerei erzeugt also keine echte Nässe, Härte oder Weichheit. Sie erzeugt Seheindrücke, durch die Du diese Eigenschaften beinahe körperlich vorstellen kannst.
Komposition
Der Rochen beherrscht die Mitte. Seine breite Form bildet ein starkes visuelles Zentrum. Von dort wandert der Blick über die Tischfläche nach links und rechts.
Die Gegenstände wirken zunächst wie zufällig verteilt. Bei genauerem Hinsehen entsteht jedoch ein Gleichgewicht zwischen großen und kleinen Formen, hellen und dunklen Partien sowie ruhigen Gegenständen und der bewegter wirkenden Katze.
Beobachtung: Der Rochen hängt höher als viele Gegenstände auf dem Tisch.
Gesicherter Fakt: Das Bild gehört zur Gattung Stillleben.
Begründete Deutung: Durch Größe, Position und Beleuchtung kann der Rochen beinahe wie eine Hauptfigur wirken. Diese Wirkung ist eine Interpretation, keine historisch beweisbare Absicht.
Wirkung zwischen Anziehung und Abstoßung
Das Bild kann gleichzeitig faszinieren und irritieren. Glänzende Gefäße, Lichtreflexe und sorgfältig gemalte Materialien laden zum genauen Hinsehen ein. Der geöffnete Tierkörper kann dagegen Unbehagen auslösen.
Diese Spannung ist für die Bildwirkung wichtig: Schönheit entsteht hier nicht nur durch angenehme Gegenstände, sondern auch durch die genaue malerische Beobachtung eines verletzten Tierkörpers.
Beobachtung: Ein toter, geöffneter Rochen ist sichtbar.
Fakt: Chardin wurde 1728 mit La Raie und Le Buffet in die Académie royale aufgenommen.
Deutung: Der Gegensatz zwischen Küchenalltag und drastischem Tierkörper kann als bewusste Steigerung der Aufmerksamkeit gelesen werden. Eine solche Aussage muss als Interpretation begründet werden.
Barock, Rokoko und Aufklärung
Das Werk entstand im Frankreich des frühen 18. Jahrhunderts. Diese Zeit liegt zwischen spätbarocken Traditionen, Rokoko und der Epoche der Aufklärung.
Eine einfache Einordnung als Barock ist deshalb zu grob. Chardins Stillleben unterscheiden sich von repräsentativen barocken Historienbildern durch ihre alltäglichen Gegenstände und ihre konzentrierte Beobachtung.
Zur Aufklärung passt die Aufmerksamkeit für Wahrnehmung, Erfahrung und genaue Beobachtung. Trotzdem ist das Bild kein philosophisches Lehrbild der Aufklärung. Die Verbindung ist eine historische Einordnung, keine eindeutige Programmaussage Chardins.
Für die Oberstufe ist deshalb sinnvoll zu fragen: Wie verändert ein Werk mit alltäglichen Dingen die Vorstellung davon, was in der Kunst als wichtig gelten kann?
Historischer Kontext
Am 25. September 1728 wurde Chardin in die Académie royale de peinture et de sculpture aufgenommen. La Raie und Le Buffet spielten dabei als Aufnahmewerke eine zentrale Rolle.
Die Kunstakademie ordnete Bildgattungen hierarchisch. Historienmalerei galt als besonders hochrangig; Stillleben standen deutlich weiter unten. Chardins Erfolg zeigt daher, dass ein Stillleben trotz niedrigerer Stellung innerhalb dieser Hierarchie große Anerkennung erreichen konnte.
Vergleich: Oberflächen bei Chardin

Vergleichsbild: Jean Siméon Chardin, The Attributes of Civilian Music. Die Commons-Reproduktion ist als CC0 ausgewiesen.
Vergleiche beide Bilder:
- Wo erscheinen Metall oder lackierte Gegenstände besonders glatt?
- Wo entstehen Stofflichkeit oder matte Flächen durch weiche Übergänge?
- Wie verändert Licht die Wahrnehmung verschiedener Materialien?
Der Vergleich hilft Dir, Chardins Malerei nicht nur als Darstellung von Dingen, sondern als Untersuchung von Sehen und Materialwirkung zu verstehen.
Mediennachweis und Rechte
Originalwerk: Jean-Baptiste-Siméon Chardin starb 1779. Das Gemälde ist gemeinfrei.
Konkrete Hauptabbildung: Wikimedia Commons. Fotograf: Shonagon, 21. Juni 2022. Die Commons-Datei ist als CC0 gekennzeichnet.
Detailfotografie Katze: Wikimedia Commons. Fotograf: Sailko. Sie ist eine Fotografie des gemeinfreien Gemäldes und wird als Detailaufnahme gekennzeichnet.
Geprüfter Werkartikel: The Ray (Chardin) – Wikipedia.
Museumsquelle: Musée du Louvre, La Raie, INV 3197.
Video: Das oben eingebettete Louvre-Video stammt vom offiziellen YouTube-Kanal des Musée du Louvre. Es bleibt urheberrechtlich geschützt und wird nur über die bereitgestellte YouTube-Einbettung gezeigt.
Audio und Animation: Für dieses einzelne Werk wurden keine eindeutig geeigneten, werkbezogenen und frei lizenzierten Commons-Audio- oder Animationsdateien verwendet. Statt unpassende Medien einzubauen, beschränkt sich der Kurs auf überprüfte freie Bilder und legal eingebettete Museumsvideos.
Einfache Einstiegsimpulse
- Sehen vor Wissen: Nenne drei Dinge, die Du erkennst, ohne etwas über das Bild nachzulesen.
- Material fühlen mit den Augen: Welche Oberfläche würdest Du am liebsten oder am wenigsten gern berühren?
- Hell und dunkel: Zeige eine helle und eine dunkle Stelle und beschreibe ihre Wirkung.
Vertiefung für die Oberstufe
- Gattungshierarchie: Diskutiere, warum ein Stillleben innerhalb einer akademischen Kunsthierarchie niedriger bewertet wurde als Historienmalerei.
- Materialität: Untersuche, wie Farbe auf Leinwand die Vorstellung von Fleisch, Metall, Stoff und Keramik erzeugt.
- Wahrnehmung: Prüfe, ob Chardins Malerei eher Gegenstände beschreibt oder den Vorgang des Sehens selbst thematisiert.
- Deutungskritik: Formuliere eine Interpretation und markiere darin klar, welche Sätze Beobachtung, Fakt und Deutung sind.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welche Technik nennt der Louvre für Der Rochen? (Öl auf Leinwand) (!Tempera auf Holz) (!Aquarell auf Papier) (!Fresko auf Putz)
Feedback: Der Louvre führt La Raie als Ölmalerei auf Leinwand.
Welche Datierung gilt in diesem Kurs als museale Hauptdatierung? (1728) (!1779) (!1796) (!1738)
Feedback: Der Louvre datiert das Werk auf 1728. Frühere Angaben wie 1727 oder 1725–26 werden als abweichende Datierungen gekennzeichnet.
Welches Bildelement steht deutlich im Zentrum? (Der aufgehängte Rochen) (!Ein Reiter) (!Eine Landschaft) (!Ein Königsporträt)
Feedback: Der große, helle Rochenkörper bildet das auffälligste Zentrum der Komposition.
Was ist eine gesicherte historische Tatsache? (Chardin wurde 1728 in die Académie royale aufgenommen) (!Chardin wollte mit dem Bild sicher den Tod symbolisieren) (!Die Katze steht sicher für politische Freiheit) (!Der Rochen ist ein Selbstporträt)
Feedback: Die Aufnahme in die Académie ist historisch dokumentiert. Die anderen Aussagen wären unbelegte Deutungen.
Was kann eine glänzende Oberfläche malerisch besonders unterstützen? (Helle Reflexe und starke Helligkeitskontraste) (!Nur die Größe des Rahmens) (!Nur der Bildtitel) (!Nur die Signatur)
Feedback: Lichtreflexe und Kontraste können eine Oberfläche glatt, hart oder glänzend erscheinen lassen.
Zu welcher Bildgattung gehört Der Rochen? (Stillleben) (!Historiengemälde) (!Landschaft) (!Architekturzeichnung)
Feedback: Der Rochen ist ein Stillleben mit Lebensmitteln, Tierkörpern und Küchengegenständen.
Welche Aussage ist eine Beobachtung und keine Deutung? (Eine Katze befindet sich am rechten Bildrand) (!Die Katze symbolisiert Gier) (!Das Bild kritisiert die Gesellschaft) (!Der Rochen steht für Erlösung)
Feedback: Die sichtbare Katze kann direkt überprüft werden. Symbolische Bedeutungen müssen dagegen begründet werden.
Warum ist die Datierung im Kurs besonders gekennzeichnet? (Weil seriöse Quellen unterschiedliche Datierungen nennen) (!Weil der Künstler unbekannt ist) (!Weil das Bild verschwunden ist) (!Weil keine Museumsquelle existiert)
Feedback: Der Louvre nennt 1728, während andere dokumentierte Quellen frühere Datierungen verwenden.
Was bedeutet Materialität in dieser Bildanalyse am ehesten? (Die malerisch erzeugte Wahrnehmung verschiedener Stoffe und Oberflächen) (!Das Gewicht des Bilderrahmens) (!Die Eintrittspreise des Museums) (!Die Länge der Künstlerbiografie)
Feedback: Materialität beschreibt hier, wie Malerei den Eindruck von Stoff, Metall, Fleisch, Schale oder Keramik erzeugt.
Welche Aussage trennt Fakt und Deutung korrekt? (Dass der Rochen zentral hängt ist beobachtbar; dass er wie eine Hauptfigur wirkt ist eine Deutung) (!Jede Bildwirkung ist ein historischer Fakt) (!Jede Beobachtung ist automatisch eine Symboldeutung) (!Nur der Bildtitel darf beschrieben werden)
Feedback: Gute Kunstbetrachtung unterscheidet zwischen Sichtbarem, historisch belegbaren Angaben und interpretierenden Schlussfolgerungen.
Memory
| Öl auf Leinwand | Technik des Gemäldes |
| Louvre | heutige Sammlung |
| Reflex | Hinweis auf Glanz |
| Stillleben | Bildgattung |
| Materialität | Wirkung unterschiedlicher Oberflächen |
| 1728 | Hauptdatierung des Louvre |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Beobachtung | Eine Katze ist am rechten Bildrand sichtbar. |
| Fakt | Das Gemälde befindet sich im Louvre. |
| Deutung | Der Rochen wirkt wie eine Hauptfigur. |
| Technik | Öl auf Leinwand |
| Materialität | Malerische Wirkung von Stoff, Metall, Fleisch oder Keramik |
Kreuzworträtsel
| Chardin | Wer malte Der Rochen? |
| Louvre | In welchem Museum befindet sich das Gemälde? |
| Stillleben | Zu welcher Bildgattung gehört das Werk? |
| Leinwand | Auf welchem Bildträger wurde mit Öl gemalt? |
| Reflex | Welches Lichtphänomen kann Glanz sichtbar machen? |
| Katze | Welches Tier erscheint rechts neben den Küchengegenständen? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
G – grundlegend / leicht
- G-Kernaufgabe Bilddetektiv: Wähle drei Oberflächen im Bild und beschreibe jeweils Farbe, Helligkeit und sichtbare Struktur.
- Materialwörter: Sammle zehn Wörter, mit denen Du Oberflächen beschreiben kannst, und ordne sie passenden Bildstellen zu.
- Bildausschnitt: Zeichne einen kleinen Ausschnitt ab und markiere die hellsten und dunkelsten Stellen.
- Beobachtung oder Deutung: Formuliere je drei Sätze als Beobachtung und als Deutung.
mittel / Standard
- M-Kernaufgabe Materialvergleich: Vergleiche Rochen, Metallgefäß und Tuch. Erkläre, mit welchen malerischen Mitteln sie unterschiedlich wirken.
- Kompositionsskizze: Zeichne nur die großen Formen des Bildes als einfache Flächen und erkläre die Blickführung.
- Museumsrecherche: Vergleiche die Datierung beim Louvre mit einer weiteren seriösen Quelle und kennzeichne Unterschiede.
- Bildgespräch: Diskutiert zu zweit, ob das Werk eher anziehend oder abstoßend wirkt. Jede Aussage muss auf eine Bildstelle verweisen.
E – erweitert / schwer
- E-Kernaufgabe Wahrnehmung und Materialität: Untersuche, ob Chardin im Werk weniger die Dinge selbst als vielmehr den Prozess des Sehens zum Thema macht.
- Gattungshierarchie: Erkläre, warum die Aufnahme Chardins in die Académie mit einem Stillleben kunsthistorisch bemerkenswert ist.
- Kontext Aufklärung: Prüfe kritisch, inwiefern genaue Beobachtung und sinnliche Erfahrung mit Denkweisen der Aufklärung verbunden werden können, ohne das Gemälde zu einem philosophischen Programm zu erklären.
- Quellenkritik: Erstelle eine kleine Tabelle mit Beobachtung, gesichertem Fakt, unsicherer Angabe und Deutung. Nutze mindestens zwei seriöse Quellen.


Lernkontrolle
- Transfer Oberflächen: Du siehst ein unbekanntes Stillleben mit Glas, Brot und Stoff. Erkläre, welche malerischen Mittel unterschiedliche Materialwirkungen erzeugen könnten.
- Fakt und Interpretation: Formuliere zu einer Bildstelle einen beobachtbaren Satz, einen historisch überprüfbaren Satz und eine begründete Deutung.
- Kompositionswirkung: Erkläre, wie sich die Wirkung verändern würde, wenn der Rochen klein am Rand statt groß in der Mitte dargestellt wäre.
- Quellenkritik Datierung: Zwei seriöse Quellen nennen unterschiedliche Datierungen. Beschreibe, wie Du diese Unsicherheit wissenschaftlich korrekt darstellen würdest.
- Gattungsvergleich: Vergleiche die Wirkung eines Stilllebens mit der eines Historienbildes und beziehe die akademische Gattungshierarchie des 18. Jahrhunderts ein.
- Materialität und Wahrnehmung: Erkläre anhand eines selbstgewählten Bilddetails, wie Farbe auf einer flachen Leinwand einen beinahe körperlichen Materialeindruck erzeugen kann.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:
- sichtbare Bildelemente präzise beschreiben kannst,
- Beobachtung, gesicherten historischen Fakt und Deutung unterscheiden kannst,
- die Technik Öl auf Leinwand und grundlegende Werkdaten kennst,
- die uneinheitliche Datierung korrekt kennzeichnen kannst,
- Komposition und Blickführung erklären kannst,
- unterschiedliche Oberflächen anhand malerischer Mittel untersuchen kannst,
- eine Interpretation mit sichtbaren Bildbelegen begründen kannst,
- das Werk vorsichtig in Stillleben, frühes 18. Jahrhundert, spätbarocke beziehungsweise rokokoartige Kunstwelt und Aufklärungskontext einordnen kannst,
- Medienquellen und Rechte von Originalwerk und Reproduktionsfotografie unterscheiden kannst.
OERs zum Thema
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