Demokratiezerstörung als Entscheidungsprozess analysieren - Geschichte Klasse 11 bis 13
Demokratiezerstörung als Entscheidungsprozess analysieren - Geschichte Klasse 11 bis 13
QR-Code
Demokratiezerstörung als Entscheidungsprozess analysieren - Geschichte Klasse 11 bis 13
Demokratie verschwindet nicht durch einen einzigen Beschluss. In diesem aiMOOC untersuchst Du, wie politische Akteure zwischen dem 30. Januar und dem 24. März 1933 die Weimarer Republik in eine Diktatur verwandelten. Du analysierst Akteure, Institutionen, Interessen, Entscheidungen und denkbare Alternativen anhand überprüfbarer Quellen.
Zielgruppe: Geschichte, Klassen 11–13.
Leitfrage: Welche Entscheidungen ermöglichten die Zerstörung der Demokratie – und welche Handlungsspielräume bestanden damals?
Lernweg: Orientierung → Quellen untersuchen → Entscheidungen verknüpfen → begründetes Urteil. Plane etwa 90–120 Minuten oder arbeite in Etappen. Der Zeitraum ist bewusst begrenzt; Vorgeschichte und spätere NS-Verbrechen werden nicht vollständig behandelt. Der Kurs ersetzt keine Prüfung des aktuellen Bildungs- oder Fachplans und beansprucht keine vollständige Abiturabdeckung.
Einstieg und Lernhilfen
G – Orientierung: Lies zunächst die fünf Ereignisse in der Zeittafel und beschreibe, was auf einem Bild zu sehen ist.
M – Analyse: Untersuche Absicht, Machtmittel und Folgen einer Entscheidung mit Quellenbelegen.
E – Vertiefung: Prüfe Alternativen, Abhängigkeiten und Grenzen historischer Urteile.
G, M und E sind hier freiwillige Lernhilfen und keine amtlichen Oberstufenabschlüsse. Du kannst jederzeit die Stufe wechseln.
Wichtige Begriffe: Reichspräsident = damaliges Staatsoberhaupt; Reichskanzler = Regierungschef; Notverordnung = Verordnung aufgrund besonderer Befugnisse des Reichspräsidenten; Grundrechte = geschützte Freiheiten; Gewaltenteilung = Verteilung staatlicher Macht auf kontrollierende Institutionen; Propaganda = gezielte Beeinflussung; Handlungsspielraum = Möglichkeiten, zwischen denen ein Akteur unter bestimmten Bedingungen entscheiden kann.
Drei Schritte jeder Quellenanalyse: Beobachtung: Was ist unmittelbar zu sehen, zu hören oder zu lesen? Deutung: Was könnte es im historischen Zusammenhang bedeuten? Urteil: Wie bewertest Du die Entscheidung, gestützt auf Quellen und Maßstäbe? Verwechsle einen belegten Befund nicht mit einer Vermutung.
Gestufte Hilfe: G: Markiere Datum, Akteur und Verb im Quellentext. M: Ergänze „Akteur – Ziel – Mittel – Folge“. E: Vergleiche mit einer Gegenquelle und kennzeichne Unsicherheiten. Lies bei schwerer Sprache zunächst die Bildalternativen und die kurzen Zusammenfassungen.
Der begrenzte Entscheidungsprozess
Entscheidungskette: fünf Stationen
| Datum | Akteur / Institution | Entscheidung und beobachtbare Folge |
|---|---|---|
| 30. Januar 1933 | Reichspräsident Paul von Hindenburg | Ernennt Adolf Hitler zum Reichskanzler einer Koalitionsregierung mit konservativen Ministern. |
| 27./28. Februar 1933 | Reichsregierung und Reichspräsident | Nach dem Reichstagsbrand wird eine Notverordnung erlassen, die zentrale Grundrechte außer Kraft setzt. |
| 5. März 1933 | Wählerinnen und Wähler; Parteien; Polizei und SA | Reichstagswahl unter massiver Einschüchterung: Die NSDAP erhält rund 43,9 Prozent der Stimmen, keine absolute Stimmenmehrheit. |
| 21. März 1933 | Regierung und Reichspräsident | „Tag von Potsdam“: Inszenierung staatlicher Kontinuität und konservativer Anschlussfähigkeit. |
| 23./24. März 1933 | Reichstag und Reichsregierung | Abstimmung über das Ermächtigungsgesetz am 23. März; Verkündung am 24. März. Die Regierung erhält die Möglichkeit, ohne parlamentarische Zustimmung Gesetze zu erlassen. |
Denkauftrag: Wähle zwei Stationen. Erkläre, warum die spätere Entscheidung durch die frühere erleichtert wurde. Achtung: Eine Zeitleiste zeigt die Reihenfolge, beweist aber noch keine Ursache.
Die Ernennung: Wer öffnete die Regierung?
Hindenburg ernannte Hitler; Hitler wurde am 30. Januar nicht durch eine direkte Volkswahl zum Kanzler bestimmt. Franz von Papen und andere Konservative unterstützten die Regierungsbildung. Sie erwarteten teilweise, Hitler durch Koalition und Ämter kontrollieren zu können. Die NSDAP hatte anfangs nur wenige Minister im Kabinett.

Bildquelle A – Originalfotografie, digital bearbeitete Fassung: Reichskabinett vom 30. Januar 1933. Urheber: Fotograf unbekannt; Bundesarchiv, Bild 183-H28422; Commons, Dateiseite; CC BY-SA 3.0 DE. Die Commons-Fassung wurde zugeschnitten und im Kontrast bearbeitet.
Beobachte: Wer sitzt, wer steht? Deute: Warum ist die Anwesenheit konservativer Minister für die Entscheidung vom 30. Januar wichtig? Urteile: Welche Erwartung der konservativen Unterstützer erwies sich als Fehleinschätzung? Das Foto allein verrät keine inneren Absichten.
Kurzvideo – moderne historische Erklärung (ZDF / MrWissen2go Geschichte): „Adolf Hitlers Aufstieg: Vom ‚Niemand‘ zum Diktator“. Für diesen Kurs genügt zunächst das Kapitel ab 12:14 zur Machtübertragung. Video mit Ton; schalte verfügbare YouTube-Untertitel ein oder nutze die Textalternative: „Politische Krisen und die Unterstützung konservativer Eliten eröffneten Hitler den Zugang zum Kanzleramt.“
Video direkt auf YouTube öffnen.
Der Reichstagsbrand und die Grundrechte
Am 27. Februar brannte das Reichstagsgebäude. Die NS-Führung nutzte den Brand zur Verfolgung politischer Gegner. Am 28. Februar unterzeichnete Hindenburg die Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat auf Grundlage von Artikel 48 der Weimarer Verfassung. Damit wurden unter anderem persönliche Freiheit, Meinungs- und Pressefreiheit sowie das Briefgeheimnis außer Kraft gesetzt. Wer den Brand genau plante und ob weitere Personen beteiligt waren, ist historisch umstritten; die politische Nutzung der Katastrophe ist belegt.

Bildquelle B – Originalfotografie: Brennender Reichstag, 27. Februar 1933. Fotograf nicht ermittelt; Bundesarchiv, Bild 183-R99859; Commons, Dateiseite; CC BY-SA 3.0 DE.
Beobachte: Was beweist das Foto über das Ereignis? Grenze: Was sagt es nicht über die Täterschaft?
Textquelle C – Originalquelle als Scan: Reichsgesetzblatt I 1933, S. 83, abfotografiert von Commons-Nutzer Erzer; Commons-Dateiseite; gemeinfrei als amtliches Werk (§ 5 UrhG).
Quellenauftrag: Lies § 1 der Verordnung. Beobachtung: Welche Arten von Rechten nennt der Absatz? Deutung: Wie verändert sich die Machtbalance zwischen Staat und Bürgern? Urteil: Kann ein formal erlassenes Gesetz zugleich rechtsstaatliche Sicherungen zerstören?
Textalternative: § 1 setzte wichtige Grundrechte „bis auf weiteres“ außer Kraft; staatliche Eingriffe wurden erleichtert.
Die Wahl: Zahlen und Einschüchterung zusammendenken
Bei der Reichstagswahl vom 5. März 1933 erreichte die NSDAP rund 43,9 Prozent der Stimmen. Zusammen mit ihrem konservativen Bündnispartner verfügte sie über eine Sitzmehrheit. Die Wahl fand jedoch nicht unter freien und fairen Bedingungen statt: Politische Gegner wurden verhaftet, bedroht und behindert.

Bildquelle D – Originalfotografie: Polizei und SS-Hilfspolizist am Wahltag. Georg Pahl; Bundesarchiv, Bild 102-14381; Commons-Dateiseite; CC BY-SA 3.0 DE. Die historische Bildunterschrift beschreibt die Patrouille als Sicherung von „Ruhe und Ordnung“; dieser Ausdruck ist eine zeitgenössische Perspektive, kein neutrales Urteil.
Beobachte: Welche Uniformen und Machtmittel siehst Du? Deute: Wie konnte das Wahlverhalten beeinflusst werden? Grenze: Aus dem Foto allein lässt sich nicht ablesen, wie einzelne Menschen wählten.

Kartenquelle E – moderne Datendarstellung, keine Originalkarte von 1933: Furfur, nach einer Vorlage von Dove; Daten: Statistisches Jahrbuch für das Deutsche Reich 1933; Commons-Dateiseite; CC BY 3.0.

Diagrammquelle F – modernes Modell: Liambaker98, Sitzverteilung nach der Wahl im März 1933; Commons-Dateiseite; CC BY-SA 4.0. Dieses Modell zeigt gewählte Sitze, nicht die tatsächliche Teilnahme an der Abstimmung vom 23. März.
Vergleichsauftrag: Beschreibe den Unterschied zwischen Stimmenanteil, Sitzverteilung und realer Abstimmungsmacht. Erkläre, warum die Karte allein keine Aussage über freie Wahlbedingungen ermöglicht.
Propaganda: Die Inszenierung von Potsdam
Am 21. März 1933 veranstaltete die NS-Regierung den „Tag von Potsdam“. Das öffentliche Auftreten Hitlers mit Hindenburg sollte die neue Regierung mit preußischer Tradition verbinden und Vertrauen bei konservativen Milieus schaffen. Ein inszeniertes Bild ist ein Beleg für Selbstdarstellung, nicht automatisch für Zustimmung der Bevölkerung.

Bildquelle G – Originalfotografie einer öffentlichen Inszenierung: Theo Eisenhart, 21. März 1933; Bundesarchiv, Bild 183-S38324; Commons-Dateiseite; CC BY-SA 3.0 DE.
Beobachte: Vergleiche Kleidung, Körperhaltung und Gestik. Deute: Welche politische Botschaft legt die Szene nahe? Urteile: Weshalb reicht ein einzelnes Propagandafoto nicht aus, um öffentliche Einstellungen zu rekonstruieren?
Die Abstimmung: Parlamentarische Form ohne freie Bedingungen
Am 23. März 1933 stimmte der Reichstag in der Kroll-Oper über das Ermächtigungsgesetz ab: 444 Ja-Stimmen und 94 Nein-Stimmen. Die anwesenden SPD-Abgeordneten stimmten dagegen; kommunistische Mandatsträger waren durch Verfolgung und Ausschluss nicht an der Abstimmung beteiligt. Auch Sozialdemokraten fehlten wegen Verhaftung, Flucht oder anderer Behinderungen. SA und SS erzeugten eine Drohkulisse. Die Zustimmung unter anderem des Zentrums war für die notwendige Zweidrittelmehrheit bedeutsam.
Das am 24. März verkündete Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich erlaubte der Reichsregierung, ohne die übliche Mitwirkung des Reichstags Gesetze zu erlassen und unter bestimmten Bedingungen von der Verfassung abzuweichen. Eine Abstimmung fand statt; sie war kein freier demokratischer Entscheidungsprozess.

Textquelle H – Originalquelle als Scan: Reichsgesetzblatt I 1933, S. 141. Ursprünglicher Scan: Erzer; technisch überarbeitet: Gunnar.offel; Commons-Dateiseite. Gemeinfrei als amtliches Werk. Achtung: Der Commons-Dateiname enthält „Staat“; der historisch korrekte Gesetzestitel lautet „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“.
Arbeitsauftrag: Lies Artikel 1 und 2. Beobachtung: Wer darf nun Gesetze beschließen? Deutung: Welche Kontrollfunktion verliert das Parlament? Urteil: Warum ist „mehrheitlich beschlossen“ hier nicht gleichbedeutend mit „demokratisch legitimiert“?
Textalternative: Die Regierung konnte ohne den normalen parlamentarischen Gesetzgebungsweg Recht setzen.
Tonquelle I – historischer Redemitschnitt, auf Commons überlieferter Ausschnitt: (Commons-Audiodatei). Otto Wels, Rede vom 23. März 1933; Commons-Fassung als Auszug aus einer bei archive.org bereitgestellten Aufnahme; auf Commons als gemeinfrei gekennzeichnet. Zur zusätzlichen Herkunftsprüfung siehe das Tonarchiv der Friedrich-Ebert-Stiftung und das Reichstagsprotokoll.
Hör- und Leseauftrag: Notiere erst, welche Forderung Wels vertritt; untersuche dann, wie er die demokratische Kontrolle begründet.
Textalternative zum Hören: Wels wendet sich gegen die Ausschaltung parlamentarischer Kontrolle und verteidigt die Grundsätze von Freiheit und Recht. Sein belegter Satz lautet: „Freiheit und Leben kann man uns nehmen, die Ehre nicht.“ Ein erhaltenes Originaltondokument ist keine neutrale Gesamtdarstellung der Debatte.
Kurzvideo – moderne Erklärung, ZDF / MrWissen2go Geschichte: „Adolf Hitlers Herrschaft: Von 1933 bis zum Untergang“. Für unseren Zeitraum sieh nur 00:21–04:43.
Beobachtungsauftrag: Kennzeichne im Film je eine Aussage über Machtgewinn und Gewalt.
Textalternative: Nach der Ernennung bauten die Nationalsozialisten über Repression, Propaganda und die Entmachtung demokratischer Institutionen ihre Herrschaft aus.
Video direkt auf YouTube öffnen. Nutze angebotene Untertitel; falls sie nicht verfügbar sind, bearbeite den Auftrag anhand der Textalternative und der Primärquellen.
Entscheidungen erklären und Alternativen prüfen
| Akteur / Gruppe | Nachweisbares Handeln | Historische Leitfrage |
|---|---|---|
| Hindenburg | Ernannte Hitler; unterzeichnete die Notverordnung. | Welche anderen Personal- und Amtsentscheidungen waren denkbar? |
| Hitler und NSDAP-Führung | Nutzten Regierungsämter, Gewalt und Propaganda zur Ausschaltung der Opposition. | Welches Machtziel verband die einzelnen Schritte? |
| Papen und konservative Verbündete | Ermöglichten die Koalition und stützten die Regierung. | Welche Interessen und Fehleinschätzungen spielten eine Rolle? |
| Zentrum und weitere zustimmende Abgeordnete | Stimmten dem Ermächtigungsgesetz zu. | Wie wirkten Hoffnung, Druck und politische Überzeugungen zusammen? |
| SPD und verfolgte KPD | SPD-Abgeordnete widersprachen; KPD-Abgeordnete konnten nicht frei teilnehmen. | Welche Grenzen setzten Terror und Ausschluss dem Widerstand? |
Historische Alternative ist nicht gleich historisches Ergebnis: Du darfst fragen, was ohne eine Ernennung oder ohne eine Zustimmung hätte geschehen können. Behaupte aber nicht, Du könntest den tatsächlichen alternativen Verlauf beweisen. Unterscheide zwischen belegtem Handlungsspielraum und spekulativem Ausgang.
Interaktive Aufgaben
Bearbeite zuerst Quiz und Zuordnungen. Notiere bei jeder unsicheren Antwort die passende Quelle. Nach der Selbstkontrolle berichtige sie und versuche die Aufgabe erneut.
Quiz: Teste Dein Wissen
Wer ernannte Hitler am 30. Januar 1933 zum Reichskanzler? (Paul von Hindenburg) (!Otto Wels) (!Ernst Thälmann) (!Friedrich Ebert)
Welche Beschreibung der Regierungsbildung ist richtig? (Hitler wurde an die Spitze einer Koalitionsregierung berufen) (!Hitler wurde direkt zum Reichskanzler gewählt) (!Die NSDAP stellte von Beginn an sämtliche Minister) (!Der Reichstag schaffte schon im Januar alle Wahlen ab)
Was bewirkte die Reichstagsbrandverordnung? (Sie setzte zentrale Grundrechte außer Kraft) (!Sie führte das Frauenwahlrecht ein) (!Sie garantierte die Pressefreiheit) (!Sie löste die Reichsregierung auf)
Was zeigt das Reichstagswahlergebnis vom März 1933? (Die NSDAP erhielt keine absolute Mehrheit der Wählerstimmen) (!Die NSDAP erhielt neunzig Prozent der Wählerstimmen) (!Nur eine Partei durfte zur Wahl antreten) (!Die SPD gewann die absolute Stimmenmehrheit)
Was macht das Kabinettsfoto vom Januar deutlich? (Dass auch konservative Politiker in der Regierung saßen) (!Dass das Kabinett nur aus NSDAP-Mitgliedern bestand) (!Dass alle Minister vom Reichstag direkt gewählt wurden) (!Dass bereits alle Parteien verboten waren)
Wie ist die Wahlkreiskarte aus Wikimedia Commons einzuordnen? (Als moderne Darstellung historischer Wahldaten) (!Als geheime Tonaufnahme aus dem Reichstag) (!Als Fotografien der Wähler von 1933) (!Als unverändertes Propagandaplakat von 1933)
Welches Ziel hatte die Inszenierung des Tages von Potsdam? (Die neue Herrschaft mit staatlicher Tradition zu verbinden) (!Die Reichstagsbrandverordnung zurückzunehmen) (!Den Reichstag neu wählen zu lassen) (!Die Opposition zum Kabinett zu ernennen)
Welche Befugnis erhielt die Reichsregierung durch das Ermächtigungsgesetz? (Sie konnte Gesetze ohne die übliche Zustimmung des Reichstags beschließen) (!Sie musste vor jedem Gesetz eine Volksabstimmung durchführen) (!Sie verlor ihre Gesetzgebungskompetenz) (!Sie musste den Reichstag täglich befragen)
Welche Abgeordneten stimmten am 23. März 1933 gegen das Gesetz? (Die anwesenden Abgeordneten der SPD) (!Alle anwesenden Abgeordneten des Zentrums) (!Alle Abgeordneten der NSDAP) (!Alle anwesenden Abgeordneten der DNVP)
Warum darf die Abstimmung nicht als freier demokratischer Beschluss gelten? (Weil Gewalt und die Ausschaltung von Abgeordneten die Bedingungen verfälschten) (!Weil es kein Abstimmungsergebnis gab) (!Weil das Gesetz nicht veröffentlicht wurde) (!Weil der Reichstag damals überhaupt nicht zusammentrat)
Memory
Finde die zusammengehörenden Akteure, Quellen und Handlungen.
| Hindenburg | Ernennung des Reichskanzlers |
| Papen | Konservative Vermittlung der Regierungsbildung |
| Reichstagsbrandverordnung | Außerkraftsetzung zentraler Grundrechte |
| Polizeipatrouille | Sichtbare Einschüchterung am Wahltag |
| Wahlkreiskarte | Räumliche Stimmenverteilung |
| Potsdamer Staatsakt | Symbolische Verbindung mit Tradition |
| Otto Wels | Öffentliche Ablehnung des Ermächtigungsgesetzes |
| Ermächtigungsgesetz | Gesetzgebung ohne übliche Parlamentskontrolle |
Drag and Drop
Verbinde jeweils eine Institution oder Quelle mit ihrer Funktion. Begründe anschließend zwei Zuordnungen mit einem historischen Beleg.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Funktion im Entscheidungsprozess |
|---|---|
| Reichspräsident | Ernennung der Regierungsspitze |
| Reichsregierung | Erlass von Gesetzen nach der Selbstentmachtung des Parlaments |
| Reichstag | Parlamentarische Beratung und Abstimmung |
| Sturmabteilung | Gewaltsame Einschüchterung politischer Gegner |
| Reichsgesetzblatt | Amtliche Veröffentlichung von Gesetzen und Verordnungen |
| Wahlkarte | Moderne räumliche Darstellung historischer Wahlergebnisse |
Kreuzworträtsel
| HINDENBURG | Welcher Reichspräsident ernannte Hitler zum Reichskanzler? |
| PAPEN | Welcher konservative Politiker wurde 1933 Vizekanzler? |
| REICHSTAG | Wie hieß das deutsche Parlament damals? |
| GRUNDRECHTE | Welche geschützten Freiheiten wurden im Februar 1933 ausgesetzt? |
| PROPAGANDA | Wie heißt die gezielte politische Beeinflussung der Öffentlichkeit? |
| ERMAECHTIGUNG | Welches Wort bezeichnet die Übertragung besonderer Befugnisse? |
LearningApps
Hinweis: Die Suche führt zu fremden Lernangeboten, deren historische Genauigkeit und Verfügbarkeit Du selbst prüfen solltest.
Lückentext
Hilfen, Rückmeldung und zweiter Versuch
G-Hilfe: Suche für jede Antwort das Wort im Lerntext. M-Hilfe: Vergleiche das Ereignis mit seiner Rechts- oder Machtfolge. E-Hilfe: Erkläre zusätzlich, welche Grenze das benutzte Medium hat.
Begründete Selbstkontrolle zum Quiz: 1 Hindenburg besaß das Ernennungsrecht. 2 Es entstand eine Koalition und keine unmittelbare Kanzlerwahl. 3 Die Notverordnung hob Grundrechtsschutz auf. 4 Ein Stimmenanteil von rund 43,9 Prozent ist keine absolute Mehrheit. 5 Konservative waren im Kabinett vertreten. 6 Die Karte wurde erst Jahrzehnte später hergestellt. 7 Die Potsdamer Inszenierung stellte Traditionskontinuität dar. 8 Das Parlament verlor seine übliche Gesetzgebungskontrolle. 9 Die anwesenden SPD-Abgeordneten stimmten dagegen. 10 Verfolgung und Drohkulisse zerstörten freie Abstimmungsbedingungen.
Rückmeldung zu offenen Antworten: Eine belastbare Antwort (a) benennt einen genauen Befund, (b) weist eine Quelle mit Datum nach, (c) erklärt eine Beziehung zwischen Entscheidung und Wirkung und (d) kennzeichnet eine Unsicherheit. Fehlt ein Baustein, verbessere ihn gezielt und bearbeite dieselbe Aufgabe erneut. Ein anderes Urteil ist möglich, wenn es begründet und quellenbasiert ist.
Offene Aufgaben
Leicht – G: Orientierung und Beschreibung
- Bildanalyse: Beschreibe das Kabinettsfoto mit fünf sachlichen Beobachtungen. Markiere jede Deutung getrennt.
- Zeitleiste: Schreibe die fünf Stationen als Text-Zeitleiste und erkläre einen Übergang mit „weil“.
- Begriffsarbeit: Erkläre „Grundrecht“, „Notverordnung“ und „Propaganda“ jeweils in einem verständlichen Satz.
- Quellenkritik: Vergleiche Brandfoto und Gesetzesfaksimile: Welche Fragen kann welche Quelle beantworten?
Standard – M: Quellenvergleich und Zusammenhänge
- Akteursanalyse: Erstelle eine Tabelle zu Hindenburg, Hitler, Papen und Wels mit Interessen, Mitteln und Grenzen.
- Wahlanalyse: Erläutere mit Karte, Sitzdiagramm und Polizeifoto, warum Wahlergebnis und Wahlfreiheit nicht dasselbe sind.
- Rechtsgeschichte: Vergleiche § 1 der Reichstagsbrandverordnung mit Artikel 1 und 2 des Ermächtigungsgesetzes. Beschreibe zwei Machtverschiebungen.
- Propagandaanalyse: Schreibe eine kommentierte Bildunterschrift zum „Tag von Potsdam“, die Inszenierung und Nachweisgrenzen trennt.
Schwer – E: Rekonstruktion und Urteil
- Historisches Urteil: Untersuche, wie die Unterstützung konservativer Eliten den Handlungsspielraum der NSDAP vergrößerte. Nutze zwei Quellen.
- Kontrafaktische Geschichte: Prüfe die Alternative „Hindenburg hätte Hitler nicht ernannt“. Trenne belegbare Optionen von Spekulation.
- Demokratietheorie: Erörtere, weshalb eine formale Zweidrittelmehrheit die demokratische Legitimität einer Abstimmung nicht sicherstellt.
- Quellenvergleich: Verfasse ein kurzes Dossier mit drei Perspektiven: Regierungsinszenierung, Widerspruch der SPD und institutionelle Folgen. Benenne Leerstellen.


Lernkontrolle
- Ursache und Wirkung: Erkläre an mindestens drei Stationen, wie sich Rechtsakte, Drohung und parlamentarische Entscheidungen gegenseitig verstärkten.
- Institutionenanalyse: Vergleiche die Stellung von Reichspräsident, Reichstag und Regierung vor und nach dem Ermächtigungsgesetz. Welche Kontrollen entfielen?
- Quellenkritik: Ein historisches Foto zeigt eine Menschenmenge, eine Wahlkarte einen Stimmenanteil. Warum reicht beides nicht, um Zustimmung zur Diktatur nachzuweisen?
- Perspektivenvergleich: Rekonstruiere zwei unterschiedliche zeitgenössische Erwartungen an die Regierung und prüfe ihre Interessen anhand belegbarer Handlungen.
- Alternativen: Untersuche einen Entscheidungszeitpunkt, nenne zwei denkbare Wege und erläutere, warum deren Folgen historisch nicht sicher bestimmbar sind.
- Gegenwartsbezug: Erkläre mit dem Grundsatz der Gewaltenteilung, warum demokratische Institutionen unabhängige Kontrolle benötigen. Vermeide vereinfachende Gleichsetzungen mit heutigen Ereignissen.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis genügt ein quellenbasiertes Urteil von etwa 400–600 Wörtern oder eine gleichwertige strukturierte Darstellung. Wichtig sind:
- Eine präzise Leitthese zur Demokratiezerstörung zwischen Januar und März 1933.
- Mindestens drei richtige Ereignisdaten und drei zugeordnete Akteure oder Institutionen.
- Mindestens zwei untersuchte Primärquellen mit Urheber beziehungsweise herausgebender Institution, Datum und Fundstelle.
- Die eindeutige Trennung von Beobachtung, Deutung, Wertung und historisch offener Frage.
- Die Erklärung eines institutionellen Machtwechsels und einer begrenzt belegbaren Handlungsalternative.
- Eine eigene Überarbeitung nach Rückmeldung, in der Du mindestens eine Begründung verbesserst.
Beurteilung: Sachrichtigkeit, Quellenbelege, Erklärung von Zusammenhängen, Perspektivenvielfalt und reflektiertes Urteil sind wichtiger als das bloße Wiedergeben von Zahlen.
Quellen, Medienrechte und Barrierefreiheit
Quellenarten: Die Fotos, Gesetzesfaksimiles und der Redemitschnitt sind historische Quellen. Die Wahlkarte und das Sitzdiagramm sind moderne Darstellungen / Modelle; sie stammen nicht aus dem Jahr 1933. Die ZDF-Videos sind moderne didaktische Erklärungen; ihre Anschaulichkeit ersetzt keinen Quellenbeleg. Es werden keine erfundenen Rekonstruktionen verwendet.
Primärquellen und seriöse Einordnungen:
- Bundesarchiv: Ernennung am 30. Januar 1933 – Bildquellen und Einordnung.
- Bundesarchiv: Wahl vom 5. März 1933 – zeitgenössische Bilder und Dokumente.
- Bundesarchiv: Ermächtigungsgesetz – Archivnachweise.
- Deutscher Bundestag: Beschluss vom 23. März 1933 – Abstimmung und Debatte.
- Deutsches Historisches Museum / LeMO: Etablierung der NS-Herrschaft – historische Einordnung.
- Friedrich-Ebert-Stiftung: Otto Wels 1932 – nicht 1933 – kritischer Hinweis: verbreitete Rednerfotos zeigen eine andere Rede.
- Reichstagsprotokoll: Debatte vom 23. März 1933 – Textalternative zur Tonquelle.
- ARD / planet schule: Deutschland 1933 – ergänzende kurze Bildungsfilme mit Material.
Lizenz und Zugang: Sämtliche eingebundenen Bilddateien sowie die Audioaufnahme sind bereits bei Wikimedia Commons vorhanden. Ihre Urheber, Quellen und Lizenz- bzw. Gemeinfreiheitsangaben stehen jeweils direkt unter dem Medium. Nutze für Weiterverwendung die verlinkte Commons-Dateiseite; beachte Namensnennung, Lizenzlink und gegebenenfalls Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Die YouTube-Videos werden nur über den regulären Player eingebettet oder verlinkt, nicht als frei lizenzierte Commons-Dateien ausgegeben. Verfügbarkeit, eingeblendete Werbung und Untertitel können sich ändern.
Barrierefreiheit: Jede Abbildung trägt einen kurzen Alternativtext; darunter steht eine verständliche Textbeschreibung und ein Bearbeitungsauftrag. Für Audio gibt es eine schriftliche Zusammenfassung und das Reichstagsprotokoll. Für Videos findest Du Zeitabschnitte, Textalternativen und den Untertitel-Hinweis. Bei fehlendem Player bearbeitest Du dieselbe Frage mit den angegebenen Textquellen. Für visuelle Karten gilt: Farbe allein ist kein Nachweis; lies auch die zugehörige Beschreibung.
OERs zum Thema
Wikipedia: Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933 – weiterführender Überblick; gleiche Angaben mit Archivquellen ab.
Verknüpfte Lernbereiche
aiMOOC-Projekte
Schulfach+


aiMOOCs


aiMOOC Projekte


MOOCwiki · Deutsch
Nach dem Lernen ist vor dem Lernen
Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.
Zur MOOCwiki-HauptseiteMediathek
Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...
Keine passenden Inhalte gefunden. Bitte ändere Suche oder Filter.
NEWSLernweltNOAH fragen