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Das Neue Testament - Lesefassung Klasse 6 - Literatur verstehen

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Das Neue Testament - Lesefassung Klasse 6 - Literatur verstehen

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Einleitung

Lesefassung für Klasse 6 – eigene Auswahl aus dem Neuen Testament. Du lernst zehn ausgewählte biblische Erzählungen in kurzer, neu formulierter Sprache kennen. Diese Auswahl ist nicht die vollständige Bibel und keine Abschrift einer vorhandenen MOOCwiki-Buchfassung. Die Nacherzählungen wurden für diesen Lernkurs neu geschrieben. Sie geben die genannten Bibelstellen sinngemäß wieder und ersetzen keine vollständige Bibelübersetzung. Du musst keiner Glaubensaussage zustimmen, um die Texte als Literatur zu untersuchen.

Lernziele: Du kannst Figuren und Handlungen benennen, Textbelege finden, Erzählperspektiven unterscheiden, Gleichnisse deuten und antike Lebenswelten beschreiben. Nutze die Kapitelangaben, um Aussagen in einer vollständigen Bibelausgabe zu überprüfen. Die Erklärungen und Aufgaben dieses Kurses wurden in der Gegenwart erstellt. Die historischen Vorlagen stammen aus der Antike.

Zur Sammlung: Das Neue Testament gehört zur christlichen Bibel und umfasst 27 Schriften: vier Evangelien, die Apostelgeschichte, Briefe und die Offenbarung. Jesus und seine ersten Anhänger waren jüdisch. Die Tora gehört zum religiösen und kulturellen Hintergrund vieler Erzählungen. Das Römische Reich war eine politische Macht, die manche Gebiete unmittelbar verwaltete und andere durch abhängige Herrscher regieren ließ. Zu Jesu Zeit stand Judäa unter römischer Verwaltung, während Galiläa von Herodes Antipas regiert wurde. Juden und Römer bezeichnen also nicht einfach zwei gegnerische Gruppen: Das eine Wort kann eine religiöse und kulturelle Zugehörigkeit bezeichnen, das andere die damalige staatliche Herrschaft.

Lesehilfe: Ein Erzähler berichtet von Ereignissen. Eine Figur handelt innerhalb der Geschichte. Ein Gleichnis ist eine bildhafte Erzählung mit einer übertragbaren Frage. Eine Wundergeschichte berichtet im Text von einem Wunder; die Aussage gehört zur religiösen Quelle. Eine historische Aussage benötigt dagegen überprüfbare historische Belege. Benutze beim Antworten Formulierungen wie „Laut Lukas ...“ und „Markus erzählt ...“.

Bezug zur vorhandenen Ausgabe: Buch – Das Neue Testament – Lesefassung für Klasse 6 – MOOCwiki ist eine andere Buchseite. Ihr vollständiger Wortlaut wurde für diesen Kurs nicht verwendet.

Modell des Jerusalemer Tempels, also keine Fotografie des antiken Gebäudes. Foto: Berthold Werner, gemeinfrei. Bildquelle und Rechte.

Animation: Entwicklung der römischen Herrschaft über mehrere Jahrhunderte, nicht nur zur Zeit Jesu. Astrokey44, CC BY-SA 3.0. Quelle und Lizenz. Die Karte ist eine grobe Orientierung, keine genaue Darstellung einzelner Orte der Erzählungen.

Hören: – kurze deutsche Aussprache des Namens „Jesus“, Aufnahme von SabineCretella, CC BY-SA 3.0, Audiodatei und Lizenz.

Film zum Überblick: Die folgenden Filme sind bereits von BibleProject – Deutsch veröffentlicht worden. Sie sind urheberrechtlich geschützte Fremdvideos; sie werden nur über die Originalplattform eingebettet, nicht als OER ausgegeben.

BibleProject – Deutsch: Übersicht Neues Testament. Der Film vermittelt eine christliche Deutung; du darfst sie als solche untersuchen, ohne sie zu übernehmen.

BibleProject – Deutsch: Lukas, Kapitel 1 bis 9. Achte darauf, welche Aussagen Erzählungen wiedergeben und welche sie deuten.


Zehn Auswahlkapitel mit Leseaufträgen


Auswahlkapitel 1: Jesu Geburt: Eine Reise nach Bethlehem

Biblische Bezugsstelle: Lukas 2,1–20.

Lesetext – eigenständige, gekürzte Nacherzählung:

Der Evangelist Lukas erzählt von der Geburt Jesu. Damals regiert Kaiser Augustus über das Römische Reich. In der Geschichte ordnet er eine Erfassung der Bevölkerung an. Deshalb reisen Josef und Maria von Nazaret nach Bethlehem. Maria erwartet ein Kind. Die Reise führt die beiden in eine Stadt, in der viele Menschen unterwegs sind.

In Bethlehem wird Jesus geboren. Maria wickelt das Kind in Tücher und legt es in eine Futterkrippe. Lukas erklärt, dass für die Familie in der Unterkunft kein passender Platz ist. In der Nähe halten Hirten nachts Wache bei ihren Tieren. Ein Engel erscheint ihnen. Die Hirten erschrecken zunächst. Der Engel verkündet ihnen die Geburt eines Retters. Weitere Engel loben Gott. Die Hirten gehen nach Bethlehem. Sie finden Maria, Josef und das Kind. Sie erzählen, was ihnen angekündigt wurde. Maria bewahrt diese Worte in ihrem Herzen. Danach kehren die Hirten zurück.

Genau lesen: Die Engel und ihre Botschaft gehören zur religiösen Erzählperspektive des Lukasevangeliums. Lukas erwähnt an dieser Stelle keine Sterndeuter aus dem Osten.

Bild: historische Illustration nach Julius Schnorr von Carolsfeld; gemeinfrei. Originaldatei und Lizenzinformation. Historische Kunst und heutige Fotos sind Veranschaulichungen, keine zeitgenössischen Fotos des Geschehens.

Dein Leseauftrag: Finde die Figuren Maria, Josef, die Hirten und den Engel. Wer reist? Wer überbringt eine Nachricht? Wie reagieren die Hirten?

Hilfe 1: Suche zuerst die Namen der wichtigsten Figuren. Hilfe 2: Achte auf die Reihenfolge: Reise – Geburt – Nachricht – Besuch – Rückweg.

Zusatzfrage: Welche Aussage steht ausdrücklich in Lukas 2,1–20, und was ist nur deine eigene Vermutung?


Auswahlkapitel 2: Vier Fischer entscheiden sich

Biblische Bezugsstelle: Markus 1,16–20.

Lesetext – eigenständige, gekürzte Nacherzählung:

Markus erzählt, wie Jesus am See von Galiläa entlanggeht. Am Ufer arbeiten Simon und sein Bruder Andreas. Sie werfen ihre Netze ins Wasser, denn sie sind Fischer. Fischfang bedeutet für sie Arbeit und Einkommen. Jesus spricht die Brüder an. Er fordert sie auf, ihm zu folgen. Markus berichtet, dass sie ihre Netze liegen lassen und mitgehen.

Wenig später sieht Jesus zwei weitere Brüder: Jakobus und Johannes. Sie sitzen in einem Boot und bringen ihre Netze in Ordnung. Ihr Vater Zebedäus und weitere Arbeiter sind ebenfalls dort. Jesus ruft auch diese beiden. Sie verlassen das Boot und folgen Jesus. Der Evangelist schildert das alles sehr knapp. Die vier Männer halten keine langen Reden. Ihre Entscheidung wird durch das dargestellt, was sie tun: Sie verlassen die vertraute Arbeit.

Genau lesen: Markus erzählt keine genaue Erklärung, was die vier Männer vorher über Jesus wussten. Wir dürfen ihre geheimen Gedanken nicht einfach dazuerfinden.

Bild: James Tissot; Gemälde gemeinfrei. Originaldatei und Lizenzinformation. Historische Kunst und heutige Fotos sind Veranschaulichungen, keine zeitgenössischen Fotos des Geschehens.

Dein Leseauftrag: Nenne die vier Männer. Unterstreiche die Verben für ihre Arbeit und ihre Entscheidung. Was erfahren wir, und was bleibt offen?

Hilfe 1: Suche zuerst die Namen der wichtigsten Figuren. Hilfe 2: Suche zuerst die Brüderpaare: Simon und Andreas; Jakobus und Johannes.

Zusatzfrage: Welche Aussage steht ausdrücklich in Markus 1,16–20, und was ist nur deine eigene Vermutung?


Auswahlkapitel 3: Freunde helfen einem gelähmten Mann

Biblische Bezugsstelle: Markus 2,1–12.

Lesetext – eigenständige, gekürzte Nacherzählung:

Jesus kommt nach Kafarnaum. In einem Haus sprechen viele Menschen mit ihm oder hören ihm zu. Es ist so voll, dass man kaum hineinkommt. Vier Männer tragen einen Menschen auf einer Matte herbei. Der Mann kann nicht gehen. Die Freunde finden keinen Weg durch die Menge. Sie steigen deshalb auf das Dach, öffnen eine Stelle darüber und lassen den Mann auf seiner Matte zu Jesus hinunter.

Jesus sieht ihren Glauben und spricht dem Gelähmten die Vergebung seiner Sünden zu. Einige Schriftgelehrte denken, dass nur Gott Sünden vergeben könne. Jesus kennt nach der Erzählung ihre Einwände. Er fordert den Gelähmten auf, aufzustehen, seine Matte zu nehmen und nach Hause zu gehen. Der Mann steht auf und geht hinaus. Die Menschen staunen und loben Gott.

Genau lesen: Markus berichtet hier ein Heilungswunder. Als Leserinnen und Leser können wir untersuchen, wie der Evangelist die Geschichte gestaltet, ohne selbst an ein Wunder glauben zu müssen.

Bild: Yourway-to-israel; CC BY-SA 3.0; Ruinen aus späterer Zeit als die Handlung. Originaldatei und Lizenzinformation. Historische Kunst und heutige Fotos sind Veranschaulichungen, keine zeitgenössischen Fotos des Geschehens.

Dein Leseauftrag: Welche Schwierigkeit haben die vier Freunde? Finde die zwei Wendepunkte: das Dach und den Aufruf aufzustehen.

Hilfe 1: Suche zuerst die Namen der wichtigsten Figuren. Hilfe 2: Der Text zeigt zuerst ein Hindernis, dann eine ungewöhnliche Idee und schließlich eine Reaktion der Menge.

Zusatzfrage: Welche Aussage steht ausdrücklich in Markus 2,1–12, und was ist nur deine eigene Vermutung?


Auswahlkapitel 4: Ein Sturm auf dem See

Biblische Bezugsstelle: Markus 4,35–41.

Lesetext – eigenständige, gekürzte Nacherzählung:

Am Abend sagt Jesus zu seinen Begleitern, dass sie mit dem Boot ans andere Ufer fahren sollen. Sie legen ab. Weitere Boote sind unterwegs. Bald kommt ein starker Sturm auf. Die Wellen schlagen ins Boot. Wasser dringt ein, und die Menschen bekommen Angst. Jesus schläft hinten im Boot auf einem Kissen.

Die Jünger wecken ihn. Sie haben große Sorge, dass das Boot untergehen könnte. Jesus steht auf und befiehlt nach dem Bericht des Markus dem Wind und dem See, ruhig zu werden. Der Wind legt sich. Das Wasser wird still. Anschließend fragt Jesus die Jünger nach ihrer Angst und ihrem Vertrauen. Die Jünger sind nun nicht einfach fröhlich. Sie sind erstaunt und fragen sich, wer dieser Mensch ist, dem sogar Wind und Wellen gehorchen.

Genau lesen: Beachte den Gegensatz zwischen dem lauten Sturm und der plötzlichen Ruhe. Der Text nutzt diesen Gegensatz, um Spannung zu erzeugen.

Bild: historische Buchillustration aus Sammlung der British Library; keine bekannten Urheberrechtsbeschränkungen. Originaldatei und Lizenzinformation. Historische Kunst und heutige Fotos sind Veranschaulichungen, keine zeitgenössischen Fotos des Geschehens.

Dein Leseauftrag: Beschreibe drei Schritte: Gefahr, Hilfe, Frage. Warum endet die Erzählung mit einer Frage?

Hilfe 1: Suche zuerst die Namen der wichtigsten Figuren. Hilfe 2: Finde die Gegensätze: schlafen und wach sein; Angst und Ruhe.

Zusatzfrage: Welche Aussage steht ausdrücklich in Markus 4,35–41, und was ist nur deine eigene Vermutung?


Auswahlkapitel 5: Brot und Fische für viele Menschen

Biblische Bezugsstelle: Markus 6,30–44.

Lesetext – eigenständige, gekürzte Nacherzählung:

Die Jünger kommen von ihren Wegen zurück und erzählen Jesus, was sie erlebt und getan haben. Sie sind müde und brauchen Ruhe. Gemeinsam fahren sie mit einem Boot an einen einsamen Ort. Doch viele Menschen sehen sie und kommen ebenfalls dorthin. Jesus spricht mit der Menge und lehrt sie.

Als es spät wird, sorgen sich die Jünger um das Essen. Die Menschen sind an einem abgelegenen Ort. Jesus fordert die Jünger auf, ihnen selbst etwas zu geben. Sie sehen darin eine riesige Aufgabe. Schließlich finden sie fünf Brote und zwei Fische. Nach dem Markusevangelium dankt Jesus Gott, teilt das Essen und lässt es verteilen. Die Menschen werden satt. Am Ende sammeln die Jünger noch zwölf Körbe mit Resten ein. Markus nennt etwa fünftausend Männer als Zahl.

Genau lesen: Der Bericht ist eine religiöse Wundergeschichte. Die Zahlen fünf, zwei und zwölf stehen ausdrücklich im Text; sie sind keine frei erfundenen Angaben.

Bild: Illustration von 1910; gemeinfrei. Originaldatei und Lizenzinformation. Historische Kunst und heutige Fotos sind Veranschaulichungen, keine zeitgenössischen Fotos des Geschehens.

Dein Leseauftrag: Finde die drei Zahlen fünf, zwei und zwölf. Welche Gegenstände werden damit gezählt? Was ist das Hauptproblem der Jünger?

Hilfe 1: Suche zuerst die Namen der wichtigsten Figuren. Hilfe 2: Ordne die Stationen: Ruhe suchen – Menschen kommen – Essen verteilen – Reste sammeln.

Zusatzfrage: Welche Aussage steht ausdrücklich in Markus 6,30–44, und was ist nur deine eigene Vermutung?


Auswahlkapitel 6: Der helfende Samariter

Biblische Bezugsstelle: Lukas 10,25–37.

Lesetext – eigenständige, gekürzte Nacherzählung:

Ein Gesetzeslehrer fragt Jesus, was ein Mensch tun soll, um ewiges Leben zu erhalten. Jesus verweist auf die jüdische Tora. Der Mann antwortet, dass die Liebe zu Gott und zum Mitmenschen wichtig ist. Dann fragt er, wer eigentlich als Mitmensch gilt. Jesus erzählt daraufhin ein Gleichnis: Ein Reisender ist auf dem Weg von Jerusalem nach Jericho. Räuber überfallen ihn, verletzen ihn schwer und lassen ihn liegen.

Ein Priester sieht den Verletzten und geht weiter. Danach kommt ein Levit. Auch er hilft nicht. Schließlich nähert sich ein Mann aus Samaria. Er hat Mitleid. Er versorgt die Wunden, bringt den Verletzten in eine Unterkunft und sorgt dafür, dass er weiter gepflegt werden kann. Jesus fragt nun, wer sich als Mitmensch erwiesen hat. Die Antwort lautet: der Helfende. Jesus fordert zum ebenso hilfreichen Handeln auf.

Genau lesen: Samariter und Juden hatten unterschiedliche religiöse Traditionen und auch Konflikte. Das Gleichnis wertet keine ganze Bevölkerungsgruppe ab. Es beurteilt das Handeln einzelner Figuren.

Bild: Bibelillustration von 1873; gemeinfrei. Originaldatei und Lizenzinformation. Historische Kunst und heutige Fotos sind Veranschaulichungen, keine zeitgenössischen Fotos des Geschehens.

Dein Leseauftrag: Ordne die Figuren nach ihrem Verhalten. Welche Antwort gibt die Geschichte auf die Frage nach dem Mitmenschen?

Hilfe 1: Suche zuerst die Namen der wichtigsten Figuren. Hilfe 2: Entscheidend ist nicht die Herkunft, sondern wer konkret hilft.

Zusatzfrage: Welche Aussage steht ausdrücklich in Lukas 10,25–37, und was ist nur deine eigene Vermutung?


Auswahlkapitel 7: Der verlorene Sohn kommt zurück

Biblische Bezugsstelle: Lukas 15,11–32.

Lesetext – eigenständige, gekürzte Nacherzählung:

Jesus erzählt ein Gleichnis von einem Vater und seinen zwei Söhnen. Der jüngere Sohn möchte schon jetzt den Teil des Familienvermögens erhalten, der ihm zusteht. Der Vater gibt ihm seinen Anteil. Der Sohn zieht in ein fernes Land und gibt sein Geld aus. Als eine Hungersnot kommt, hat er nichts mehr. Er arbeitet bei den Schweinen und leidet großen Hunger. Schließlich überlegt er, zu seinem Vater zurückzugehen und um eine Arbeit zu bitten.

Der Vater sieht ihn schon von Weitem. Er läuft ihm entgegen, umarmt ihn und nimmt ihn wieder auf. Es wird ein Fest gefeiert. Der ältere Sohn kommt von der Feldarbeit. Als er das Fest bemerkt, wird er zornig. Er findet es ungerecht, dass der zurückgekehrte Bruder so freundlich empfangen wird. Der Vater erklärt ihm, warum er sich freut: Sein Sohn war verloren und ist wieder da.

Genau lesen: Im Gleichnis gibt es verschiedene Sichtweisen. Du darfst sowohl die Freude des Vaters als auch den Ärger des älteren Sohnes ernst nehmen.

Bild: Rembrandt van Rijn; historisches Gemälde, gemeinfrei. Originaldatei und Lizenzinformation. Historische Kunst und heutige Fotos sind Veranschaulichungen, keine zeitgenössischen Fotos des Geschehens.

Dein Leseauftrag: Schreibe je einen Satz aus Sicht des jüngeren Sohnes, des Vaters und des älteren Sohnes. Was möchten die drei?

Hilfe 1: Suche zuerst die Namen der wichtigsten Figuren. Hilfe 2: Versuche, zwischen dem Gefühl einer Figur und deiner eigenen Meinung zu unterscheiden.

Zusatzfrage: Welche Aussage steht ausdrücklich in Lukas 15,11–32, und was ist nur deine eigene Vermutung?


Auswahlkapitel 8: Kinder werden ernst genommen

Biblische Bezugsstelle: Markus 10,13–16.

Lesetext – eigenständige, gekürzte Nacherzählung:

Einige Menschen bringen Kinder zu Jesus. Sie wünschen sich, dass er die Kinder berührt und segnet. Doch die Jünger weisen die Menschen zurück. Sie meinen offenbar, dass die Kinder an dieser Stelle stören. Markus beschreibt, dass Jesus über dieses Verhalten unwillig wird. Er lässt die Kinder zu sich kommen. Er erklärt, dass Kinder in seiner Botschaft vom Reich Gottes einen wichtigen Platz haben.

Anschließend nimmt Jesus die Kinder in die Arme und segnet sie. Der Evangelist erzählt diese Szene in wenigen Sätzen. Trotzdem ändert sich viel: Zuerst werden die Kinder weggeschickt. Danach stehen sie im Mittelpunkt. Die Geschichte zeigt, wie eine bisher übersehene Gruppe Aufmerksamkeit erhält.

Genau lesen: Wir erfahren nicht die Namen oder Gedanken der Kinder. Der Erzähler berichtet vor allem von den Handlungen der Erwachsenen. Eigene Vermutungen über die Kinder sollten wir klar als Vermutungen kennzeichnen.

Bild: Ninara; CC BY 4.0; Landschaftsfoto zur Region, keine Darstellung der Szene. Originaldatei und Lizenzinformation. Historische Kunst und heutige Fotos sind Veranschaulichungen, keine zeitgenössischen Fotos des Geschehens.

Dein Leseauftrag: Vergleiche das Verhalten der Jünger mit dem Verhalten Jesu. Wer entscheidet zuerst, wer dazugehören darf?

Hilfe 1: Suche zuerst die Namen der wichtigsten Figuren. Hilfe 2: Prüfe die Wörter für Abweisen, Kommenlassen und Segnen.

Zusatzfrage: Welche Aussage steht ausdrücklich in Markus 10,13–16, und was ist nur deine eigene Vermutung?


Auswahlkapitel 9: Jesu Tod unter römischer Herrschaft

Biblische Bezugsstelle: Markus 15,21–39.

Lesetext – eigenständige, gekürzte Nacherzählung:

Markus berichtet vom Ende des Lebens Jesu. Nach dem Urteil des römischen Statthalters Pontius Pilatus führen römische Soldaten Jesus zur Hinrichtung. Auf dem Weg wird Simon aus Kyrene gezwungen, ein Kreuz zu tragen. Die Soldaten bringen Jesus zur Hinrichtungsstätte Golgota. Dort wird er gekreuzigt. Über ihm steht eine Inschrift, die ihn als König der Juden bezeichnet. Die Menschen am Ort reagieren unterschiedlich. Einige verspotten ihn.

Markus erzählt, dass am Mittag Dunkelheit eintritt. Jesus ruft zu Gott und stirbt. Danach schildert der Evangelist, dass der Vorhang im Tempel zerreißt. Ein römischer Hauptmann beobachtet das Geschehen und nennt Jesus Gottes Sohn. So endet die Szene mit einer Aussage über Jesus aus Sicht dieser Figur.

Historische Einordnung: Die Kreuzigung war eine römische Hinrichtungsart. Die Verantwortung für die römische Hinrichtung darf nicht einem ganzen Volk oder dem Judentum zugeschrieben werden. Wir unterscheiden antike Erzählung, religiöse Deutung und historische Forschung. Die Szene enthält Gewalt und Trauer.

Bild: mittelalterliche Handschriftenillustration; gemeinfrei. Originaldatei und Lizenzinformation. Historische Kunst und heutige Fotos sind Veranschaulichungen, keine zeitgenössischen Fotos des Geschehens.

Dein Leseauftrag: Wer führt die Hinrichtung aus? Was ist der Unterschied zwischen der Handlung der Soldaten und der Deutung des Hauptmanns?

Hilfe 1: Suche zuerst die Namen der wichtigsten Figuren. Hilfe 2: Markiere nur die ausdrücklich handelnden Personen. Vermeide Aussagen über ganze Gruppen.

Zusatzfrage: Welche Aussage steht ausdrücklich in Markus 15,21–39, und was ist nur deine eigene Vermutung?


Auswahlkapitel 10: Frauen entdecken das leere Grab

Biblische Bezugsstelle: Lukas 24,1–12.

Lesetext – eigenständige, gekürzte Nacherzählung:

Das Lukasevangelium erzählt, wie Frauen früh am ersten Tag der Woche zu einem Grab gehen. Sie haben wohlriechende Öle vorbereitet. Als sie ankommen, sehen sie, dass der Stein vor dem Grab weggerollt ist. Sie gehen hinein. Den Leichnam Jesu finden sie nicht. Die Frauen sind ratlos. Dann erscheinen nach dem Bericht zwei Männer in glänzenden Kleidern. Sie erinnern die Frauen an Worte Jesu und erklären, dass er auferstanden sei.

Die Frauen gehen zurück und berichten den Aposteln davon. Lukas nennt Maria aus Magdala, Johanna und Maria, die Mutter des Jakobus, sowie weitere Frauen. Die Apostel halten die Nachricht zunächst für unglaubwürdig. Petrus geht zum Grab, sieht nur die Leinentücher und kehrt nachdenklich zurück.

Genau lesen: Lukas überliefert einen Auferstehungsbericht. Ob jemand diese Glaubensaussage teilt, ist für die literarische Arbeit nicht entscheidend. Wichtig ist: Wer erzählt? Wer sieht etwas? Wer glaubt einer Nachricht nicht?

Bild: Werkstatt von Peter Paul Rubens; Gemälde gemeinfrei. Originaldatei und Lizenzinformation. Historische Kunst und heutige Fotos sind Veranschaulichungen, keine zeitgenössischen Fotos des Geschehens.

Dein Leseauftrag: Was entdecken die Frauen selbst? Was hören sie von den Männern? Wie reagieren die Apostel?

Hilfe 1: Suche zuerst die Namen der wichtigsten Figuren. Hilfe 2: Unterscheide drei Spalten: Beobachtung – Botschaft – Reaktion.

Zusatzfrage: Welche Aussage steht ausdrücklich in Lukas 24,1–12, und was ist nur deine eigene Vermutung?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste dein Wissen

Wie viele Evangelien enthält das Neue Testament? (Vier) (!Drei) (!Fünf) (!Sieben)




Zu welchem Evangelium gehört die Erzählung von der Geburt bei den Hirten? (Lukas) (!Markus) (!Johannes) (!Offenbarung)




Was tun Simon und Andreas zu Beginn des Markustextes? (Sie fischen am See) (!Sie bauen einen Tempel) (!Sie bewachen ein Stadttor) (!Sie schreiben einen Brief)




Wie überwinden die Freunde die volle Menschenmenge? (Sie öffnen das Dach) (!Sie schwimmen durch einen Fluss) (!Sie warten bis zum Morgen) (!Sie benutzen ein römisches Tor)




Was verändert sich am Ende der Sturmerzählung? (Der See wird ruhig) (!Das Boot wird zum Palast) (!Der See trocknet aus) (!Die Fischer bauen eine Mauer)




Wie viele Brote werden zunächst in der Speisungsgeschichte genannt? (Fünf) (!Zwei) (!Zwölf) (!Zwanzig)




Wer hilft dem verletzten Reisenden im Gleichnis? (Ein Samariter) (!Ein Kaiser) (!Ein römischer Soldat) (!Ein König)




Wer ist verärgert über das Fest für den zurückgekehrten Sohn? (Der ältere Bruder) (!Ein Fischer) (!Die Mutter Maria) (!Der Wirt)




Wer führt im Bericht von Markus die Kreuzigung durch? (Römische Soldaten) (!Alle Juden) (!Alle Samariter) (!Die Kinder)




Wer berichtet im Lukasevangelium zuerst den Aposteln vom leeren Grab? (Die Frauen) (!Der Kaiser Augustus) (!Der ältere Bruder) (!Zebedäus)





Memory: Begriffe und Erklärungen

Evangelium Erzählung über Leben und Wirken Jesu
Gleichnis Geschichte mit einer übertragbaren Aussage
Jünger Menschen, die Jesus nachfolgen
Tora Wichtige heilige Schrift des Judentums
Römische Herrschaft Politische Machtordnung in Judäa zur Zeit Jesu
Auferstehungsbericht Religiöse Erzählung über Leben nach Jesu Tod





Zuordnen: Orte und Geschichten

Ordne den richtigen Ort zu. Aussage aus einem Auswahlkapitel
Bethlehem Ort der Geburt Jesu im Bericht des Lukas
See von Galiläa Ort von Fischfang und Bootsreisen
Kafarnaum Ort der Heilung des Gelähmten im Bericht des Markus
Jericho Ziel der Reise im Gleichnis vom helfenden Samariter
Jerusalem Stadt der letzten Tage Jesu im Evangelienbericht





Kreuzworträtsel: Die Texte wiedererkennen

Markus Welcher Evangelist berichtet von Sturm und Brotverteilung?
Lukas Welcher Evangelist berichtet vom verlorenen Sohn?
Samariter Wer hilft im Gleichnis dem Verletzten?
Tempel Welches bedeutende jüdische Heiligtum stand in Jerusalem?
Fischer Welchen Beruf hatten Simon und Andreas?
Römer Welche Herrschaftsmacht ließ Jesus hinrichten?





LearningApps: Weitere Übungen

Die LearningApps-Verknüpfung führt zur Suche nach passenden fremden Übungen. Sie ist keine hier geprüfte Einzelübung.


Lückentext: Wissen sichern

Ergänze den Text.
Das Neue Testament enthält vier

. Jesu Geburt mit den Hirten erzählt

. Simon und Andreas arbeiten zunächst als

. Der Gelähmte wird durch das

herabgelassen. In der Sturmerzählung wird der See am Ende

. Die Speisungsgeschichte beginnt mit fünf

. Im Gleichnis hilft ein

. Über das Fest ärgert sich der ältere

. Die Hinrichtung Jesu erfolgt durch römische

. Die Frauen entdecken im Bericht des Lukas das leere

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Figurenkarte: Wähle ein Auswahlkapitel. Schreibe die Namen der Figuren auf und zu jeder Figur eine sichere Textinformation.
  2. Wegskizze: Zeichne für das erste Kapitel eine einfache Wegskizze von Nazaret nach Bethlehem. Schreibe dazu: nicht maßstabsgetreu.
  3. Gefühl und Beleg: Suche zwei Gefühle in der Sturmgeschichte. Schreibe auf, welche Handlung im Text darauf hinweist.
  4. Bild und Text: Vergleiche eine historische Illustration mit dem passenden Lesekapitel. Markiere zwei Dinge, die der Text tatsächlich nennt.


Standard

  1. Szenenfolge: Erstelle sechs kurze Bildunterschriften zur Geschichte vom verletzten Reisenden. Trenne gesicherte Textangaben von eigenen Ideen.
  2. Perspektivenwechsel: Schreibe ein kurzes Tagebuch aus Sicht des älteren Bruders. Kennzeichne neue Gedanken als eigene Gestaltung.
  3. Quellenvergleich: Vergleiche, was Markus über die Jünger berichtet, mit Lukas über die Hirten. Was wissen die Erzähler über Gedanken, und was nicht?
  4. Historischer Steckbrief: Erkläre in fünf Sätzen den Unterschied zwischen der jüdischen Religion und der römischen politischen Herrschaft.


Schwer

  1. Erzählanalyse: Untersuche Einleitung, Spannung und Schlussfrage der Sturmerzählung. Belege jeden Schritt mit Markus 4.
  2. Gewalt und Verantwortung: Analysiere die Rolle römischer Soldaten in Markus 15 und erkläre, warum kollektive Schuldzuweisungen unzulässig sind.
  3. Aussage und Deutung: Unterscheide bei Lukas 24 zwischen dem Fund des leeren Grabes, der Engelbotschaft und christlichen Glaubensdeutungen.
  4. Transferprojekt: Entwirf eine kurze, sachliche Ausstellung zu zehn Auswahlkapiteln. Gib pro Kapitel Bibelstelle, Hauptfrage und belegbare Bildquelle an.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Textbelege: Belege an zwei Stellen, wie der Erzähler eine Reaktion zeigt. Erkläre, was der Text nicht über die Gedanken einer Figur verrät.
  2. Erzählmuster: Vergleiche die Probleme der Figuren in Markus 2 und Markus 4. Zeige, wie der Schluss jeweils Spannung löst.
  3. Gleichnisse: Erkläre anhand von Lukas 10 und Lukas 15, warum Gleichnisse Fragen an die Leserinnen und Leser stellen.
  4. Historischer Kontext: Erkläre den Unterschied zwischen jüdischem Glaubensleben und römischer Staatsmacht zur Zeit Jesu.
  5. Quellenkritik: Trenne in Markus 15 drei berichtete Handlungen von einer religiösen Deutung und begründe, warum daraus keine Kollektivschuld folgen darf.
  6. Literaturvergleich: Beschreibe Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen zwei Bildern und ihren jeweiligen biblischen Textvorlagen.


Lernnachweis

Du zeigst dein Können, wenn du die zehn Geschichten knapp in eigenen Worten zusammenfasst, mindestens fünf richtige Kapitel- und Versangaben nennst, Figuren und ihre Handlungen unterscheidest, zwei sprachliche Spannungstechniken erklärst und eine Textstelle von einer eigenen Deutung trennst. Gib für ein bearbeitetes Bild Urheber, Lizenz und Link an. Dein Lernprodukt kann ein Lesetagebuch, ein Steckbrief, eine kurze Ausstellung oder ein sachlicher Vergleich sein. Es wird nicht beurteilt, ob du eine religiöse Aussage glaubst.

Drei Kernaufgaben auf unterschiedlichen Niveaus: Leicht – Beschreibe Figuren und Handlung eines Kapitels mit einem Textbeleg. Standard – Vergleiche die Sichtweisen zweier Figuren aus Lukas 15. Schwer – Untersuche die Rolle der Römer in Markus 15 und erkläre den Unterschied zwischen historischem Kontext und religiöser Deutung.


OER und Wikipedia

Quellenhinweise für die fachliche Einordnung: Ludwig-Maximilians-Universität München: Politische Rahmenbedingungen und LMU: Passion und Tod. Wikipedia: Neues Testament gibt einen Überblick über die Sammlung. Diese Links sind Hinweise zur Überprüfung, keine Lizenzübertragung auf deren Texte.

Rechte: Die kurzen Auswahltexte und Aufgaben wurden für diesen Kurs eigenständig neu formuliert; sie sind keine Zitate aus einer urheberrechtlich geschützten modernen Bibelausgabe. Verwendete Commons-Dateien sind jeweils an der Abbildung mit Urheber, Lizenz und Originaldatei genannt. Bei gemeinfreien Gemälden ist die heutige Abbildung nicht als historische Fotografie zu verstehen. Die BibleProject-Videos bleiben beim jeweiligen Rechteinhaber und sind nicht frei lizenziert.

Weiterführendes Video:

BibleProject – Deutsch: Die Taufe Jesu (Lukas 3–9), fremdes Unterrichtsvideo mit christlicher Deutung.


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