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Das Neue Testament - Lesefassung Klasse 5 - Literatur verstehen

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Das Neue Testament - Lesefassung Klasse 5 - Literatur verstehen

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Einleitung

Der Kurs behandelt die Sammlung Neues Testament als Literatur. Du lernst Geschichten, Briefe und Bildsprache kennen. Die Erzählungen stammen aus der Antike. Diese vereinfachten Lerntexte und Aufgaben sind in heutiger Sprache geschrieben. Du musst die religiösen Aussagen nicht selbst glauben: Du beschreibst zuerst, was im Text steht, und unterscheidest das von einer eigenen Meinung.

Hinweis zur Textgrundlage: Die ausdrücklich genannte MOOCwiki-Buchfassung für Klasse 5 war für diese Bearbeitung nicht vollständig abrufbar. Die zehn Texte sind eigenständige, neu formulierte Zusammenfassungen der jeweils angegebenen neutestamentlichen Stellen, keine wörtlichen Buchauszüge. Ein Abgleich mit der Kapitelwahl und dem genauen Wortlaut der genannten MOOCwiki-Buchfassung steht noch aus. Die Auswahl ist keine vollständige Bibel.

Lernziele: Du kannst Erzähler und Figuren unterscheiden, eine Handlung in eigenen Worten wiedergeben, eine Textstelle als Beleg angeben, eine Bilddarstellung mit dem Text vergleichen und die Textsorten Evangelium, Erzählung, Brief und Vision unterscheiden.

Vorhandene weiterführende Seiten: Das Neue Testament und Neues Testament. Es entsteht keine zweite Buchseite.

Geschichtlicher Rahmen: Jesus von Nazareth war Jude und lebte im jüdischen Umfeld seiner Zeit. Die jüdischen Traditionen und Schriften sind für die neutestamentlichen Erzählungen wichtig. Die römische Staatsmacht beherrschte weite Teile der Region; die römische Hinrichtung Jesu darf niemals als Schuld eines ganzen Volkes dargestellt werden. Die Aussagen über Gott und Auferstehung werden als Aussagen der jeweils genannten neutestamentlichen Texte eingeordnet.

Kartenquelle: Mariamnei, CC0 1.0, Wikimedia Commons. Rekonstruktion des antiken Jerusalem; heutige Forschungsdarstellung, kein Foto aus der Zeit Jesu.



Zehn Auswahlkapitel zum Lesen

Arbeitsweise: Lies das ganze jeweilige Auswahlkapitel. Lies dann den angegebenen Abschnitt in einer geprüften Bibelausgabe nach. Vergleiche Figuren, Handlungen und Worte. Die hier gebotenen Texte sind keine Zitate der MOOCwiki-Buchausgabe.


Auswahlkapitel 1: Jesus wird getauft

Biblische Textstelle: Markus 1,9–11. Textsorte: Erzählung.

Lesetext in einfacher Sprache: Markus erzählt, dass Jesus aus Nazareth zum Jordan kommt. Dort tauft ihn Johannes. Als Jesus aus dem Wasser steigt, beschreibt der Erzähler, wie der Himmel sich öffnet. Etwas wie eine Taube kommt herab. Eine Stimme nennt Jesus ihren geliebten Sohn. Der kurze Abschnitt enthält nur wenige Handlungen. Er macht aber deutlich, welche besondere Bedeutung Jesus im Markusevangelium bekommt. Johannes ist eine andere Person als Jesus. Die Taube ist ein Bild der Erzählung. Sie ist keine einfache Aussage darüber, was ein Zuschauer mit einer Kamera aufgenommen hätte. Wichtig ist die Frage: Wer beschreibt das Geschehen, und welche Worte werden der Stimme zugeschrieben? Die Geschichte wird in christlichen Traditionen verschieden dargestellt.

Bildhinweis: Gemälde von Michael Angelo Immenraet (17. Jahrhundert), gemeinfrei; spätere künstlerische Vorstellung.

Dein Leseauftrag: Notiere die drei Schritte der Handlung. Trenne sichtbare Handlungen von der religiösen Deutung des Erzählers.

Gestufte Lesehilfen:

  • Hilfe A – Start: Jesus kommt, wird getauft und steigt aus dem Wasser.
  • Hilfe B – Vertiefung: Suche die Beschreibung von Himmel, Taube und Stimme.
  • Hilfe C – Schreiben: Beginne mit „Im Markusevangelium wird erzählt, dass ...“.

Textstelle prüfen: Suche im genannten Bibelabschnitt eine passende Stelle und notiere Buch, Kapitel und Verse. Wenn dein Wortlaut anders ist, kennzeichne den Unterschied.


Auswahlkapitel 2: Worte auf dem Berg

Biblische Textstelle: Matthäus 5,1–12. Textsorte: Erzählung und Rede.

Lesetext in einfacher Sprache: Im Matthäusevangelium steigt Jesus auf einen Berg. Menschen hören ihm zu. Er spricht über Personen, denen es oft nicht gut geht: Menschen, die traurig sind, Frieden schaffen möchten oder ungerecht behandelt werden. Im Text werden solche Menschen als glücklich oder gesegnet bezeichnet. Das wirkt überraschend. Die Worte drehen die übliche Erwartung um: Nicht nur Reiche und Mächtige sind wichtig. Diese Rede ist Teil der Bergpredigt. Das Wort „selig“ kann heute fremd klingen. Frage daher, was die Aussage im Zusammenhang meint. Der Text ist eine religiöse Rede. Er ist kein Bericht, der nachweist, dass jeder traurige Mensch sich glücklich fühlt. Beim Lesen helfen wiederkehrende Satzanfänge, die wichtige Gedanken betonen.

Bildhinweis: Carl Bloch, Bergpredigt (19. Jahrhundert), gemeinfrei; kein Bild aus Jesu Lebenszeit.

Dein Leseauftrag: Suche zwei Gruppen von Menschen, die in Matthäus 5 angesprochen werden. Erkläre, warum die Aussagen überraschend wirken können.

Gestufte Lesehilfen:

  • Hilfe A – Start: Schau nach Menschen, die traurig sind oder Frieden schaffen.
  • Hilfe B – Vertiefung: „Selig“ ist hier ein Wort des Zuspruchs.
  • Hilfe C – Schreiben: Erkläre mit „Die Rede überrascht, weil ...“.

Textstelle prüfen: Suche im genannten Bibelabschnitt eine passende Stelle und notiere Buch, Kapitel und Verse. Wenn dein Wortlaut anders ist, kennzeichne den Unterschied.


Auswahlkapitel 3: Wer hilft dem verletzten Menschen?

Biblische Textstelle: Lukas 10,25–37. Textsorte: Erzählung.

Lesetext in einfacher Sprache: Ein Mann fragt Jesus, wer sein Nächster sei. Jesus erzählt als Antwort eine erfundene Beispielgeschichte, ein Gleichnis. Ein Reisender wird auf dem Weg überfallen und verletzt. Zwei Personen sehen ihn und gehen weiter. Dann kommt ein Samariter. Er versorgt den Verletzten und organisiert Hilfe. Am Ende fragt Jesus nicht zuerst nach der Herkunft des Helfers. Wichtig ist, wer sich wie ein Nächster verhält. Jüdische und samaritanische Gruppen hatten eigene Traditionen und zum Teil Konflikte. Das macht die Wahl dieser Figur in der Geschichte besonders auffällig. Das Gleichnis fordert die Zuhörerinnen und Zuhörer heraus, Hilfe nicht von Zugehörigkeit abhängig zu machen. Es ist eine Erzählung innerhalb eines Gesprächs.

Bildhinweis: Vincent van Gogh, Der barmherzige Samariter (1890), gemeinfrei.

Dein Leseauftrag: Markiere die Frage am Anfang und die Antwort am Ende. Vergleiche das Verhalten der drei vorbeikommenden Personen.

Gestufte Lesehilfen:

  • Hilfe A – Start: Wer geht weiter, und wer hält an?
  • Hilfe B – Vertiefung: Ein Gleichnis ist eine Geschichte mit einer übertragbaren Aussage.
  • Hilfe C – Schreiben: Formuliere eine Lehre, ohne eine ganze Gruppe schlechtzumachen.

Textstelle prüfen: Suche im genannten Bibelabschnitt eine passende Stelle und notiere Buch, Kapitel und Verse. Wenn dein Wortlaut anders ist, kennzeichne den Unterschied.


Auswahlkapitel 4: Brot für viele Menschen

Biblische Textstelle: Markus 6,30–44. Textsorte: Erzählung.

Lesetext in einfacher Sprache: Viele Menschen hören Jesus zu. Es wird spät. Die Jünger denken darüber nach, wie alle etwas zu essen bekommen können. Sie haben nur fünf Brote und zwei Fische. Markus erzählt, dass Jesus die Menschen in Gruppen sitzen lässt. Er dankt für die Nahrung, und die Jünger verteilen sie. Am Ende werden noch Reste eingesammelt. Der Text schildert eine wundersame Speisung. Ob man die Erzählung religiös oder literarisch deutet, muss man offenlegen: Der Erzähler stellt das Geschehen als Zeichen besonderer Kraft Jesu dar. Eine Leserin kann zusätzlich fragen, welche Rolle Teilen, Gemeinschaft und Vertrauen spielen. Die Geschichte verrät auch, dass die Jünger zunächst eine praktische Schwierigkeit sehen.

Bildhinweis: Jacopo Tintoretto, Darstellung der Speisung; Gemälde aus späterer Zeit, gemeinfrei.

Dein Leseauftrag: Ordne Ausgangslage, Handlung und Ende. Nenne eine Deutung, die ausdrücklich als Deutung gekennzeichnet ist.

Gestufte Lesehilfen:

  • Hilfe A – Start: Anfang: Viele Menschen brauchen Essen.
  • Hilfe B – Vertiefung: Mitte: Die Nahrung wird verteilt.
  • Hilfe C – Schreiben: Satzanfang: „Der Evangelientext stellt die Speisung als ... dar.“

Textstelle prüfen: Suche im genannten Bibelabschnitt eine passende Stelle und notiere Buch, Kapitel und Verse. Wenn dein Wortlaut anders ist, kennzeichne den Unterschied.


Auswahlkapitel 5: Angst auf dem See

Biblische Textstelle: Markus 4,35–41. Textsorte: Erzählung.

Lesetext in einfacher Sprache: Jesus und seine Begleiter fahren mit einem Boot über einen See. Ein heftiger Wind kommt auf. Wasser schlägt in das Boot. Die Begleiter fürchten sich. Jesus schläft zunächst. Sie wecken ihn, und der Erzähler berichtet, dass Jesus den Wind zur Ruhe bringt. Danach fragt Jesus die Begleiter nach ihrer Angst und ihrem Vertrauen. Die Menschen im Boot sind am Ende noch immer erstaunt. In dieser Geschichte ist die Stimmung wichtig: Zuerst wirkt die Lage gefährlich, dann tritt Ruhe ein. Der Wechsel macht die Erzählung spannend. Eine religiöse Deutung sieht hier eine besondere Macht Jesu. Eine literarische Betrachtung untersucht vor allem die gegensätzlichen Bilder „Sturm“ und „Stille“ und die Reaktionen der Figuren.

Bildhinweis: Rembrandt, Sturm auf dem See Genezareth (1633), gemeinfrei; künstlerische Darstellung.

Dein Leseauftrag: Finde drei Wörter, die zur Angst passen. Erkläre, wie sich die Stimmung der Geschichte verändert.

Gestufte Lesehilfen:

  • Hilfe A – Start: Beachte Wind, Wasser und Reaktionen.
  • Hilfe B – Vertiefung: Vergleiche Anfang und Schluss der Fahrt.
  • Hilfe C – Schreiben: Schreibe: „Zuerst ..., dann ...; der Gegensatz bewirkt ...“.

Textstelle prüfen: Suche im genannten Bibelabschnitt eine passende Stelle und notiere Buch, Kapitel und Verse. Wenn dein Wortlaut anders ist, kennzeichne den Unterschied.


Auswahlkapitel 6: Zachäus bekommt Besuch

Biblische Textstelle: Lukas 19,1–10. Textsorte: Erzählung.

Lesetext in einfacher Sprache: Zachäus arbeitet als oberster Zolleinnehmer in Jericho. Er ist klein und möchte Jesus sehen. Doch die Menge verstellt ihm den Blick. Deshalb steigt er auf einen Baum. Jesus bemerkt ihn und kündigt an, zu ihm nach Hause zu kommen. Andere Leute wundern sich über diesen Besuch. Zachäus erklärt, dass er Armen etwas geben und erlittenes Unrecht wiedergutmachen will. In der Erzählung führt die Begegnung zu einem neuen Verhalten. Die Figur wird nicht einfach durch ihren Beruf beschrieben. Der Text zeigt, wie sie sich verändert. Beobachte beim Lesen, wie die Menge, Jesus und Zachäus unterschiedlich reagieren. Frage auch, welche Aussagen direkt von einer Figur stammen und was der Erzähler mitteilt.

Dein Leseauftrag: Beschreibe die Veränderung von Zachäus mit zwei belegbaren Handlungsschritten.

Gestufte Lesehilfen:

  • Hilfe A – Start: Am Anfang will Zachäus Jesus nur sehen.
  • Hilfe B – Vertiefung: Am Ende spricht Zachäus vom Teilen und Wiedergutmachen.
  • Hilfe C – Schreiben: Begründe: „Eine Veränderung erkennt man daran, dass ...“.

Textstelle prüfen: Suche im genannten Bibelabschnitt eine passende Stelle und notiere Buch, Kapitel und Verse. Wenn dein Wortlaut anders ist, kennzeichne den Unterschied.


Auswahlkapitel 7: Jerusalem, die Römer und die Hinrichtung

Biblische Textstelle: Markus 11,1–11; Markus 15,1–41. Textsorte: Erzählung.

Lesetext in einfacher Sprache: Markus erzählt zuerst, wie Jesus nach Jerusalem kommt. Menschen begrüßen ihn. Später wächst der Konflikt. Im Bericht über die letzten Stunden steht Jesus vor Pontius Pilatus. Pilatus ist Vertreter der römischen Herrschaft. Er lässt Jesus zur Kreuzigung führen. Kreuzigung war eine römische Hinrichtungsart. In den Evangelien treten verschiedene einzelne Personen und Gruppen auf. Sie haben unterschiedliche Rollen. Daraus darf man niemals die Behauptung ableiten, „die Juden“ seien gemeinsam schuldig. Jesus selbst war Jude. Auch viele seiner ersten Anhängerinnen und Anhänger waren Juden. Der Text enthält starke Gefühle wie Angst, Trauer und Spott. Beim Lesen musst du unterscheiden: Was berichtet Markus über konkrete Beteiligte? Was wissen wir über die römische Herrschaft? Und welche religiöse Bedeutung geben Christinnen und Christen der Geschichte?

Bildhinweis: Historische Illustration zum Einzug in Jerusalem, gemeinfrei; keine zeitgenössische Aufnahme.

Dein Leseauftrag: Finde die Rolle von Pilatus und erkläre, warum man konkrete Handelnde statt ein ganzes Volk nennen muss.

Gestufte Lesehilfen:

  • Hilfe A – Start: Pilatus war römischer Statthalter.
  • Hilfe B – Vertiefung: Der Text nennt einzelne Personen und Beteiligte.
  • Hilfe C – Schreiben: Benenne, warum eine kollektive Schuldzuweisung historisch und moralisch falsch ist.

Textstelle prüfen: Suche im genannten Bibelabschnitt eine passende Stelle und notiere Buch, Kapitel und Verse. Wenn dein Wortlaut anders ist, kennzeichne den Unterschied.


Auswahlkapitel 8: Am Grab: eine offene Frage

Biblische Textstelle: Markus 16,1–8. Textsorte: Erzählung.

Lesetext in einfacher Sprache: Nach Jesu Tod gehen nach dem Markusevangelium mehrere Frauen zu seinem Grab. Sie wollen den Leichnam mit wohlriechenden Ölen versorgen. Sie fragen sich, wer den schweren Stein vor dem Eingang wegrollen wird. Am Grab sehen sie, dass der Stein weg ist. Ein junger Mann in weißem Gewand spricht zu ihnen. Er verkündet ihnen, dass Jesus auferstanden sei, und schickt sie mit einer Nachricht zu den Jüngern. Die Frauen erschrecken und laufen fort. Die ältesten erhaltenen Textzeugen des Markusevangeliums enden an dieser Stelle. Andere biblische Bücher erzählen weitere Begegnungen. Wichtig für eine faire Textanalyse: Die Auferstehungsbotschaft ist zunächst eine Aussage innerhalb dieser religiösen Erzählung. Man darf ihre Bedeutung untersuchen, ohne ihren Wahrheitsgehalt bejahen zu müssen.

Bildhinweis: Historisches Gemälde: Maria Magdalena am Grab, gemeinfrei; andere bildliche Ausgestaltung als Markus 16.

Dein Leseauftrag: Notiere, wer am Grab ist, was die Frauen sehen und welche Botschaft sie hören. Unterscheide Beobachtung und Botschaft.

Gestufte Lesehilfen:

  • Hilfe A – Start: Wer geht zum Grab?
  • Hilfe B – Vertiefung: Was sagt die Gestalt in weißer Kleidung?
  • Hilfe C – Schreiben: Trenne „Der Text erzählt“ und „Die Botschaft des Textes lautet“.

Textstelle prüfen: Suche im genannten Bibelabschnitt eine passende Stelle und notiere Buch, Kapitel und Verse. Wenn dein Wortlaut anders ist, kennzeichne den Unterschied.


Auswahlkapitel 9: Viele Sprachen in Jerusalem

Biblische Textstelle: Apostelgeschichte 2,1–13 und 2,42–47. Textsorte: Erzählung.

Lesetext in einfacher Sprache: Die Apostelgeschichte erzählt von einer Versammlung der Jüngerinnen und Jünger in Jerusalem. Ein starkes Brausen wird beschrieben. Über den Menschen erscheinen etwas wie Feuerzungen. Danach sprechen sie so, dass Menschen aus verschiedenen Gegenden sie verstehen können. Die Erzählung schildert damit ein Zeichen gemeinsamer Verständigung. Später beschreibt die Apostelgeschichte, wie die Gemeinschaft Zeit miteinander verbringt, zusammen isst und füreinander sorgt. Dies ist das Idealbild einer frühen christlichen Gemeinschaft im Text. Die Geschichte spielt in einer jüdischen Festzeit in Jerusalem. Der Text verbindet also jüdischen Hintergrund und die Entstehung einer christlichen Bewegung. Die politische Herrschaft Roms ist eine andere Ebene und darf nicht mit dem jüdischen Fest verwechselt werden.

Bildhinweis: Giotto, Pfingst-Darstellung (14. Jahrhundert), gemeinfrei.

Dein Leseauftrag: Welche Wörter beschreiben die ungewohnte Erfahrung? Wie wird die Gemeinschaft im zweiten Abschnitt dargestellt?

Gestufte Lesehilfen:

  • Hilfe A – Start: Denke an Geräusch, Feuerbild und Sprachen.
  • Hilfe B – Vertiefung: Suche das gemeinsame Essen und Teilen.
  • Hilfe C – Schreiben: Formuliere: „Die Apostelgeschichte zeichnet das Bild einer Gemeinschaft, die ...“.

Textstelle prüfen: Suche im genannten Bibelabschnitt eine passende Stelle und notiere Buch, Kapitel und Verse. Wenn dein Wortlaut anders ist, kennzeichne den Unterschied.


Auswahlkapitel 10: Ein Brief und eine Hoffnungsgeschichte

Biblische Textstelle: 1. Korinther 12,12–27; Offenbarung 21,1–5. Textsorte: Brief und Vision.

Lesetext in einfacher Sprache: Paulus schreibt an eine Gemeinde in Korinth. Er vergleicht die Gemeinschaft mit einem Körper: Er hat viele Teile, und alle werden gebraucht. Das ist ein Vergleich, der Zusammenhalt erklären soll. Später im Neuen Testament findet sich eine ganz andere Textart. Die Offenbarung beschreibt eine Vision von einem neuen Himmel und einer neuen Erde. Leid und Trauer sollen in diesem Zukunftsbild ein Ende haben. Der Brief richtet sich an Menschen mit einem konkreten Problem im Zusammenleben. Die Vision verwendet große Bilder und Symbole. Beide Texte können Hoffnung ausdrücken. Aber sie tun es auf unterschiedliche Weise. Eine literarische Antwort nennt die Textsorte und beschreibt ihre Sprache, ohne die Zukunftsvision als überprüfte Tatsache auszugeben.

Dein Leseauftrag: Vergleiche den Körpervergleich mit dem Zukunftsbild. Ordne jedem Text seine Textsorte und einen Zweck zu.

Gestufte Lesehilfen:

  • Hilfe A – Start: Paulus spricht wie ein Briefschreiber zu einer Gemeinde.
  • Hilfe B – Vertiefung: Die Offenbarung zeigt symbolische Bilder einer erhofften Zukunft.
  • Hilfe C – Schreiben: Vergleiche in zwei Sätzen: „Der Brief ..., die Vision ...“.

Textstelle prüfen: Suche im genannten Bibelabschnitt eine passende Stelle und notiere Buch, Kapitel und Verse. Wenn dein Wortlaut anders ist, kennzeichne den Unterschied.


Texte, Geschichte und Bilder verstehen

Die antiken Erzählungen und die späteren Kunstwerke stammen aus verschiedenen Zeiten. Ein Gemälde des 17. oder 19. Jahrhunderts ist eine Deutung der Erzählung. Es ist kein Beweisfoto der beschriebenen Ereignisse. Lies deshalb die Bildunterschrift und vergleiche: Welche Figuren und Gegenstände sind im Bild zu sehen? Welche davon stehen auch im Text?

Achte auf die Ebenen: 1. Der biblische Text sagt etwas; 2. Menschen deuten ihn in ihren Traditionen; 3. Forschende untersuchen Geschichte; 4. Du kannst ein eigenes Urteil bilden. Formuliere nicht „Alle glaubten ...“, wenn der Text nur einzelne Personen nennt.

Audio als Vergleich mit heutiger Glaubenspraxis: Die folgende Aufnahme zeigt ein gesprochenes Vaterunser in einer Gemeinde. Sie stammt nicht aus der Antike und ersetzt keinen Buchtext. Das Vaterunser steht im Matthäusevangelium 6,9–13 und ist nicht Teil der zehn Auswahlkapitel.

Eine kurze Animation über Jerusalem von ZDF/Terra X zeigt eine Rekonstruktion der Stadt im 11. Jahrhundert – also viele Jahrhunderte nach der Zeit Jesu. Vergleiche sie mit der Karte zum 1. Jahrhundert. Was wäre falsch daran, beide Darstellungen für dieselbe Zeit zu halten?

Datei:Jerusalem - Stadt des Glaubens (CC BY-SA 4.0).webm

Animation: ZDF/Terra X/Faber Courtial, Jörg Courtial, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons; Rekonstruktion des 11. Jahrhunderts.

Quelle: stephan / PDSounds, Leverkusen 2007; Public Domain, Wikimedia Commons.

Video zum Einordnen: Das Neue Testament einfach erklärt (2min), crosspaint (2024). Achtung: Das Video zeigt auch eine ausdrücklich christliche Deutung. Vergleiche diese Deutung mit deiner neutralen Beschreibung der Textsorten.

Zweiter Kurzfilm als Vergleich: Kinderbibel: Barmherziger Samariter (Gleichnis), Saddleback Kids Berlin (2019). Das Video stammt aus christlicher Kinderarbeit. Vergleiche es kritisch mit Lukas 10,25–37: Welche Details stehen im Text, was ergänzt der Trickfilm? Eine Glaubenszustimmung ist nicht erforderlich.



Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Aussage beschreibt das Neue Testament am besten? (Es ist eine Sammlung von 27 Schriften) (!Es ist nur ein einziger Brief) (!Es wurde von einer Person an einem Tag verfasst) (!Es enthält nur Reiseberichte)




Wer tauft Jesus im Markusevangelium? (Johannes) (!Pilatus) (!Paulus) (!Zachäus)




Was fällt an den Seligpreisungen auf? (Auch benachteiligte Menschen erhalten Zuspruch) (!Nur reiche Menschen werden genannt) (!Der Text besteht aus einer Landkarte) (!Die Rede beschreibt ausschließlich Tiere)




Wer hilft dem Verletzten im Gleichnis? (Ein Samariter) (!Ein römischer Kaiser) (!Pilatus) (!Ein Schiffsführer)




Welche Lebensmittel nennt die Speisungserzählung? (Brote und Fische) (!Äpfel und Birnen) (!Käse und Eier) (!Reis und Bohnen)




Was erzeugt in der Seegeschichte Spannung? (Der Gegensatz zwischen Sturm und Ruhe) (!Ein Streit um einen Brief) (!Eine Reise nach Rom) (!Die Geburt Jesu)




Warum steigt Zachäus auf einen Baum? (Er möchte Jesus sehen) (!Er sucht eine Taube) (!Er will ein Boot bauen) (!Er versteckt Brot)




Welche Herrschaft vertritt Pilatus? (Die römische) (!Die moderne deutsche) (!Die ägyptische) (!Die persische)




Welche Textsorte steht im Mittelpunkt von Apostelgeschichte 2? (Eine Erzählung über frühe Gemeinschaften) (!Ein Wetterbericht) (!Ein Einkaufszettel) (!Eine heutige Schulordnung)




Welche Textsorten vergleichen wir im letzten Auswahlkapitel? (Brief und Vision) (!Gedicht und Vertrag) (!Rezept und Lexikon) (!Fahrplan und Werbung)





Memory: Textsorten und Begriffe

Evangelium Erzählung über Jesus
Gleichnis Beispielgeschichte mit einer Aussage
Brief Nachricht an bestimmte Empfänger
Vision Bildhafte Zukunftsschau
Römer Antike Besatzungsmacht in Judäa
Jerusalem Stadt vieler neutestamentlicher Ereignisse
Samariter Helferfigur in einer Beispielgeschichte





Drag and Drop: Wer gehört wozu?

Ordne die passende Erklärung zu. Im Text
Johannes Taufe Jesu
Zachäus Baum in Jericho
Pilatus Römische Herrschaft
Paulus Brief an Korinth
Samariter Hilfe für Verletzte





Kreuzworträtsel

Evangelium Wie heißt eine neutestamentliche Erzählung über Jesus?
Gleichnis Wie heißt eine kurze Beispielgeschichte mit übertragbarer Aussage?
Samariter Wer versorgt im Gleichnis den Verletzten?
Pilatus Wie heißt der römische Statthalter in der Passionsgeschichte?
Pfingsten Welches Fest erinnert an die Erzählung über die vielen Sprachen?
Paulus Wer schrieb Briefe an die Gemeinde in Korinth?





LearningApps


Lückentext

Ergänze die Begriffe aus dem Lerntext.
Das Neue Testament ist eine

aus 27 Schriften. Die vier ersten Bücher heißen

. Ein

ist eine Beispielgeschichte mit einer übertragbaren Aussage. Im Gleichnis hilft ein

dem verletzten Menschen. Der römische Statthalter in der Passionsgeschichte heißt

. Eine Geschichte über den frühen Zusammenhalt findet sich in der

. Paulus richtet einen

an Menschen in Korinth. Die Offenbarung nutzt besonders viele

und Symbole.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Bücherregal: Zeichne vier Felder für Evangelien, Apostelgeschichte, Briefe und Offenbarung; trage je eine passende Beschreibung ein.
  2. Figurenkarte: Erstelle zu Johannes eine Karte mit Name, Handlung und Textstelle aus Markus 1.
  3. Reihenfolge: Zeichne drei Bilder zum Anfang, zur Mitte und zum Ende des Gleichnisses. Nenne die Szene in eigenen Worten.
  4. Wörter finden: Suche in Lukas 19 drei Verben, die Zachäus' Handlungen zeigen, und erkläre sie.


Standard

  1. Rede untersuchen: Vergleiche zwei Seligpreisungen und erkläre, wie Wiederholungen wirken. Nenne die Textstellen.
  2. Perspektivwechsel: Schreibe einen kurzen inneren Monolog des verletzten Reisenden. Kennzeichne ihn ausdrücklich als eigene Vorstellung.
  3. Gemeinschaft vergleichen: Vergleiche Apostelgeschichte 2 mit einer heutigen Schulklasse; nenne eine Gemeinsamkeit und einen wichtigen Unterschied.
  4. Bild und Text: Vergleiche das Stormbild von Rembrandt mit Markus 4. Zeige zwei Übereinstimmungen und ein hinzugefügtes Bildelement.


Schwer

  1. Geschichte kritisch lesen: Erkläre mit zwei Belegen, warum Pilatus als Vertreter der römischen Herrschaft zu benennen ist und warum kollektive Schuldzuweisungen unzulässig sind.
  2. Quellen vergleichen: Untersuche, wie die Frauen am Grab in Markus 16 erzählt werden. Unterscheide die Textaussage von einer eigenen Bewertung.
  3. Vergleich deuten: Erkläre, was der Körpervergleich aus 1 Korinther 12 für den Umgang in einer Gruppe bedeuten kann. Belege ihn.
  4. Symbolsprache: Vergleiche Brief und Vision aus dem letzten Kapitel. Schreibe, welche Textsorte welche Art von Hoffnung ausdrückt.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Textsorten zuordnen: Ordne vier Bucharten den passenden Merkmalen zu und begründe jede Zuordnung mit einem Beispiel.
  2. Erzähltechnik: Erkläre, warum ein Gleichnis eine Aussage vermittelt, ohne ein historischer Bericht sein zu müssen.
  3. Historisch unterscheiden: Trenne im Passionsbericht jüdische Lebenswelt, römische Herrschaft und christliche Deutung; verwende zwei konkrete Textbelege.
  4. Aussagen zuordnen: Vergleiche den Satz „Der Text erzählt ...“ mit „Ich denke ...“ und formuliere beide Arten zur Grabgeschichte.
  5. Medien prüfen: Erkläre an einem Gemälde, warum sein Entstehungsjahr und sein Urheber für die Quellenbewertung wichtig sind.
  6. Transfer: Verfasse drei Sätze an eine fiktive Klasse, die den Körpervergleich sachlich erklären, ohne Zustimmung zum Glauben einzufordern.


Lernnachweis

Zeige deinen Lernweg mit einem kleinen Portfolio: zehn Leseaufträge, mindestens sechs belegte Versangaben, eine Textsortentabelle, eine Bild-Text-Gegenüberstellung und eine kurze Erklärung zu jüdischem Kontext und römischer Herrschaft. Benutze für jeden Beleg den Namen des biblischen Buchs sowie Kapitel und Vers. Markiere eigene Ideen als eigene Gedanken. Stelle respektvoll dar, dass unterschiedliche Menschen religiöse Aussagen verschieden beurteilen.


OER und Wikipedia

Wikipedia: Neues Testament – Überblick über Kanon, Entstehung und Textsorten.

Wikipedia: Judäa – Hintergrund zur römischen Herrschaft.

Wikipedia: Barmherziger Samariter – Erklärung der Gleichnisform.

MediaWiki-Buch und ergänzende Kurse: Buch – Das Neue Testament – Lesefassung für Klasse 5 – MOOCwiki (Quellabgleich noch offen), Das Neue Testament, Neues Testament.


Mediennachweise und Lizenzen

  • Jesus entering Jerusalem.jpg – historische Illustration, gemeinfrei; die jeweilige Commons-Dateiseite enthält die verbindlichen Lizenzangaben.
  • Pentecoste Giotto Padua.jpg – Giotto di Bondone, gemeinfrei; die jeweilige Commons-Dateiseite enthält die verbindlichen Lizenzangaben.

Wichtig: Die Bilder stammen fast alle aus viel späterer Zeit. Sie sind Anschauungsmaterial, keine zeitgenössischen Quellen des 1. Jahrhunderts. Für Commons-Mediendateien gelten die oben verlinkten einzelnen Lizenzen; Videos haben eigene Nutzungsbedingungen.


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