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DFB-Pokal 1996–1997

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DFB-Pokal 1996–1997

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Einleitung

Das Olympiastadion Berlin, Aufnahme vom 4. Oktober 2013. Es ist ein späteres Kontextbild des Finalorts und keine Spielszene von 1997.
Das Olympiastadion Berlin, Aufnahme vom 4. Oktober 2013. Es ist ein späteres Kontextbild des Finalorts und keine Spielszene von 1997.

Der DFB-Pokal 1996/97 war die Ausgabe des deutschen Männer-Vereinspokals, die am 9. August 1996 begann und am 14. Juni 1997 mit dem Finale im Berliner Olympiastadion endete. Der Gedankenstrich im Kurstitel 1996–1997 kennzeichnet den Zeitraum über zwei Kalenderjahre; in Spielplänen und Statistiken ist die Schreibweise 1996/97 üblich. Dieser Kurs behandelt genau diese Ausgabe des Wettbewerbs und trennt sie von der Bundesliga-Saison, vom DFB-Pokal der Frauen und von späteren Pokalrunden.

Du lernst, wie das Teilnehmerfeld zustande kam, wie der damalige K.-o.-Modus funktionierte, welche Wege der VfB Stuttgart und Energie Cottbus nach Berlin nahmen und warum das Turnier sporthistorisch bemerkenswert war. Dabei unterscheidest du gesicherte Daten von taktischen Deutungen. Das erste Bild dient als Mediathek-Vorschaubild. Es zeigt den Austragungsort in einer späteren Aufnahme; bei historischen Themen darf ein Kontextbild nie als zeitgenössische Spielaufnahme ausgegeben werden.

Kurzüberblick: 64 Mannschaften bestritten 63 K.-o.-Spiele. Im Finale gewann der VfB Stuttgart mit 2:0 gegen den damaligen Regionalligisten Energie Cottbus. Giovane Élber erzielte beide Tore in der 18. und 52. Minute. Das DFB-Datencenter nennt 76.400 Zuschauer und Edgar Steinborn als Schiedsrichter.

Beobachtungsauftrag zum Vorschaubild: Beschreibe zunächst nur sichtbare Merkmale des Stadions. Formuliere anschließend zwei Fragen, die das Bild allein nicht beantworten kann, zum Beispiel zur Atmosphäre am 14. Juni 1997 oder zur damaligen Stadiongestaltung. So trennst du Beobachtung und historische Schlussfolgerung.


Wettbewerb, Name und historische Einordnung


Offizieller Wettbewerbsname und Saisonbezeichnung

Der Wettbewerb wurde 1996/97 als DFB-Vereinspokal beziehungsweise kurz DFB-Pokal ausgetragen. Im Alltag und in den Medien setzte sich die kürzere Bezeichnung durch. Gemeint ist hier der Männerwettbewerb des Deutschen Fußball-Bundes. Andere Wettbewerbe mit ähnlichen Namen müssen ausdrücklich gekennzeichnet werden.

Eine Saisonangabe ist keine einzelne Jahreszahl. 1996/97 umfasst die vom August 1996 bis zum Juni 1997 ausgetragenen Runden. Das tatsächliche Spieldatum eines einzelnen Spiels bleibt dennoch eindeutig: Das Finale fand am 14. Juni 1997 statt. Wer nur „Pokalfinale 1996“ schreibt, würde daher Austragungsjahr und Saisonbezeichnung verwechseln.


Der frühere Name und sein historischer Kontext

Der erste reichsweite deutsche Vereinspokal wurde 1935 eingeführt. Sein damaliger Name Tschammer-Pokal bezog sich auf Hans von Tschammer und Osten, den Reichssportführer des nationalsozialistischen Staates. Die Bezeichnung gehört deshalb in einen kritischen historischen Zusammenhang. Sie darf nicht nostalgisch oder verherrlichend verwendet werden. Die nationalsozialistische Sportpolitik war Teil einer Diktatur, die Menschen aus rassistischen und politischen Gründen ausgrenzte und verfolgte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der nationale Pokalwettbewerb neu organisiert; die moderne Bezeichnung DFB-Pokal beziehungsweise DFB-Vereinspokal steht für den Nachkriegswettbewerb des DFB.

Stilisierte Darstellung des DFB-Pokals, erstellt am 8. Januar 2021. Das Bild ist kein Foto der Pokalübergabe von 1997.
Stilisierte Darstellung des DFB-Pokals, erstellt am 8. Januar 2021. Das Bild ist kein Foto der Pokalübergabe von 1997.

Analysebeispiel 1 – Namen als Quellenproblem: Der Satz „Stuttgart gewann 1997 den Tschammer-Pokal“ wäre sachlich falsch. Er überträgt einen historisch belasteten früheren Namen auf eine Nachkriegsausgabe. Richtig ist: Der VfB Stuttgart gewann den DFB-Pokal 1996/97; der Tschammer-Pokal war ein Vorgängerwettbewerb aus der Zeit des Nationalsozialismus.


Historische Bedeutung der Ausgabe 1996/97

Die Ausgabe verband zwei sehr unterschiedliche Erzählungen. Stuttgart war ein etablierter Bundesligist und wurde von Joachim Löw trainiert. Das Offensivspiel wurde besonders durch Krassimir Balakow, Fredi Bobic und Giovane Élber geprägt, die häufig als „magisches Dreieck“ bezeichnet wurden. Energie Cottbus spielte dagegen in der Regionalliga Nordost, damals der dritthöchsten Spielklasse, und erreichte als Außenseiter das Endspiel. Der Pokal zeigte damit besonders deutlich, dass ein K.-o.-Wettbewerb Überraschungen ermöglicht, ohne dass der Klassenunterschied im Finale automatisch verschwindet.


Teilnehmer, Qualifikation und damaliger Modus


Das Feld der 64 Mannschaften

Für die erste Hauptrunde waren 64 Vereine qualifiziert. Das Feld setzte sich aus den 18 Bundesligisten und 18 Zweitligisten der Saison 1995/96, den drei Meistern der damaligen Regionalligen sowie Amateurvertretern zusammen. Zu den Amateurvertretern gehörten die Pokalsieger der 21 DFB-Landesverbände, der deutsche Amateurmeister und Vizemeister sowie zusätzliche Finalisten aus den beiden mitgliederstärksten Landesverbänden Bayern und Niedersachsen.

Damit trafen Profivereine, Regionalligisten, Amateurvereine und damals noch zugelassene zweite Mannschaften aufeinander. Beispiele aus der ersten Runde sind Hamburger SV II und Bayer 04 Leverkusen II. Heutige Regeln dürfen deshalb nicht unbesehen auf die Ausgabe 1996/97 übertragen werden.

Zugangsweg Zahl beziehungsweise Funktion Beispiele
Bundesliga 1995/96 achtzehn Vereine VfB Stuttgart, Borussia Dortmund, Bayern München
Zweite Bundesliga 1995/96 achtzehn Vereine VfL Wolfsburg, Hertha BSC, Fortuna Köln
Regionalliga-Meister drei Vereine VfB Oldenburg, FC Gütersloh, Stuttgarter Kickers
Landes- und Amateurqualifikation übrige Startplätze bis zum Feld von 64 Energie Cottbus, SpVgg Greuther Fürth, SSV Ulm 1846


K.-o.-Prinzip, Verlängerung und Elfmeterschießen

Jede Paarung wurde in einem Spiel entschieden. Stand es nach der regulären Spielzeit unentschieden, folgte eine Verlängerung; blieb auch danach Gleichstand, entschied ein Elfmeterschießen. Einen Rückspielausgleich gab es nicht. Eine Niederlage bedeutete das sofortige Ausscheiden.

Aus 64 Teams wurden in sechs Runden der Sieger ermittelt:

Runde Teams zu Beginn Spiele der Runde
Erste Runde 64 32
Zweite Runde 32 16
Achtelfinale 16 8
Viertelfinale 8 4
Halbfinale 4 2
Finale 2 1

Ausgearbeitetes Rechenbeispiel: Bei einem reinen K.-o.-Feld mit 64 Teams scheidet in jedem Spiel genau eine Mannschaft aus. Bis nur noch ein Sieger übrig bleibt, müssen 63 Teams ausscheiden. Deshalb sind insgesamt 63 Spiele nötig. Die Rechnung lautet 32 + 16 + 8 + 4 + 2 + 1 = 63. Dieses Ergebnis ist keine Schätzung, sondern folgt aus der Turnierstruktur.


Regelwissen richtig anwenden

Das im Datencenter angezeigte Ergebnis „5:4 i. E.“ nennt nur den Stand des Elfmeterschießens. Für eine vollständige Spielbeschreibung muss zusätzlich der Stand nach Verlängerung beachtet werden. So endete Cottbus gegen den MSV Duisburg nach 120 Minuten 2:2; erst anschließend gewann Cottbus das Elfmeterschießen 5:4. Gegen den FC St. Pauli stand es nach Verlängerung 0:0, bevor Cottbus erneut 5:4 im Elfmeterschießen gewann.


Zeitleiste und belegte Schlüsselspiele


Zeitleiste der Ausgabe

Phase Zeitraum oder Datum Historisch wichtiger Punkt
Erste Runde 9. bis 11. August 1996 Der Titelverteidiger 1. FC Kaiserslautern verlor 0:1 bei Greuther Fürth; Wattenscheid schlug Borussia Dortmund 4:3 nach Verlängerung.
Zweite Runde 31. August bis 2. Oktober 1996 Cottbus gewann 1:0 gegen den VfL Wolfsburg; Stuttgart setzte sich im Elfmeterschießen gegen Hertha BSC durch.
Achtelfinale 22. Oktober bis 12. November 1996 Cottbus besiegte den Bundesligisten MSV Duisburg nach Verlängerung und Elfmeterschießen.
Viertelfinale 12. November 1996 bis 19. Februar 1997 Cottbus schlug St. Pauli im Elfmeterschießen; Stuttgart gewann auf dieselbe Weise in Freiburg.
Halbfinale 15. und 16. April 1997 Cottbus bezwang den Karlsruher SC 3:0; Stuttgart gewann 2:1 gegen den Hamburger SV.
Finale 14. Juni 1997 Stuttgart gewann im Olympiastadion Berlin 2:0 gegen Cottbus.


Überraschungen schon in der ersten Runde

Der Pokal begann mit mehreren Ergebnissen, die den offenen Charakter des Wettbewerbs zeigten. Greuther Fürth schaltete den Titelverteidiger und Bundesligaabsteiger 1. FC Kaiserslautern mit 1:0 aus. Die SG Wattenscheid 09 bezwang Borussia Dortmund 4:3 nach Verlängerung. Solche Resultate sind nicht gleichbedeutend mit einer dauerhaft höheren Spielstärke des Außenseiters. Sie zeigen vielmehr, dass in einem einzigen Entscheidungsspiel Form, Spielverlauf, Standards, Platzbedingungen und Risikomanagement besonders stark wirken können.


Cottbus als Pokalüberraschung

Energie Cottbus begann mit einem 1:0 nach Verlängerung gegen die Stuttgarter Kickers und schlug anschließend den VfL Wolfsburg 1:0. Gegen Duisburg und St. Pauli bewies das Team von Eduard Geyer Nervenstärke im Elfmeterschießen. Im Halbfinale folgte ein klares 3:0 gegen den Karlsruher SC. Parallel wurde Cottbus Meister der Regionalliga Nordost und stieg auf. Der Pokalweg war daher kein isolierter Zufall, sondern Teil einer außergewöhnlich erfolgreichen Saison.

Das Stadion der Freundschaft in Cottbus, Aufnahme vom 23. Mai 2009. Das spätere Kontextbild zeigt den Heimatort von Energie Cottbus, nicht ein Pokalspiel von 1996/97.
Das Stadion der Freundschaft in Cottbus, Aufnahme vom 23. Mai 2009. Das spätere Kontextbild zeigt den Heimatort von Energie Cottbus, nicht ein Pokalspiel von 1996/97.

Beobachtungsauftrag: Vergleiche das Cottbuser Stadionbild mit dem Berliner Vorschaubild. Notiere drei sichtbare Unterschiede. Erkläre dann, warum Stadiongröße allein weder Spielstärke noch die Wahrscheinlichkeit eines einzelnen Pokalsiegs beweist.


Analysebeispiel 2 – Was ist eine Sensation?

Eine Sensation lässt sich nicht nur am Ergebnis festmachen. Für eine begründete Einordnung vergleichst du mindestens vier Faktoren: Spielklasse, wirtschaftliche Möglichkeiten, Erfahrung gegen Spitzengegner und Verlauf des Spiels. Cottbus war Drittligist, besiegte mehrere höherklassige Teams und erreichte das Finale. Das rechtfertigt die Bezeichnung „Pokalsensation“. Gleichzeitig war das 3:0 gegen Karlsruhe ein deutliches sportliches Ergebnis und nicht bloß ein glücklicher Münzwurf. Eine gute Analyse würdigt den Außenseiter, ohne Zufall oder Romantik zur alleinigen Erklärung zu machen.


Zwei Wege nach Berlin


Der Pokalweg des VfB Stuttgart

Runde Gegner Ergebnis aus Sicht Stuttgarts
Erste Runde Fortuna Köln 0:0 nach Verlängerung, 4:1 im Elfmeterschießen
Zweite Runde Hertha BSC 1:1 nach Verlängerung, 5:4 im Elfmeterschießen
Achtelfinale FSV Zwickau 2:0
Viertelfinale SC Freiburg 1:1 nach Verlängerung, 4:2 im Elfmeterschießen
Halbfinale Hamburger SV 2:1
Finale Energie Cottbus 2:0

Stuttgart gewann drei seiner ersten vier Pokalspiele erst im Elfmeterschießen. Das zeigt eine besondere Form von Wettbewerbsstärke: Die Mannschaft überstand enge Spiele, obwohl sie diese nicht in der regulären Spielzeit entschied. Erst im Achtelfinale, Halbfinale und Finale gelangen Siege ohne Elfmeterschießen.


Der Pokalweg von Energie Cottbus

Runde Gegner Ergebnis aus Sicht von Cottbus
Erste Runde Stuttgarter Kickers 1:0 nach Verlängerung
Zweite Runde VfL Wolfsburg 1:0
Achtelfinale MSV Duisburg 2:2 nach Verlängerung, 5:4 im Elfmeterschießen
Viertelfinale FC St. Pauli 0:0 nach Verlängerung, 5:4 im Elfmeterschießen
Halbfinale Karlsruher SC 3:0
Finale VfB Stuttgart 0:2

Cottbus gab bis zum Finale in fünf Runden nur zwei Treffer ab. Diese Bilanz spricht für defensive Stabilität. Sie beweist aber nicht automatisch eine rein defensive Spielweise: Das 3:0 im Halbfinale zeigt, dass das Team Chancen auch konsequent verwerten konnte.


Analysebeispiel 3 – Elfmeterschießen und mentale Stärke

Die Aussage „Stuttgart gewann nur mit Glück“ wäre zu einfach. Ein Elfmeterschießen enthält zwar einen hohen Zufallsanteil, verlangt aber wiederholbar trainierbare Fähigkeiten: saubere Technik, Entscheidung unter Druck, Torwartvorbereitung und eine sinnvolle Reihenfolge der Schützen. Drei gewonnene Elfmeterschießen in vier Runden sind deshalb ein Hinweis auf Belastbarkeit, aber kein mathematischer Beweis für überlegene Psyche. Für eine faire Bewertung braucht man zusätzlich Videoaufnahmen, Schützenfolgen und Informationen zur Vorbereitung.


Finale, Spielideen und prägende Personen


Gesicherte Finaldaten

Das Endspiel begann am Samstag, dem 14. Juni 1997, um 19 Uhr im Olympiastadion Berlin. Laut DFB-Datencenter sahen 76.400 Zuschauer die Partie. Edgar Steinborn leitete das Spiel. Der VfB Stuttgart führte zur Pause 1:0 und gewann 2:0. Giovane Élber traf in der 18. und 52. Minute. Joachim Löw trainierte Stuttgart, Eduard Geyer Cottbus.

Hinweis zum Video: Die eingebettete vollständige Spielaufzeichnung wurde erst 2025 von einem Drittkanal auf YouTube veröffentlicht. Sie ist eine wertvolle audiovisuelle Quelle, aber keine nachgewiesene OER. Rechte und dauerhafte Verfügbarkeit liegen beim jeweiligen Rechteinhaber beziehungsweise bei YouTube und dem Uploadkanal. Prüfe die Aufzeichnung deshalb immer gegen das DFB-Datencenter und verwende nur kurze Beobachtungen statt längerer Übernahmen.

Beobachtungsauftrag zum Video: Untersuche die zwei Stuttgarter Tore. Stoppe jeweils einige Sekunden vor dem Abschluss. Notiere Ausgangsposition des Balles, Laufweg des Torschützen, Verhalten der Abwehr und Art des Abschlusses. Trenne sichtbar Beobachtetes von deiner taktischen Deutung.


Stuttgarts Spielidee

Stuttgarts Offensivspiel verband die Kreativität von Krassimir Balakow mit den Laufwegen und Abschlussqualitäten von Fredi Bobic und Giovane Élber. Die drei wurden in der Saison häufig als „magisches Dreieck“ bezeichnet. Dahinter sorgten unter anderem Zvonimir Soldo, Gerhard Poschner und Thorsten Legat für Balance, Ballgewinne und Anschlussaktionen.

Taktische Deutung: Gegen einen kompakten Außenseiter war es sinnvoll, nicht ausschließlich durch das Zentrum zu spielen. Breite, Positionswechsel und Standards konnten Cottbus zwingen, seine Abstände zu verändern. Élbers Führungstor nach einer frühen Druckphase gab Stuttgart die Möglichkeit, das Risiko besser zu steuern. Diese Beschreibung ist eine Analyse des Spielverlaufs, keine Behauptung über eine unveränderte Formation in jeder Minute.


Cottbus' Spielidee

Cottbus musste den Raum vor dem eigenen Tor schützen, Zweikämpfe gewinnen und nach Ballgewinnen schnell nach vorn spielen. Gegen Stuttgarts technisch starke Offensive war ein zu frühes, unkoordiniertes Angriffspressing riskant. Der Außenseiter brauchte zugleich eigene Entlastungsangriffe, damit Stuttgart nicht dauerhaft rund um den Strafraum kombinieren konnte.

Nach dem 0:2 in der 52. Minute wurde die Aufgabe deutlich schwerer. Cottbus musste mehr Spieler nach vorn bringen und öffnete dadurch Räume. Das zeigt ein typisches Pokaldilemma: Ein defensiver Plan kann den Favoriten lange bremsen, aber ein Rückstand verändert die notwendige Risikoverteilung.


Prägende Personen

Joachim Löw, Aufnahme vom 10. Oktober 2009. Das spätere Porträt zeigt den Stuttgarter Pokalsiegertrainer, ist aber nicht aus dem Jahr 1997.
Joachim Löw, Aufnahme vom 10. Oktober 2009. Das spätere Porträt zeigt den Stuttgarter Pokalsiegertrainer, ist aber nicht aus dem Jahr 1997.

Joachim Löw führte den VfB als Cheftrainer zum Pokalsieg. Sein Team verband erfahrene Defensivspieler mit einer auffälligen Offensivgruppe. Eduard Geyer formte Cottbus zu einem schwer zu bezwingenden Team, das gleichzeitig Meister seiner Regionalliga wurde und in die zweite Bundesliga aufstieg.

Giovane Élber im Jahr 2005. Das spätere Porträt dient der Personenzuordnung und ist keine Aufnahme des Pokalfinales 1997.
Giovane Élber im Jahr 2005. Das spätere Porträt dient der Personenzuordnung und ist keine Aufnahme des Pokalfinales 1997.

Giovane Élber prägte das Finale durch beide Treffer. Krassimir Balakow war ein zentraler Ideengeber, Fredi Bobic band Gegenspieler und schuf Räume. Auf Cottbuser Seite standen unter anderem Torwart Kay Wehner sowie Jens Melzig, Willi Kronhardt, Jens-Uwe Zöphel und Toralf Konetzke für den überraschenden Lauf bis ins Endspiel.


Analysebeispiel 4 – Ergebnis und Leistung trennen

Ein 2:0 wirkt eindeutig, erklärt aber noch nicht, wie überlegen eine Mannschaft war. Für eine belastbare Spielanalyse brauchst du zusätzlich Chancenqualität, Ballgewinne, Standards, gefährliche Übergänge und Phasen des Drucks. Das Ergebnis belegt Stuttgarts Sieg. Die Aussage „Cottbus war chancenlos“ wäre dagegen erst nach genauer Sichtung der gesamten Partie vertretbar. Historische Analyse beginnt mit sicheren Daten und erweitert sie vorsichtig durch beobachtbare Spielszenen.


Quellenkritik, Mediathek und Transfer


Quellenhierarchie

Für Ergebnisse, Termine, Aufstellungen und Tore ist das DFB-Datencenter die wichtigste Primärquelle des Wettbewerbs. Vereinsarchive liefern zusätzliche Perspektiven, können aber stärker aus Sicht des eigenen Klubs erzählen. Eine unabhängige Statistikquelle wie RSSSF hilft beim Gegencheck. Wikipedia eignet sich als Einstieg und zur Navigation, sollte jedoch nicht die einzige Grundlage sein.

Bei Abweichungen gilt: Notiere beide Angaben, prüfe ihre Entstehung und entscheide transparent. Beispiel: Das DFB-Datencenter nennt für das Finale 76.400 Zuschauer. Ein späterer VfB-Rückblick nennt 76.436. Dieser Kurs verwendet für die Kerndaten die offizielle Datencenter-Angabe und dokumentiert die Abweichung, statt eine scheinbar exakte Zahl zu erfinden.


Mediathek mit Beobachtungsaufträgen

Medium Datierung Funktion im Kurs Prüffrage
Olympiastadion Berlin Foto von 2013 Kontextbild und Vorschau des Finalorts Welche Aussagen über 1997 erlaubt das spätere Foto nicht?
DFB-Pokal-Darstellung Grafik von 2021 Symbol des Wettbewerbs Handelt es sich um eine historische Originalaufnahme oder eine spätere Darstellung?
Stadion der Freundschaft Foto von 2009 Räumlicher Kontext zu Energie Cottbus Welche Unterschiede zum Finalort sind sichtbar, und welche sportlichen Schlüsse wären unzulässig?
Joachim Löw Porträt von 2009 Personenzuordnung des Stuttgarter Trainers Warum darf das Porträt nicht als Beleg für sein Aussehen am Finaltag ausgegeben werden?
Giovane Élber Porträt von 2005 Personenzuordnung des Doppeltorschützen Welche Finalaussagen müssen aus Spielquellen statt aus dem Porträt stammen?
Vollständige Spielaufzeichnung Upload von 2025, Spiel von 1997 Beobachtung von Spielszenen Stimmen Torzeiten und Spielstand mit dem DFB-Archiv überein?


Transfer für Trainerteams

Aus dem Turnier lassen sich drei Trainingsideen ableiten. Erstens sollten Teams Elfmeterschießen nicht als reines Glücksspiel behandeln, sondern technische Routinen und Drucksituationen üben. Zweitens braucht ein Außenseiter einen Plan für Ballgewinne und Entlastung; reine Abwehr ohne Auswege führt meist zu dauerhaftem Druck. Drittens verändert ein Rückstand den Spielplan: Trainerteams sollten vorab festlegen, ab welchem Zeitpunkt und mit welchen Rollen mehr Risiko eingegangen wird.

Fiktives Trainingsbeispiel: Ein Team verteidigt zehn Minuten in einem kompakten mittleren Block und darf nach Ballgewinn höchstens acht Sekunden bis zum ersten Abschluss benötigen. Danach wird die Aufgabe bei einem angenommenen 0:1-Rückstand wiederholt. Dieses Beispiel ist eine moderne Übungsübertragung und keine Behauptung über eine konkrete Trainingseinheit von Stuttgart oder Cottbus im Jahr 1997.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Prüfe dein Wissen

Welche Schreibweise bezeichnet die Pokalsaison über zwei Kalenderjahre? (1996/97) (!1996) (!1997/98) (!1995/96)




Wie viele Mannschaften starteten in der ersten Hauptrunde? (64) (!32) (!48) (!68)




Wer gewann den DFB-Pokal 1996/97? (VfB Stuttgart) (!Energie Cottbus) (!Karlsruher SC) (!Hamburger SV)




Welcher Verein war Stuttgarts Gegner im Finale? (Energie Cottbus) (!MSV Duisburg) (!FC St. Pauli) (!Greuther Fürth)




Wo wurde das Finale ausgetragen? (Olympiastadion Berlin) (!Stadion der Freundschaft) (!Neckarstadion Stuttgart) (!Volksparkstadion Hamburg)




Wie endete das Finale? (2 zu 0 für Stuttgart) (!1 zu 0 für Cottbus) (!2 zu 1 für Stuttgart) (!0 zu 0 nach Verlängerung)




Wer erzielte beide Finaltore? (Giovane Élber) (!Fredi Bobic) (!Krassimir Balakow) (!Willi Kronhardt)




In welcher Spielklasse trat Energie Cottbus damals an? (Regionalliga) (!Bundesliga) (!Oberliga als vierte Liga) (!Zweite Bundesliga)




Wer trainierte den VfB Stuttgart? (Joachim Löw) (!Eduard Geyer) (!Otto Rehhagel) (!Felix Magath)




Was folgte bei Gleichstand nach der Verlängerung? (Elfmeterschießen) (!Wiederholungsspiel) (!Losentscheid) (!Hinspiel und Rückspiel)





Memory

VfB Stuttgart Pokalsieger der Saison
Energie Cottbus Finalist aus der Regionalliga
Joachim Löw Trainer des VfB
Eduard Geyer Trainer von Cottbus
Giovane Élber Doppeltorschütze im Finale
Olympiastadion Berlin Austragungsort des Endspiels





Drag and Drop

Ordne die Beschreibung der passenden Runde zu. Wettbewerbsabschnitt
Auftakt mit dem vollständigen Teilnehmerfeld Erste Runde
Runde nach den ersten zwei Ausscheidungsstufen Achtelfinale
Phase mit acht verbliebenen Mannschaften Viertelfinale
Entscheidung über die beiden Endspielteilnehmer Halbfinale
Spiel um den Pokalsieg in Berlin Finale





Kreuzworträtsel

Stuttgart Welche Stadt gehört zum Pokalsieger?
Cottbus Welche Stadt gehört zum Finalisten?
Olympiastadion Wie heißt der Berliner Finalort ohne Städtenamen?
Élber Welcher Spieler erzielte beide Finaltore?
Geyer Wie lautet der Nachname des Cottbuser Trainers?
Regionalliga In welcher Spielklasse spielte Cottbus?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Der DFB-Pokal 1996/97 begann mit

Mannschaften. Das Finale fand im

Berlin statt. Der Pokalsieger hieß

. Der Finalgegner war

. Beide Tore erzielte

. Stuttgart wurde von

trainiert. Cottbus spielte damals in der

. Bei Gleichstand nach der Verlängerung entschied ein

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zeitleiste zum DFB-Pokal 1996/97: Gestalte eine verständliche Zeitleiste mit allen sechs Runden, den Zeiträumen und jeweils einem Schlüsselspiel.
  2. Begriffslexikon Pokalmodus: Erkläre die Begriffe Hauptrunde, Verlängerung, Elfmeterschießen und Regionalliga in eigenen Worten und ergänze je ein Beispiel aus dem Kurs.
  3. Stadien vergleichen: Vergleiche die beiden eingebetteten Stadionbilder in einer Tabelle und kennzeichne ausdrücklich, welche Aussagen nur Beobachtungen und welche Vermutungen sind.
  4. Finaltore beobachten: Sieh dir im eingebetteten Video die beiden Tore an und fertige für jedes Tor eine Skizze mit Ballweg, Laufweg und Abschluss an.


Standard

  1. Pokalwege visualisieren: Erstelle ein doppelseitiges Schaubild, das die sechs Gegner und Ergebnisse von Stuttgart und Cottbus gegenüberstellt.
  2. Quellenvergleich Zuschauerzahl: Vergleiche die Zuschauerangabe des DFB-Datencenters mit der Angabe im VfB-Rückblick und formuliere eine begründete Entscheidung für deine Darstellung.
  3. Taktiktafel Außenseiter: Entwickle auf einer Taktiktafel einen Plan für einen Regionalligisten gegen einen technisch starken Bundesligisten und erkläre Ballbesitz-, Umschalt- und Standardsituationen.
  4. Zeitzeugeninterview planen: Entwirf zehn offene Fragen an einen Fan, der das Finale 1997 erlebt hat, und trenne Erinnerungen von überprüfbaren Fakten.


Schwer

  1. Wahrscheinlichkeitsmodell Elfmeterschießen: Entwickle ein vereinfachtes, ausdrücklich fiktives Modell für die Wahrscheinlichkeit, drei Elfmeterschießen zu gewinnen, und erläutere Grenzen des Modells.
  2. Historische Namensanalyse: Verfasse einen sachlichen Text darüber, warum der frühere Name Tschammer-Pokal nur mit Erklärung des nationalsozialistischen Kontexts verwendet werden soll.
  3. Trainingswoche vor einem Pokalfinale: Plane eine Trainingswoche mit Belastungssteuerung, Standards, Umschalten, Elfmetern und mentaler Vorbereitung; begründe jede Einheit.
  4. Dokumentarfilm Storyboard: Entwickle ein Storyboard für einen achtminütigen Kurzfilm über Cottbus' Pokalweg, kennzeichne Originalquellen, spätere Kontextbilder und nachgestellte Taktikgrafiken.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Modus erklären: Begründe mithilfe der Turnierstruktur, weshalb ein Feld von 64 Mannschaften genau 63 Spiele bis zum Sieger benötigt.
  2. Saison und Datum unterscheiden: Erkläre den Unterschied zwischen der Bezeichnung 1996/97, dem Austragungsjahr 1997 und dem konkreten Finaldatum 14. Juni 1997.
  3. Pokalwege vergleichen: Vergleiche Stuttgarts und Cottbus' Weg nach Berlin anhand von Gegnerstärke, Verlängerungen, Elfmeterschießen und Torbilanz.
  4. Taktische Entscheidung analysieren: Beschreibe, wie sich ein 0:2-Rückstand kurz nach der Pause auf den Spielplan eines Außenseiters auswirken kann.
  5. Quellenkritik anwenden: Entscheide, welche Quelle du für Ergebnis, Atmosphäre, taktische Beobachtung und Zuschauererinnerung jeweils bevorzugen würdest, und begründe deine Auswahl.
  6. Historischen Begriff einordnen: Erkläre, weshalb der Begriff Tschammer-Pokal nicht als neutraler Alternativname für den DFB-Pokal 1996/97 verwendet werden darf.
  7. Medienprüfung durchführen: Wähle ein eingebettetes Bild und prüfe Dateiseite, Aufnahmedatum, Urheber, Lizenz und die Grenzen seiner Aussagekraft für das Jahr 1997.




Lernnachweis

Ein vollständiger Lernnachweis zeigt nicht nur auswendig gelerntes Wissen, sondern die Verbindung von Fakten, Analyse und Quellenkritik.

Bereich Nachweis Qualitätsmerkmal
Fachwissen korrekte Angaben zu Zeitraum, Modus, Finalisten, Ergebnis, Toren und Trainern Daten stimmen mit dem DFB-Archiv überein
Analyse ausgearbeiteter Vergleich zweier Schlüsselspiele oder beider Pokalwege Beobachtung und Deutung sind getrennt
Methodenkompetenz Quellenprotokoll mit mindestens einer offiziellen und einer unabhängigen Quelle Abweichungen werden sichtbar gemacht
Medienkompetenz Prüfung eines Commons-Bildes und des YouTube-Videos Datum, Urheber, Lizenzstatus und Aussagegrenzen sind genannt
Produkt Zeitleiste, Taktiktafel, Podcast, Video oder schriftliche Turnierchronik das Produkt ist verständlich, eigenständig und belegt
Transfer Trainings- oder Spielplan für eine vergleichbare K.-o.-Situation Entscheidungen werden mit Kursinhalten begründet

Für einen anspruchsvollen Lernnachweis solltest du mindestens zwei konkrete Spielszenen analysieren, eine Quellenabweichung erklären und deutlich markieren, welche taktischen Aussagen gesichert, wahrscheinlich oder nur hypothetisch sind.




OER und Wikipedia

Wikipedia-Überblick:



Geprüfte Fachquellen

  1. DFB-Datencenter: kompletter Spielplan 1996/97 – offizielle Ergebnis- und Terminquelle.
  2. DFB-Datencenter: Finale VfB Stuttgart gegen Energie Cottbus – Finaldatum, Ort, Zuschauer, Aufstellungen und Tore.
  3. DFB-Historie – Einordnung des ersten deutschen Pokalwettbewerbs und des früheren Namens.
  4. DFB: Drittligisten im Pokalhalbfinale – historische Einordnung von Energie Cottbus.
  5. RSSSF: Germany 1996/97 – unabhängiger statistischer Gegencheck.
  6. VfB Stuttgart: Rückblick auf den Pokalsieg 1997 – Vereinsquelle mit eigener Perspektive.
  7. Wikipedia: DFB-Pokal 1996/97 – frei lizenzierter Einstieg; Einzelangaben sind gegen die Primärquellen zu prüfen.

Quellenstand: 7. November 2026.


Mediennachweise und Lizenzen

Eingebettetes Medium Exakte Quelle Urheber und Datierung Lizenz beziehungsweise Status
File:Olympiastadion Berlin.jpg Wikimedia-Commons-Dateiseite Horst Schötzel, 4. Oktober 2013 Creative Commons Attribution 3.0
File:DFB Pokal Trophy.png Wikimedia-Commons-Dateiseite MacMoreno, 8. Januar 2021 Creative Commons Attribution-ShareAlike 4.0
File:Cottbus Stadion der Freundschaft.jpg Wikimedia-Commons-Dateiseite Sane, 23. Mai 2009 Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0
File:Joachim Löw.jpg Wikimedia-Commons-Dateiseite Новикова Юлия, 10. Oktober 2009 Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 und GFDL; Freigabe über Wikimedia VRT dokumentiert
File:Giovane Élber.jpg Wikimedia-Commons-Dateiseite Christophe95, 2005 Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0
YouTube QmAoXHeIZcQ Vollständige Spielaufzeichnung Kanal Old Classic Football Full Matches, Upload 8. Januar 2025; Spiel vom 14. Juni 1997 YouTube-Einbettung; keine freie OER-Lizenz nachgewiesen, Rechte beim jeweiligen Rechteinhaber

Die Commons-Bilder sind frei lizenziert, aber überwiegend später entstanden. Die Bildunterschriften nennen deshalb jeweils das echte Aufnahmedatum. Das YouTube-Video ist keine frei lizenzierte Datei und kann entfernt oder gesperrt werden; der Kurs bleibt durch die schriftlichen Erklärungen und offiziellen Ergebnisquellen verständlich.


Verknüpfte Lernbereiche

Der Kurs verbindet Sport und Geschichte mit Mathematik, Medienbildung und Politische Bildung. In Mathematik lassen sich K.-o.-Bäume und Wahrscheinlichkeitsmodelle untersuchen. In Geschichte geht es um die kritische Einordnung von Wettbewerbsnamen aus der NS-Zeit. In Medienbildung prüfst du Bilddaten, Lizenzen, Uploadkontexte und Quellenabweichungen. Trainerteams übertragen die Turnieranalyse auf Standards, Umschalten, Belastungssteuerung und Entscheidungen unter Druck.


aiMOOC Projekte

  1. Interaktive Pokalkarte: Entwickelt eine digitale Karte mit Spielorten, Gegnern, Ergebnissen und geprüften Quellen zu beiden Finalisten.
  2. Taktiklabor Pokalfinale: Erstellt zwei alternative Matchpläne für Stuttgart und Cottbus und testet sie in einer Simulation oder auf dem Trainingsplatz.
  3. Audiochronik 1996/97: Produziert eine quellenbasierte Podcastfolge mit Erzählertext, Zeitzeugeninterview und klar gekennzeichneten Deutungen.
  4. OER-Medienprüfung Fußballgeschichte: Baut eine kleine Sammlung frei lizenzierter Kontextbilder auf und dokumentiert Dateiname, Quelle, Urheber, Lizenz, Datum und Aussagegrenzen.



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