Zum Inhalt springen

DFB-Pokal 1969–1970

Aus MOOCsWiki Staging
Fußball-Überblick
aiMOOC-Siegel aiMOOC

DFB-Pokal 1969–1970

QR-Code



Einleitung

Aufstellungs- und Positionsgrafik zum Finale am 29. August 1970; erstellt 2017 von Secret Agent Julio (alt), CC BY-SA 4.0. Dieses Bild dient zugleich als Vorschaubild der Mediathek.
Aufstellungs- und Positionsgrafik zum Finale am 29. August 1970; erstellt 2017 von Secret Agent Julio (alt), CC BY-SA 4.0. Dieses Bild dient zugleich als Vorschaubild der Mediathek.

Der DFB-Pokal 1969–1970 war eine außergewöhnliche Ausgabe des deutschen Vereinspokals. Die Spiele begannen am 2. Januar 1970 und endeten erst am 29. August 1970. Im Finale im Niedersachsenstadion in Hannover besiegten die Kickers Offenbach den 1. FC Köln mit 2:1. Offenbach hatte den Wettbewerb als Verein der damals zweitklassigen Regionalliga Süd begonnen, war vor dem verspäteten Endspiel aber bereits in die Fußball-Bundesliga aufgestiegen. Deshalb ist die häufige Kurzformel „Zweitligist gewinnt den Pokal“ nur mit dieser zeitlichen Erklärung vollständig richtig.

So liest du die Saisonangabe: Der Gedankenstrich in „1969–1970“ bezeichnet den Zeitraum der Saison. In Statistiken ist auch die Schreibweise „1969/70“ üblich. Das tatsächliche Austragungsjahr der Pokalspiele war jedoch vollständig 1970. Saisonbezeichnung, Kalenderdatum, Spielrunde und Vereinsstatus müssen deshalb getrennt betrachtet werden.

In diesem Kurs lernst du,

  1. den damaligen Wettbewerbsnamen, seine Vorgeschichte und die zeitgeschichtliche Einordnung zu erklären,
  2. die 32 Teilnehmer und den K.-o.-Modus mit Verlängerung, Wiederholungsspiel und Losentscheid zu beschreiben,
  3. den vollständigen Turnierverlauf in einer Zeitleiste zu ordnen,
  4. Schlüsselspiele mithilfe von Ereignisdaten, Bild- und Videoquellen zu analysieren,
  5. Spielideen von Offenbach und Köln vorsichtig zu rekonstruieren und zwischen Beleg und Deutung zu unterscheiden,
  6. widersprüchliche Angaben in historischen Quellen kritisch zu prüfen.

Beobachtungsauftrag zum Video: Der eingebettete historische Zusammenschnitt „Kickers Offenbach - 1. FC Köln (2:1) - DFB Cup 1970“ wurde auf YouTube vom Kanal Oerg866 veröffentlicht. Notiere beim Anschauen getrennt: erstens sicher sichtbare Handlungen, zweitens eingeblendete oder kommentierte Informationen und drittens deine taktischen Deutungen. Achte besonders auf Offenbachs Verhalten nach Ballgewinn, Kölns Reaktion nach dem 0:2 und die Rolle des Torhüters Karlheinz Volz. Der Upload ist keine frei lizenzierte OER-Datei; er wird nur über den YouTube-Player eingebettet. Quellen- und Rechtehinweise stehen in der Mediathek.


Wettbewerb, Name und Zeitgeschichte


Welcher Wettbewerb wurde gespielt?

Der Pokalwettbewerb der Männer wird heute allgemein DFB-Pokal genannt. In den Ordnungen erscheint bis heute die Bezeichnung DFB-Vereinspokal. Für die Ausgabe 1969/70 ist „DFB-Pokal“ die zeitgenössisch und statistisch gebräuchliche Bezeichnung. Es handelt sich nicht um einen Ligawettbewerb: Eine Niederlage bedeutete grundsätzlich das Ausscheiden, während ein Unentschieden besondere Entscheidungsverfahren auslöste.

Der nationale Pokal hatte eine belastete Vorgeschichte. Die erste Ausgabe 1935 wurde offiziell als DFB-Vereinspokalmeisterschaft ausgetragen und im damaligen Sprachgebrauch nach dem nationalsozialistischen Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten Tschammer-Pokal genannt. Der Sport war im Nationalsozialismus politisch gleichgeschaltet; jüdische und andere verfolgte Menschen wurden ausgegrenzt und entrechtet. Der frühere Name darf deshalb nicht nostalgisch verklärt werden. Nach der kriegsbedingten Unterbrechung wurde der Wettbewerb 1952/53 in der Bundesrepublik unter dem Namen DFB-Pokal neu begonnen.

2016 fotografierte Replik der Trophäe des Tschammer-Pokals in der FC Bayern Erlebniswelt; kein Foto aus dem Wettbewerb 1969/70. Foto: Ranofuchs, CC BY-SA 3.0/GFDL.
2016 fotografierte Replik der Trophäe des Tschammer-Pokals in der FC Bayern Erlebniswelt; kein Foto aus dem Wettbewerb 1969/70. Foto: Ranofuchs, CC BY-SA 3.0/GFDL.

Medienauftrag: Vergleiche die Form dieser Replik mit dem modernen Pokal auf dem nächsten Bild. Beschreibe nur sichtbare Merkmale. Erkläre anschließend, warum ein heutiges Foto oder eine Replik zwar Kontext liefern kann, aber keine zeitgenössische Aufnahme des Endspiels ersetzt.

Detailaufnahme des modernen DFB-Pokals aus dem Jahr 2018; Kontextbild, nicht beim Finale 1970 aufgenommen. Foto: Olaf Kosinsky, CC BY-SA 3.0 DE.
Detailaufnahme des modernen DFB-Pokals aus dem Jahr 2018; Kontextbild, nicht beim Finale 1970 aufgenommen. Foto: Olaf Kosinsky, CC BY-SA 3.0 DE.

Die moderne Goldschmiedetrophäe wurde Mitte der 1960er-Jahre eingeführt. Beim Endspiel 1970 wurde also nicht mehr um die ältere, vasenartige Trophäe gespielt. Historische Bilder müssen stets mit Aufnahmejahr, Motiv und Lizenz beschrieben werden, damit spätere Aufnahmen nicht versehentlich als damalige Spielszenen erscheinen.


Warum dauerte die Ausgabe bis Ende August?

Die erste Hauptrunde zog sich von Januar bis Juli 1970. Ab dem Achtelfinale wurden die Runden in einem sehr engen Sommerblock ausgetragen. Zwei zeitliche Faktoren werden in den Quellen hervorgehoben:

  1. Die Fußball-Weltmeisterschaft 1970 in Mexiko begann bereits am 31. Mai. Der DFB legte die entscheidenden Pokalrunden deshalb in die Zeit nach dem WM-Turnier.
  2. Ein langer und strenger Winter führte im deutschen Spielkalender zu zahlreichen Nachholterminen und verstärkte den Termindruck.

Beide Erklärungen widersprechen sich nicht. Sie zeigen, dass historische Spielpläne oft durch mehrere Einflüsse entstehen. Die Folge war ungewöhnlich: Beim Achtelfinale Ende Juli waren manche Spieler bereits zu einem neuen Verein gewechselt, obwohl die Spiele statistisch noch zur Saison 1969/70 gehörten. Winfried Schäfer wurde im Mai 1970 mit Borussia Mönchengladbach Deutscher Meister und gewann im August mit seinem neuen Verein Kickers Offenbach den Pokal. Dieses Beispiel macht deutlich, warum eine Saisonangabe nicht automatisch den aktuellen Kaderstatus an jedem Spieltag beschreibt.


Zeitbegriffe sauber unterscheiden

Begriff Bedeutung in diesem Kurs Beispiel
Saisonbezeichnung Statistische Zuordnung des Wettbewerbs 1969/70 oder 1969–1970
Austragungsdatum Kalendertag eines konkreten Spiels Finale am 29. August 1970
Runde Stufe im K.-o.-Wettbewerb Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale
Vereinsstatus Spielklasse eines Vereins an einem bestimmten Zeitpunkt Offenbach begann als Regionalligist und war beim Finale aufgestiegen
Kaderzeitpunkt Tatsächlich spielberechtigte Mannschaft am Spieltag Ab Ende Juli traten Vereine bereits mit Kadern der neuen Saison an

Merksatz: Eine historische Aussage ist erst dann präzise, wenn klar ist, auf welchen Zeitpunkt sie sich bezieht.


Teilnehmer und damaliger Modus


Die 32 Mannschaften

Das Feld bestand aus allen 18 Vereinen der Bundesliga 1969/70 und 14 Vertretern aus den damaligen Regionalligen beziehungsweise Berlin. Die Regionalligen bildeten zu dieser Zeit die zweithöchste Spielklasse. Die folgende Übersicht ordnet die Teilnehmer nach ihrem Qualifikationsbereich.

Bereich Teilnehmer
Bundesliga Borussia Mönchengladbach, FC Bayern München, Hertha BSC, 1. FC Köln, Borussia Dortmund, Hamburger SV, VfB Stuttgart, Eintracht Frankfurt, FC Schalke 04, 1. FC Kaiserslautern, Werder Bremen, Rot-Weiss Essen, Hannover 96, Rot-Weiß Oberhausen, MSV Duisburg, Eintracht Braunschweig, TSV 1860 München, Alemannia Aachen
Regionalliga Nord Göttingen 05, SV Arminia Hannover, VfL Osnabrück
Regionalliga West Eintracht Gelsenkirchen, Schwarz-Weiß Essen, SG Wattenscheid 09, Wuppertaler SV
Regionalliga Südwest FK Pirmasens, SV Alsenborn
Regionalliga Süd 1. FC Nürnberg, FC 08 Villingen, SSV Jahn Regensburg, Kickers Offenbach
Regionalliga Berlin Tennis Borussia Berlin
Das von 1925 bis 1972 verwendete Offenbacher Vereinszeichen; zeitlich passend zur Pokalsaison. Urheber unbekannt; auf Wikimedia Commons als gemeinfreies einfaches Logo gekennzeichnet, mögliche Markenrechte bleiben unberührt.
Das von 1925 bis 1972 verwendete Offenbacher Vereinszeichen; zeitlich passend zur Pokalsaison. Urheber unbekannt; auf Wikimedia Commons als gemeinfreies einfaches Logo gekennzeichnet, mögliche Markenrechte bleiben unberührt.

Beobachtungsauftrag: Untersuche Form, Buchstaben und Kontrast des historischen Zeichens. Vergleiche es anschließend mit einem heutigen Vereinslogo, ohne aus der Gestaltung automatisch auf sportliche Stärke oder politische Bedeutung zu schließen.


K.-o.-System ohne Elfmeterschießen

Die 32 Mannschaften spielten im direkten K.-o.-System. Für den Turniersieg waren grundsätzlich fünf erfolgreiche Runden nötig. Der damalige Entscheidungsweg unterschied sich deutlich vom heutigen Pokal:

  1. Nach einem Unentschieden nach 90 Minuten folgte eine Verlängerung.
  2. Bestand der Gleichstand nach der Verlängerung fort, wurde ein Wiederholungsspiel angesetzt.
  3. Blieb auch das Wiederholungsspiel nach Verlängerung unentschieden, konnte ein Losentscheid die nächste Runde bestimmen.
  4. Ein Elfmeterschießen zur Entscheidung eines solchen Pokalspiels war in dieser Ausgabe nicht vorgesehen.
  5. Das Finale fand auf neutralem Platz im Niedersachsenstadion in Hannover statt.

In der ersten Runde trennten sich Rot-Weiss Essen und der 1. FC Köln 3:3 nach Verlängerung; Köln gewann das Wiederholungsspiel 5:1. Im Achtelfinale benötigte Hertha BSC nach einem 0:0 gegen Schalke ein Wiederholungsspiel und gewann dieses 4:0. Besonders ungewöhnlich war das Duell Alemannia Aachen gegen Werder Bremen: Beide Spiele endeten 1:1 nach Verlängerung. Der dokumentierte weitere Turnierverlauf zeigt, dass Aachen durch Losentscheid ins Viertelfinale einzog.


Quellenkritisches Fallbeispiel: Aachen oder Bremen?

Eine einzelne Seite des heutigen DFB-Datencenters zum Wiederholungsspiel enthält den Satz, Bremen sei durch Losentscheid weitergekommen. Das passt jedoch nicht zum offiziellen folgenden Viertelfinale Alemannia Aachen gegen Hertha BSC, zum späteren Halbfinale Aachen gegen Köln und zum Vereinsarchiv von Alemannia Aachen. Eine zweite Ergebnisquelle nennt ausdrücklich „Los für Alemannia Aachen“.

Prüfschritte:

  1. Prüfe nicht nur eine isolierte Spielseite, sondern den anschließenden Turnierbaum.
  2. Vergleiche eine Verbandsdatenbank mit einem Vereinsarchiv und einer unabhängigen Ergebnisübersicht.
  3. Bevorzuge die Erklärung, die mit allen späteren, belegten Spielen vereinbar ist.
  4. Dokumentiere den Widerspruch, statt die fehlerhafte Einzelangabe still zu übernehmen.

Begründetes Ergebnis: Alemannia Aachen erreichte das Viertelfinale durch Losentscheid. Der gegenteilige Hinweis auf der einzelnen DFB-Spielseite ist mit dem belegten Turnierverlauf unvereinbar und sehr wahrscheinlich ein Datenbankfehler. Diese Schlussfolgerung ist eine Quellenkritik, kein erfundenes Spielergebnis.


Modusvergleich mit dem heutigen Pokal

Aspekt 1969/70 Heutige Grundidee
Teilnehmerzahl 32 64
Entscheidung nach Remis Verlängerung, danach gegebenenfalls Wiederholungsspiel und Los Verlängerung, danach Elfmeterschießen
Finale Neutraler Ort in Hannover Neutraler Ort in Berlin
Turnierdauer Januar bis August 1970 Üblicherweise vom Sommer bis zum folgenden Frühjahr
Kaderwechsel während derselben statistischen Ausgabe Wegen des verspäteten Sommerblocks deutlich sichtbar Durch den üblichen Kalender wesentlich seltener

Der Vergleich soll keine Epoche als „besser“ darstellen. Er hilft dir zu erkennen, dass Regeln, Kalender und Wettbewerbsorganisation historisch veränderbar sind.


Turnierverlauf und Zeitleiste


Erste Hauptrunde und Wiederholungsspiel

Datum Begegnung Ergebnis Hinweis
2. Januar 1970 Eintracht Gelsenkirchen – Borussia Mönchengladbach 1:3 Auftakt der Ausgabe
3. Januar 1970 1. FC Nürnberg – VfB Stuttgart 1:0
3. Januar 1970 Kickers Offenbach – TSV 1860 München 4:1 Erster Schritt des späteren Siegers
3. Januar 1970 Hannover 96 – Rot-Weiß Oberhausen 3:2
3. Januar 1970 SSV Jahn Regensburg – Eintracht Braunschweig 1:0
4. Januar 1970 FC 08 Villingen – Hamburger SV 1:3
24. März 1970 Rot-Weiss Essen – 1. FC Köln 3:3 n. V. Wiederholung nötig
25. März 1970 SG Wattenscheid 09 – FC Bayern München 1:6
25. März 1970 Göttingen 05 – MSV Duisburg 0:1 n. V.
25. März 1970 Wuppertaler SV – 1. FC Kaiserslautern 1:0
26. März 1970 VfL Osnabrück – Eintracht Frankfurt 1:2 n. V.
8. April 1970 SV Alsenborn – FC Schalke 04 1:5 Spiel im Stadion am Betzenberg
15. April 1970 FK Pirmasens – Hertha BSC 1:2
22. April 1970 Schwarz-Weiß Essen – Borussia Dortmund 1:2
5. Mai 1970 Tennis Borussia Berlin – Werder Bremen 0:2
11. Juli 1970 SV Arminia Hannover – Alemannia Aachen 0:3 Letztes Erstrundenspiel
24. Juli 1970 1. FC Köln – Rot-Weiss Essen 5:1 Wiederholungsspiel

Die erste Runde zeigt die ungewöhnliche Streckung des Kalenders besonders deutlich: Zwischen dem Auftakt am 2. Januar und dem letzten regulären Erstrundenspiel am 11. Juli lagen mehr als sechs Monate.


Achtelfinale und Wiederholungsspiele

Datum Begegnung Ergebnis Entscheidung
28. Juli 1970 FC Schalke 04 – Hertha BSC 0:0 n. V. Wiederholungsspiel
29. Juli 1970 Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 2:0 Frankfurt weiter
29. Juli 1970 Wuppertaler SV – 1. FC Nürnberg 0:3 Nürnberg weiter
29. Juli 1970 1. FC Köln – MSV Duisburg 6:1 Köln weiter
29. Juli 1970 Alemannia Aachen – Werder Bremen 1:1 n. V. Wiederholungsspiel
29. Juli 1970 FC Bayern München – SSV Jahn Regensburg 4:0 Bayern weiter
29. Juli 1970 Hannover 96 – Borussia Mönchengladbach 1:3 Mönchengladbach weiter
30. Juli 1970 Kickers Offenbach – Borussia Dortmund 2:1 n. V. Offenbach weiter
1. August 1970 Hertha BSC – FC Schalke 04 4:0 Hertha nach Wiederholung weiter
3. August 1970 Werder Bremen – Alemannia Aachen 1:1 n. V. Aachen durch Los weiter


Viertelfinale, Halbfinale und Finale

Runde und Datum Begegnung Ergebnis
Viertelfinale, 5. August Borussia Mönchengladbach – 1. FC Köln 2:3 n. V.
Viertelfinale, 5. August 1. FC Nürnberg – FC Bayern München 2:1
Viertelfinale, 5. August Eintracht Frankfurt – Kickers Offenbach 0:3
Viertelfinale, 6. August Alemannia Aachen – Hertha BSC 1:0
Halbfinale, 19. August Kickers Offenbach – 1. FC Nürnberg 4:2 n. V.
Halbfinale, 19. August Alemannia Aachen – 1. FC Köln 0:4
Finale, 29. August Kickers Offenbach – 1. FC Köln 2:1


Verständliche Zeitleiste

Zeitraum Wendepunkt Bedeutung
2.–4. Januar 1970 Sechs frühe Erstrundenspiele Offenbach startet mit einem 4:1 gegen 1860 München
März bis Mai 1970 Weitere Erstrundenspiele Der Winter- und Ligakalender streckt die Runde
31. Mai bis 21. Juni 1970 Weltmeisterschaft in Mexiko Die entscheidenden Pokalrunden werden danach angesetzt
11. und 24. Juli 1970 Abschluss der ersten Runde und Wiederholung Köln–Essen Der Sommerblock beginnt
28.–30. Juli 1970 Achtelfinale Offenbach dreht gegen Dortmund die Verlängerung
1.–3. August 1970 Wiederholungsspiele Aachen kommt nach dem zweiten 1:1 durch Los weiter
5.–6. August 1970 Viertelfinale Offenbach gewinnt das Main-Duell in Frankfurt 3:0
19. August 1970 Halbfinale Offenbach und Köln setzen sich sehr unterschiedlich durch
29. August 1970 Finale in Hannover Offenbach gewinnt 2:1 und holt den ersten Pokaltitel des Vereins


Zahlen mit Quellenprüfung

Die saisonbezogene Ergebnisübersicht verzeichnet 32 Mannschaften, 34 Spiele und 117 Tore. Das ergibt gerundet 3,44 Tore pro Spiel. Drei zusätzliche Partien entstanden durch Wiederholungsspiele; das erklärt, warum bei 32 Teams nicht nur die 31 üblichen K.-o.-Spiele ausgetragen wurden. Zum Wiederholungsspiel Köln gegen Essen in der ersten Runde kamen im Achtelfinale die Wiederholungen Hertha gegen Schalke und Bremen gegen Aachen. Insgesamt wurden daher 34 Partien ausgetragen.

Die Zuschauerstatistik der Saisonübersicht nennt 723.693 Besuche. Solche Summen sind schwieriger nachzuprüfen als einzelne Endspieldaten; für das Finale bestätigen DFB-Datencenter und Sekundärquelle 50.000 Zuschauer. Hannes Löhr vom 1. FC Köln war mit sechs Toren der beste Torschütze. Dahinter folgten Werner Biskup und Gerd Müller mit je vier Treffern.

Rechenbeispiel: 117 Tore geteilt durch 34 Spiele ergeben 3,441... Tore pro Spiel. Die gerundete Angabe 3,44 ist daher nachvollziehbar. Die Rechnung prüft jedoch nur die Durchschnittsbildung, nicht die Richtigkeit der 117 Ausgangstore.


Schlüsselspiele und ausgearbeitete Analysen

Historische Taktikanalyse arbeitet ohne heutige Trackingdaten. Deshalb trennt dieser Kurs drei Ebenen:

  1. Beleg: Ergebnis, Datum, Torschützen, Aufstellungen oder eindeutig sichtbare Videosequenz.
  2. Plausible Deutung: taktische Erklärung, die zu mehreren Beobachtungen passt.
  3. Grenze: Aussage, die mit dem vorhandenen Material nicht sicher entschieden werden kann.


Analysebeispiel 1: Offenbach gegen Dortmund

Belegte Ereignisse: Das Achtelfinale am 30. Juli 1970 blieb in der regulären Spielzeit torlos. Sigfried Held brachte Dortmund in der 94. Minute mit 1:0 in Führung. Helmut Kremers glich in der 112. Minute per Strafstoß aus, Helmut Schmidt erzielte in der 118. Minute das 2:1.

Analyse: Offenbach musste nach dem Rückstand in der Verlängerung mehr Risiko eingehen. Der späte Ausgleich veränderte die Entscheidungslage: Dortmund konnte nicht mehr nur den Vorsprung schützen, während Offenbach emotional und taktisch neuen Zugriff gewann. Der Siegtreffer zwei Minuten vor dem Ende zeigt, wie wichtig Handlungsfähigkeit unter Ermüdung ist.

Trainingsübertragung: Spiele acht gegen acht mit zwei fünfminütigen Verlängerungsphasen. Eine Mannschaft beginnt die Verlängerung mit 0:1. Nach jedem Ballgewinn muss sie innerhalb von acht Sekunden eine Abschlusszone erreichen. Danach wird ausgewertet, ob die Mannschaft kontrolliert oder nur hektisch angegriffen hat.

Grenze: Aus den Torzeiten allein lässt sich nicht beweisen, welche Formation oder Pressinghöhe durchgehend verwendet wurde.


Analysebeispiel 2: Das Main-Duell in Frankfurt

Belegtes Ergebnis: Kickers Offenbach gewann das Viertelfinale am 5. August 1970 bei Eintracht Frankfurt mit 3:0.

Analyse: Ein klarer Auswärtssieg in einem K.-o.-Spiel kann auf wirkungsvolle Umschaltmomente, hohe Effizienz oder eine stabile Restverteidigung hinweisen. Ohne vollständige Ereignis- und Videodaten darf aber nicht behauptet werden, jeder Treffer sei aus einem Konter entstanden. Die seriöse Formulierung lautet: Das Resultat belegt Offenbachs deutliche Durchsetzung; die genaue Entstehung muss über weitere Film- oder Zeitungsquellen geprüft werden.

Datenaufgabe: Vergleiche 3:0, 4:2 nach Verlängerung und 2:1 nicht nur nach Tordifferenz. Berücksichtige Heimrecht, Spielzeit und Gegner. So vermeidest du die falsche Gleichung „höherer Sieg = automatisch bessere Leistung“.


Analysebeispiel 3: Zwei Wege ins Finale

Im Halbfinale gewann Offenbach gegen den 1. FC Nürnberg 4:2 nach Verlängerung. Köln siegte bei Alemannia Aachen 4:0. Hannes Löhr traf in Aachen in der 23. und 29. Minute, Heinz Flohe in der 73. Minute und Wolfgang Overath in der 86. Minute.

Vergleich:

Frage Offenbach–Nürnberg Aachen–Köln
Dauer 120 Minuten 90 Minuten
Ergebnisbild Enge Entscheidung mit sechs Toren Frühe Kölner Führung und klarer Endstand
Mögliche Finalwirkung Hohe Belastung, zugleich Erfahrung mit Druckmomenten Mehr Kontrolle und weniger Zusatzminuten
Sichere Aussage Offenbach benötigte die Verlängerung Köln führte nach 29 Minuten 2:0
Nicht sicher aus dem Ergebnis ableitbar Genaue Laufleistung und Pressinghöhe Durchgehender Ballbesitzanteil

Transfer: Trainerteams können aus demselben Ergebnis unterschiedliche Lernziele ableiten: Belastungssteuerung, Verhalten nach früher Führung oder Entscheidungsqualität in der Verlängerung.


Analysebeispiel 4: Quellenkonflikt als Forschungsaufgabe

Beim Wiederholungsspiel Werder Bremen gegen Alemannia Aachen stimmen Ergebnis und Torschützen in den Quellen weitgehend überein: 1:1 nach Verlängerung, Eigentor Heinz Steinmann zum 0:1 und Ausgleich durch Rudi Assauer. Der Konflikt betrifft den Losentscheid. Eine einzelne DFB-Seite nennt Bremen, während der tatsächliche Viertelfinal- und Halbfinalverlauf eindeutig Aachen zeigt.

Lösungsweg:

  1. Formuliere die strittige Behauptung exakt.
  2. Suche die nächste Runde in derselben offiziellen Datenbank.
  3. Prüfe ein Vereinsarchiv und eine unabhängige Ergebnisliste.
  4. Beurteile, welche Variante den gesamten Turnierbaum widerspruchsfrei erklärt.
  5. Kennzeichne den Fehler transparent und gib keine erfundene Sicherheit vor.

Dieses Verfahren ist auch auf andere historische Sportdaten übertragbar.


Finale in Hannover und prägende Personen


Ort, Datum und Ergebnis

Das Finale wurde am Samstag, 29. August 1970, im Niedersachsenstadion in Hannover ausgetragen. 50.000 Zuschauer sahen Kickers Offenbach gegen den 1. FC Köln. Schiedsrichter war Gerhard Schulenburg. Offenbach führte zur Pause 1:0 und gewann 2:1.

Das Niedersachsenstadion in Hannover auf einer Aufnahme vom 4. September 2009. Es ist ein späteres Kontextbild des Finalorts und keine Aufnahme vom Spiel 1970. Foto: Hombre, CC BY-SA 3.0.
Das Niedersachsenstadion in Hannover auf einer Aufnahme vom 4. September 2009. Es ist ein späteres Kontextbild des Finalorts und keine Aufnahme vom Spiel 1970. Foto: Hombre, CC BY-SA 3.0.

Ortsauftrag: Suche auf einer Karte die damaligen Vereinsorte Offenbach, Köln und Hannover. Erkläre, warum Hannover für beide Finalisten ein neutraler Ort war. Beachte, dass das Stadion später umgebaut und umbenannt wurde; ein Foto von 2009 zeigt nicht unverändert den Zustand von 1970.


Spielverlauf

Minute Ereignis Bedeutung
27. Klaus Winkler erzielt das 1:0 für Offenbach Der Außenseiter kann kompakter und mit klarerem Umschaltfokus spielen
31. Bernd Rupp ersetzt bei Köln Karl-Heinz Thielen Früher personeller Eingriff der Kölner
60. Helmut Nerlinger ersetzt Walter Bechtold Offenbach verändert die Besetzung für die Schlussphase
64. Horst „Pille“ Gecks erzielt das 2:0 Köln muss nun zwei Tore aufholen
73. Hannes Löhr verkürzt auf 2:1 Das Finale wird wieder offen
81. Karlheinz Volz hält einen Foulelfmeter von Werner Biskup Offenbach verhindert den möglichen Ausgleich
90. Abpfiff beim Stand von 2:1 Erster DFB-Pokalsieg der Kickers


Die Aufstellungen

Kickers Offenbach: Karlheinz Volz; Hans Reich, Josef Weilbächer, Egon Schmitt, Helmut Kremers; Helmut Schmidt, Roland Weida, Walter Bechtold; Winfried Schäfer, Horst Gecks, Klaus Winkler. Helmut Nerlinger kam für Walter Bechtold.

1. FC Köln, Trainer Ernst Ocwirk: Manfred Manglitz; Karl-Heinz Thielen, Mathias Hemmersbach, Heinz Simmet, Werner Biskup, Wolfgang Weber; Jupp Kapellmann, Heinz Flohe, Thomas Parits, Wolfgang Overath; Hannes Löhr. Bernd Rupp kam für Karl-Heinz Thielen.

Die Schreibweise historischer Namen kann zwischen Datenbanken variieren. Dieser Kurs folgt für Ergebnis, Torzeiten und Aufstellungen dem DFB-Datencenter und gleicht sie mit der Saisonübersicht ab. Die Trainerverantwortung wird wegen eines Quellenkonflikts gesondert behandelt: Das DFB-Datencenter nennt Kurt Schreiner, während ein offizieller OFC-Rückblick Alfred „Aki“ Schmidt als Trainer der Finalmannschaft bezeichnet. Eine weitere historische Darstellung berichtet, Schreiner habe Schmidt nach dessen Autounfall auf der Bank vertreten. Der Kurs verschweigt diesen Widerspruch nicht.


Spielideen als vorsichtige Rekonstruktion

Die verfügbaren Bilder, der Zusammenschnitt und die Ereignisdaten erlauben keine lückenlose moderne Matchanalyse. Dennoch lassen sich didaktische Hypothesen formulieren.

Offenbachs mögliche Leitideen:

  1. Räume vor dem eigenen Tor verdichten und Köln nicht dauerhaft durch das Zentrum kombinieren lassen.
  2. Nach Ballgewinn zielstrebig die Offensivspieler Gecks und Winkler suchen.
  3. Eine Führung nicht nur verteidigen, sondern auf den zweiten Treffer spielen.
  4. In der Schlussphase trotz Kölner Druck die Strafraumverteidigung stabil halten.
  5. Mit Torhüter Volz als letzter Sicherung auch einen Strafstoßmoment bewältigen.

Kölns mögliche Leitideen:

  1. Über technisch starke Mittelfeldspieler wie Overath und Flohe Angriffe vorbereiten.
  2. Löhr als Abschluss- und Tiefenspieler bedienen.
  3. Nach dem 0:2 durch mehr Vorwärtsdruck und personelle Anpassung zurückkommen.
  4. Standards und Strafraumsituationen erzwingen.
  5. Nach dem Anschlusstreffer den Ausgleich suchen, ohne völlig ungeordnet zu werden.

Wichtig: Diese Punkte sind eine didaktische Rekonstruktion, keine behauptete vollständige Original-Taktiktafel. Begriffe wie „Umschalten“ oder „Restverteidigung“ sind heutige Analysebegriffe, mit denen historische Spielszenen beschrieben werden.


Taktikdiagramm: Modell eines Offenbacher Umschaltmoments

Phase Eigene Aktion Gegnerische Reaktion Lernziel
Ballgewinn Erster Pass aus der Druckzone Köln versucht Gegenpressing Ruhe und offene Körperstellung
Anschluss Ein Mittelfeldspieler sichert, ein weiterer unterstützt Kölner Abwehr läuft rückwärts Überzahl im Ballraum herstellen
Tiefe Pass oder Laufweg auf Winkler beziehungsweise Gecks Innenverteidigung muss entscheiden Tempo und Timing abstimmen
Abschluss Früher Abschluss oder Querpass Torhüter und letzte Linie reagieren Entscheidung unter Zeitdruck

Übungsform: Spiele sechs Angreifer gegen fünf Verteidiger auf zwei Dritteln eines Spielfelds. Nach Ballgewinn hat die angreifende Mannschaft zehn Sekunden bis zum Abschluss. Danach beschreiben Beobachter, ob Breite, Tiefe und Absicherung gleichzeitig vorhanden waren. Die Übung ist fiktiv und überträgt eine plausible Spielidee; sie behauptet nicht, exakt so im Finale trainiert worden zu sein.


Prägende Personen

Karlheinz Volz wurde durch den gehaltenen Strafstoß in der 81. Minute zur Schlüsselfigur. Seine Leistung zeigt, wie ein einzelner Torhütermoment den Ausgang eines Endspiels verändern kann.

Klaus Winkler und Horst Gecks erzielten die beiden Offenbacher Treffer. Winkler kam im Wettbewerb auf zwei Tore; Gecks prägte mit dem 2:0 die entscheidende Phase des Finals.

Hannes Löhr erzielte Kölns Anschlusstreffer und war mit sechs Toren bester Torschütze des gesamten Wettbewerbs. Im Halbfinale hatte er bereits zweimal getroffen.

Wolfgang Overath und Heinz Flohe stehen für die hohe individuelle Qualität des Kölner Mittelfelds. Beide trafen im Halbfinale gegen Aachen.

Winfried Schäfer verkörpert die besondere Kalenderlage: Meister mit Mönchengladbach im Mai, Pokalsieger mit Offenbach im August, statistisch innerhalb derselben Saisonzuordnung.

Kurt Schreiner wird im DFB-Datencenter als Offenbacher Trainer des Finales geführt. Ein offizieller OFC-Rückblick schreibt den Erfolg dagegen Alfred „Aki“ Schmidt zu. Eine unabhängige historische Darstellung stützt die Variante, Schreiner habe Schmidt nach dessen Autounfall am Finaltag vertreten. Ernst Ocwirk betreute Köln. Da die Quellenlage zur Offenbacher Verantwortungszuordnung widersprüchlich bleibt, werden beide Namen mit ihrer jeweiligen Quellenbasis genannt. Eine Bewertung genauer Matchpläne erfordert zusätzliche Originalquellen.


Historische Einordnung, Wirkung und Quellenkritik


Was war an diesem Pokalsieg besonders?

Kickers Offenbach gewann erstmals den DFB-Pokal. Der Verein hatte die Ausgabe als Regionalligist begonnen und schaffte parallel den Bundesligaaufstieg. Beim Finale war Offenbach deshalb formal bereits Erstligist. Historisch bleibt der Erfolg dennoch ein frühes und wichtiges Beispiel dafür, dass ein Klub aus der zweithöchsten Ausgangsklasse einen nationalen K.-o.-Wettbewerb gewinnen konnte.

Der Weg war anspruchsvoll: Offenbach besiegte 1860 München, Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt, den 1. FC Nürnberg und den 1. FC Köln. Zwei Spiele gingen in die Verlängerung. Der Titel beruhte somit nicht auf einem einzigen überraschenden Endspiel, sondern auf einer Serie von Erfolgen gegen bekannte Gegner.


Zahlen erzählen nicht die ganze Geschichte

Ein 2:1 kann ein kontrollierter Sieg, ein glücklicher Erfolg oder eine Mischung aus beidem sein. Für das Finale liefern die Ereignisdaten drei besonders aussagekräftige Momente: Offenbach führte mit zwei Toren, Köln verkürzte, und Volz hielt kurz vor Schluss einen Strafstoß. Daraus folgt sicher, dass die Entscheidung bis in die Schlussphase offen blieb. Ob Offenbach über 90 Minuten „besser“ war, kann eine reine Ergebnisliste nicht abschließend beantworten.

Genauso muss die Bezeichnung „Zweitligist“ erklärt werden. Sie beschreibt Offenbachs Status zu Beginn des Wettbewerbs, nicht den Status am Finaltag. Historische Einordnung verlangt daher mehr als eine Schlagzeile.


Quellenarten und ihre Stärken

Quellenart Stärke Typische Grenze
Verbandsdatenbank Offizielle Spielansetzungen, Ergebnisse, Aufstellungen und Ereignisse Einzelne Datenbanknotizen können fehlerhaft sein
Vereinsarchiv Lokale Perspektive, Erinnerungen und vereinsbezogene Dokumente Kann den eigenen Verein besonders hervorheben
Zeitgenössisches Video Sichtbare Aktionen, Atmosphäre und Bewegungen Schnitt, Bildqualität und Kommentar begrenzen die Vollständigkeit
Spätere Saisonübersicht Kompakter Turnierbaum und statistische Summen Muss ihre Primärquellen korrekt übertragen haben
Wikimedia Commons Prüfbarkeit von Urheber, Lizenz und Dateiversion Ein späteres Kontextbild ist keine zeitgenössische Spielszenenquelle


Abweichende Torzeiten

In späteren Rückblicken können Torzeiten um einzelne Minuten abweichen. Dieser Kurs verwendet für das Finale die Angaben des DFB-Datencenters: 27., 64. und 73. Minute. Wenn eine zweite Quelle andere Minuten nennt, sollte der Unterschied sichtbar gemacht und nicht durch eine erfundene „Mittelzahl“ gelöst werden. Mögliche Gründe sind unterschiedliche Zählweisen, Übertragungsfehler oder spätere redaktionelle Vereinfachungen.


Zweiter Quellenkonflikt: Wer trainierte Offenbach im Finale?

Das DFB-Datencenter führt beim Endspiel Kurt Schreiner als Trainer. Ein offizieller Rückblick von Kickers Offenbach nennt dagegen Alfred „Aki“ Schmidt. Eine unabhängige historische Darstellung berichtet, Schmidt habe nach einem Autounfall nicht auf der Bank gesessen und sei von Schreiner vertreten worden.

Bewertung: Für Kurt Schreiner sprechen die offizielle Spielseite, die DFB-Kaderzeitleiste für August 1970 und die unabhängige Darstellung. Für Aki Schmidt spricht die offizielle Vereinserinnerung, die den Erfolg seiner Mannschaft zuschreibt. Möglich ist, dass „Trainer der Mannschaft“ und „Vertreter auf der Bank“ in den Rückblicken unterschiedlich verwendet werden. Der Kurs legt deshalb keine scheinbar zweifelsfreie Einzellösung fest. Die Unsicherheit darf nicht durch stilles Löschen einer Quelle verdeckt werden.


Wirkung über die Saison hinaus

Als Pokalsieger qualifizierte sich Offenbach für den Europapokal der Pokalsieger und schied dort in der ersten Runde gegen den FC Brügge aus. Für die Vereinsgeschichte blieb der Sieg von Hannover dennoch ein herausragender Titel. Der Wettbewerb zeigt außerdem, wie eng Sportgeschichte, Mediengeschichte und Kalenderorganisation miteinander verbunden sind: Ohne den verschobenen Sommerblock wären Kaderwechsel und die besondere Statusfrage des Aufsteigers weniger sichtbar geworden.


Drei Analyseebenen für eigene Forschungen

Einstieg: Ordne Daten, Runden und Ergebnisse richtig zu.

Standard: Erkläre Entscheidungen mit mehreren Quellen und trenne Ergebnis von Interpretation.

Anspruchsvoll: Rekonstruiere Spielideen, prüfe Quellenwidersprüche und reflektiere, welche Informationen fehlen. Eine gute Analyse benennt ihre Unsicherheit, statt Lücken mit erfundenen Details zu füllen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste dein Wissen

Welcher Verein gewann den DFB-Pokal 1969/70? (Kickers Offenbach) (!1. FC Köln) (!FC Bayern München) (!Alemannia Aachen)




An welchem Tag fand das Finale statt? (29. August 1970) (!2. Januar 1970) (!31. Mai 1970) (!19. August 1970)




Wo wurde das Finale ausgetragen? (Im Niedersachsenstadion in Hannover) (!Im Olympiastadion in München) (!Im Müngersdorfer Stadion in Köln) (!Im Waldstadion in Frankfurt)




Wie endete das Finale? (Offenbach gewann 2 zu 1) (!Köln gewann 2 zu 1) (!Offenbach gewann 3 zu 0) (!Das Spiel endete 1 zu 1)




Was bedeutet die Saisonangabe 1969/70 in diesem Kurs? (Sie bezeichnet die statistische Saisonzuordnung) (!Alle Spiele fanden 1969 statt) (!Das Finale wurde zweimal gespielt) (!Der Wettbewerb dauerte siebzig Monate)




Wie konnte ein Spiel nach erneutem Remis entschieden werden? (Durch einen Losentscheid nach dem Wiederholungsspiel) (!Sofort durch Elfmeterschießen) (!Durch die höhere Tabellenposition) (!Durch die Zahl der Eckbälle)




Welcher Verein kam im Duell mit Werder Bremen durch Los weiter? (Alemannia Aachen) (!Werder Bremen) (!Hertha BSC) (!FC Schalke 04)




Wer war mit sechs Treffern bester Torschütze? (Hannes Löhr) (!Klaus Winkler) (!Horst Gecks) (!Winfried Schäfer)




Welche Aussage beschreibt Offenbachs Status am genauesten? (Als Regionalligist begonnen und beim Finale aufgestiegen) (!Während des gesamten Wettbewerbs Bundesligist) (!Während des gesamten Wettbewerbs Amateurverein) (!Erst nach dem Finale in die Regionalliga aufgestiegen)




Wie wurde der Pokalwettbewerb der NS-Zeit im Volksmund genannt? (Tschammer-Pokal) (!Ligapokal) (!Reichsliga-Pokal) (!Hannover-Pokal)





Memory

Kickers Offenbach Pokalsieger der Ausgabe 1969/70
1. FC Köln Finalgegner und Mannschaft des Torschützenkönigs
Niedersachsenstadion Austragungsort des Endspiels in Hannover
Karlheinz Volz Hielt im Finale einen Strafstoß
Hannes Löhr Erzielte sechs Turniertore
Alemannia Aachen Kam gegen Bremen durch Losentscheid weiter
Wiederholungsspiel Damaliger Entscheidungsweg nach Remis trotz Verlängerung





Drag and Drop

Ordne die passende Person oder den passenden Ort zu. Ereignis
Klaus Winkler Erzielte im Finale das 1:0
Horst Gecks Erzielte im Finale das 2:0
Hannes Löhr Erzielte im Finale das 2:1
Karlheinz Volz Hielt den Strafstoß in der Schlussphase
Hannover Stadt des Finales





Kreuzworträtsel

Offenbach Welche Stadt gehört zum Verein des Pokalsiegers?
Hannover In welcher Stadt fand das Finale statt?
Regionalliga In welcher Spielklasse begann der spätere Sieger?
Losentscheid Welches Verfahren entschied Aachen gegen Bremen?
Winkler Wer erzielte das erste Finaltor?
Overath Welcher Kölner Mittelfeldspieler traf im Halbfinale zum 4:0?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Der spätere Pokalsieger hieß

. Das Finale fand am 29. August 1970 in

statt. Klaus Winkler erzielte das

Tor des Endspiels. Horst Gecks erhöhte für Offenbach auf

. Hannes Löhr erzielte den Kölner

. Torhüter Karlheinz Volz hielt in der Schlussphase einen

. Offenbach hatte den Wettbewerb als Verein der

begonnen. Beim Finale war der Klub bereits in die Bundesliga

. Nach zweimaligem Remis wurde das Duell Aachen gegen Bremen durch einen

entschieden. Hannes Löhr war mit sechs Treffern der beste

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zeitleiste zum DFB-Pokal 1969/70: Gestalte eine Zeitleiste mit mindestens acht belegten Daten vom Auftakt bis zum Finale und kennzeichne Weltmeisterschaft, Wiederholungsspiele und Finaltag.
  2. Video-Beobachtungsprotokoll: Sieh den eingebetteten Finalzusammenschnitt an und notiere jeweils drei Beobachtungen, drei Informationen aus Einblendungen oder Kommentar und drei klar als Deutung markierte Vermutungen.
  3. Pokal-Glossar: Erstelle verständliche Erklärungen zu K.-o.-System, Verlängerung, Wiederholungsspiel, Losentscheid, Regionalliga und Saisonbezeichnung.
  4. Karte der Finalorte: Markiere Offenbach, Köln und Hannover auf einer Karte und erläutere in einem kurzen Text die Funktion eines neutralen Finalorts.


Standard

  1. Quellenvergleich zum Finale 1970: Vergleiche das DFB-Datencenter mit einer zweiten belastbaren Quelle zu Datum, Ergebnis, Torzeiten, Zuschauerzahl und Aufstellungen; dokumentiere Übereinstimmungen und Abweichungen.
  2. Historischer Spielbericht: Verfasse einen sachlichen Spielbericht zum Finale mit Überschrift, Ausgangslage, chronologischem Verlauf, Schlüsselmoment und historischer Einordnung, ohne erfundene Zitate.
  3. Taktiktafel Offenbach gegen Köln: Zeichne eine mögliche Ballgewinn- und Umschaltsituation und kennzeichne farblich, welche Elemente beobachtet und welche nur plausibel rekonstruiert sind.
  4. Zeitzeugeninterview zum Fußball 1970: Entwickle zehn offene Fragen für eine Person, die den damaligen Fußball erlebt hat; hole vor Aufnahme und Veröffentlichung eine Einwilligung ein und veröffentliche keine privaten Daten.


Schwer

  1. Turnierdatenanalyse 1969/70: Erfasse alle 34 Spiele in einer Tabelle, berechne Tore pro Runde, Anteil der Verlängerungen und Zahl der Wiederholungsspiele und erkläre mögliche Grenzen deiner Datengrundlage.
  2. Aachen-Bremen-Quellenprüfung: Untersuche den widersprüchlichen Hinweis zum Losentscheid mit mindestens drei Quellen und verfasse ein begründetes Urteil, das Beleg, Schlussfolgerung und verbleibende Unsicherheit trennt.
  3. Trainingsplanung Umschalten und Spielkontrolle: Entwickle eine 75-minütige Trainingseinheit, die Offenbachs mögliche Umschaltidee und Kölns Verhalten nach Rückstand aufgreift; formuliere Organisation, Coachingpunkte und Anpassungen.
  4. OER-Ausstellung Pokalfinale 1970: Produziere eine digitale Ausstellung oder ein kurzes Erklärvideo mit frei lizenzierten Commons-Medien, korrekten Urheber- und Lizenzangaben, eigener Quellenkritik und barrierearmen Bildbeschreibungen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Kalender und Saison: Erkläre an drei konkreten Daten, warum die Bezeichnung 1969/70 nicht bedeutet, dass die entscheidenden Runden im Kalenderjahr 1969 stattfanden.
  2. Modusrekonstruktion: Leite aus den Spielen Essen–Köln, Schalke–Hertha und Aachen–Bremen den damaligen Entscheidungsweg nach einem Unentschieden ab und vergleiche ihn mit dem heutigen Verfahren.
  3. Statusfrage Offenbach: Beurteile die Aussage „1970 gewann ein Zweitligist den DFB-Pokal“ und formuliere eine historisch präzisere Version.
  4. Finalanalyse: Erkläre, wie die Tore in der 64. und 73. Minute sowie der gehaltene Strafstoß in der 81. Minute die Entscheidungslage des Endspiels veränderten.
  5. Quellenkritik Losentscheid: Begründe, warum der spätere Turnierbaum stärker gegen den einzelnen Bremen-Hinweis spricht, und nenne mindestens zwei unabhängige Prüfschritte.
  6. Transfer in die Trainingspraxis: Entwickle aus einem Schlüsselspiel ein Trainingsziel und begründe, welche Beobachtung dieses Ziel trägt und welche Annahmen du zusätzlich machst.

Bewertungshinweise: Eine sehr gute Lösung nennt überprüfbare Daten, trennt Beobachtung von Deutung, bezieht mindestens zwei Quellen ein, erklärt Widersprüche und kennzeichnet Grenzen. Reine Siegerlisten oder unbelegte taktische Behauptungen reichen nicht aus.




Lernnachweis

Ein vollständiger Lernnachweis kann als Portfolio, Präsentation, Podcast, Videoanalyse oder Trainerdossier eingereicht werden. Er soll folgende Leistungen sichtbar machen:

  1. Wissen: korrekte Benennung von Wettbewerb, Teilnehmerfeld, Modus, Finalort, Ergebnis und prägenden Personen.
  2. Chronologie: eine verständliche Zeitleiste mit Saisonbezeichnung und tatsächlichen Spieldaten.
  3. Analyse: mindestens zwei ausgearbeitete Schlüsselspielanalysen mit Belegen, Deutungen und Grenzen.
  4. Quellenkompetenz: Vergleich eines offiziellen Archivs mit mindestens einer zweiten belastbaren Quelle sowie Bearbeitung des Aachen-Bremen-Widerspruchs.
  5. Medienkompetenz: Verwendung mindestens eines korrekt attribuierten Commons-Mediums und kritische Einordnung eines Videos.
  6. Transfer: eine eigene Trainingsform, Lernstation, Ausstellung oder journalistische Darstellung.
  7. OER-Qualität: eigene Formulierungen, nachvollziehbare Quellen, korrekte Lizenzen und keine erfundenen Zitate, Ergebnisse oder Bildangaben.

Mögliche Bewertungsmatrix:

Bereich Einstieg Standard Anspruchsvoll
Fakten Zentrale Daten überwiegend korrekt Daten vollständig und sinnvoll geordnet Daten zusätzlich gegengeprüft und kontextualisiert
Analyse Beschreibung einzelner Ereignisse Begründete Deutung mehrerer Ereignisse Deutung, Gegenhypothese und Grenzen werden getrennt
Quellen Eine Quelle genannt Zwei belastbare Quellen verglichen Widerspruch systematisch untersucht
Produkt Verständlich und vollständig Zielgruppengerecht und mediengestützt Eigenständig, OER-konform und transferfähig




OER und Wikipedia


Geprüfte Fachquellen

  1. DFB-Datencenter: Finale Kickers Offenbach gegen 1. FC Köln – Datum, Ort, Zuschauerzahl, Ergebnis, Tore, Wechsel, Aufstellungen und Schiedsrichter.
  2. DFB-Datencenter: Torschützen 1969/70 – Rangliste mit Hannes Löhr an der Spitze.
  3. DFB: Erstligist gegen Zweitligist – historische Einordnung Offenbachs als Aufsteiger und Außenseiter.
  4. DFB: Neustart des Pokals 1953 – Einordnung der Nachkriegsbezeichnung DFB-Pokal.
  5. DFB: Erstes Pokalfinale 1935 – offizieller Name DFB-Vereinspokalmeisterschaft und damaliger Volksname Tschammer-Pokal.
  6. Wikipedia: DFB-Pokal 1969/70 – vollständige Rundenübersicht, statistische Summen und Finaldaten.
  7. RSSSF: West Germany DFB Cup History 1960–70 – unabhängige internationale Ergebnisübersicht.
  8. Alemannia Aachen: Pokalarchiv – Vereinsarchiv zum belegten weiteren Turnierweg Aachens.
  9. Ergebnisarchiv 1969/70 – zweite Darstellung mit dem ausdrücklichen Hinweis „Los für Alemannia Aachen“.
  10. Kickers Offenbach: Rückblick auf den Pokalsieg – Vereinsperspektive auf den historischen Erfolg.
  11. Ligaarchiv: Kickers Offenbach und der Pokalsieg 1970 – unabhängige historische Darstellung, unter anderem zur Vertretung auf der Trainerbank.

Quellenregel: Offizielle Quellen sind besonders wichtig, aber nicht automatisch fehlerfrei. Ergebnis, Datum und Aufstellung wurden mit einer zweiten Übersicht abgeglichen. Bei widersprüchlichen Angaben wird der Konflikt offengelegt.


Mediathek: überprüfte Medien

Eingebettetes Medium Exakte Quelle Urheber Lizenz oder Nutzungsstatus Didaktischer Einsatz
File:1. FC Köln vs Kickers Offenbach 1970-08-29.svg Wikimedia-Commons-Dateiseite Secret Agent Julio (alt), 7. Januar 2017 CC BY-SA 4.0 Einleitungs- und Vorschaubild; Aufstellungen und räumliche Ordnung untersuchen
File:Kickers Offenbach - altes Wappen (1925-1972).png Wikimedia-Commons-Dateiseite Urheber unbekannt Auf Commons als gemeinfreies einfaches Textlogo gekennzeichnet; Markenrechte können fortbestehen Zeitlich passendes Vereinszeichen beschreiben
File:Tschammer-Pokal Trophy 01.jpg Wikimedia-Commons-Dateiseite Ranofuchs CC BY-SA 3.0 und GFDL Später fotografierte Replik zur Namens- und Trophäengeschichte
File:DFB-Pokal (Detail).jpg Wikimedia-Commons-Dateiseite Olaf Kosinsky, Aufnahme 2018 CC BY-SA 3.0 DE Modernes Kontextbild; Vergleich mit älterer Trophäe
File:Niedersachsenstadion.jpg Wikimedia-Commons-Dateiseite Hombre, Aufnahme 4. September 2009 CC BY-SA 3.0 sowie weitere auf der Dateiseite genannte freie Lizenzen Finalort lokalisieren; spätere Aufnahme von einer Spielszenenquelle unterscheiden
YouTube-Video HYh-ddWPbBY Kickers Offenbach - 1. FC Köln 2:1 - DFB Cup 1970 Kanal Oerg866, veröffentlicht am 28. September 2016 Keine freie Lizenz im geprüften YouTube-Datensatz ausgewiesen; Einbettung nur als YouTube-Stream, Rechte verbleiben bei den jeweiligen Berechtigten Historische Szenen beobachten und Beobachtung von Deutung trennen

Hinweis zur Verfügbarkeit: Dateinamen, Commons-Dateiseiten, Urheber- und Lizenzangaben sowie der YouTube-Datensatz wurden vor der Kurserstellung geprüft. Einbettbarkeit und Online-Verfügbarkeit können sich später ändern. In diesem Fall bleibt der erklärende Text des Kurses nutzbar; ein Medium darf nicht durch einen erfundenen Dateinamen ersetzt werden.


Wikipedia-Einbettung



Verknüpfte Lernbereiche

Der Kurs verbindet mehrere Lernbereiche:

  1. Geschichte: Nachkriegszeit, Sportorganisation und kritische Einordnung des nationalsozialistischen Vorgängerwettbewerbs.
  2. Mathematik: Durchschnittswerte, Turnierbäume, Häufigkeiten und Datenprüfung.
  3. Deutsch: sachlicher Spielbericht, Quellenvergleich, Argumentation und verständliche Zeitleiste.
  4. Sport: K.-o.-Strategie, Umschalten, Verhalten bei Führung oder Rückstand und Trainingsplanung.
  5. Geografie: Vereinsorte, Reisewege und neutraler Finalort.
  6. Medienbildung: Videobeobachtung, Bilddatierung, Lizenzen, OER und Erkennen von Datenbankfehlern.
  7. Trainerbildung: Übertragung historischer Spielsituationen in moderne Übungsformen ohne Scheinpräzision.

Projektideen: Eine Lerngruppe kann ein digitales Turniermuseum, einen datenbasierten Podcast, eine kommentierte Taktiktafel oder eine OER-Ausstellung entwickeln. Jedes Projekt soll Ergebnisdaten, Quellenkritik und mindestens einen Transfer in die Gegenwart enthalten.


aiMOOC Projekte



Schulfach+




aiMOOCs



aiMOOC Projekte









MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite

Mediathek

Suche verfeinern

Dein Lernplan bestimmt, was oben steht. Alle anderen Inhalte bleiben erreichbar. Seitenaufrufe beeinflussen die Auswahl nicht.

Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...