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DFB-Pokal 1967–1968

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DFB-Pokal 1967–1968

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Einleitung

Nachträglich erstellte Aufstellungsgrafik zum Finale am 9. Juni 1968; sie dient zugleich als Vorschaubild der Mediathek.
Nachträglich erstellte Aufstellungsgrafik zum Finale am 9. Juni 1968; sie dient zugleich als Vorschaubild der Mediathek.

Der DFB-Pokal 1967–1968 war die Pokalausgabe der deutschen Männervereine in der Fußballsaison 1967/68. Die gebräuchliche Schrägstrich-Schreibweise 1967/68 bezeichnet eine Saison, nicht den Zeitraum eines einzelnen Spiels. Tatsächlich wurden die Partien dieser Ausgabe vom 27. Januar bis zum 9. Juni 1968 ausgetragen. Das Finale fand im Südweststadion in Ludwigshafen am Rhein statt.

In diesem aiMOOC untersuchst Du nicht nur Sieger und Ergebnisse. Du lernst den damaligen Modus, alle Teilnehmergruppen, die Wege von 1. FC Köln und VfL Bochum ins Finale, den Spielverlauf des Endspiels, historische Begriffe, taktische Deutungen und den kritischen Umgang mit Quellen kennen. Der 1. FC Köln gewann das Finale mit 4:1 und damit erstmals den DFB-Pokal. Der Regionalligist VfL Bochum hatte zuvor vier Bundesligisten ausgeschaltet und wurde durch diesen Lauf bundesweit bekannt.

Beobachtungsauftrag zum Vorschaubild: Die Grafik wurde erst 2016 erstellt und ist keine Aufnahme aus dem Jahr 1968. Notiere, welche Spieler in drei Linien angeordnet sind, welche ungefähre Grundordnung erkennbar ist und welche Aussagen eine solche Rekonstruktion nicht sicher belegen kann.


Wettbewerb, Name und historische Einordnung


DFB-Pokal und DFB-Vereinspokal

Die verbreitete Bezeichnung lautet DFB-Pokal. In den Wettbewerbsbestimmungen verwendet der Deutsche Fußball-Bund auch den Namen DFB-Vereinspokal. Für diese Ausgabe sind daher Formulierungen wie „DFB-Pokal 1967/68“ und „Vereinspokal des DFB“ sachgerecht. Der Gedankenstrich im Kurstitel 1967–1968 kennzeichnet den Saisonzeitraum; die einzelnen Spiele besitzen zusätzlich konkrete Kalendertage.

Der Wettbewerb war kein Turnier an einem einzigen Austragungsort. Die Runden wurden in den Stadien der ausgelosten Heimvereine gespielt. Nur das Endspiel hatte einen fest bestimmten Finalort: das Südweststadion in Ludwigshafen am Rhein.


Der frühere Name und die NS-Geschichte

Der deutsche Vereinspokal begann 1935 als DFB-Vereinspokalmeisterschaft. Im damaligen Sprachgebrauch wurde er häufig Tschammer-Pokal genannt, nach dem nationalsozialistischen Reichssportführer Hans von Tschammer und Osten. Der Begriff ist deshalb historisch belastet. Der organisierte Sport wurde in die Strukturen des NS-Staates eingegliedert; jüdische Mitglieder sowie Angehörige der Arbeiterbewegung wurden ausgegrenzt, verfolgt und aus Vereinen verdrängt. Der Kurs verwendet den früheren Namen ausschließlich zur sachlichen historischen Erklärung und nicht als unkritische Traditionsbezeichnung.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die alte, mit dieser NS-Erinnerung verbundene Trophäe noch einige Jahre weitergegeben. Der DFB ließ sie 1964 ersetzen; die heute bekannte goldene Pokalform wurde erstmals beim Finale 1965 überreicht. Im Jahr 1968 spielten Köln und Bochum somit bereits um die neue Trophäe.

2016 fotografierte Replik der früheren Trophäe; kein Originalfoto aus der NS-Zeit.
2016 fotografierte Replik der früheren Trophäe; kein Originalfoto aus der NS-Zeit.

Beobachtungsauftrag: Vergleiche die Form dieser Replik mit einer heutigen DFB-Pokal-Trophäe. Erkläre anschließend, warum ein bloßer Objektvergleich die politische Geschichte des früheren Namens nicht ersetzen kann.


Historische Bedeutung der Ausgabe

Die Saison lag in der frühen Phase der 1963 eingeführten Fußball-Bundesliga. Der 1. FC Köln gehörte zu den etablierten Bundesligisten, während der VfL Bochum in der zweitklassigen Regionalliga West spielte. Bochum erreichte als Regionalligist das Finale und hatte auf dem Weg dorthin ausschließlich Bundesligisten besiegt. Seit der Einführung der Bundesliga war es erst das zweite Pokalfinale mit einem Regionalligisten.

Für Köln war der Erfolg der erste DFB-Pokalsieg der Vereinsgeschichte. Für Bochum wurde die Finalteilnahme trotz der Niederlage zu einem wichtigen Teil der Vereinsgeschichte.


Teilnehmer und damaliger Modus


Die 32 Mannschaften

An der Ausgabe nahmen 32 Vereine teil: alle 18 Mannschaften der Bundesliga 1967/68 sowie 14 Regionalligisten. Die Einordnung in Bundesliga und Regionalliga beschreibt die damalige Spielklasse, nicht die heutige Ligazugehörigkeit.

Bundesligisten: Alemannia Aachen, Eintracht Braunschweig, Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt, Hamburger SV, Hannover 96, Karlsruher SC, 1. FC Kaiserslautern, 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach, MSV Duisburg, FC Bayern München, TSV 1860 München, Borussia Neunkirchen, 1. FC Nürnberg, FC Schalke 04, VfB Stuttgart und Werder Bremen.

Regionalligisten: Arminia Bielefeld, Bayer 04 Leverkusen, FC Bayern Hof, VfL Bochum, Hertha BSC, FC 08 Homburg, Itzehoer SV, VfB Lübeck, Preußen Münster, VfB Oldenburg, Jahn Regensburg, SSV Reutlingen 05, SV Röchling Völklingen und 1. FC Schweinfurt 05.


K.-o.-System und Wiederholungsspiele

Das Feld wurde im einfachen K.-o.-System verkleinert: erste Runde, Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und Finale. Ein Sieg führte in die nächste Runde, eine Niederlage bedeutete das Ausscheiden. Endete eine Partie nach regulärer Spielzeit unentschieden, folgte eine Verlängerung. Blieb es danach beim Unentschieden, gab es in dieser Ausgabe ein Wiederholungsspiel statt eines Elfmeterschießens.

Der 1. FC Köln musste dieses Verfahren zweimal durchlaufen. Gegen Eintracht Frankfurt endete das erste Achtelfinale 1:1 nach Verlängerung; im Wiederholungsspiel gewann Köln auswärts 1:0. Im Viertelfinale folgte ein 1:1 nach Verlängerung bei Eintracht Braunschweig; das Wiederholungsspiel gewann Köln 2:1. Dadurch bestand der Wettbewerb aus 33 Partien statt der 31 Spiele, die ein 32er-K.-o.-Feld ohne Wiederholungen benötigt hätte.


Zahlen mit Quellenprüfung

Die Ergebnisübersichten weisen 32 Teilnehmer, 33 Spiele und 113 Tore aus. Daraus ergibt sich ein Durchschnitt von rund 3,42 Toren pro Partie. Als bester Torschütze der Ausgabe wird Hannes Löhr vom 1. FC Köln mit fünf Treffern geführt. Solche Summen solltest Du nie aus einer einzelnen Erzählung übernehmen: Prüfe Spielplan, Ergebnisarchiv und Statistik gegeneinander.

Rechenbeispiel: 113 Tore geteilt durch 33 Spiele ergeben 3,4242 und gerundet 3,42 Tore pro Spiel. Das ist eine rechnerische Zusammenfassung, keine Aussage darüber, ob jedes einzelne Spiel torreich war.


Zeitleiste und Wege ins Finale


Verständliche Zeitleiste

Zeitraum oder Datum Turnierphase Zentrale Beobachtung
27. Januar bis 7. Februar 1968 Erste Runde 32 Vereine beginnen; Bochum schlägt Karlsruhe 3:2, Köln gewinnt in Homburg 4:1.
22. Februar bis 19. März 1968 Achtelfinale Bochum besiegt Stuttgart 2:1; Köln benötigt gegen Frankfurt ein Wiederholungsspiel.
10. bis 23. April 1968 Viertelfinale Bochum schlägt Mönchengladbach 2:0; Köln setzt sich erst im Wiederholungsspiel gegen Braunschweig durch.
3. und 15. Mai 1968 Halbfinale Köln gewinnt 3:0 gegen Dortmund; Bochum überrascht Titelverteidiger Bayern München mit 2:1.
9. Juni 1968 Finale Köln gewinnt im Südweststadion 4:1 gegen Bochum.


Der Weg des 1. FC Köln

  1. Erste Runde in Homburg: 4:1 für Köln.
  2. Achtelfinale gegen Frankfurt: 1:1 nach Verlängerung und anschließend 1:0 für Köln im Wiederholungsspiel.
  3. Viertelfinale gegen Braunschweig: 1:1 nach Verlängerung und anschließend 2:1 für Köln im Wiederholungsspiel.
  4. Halbfinale gegen Dortmund: 3:0 für Köln.
  5. Finale gegen Bochum: 4:1 für Köln.

Köln absolvierte wegen der beiden Wiederholungsspiele sieben Partien. Der Weg zeigt, dass ein später klarer Finalsieg nicht bedeutet, dass die gesamte Pokalrunde problemlos verlief. Besonders gegen Frankfurt und Braunschweig musste die Mannschaft über zwei Spiele bestehen.


Der Weg des VfL Bochum

  1. Erste Runde gegen Karlsruhe: 3:2 für Bochum.
  2. Achtelfinale gegen Stuttgart: 2:1 für Bochum.
  3. Viertelfinale gegen Mönchengladbach: 2:0 für Bochum.
  4. Halbfinale gegen Bayern München: 2:1 für Bochum.
  5. Finale gegen Köln: 1:4 aus Bochumer Sicht.

Alle vier Gegner vor dem Finale spielten in der Bundesliga. Deshalb ist Bochums Lauf mehr als eine zufällige einzelne Überraschung: Der Regionalligist bestätigte seine Wettbewerbsfähigkeit über vier K.-o.-Runden. Aus den Resultaten allein lässt sich jedoch nicht sicher ableiten, mit welcher Formation oder welchem Ballbesitzanteil Bochum jeweils spielte.


Das Finale in Ludwigshafen

Das Südweststadion in Ludwigshafen auf einer Aufnahme von 2005; das Bild zeigt den späteren Zustand und keine Szene des Finales von 1968.
Das Südweststadion in Ludwigshafen auf einer Aufnahme von 2005; das Bild zeigt den späteren Zustand und keine Szene des Finales von 1968.


Ort, Datum und Rahmen

Das Finale wurde am Sonntag, dem 9. Juni 1968, im Südweststadion in Ludwigshafen am Rhein ausgetragen. Das offizielle DFB-Datencenter nennt 60.000 Zuschauer und Karl Riegg als Schiedsrichter. Das Stadionfoto oben entstand 2005. Es hilft bei der räumlichen Orientierung, darf aber nicht als Bildbeleg für Atmosphäre, Auslastung oder baulichen Zustand am Finaltag ausgegeben werden.


Aufstellungen und prägende Personen

Für Köln begannen Milutin Šoškić, Fritz Pott, Mathias Hemmersbach, Heinz Flohe, Wolfgang Weber, Karl-Heinz Thielen, Carl-Heinz Rühl, Heinz Simmet, Hannes Löhr, Wolfgang Overath und Heinz Hornig. Trainer war Willy Multhaup.

Bochum begann mit Horst Christopeit, Gerd Wiesemes, Dieter Versen, Erich Schiller, Heinz-Jürgen Blome, Werner Jablonski, Karl-Heinz Böttcher, Gustav Eversberg, Heinz Höher, Jürgen Jansen und Werner Balte. Trainer war Hermann Eppenhoff. In der 61. Minute kam Dieter Moritz für Jürgen Jansen.

Die nachträglich erstellte Aufstellungsgrafik ordnet beide Mannschaften ungefähr in einer 4-3-3-Grundstaffelung an. Sie ist nützlich, um mögliche Abstände und Rollen zu diskutieren. Sie beweist aber weder dauerhafte Positionen noch konkrete Laufwege während des Spiels.


Torfolge

Minute Spielstand aus Kölner Sicht Ereignis
22. 1:0 Eigentor von Werner Jablonski.
37. 1:1 Karl-Heinz Böttcher gleicht für Bochum aus.
38. 2:1 Carl-Heinz Rühl bringt Köln nur eine Minute später wieder in Führung.
57. 3:1 Rühl erzielt seinen zweiten Treffer.
70. 4:1 Hannes Löhr entscheidet das Finale endgültig.

Die direkte Antwort auf Bochums Ausgleich ist ein Schlüsselpunkt: Zwischen dem 1:1 und dem 2:1 lag nach dem offiziellen Spielverlauf nur eine Minute. Ein Ergebnisprotokoll zeigt allerdings nicht automatisch, ob der Treffer aus einem schnellen Gegenangriff, einer Standardsituation oder einer längeren Ballbesitzphase entstand. Dafür wäre eine zuverlässige vollständige Videoanalyse nötig.


Spielideen, Analyse und Quellenkritik


Analysebeispiel 1: Grundordnung und Räume

Beobachtung: Die Aufstellungsgrafik zeigt bei beiden Teams vier Spieler in der letzten Linie, drei im Mittelfeld und drei in der vorderen Linie.

Deutung: In einer 4-3-3-ähnlichen Ordnung können die Außenspieler Breite geben, während drei zentrale Mittelfeldspieler Verbindungen zwischen Abwehr und Angriff herstellen. Bei Köln sind Wolfgang Overath, Heinz Simmet und Karl-Heinz Thielen im Mittelfeld angeordnet; vorne stehen Heinz Hornig, Hannes Löhr und Carl-Heinz Rühl.

Grenze der Aussage: Die Grafik ist eine Rekonstruktion von 2016. Spieler konnten im realen Match Positionen tauschen, tiefer verteidigen oder in anderen Abständen agieren. Eine Formation ist deshalb ein Analysemodell und kein Standbild für 90 Minuten.


Analysebeispiel 2: Reaktion auf einen Gegentreffer

Beobachtung: Bochum glich in der 37. Minute aus, Köln erzielte in der 38. Minute das 2:1.

Deutung: Für Trainerteams ist diese Sequenz ein Beispiel für die Phase unmittelbar nach einem Tor. Die Mannschaft, die gerade getroffen hat, muss ihre Konzentration halten und ihre Abstände schnell wiederherstellen. Die andere Mannschaft kann den Wiederanstoß nutzen, um entschlossen Druck aufzubauen.

Trainingsübertragung: Spiele eine Übungsform, in der nach jedem Treffer sofort ein neuer Ball eingespielt wird. Die führende Mannschaft erhält einen Punkt, wenn sie die nächsten 60 Sekunden ohne Gegentor übersteht. Dieses Trainingsbeispiel ist modern und fiktiv; es behauptet nicht, dass Köln 1968 genau so trainiert habe.


Analysebeispiel 3: Bochums Außenseiterlauf

Beobachtung: Bochum schlug nacheinander Karlsruhe, Stuttgart, Mönchengladbach und Bayern München. Drei der vier Siege endeten mit einem Tor Unterschied; gegen Mönchengladbach gewann Bochum 2:0.

Deutung: K.-o.-Spiele belohnen Ergebnisstabilität. Ein unterklassiger Verein muss nicht über eine gesamte Saison besser sein, sondern in einem einzelnen Spiel entscheidende Situationen lösen. Bochums vier Siege gegen Bundesligisten zeigen wiederholte Wettbewerbsfähigkeit. Sie beweisen ohne weitere Daten aber weder dauerhafte defensive Dominanz noch einen bestimmten Ballbesitzstil.

Weiterführende Frage: Welche zusätzlichen Belege wären nötig, um Bochums Spielidee genauer zu beschreiben? Geeignet wären vollständige Filmaufnahmen, zeitgenössische Spielberichte, Trainerinterviews, Aufstellungsvarianten und Ereignisdaten.


Analysebeispiel 4: Wiederholungsspiele und Belastung

Beobachtung: Köln brauchte gegen Frankfurt und Braunschweig jeweils ein zweites Spiel.

Deutung: Wiederholungsspiele erhöhten Reise-, Zeit- und Belastungsaufwand. Gleichzeitig gaben sie Mannschaften nach einem Remis eine neue taktische Ausgangslage. Köln konnte in beiden zweiten Spielen gewinnen und zeigte damit Anpassungsfähigkeit.

Vergleich zur Gegenwart: Ein modernes Elfmeterschießen entscheidet ein Remis am selben Spieltag. Ein Wiederholungsspiel verschiebt die Entscheidung und erweitert die Datenbasis, verändert aber auch den Terminplan. Bewerte beide Verfahren aus Sicht von Mannschaften, Fans und Veranstaltern.


Quellenkritik am konkreten Beispiel

Das DFB-Datencenter ist die zentrale Quelle für Spielplan, Aufstellungen, Torfolge, Schiedsrichter und die offizielle Zuschauerangabe von 60.000. Ergebnisarchive wie RSSSF und Weltfussball bestätigen die Paarungen und Resultate. Die Vereinschronik des VfL Bochum bestätigt die historische Bedeutung des Finaleinzugs. Eine spätere Vereinsmeldung nennt dagegen 50.000 Zuschauer. Der Kurs folgt bei der Zahl dem offiziellen Matchdatensatz und kennzeichnet die Abweichung, statt beide Angaben unbemerkt zu vermischen.

Historische YouTube-Aufnahmen können wertvolle Beobachtungen ermöglichen. Ein Upload belegt aber nicht automatisch Herkunft, Vollständigkeit, Datierung oder freie Lizenz. Deshalb werden die Videos hier als Anschauungsmaterial eingebettet, während Zahlen und Namen zusätzlich mit schriftlichen Archiven geprüft werden.


Mediathek

Vorschaubild der Mediathek: Die bereits in der Einleitung verwendete Datei „1. FC Köln vs VfL Bochum 1968-06-09.svg“ zeigt eine 2016 erstellte Rekonstruktion der Finalaufstellungen.

Video 1 – Beobachtungsauftrag: Der Upload „1968 VfL Bochum Pokalfinale“ wurde 2009 vom Kanal „Bochumer Geschichte“ veröffentlicht. Suche drei eindeutig sichtbare Spielsituationen und trenne Beobachtung von Vermutung. Nutze den Film nicht allein für Zahlen, die im Bild nicht überprüfbar sind.

Video 2 – Kontext: Das 2010 veröffentlichte Porträt „Und Jetzt... Wolfgang Overath“ stammt vom verifizierten Kanal DW Deutsch und entstand Jahrzehnte nach dem Finale. Notiere, welche Aussagen Overaths längere Karriere betreffen und welche davon tatsächlich zum Pokaljahr 1968 passen.

Hannes Löhr, Wolfgang Weber und Wolfgang Overath bei einem Kölner Training am 11. November 1968; die Aufnahme entstand fünf Monate nach dem Pokalfinale.
Hannes Löhr, Wolfgang Weber und Wolfgang Overath bei einem Kölner Training am 11. November 1968; die Aufnahme entstand fünf Monate nach dem Pokalfinale.

Bildauftrag: Beschreibe nur das Sichtbare. Erkläre dann, warum dieses Foto zwar drei prägende Kölner Spieler des Jahres 1968 zeigt, aber keine Quelle für den Ablauf des Finales ist.

Detailaufnahme der heutigen DFB-Pokal-Trophäe aus dem Jahr 2018; Kontextbild, nicht 1968 aufgenommen.
Detailaufnahme der heutigen DFB-Pokal-Trophäe aus dem Jahr 2018; Kontextbild, nicht 1968 aufgenommen.

Vergleichsauftrag: Stelle die heutige Trophäe der Replik der früheren Trophäe gegenüber. Ergänze zu jedem Objekt Datum der Aufnahme, dargestellten Gegenstand und politische beziehungsweise sporthistorische Einordnung.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welcher Verein gewann den DFB-Pokal 1967/68? (1. FC Köln) (!VfL Bochum) (!FC Bayern München) (!Borussia Dortmund)




Gegen welchen Verein spielte Köln im Finale? (VfL Bochum) (!Eintracht Frankfurt) (!Eintracht Braunschweig) (!Karlsruher SC)




Wo fand das Finale statt? (Südweststadion in Ludwigshafen) (!Olympiastadion in Berlin) (!Müngersdorfer Stadion in Köln) (!Ruhrstadion in Bochum)




Wie endete das Finale aus Kölner Sicht? (4:1) (!2:1) (!3:0) (!1:1)




In welcher Spielklasse spielte der VfL Bochum damals? (Regionalliga West) (!Bundesliga) (!Oberliga Nord) (!Zweite Bundesliga)




Wie wurde ein Remis nach Verlängerung in dieser Ausgabe bei Köln gegen Frankfurt und Braunschweig entschieden? (Durch ein Wiederholungsspiel) (!Durch ein Elfmeterschießen) (!Durch die Auswärtstorregel) (!Durch einen Münzwurf direkt nach dem ersten Spiel)




Welchen Titelverteidiger besiegte Bochum im Halbfinale? (FC Bayern München) (!Hamburger SV) (!1. FC Nürnberg) (!Werder Bremen)




Was geschah unmittelbar nach Bochums Ausgleich in der 37. Minute? (Carl-Heinz Rühl traf in der 38. Minute für Köln) (!Das Spiel wurde wegen Nebels abgebrochen) (!Bochum erzielte sofort das 2:1) (!Es folgte direkt die Halbzeitpause)




Wer wird als bester Torschütze der Pokalausgabe geführt? (Hannes Löhr) (!Wolfgang Overath) (!Karl-Heinz Böttcher) (!Heinz Höher)




Welcher historisch belastete Name bezeichnete den früheren Pokal im Sprachgebrauch der NS-Zeit? (Tschammer-Pokal) (!Ligapokal) (!Kaiserpokal) (!Bundespokal)





Memory

1. FC Köln Pokalsieger der Ausgabe 1967/68
VfL Bochum Finalist aus der Regionalliga West
Südweststadion Finalort in Ludwigshafen
Carl-Heinz Rühl Zweifacher Torschütze im Finale
Wiederholungsspiel Neue Partie nach einem Remis trotz Verlängerung
Hannes Löhr Torschützenkönig der Pokalausgabe





Drag and Drop

Ordne die passende Turnierphase zu. Ereignis
Erste Runde Köln gewinnt beim FC Homburg
Achtelfinale Köln benötigt ein Wiederholungsspiel gegen Frankfurt
Viertelfinale Bochum schlägt Borussia Mönchengladbach
Halbfinale Bochum besiegt Bayern München
Finale Köln schlägt Bochum in Ludwigshafen





Kreuzworträtsel

Köln Welcher Verein gewann den Pokal?
Bochum Welcher Regionalligist erreichte das Finale?
Ludwigshafen In welcher Stadt wurde das Endspiel ausgetragen?
Regionalliga In welcher Spielklasse spielte der Finalist?
Overath Welcher Kölner Spielmacher stand im Finale auf dem Platz?
Südweststadion Wie hieß der Finalort?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Am DFB-Pokal 1967/68 nahmen

Mannschaften teil. Das Finale wurde im

in Ludwigshafen ausgetragen. Der 1. FC Köln traf dort auf den

. Bochum spielte damals in der

West. Nach einem Remis trotz Verlängerung konnte ein

nötig werden. Im Finale erzielte Carl-Heinz

zwei Tore. Hannes Löhr traf zum Endstand von

. Der frühere historisch belastete Pokalname lautete

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Zeitleiste gestalten: Erstelle eine übersichtliche Zeitleiste mit den fünf Turnierphasen und den wichtigsten Daten von Januar bis Juni 1968.
  2. Finale nacherzählen: Schreibe aus neutraler Perspektive einen kurzen Spielbericht, der alle fünf Tore in der richtigen Reihenfolge enthält.
  3. Stadion verorten: Markiere Ludwigshafen auf einer Deutschlandkarte und erkläre, warum das Turnier insgesamt keinen einzigen Austragungsort hatte.
  4. Begriffe unterscheiden: Erkläre in eigenen Worten den Unterschied zwischen Saisonbezeichnung, Austragungsjahr, Wettbewerbsname und konkretem Spieldatum.


Standard

  1. Quellenvergleich durchführen: Vergleiche die Zuschauerangaben aus dem DFB-Datencenter und einer späteren Vereinsquelle und begründe, welche Zahl Du im Sachtext verwendest.
  2. Spielerporträt erstellen: Erarbeite ein quellenbasiertes Porträt zu Wolfgang Overath, Hannes Löhr, Carl-Heinz Rühl oder Karl-Heinz Böttcher und trenne die Karriere insgesamt vom Pokaljahr 1968.
  3. Video beobachten: Wähle drei Szenen aus dem historischen Finalvideo, notiere Zeitmarken und unterscheide streng zwischen sichtbarer Beobachtung und taktischer Deutung.
  4. Wiederholungsspiel simulieren: Vergleiche an einem fiktiven Beispiel Wiederholungsspiel und Elfmeterschießen aus Sicht von Team, Fans, Medien und Terminplanung.


Schwer

  1. Taktiktafel entwickeln: Übertrage die rekonstruierte Finalaufstellung auf eine Taktiktafel und entwickle zwei mögliche, ausdrücklich als Hypothesen gekennzeichnete Angriffswege für jede Mannschaft.
  2. Turnierdaten analysieren: Berechne Tore pro Spiel, Kölns Zahl der absolvierten Partien und Bochums Anteil an Siegen gegen Bundesligisten; erläutere Grenzen dieser Kennzahlen.
  3. Historische Erinnerung untersuchen: Erstelle eine sachliche Präsentation zur Umbenennung und zum Trophäenwechsel und beziehe die Ausgrenzung im NS-Sport altersgerecht ein.
  4. OER-Ausstellung kuratieren: Baue eine digitale Ausstellung mit mindestens vier korrekt lizenzierten Medien, vollständigen Quellenangaben, Datierung und jeweils einem Beobachtungsauftrag.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Modus erklären: Erkläre, weshalb 32 Teilnehmer normalerweise 31 K.-o.-Spiele ergeben und warum diese Ausgabe dennoch 33 Partien umfasste.
  2. Außenseiterleistung bewerten: Beurteile Bochums Pokallauf anhand der Gegner und Resultate, ohne aus den Endständen unbelegte taktische Behauptungen abzuleiten.
  3. Finalsequenz analysieren: Untersuche die Tore der 37. und 38. Minute als Beispiel für die psychologisch und taktisch sensible Phase nach einem Treffer.
  4. Quellen gewichten: Entwickle Kriterien, mit denen Du DFB-Datencenter, Vereinschronik, Wikipedia, Ergebnisarchiv und YouTube-Upload unterschiedlich bewertest.
  5. Historischen Begriff einordnen: Erkläre, warum der Name Tschammer-Pokal nur mit kritischem Hinweis auf den Nationalsozialismus verwendet werden sollte.
  6. Transfer in die Gegenwart: Vergleiche Wiederholungsspiel und heutige Entscheidungsverfahren und formuliere eine begründete Empfehlung für einen Pokalwettbewerb.




Lernnachweis

Ein überzeugender Lernnachweis verbindet Wissen, Analyse, Medienkompetenz und Transfer. Du kannst die Teilnehmerstruktur, den K.-o.-Modus, die Wiederholungsspiele, die Wege beider Finalisten und die geprüfte Torfolge erklären. Du kannst Saisonangabe und konkretes Datum unterscheiden, den früheren Pokalnamen historisch-kritisch einordnen und die Bedeutung des Trophäenwechsels erläutern.

Als Produkt eignen sich ein kommentiertes Turnierposter, ein Podcast, eine Videoanalyse, eine digitale Ausstellung oder ein Trainerbericht. Wichtig sind vollständige Quellen, klare Datierungen, korrekte Medienlizenzen und die Trennung von belegter Tatsache, sichtbarer Beobachtung, plausibler Deutung und fiktivem Trainingsbeispiel.

Für einen anspruchsvollen Lernnachweis entwickelst Du außerdem eine eigene Leitfrage, etwa: „Warum konnte ein Regionalligist vier Bundesligisten besiegen, aber das Finale deutlich verlieren?“ Du beantwortest sie mit mindestens zwei unterschiedlichen Quellentypen und benennst offen, welche taktischen Informationen fehlen.




OER und Wikipedia

Zentrale Sachquellen

  1. DFB-Datencenter: Spielplan 1967/68 – offizielles Archiv für Runden, Paarungen und Ergebnisse.
  2. DFB-Datencenter: Finale – Aufstellungen, Torfolge, Schiedsrichter und offizielle Zuschauerangabe.
  3. DFB: bisherige Pokalsieger – Bestätigung von Sieger, Finaldatum, Spielort und Endstand.
  4. DFB-Historie – Einordnung des früheren Pokals und der NS-Zeit.
  5. DFB: Vereinspokal und Trophäe – heutige offizielle Bezeichnung und Geschichte der neuen Trophäe.
  6. RSSSF: DFB-Pokal 1967/68 – unabhängiger Ergebnisabgleich.
  7. Weltfussball: alle Spiele – zweiter Ergebnisabgleich.
  8. VfL Bochum: Tradition – Vereinsquelle zur Bedeutung des Finaleinzugs.
  9. VfL Bochum: Erinnerung an Erich Schiller – spätere Vereinsquelle mit abweichender Zuschauerangabe; Beispiel für Quellenkritik.

Wikimedia-Commons-Nachweise

Eingebettete Datei Quelle Urheber Lizenz und Datierung
File:1. FC Köln vs VfL Bochum 1968-06-09.svg Commons-Dateiseite Secret Agent Julio (alt) CC BY-SA 4.0; erstellt am 9. September 2016
File:Suedweststadion.jpg Commons-Dateiseite Immanuel Giel CC BY-SA 3.0 und GFDL; Aufnahme von 2005
File:Tschammer-Pokal Trophy 01.jpg Commons-Dateiseite Ranofuchs CC BY-SA 3.0 und GFDL; fotografierte Replik von 2016
File:FC Koln traint op strand te Scheveningen, op achtergrond Pier v.l.n.r. Lohr, Web, Bestanddeelnr 921-8461.jpg Commons-Dateiseite Eric Koch für Anefo und Nationaal Archief CC0; Aufnahme vom 11. November 1968
File:DFB-Pokal (Detail).jpg Commons-Dateiseite Olaf Kosinsky CC BY-SA 3.0 DE; Aufnahme vom 17. September 2018

YouTube-Nachweise

  1. 1968 VfL Bochum Pokalfinale – veröffentlicht 2009 vom Kanal „Bochumer Geschichte“; eingebettet über den YouTube-Player, keine freie Lizenz behauptet.
  2. Und Jetzt... Wolfgang Overath – veröffentlicht 2010 vom verifizierten Kanal DW Deutsch; spätere Kontextquelle, eingebettet über den YouTube-Player, keine freie Lizenz behauptet.


Verknüpfte Lernbereiche

Der Kurs verbindet Sport, Geschichte, Politische Bildung, Mathematik, Geografie, Deutsch, Medienbildung und Trainerbildung. Auf Einstiegsniveau stehen Zeitleiste, Begriffe und Torfolge im Mittelpunkt. Auf Standardniveau vergleichst Du Quellen und Spielwege. Auf anspruchsvollem Niveau entwickelst Du taktische Hypothesen, prüfst Daten und reflektierst Erinnerungskultur.


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