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D9 M - Sprechweisen und Adressatenorientierung

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D9 M - Sprechweisen und Adressatenorientierung



D9 M - Sprechweisen und Adressatenorientierung


Einleitung

Wie Du sprichst, hängt nicht nur davon ab, was Du sagen möchtest, sondern auch davon, zu wem, in welcher Situation und mit welchem Ziel Du sprichst. Mit einer guten Freundin redest Du meist anders als mit einer Lehrkraft, einer Praktikumsbetreuerin, einem Kunden oder einer unbekannten Person. Genau darum geht es bei der Adressatenorientierung: Du passt Deine sprachlichen Entscheidungen bewusst an die Person oder Personengruppe an, die Deine Äußerung hören oder lesen soll.

In diesem aiMOOC für Klasse 9 auf M-Niveau untersuchst Du vor allem formelle, informelle und wertende Sprechweisen. Du lernst, sprachliche Merkmale zu erkennen, ihre Wirkung einzuschätzen und Äußerungen gezielt für unterschiedliche Adressaten umzuformulieren. Dabei arbeitest Du mit vielen Kommunikationssituationen aus Schule, Familie, Freundeskreis, Praktikum, Öffentlichkeit und digitalen Medien.


Lernziele

Nach der Bearbeitung kannst Du erklären, wie Kommunikationssituation, Adressat, Beziehung, Zweck und Medium die Sprechweise beeinflussen. Du kannst formelle und informelle Formulierungen unterscheiden, wertende Wörter erkennen, sachlichere Alternativen finden und dieselbe Botschaft für verschiedene Adressaten passend formulieren. Außerdem kannst Du begründen, warum eine bestimmte Sprechweise in einer Situation angemessen oder unangemessen wirkt.


Adressatenorientierung verstehen

Adressatenorientiertes Sprechen bedeutet, eine Äußerung so zu gestalten, dass sie zur angesprochenen Person, zur Situation und zum eigenen Kommunikationsziel passt. Dafür musst Du mehrere Fragen gleichzeitig beachten:

  1. Adressat: Mit wem sprichst Du?
  2. Beziehung: Seid Ihr befreundet, kennt Ihr Euch kaum oder gibt es unterschiedliche Rollen?
  3. Ziel: Willst Du informieren, bitten, überzeugen, kritisieren, loben, widersprechen oder Dich entschuldigen?
  4. Situation: Findet das Gespräch privat, im Unterricht, bei einem Praktikum, in einer Behörde oder öffentlich statt?
  5. Medium: Sprichst Du direkt, telefonierst Du, schreibst Du eine E-Mail, eine Chatnachricht oder einen öffentlichen Beitrag?

Adressatenorientierung bedeutet nicht, dass es für jede Situation nur eine richtige Formulierung gibt. Häufig sind mehrere Varianten möglich. Entscheidend ist, ob Ton, Wortwahl, Höflichkeit, Genauigkeit und Wirkung zur Situation passen.


Ein Beispiel mit drei Adressaten

Die Grundbotschaft lautet: Eine Aufgabe soll später abgegeben werden.

Zu einer Freundin könntest Du sagen: „Hey, ich schaffe die Aufgabe heute nicht. Kann ich sie Dir morgen schicken?“

Zu einer Lehrkraft passt eher: „Entschuldigen Sie bitte, ich kann die Aufgabe heute nicht fertigstellen. Wäre es möglich, sie morgen nachzureichen?“

In einer offiziellen E-Mail an eine Praktikumsbetreuung könnte stehen: „Guten Tag Frau Becker, aufgrund eines kurzfristigen Termins kann ich die Unterlagen heute nicht vollständig einreichen. Ich bitte darum, sie morgen nachreichen zu dürfen.“

Der Inhalt bleibt ähnlich, aber Anrede, Satzbau, Höflichkeitsformen und Wortwahl verändern sich.


Formelle Sprechweise

Eine formelle Sprechweise wird häufig verwendet, wenn sich Menschen nicht gut kennen, unterschiedliche institutionelle Rollen haben oder die Situation offiziell ist. Typisch sind höfliche Anreden, vollständige Sätze, präzise Formulierungen und eher standardsprachliche Wörter.

Formell bedeutet dabei nicht automatisch kompliziert. Eine gute formelle Äußerung ist vor allem klar, respektvoll und angemessen.

Typische Situationen sind ein Bewerbungsgespräch, ein Gespräch mit einer Praktikumsleitung, eine Anfrage an das Sekretariat, ein offizielles Telefonat, eine Beschwerde oder eine E-Mail an eine unbekannte Person.

Beispiel:

Unpassend locker: „Hi, ich brauch noch schnell die Info, wann ich morgen kommen soll.“

Adressatenorientiert formell: „Guten Tag, könnten Sie mir bitte mitteilen, um wie viel Uhr ich morgen beginnen soll?“


Sprachliche Merkmale formeller Äußerungen

Formelle Sprache enthält häufig Anredeformen wie „Sie“, „Frau“, „Herr“ oder eine Funktionsbezeichnung. Bitten werden oft mit „bitte“, „könnten“, „würden“ oder „wäre es möglich“ höflich gestaltet. Umgangssprachliche Verkürzungen, Insider-Ausdrücke und sehr persönliche Formulierungen werden eher vermieden, wenn sie nicht zur Beziehung passen.

Auch der Satz „Das ist falsch“ kann formeller und zugleich kooperativer formuliert werden: „Ich komme an dieser Stelle zu einem anderen Ergebnis. Können wir die Rechnung noch einmal gemeinsam prüfen?“


Informelle Sprechweise

Eine informelle Sprechweise ist in vertrauten oder lockeren Situationen üblich. Sie kann Umgangssprache, Verkürzungen, direkte Anreden, humorvolle Bemerkungen oder gruppentypische Wörter enthalten. In Chats kommen zusätzlich Emojis, Abkürzungen und kurze Satzfragmente vor.

Informell bedeutet nicht automatisch unhöflich. Zwischen Freunden kann eine kurze Formulierung völlig angemessen sein, obwohl sie in einem offiziellen Gespräch unpassend wirken würde.

Beispiel:

Zu einem Freund: „Schickst Du mir nachher kurz das Foto von der Aufgabe?“

Zur Lehrkraft: „Könnten Sie das Arbeitsblatt bitte noch einmal hochladen?“

Die Bitte ist ähnlich, aber die Beziehung zwischen den Beteiligten verändert die sprachliche Form.


Informell ist nicht gleich respektlos

Die Äußerung „Ey, gib her!“ ist informell und kann je nach Tonfall zusätzlich unhöflich wirken. Dagegen ist „Kannst Du mir das kurz geben?“ ebenfalls informell, aber höflich. Deshalb musst Du bei der Analyse mehrere Merkmale unterscheiden: Sprachregister, Höflichkeit, Tonfall und Wirkung.


Wertende Sprechweise

Eine wertende Sprechweise zeigt eine positive oder negative Beurteilung. Wertungen können durch Adjektive, Verben, Vergleiche, Übertreibungen oder abwertende beziehungsweise anerkennende Ausdrücke entstehen.

Beispiele für deutlich wertende Aussagen sind:

„Die Präsentation war richtig überzeugend.“

„Die Idee ist völlig unrealistisch.“

„Das war eine hervorragende Lösung.“

„Der Vorschlag ist lächerlich.“

Wertungen sind nicht grundsätzlich falsch. In einer Rezension, Diskussion oder persönlichen Stellungnahme sind sie oft sogar notwendig. Wichtig ist, dass Du erkennst, dass Du wertest, und Deine Bewertung möglichst begründen kannst.


Wertung und sachliche Beschreibung unterscheiden

Vergleiche:

„Der Vortrag war total chaotisch.“

„Im Vortrag wechselten die Themen mehrfach, ohne dass Übergänge erklärt wurden.“

Die erste Aussage bewertet stark. Die zweite beschreibt konkrete Beobachtungen. Für eine Rückmeldung im Unterricht kann eine Verbindung sinnvoll sein: „Ich fand den Aufbau teilweise unübersichtlich, weil zwischen mehreren Themen ohne erkennbare Übergänge gewechselt wurde.“

So wird die persönliche Wertung nachvollziehbar begründet.


Positive und negative Wertungen

Auch Lob ist eine Wertung. „Dein Referat war super“ klingt positiv, bleibt aber ungenau. Hilfreicher ist: „Dein Referat war gut verständlich, weil Du die Fachbegriffe erklärt und passende Beispiele verwendet hast.“

Negative Kritik sollte möglichst nicht die ganze Person abwerten. Statt „Du bist unzuverlässig“ ist in vielen Situationen die konkrete Formulierung „Du hast die vereinbarte Datei zweimal nicht rechtzeitig geschickt“ sachlicher und überprüfbarer.


Kommunikationssituationen aus Deinem Alltag


Situation 1: Gespräch mit einer Freundin

Ausgangssatz: „Ich verstehe die Aufgabe nicht.“

Informell und passend: „Ich check die Aufgabe gerade nicht. Kannst Du mir erklären, wie Du angefangen hast?“

Die Formulierung kann locker sein, weil die Beziehung vertraut ist.


Situation 2: Frage an eine Lehrkraft

Ausgangssatz: „Ich verstehe die Aufgabe nicht.“

Adressatenorientiert: „Könnten Sie bitte noch einmal erklären, was im zweiten Arbeitsschritt verlangt wird?“

Die Formulierung ist genauer und formeller. Außerdem wird konkret gesagt, welcher Teil unklar ist.


Situation 3: Praktikumsbetrieb

Ungeeignet: „Jo, ich komm morgen bisschen später.“

Passender: „Guten Morgen Frau Yilmaz, mein Bus fällt morgen früh aus. Ich werde voraussichtlich etwa zehn Minuten später eintreffen und wollte Sie rechtzeitig informieren.“

Hier sind Verlässlichkeit, Information und respektvolle Ansprache besonders wichtig.


Situation 4: Klassenchat

Unklar und wertend: „Euer Plan für morgen ist echt mies.“

Kooperativer: „Ich glaube, dass wir für den Aufbau mehr Zeit brauchen. Können wir uns schon um 7:45 Uhr treffen?“

Die zweite Formulierung ersetzt eine pauschale Abwertung durch einen Grund und einen konkreten Vorschlag.


Situation 5: Beschwerde in einem Geschäft

Ungeeignet: „Das Teil ist Schrott. Geben Sie mir mein Geld zurück!“

Sachlicher und formeller: „Das Gerät funktioniert seit dem ersten Gebrauch nicht zuverlässig. Ich möchte es deshalb reklamieren und bitte um Auskunft zu den Möglichkeiten der Rückgabe.“

Die sachliche Version beschreibt das Problem, nennt das Ziel und bleibt respektvoll.


Situation 6: Rückmeldung zu einem Referat

Sehr allgemein: „War gut.“

Genauer: „Die Beispiele haben mir geholfen, das Thema zu verstehen. An manchen Stellen könntest Du etwas langsamer sprechen.“

Adressatenorientierte Rückmeldung kombiniert konkrete Beobachtungen mit hilfreichen Hinweisen.


Situation 7: Streit in der Familie

Angreifend: „Du hörst mir nie zu!“

Kooperativer: „Ich habe gerade den Eindruck, dass mein Punkt noch nicht angekommen ist. Ich möchte kurz ausreden und dann hören, wie Du die Sache siehst.“

Pauschale Vorwürfe können Konflikte verstärken. Eine konkrete Beschreibung und eine klare Bitte erleichtern oft das Gespräch.


Situation 8: Öffentlicher Kommentar im Internet

Abwertend: „Wer das glaubt, hat keine Ahnung.“

Sachlicher: „Ich halte diese Behauptung für nicht ausreichend belegt. Welche Quelle stützt sie?“

Öffentliche Kommunikation erreicht oft Menschen, die Du nicht kennst. Deshalb sind nachvollziehbare Begründungen und respektvolle Formulierungen besonders wichtig.


Situation 9: Telefonat mit dem Schulsekretariat

Zu locker: „Hi, ich wollte mal fragen, ob mein Zeug da ist.“

Passender: „Guten Tag, mein Name ist Leon Weber aus der Klasse 9b. Ich möchte fragen, ob meine Bescheinigung bereits im Sekretariat vorliegt.“

Die sprechende Person nennt sich, beschreibt ihr Anliegen eindeutig und verwendet eine passende Höflichkeitsform.


Situation 10: Gruppenarbeit

Befehlend: „Mach Du die Folien.“

Kooperativer: „Könntest Du die Folien übernehmen? Dann kümmere ich mich um die Beispiele und wir vergleichen am Ende beides.“

Auch unter Gleichaltrigen wirkt eine begründete und faire Aufgabenverteilung oft besser als ein bloßer Befehl.


Sprache gezielt umformulieren

Beim Umformulieren sollte nicht nur ein einzelnes Wort ausgetauscht werden. Überprüfe die gesamte Äußerung.

  1. Anrede: Passt „Du“ oder „Sie“?
  2. Wortwahl: Ist sie locker, sachlich, höflich, fachlich oder wertend?
  3. Satzbau: Braucht die Situation vollständige und klare Sätze?
  4. Höflichkeit: Ist eine Bitte angemessener als ein Befehl?
  5. Begründung: Sollte eine Bewertung erklärt werden?
  6. Kontext: Welche Informationen kennt der Adressat noch nicht?
  7. Wirkung: Könnte die Formulierung unnötig verletzen, provozieren oder missverstanden werden?


Die Adressaten-Formel

Eine hilfreiche Denkformel lautet:

Wer spricht mit wem – wo – wozu – über welchen Kanal – mit welcher Wirkung?

Beispiel: Du willst eine Frist verlängern.

Zu einem Freund: „Kannst Du mir noch bis morgen Zeit geben?“

Zu einer Lehrkraft: „Wäre es möglich, die Aufgabe ausnahmsweise morgen abzugeben?“

Zu einer Praktikumsleitung: „Ich möchte höflich anfragen, ob die Abgabefrist für den Bericht bis morgen verlängert werden kann.“

Je offizieller die Situation und je geringer die persönliche Vertrautheit, desto wichtiger werden meist eindeutige Anrede, Höflichkeit und vollständiger Kontext.


Kommunikation hat mehrere Ebenen

Das Vier-Seiten-Modell von Friedemann Schulz von Thun kann helfen zu verstehen, warum dieselbe Äußerung unterschiedlich verstanden wird. Eine Nachricht kann einen Sachinhalt, eine Selbstkundgabe, einen Beziehungshinweis und einen Appell enthalten.

Nimm den Satz: „Hier liegt noch Dein Heft.“

Auf der Sachebene wird mitgeteilt, dass das Heft noch dort liegt. Als Appell kann mitschwingen: „Nimm es mit.“ Auf der Beziehungsebene könnte die Äußerung je nach Ton freundlich erinnernd oder genervt wirken. Gleichzeitig kann die sprechende Person zeigen, dass ihr Ordnung wichtig ist.

Für die Adressatenorientierung ist das wichtig: Nicht nur Wörter, sondern auch Tonfall, Situation und Beziehung beeinflussen die Wirkung.


Sender, Empfänger und mögliche Störungen

Kommunikation funktioniert nur dann zuverlässig, wenn eine Botschaft verständlich übermittelt und passend gedeutet wird. Missverständnisse können zum Beispiel entstehen, wenn Vorwissen fehlt, Begriffe unterschiedlich verstanden werden, Ironie nicht erkannt wird oder eine Nachricht zu knapp formuliert ist.

Eine adressatenorientierte Äußerung verringert solche Risiken, weil sie wichtige Informationen ergänzt und die sprachliche Form an die jeweilige Person anpasst.


Formell, informell, wertend oder sachlich?

Die Kategorien schließen sich nicht vollständig aus. Eine Äußerung kann gleichzeitig formell und wertend sein: „Ihre Ausarbeitung ist fachlich überzeugend.“ Eine informelle Äußerung kann sachlich sein: „Der Bus kommt zehn Minuten später.“ Eine formelle Formulierung kann unangemessen wirken, wenn sie in einer sehr vertrauten Situation künstlich distanziert klingt.

Deshalb solltest Du nicht nur Etiketten vergeben, sondern immer fragen: Welche sprachlichen Merkmale erkenne ich, und welche Wirkung haben sie in dieser konkreten Situation?


Umformulieren mit Ziel

Ausgangssatz: „Das ist Quatsch.“

Für eine Freundin: „Ich sehe das anders. Ich glaube, da fehlt noch ein wichtiger Punkt.“

Für eine Diskussion im Unterricht: „Ich widerspreche der Aussage, weil das Beispiel nicht zur Begründung passt.“

Für eine formelle Rückmeldung: „Diese Schlussfolgerung erscheint mir noch nicht ausreichend begründet.“

Die Grundhaltung bleibt kritisch, aber Wortwahl, Genauigkeit und Höflichkeit verändern sich.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Formulierung passt am ehesten zu einer formellen Anfrage an eine Lehrkraft? (Könnten Sie mir bitte mitteilen, bis wann die Aufgabe abgegeben werden soll?) (!Wann muss das Zeug eigentlich fertig sein?) (!Sag mal schnell, bis wann das weg muss.) (!Ey, wann ist Abgabe?)




Was bedeutet adressatenorientiertes Sprechen? (Die Sprache an Person, Situation und Kommunikationsziel anzupassen) (!Immer besonders komplizierte Wörter zu verwenden) (!In jeder Situation gleich zu sprechen) (!Möglichst viele Fremdwörter einzusetzen)




Welche Äußerung ist deutlich wertend? (Der Vortrag war hervorragend.) (!Der Vortrag dauerte zwölf Minuten.) (!Der Vortrag begann um neun Uhr.) (!Der Vortrag hatte drei Abschnitte.)




Welche Formulierung ist informell und trotzdem höflich? (Kannst Du mir das Foto bitte kurz schicken?) (!Übermitteln Sie mir unverzüglich die Bilddatei.) (!Gib her!) (!Die Zusendung wird hiermit angeordnet.)




Welche Aussage beschreibt eine Beobachtung am sachlichsten? (Im Vortrag wurden drei Beispiele genannt.) (!Der Vortrag war genial.) (!Der Vortrag war total langweilig.) (!Der Vortrag war peinlich.)




Was ist bei einer Beschwerde meist besonders hilfreich? (Das Problem konkret zu beschreiben und das gewünschte Ergebnis zu nennen) (!Die andere Person sofort persönlich anzugreifen) (!Möglichst viele Übertreibungen zu verwenden) (!Das Anliegen absichtlich unklar zu lassen)




Welche Formulierung eignet sich am besten für ein Praktikum? (Guten Morgen, ich werde mich heute voraussichtlich zehn Minuten verspäten.) (!Jo, bin später da.) (!Warte halt kurz auf mich.) (!Keine Ahnung wann ich komme.)




Welche vier Aspekte gehören zum Vier-Seiten-Modell? (Sachinhalt Selbstkundgabe Beziehung Appell) (!Lautstärke Tempo Rechtschreibung Grammatik) (!Anrede Grußformel Datum Unterschrift) (!Frage Antwort Pause Wiederholung)




Warum kann dieselbe Aussage bei verschiedenen Adressaten unterschiedlich formuliert werden? (Weil Beziehung, Rolle, Vorwissen und Situation unterschiedlich sein können) (!Weil formelle Sprache immer wahrer ist) (!Weil informelle Sprache keine Regeln hat) (!Weil jede Person andere Grammatik benötigt)




Welche Überarbeitung macht die Kritik am konkretesten und konstruktivsten? (Ich fand den Aufbau unübersichtlich, weil die Übergänge zwischen den Themen fehlten.) (!Das war einfach schlecht.) (!Du kannst das nicht.) (!Alles war eine Katastrophe.)





Memory

Formelle Sprechweise höflich und eher standardsprachlich in offiziellen Situationen
Informelle Sprechweise locker und häufig in vertrauten Situationen
Adressatenorientierung sprachliche Anpassung an angesprochene Personen
Wertung erkennbare positive oder negative Beurteilung
Sachbeschreibung überprüfbare Darstellung konkreter Merkmale
Appell Aufforderung oder gewünschte Wirkung beim Gegenüber





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Kommunikationssituation
Formelle Anfrage E-Mail an eine unbekannte Praktikumsleitung
Informelle Bitte Nachricht an einen guten Freund
Sachliche Kritik Rückmeldung mit konkreter Beobachtung und Begründung
Wertende Aussage Persönliche Beurteilung eines Vortrags
Adressatenorientierte Umformulierung Anpassung derselben Botschaft an eine Lehrkraft und an einen Mitschüler






Kreuzworträtsel

Register Wie nennt man eine situationsabhängige sprachliche Ausdrucksweise?
Adressat Wie heißt die Person, an die eine Äußerung gerichtet ist?
Höflichkeit Welches sprachliche Prinzip ist bei formellen Bitten besonders wichtig?
Wertung Wie heißt eine positive oder negative Beurteilung?
Kontext Welcher Begriff bezeichnet die Umstände einer Kommunikationssituation?
Appell Welche Seite einer Nachricht will beim Gegenüber etwas bewirken?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Wer seine Sprache an die angesprochene Person anpasst, handelt

.
In offiziellen Situationen ist häufig eine

Sprechweise passend.
Unter engen Freunden ist oft eine

Sprechweise angemessen.
Eine positive oder negative Beurteilung nennt man

.
Konkrete überprüfbare Angaben wirken meist

als pauschale Urteile.
Bei Kritik macht eine

die eigene Einschätzung nachvollziehbarer.
Die sprachliche Wirkung hängt auch vom sozialen

ab.
Im Vier-Seiten-Modell bezeichnet der

das, wozu die andere Person veranlasst werden soll.
Eine höfliche Bitte kann einen direkten

ersetzen.
Beim Umformulieren solltest Du immer die mögliche

auf den Adressaten prüfen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Formell umformulieren: Formuliere die Nachricht „Schick mir endlich das Arbeitsblatt“ so um, dass sie als höfliche Nachricht an eine Lehrkraft geeignet ist.
  2. Informell umformulieren: Formuliere die Bitte „Wären Sie so freundlich, mir die Datei zukommen zu lassen?“ für einen guten Freund passend um.
  3. Wertungen finden: Sammle zehn wertende Wörter aus Rezensionen, Gesprächen oder Kommentaren und ordne sie in positive und negative Wertungen.
  4. Sachlich beschreiben: Ersetze drei pauschale Urteile wie „Das war schlecht“ durch konkrete Beobachtungen.


Standard

  1. Drei Adressaten: Formuliere dieselbe Bitte jeweils für einen Freund, eine Lehrkraft und eine Praktikumsleitung. Markiere anschließend die sprachlichen Unterschiede.
  2. Rollenspiel: Spielt zu zweit ein Gespräch im Schulsekretariat und danach dieselbe Anfrage im Freundeskreis. Vergleicht Anrede, Wortwahl, Satzbau und Höflichkeit.
  3. Konstruktives Feedback: Überarbeite fünf wertende Rückmeldungen zu einem Referat so, dass jede Rückmeldung eine konkrete Beobachtung und einen Verbesserungsvorschlag enthält.
  4. Chat und E-Mail: Schreibe eine kurze Chatnachricht und eine formelle E-Mail mit demselben Anliegen. Erkläre, warum Du die beiden Texte unterschiedlich formulierst.


Schwer

  1. Gesprächsanalyse: Zeichne mit Zustimmung der Beteiligten ein kurzes Rollenspiel auf. Untersuche anschließend mindestens fünf Äußerungen auf Sprechweise, Adressatenbezug und mögliche Wirkung.
  2. Mehrdeutige Nachricht: Entwickle drei Äußerungen, die auf Sach-, Beziehungs- und Appellebene unterschiedlich verstanden werden können. Erkläre jeweils mögliche Missverständnisse.
  3. Registerwechsel: Schreibe einen kurzen Konfliktdialog zuerst sehr informell und wertend, danach formell und sachlich. Vergleiche, wie sich die Beziehung zwischen den Figuren sprachlich verändert.
  4. Erklärvideo: Produziere ein zwei- bis dreiminütiges Erklärvideo mit mindestens vier Alltagssituationen, in denen eine Äußerung für unterschiedliche Adressaten umformuliert wird.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Adressatenanalyse: Du willst Deinen Praktikumsbetrieb darüber informieren, dass Du wegen eines Arzttermins später kommst. Formuliere eine passende Nachricht und begründe mindestens vier sprachliche Entscheidungen.
  2. Mehrfach umformulieren: Ausgangssatz ist „Das ist eine schlechte Idee.“ Formuliere ihn für einen guten Freund, eine Klassendiskussion und eine formelle Besprechung um. Erkläre die jeweiligen Unterschiede.
  3. Konflikt entschärfen: Überarbeite den Satz „Du machst immer alles falsch!“ so, dass eine konkrete Kritik erhalten bleibt, aber der persönliche Angriff reduziert wird. Begründe Deine Lösung.
  4. Wirkung vergleichen: Vergleiche „Mach das Fenster zu!“ und „Könntest Du bitte das Fenster schließen?“. Erkläre, in welchen Situationen jede Variante passend oder unpassend sein könnte.
  5. Wertung und Begründung: Formuliere eine negative Bewertung eines Vortrags so um, dass sie durch zwei konkrete Beobachtungen gestützt wird.
  6. Vier Seiten anwenden: Analysiere die Äußerung „Du bist ja schon da“ mit dem Vier-Seiten-Modell und entwickle zwei unterschiedliche Kontexte, in denen der Satz verschieden wirkt.




Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du nicht nur Begriffe kennst, sondern Sprache bewusst einsetzen und ihre Wirkung begründen kannst.

  1. Du erkennst formelle, informelle, sachliche und wertende Merkmale in Äußerungen.
  2. Du bestimmst wichtige Faktoren einer Kommunikationssituation.
  3. Du formulierst dieselbe Botschaft passend für unterschiedliche Adressaten um.
  4. Du ersetzt pauschale oder verletzende Wertungen durch konkrete und begründete Aussagen.
  5. Du erklärst die Wirkung von Anrede, Wortwahl, Satzbau, Höflichkeit und Ton.
  6. Du kannst einfache Kommunikationsprobleme mithilfe des Vier-Seiten-Modells untersuchen.
  7. Du begründest, warum eine Formulierung in einem bestimmten Kontext angemessen oder unangemessen ist.




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