Zum Inhalt springen

D9 M - Rechtschreibung und Zeichensetzung sicher anwenden

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel

D9 M - Rechtschreibung und Zeichensetzung sicher anwenden




Einleitung

Sicheres Schreiben bedeutet mehr als „Fehler vermeiden“. Du musst Regeln erkennen, auf neue Fälle übertragen, Zweifelsfälle prüfen und Deine Entscheidungen begründen können. Genau darum geht es in diesem aiMOOC für die 9. Klasse auf M-Niveau: Du festigst zentrale Regeln der Rechtschreibung und Zeichensetzung, wendest sie auf zunehmend komplexe Sätze an und lernst, eigene sowie fremde Texte systematisch zu überarbeiten.

Die deutsche Rechtschreibung ist normiert. Das amtliche Regelwerk wurde zuletzt 2024 aktualisiert. Für den Schulalltag besonders wichtig sind unter anderem Groß- und Kleinschreibung, die Schreibung von s-Lauten, Getrennt- und Zusammenschreibung, die Unterscheidung von „das“ und „dass“ sowie Regeln zu Kommas, Doppelpunkt, Semikolon, Gedankenstrich und der Zeichensetzung bei direkter Rede.

Rechtschreibregeln verändern sich im Laufe der Sprachgeschichte. Für Deine Arbeit zählt aber immer die aktuell geltende Norm. Wenn Du bei einem Einzelfall unsicher bist, solltest Du deshalb nicht raten, sondern gezielt eine Regel anwenden oder in einem zuverlässigen Wörterbuch nachschlagen.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du:

  1. Rechtschreibstrategien gezielt auswählen und erklären.
  2. Groß- und Kleinschreibung auch bei Nominalisierungen sicher anwenden.
  3. die Schreibung von „das“ und „dass“ grammatisch begründen.
  4. s, ss und ß mithilfe der Laut- und Vokalstruktur unterscheiden.
  5. häufige Fälle der Getrennt- und Zusammenschreibung prüfen.
  6. Kommas zwischen Haupt- und Nebensätzen, bei Aufzählungen, Einschüben, Relativsätzen und Infinitivgruppen setzen.
  7. Doppelpunkt, Semikolon und Gedankenstrich ihrer Funktion entsprechend verwenden.
  8. Zeichensetzung bei direkter Rede korrekt anwenden.
  9. Fehler in fremden Texten nicht nur verbessern, sondern nach Fehlerarten ordnen und Regelbezüge nennen.
  10. eigene Texte mithilfe eines mehrstufigen Korrekturverfahrens selbstständig überarbeiten.


Systematisch korrigieren statt raten

Ein guter Korrekturprozess läuft in mehreren Schritten ab. Wenn Du alles gleichzeitig prüfen willst, übersiehst Du leicht Fehler. Arbeite deshalb in Korrekturrunden.

Korrekturrunde Leitfrage Typische Prüfschritte
1. Satzbau Wo beginnen und enden Teilsätze? finite Verben markieren, Haupt- und Nebensätze bestimmen, Satzgrenzen prüfen
2. Zeichensetzung Welche Satzteile müssen oder können abgetrennt werden? Kommas, Doppelpunkt, Semikolon, Gedankenstrich, direkte Rede
3. Wortarten Welche Wörter werden groß- oder kleingeschrieben? Nomen, Nominalisierungen, Eigennamen, Satzanfänge
4. Wortschreibung Welche Schreibweise verlangt die Wortstruktur? das/dass, s-Laute, Getrennt- und Zusammenschreibung, Bindestrich
5. Zweifelsfälle Welche Entscheidung kann ich nicht sicher aus einer Regel ableiten? Wörterbuch oder amtliches Regelwerk benutzen
6. Begründung Kann ich die Korrektur erklären? Fehler benennen, Regel nennen, korrigierte Form begründen


Groß- und Kleinschreibung

Nomen werden großgeschrieben. Schwieriger sind Wörter, die ursprünglich einer anderen Wortart angehören, aber im Satz wie ein Nomen verwendet werden. Solche Nominalisierungen erkennst Du oft an Begleitern wie Artikeln, Pronomen, Präpositionen mit Artikel oder näheren Attributen.

Beispiele:

  1. Beim Lesen anspruchsvoller Texte hilft es, Satzgrenzen zu markieren.
  2. Wir wünschen dir alles Gute.
  3. Im Allgemeinen setzt sie Kommas sehr sicher.
  4. Er hatte nichts Besseres zu tun.
  5. Das Korrigieren eigener Texte erfordert Abstand und Konzentration.

Verben, Adjektive, Pronomen, Artikel, Präpositionen und Konjunktionen werden normalerweise kleingeschrieben, sofern keine Nominalisierung oder andere Großschreibregel vorliegt.


Strategie: Nominalisierung erkennen

Prüfe nacheinander:

  1. Kann ein Artikel oder ein anderes Begleitwort ergänzt werden?
  2. Hat das Wort die Funktion eines Nomens?
  3. Kann das Wort durch ein typisches Nomen ersetzt werden, ohne dass der Satzbau verändert wird?

Beispiel: „Beim schnellen Lesen übersieht man leicht Fehler.“ – „Lesen“ steht nach „beim“, also nach „bei dem“, und wird als Nomen gebraucht. Deshalb wird es großgeschrieben.


Das oder dass

„Das“ und „dass“ klingen gleich, erfüllen aber unterschiedliche grammatische Funktionen.

Form Funktion Probe Beispiel
das Artikel, Demonstrativpronomen oder Relativpronomen oft durch „dieses“, „jenes“ oder „welches“ ersetzbar Das Heft, das auf dem Tisch liegt, gehört mir.
dass unterordnende Konjunktion keine Ersatzprobe mit „dieses“, „jenes“ oder „welches“ möglich Ich weiß, dass die Regel schwierig ist.

Entscheidend ist also nicht der Klang, sondern die grammatische Funktion.


Anspruchsvollere Fälle

Beispiel: „Sie behauptet, dass das Ergebnis, das wir gestern überprüft haben, eindeutig ist.“

Hier kommen beide Schreibweisen vor:

  1. „dass“ leitet einen Nebensatz ein.
  2. „das Ergebnis“ enthält den Artikel „das“.
  3. „das wir gestern überprüft haben“ enthält das Relativpronomen „das“, das sich auf „Ergebnis“ bezieht.


s, ss oder ß

Für die Unterscheidung von „ss“ und „ß“ ist die Länge des vorangehenden Vokals entscheidend. Nach kurzem betontem Vokal steht bei entsprechendem s-Laut in der Regel „ss“, nach langem Vokal oder Diphthong „ß“.

kurzer Vokal langer Vokal oder Diphthong
müssen grüßen
wissen schließen
Fluss Fuß
Kuss Gruß

Ein einfaches „s“ kann stimmhaft oder in bestimmten Wortformen auch stimmlos gesprochen werden. Deshalb genügt die Regel „kurzer Vokal = ss, langer Vokal = ß“ nicht für jedes Wort mit s-Laut. Bei Zweifelsfällen helfen Wortfamilie, Verlängerung und Wörterbuch.


Getrennt- und Zusammenschreibung

Die Getrennt- und Zusammenschreibung hängt oft davon ab, wie eng zwei Bestandteile grammatisch und inhaltlich zusammengehören. Zusammengesetzte Nomen werden grundsätzlich zusammengeschrieben, etwa „Rechtschreibregel“, „Fehleranalyse“ oder „Textüberarbeitung“.

Bei Verbindungen mit Verben musst Du genauer prüfen. Manche Verbindungen werden getrennt geschrieben, andere bilden eine feste Gesamtbedeutung. In Zweifelsfällen ist das Nachschlagen besonders sinnvoll, weil Bedeutung und grammatische Struktur entscheidend sein können.

Beispiel:

  1. Wir werden heute Rad fahren.
  2. Das Radfahren macht ihr Spaß.
  3. Die Sitzung wird morgen stattfinden.

Beim ersten Beispiel liegt eine Verbindung aus Nomen und Verb vor. Im zweiten Beispiel ist die gesamte Verbindung nominalisiert. Im dritten Beispiel bildet das Verb eine feste Einheit.


Bindestrich

Der Bindestrich kann komplexe Zusammensetzungen übersichtlicher machen oder ist in bestimmten Verbindungen erforderlich. Typische Fälle sind Zusammensetzungen mit Einzelbuchstaben, Abkürzungen oder Ziffern.

Beispiele:

  1. E-Mail-Adresse
  2. 3-Zimmer-Wohnung
  3. EU-Richtlinie
  4. x-Achse

Wichtig ist, dass Du Bindestrich und Gedankenstrich nicht verwechselst. Der Bindestrich verbindet Wortbestandteile. Der Gedankenstrich gliedert Sätze oder markiert Einschübe.


Kommasetzung: Satzstrukturen erkennen

Das Komma ist kein „Atemzeichen“. Es markiert grammatische Strukturen. Deshalb solltest Du beim Korrigieren zuerst finite Verben suchen und Teilsätze bestimmen.


Hauptsatz und Nebensatz

Nebensätze werden vom übergeordneten Satz durch Komma abgetrennt.

Beispiele:

  1. Ich korrigiere den Text, weil ich mehrere Fehler entdeckt habe.
  2. Obwohl sie die Regel kannte, setzte sie das Komma falsch.
  3. Der Text, den wir gestern geschrieben haben, enthält drei Nebensätze.

Eingeschobene Nebensätze werden durch zwei Kommas abgegrenzt: „Der Text, den wir gestern geschrieben haben, enthält drei Nebensätze.“


Relativsätze

Relativsätze geben nähere Informationen zu einem Nomen oder Pronomen. Sie werden durch Kommas abgetrennt.

Beispiel: „Die Regel, die wir heute wiederholen, hilft bei vielen Sätzen.“

Erkenne den Bezug: „die“ bezieht sich auf „Regel“. Das Relativpronomen gehört zum Nebensatz.


Aufzählungen

Gleichrangige Wörter oder Wortgruppen werden durch Kommas getrennt, wenn sie nicht durch „und“, „oder“, „sowie“ oder eine vergleichbare Konjunktion verbunden sind.

Beispiel: „Der Text ist präzise, verständlich, logisch und sprachlich korrekt.“

Bei nicht gleichrangigen Adjektiven steht kein Komma: „ein komplizierter grammatischer Fall“

Eine Probe kann helfen: Lassen sich die Adjektive sinnvoll mit „und“ verbinden oder vertauschen? Dann sind sie häufig gleichrangig.


Entgegensetzende Konjunktionen

Vor Konjunktionen wie „aber“, „sondern“, „doch“ oder „jedoch“ steht häufig ein Komma, wenn sie gleichrangige Satzteile oder Sätze gegeneinander abgrenzen.

Beispiel: „Der Satz ist lang, aber grammatisch korrekt.“


Infinitivgruppen

Infinitivgruppen mit „zu“ verlangen besondere Aufmerksamkeit. Ein Komma ist unter anderem verpflichtend, wenn die Infinitivgruppe:

  1. mit „um“, „ohne“, „statt“, „anstatt“, „außer“ oder „als“ eingeleitet wird,
  2. von einem Nomen abhängt,
  3. durch ein hinweisendes Wort wie „es“, „dazu“ oder „daran“ angekündigt oder wieder aufgenommen wird.

Beispiele:

  1. Sie übt täglich, um sicherer zu schreiben.
  2. Er hatte den Wunsch, den Text noch einmal zu prüfen.
  3. Sie dachte nicht daran, den Satz umzuschreiben.

In anderen Infinitivgruppen kann die Kommasetzung teilweise freigestellt sein. Setze ein mögliches Komma dann bewusst zur Gliederung, besonders wenn der Satz sonst schwer verständlich wäre.


Doppelpunkt, Semikolon und Gedankenstrich

Der Doppelpunkt kündigt häufig etwas an: eine Erklärung, Aufzählung, Folgerung oder direkte Rede. Nach einem Doppelpunkt wird großgeschrieben, wenn ein vollständiger selbstständiger Satz oder direkte Rede folgt. Folgt nur eine Wortgruppe oder unselbstständige Fortsetzung, wird in der Regel kleingeschrieben.

Das Semikolon trennt stärker als ein Komma, aber schwächer als ein Punkt. Es eignet sich, wenn zwei eng zusammengehörige selbstständige Einheiten voneinander abgegrenzt werden sollen.

Der Gedankenstrich kann einen Einschub, einen überraschenden Wechsel oder eine deutliche gedankliche Zäsur markieren.

Beispiel: „Sie war sich sicher – und bemerkte erst später den entscheidenden Fehler.“


Direkte Rede

Bei direkter Rede musst Du Anführungszeichen, Satzzeichen und Begleitsatz aufeinander abstimmen.

Beispiele:

  1. Der Lehrer sagte: „Prüft zuerst die Satzstruktur.“
  2. „Ich habe den Fehler gefunden“, sagte Mira.
  3. „Hast du die Regel verstanden?“, fragte Jonas.
  4. „Achte auf das Komma!“, rief die Lehrerin.

Frage- und Ausrufezeichen der direkten Rede bleiben erhalten. Folgt danach ein Begleitsatz, steht zusätzlich das notwendige Komma nach dem schließenden Anführungszeichen.


Fehler erklären: die Begründung zählt

Eine gute Korrektur besteht aus drei Teilen:

Schritt Beispiel
Fehler benennen „dass“ wurde fälschlich mit nur einem s geschrieben.
Regel nennen Die Konjunktion „dass“ leitet einen Nebensatz ein und ist nicht durch „dieses“, „jenes“ oder „welches“ ersetzbar.
Korrektur einsetzen „Ich weiß, dass du kommst.“

Statt „Das sieht falsch aus“ solltest Du also möglichst präzise formulieren: „Hier steht ein Relativsatz, deshalb muss er durch Kommas vom Hauptsatz getrennt werden.“


Korrekturwerkstatt: Trainingsstufe 1

Korrigiere jeden Satz vollständig und notiere zu jeder Änderung die passende Regel.

Nr. Fehlerhafter Satz
1 Beim schnellen lesen übersieht man leicht das ein Komma fehlt.
2 Ich hoffe das du weißt, dass das Heft das auf dem Tisch liegt mir gehört.
3 Obwohl der Text sehr lang war las sie ihn sorgfältig und markierte jeden Nebensatz.
4 Sie nahm sich vor den schwierigen Abschnitt ohne Hilfe zu überarbeiten.
5 Das beste am korrigieren ist das man aus eigenen Fehlern lernen kann.
6 „Ich prüfe zuerst die Verben.“ sagte Amir.


Korrekturwerkstatt: Trainingsstufe 2

Entscheide nicht nur, was falsch ist, sondern auch, welche Fehlerstrategie am schnellsten zur Lösung führt: Satzanalyse, Ersatzprobe, Nominalisierungsprobe, Vokallängenprobe oder Nachschlagen.

Satz Deine Aufgabe
„Sie bemerkte das dass, das den Nebensatz einleitet, falsch geschrieben war.“ Korrigiere und begründe jeden der drei Fälle von das/dass.
„Im allgemeinen fällt ihr das selbstständige korrigieren schwer.“ Prüfe Groß- und Kleinschreibung.
„Er beschloss ohne länger zu zögern den Text abzugeben.“ Prüfe beide möglichen Kommapositionen und begründe.
„Die Klasse wollte den Text genau prüfen aber die Zeit war knapp.“ Prüfe Satzstruktur und Zeichensetzung.
„Sie wusste nicht ob sie den Ausdruck wieder erkennen oder im Wörterbuch nachschlagen sollte.“ Prüfe Zusammenschreibung und Kommasetzung.


Korrekturwerkstatt: Trainingsstufe 3

Überarbeite den folgenden Text. Er enthält Fehler aus mehreren Bereichen. Markiere zuerst nur die Stellen, die Dir auffällig erscheinen. Korrigiere erst im zweiten Durchgang.

„Viele Jugendliche glauben das Rechtschreibung nur in Klassenarbeiten wichtig ist. Tatsächlich entscheidet sie aber auch darüber wie verständlich ein Text wirkt. Wer beim schreiben Satzgrenzen erkennt kann Kommas meist sicherer setzen. Besonders schwierig wird es wenn mehrere Nebensätze eingeschoben sind oder Infinitivgruppen hinzu kommen. Deshalb ist es sinnvoll einen Text nicht einfach nur noch einmal zu lesen sondern ihn in mehreren Korrekturrunden zu prüfen.“

Bearbeite anschließend drei Zusatzaufträge:

  1. Ordne jeden gefundenen Fehler einer Fehlerkategorie zu.
  2. Begründe mindestens fünf Korrekturen mit einer Regel.
  3. Erkläre, welche zwei Fehler Du beim ersten Lesen am leichtesten übersehen hast und warum.


Korrekturwerkstatt: Trainingsstufe 4

Nun arbeitest Du wie eine Lektorin oder ein Lektor. Der folgende Text ist nicht nur orthografisch zu prüfen. Entscheide zusätzlich, wo Satzzeichen die Verständlichkeit verbessern.

„Die Schülervertretung hatte angekündigt am Freitag eine Aktion durchzuführen die zeigen sollte wie wichtig verständliche Sprache im Schulalltag ist viele Klassen beteiligten sich daran einige gestalteten Plakate andere untersuchten Elternbriefe Aushänge und Internetseiten besonders auffällig war das manche Texte zwar keine eindeutigen Rechtschreibfehler enthielten aber durch fehlende Gliederung schwer zu verstehen waren.“

Arbeitsauftrag:

  1. Setze alle notwendigen Satzzeichen.
  2. Prüfe Groß- und Kleinschreibung sowie das/dass.
  3. Teile den Text sinnvoll in Sätze.
  4. Begründe mindestens eine Stelle, an der mehr als eine vertretbare Zeichensetzung möglich ist.
  5. Formuliere anschließend eine stilistisch verbesserte Endfassung.


Strategien für eigene Texte

Beim Überarbeiten eigener Texte ist man für eigene Fehler oft „blind“, weil man weiß, was man ausdrücken wollte. Diese Methoden helfen:

  1. Lies den Text mit zeitlichem Abstand.
  2. Prüfe pro Durchgang nur eine Fehlergruppe.
  3. Markiere zunächst alle finiten Verben und Satzgrenzen.
  4. Suche anschließend gezielt nach Nebensatzsignalen wie „weil“, „obwohl“, „dass“, „wenn“, „während“ oder Relativpronomen.
  5. Prüfe danach Nominalisierungen und schwierige Wortschreibungen.
  6. Lies den Text zuletzt langsam rückwärts Satz für Satz oder Wortgruppe für Wortgruppe, wenn Du Dich auf die reine Schreibung konzentrieren willst.
  7. Begründe Zweifelsfälle schriftlich; eine begründete Entscheidung ist zuverlässiger als bloßes Sprachgefühl.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Schreibweise ist richtig? (Ich weiß, dass der Text, den du meinst, bereits korrigiert wurde.) (!Ich weiß, das der Text den du meinst bereits korrigiert wurde.) (!Ich weiß dass der Text, dass du meinst, bereits korrigiert wurde.) (!Ich weiß, dass der Text den du meinst bereits korrigiert wurde.)




Wann ist ein Komma bei einer Infinitivgruppe verpflichtend? (Wenn sie mit um eingeleitet wird) (!Immer bei jedem Infinitiv mit zu) (!Nur wenn der Satz besonders lang ist) (!Nie bei einem Infinitiv mit zu)




Welche Form enthält eine korrekte Nominalisierung? (Beim genauen Lesen fallen die Fehler auf.) (!Beim genauen lesen fallen die Fehler auf.) (!Beim Genau lesen fallen die Fehler auf.) (!Beim genauen Lesen fallen die fehler auf.)




Welche Aussage zur Kommasetzung ist richtig? (Ein eingeschobener Relativsatz wird durch zwei Kommas abgegrenzt.) (!Vor jedem und muss ein Komma stehen.) (!Kommas werden immer dort gesetzt, wo man beim Sprechen Luft holt.) (!Zwischen Hauptsatz und Nebensatz darf nie ein Komma stehen.)




Welche Schreibweise ist richtig? (Sie musste wissen, wie groß der Fluss ist.) (!Sie mußte wissen, wie gross der Fluß ist.) (!Sie musste wißen, wie groß der Fluss ist.) (!Sie mußte wißen, wie gross der Fluß ist.)




Welche Zeichensetzung der direkten Rede ist korrekt? („Hast du den Text geprüft?“, fragte Lena.) (!„Hast du den Text geprüft“, fragte Lena?) (!„Hast du den Text geprüft?“, fragte Lena?) (!„Hast du den Text geprüft,“ fragte Lena.)




Welche Aussage über den Doppelpunkt trifft zu? (Nach einem Doppelpunkt wird großgeschrieben, wenn ein vollständiger selbstständiger Satz folgt.) (!Nach einem Doppelpunkt wird immer kleingeschrieben.) (!Nach einem Doppelpunkt wird immer großgeschrieben.) (!Ein Doppelpunkt darf nur vor Aufzählungen stehen.)




Welche Probe hilft besonders bei der Unterscheidung von das und dass? (Die Ersatzprobe mit dieses, jenes oder welches) (!Die Steigerungsprobe) (!Die Mehrzahlprobe) (!Die Klangprobe)




Welche Aussage zum Semikolon ist richtig? (Es trennt stärker als ein Komma und schwächer als ein Punkt.) (!Es ersetzt grundsätzlich jedes Komma.) (!Es darf nur in direkter Rede verwendet werden.) (!Es steht immer am Satzende.)




Was ist beim selbstständigen Korrigieren besonders sinnvoll? (Den Text in mehreren Korrekturrunden nach Fehlerarten zu prüfen) (!Alle Fehlerarten gleichzeitig möglichst schnell zu suchen) (!Nur auf das eigene Sprachgefühl zu vertrauen) (!Jeden langen Satz grundsätzlich in zwei Sätze zu teilen)





Memory

Nominalisierung Großschreibung eines als Nomen gebrauchten Wortes
Relativsatz durch Kommas abgegrenzter Nebensatz mit Bezug auf ein Nomen oder Pronomen
Ersatzprobe Hilfsmittel zur Unterscheidung von das und dass
Infinitivgruppe Wortgruppe mit Infinitiv und zu
Semikolon Satzzeichen zwischen Komma und Punkt
Doppelpunkt kündigt häufig Erklärung, Aufzählung oder direkte Rede an
Gedankenstrich markiert eine deutliche gedankliche Zäsur
Korrekturrunde gezielte Prüfung einer bestimmten Fehlergruppe





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Ersatzprobe das oder dass
Vokallängenprobe ss oder ß
Satzanalyse Kommas zwischen Teilsätzen
Nominalisierungsprobe Groß- und Kleinschreibung
Nachschlagen Getrennt- und Zusammenschreibung





Kreuzworträtsel

Komma Welches Satzzeichen trennt unter anderem Haupt- und Nebensatz?
Relativsatz Wie heißt ein Nebensatz, der sich auf ein Nomen oder Pronomen bezieht?
Doppelpunkt Welches Satzzeichen kann eine Erklärung oder direkte Rede ankündigen?
Semikolon Welches Satzzeichen trennt stärker als ein Komma, aber schwächer als ein Punkt?
Nominalisierung Wie heißt die Verwendung eines Verbs oder Adjektivs als Nomen?
Infinitivgruppe Wie heißt eine Wortgruppe mit einem Infinitiv und zu?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Beim Korrigieren komplexer Sätze solltest Du zuerst die

markieren. Ein Nebensatz wird vom übergeordneten Satz durch ein

abgetrennt. Ein eingeschobener Relativsatz benötigt an seinen Grenzen insgesamt

. Die Konjunktion

kann nicht durch „dieses“, „jenes“ oder „welches“ ersetzt werden. Wird ein Verb als Nomen gebraucht, spricht man von einer

. Nach einem kurzen betonten Vokal steht beim entsprechenden s-Laut häufig

. Nach einem langen Vokal oder Diphthong steht beim entsprechenden s-Laut häufig

. Eine mit „um“ eingeleitete Infinitivgruppe wird durch ein

abgetrennt. Der

kann eine Erklärung oder direkte Rede ankündigen. Das

trennt stärker als ein Komma, aber schwächer als ein Punkt. Bei schwierigen Fällen der Getrennt- und Zusammenschreibung solltest Du gezielt

. Eine gute Korrektur enthält neben der verbesserten Form auch eine

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Fehlerkartei: Lege eine persönliche Fehlerkartei mit mindestens zehn typischen Fehlern an. Notiere zu jedem Fehler die richtige Form und eine kurze Regel.
  2. Kommajagd: Suche in einem selbst geschriebenen Text alle finiten Verben und markiere anschließend alle Satzgrenzen. Prüfe erst danach die Kommas.
  3. Das-dass-Training: Schreibe acht eigene Sätze, in denen „das“ und „dass“ mehrfach vorkommen. Begründe jede Schreibweise mit der grammatischen Funktion oder der Ersatzprobe.
  4. Nominalisierungen: Formuliere sechs Sätze mit substantivierten Verben oder Adjektiven und erkläre jeweils, woran Du die Großschreibung erkennst.


Standard

  1. Fehleranalyse: Tausche einen Text mit einer Mitschülerin oder einem Mitschüler. Korrigiert euch gegenseitig und ordnet mindestens zehn Korrekturen den Kategorien Satzbau, Zeichensetzung, Groß- und Kleinschreibung, Wortschreibung oder Zweifelsfall zu.
  2. Regelbegründung: Wähle fünf Korrekturen aus einem fremden Text und schreibe zu jeder eine vollständige Begründung aus Fehler, Regel und Korrektur.
  3. Textredaktion: Überarbeite einen älteren eigenen Aufsatz in mindestens drei getrennten Korrekturrunden. Dokumentiere, welche Fehler Du in welcher Runde gefunden hast.
  4. Zeichensetzungsvarianten: Schreibe fünf komplexe Sätze, bei denen Doppelpunkt, Semikolon oder Gedankenstrich sinnvoll eingesetzt werden können. Erkläre die Wirkung Deiner Entscheidung.


Schwer

  1. Lektorat: Bearbeite einen fremden Text von mindestens 250 Wörtern. Kennzeichne Fehler, korrigiere sie und verfasse anschließend einen kurzen Lektoratsbericht mit den drei häufigsten Fehlermustern.
  2. Regelwerk-Test: Sammle fünf echte Zweifelsfälle aus Alltagstexten, Chats, Schultexten oder öffentlichen Aushängen. Prüfe jeden Fall mit Wörterbuch oder Regelwerk und dokumentiere Deine Recherche.
  3. Korrekturkonferenz: Vergleicht in einer Gruppe unterschiedliche Korrekturvorschläge für denselben komplexen Absatz. Einigt euch nur dort auf eine Änderung, wo ihr sie mit einer Regel oder einem klaren Verständlichkeitsargument begründen könnt.
  4. Redaktionsprojekt: Erstellt zu zweit eine fehlerhafte Musterseite von etwa 300 Wörtern mit mindestens 20 gezielt eingebauten Fehlern aus unterschiedlichen Kategorien. Tauscht die Texte mit einer anderen Gruppe, korrigiert sie gegenseitig und bewertet anschließend die Qualität der Begründungen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Korrektur und Begründung: Korrigiere einen unbekannten Text mit mindestens zwölf Fehlern aus verschiedenen Bereichen. Für mindestens acht Änderungen musst Du eine Regelbegründung formulieren.
  2. Fehlerpriorisierung: Du hast nur fünf Minuten für die Überarbeitung eines längeren Textes. Entwickle eine sinnvolle Reihenfolge der Korrekturschritte und begründe, warum Du bestimmte Fehlerarten zuerst prüfst.
  3. Mehrdeutigkeit durch Zeichensetzung: Formuliere ein Beispiel, in dem unterschiedliche Zeichensetzung die Bedeutung oder Lesart verändert. Erkläre genau, wie die Satzstruktur die Interpretation beeinflusst.
  4. Transfer auf eigene Texte: Vergleiche einen ersten Entwurf mit Deiner überarbeiteten Fassung. Zeige an mindestens fünf Stellen, wie Rechtschreibung oder Zeichensetzung die Verständlichkeit verbessert.
  5. Regelkonflikt: Untersuche einen Satz, bei dem Du zunächst zwischen zwei Schreib- oder Zeichensetzungsvarianten schwankst. Dokumentiere Deinen Entscheidungsweg von der ersten Vermutung bis zur begründeten Lösung.
  6. Peer-Review: Beurteile die Korrektur eines Mitschülers oder einer Mitschülerin. Prüfe nicht nur das Ergebnis, sondern auch, ob die Regelbegründungen fachlich passen und verständlich formuliert sind.




Lernnachweis

Für einen erfolgreichen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur richtige Schreibweisen produzierst, sondern Deine Entscheidungen nachvollziehbar begründen kannst.

  1. Du erkennst Haupt- und Nebensätze sowie eingeschobene Satzstrukturen.
  2. Du setzt notwendige Kommas sicher und kannst optionale Gliederungskommas von Pflichtkommas unterscheiden.
  3. Du beherrschst wichtige Regeln zu Groß- und Kleinschreibung, das/dass und s-Lauten.
  4. Du kannst bei Getrennt- und Zusammenschreibung begründet entscheiden oder gezielt nachschlagen.
  5. Du verwendest Doppelpunkt, Semikolon, Gedankenstrich und Zeichen der direkten Rede funktional.
  6. Du kategorisierst Fehler und leitest daraus persönliche Fehlerschwerpunkte ab.
  7. Du überarbeitest eigene Texte in mehreren Korrekturrunden.
  8. Du korrigierst fremde Texte respektvoll, präzise und regelbasiert.
  9. Du kannst Zweifelsfälle mit geeigneten Nachschlagewerken klären.
  10. Du erklärst, wie korrekte Rechtschreibung und Zeichensetzung die Verständlichkeit eines Textes verbessern.




OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite
Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...