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D9 G - Stellungnahmen überarbeiten

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D9 G - Stellungnahmen überarbeiten




D9 G - Stellungnahmen überarbeiten


Einleitung

Eine Stellungnahme ist dann überzeugend, wenn Du nicht nur Deine Meinung nennst, sondern Deinen Standpunkt verständlich, passend zur Aufgabe und nachvollziehbar begründest. In einer Klassenarbeit ist deshalb nicht nur wichtig, was Du schreibst. Ebenso wichtig ist, wie gut Du Deinen ersten Entwurf überarbeitest.

In diesem aiMOOC lernst Du, eine Stellungnahme gezielt zu prüfen und zu verbessern. Der Schwerpunkt liegt auf dem Überarbeiten. Du kontrollierst Deinen Text Schritt für Schritt auf:

  1. Aufgabenbezug: Habe ich wirklich genau die gestellte Frage beantwortet?
  2. Argumente: Sind meine Argumente nachvollziehbar und überzeugend?
  3. Beispiele und Belege: Verdeutlichen sie meine Argumente?
  4. Aufbau: Sind Einleitung, Hauptteil und Schluss klar erkennbar?
  5. Adressatenbezug: Passt mein Text zu den Personen, für die ich schreibe?
  6. Wortwahl: Schreibe ich sachlich, treffend und abwechslungsreich?
  7. Satzbau: Sind meine Sätze verständlich und miteinander verbunden?
  8. Rechtschreibung und Zeichensetzung: Ist mein Text sprachlich korrekt?

Du arbeitest dabei wie eine Textprüferin oder ein Textprüfer: Zuerst prüfst Du den Inhalt, dann die Sprache und ganz am Ende die Rechtschreibung und Zeichensetzung.

Das Video erklärt den grundsätzlichen Aufbau einer Stellungnahme. Für diesen aiMOOC ist besonders wichtig: Ein fertiger erster Entwurf ist noch nicht das Ende. Durch gezieltes Überarbeiten wird aus einem verständlichen Text ein überzeugender Text.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du:

  1. den Arbeitsauftrag einer Stellungnahme genau erfassen,
  2. eine eigene Position eindeutig formulieren,
  3. Argumente auf ihre Überzeugungskraft prüfen,
  4. Behauptung, Begründung und Beispiel sinnvoll verbinden,
  5. Einleitung, Hauptteil und Schluss verbessern,
  6. Deinen Text auf die vorgesehenen Adressatinnen und Adressaten abstimmen,
  7. ungenaue oder umgangssprachliche Wörter ersetzen,
  8. unklare und fehlerhafte Sätze überarbeiten,
  9. typische Rechtschreib- und Zeichensetzungsfehler finden,
  10. eine prüfungstaugliche Checkliste selbstständig anwenden.


Was bedeutet „eine Stellungnahme überarbeiten“?

Überarbeiten bedeutet nicht, den ganzen Text noch einmal schön abzuschreiben. Du prüfst vielmehr, ob Dein Text seine Aufgabe erfüllt. Dabei gehst Du vom Großen zum Kleinen vor.

Sinnvolle Reihenfolge beim Überarbeiten:

  1. Aufgabe prüfen: Passt der ganze Text zur Fragestellung?
  2. Inhalt prüfen: Sind Standpunkt, Argumente und Beispiele überzeugend?
  3. Aufbau prüfen: Ist die Gedankenfolge klar?
  4. Adressaten prüfen: Passt der Ton zur Schreibsituation?
  5. Sprache prüfen: Sind Wortwahl und Satzbau verständlich?
  6. Fehler prüfen: Stimmen Rechtschreibung und Zeichensetzung?

Merke: Es bringt wenig, zuerst jedes Komma zu verbessern, wenn ein wichtiges Argument fehlt oder Dein Text an der Aufgabe vorbeigeht.


Schritt 1: Aufgabenbezug kontrollieren

Der wichtigste Kontrollpunkt lautet: Habe ich genau das beantwortet, was verlangt wird?

Lies deshalb die Aufgabenstellung nach dem Schreiben noch einmal. Markiere dabei das Thema, die Streitfrage, die Schreibsituation und die Adressaten.

Beispielaufgabe:

Die Schülervertretung diskutiert, ob Smartphones in den großen Pausen genutzt werden dürfen. Schreibe für die nächste Sitzung der Schulkonferenz eine Stellungnahme zu der Frage: Soll die private Smartphone-Nutzung in den großen Pausen erlaubt sein? Begründe Deine Position mit mindestens drei Argumenten und passenden Beispielen.

Aus dieser Aufgabe ergeben sich vier klare Anforderungen:

  1. Thema: Smartphone-Nutzung in den großen Pausen
  2. Streitfrage: erlauben oder nicht erlauben
  3. Textsorte: Stellungnahme
  4. Adressaten: Schulkonferenz


Kommentiertes Beispiel: Am Thema vorbei

Schwacher Text:

„Smartphones sind heutzutage sehr wichtig. Viele Jugendliche besitzen eines. Man kann damit Spiele spielen, Videos ansehen und mit Freunden schreiben. Auch zu Hause benutze ich mein Smartphone oft.“

Kommentar:

Der Absatz handelt zwar von Smartphones, beantwortet aber die Streitfrage nicht. Es geht nicht darum, ob Smartphones allgemein wichtig sind, sondern darum, ob ihre private Nutzung in den großen Pausen erlaubt sein soll.

Verbesserte Fassung:

„Die private Smartphone-Nutzung sollte in den großen Pausen begrenzt bleiben. Die Pausen sollen Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, sich zu bewegen und direkt miteinander zu sprechen.“

Warum besser?

Die Position ist sofort erkennbar. Außerdem bezieht sich der Absatz direkt auf die konkrete Situation große Pause.


Prüfungsfrage zum Aufgabenbezug

Frage Dich nach jedem Absatz:

Hilft dieser Absatz dabei, die Streitfrage zu beantworten?

Wenn die Antwort „nein“ lautet, musst Du den Absatz streichen, kürzen oder stärker mit der Aufgabe verbinden.


Schritt 2: Argumente kontrollieren

Ein Argument soll Deinen Standpunkt nicht nur wiederholen, sondern begründen.

Ein einfaches und sicheres Muster lautet:

Behauptung → Begründung → Beispiel oder Beleg → Rückbezug


Kommentiertes Beispiel: Meinung ist noch kein Argument

Zu schwach:

„Ich bin gegen Smartphones in der Pause, weil ich das einfach besser finde.“

Kommentar:

Der Satz nennt eine Meinung, aber keine nachvollziehbare Begründung. „Ich finde das besser“ erklärt nicht, warum die Regel sinnvoll wäre.

Verbessert:

„Eine dauernde Smartphone-Nutzung in den Pausen kann direkte Gespräche verdrängen. Wenn mehrere Schülerinnen und Schüler nur auf ihre Bildschirme schauen, entstehen weniger gemeinsame Gespräche oder Spiele. Deshalb sollte zumindest ein Teil der Pausen möglichst bildschirmfrei bleiben.“

Kommentar:

Jetzt ist die Gedankenfolge erkennbar: Behauptung, Begründung, Beispiel und Folgerung passen zusammen.


Das B-B-B-R-Schema

Für die Überarbeitung kannst Du Dir vier Buchstaben merken:

  1. B – Behauptung: Was behaupte ich?
  2. B – Begründung: Warum ist das so?
  3. B – Beispiel oder Beleg: Woran kann man das erkennen?
  4. R – Rückbezug: Was bedeutet das für die Streitfrage?

Beispiel:

Behauptung: Smartphones können in der Pause in manchen Situationen nützlich sein.

Begründung: Schülerinnen und Schüler können kurzfristig wichtige Informationen abrufen.

Beispiel: Wenn sich der Stundenplan ändert oder eine Abholung organisiert werden muss, kann eine kurze Nachricht hilfreich sein.

Rückbezug: Deshalb könnte eine begrenzte Nutzung sinnvoller sein als ein vollständiges Verbot.


Kommentiertes Beispiel: Begründung fehlt

Vorher:

„Smartphones sollten erlaubt sein. Man kann seine Eltern erreichen.“

Problem:

Das Beispiel ist erkennbar, aber die Begründung ist zu knapp. Warum ist diese Erreichbarkeit in der Pause wichtig?

Nachher:

„Eine begrenzte Smartphone-Nutzung kann sinnvoll sein, weil Jugendliche in dringenden Fällen ihre Eltern erreichen können. Muss zum Beispiel wegen Unterrichtsausfalls eine Abholung neu organisiert werden, lässt sich das in der Pause schnell klären. Deshalb spricht die Erreichbarkeit gegen ein vollständiges Verbot.“


Kommentiertes Beispiel: Unpassendes Argument

Vorher:

„Smartphones sollten in der Pause erlaubt sein, weil manche Handys sehr teuer sind.“

Kommentar:

Der Preis eines Geräts beantwortet die Frage nach seiner Nutzung in der Pause kaum. Das Argument ist für die Streitfrage wenig relevant.

Besser:

„Smartphones sollten in bestimmten Pausenbereichen erlaubt sein, weil Schülerinnen und Schüler dort dringende Nachrichten lesen könnten, ohne andere beim Gespräch oder Spiel zu stören.“


Schritt 3: Beispiele und Belege kontrollieren

Ein Beispiel macht eine Begründung konkret. Es darf aber nicht einfach zufällig zum Thema passen. Es muss genau zeigen, warum das Argument überzeugt.


Kommentiertes Beispiel: Beispiel ohne Funktion

Schwach:

„Smartphones lenken ab. Mein Freund hat ein neues Smartphone.“

Kommentar:

Das zweite Satzstück ist zwar ein Beispiel mit einem Smartphone, belegt aber die Ablenkung nicht.

Verbessert:

„Smartphones können von der Erholung in der Pause ablenken. Wenn eine Schülerin die ganze Pause kurze Videos ansieht, bewegt sie sich kaum und nimmt ihre Umgebung weniger wahr.“

Kommentar:

Das Beispiel verdeutlicht jetzt genau die vorherige Begründung.


Welche Beispiele eignen sich?

Geeignet sind zum Beispiel:

  1. eigene oder beobachtete Alltagssituationen,
  2. nachvollziehbare typische Situationen,
  3. Ergebnisse aus vorgegebenem Material,
  4. überprüfbare Zahlen oder Fakten, wenn sie in der Aufgabe bereitgestellt werden,
  5. kurze konkrete Folgen eines Verhaltens.

Vorsicht: Erfinde keine Studien, Statistiken oder Fachleute. Wenn Dir keine sichere Zahl vorliegt, argumentiere lieber mit einer nachvollziehbaren Begründung und einem realistischen Beispiel.


Schritt 4: Aufbau kontrollieren

Eine klare Stellungnahme hat normalerweise drei große Teile:

  1. Einleitung: Thema und Streitfrage werden verständlich eingeführt.
  2. Hauptteil: Die eigene Position wird mit geordneten Argumenten begründet.
  3. Schluss: Die Position wird zusammengeführt und sinnvoll abgeschlossen.


Die Einleitung überarbeiten

Eine Einleitung muss nicht besonders spektakulär sein. Sie soll vor allem klar zum Thema führen.

Schwach:

„Seit es Menschen gibt, gibt es viele verschiedene Meinungen. Jeder Mensch denkt anders. Nun schreibe ich eine Stellungnahme.“

Kommentar:

Die Aussagen sind sehr allgemein. Sie helfen kaum beim Einstieg in die konkrete Streitfrage.

Besser:

„In vielen Schulen wird darüber diskutiert, ob Smartphones in den großen Pausen genutzt werden dürfen. Auch an unserer Schule betrifft diese Frage den Alltag fast aller Schülerinnen und Schüler.“

Kommentar:

Der Einstieg nennt direkt das Thema und zeigt seine Bedeutung für die Schreibsituation.


Den Hauptteil überarbeiten

Im Hauptteil soll jedes Argument einen eigenen Gedanken enthalten. Ordne Deine Argumente so, dass der Text gut nachvollziehbar ist.

Eine einfache Reihenfolge auf G-Niveau:

  1. beginne mit einem verständlichen Argument,
  2. führe danach ein weiteres, anderes Argument an,
  3. setze ein besonders starkes Argument möglichst wirkungsvoll ein,
  4. vermeide Wiederholungen desselben Gedankens.

Schwach:

„Smartphones lenken ab. Außerdem lenken Handys die Schüler ab. Dazu kommt, dass man wegen des Smartphones abgelenkt ist.“

Kommentar:

Drei Sätze, aber nur ein Gedanke.

Besser:

„Smartphones können erstens von Gesprächen und Bewegung ablenken. Zweitens können heimliche Foto- oder Videoaufnahmen zu Konflikten führen. Drittens kann eine begrenzte Nutzung trotzdem in dringenden Fällen hilfreich sein.“

Kommentar:

Jetzt sind verschiedene Aspekte erkennbar.


Den Schluss überarbeiten

Der Schluss soll nicht einfach den gesamten Hauptteil wiederholen. Er soll Deinen Standpunkt klar abschließen.

Schwach:

„Das waren meine Argumente. Ich hoffe, dass euch meine Stellungnahme gefallen hat.“

Kommentar:

Dieser Schluss bewertet die eigene Schreibarbeit, beantwortet aber die Streitfrage nicht.

Besser:

„Insgesamt halte ich eine begrenzte Smartphone-Nutzung für sinnvoller als ein vollständiges Verbot. Klare Regeln könnten ermöglichen, dringende Nachrichten zu lesen und gleichzeitig echte Pausen ohne dauernde Bildschirmnutzung zu sichern.“


Schritt 5: Adressatenbezug kontrollieren

Wer Deinen Text liest, beeinflusst Deine Wortwahl und Deinen Ton.

Bei einer Stellungnahme für die Schulkonferenz schreibst Du anders als in einem privaten Chat. Du darfst klar Deine Meinung vertreten, solltest aber sachlich und respektvoll bleiben.


Kommentiertes Beispiel: falscher Ton

Unpassend:

„Also mal ehrlich, dieses Handyverbot ist komplett bescheuert und die Erwachsenen checken einfach gar nichts.“

Kommentar:

Die Aussage ist abwertend und umgangssprachlich. In einer Stellungnahme an die Schulkonferenz wirkt sie wenig überzeugend.

Passender:

„Ein vollständiges Smartphone-Verbot halte ich für zu streng, weil es auch sinnvolle Nutzungen verhindert. Eine begrenzte Regelung könnte die Interessen der Schule und der Schülerinnen und Schüler besser verbinden.“

Kommentar:

Die eigene Position bleibt deutlich, aber der Ton passt zu einer schulischen Entscheidungssituation.


Direkter Adressatenbezug

Wenn die Schreibsituation es verlangt, kannst Du die Leserinnen und Leser direkt einbeziehen.

Beispiel:

„Ich bitte die Mitglieder der Schulkonferenz deshalb, nicht nur zwischen vollständiger Erlaubnis und vollständigem Verbot zu entscheiden, sondern auch eine begrenzte Nutzung in bestimmten Bereichen zu prüfen.“

Das zeigt: Du weißt, für wen Du schreibst und was Du mit Deinem Text erreichen willst.


Schritt 6: Wortwahl kontrollieren

Eine gute Stellungnahme wirkt sachlich und verständlich. Vermeide deshalb ungenaue Wörter, ständige Wiederholungen und übertriebene Umgangssprache.


Ungenaue Wörter verbessern

Ungenau:

„Das mit den Handys ist irgendwie schlecht.“

Genauer:

„Eine dauernde Smartphone-Nutzung kann direkte Gespräche in der Pause erschweren.“

Ungenau:

„Da passieren viele Sachen.“

Genauer:

„Durch heimliche Foto- oder Videoaufnahmen können Konflikte und Verletzungen der Privatsphäre entstehen.“


Wiederholungen vermeiden

Vorher:

„Ich finde ein Verbot nicht gut. Ein Verbot ist nicht gut, weil ein Verbot zu streng ist.“

Nachher:

„Ich halte ein vollständiges Verbot für zu streng, weil dadurch auch sinnvolle Nutzungen ausgeschlossen würden.“


Passende Verknüpfungswörter

Verknüpfungswörter zeigen den Zusammenhang zwischen Gedanken.

  1. Begründung: weil, denn, da
  2. Ergänzung: außerdem, zusätzlich, ebenfalls
  3. Beispiel: zum Beispiel, beispielsweise
  4. Folge: deshalb, daher, dadurch
  5. Gegensatz: jedoch, allerdings, dagegen
  6. Schluss: insgesamt, zusammenfassend, aus diesen Gründen

Verwende diese Wörter gezielt. Ein Text wird nicht automatisch besser, wenn in jedem Satz „außerdem“ steht.


Schritt 7: Satzbau kontrollieren

Gute Sätze sind nicht unbedingt besonders lang. Sie sind vor allem verständlich.


Kommentiertes Beispiel: Bandwurmsatz

Vorher:

„Smartphones sollten in den Pausen nicht die ganze Zeit benutzt werden weil die Schülerinnen und Schüler dann nur noch auf ihre Bildschirme schauen und sich nicht mehr unterhalten und das kann schlecht für die Gemeinschaft sein und außerdem bewegen sie sich weniger.“

Problem:

Zu viele Gedanken stecken in einem einzigen Satz. Die Bezüge werden unklar. Außerdem fehlt ein Komma vor „weil“.

Nachher:

„Smartphones sollten in den Pausen nicht dauerhaft genutzt werden, weil sonst direkte Gespräche seltener werden können. Das kann die Gemeinschaft in der Klasse schwächen. Außerdem bewegen sich Schülerinnen und Schüler möglicherweise weniger, wenn sie die ganze Pause auf den Bildschirm schauen.“


Satzanfänge variieren

Eintönig:

„Ich finde … Ich finde auch … Ich finde außerdem …“

Besser:

„Ein wichtiger Grund ist … Außerdem spricht dafür … Besonders überzeugend ist … Deshalb komme ich zu dem Schluss …“


Klare Bezüge herstellen

Unklar:

„Lina sprach mit Mia über das Handy, obwohl sie es nicht gut fand.“

Wer fand was nicht gut?

Klarer:

„Lina kritisierte die dauernde Handynutzung, obwohl Mia diese Regelung sinnvoll fand.“

Beim Überarbeiten musst Du besonders auf Wörter wie er, sie, es, diese, das achten. Es muss immer klar sein, worauf sie sich beziehen.


Schritt 8: Rechtschreibung und Zeichensetzung kontrollieren

Erst wenn Inhalt, Aufbau und Sprache stimmen, folgt der letzte Korrekturdurchgang.

Prüfe besonders:

  1. Groß- und Kleinschreibung,
  2. das und dass,
  3. seit und seid,
  4. Wörter mit langen oder schwierigen Wortstämmen,
  5. Getrennt- und Zusammenschreibung,
  6. Kommas bei Nebensätzen,
  7. Satzschlusszeichen,
  8. vollständige Sätze.


Kommentiertes Beispiel: Komma beim Nebensatz

Falsch:

„Ich bin für eine begrenzte Nutzung weil Smartphones in Notfällen hilfreich sein können.“

Richtig:

„Ich bin für eine begrenzte Nutzung, weil Smartphones in Notfällen hilfreich sein können.“

Merke: Ein Nebensatz mit „weil“, „obwohl“, „wenn“ oder „dass“ wird in solchen Fällen durch ein Komma abgetrennt.


Kommentiertes Beispiel: das oder dass

Falsch:

„Ich glaube, das eine feste Regel sinnvoll wäre.“

Richtig:

„Ich glaube, dass eine feste Regel sinnvoll wäre.“

Probe: Kannst Du „das“ durch „dieses“, „jenes“ oder „welches“ ersetzen? Wenn nicht und ein Nebensatz eingeleitet wird, brauchst Du häufig dass.


Kommentiertes Beispiel: Großschreibung

Falsch:

„In den pausen sollten schüler auch miteinander reden.“

Richtig:

„In den Pausen sollten Schüler auch miteinander reden.“

Nomen werden großgeschrieben: Pause, Schüler, Nutzung, Argument, Beispiel, Regel.


Eine vollständige Stellungnahme überarbeiten

Im nächsten Beispiel siehst Du einen ersten Entwurf und danach eine verbesserte Fassung.


Erster Entwurf

Aufgabe: Soll die private Smartphone-Nutzung in den großen Pausen erlaubt sein?

Entwurf:

„Handys sind heute überall und jeder hat eins. Ich bin dafür das man sie benutzen darf. Erstens ist es gut. Man kann nämlich Sachen machen. Zum Beispiel hat mein Freund ein neues Handy. Außerdem ist ein Verbot blöd weil Lehrer ihre Handys ja auch haben. Und wenn etwas ist kann man die Eltern schreiben. Viele Schüler wollen das bestimmt auch. Die Schule sollte das erlauben. Das wars.“


Fehleranalyse des Entwurfs

  1. Aufgabenbezug: Die Position ist erkennbar, aber mehrere Sätze bleiben sehr allgemein.
  2. Argumente: „Es ist gut“ und „ein Verbot ist blöd“ sind keine ausreichenden Begründungen.
  3. Beispiele: Das neue Handy des Freundes belegt kein Argument.
  4. Aufbau: Einleitung, geordneter Hauptteil und sinnvoller Schluss fehlen.
  5. Adressatenbezug: Der Ton „blöd“ passt nicht zur Schulkonferenz.
  6. Wortwahl: Wörter wie „Sachen“, „gut“ und „wenn etwas ist“ sind zu ungenau.
  7. Satzbau: Mehrere Gedanken sind nur locker aneinandergereiht.
  8. Rechtschreibung und Zeichensetzung: „dass“ und mehrere Kommas fehlen; „Das wars“ ist sprachlich unangemessen.


Verbesserte Fassung mit Kommentaren

Einleitung:

„An unserer Schule wird darüber diskutiert, ob Schülerinnen und Schüler ihre Smartphones in den großen Pausen privat nutzen dürfen. Ich halte eine begrenzte Nutzung für sinnvoll.“

Kommentar: Das Thema wird direkt genannt. Die Position ist eindeutig.

Argument 1:

„Ein wichtiger Grund ist die Erreichbarkeit in dringenden Situationen. Wenn beispielsweise Unterricht ausfällt und eine Abholung geändert werden muss, kann eine kurze Nachricht an die Eltern hilfreich sein. Deshalb sollte eine Nutzung für solche Fälle möglich bleiben.“

Kommentar: Behauptung, Begründung, Beispiel und Rückbezug passen zusammen.

Argument 2:

„Gleichzeitig sollte die Nutzung nicht unbegrenzt erlaubt werden. Wenn Schülerinnen und Schüler die ganze Pause Videos ansehen oder spielen, bleibt weniger Zeit für Bewegung und direkte Gespräche. Eine zeitliche oder räumliche Begrenzung könnte dieses Problem verringern.“

Kommentar: Der Text zeigt, dass die Position nicht einseitig und unüberlegt ist. Ein möglicher Nachteil wird erkannt und mit einer Lösung verbunden.

Argument 3:

„Außerdem müssen klare Regeln den Schutz anderer Personen sichern. Niemand sollte ohne Zustimmung fotografiert oder gefilmt werden. Eine Erlaubnis zur Smartphone-Nutzung darf deshalb nicht bedeuten, dass Aufnahmen anderer Personen automatisch erlaubt sind.“

Kommentar: Das Argument behandelt einen neuen Aspekt und führt zu einer konkreten Folgerung.

Schluss:

„Insgesamt spreche ich mich für eine begrenzte Smartphone-Nutzung in den großen Pausen aus. Die Schulkonferenz könnte feste Bereiche und klare Regeln festlegen. So wären wichtige Nachrichten möglich, ohne dass die Pause vollständig zur Bildschirmzeit wird.“

Kommentar: Der Schluss greift die Position auf und macht einen konkreten Lösungsvorschlag.


Die prüfungstaugliche Checkliste

Nutze diese Checkliste in einer Klassenarbeit in genau dieser Reihenfolge. Setze gedanklich oder auf Schmierpapier einen Haken, sobald Du einen Punkt geprüft hast.


A – Aufgabenbezug

  1. Habe ich die Streitfrage genau beantwortet?
  2. Ist meine eigene Position eindeutig?
  3. Passt jeder Absatz zum Thema?
  4. Habe ich alle Arbeitsaufträge erfüllt?
  5. Habe ich die verlangte Schreibsituation beachtet?


B – Argumente

  1. Enthält jedes wichtige Argument eine klare Behauptung?
  2. Erkläre ich, warum die Behauptung gilt?
  3. Sind meine Argumente verschieden und nicht nur Wiederholungen?
  4. Sind die Argumente für die Streitfrage wirklich wichtig?
  5. Ist mein stärkstes Argument gut ausgearbeitet?


Beispiele und Belege

  1. Hat jedes wichtige Argument ein passendes Beispiel oder einen passenden Beleg?
  2. Zeigt das Beispiel wirklich, warum die Begründung überzeugt?
  3. Habe ich keine erfundenen Zahlen, Studien oder Quellen verwendet?
  4. Sind meine Beispiele kurz genug, damit das Argument im Mittelpunkt bleibt?


Aufbau

  1. Führt die Einleitung direkt zum Thema?
  2. Ist der Hauptteil in sinnvolle Absätze gegliedert?
  3. Steht pro Absatz möglichst ein Hauptgedanke im Mittelpunkt?
  4. Ist die Reihenfolge meiner Argumente nachvollziehbar?
  5. Beantwortet der Schluss die Streitfrage klar?


E – Adressatenbezug

  1. Weiß ich, wer meinen Text lesen soll?
  2. Passt mein Ton zu diesen Adressaten?
  3. Schreibe ich respektvoll und sachlich?
  4. Wird deutlich, was die Adressaten nach meiner Stellungnahme denken oder tun sollen?


F – Wortwahl

  1. Habe ich ungenaue Wörter wie „Ding“, „Sachen“, „gut“, „schlecht“ oder „irgendwie“ möglichst ersetzt?
  2. Vermeide ich unnötige Umgangssprache?
  3. Wiederhole ich wichtige Wörter nicht zu oft?
  4. Nutze ich passende Verknüpfungswörter?


G – Satzbau

  1. Sind meine Sätze vollständig?
  2. Sind sehr lange Sätze geteilt?
  3. Sind die Bezüge von „er“, „sie“, „es“, „das“ und „diese“ eindeutig?
  4. Beginnen nicht alle Sätze gleich?
  5. Sind Haupt- und Nebensätze richtig verbunden?


H – Rechtschreibung und Zeichensetzung

  1. Beginnen meine Sätze groß und enden sie mit einem Satzzeichen?
  2. Sind Nomen großgeschrieben?
  3. Habe ich „das“ und „dass“ geprüft?
  4. Habe ich Kommas vor Nebensätzen kontrolliert?
  5. Habe ich schwierige Wörter Buchstabe für Buchstabe gelesen?
  6. Habe ich den Text am Ende langsam vollständig gelesen?


Die 5-Minuten-Strategie für die Prüfung

Wenn nur wenig Zeit bleibt, konzentriere Dich auf diese fünf Kontrollen:

  1. 1. Aufgabe: Habe ich wirklich die Streitfrage beantwortet?
  2. 2. Position: Ist meine Meinung eindeutig?
  3. 3. Argumente: Hat jedes Hauptargument eine Begründung und ein Beispiel?
  4. 4. Aufbau: Sind Einleitung, Hauptteil und Schluss klar?
  5. 5. Sprache: Prüfe anschließend Satzgrenzen, Kommas, Großschreibung und „das/dass“.


Überarbeitung mit Textlupe

Eine Textlupe hilft Dir, nicht alles gleichzeitig zu prüfen. Lies Deinen Text mehrmals, aber jedes Mal mit nur einem Schwerpunkt.

Durchgang 1: Nur Aufgabenbezug und Position.

Durchgang 2: Nur Argumente und Beispiele.

Durchgang 3: Nur Aufbau und Adressatenbezug.

Durchgang 4: Nur Wortwahl und Satzbau.

Durchgang 5: Nur Rechtschreibung und Zeichensetzung.

Diese Methode ist oft sicherer, als gleichzeitig nach allen Fehlerarten zu suchen.


Weitere kommentierte Mini-Beispiele


Beispiel 1: Behauptung ohne Erklärung

Vorher: „Schuluniformen sind besser.“

Überarbeitung: „Schuluniformen können den morgendlichen Entscheidungsdruck verringern, weil die Frage nach der passenden Kleidung weniger wichtig wird.“

Kommentar: Aus einer bloßen Behauptung wird ein begründbarer Gedanke.


Beispiel 2: Zu allgemeines Beispiel

Vorher: „Viele Leute haben Probleme mit sozialen Medien.“

Überarbeitung: „Wenn in einer Klassengruppe abends ständig neue Nachrichten erscheinen, kann das dazu führen, dass einzelne Schülerinnen und Schüler nur schwer abschalten.“

Kommentar: Das Beispiel wird konkret und anschaulich.


Beispiel 3: Umgangssprache

Vorher: „Die Regel nervt voll.“

Überarbeitung: „Die Regel ist aus meiner Sicht zu streng, weil sie auch sinnvolle Ausnahmen verhindert.“

Kommentar: Der Ton bleibt kritisch, wirkt aber sachlich.


Beispiel 4: Unklare Verbindung

Vorher: „Es gibt eine Mensa. Deshalb sollten Hausaufgaben abgeschafft werden.“

Kommentar: Zwischen beiden Aussagen besteht kein nachvollziehbarer Zusammenhang.

Überarbeitung: „Hausaufgaben sollten an Tagen mit verpflichtendem Nachmittagsunterricht reduziert werden, weil Schülerinnen und Schüler an solchen Tagen weniger freie Lernzeit zu Hause haben.“


Beispiel 5: Zu langer Satz

Vorher: „Ich bin für einen späteren Schulbeginn weil viele Jugendliche morgens sehr müde sind und deshalb nicht gut aufpassen können und das führt dann manchmal dazu dass sie Aufgaben schlechter verstehen.“

Überarbeitung: „Ich bin für einen späteren Schulbeginn, weil viele Jugendliche morgens sehr müde sind. Müdigkeit kann die Konzentration erschweren. Dadurch werden Aufgaben möglicherweise schlechter verstanden.“

Kommentar: Drei klare Sätze sind hier verständlicher als ein langer Satz.


Beispiel 6: Schluss ohne Ergebnis

Vorher: „Mehr gibt es dazu eigentlich nicht zu sagen.“

Überarbeitung: „Aus diesen Gründen sollte die Schule zunächst eine Testphase mit einem späteren Unterrichtsbeginn prüfen und anschließend die Erfahrungen der Klassen auswerten.“

Kommentar: Der Schluss enthält eine Folgerung statt eines Abbruchs.


Fehlercodes für die Überarbeitung

Du kannst beim gegenseitigen Korrigieren kurze Fehlercodes verwenden:

  1. AB = Aufgabenbezug fehlt oder ist unklar
  2. ARG = Argument muss begründet werden
  3. BSP = Beispiel fehlt oder passt nicht
  4. AUF = Aufbau ist unklar
  5. ADR = Adressatenbezug passt nicht
  6. WW = Wortwahl ist ungenau
  7. SB = Satzbau ist unklar oder fehlerhaft
  8. R = Rechtschreibung
  9. Z = Zeichensetzung

Beispiel:

„Das Handyverbot ist halt doof.“

Markierung: WW + ARG

Verbesserung: „Ein vollständiges Handyverbot halte ich für zu streng, weil dadurch auch dringende Nachrichten in der Pause verhindert würden.“


Partnerkorrektur ohne Streit

Wenn Du den Text einer Mitschülerin oder eines Mitschülers überarbeitest, bewertest Du nicht die Person, sondern den Text.

Hilfreiche Rückmeldungen sind zum Beispiel:

  1. „Deine Position ist hier klar.“
  2. „Zu diesem Argument fehlt noch eine Begründung.“
  3. „Das Beispiel passt noch nicht genau zur Behauptung.“
  4. „Dieser Satz ist sehr lang. Du könntest ihn teilen.“
  5. „Hier weiß ich nicht genau, worauf sich ‚das‘ bezieht.“
  6. „Der Schluss könnte die Streitfrage noch klarer beantworten.“

Wenig hilfreich sind Kommentare wie „schlecht“, „komisch“ oder „falsch“, wenn Du nicht erklärst, was verbessert werden kann.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was solltest Du beim Überarbeiten einer Stellungnahme zuerst prüfen? (Ob der Text die Aufgabenstellung beantwortet) (!Ob jedes Komma richtig gesetzt ist) (!Ob die Handschrift besonders schön aussieht) (!Ob jeder Satz gleich lang ist)




Was gehört zu einem vollständig ausgearbeiteten Argument? (Behauptung Begründung und passendes Beispiel oder Beleg) (!Nur die persönliche Meinung) (!Nur ein möglichst langer Beispielsatz) (!Nur eine Frage an die Lesenden)




Welches Beispiel passt am besten zum Argument Erreichbarkeit in dringenden Fällen? (Eine kurzfristig geänderte Abholung kann per Nachricht organisiert werden) (!Ein Freund besitzt ein besonders neues Smartphone) (!Viele Smartphones haben große Displays) (!Ein Handy kann verschiedene Klingeltöne haben)




Welche Formulierung passt am besten zu einer Stellungnahme an die Schulkonferenz? (Ein vollständiges Verbot halte ich für zu streng weil auch sinnvolle Nutzungen verhindert würden) (!Das Verbot ist total bescheuert) (!Ihr Erwachsenen versteht das sowieso nicht) (!Handys sind halt mega wichtig)




Was ist die wichtigste Aufgabe des Schlusses? (Die eigene Position klar zusammenzuführen) (!Ein völlig neues Thema zu beginnen) (!Alle Argumente wortwörtlich zu wiederholen) (!Die eigene Rechtschreibung zu bewerten)




Welche Aussage beschreibt einen guten Aufgabenbezug? (Jeder wichtige Absatz hilft dabei die Streitfrage zu beantworten) (!Jeder Absatz muss mindestens fünf Sätze lang sein) (!Jeder Satz muss ein Fremdwort enthalten) (!Die Einleitung muss mit einem Zitat beginnen)




Welche Überarbeitung verbessert die Wortwahl am stärksten? (Aus das ist irgendwie schlecht wird das erschwert direkte Gespräche) (!Aus schlecht wird mega schlecht) (!Aus Sache wird Dings) (!Aus sinnvoll wird halt gut)




Warum sollte ein sehr langer Satz manchmal geteilt werden? (Damit Gedanken und Bezüge leichter verständlich werden) (!Damit automatisch mehr Argumente entstehen) (!Damit keine Nomen mehr nötig sind) (!Damit die Stellungnahme länger wirkt)




Was ist bei Beispielen besonders wichtig? (Sie müssen das jeweilige Argument konkret verdeutlichen) (!Sie müssen immer aus dem Internet stammen) (!Sie müssen möglichst überraschend sein) (!Sie müssen immer Zahlen enthalten)




Wann solltest Du Rechtschreibung und Zeichensetzung abschließend prüfen? (Nachdem Inhalt Aufbau und Sprache überarbeitet wurden) (!Bevor Du die Aufgabenstellung liest) (!Nur wenn kein Argument vorhanden ist) (!Nur in der Einleitung)





Memory

Aufgabenbezug Streitfrage genau beantworten
Argument Standpunkt nachvollziehbar begründen
Beispiel Begründung konkret verdeutlichen
Adressatenbezug Ton an die Lesenden anpassen
Wortwahl treffende und sachliche Ausdrücke nutzen
Satzbau Gedanken klar und verständlich verbinden
Rechtschreibung Wörter korrekt schreiben
Zeichensetzung Satzstruktur durch Satzzeichen kennzeichnen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Prüfschritt
Aufgabenbezug Streitfrage und Arbeitsauftrag kontrollieren
Argumente Behauptung und Begründung prüfen
Beispiele konkrete Veranschaulichung kontrollieren
Adressatenbezug Ton und Schreibsituation prüfen
Sprachkorrektur Wortwahl und Satzbau verbessern
Fehlerkorrektur Rechtschreibung und Zeichensetzung kontrollieren





Kreuzworträtsel

Argument Wie nennt man einen begründenden Gedanken für einen Standpunkt?
Beispiel Was macht eine Begründung konkret und anschaulich?
Hauptteil In welchem Textteil stehen die ausführlichen Argumente?
Adressat Wie nennt man die Person oder Gruppe für die ein Text bestimmt ist?
Wortwahl Welcher Bereich prüft ob Ausdrücke treffend und sachlich sind?
Komma Welches Satzzeichen trennt häufig einen Nebensatz ab?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Beim Überarbeiten einer Stellungnahme kontrollierst Du zuerst den

. Deine eigene

muss zur Streitfrage passen. Ein überzeugendes Argument enthält eine Behauptung und eine

. Ein passendes

macht den Gedanken konkret. Ein klarer Text besteht aus Einleitung, Hauptteil und

. Die Sprache muss außerdem zu den

passen. Ungenaue Ausdrücke verbesserst Du bei der Kontrolle der

. Zu lange oder unklare Sätze prüfst Du beim

. Erst nach der inhaltlichen Überarbeitung kontrollierst Du gründlich die

und die

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Aufgabenbezug prüfen: Markiere in einer selbst gewählten Aufgabenstellung Thema, Streitfrage, Textsorte und Adressaten. Formuliere anschließend in einem Satz, was Du genau beantworten musst.
  2. Argument verbessern: Schreibe aus der Aussage „Handys in der Pause sind schlecht“ ein vollständiges Argument mit Behauptung, Begründung, Beispiel und Rückbezug.
  3. Wortwahl verbessern: Sammle zehn ungenaue oder umgangssprachliche Wörter, die in einer Stellungnahme ungünstig wirken, und finde jeweils eine sachlichere Alternative.
  4. Sätze teilen: Erfinde drei zu lange Sätze zu einem Schulthema und überarbeite sie so, dass die Gedanken klarer werden.


Standard

  1. Textlupe anwenden: Überarbeite eine eigene Stellungnahme in fünf getrennten Durchgängen: Aufgabenbezug, Argumente, Aufbau, Sprache und Fehlerkorrektur.
  2. Partnerfeedback: Tausche einen Text mit einer Mitschülerin oder einem Mitschüler. Verwende mindestens fünf der Fehlercodes AB, ARG, BSP, AUF, ADR, WW, SB, R und Z und schreibe zu jeder Markierung einen Verbesserungsvorschlag.
  3. Vorher-Nachher-Vergleich: Wähle einen schwachen Absatz und erstelle eine deutlich bessere Fassung. Markiere anschließend, welche Veränderungen den größten Effekt hatten.
  4. Adressatenwechsel: Formuliere dasselbe Argument einmal für einen privaten Klassenchat und einmal für eine Schulkonferenz. Erkläre, wie sich Wortwahl und Ton verändern.


Schwer

  1. Komplette Stellungnahme überarbeiten: Schreibe einen ersten Entwurf zu der Frage „Soll an einem Schultag eine freiwillige handyfreie Stunde eingeführt werden?“ und überarbeite ihn danach vollständig mit der Checkliste.
  2. Argumente bewerten: Sammle sechs Argumente zu einer Streitfrage. Ordne sie von wenig überzeugend bis besonders überzeugend und begründe Deine Reihenfolge.
  3. Fehleranalyse erstellen: Verfasse absichtlich einen kurzen fehlerhaften Stellungnahmetext mit mindestens acht verschiedenen Fehlerarten. Gib ihn einer anderen Person zur Überarbeitung und vergleicht anschließend eure Lösungen.
  4. Erklärvideo produzieren: Produziere ein zwei- bis vierminütiges Lernvideo mit dem Titel „Meine Prüfungsstrategie beim Überarbeiten einer Stellungnahme“. Zeige darin mindestens ein Vorher-Nachher-Beispiel.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Transfer Aufgabenbezug: Eine Schülerin soll zur Frage „Soll es an der Schule mehr Projekttage geben?“ Stellung nehmen. Ihr Hauptargument behandelt jedoch längere Ferien. Erkläre, warum dieses Argument den Aufgabenbezug verfehlt, und formuliere einen passenden Ersatz.
  2. Transfer Argumentation: Beurteile den Satz „Wir brauchen längere Pausen, weil längere Pausen besser sind.“ Erkläre genau, was argumentativ fehlt, und verbessere den Satz zu einem vollständigen Argument.
  3. Transfer Beispiele: Vergleiche zwei Beispiele zu demselben Argument. Entscheide, welches stärker ist, und begründe Deine Entscheidung anhand der Verbindung zwischen Behauptung, Begründung und Beispiel.
  4. Transfer Adressatenbezug: Überarbeite eine stark umgangssprachliche Forderung so, dass sie für einen Brief an die Schulleitung geeignet ist. Erkläre zwei sprachliche Veränderungen.
  5. Transfer Aufbau: Du erhältst fünf ungeordnete Absätze einer Stellungnahme. Ordne sie sinnvoll und begründe, woran Du Einleitung, Argumentationsabsätze und Schluss erkennst.
  6. Transfer Satzbau: Überarbeite einen langen Satz auf zwei verschiedene Arten. Vergleiche anschließend, welche Fassung leichter verständlich ist und warum.
  7. Transfer Gesamtüberarbeitung: Entscheide bei einem fehlerhaften Text, welche drei Veränderungen zuerst durchgeführt werden sollten. Begründe Deine Reihenfolge nach der Regel „Inhalt vor Sprache vor Fehlerkorrektur“.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen können, dass Du eine Stellungnahme nicht nur auf Fehler untersuchst, sondern zielgerichtet verbesserst.

Wichtig ist, dass Du:

  1. die Aufgabenstellung korrekt erschließt,
  2. den Standpunkt eindeutig erkennst oder formulierst,
  3. die Qualität von Argumenten beurteilst,
  4. fehlende Begründungen ergänzt,
  5. passende Beispiele auswählst,
  6. Wiederholungen und themenfremde Stellen erkennst,
  7. Einleitung, Hauptteil und Schluss funktional überarbeitest,
  8. den Adressatenbezug beurteilst,
  9. Wortwahl und Satzbau verständlicher machst,
  10. Rechtschreibung und Zeichensetzung kontrollierst,
  11. Deine wichtigsten Änderungen begründen kannst,
  12. die prüfungstaugliche Checkliste selbstständig auf einen unbekannten Text anwendest.

Ein besonders geeigneter Lernnachweis besteht aus einem Vorher-Nachher-Text: Du erhältst einen fehlerhaften Entwurf, markierst Schwächen, überarbeitest ihn und erklärst anschließend die wichtigsten Änderungen.




OERs zum Thema

Die Wikipedia-Seite zur Erörterung bietet weiterführende Informationen zum argumentierenden Schreiben, zu These, Argument, Begründung, Beispiel sowie zu Einleitung, Hauptteil und Schluss.


Medien zum Vertiefen

Das Symbol aus Wikimedia Commons steht für das Schreiben. Nutze es als Erinnerung: Ein guter Text entsteht nicht nur beim ersten Schreiben, sondern auch durch planvolles Überarbeiten.

Dieses Symbol steht für „Überarbeiten“. Es passt zur wichtigsten Grundidee dieses aiMOOCs: Fehlerkorrektur ist nur ein Teil der Textüberarbeitung.

Eine Checkliste hilft Dir dabei, keinen wichtigen Prüfschritt zu vergessen.

Das Video vertieft Redemittel zum Argumentieren. Achte beim Ansehen besonders darauf, wie Begründungen und sprachliche Verknüpfungen formuliert werden. Für Deine schulische Stellungnahme gilt weiterhin die Checkliste dieses aiMOOCs.


Merksätze für die Klassenarbeit

  1. Erst die Aufgabe, dann der Text.
  2. Eine Meinung ohne Begründung ist noch kein überzeugendes Argument.
  3. Ein Beispiel muss genau zum Argument passen.
  4. Jeder Absatz braucht eine klare Funktion.
  5. Schreibe für Deine Adressaten, nicht für einen privaten Chat.
  6. Klare Wörter sind besser als unnötig schwierige Wörter.
  7. Klare Sätze sind besser als unnötig lange Sätze.
  8. Inhalt zuerst, Rechtschreibung zuletzt.
  9. Lies Deinen Text mehrmals mit verschiedenen Prüfschwerpunkten.
  10. Überarbeiten bedeutet verbessern, nicht nur abschreiben.


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