Zum Inhalt springen

D9 G - Prüfung A1 Sach- und Gebrauchstexte

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel

D9 G - Prüfung A1 Sach- und Gebrauchstexte




D9 G - Prüfung A1 Sach- und Gebrauchstexte


Einleitung

Dieser aiMOOC bereitet Dich gezielt auf Aufgabe A1 im Fach Deutsch beim Hauptschulabschluss in Baden-Württemberg vor. Die Zielgruppe ist Klasse 9 auf G-Niveau. Im Mittelpunkt stehen Sachtexte und Gebrauchstexte, die Du sicher verstehen, untersuchen und sprachlich bearbeiten sollst.

Für die Prüfungsvorbereitung ist besonders wichtig, dass Du drei Bereiche nicht getrennt lernst, sondern miteinander verbindest: Textverständnis, Rechtschreibung und Sprachwissen. Ein Rechtschreibproblem steht in der Prüfung häufig nicht einfach für sich. Es kann an einen Satz aus dem Text gebunden sein. Auch Grammatikfragen lassen sich leichter lösen, wenn Du verstanden hast, was ein Satz bedeutet und wie er aufgebaut ist.

Die aktuelle Prüfungsstruktur des Hauptschulabschlusses in Baden-Württemberg sieht im Deutschteil einen Bereich Sach- und Gebrauchstexte vor. In Aufgabe 1 stehen dabei Textverständnis und Rechtschreibung im Zentrum. Da Originalprüfungen aus urheberrechtlichen Gründen nicht frei veröffentlicht werden können, arbeitet dieser aiMOOC mit neu erstellten, prüfungsnahen Trainingsaufgaben.

Dein Ziel: Du sollst einen unbekannten Sach- oder Gebrauchstext ruhig und systematisch erschließen, Informationen belegen, sprachliche Strukturen erkennen und typische Rechtschreibfragen sicher lösen können.


Was sind Sach- und Gebrauchstexte?

Sachtexte informieren über reale Themen und Sachverhalte. Sie können erklären, berichten, überzeugen, anleiten oder Regeln festlegen. Im Unterschied zu literarischen Texten steht meist nicht eine erfundene Handlung im Mittelpunkt.

Typische Sach- und Gebrauchstexte sind beispielsweise Zeitungsartikel, Nachricht, Bericht, Interview, Lexikonartikel, Werbung, Bedienungsanleitung, Gebrauchsanweisung, Informationsbroschüre, Regelwerk, Vertrag, Kommentar oder Texte auf Internetseiten.

Auf G-Niveau ist besonders wichtig, dass Du die grundlegende Funktion eines Textes erkennst.

  1. informierend: Der Text vermittelt Wissen oder Fakten.
  2. instruierend: Der Text erklärt, was getan werden soll.
  3. appellativ: Der Text will zu einer Handlung oder Haltung bewegen.
  4. regulierend: Der Text legt Regeln oder Bedingungen fest.

Ein Text kann mehrere Funktionen gleichzeitig haben. Eine Informationsseite über Energiesparen kann zum Beispiel informieren und gleichzeitig dazu auffordern, Strom zu sparen.

Viele Sachtexte begegnen Dir heute digital: in Nachrichten-Apps, auf Webseiten, in sozialen Netzwerken, in FAQ-Seiten oder in Online-Anleitungen. Deshalb gehört zum Textverständnis auch, Überschriften, Bilder, Infokästen, Quellenangaben und grafische Elemente sinnvoll mitzulesen.


Was wird bei A1 trainiert?

Für Aufgabe A1 brauchst Du mehrere Kompetenzen gleichzeitig. Besonders wichtig sind folgende Bereiche:

  1. Lesekompetenz: Kernaussagen, Einzelinformationen und Zusammenhänge erkennen.
  2. Textbeleg: Antworten mit passenden Textstellen absichern.
  3. Sinnabschnitt: Einen Text gedanklich in Abschnitte gliedern.
  4. Textfunktion: Erkennen, ob ein Text informieren, anleiten, appellieren oder Regeln setzen will.
  5. Wortbedeutung: Wörter aus dem Zusammenhang erklären.
  6. Rechtschreibung: Regeln anwenden und Schreibweisen begründen.
  7. Zeichensetzung: Besonders Kommas an Satzgrenzen sicher setzen.
  8. Sprachwissen: Wortarten, Satzglieder, Satzarten und grammatische Formen erkennen.
  9. Wörterbuch: Ein Rechtschreibwörterbuch gezielt und zeitsparend nutzen.

Im Bildungsplan für die Sekundarstufe I wird für Sach- und Gebrauchstexte unter anderem erwartet, dass Lernende Texte erschließen, Informationen entnehmen, Funktionen unterscheiden und die Absicht eines Textes erkennen. Genau diese Grundkompetenzen sind für die Prüfungsvorbereitung besonders wichtig.


Prüfungsstrategie: So gehst Du Schritt für Schritt vor

Ein häufiger Fehler besteht darin, sofort mit Aufgabe 1 zu beginnen, ohne den gesamten Text verstanden zu haben. Sicherer ist eine feste Lesestrategie.


Schritt 1: Überblick gewinnen

Lies zuerst Überschrift, Unterüberschrift, Quelle, Bildunterschrift und hervorgehobene Wörter. Frage Dich: Worum könnte es gehen? Welche Textsorte liegt vermutlich vor?

Du musst noch nicht jedes Detail verstehen. Ziel ist eine erste Orientierung.


Schritt 2: Text vollständig lesen

Lies den Text einmal vollständig. Markiere noch nicht jedes Wort. Konzentriere Dich auf die Frage: Was ist das Hauptthema?

Wenn Du nach dem ersten Lesen in einem Satz sagen kannst, worum es geht, hast Du bereits eine wichtige Grundlage geschaffen.


Schritt 3: Schlüsselstellen markieren

Markiere sparsam. Sinnvoll sind:

  1. zentrale Aussagen
  2. wichtige Zahlen oder Bedingungen
  3. Begründungen
  4. Folgen
  5. Beispiele
  6. Signalwörter wie „deshalb“, „jedoch“, „weil“, „zunächst“, „außerdem“ oder „trotzdem“

Zu viele Markierungen helfen nicht. Wenn fast alles markiert ist, findest Du Wichtiges später nicht schneller.


Schritt 4: Aufgaben genau lesen

Achte besonders auf die Operatoren. Wörter wie nennen, erklären, begründen, belegen, zuordnen oder formulieren zeigen Dir, was erwartet wird.

Nennen verlangt meist eine kurze Information. Erklären verlangt einen verständlichen Zusammenhang. Begründen verlangt einen Grund. Belegen verlangt eine passende Textstelle oder einen eindeutigen Verweis auf den Text.


Schritt 5: Antwort im Text überprüfen

Suche nicht nach einem Wort, das zufällig auch in der Aufgabe vorkommt. Prüfe, ob die gefundene Stelle wirklich die gestellte Frage beantwortet.

Eine sichere Antwort passt inhaltlich zur Frage und lässt sich am Text nachweisen.


Kernaussage und Einzelinformation unterscheiden

Die Kernaussage fasst zusammen, was der Text insgesamt vermitteln will. Eine Einzelinformation ist nur ein bestimmtes Detail.

Beispiel: Ein Text erklärt, dass viele Jugendliche Nachrichten vor allem über Smartphones erhalten und deshalb Quellen besonders kritisch prüfen sollten.

Die Kernaussage könnte lauten: Digitale Nachrichten müssen bewusst und kritisch geprüft werden.

Eine Einzelinformation könnte lauten: Ein Nachrichtenbeitrag kann über eine App gelesen werden.

In der Prüfung ist es wichtig, diese beiden Ebenen nicht zu verwechseln.


Explizite und indirekte Informationen

Manche Antworten stehen direkt im Text. Das sind explizite Informationen.

Andere Antworten musst Du aus mehreren Textstellen erschließen. Dabei darfst Du nicht frei raten. Deine Schlussfolgerung muss durch den Text gestützt sein.

Beispiel:

Text: „Mila legt ihr Handy beim Lernen in den Flur. Seitdem unterbricht sie ihre Aufgaben seltener.“

Mögliche Schlussfolgerung: Das Handy hat Mila vorher beim Lernen häufiger abgelenkt.

Diese Aussage steht nicht wörtlich da, ergibt sich aber logisch aus dem Text.


Wortbedeutungen aus dem Zusammenhang erschließen

Wenn Du ein unbekanntes Wort liest, musst Du nicht sofort nervös werden. Oft hilft der Satz oder Absatz.

Beispiel: „Die Schule führte eine Testphase ein. Zwei Wochen lang wurden die neuen Regeln ausprobiert.“

Aus dem Zusammenhang kannst Du erkennen, dass eine Testphase ein begrenzter Zeitraum zum Ausprobieren ist.

Nutze dabei:

  1. Oberbegriffe und Beispiele
  2. Gegensätze
  3. Erklärungen im Satz
  4. Wortbausteine
  5. bekannte verwandte Wörter

Erst wenn der Zusammenhang nicht reicht, hilft das Wörterbuch.


Textbelege richtig nutzen

Ein Textbeleg zeigt, dass Deine Antwort nicht geraten ist. Bei einer Frage wie „Warum soll die Maßnahme helfen?“ reicht es nicht, nur Deine eigene Meinung zu nennen.

Arbeite mit dem Text:

Behauptung: Die Regel soll Ablenkungen verringern.

Beleg: Im Text wird erklärt, dass Benachrichtigungen Lernphasen unterbrechen.

Erklärung: Wenn Benachrichtigungen ausbleiben, können Lernende länger konzentriert arbeiten.

So verbindest Du Textverständnis und Begründung.


Rechtschreibung in A1

Rechtschreibaufgaben prüfen nicht nur, ob Du eine Form kennst. Häufig sollst Du eine Schreibweise erkennen, verbessern oder mit einer Regel erklären.

Ein Wörterbuch ist dann besonders nützlich, wenn Du gezielt suchst. Bei zusammengesetzten Wörtern oder gebeugten Formen musst Du manchmal auf die Grundform zurückgehen.


Groß- und Kleinschreibung

Substantive werden großgeschrieben: die Prüfung, das Lesen, die Information.

Auch substantivierte Verben und Adjektive werden großgeschrieben.

Beispiele:

Beim Lesen markierst Du wichtige Stellen.

Das Wichtigste steht oft nicht in jedem Satz.

Nach kurzem Überlegen findest Du die passende Antwort.

Eine gute Probe ist der Begleiter-Test: Kannst Du einen Artikel oder ein anderes Begleitwort ergänzen? Dann liegt häufig eine Substantivierung vor.

Beispiel: beim Lesen = bei dem Lesen.


das oder dass

das kann Artikel oder Pronomen sein.

dass ist eine Konjunktion und leitet häufig einen Nebensatz ein.

Ersatzprobe: Wenn Du das durch dieses, jenes oder welches ersetzen kannst, wird nur ein s geschrieben.

Beispiel: „Das Handy, das auf dem Tisch liegt, gehört Amir.“ → „Das Handy, welches auf dem Tisch liegt ...“

Beispiel: „Amir merkt, dass ihn das Handy ablenkt.“ → Eine Ersatzprobe mit „welches“ ist nicht möglich.


Getrennt- und Zusammenschreibung

Achte auf feste Verbindungen und auf die Bedeutung.

Beispiele:

teilnehmen wird zusammengeschrieben.

kennen lernen beziehungsweise nach geltender Schreibung häufig kennenlernen kann als Zusammenschreibung verwendet werden.

liegen bleiben wird in vielen Verwendungen getrennt geschrieben.

Im Prüfungsfall ist das Wörterbuch eine wichtige Kontrollmöglichkeit.


Lange Vokale und Doppelkonsonanten

Ein langer betonter Vokal kann durch verschiedene Schreibungen angezeigt werden, zum Beispiel durch einen einfachen Vokal, ein Dehnungs-h oder einen Doppelvokal.

Beispiele: Schule, Fehler, lesen, Meer.

Nach einem kurzen betonten Vokal stehen häufig zwei Konsonanten oder ein Doppelkonsonant.

Beispiele: kommen, treffen, Klasse.

Wichtig ist nicht nur die Regel, sondern auch das bewusste Sprechen und Zerlegen eines Wortes.


s, ss und ß

Nach langem Vokal oder Doppellaut kann ß stehen: groß, heißen.

Nach kurzem betonten Vokal steht häufig ss: müssen, wissen.

Das einfache s kann unterschiedliche Funktionen haben und muss oft über die Wortform gelernt oder im Wörterbuch geprüft werden.


Zeichensetzung verstehen

Kommas helfen, Satzstrukturen sichtbar zu machen. Deshalb hängen Kommasetzung und Grammatik eng zusammen.

Ein Nebensatz wird häufig durch Wörter wie weil, obwohl, dass, wenn, nachdem oder während eingeleitet.

Beispiel: „Viele Jugendliche prüfen eine Nachricht genauer, weil sie die Quelle kennen wollen.“

Zwischen Hauptsatz und Nebensatz steht ein Komma.

Auch Relativsätze werden durch Kommas abgetrennt:

„Die Nachricht, die gestern veröffentlicht wurde, enthält neue Informationen.“

Wer Satzstrukturen erkennt, setzt Kommas sicherer.


Sprachwissen für A1

Sprachwissen hilft Dir, Rechtschreibung und Textverständnis miteinander zu verbinden.


Wortarten erkennen

Wichtige Wortarten sind:

  1. Substantiv: Schule, Nachricht, Regel
  2. Verb: lesen, prüfen, erklären
  3. Adjektiv: wichtig, digital, verständlich
  4. Artikel: der, die, das, ein, eine
  5. Pronomen: ich, du, er, sie, es, dieser
  6. Präposition: mit, nach, vor, wegen
  7. Konjunktion: und, aber, weil, dass
  8. Adverb: heute, dort, deshalb

Wortarten sind wichtig, weil sich viele Rechtschreibregeln daran orientieren. Substantive werden großgeschrieben. Konjunktionen wie „dass“ können Nebensätze einleiten. Präpositionen können einen bestimmten Fall verlangen.


Satzglieder erkennen

Wichtige Satzglieder sind Subjekt, Prädikat, Objekt und adverbiale Bestimmungen.

Beispiel: „Die Klasse prüft heute die Quellen.“

Die Klasse = Subjekt

prüft = Prädikat

heute = adverbiale Bestimmung der Zeit

die Quellen = Akkusativobjekt

Mit der Verschiebeprobe kannst Du Satzglieder erkennen:

„Heute prüft die Klasse die Quellen.“

Die Wortgruppe „die Klasse“ bleibt zusammen. Auch „die Quellen“ bleibt zusammen.


Hauptsatz und Nebensatz

Im Hauptsatz steht die finite Verbform häufig an zweiter Stelle:

„Viele Schülerinnen lesen Nachrichten digital.“

Im Nebensatz steht die finite Verbform häufig am Ende:

„..., weil viele Schülerinnen Nachrichten digital lesen.“

Diese Struktur hilft Dir bei der Kommasetzung und beim Erkennen von Konjunktionen.


Signalwörter und logische Beziehungen

Sachtexte sind durch sprachliche Verknüpfungen aufgebaut. Signalwörter zeigen Beziehungen zwischen Aussagen.

Begründung: weil, denn, deshalb

Gegensatz: aber, jedoch, trotzdem

Folge: daher, folglich, sodass

Ergänzung: außerdem, zusätzlich, ebenso

Reihenfolge: zuerst, danach, schließlich

Wenn Du diese Wörter erkennst, verstehst Du den Gedankengang schneller.


Diskontinuierliche Texte

Nicht alle Informationen stehen in Fließtexten. Diagramme, Tabellen, Schaubilder und Infografiken werden als diskontinuierliche Texte bezeichnet.

Bei solchen Materialien gehst Du ähnlich vor:

  1. Überschrift lesen.
  2. Achsen, Spalten und Einheiten prüfen.
  3. Quelle und Zeitraum beachten.
  4. Höchste und niedrigste Werte erkennen.
  5. Auffällige Unterschiede beschreiben.
  6. Aussagen nur so weit formulieren, wie die Darstellung sie wirklich belegt.

Ein Diagramm zeigt Daten. Es erklärt nicht automatisch die Ursachen. Wenn zum Beispiel die Handynutzung in einer Gruppe steigt, darfst Du nicht ohne weitere Informationen behaupten, warum sie gestiegen ist.


Typische Fehler in Aufgabe A1

Fehler 1: Du antwortest aus Deinem Vorwissen statt aus dem Text.

Besser: Prüfe zuerst, was tatsächlich im Text steht.

Fehler 2: Du überliest Wörter wie „nicht“, „nur“ oder „immer“.

Besser: Markiere Einschränkungen in der Aufgabe.

Fehler 3: Du suchst nur nach gleichen Wörtern.

Besser: Suche nach gleicher Bedeutung.

Fehler 4: Du verbesserst Rechtschreibung nach Gefühl.

Besser: Nutze eine Regel, eine Probe oder das Wörterbuch.

Fehler 5: Du setzt Kommas nach Sprechpausen.

Besser: Untersuche die Satzstruktur.

Fehler 6: Du schreibst zu viel.

Besser: Antworte genau auf den Operator.


Prüfungsnahes Training: Sach- und Gebrauchstext

Hinweis: Der folgende Text wurde für diesen aiMOOC neu verfasst. Er ist keine Original-Prüfungsaufgabe.

Titel: Handyfreie Lernzeiten – eine Schule probiert es aus

An einer Gemeinschaftsschule wird seit einigen Wochen eine neue Lernregel getestet. Während festgelegter Übungsphasen bleiben Smartphones in den Schultaschen. Die Geräte dürfen weiterhin in die Schule mitgebracht werden. Sie sollen aber nur dann genutzt werden, wenn eine Lehrkraft sie ausdrücklich für eine Aufgabe erlaubt.

Der Grund für die Testphase sind häufige Unterbrechungen während des selbstständigen Lernens. Einige Schülerinnen und Schüler schauten auf Benachrichtigungen, obwohl sie eigentlich an Aufgaben arbeiten sollten. Andere erklärten, dass sie sich durch Töne oder aufleuchtende Bildschirme ablenken ließen.

Die Schule verbietet Smartphones jedoch nicht vollständig. In manchen Unterrichtsstunden werden die Geräte weiterhin gebraucht, zum Beispiel für Recherchen, Fotos von Arbeitsergebnissen oder digitale Lernprogramme. Entscheidend ist deshalb nicht das Gerät selbst, sondern die Frage, wann es sinnvoll eingesetzt wird.

Nach vier Wochen soll die Klasse ihre Erfahrungen auswerten. Dazu füllen die Lernenden einen kurzen Fragebogen aus. Gefragt wird unter anderem, ob sie sich besser konzentrieren konnten und ob ihnen die Regel beim Arbeiten geholfen hat. Auch die Lehrkräfte halten ihre Beobachtungen fest.

Danach entscheidet die Schule, ob die Regel verändert, beibehalten oder beendet wird. Bis dahin gilt die Maßnahme nur als Versuch. Die Schulleitung betont, dass die Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler in die Entscheidung einfließen sollen.


So würdest Du den Trainingstext erschließen

Das Thema ist eine schulische Testregel zur Smartphone-Nutzung während bestimmter Lernzeiten.

Die Kernaussage lautet: Eine Schule testet begrenzte handyfreie Lernzeiten, um Ablenkungen zu verringern, ohne Smartphones grundsätzlich zu verbieten.

Die Textsorte ist ein informierender Sachtext.

Wichtige Einzelinformationen sind: Die Geräte bleiben nur in bestimmten Phasen in der Tasche; Unterrichtsnutzung kann erlaubt werden; nach vier Wochen erfolgt eine Auswertung; anschließend wird über die Fortsetzung entschieden.

Eine mögliche indirekte Information lautet: Die Schule möchte die Regel nicht allein auf Vermutungen stützen, sondern Erfahrungen sammeln.

Ein wichtiges Signalwort ist „jedoch“. Es zeigt einen Gegensatz: Trotz der Einschränkung werden Smartphones nicht vollständig verboten.


Rechtschreibung direkt am Text trainieren

So können Textverständnis und Rechtschreibung zusammenwirken:

Beispielsatz: „Die Schule betont, dass die Erfahrungen ausgewertet werden.“

Hier erkennst Du zuerst den Inhalt: Die Schule will Ergebnisse berücksichtigen. Danach untersuchst Du die Sprache: dass leitet einen Nebensatz ein.

Beispielsatz: „Beim selbstständigen Lernen bleiben Smartphones in der Tasche.“

Lernen wird großgeschrieben, weil es nach „beim“ substantiviert ist.

Beispielsatz: „Die Geräte werden genutzt, wenn die Lehrkraft es erlaubt.“

Das Komma trennt Hauptsatz und Nebensatz.

So wird aus einer Rechtschreibaufgabe gleichzeitig eine Grammatik- und Textverständnisaufgabe.


Wörterbuchstrategie

Ein Rechtschreibwörterbuch ist kein Ersatz für Regeln. Es ist ein Kontrollwerkzeug.

Nutze es besonders, wenn Du:

  1. die Grundform eines Wortes kennst, aber bei der Schreibweise unsicher bist
  2. Getrennt- oder Zusammenschreibung prüfen willst
  3. die Trennung oder Flexion kontrollieren willst
  4. bei Fremdwörtern unsicher bist

Suche nicht zu lange. Wenn Du eine Regel sicher kennst, spare Zeit.


Zeitmanagement

Aufgabe A1 ist nur ein Teil der gesamten schriftlichen Deutschprüfung. Deshalb brauchst Du ein kontrolliertes Arbeitstempo.

Eine sinnvolle persönliche Reihenfolge kann sein:

  1. Text überblicken.
  2. Text vollständig lesen.
  3. leichte Aufgaben zuerst bearbeiten.
  4. bei Belegaufgaben die passende Stelle markieren.
  5. Rechtschreibaufgaben mit Regel oder Probe lösen.
  6. schwierige Aufgabe kennzeichnen und später zurückkehren.
  7. am Ende Antworten und Schreibweisen kontrollieren.

Achte darauf, nicht zehn Minuten an einer einzelnen Unsicherheit zu verlieren.


Mini-Checkliste vor dem Abgeben

Prüfe:

  1. Habe ich die Aufgabenstellung vollständig gelesen?
  2. Habe ich bei Textfragen wirklich den Text benutzt?
  3. Habe ich Verneinungen und Einschränkungen beachtet?
  4. Sind meine Antworten verständlich formuliert?
  5. Habe ich bei Rechtschreibung eine Regel oder Probe genutzt?
  6. Habe ich bei Kommas Haupt- und Nebensätze geprüft?
  7. Habe ich schwierige Wörter kontrolliert?
  8. Habe ich alle Teilaufgaben bearbeitet?


Aktuelle und freie Lernmedien

Die folgenden freien oder frei zugänglichen Medien unterstützen unterschiedliche Teile Deiner Vorbereitung. Nutze sie nicht nur zum Anschauen. Halte nach jedem Video oder Bild schriftlich fest, welche Prüfungsstrategie Du daraus mitnimmst.

Die Aufnahme zeigt Lernende beim konzentrierten Lesen. Überlege: Welche sichtbaren Lernhandlungen helfen auch Dir beim Bearbeiten eines Prüfungstextes?

Digitale Informationen müssen ebenso genau gelesen und geprüft werden wie gedruckte Texte.

Das Video zur 5-Schritt-Lesemethode eignet sich zum Wiederholen einer klaren Lesestrategie.

Das Video zur Groß- und Kleinschreibung hilft bei einem häufigen Rechtschreibbereich.

Das Video zu „das oder dass“ zeigt eine wichtige Ersatzprobe.

Das Video zu Satzgliedern unterstützt Dich beim Sprachwissen und bei der Analyse von Satzstrukturen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was steht bei Aufgabe A1 besonders im Mittelpunkt? (Textverständnis und Rechtschreibung) (!Gedichtinterpretation und Metrum) (!Romananalyse und Figurencharakterisierung) (!Freies kreatives Schreiben ohne Textbezug)




Was ist eine Kernaussage? (Die zentrale Aussage des gesamten Textes) (!Eine zufällige Zahl im Text) (!Ein einzelnes unbekanntes Wort) (!Die längste Textzeile)




Welches Signalwort zeigt häufig einen Gegensatz? (jedoch) (!deshalb) (!zuerst) (!außerdem)




Welche Textfunktion hat eine Bedienungsanleitung meistens? (instruierend) (!lyrisch) (!fiktional) (!dramatisch)




Wann wird dass mit zwei s geschrieben? (Wenn es als Konjunktion einen Nebensatz einleitet) (!Wenn es immer durch dieses ersetzt werden kann) (!Wenn danach ein Substantiv folgt) (!Wenn das Wort am Satzanfang steht)




Warum wird Lesen in beim Lesen großgeschrieben? (Weil es substantiviert ist) (!Weil jedes Verb großgeschrieben wird) (!Weil es nach einem Komma steht) (!Weil es ein Adjektiv ist)




Woran erkennst Du häufig einen Nebensatz? (Die finite Verbform steht häufig am Ende) (!Er besteht immer nur aus drei Wörtern) (!Er enthält nie ein Subjekt) (!Er endet immer mit einem Doppelpunkt)




Was ist ein guter Textbeleg? (Eine passende Textstelle, die die Antwort stützt) (!Eine persönliche Vermutung ohne Textgrundlage) (!Eine allgemeine Meinung zum Thema) (!Ein Beispiel aus einem anderen Schulfach)




Was solltest Du bei einem Diagramm zuerst prüfen? (Überschrift, Achsen, Einheiten und Quelle) (!Nur die schönste Farbe) (!Nur den höchsten Balken) (!Nur Deine eigene Meinung)




Welche Methode hilft beim Erkennen von Satzgliedern? (Verschiebeprobe) (!Reimprobe) (!Steigerungsprobe) (!Silbenklatschen allein)





Memory

Kernaussage zentrale Aussage des gesamten Textes
Textbeleg passende Stelle zur Absicherung einer Antwort
appellativ zu einer Handlung oder Haltung auffordernd
instruierend eine Handlung erklärend oder anleitend
Substantivierung als Nomen verwendetes Verb oder Adjektiv
Konjunktion verbindet Wörter, Satzteile oder Sätze
Verschiebeprobe Methode zum Erkennen von Satzgliedern
Signalwort zeigt eine logische Beziehung zwischen Aussagen





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Kernaussage wichtigste Gesamtaussage eines Textes
Textbeleg Nachweis durch eine passende Textstelle
Nebensatz Satzteil mit finiter Verbform häufig am Ende
Substantivierung großgeschriebene nominale Verwendung eines Wortes
Wörterbuch Hilfsmittel zur Kontrolle einer unsicheren Schreibweise




...


Kreuzworträtsel

Sachtext Wie heißt ein nichtfiktionaler Text über reale Sachverhalte?
Beleg Wie heißt eine Textstelle, die eine Antwort absichert?
Aussage Welches Wort ergänzt den Begriff Kern...?
Komma Welches Satzzeichen trennt häufig Hauptsatz und Nebensatz?
Pronomen Welche Wortart kann für ein Substantiv stehen?
Subjekt Welches Satzglied antwortet häufig auf die Frage Wer oder was?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Bei Aufgabe A1 stehen besonders

und Rechtschreibung im Mittelpunkt. Die wichtigste Gesamtaussage eines Textes heißt

. Eine passende Textstelle zur Absicherung einer Antwort nennt man

. Ein Text, der zu einer Handlung auffordert, hat häufig eine

Funktion. Eine Anleitung ist meist

. Das Wort dass kann als

einen Nebensatz einleiten. In einem Nebensatz steht die finite Verbform häufig am

. Bei der Wendung beim Lesen wird Lesen wegen der

großgeschrieben. Mit der

lassen sich Satzglieder erkennen. Wörter wie jedoch zeigen häufig einen

. Bei unsicherer Schreibweise kann ein

helfen. Ein Diagramm gehört zu den

Texten.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Kernaussage: Suche einen kurzen Sachtext aus einer Jugendzeitschrift oder einer seriösen Nachrichtenseite und formuliere seine Kernaussage in genau einem Satz.
  2. Signalwort: Markiere in einem Sachtext mindestens sechs Signalwörter und notiere jeweils, ob sie Begründung, Gegensatz, Folge, Ergänzung oder Reihenfolge anzeigen.
  3. Rechtschreibstrategie: Erstelle zehn eigene Beispielsätze zu Groß- und Kleinschreibung und markiere alle Substantivierungen.
  4. Textbeleg: Formuliere zu einem kurzen Text drei Fragen und notiere zu jeder Antwort die passende Belegstelle.


Standard

  1. Sachtext: Schreibe einen eigenen informierenden Text über ein schulnahes Thema und formuliere anschließend fünf prüfungsähnliche Verständnisfragen dazu.
  2. Gebrauchstext: Untersuche eine echte Anleitung oder Hausordnung. Bestimme Adressaten, Zweck und sprachliche Merkmale.
  3. Diagramm: Suche eine altersgerechte Statistik und formuliere fünf Aussagen, die sich eindeutig aus der Darstellung belegen lassen.
  4. Korrekturlesen: Verfasse einen kurzen Text mit bewusst eingebauten Fehlern zu das oder dass, Großschreibung und Kommasetzung. Tausche ihn mit einer Partnerperson und korrigiert euch gegenseitig.


Schwer

  1. Prüfungssimulation: Erstelle eine eigene A1-Mini-Prüfung mit Sachtext, sechs Textverständnisaufgaben und sechs Rechtschreib- oder Sprachwissensaufgaben.
  2. Medienvergleich: Vergleiche einen gedruckten und einen digitalen Sachtext zum selben Thema. Untersuche, wie Überschriften, Bilder, Links und Layout das Lesen beeinflussen.
  3. Sprachreflexion: Wähle fünf komplexe Sätze aus einem Sachtext und untersuche Hauptsatz, Nebensatz, Konjunktionen, Satzglieder und Kommasetzung.
  4. Lernvideo: Produziere ein zwei- bis vierminütiges Lernvideo mit einem konkreten Prüfungstipp für A1 und mindestens einem selbst entwickelten Beispiel.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Textverständnis und Sprache: Erkläre anhand eines selbst gewählten Sachtextabschnitts, wie ein Signalwort den Zusammenhang zweier Aussagen verdeutlicht. Zeige zusätzlich, welche grammatische Funktion das Signalwort hat.
  2. Rechtschreibung und Grammatik: Begründe an drei selbst gewählten Beispielen, warum Grammatikkenntnisse beim Setzen von Kommas oder bei der Großschreibung helfen.
  3. Textbeleg und Bewertung: Beurteile eine vorgegebene Antwort auf eine Sachtextfrage. Prüfe, ob sie vollständig, textnah und ausreichend belegt ist, und verbessere sie.
  4. Lesestrategie: Entwickle für einen unbekannten Sachtext einen Arbeitsplan für die ersten zehn Minuten. Begründe die Reihenfolge Deiner Schritte.
  5. Wörterbuchnutzung: Beschreibe drei Situationen, in denen ein Wörterbuch sinnvoll ist, und zwei Situationen, in denen eine sichere Regel schneller zur Lösung führt.
  6. Transfer: Erkläre, wie sich Deine Strategie ändern muss, wenn Informationen nicht in einem Fließtext, sondern in einer Tabelle oder einem Diagramm stehen.




Lernnachweis

Für einen überzeugenden Lernnachweis zu diesem Thema solltest Du zeigen, dass Du die folgenden Kompetenzen nicht nur kennst, sondern anwenden kannst.

  1. Du kannst das Thema und die Kernaussage eines unbekannten Sach- oder Gebrauchstextes erfassen.
  2. Du kannst wichtige Einzelinformationen finden und mit Textstellen belegen.
  3. Du kannst direkte und indirekt erschließbare Informationen unterscheiden.
  4. Du kannst grundlegende Textfunktionen erkennen.
  5. Du kannst Signalwörter und logische Beziehungen erklären.
  6. Du kannst zentrale Rechtschreibregeln anwenden und begründen.
  7. Du kannst das und dass unterscheiden.
  8. Du kannst Substantivierungen erkennen.
  9. Du kannst Haupt- und Nebensätze unterscheiden und Kommas entsprechend setzen.
  10. Du kannst wichtige Wortarten und Satzglieder bestimmen.
  11. Du kannst ein Wörterbuch sinnvoll einsetzen.
  12. Du kannst Informationen aus Tabellen, Diagrammen oder Schaubildern entnehmen.
  13. Du kannst Deine Bearbeitung mit einer Prüfungscheckliste selbst kontrollieren.




OERs zum Thema



Weiterführende Lernquellen

Für die gezielte Prüfungsvorbereitung eignen sich besonders die Materialien des Landesbildungsservers Baden-Württemberg zu Sachtexten, Lesestrategien und Rechtschreibung. Der Landesbildungsserver weist außerdem darauf hin, dass Original-Prüfungsaufgaben und Musterlösungen vergangener Jahre aus rechtlichen Gründen nicht frei öffentlich bereitgestellt werden können.

Materialien zur Prüfungsvorbereitung – Landesbildungsserver Baden-Württemberg

Sachtexte und Sachtextanalyse – Landesbildungsserver Baden-Württemberg

Rechtschreibung und Sprachförderung – Landesbildungsserver Baden-Württemberg

Rechtschreibrahmen – Landesbildungsserver Baden-Württemberg


Prüfungstraining: Kombinationsaufgaben

Die folgenden Aufgaben verbinden bewusst mehrere Kompetenzbereiche, weil genau diese Verbindung im Prüfungstraining besonders wichtig ist.

Training 1

Satz: „Viele Jugendliche merken, dass sie Nachrichten schneller überfliegen, wenn sie sie auf dem Smartphone lesen.“

Untersuche zuerst den Inhalt: Welche Aussage wird über das Lesen gemacht?

Untersuche danach die Sprache: Welche Wörter leiten Nebensätze ein? Wo stehen die Kommas? Warum wird „dass“ mit zwei s geschrieben?

Training 2

Satz: „Beim genauen Lesen fällt auf, dass die Überschrift eine stärkere Aussage enthält als der Text.“

Erkläre, warum „Lesen“ großgeschrieben wird. Bestimme anschließend die Funktion von „dass“ und formuliere die Kernaussage des Satzes mit eigenen Worten.

Training 3

Satz: „Die Klasse überprüft die Quelle, weil eine auffällige Überschrift allein noch kein Beweis ist.“

Bestimme Hauptsatz und Nebensatz. Erkläre die Funktion des Signalworts „weil“. Formuliere anschließend eine allgemeine Regel für kritisches Lesen.


Persönlicher Lernplan

Ein wirksamer Lernplan verteilt das Training. Statt alles an einem Tag zu wiederholen, kannst Du regelmäßig kurze Einheiten einbauen.

Woche 1: Textverständnis, Kernaussage, Textbelege.

Woche 2: Groß- und Kleinschreibung, das oder dass, s-Laute.

Woche 3: Satzglieder, Haupt- und Nebensätze, Kommasetzung.

Woche 4: Gemischte A1-Aufgaben unter Zeitdruck.

Nach jeder Übung notierst Du nicht nur Deine Punktzahl, sondern auch die Fehlerart. So erkennst Du, ob Du eher Probleme beim Lesen, bei Regeln, bei Grammatik oder beim Zeitmanagement hast.


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite
Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...