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D9 G - Louis' Entwicklung in Über kurz oder lang

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D9 G - Louis' Entwicklung in Über kurz oder lang




D9 G - Louis' Entwicklung in Über kurz oder lang


Einleitung

Der Jugendroman Über kurz oder lang von Marie-Aude Murail erzählt von Louis Feyrières, einem Jugendlichen, der zu Beginn kaum weiß, was ihn interessiert und was er später einmal machen möchte. Sein häufiges Motto lautet sinngemäß: „Mir egal.“ Schule, Praktikum und Zukunft wirken auf ihn zunächst wie Dinge, die andere Menschen für ihn bestimmen.

Im Verlauf des Romans verändert sich Louis deutlich. Aus einem eher gleichgültigen und fremdbestimmten Jugendlichen wird ein junger Mensch, der eigene Interessen entdeckt, seine Fähigkeiten ernst nimmt, Verantwortung übernimmt und konkrete Zukunftsvorstellungen entwickelt.

In diesem aiMOOC untersuchst Du deshalb vor allem die Frage:

Wie entwickelt sich Louis von Gleichgültigkeit und Fremdbestimmung hin zu Interesse, Selbstvertrauen und einem eigenen Lebensplan?

Dabei geht es nicht nur darum, was Louis erlebt. Wichtig ist vor allem, wie diese Erfahrungen ihn verändern.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du

  1. Figurenentwicklung: Louis' Entwicklung vom Anfang bis zum Ende des Romans beschreiben.
  2. Charakterisierung: Eigenschaften von Louis mit passenden Situationen aus der Handlung belegen.
  3. Fremdbestimmung: erklären, wie andere Menschen zunächst über Louis und seine Zukunft bestimmen.
  4. Selbstbestimmung: zeigen, wie Louis zunehmend eigene Entscheidungen trifft.
  5. Selbstvertrauen: erklären, wodurch Louis Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten entwickelt.
  6. Berufsorientierung: den Einfluss des Praktikums auf Louis' Zukunftsvorstellungen untersuchen.
  7. Vater-Sohn-Konflikt: beschreiben, wie der Konflikt mit seinem Vater Louis' Entwicklung beeinflusst.
  8. Transfer: Louis' Erfahrungen auf Fragen der eigenen Berufswahl übertragen.


Der Roman und sein Ausgangspunkt

Über kurz oder lang ist ein Jugendroman der französischen Autorin Marie-Aude Murail. Im Mittelpunkt steht der Jugendliche Louis Feyrières. Er wächst in einer Familie auf, in der sein Vater als erfolgreicher Chirurg hohe Erwartungen an ihn hat.

Louis passt jedoch nicht zu dem Bild, das sein Vater von einem erfolgreichen Sohn hat. Er ist in der Schule wenig motiviert und hat zunächst keine klare Vorstellung davon, welchen Beruf er später einmal ausüben möchte.

Das ist für Louis besonders schwierig, weil sein Vater beruflichen Erfolg stark mit schulischer Leistung und gesellschaftlichem Ansehen verbindet. Ein handwerklicher Beruf wie Friseur erscheint dem Vater deshalb zunächst nicht als angemessener Weg für seinen Sohn.

Louis selbst hat am Anfang aber noch keinen eigenen Gegenentwurf. Er sagt nicht: „Ich will Friseur werden.“ Er weiß zunächst überhaupt nicht, was er will.

Genau darin liegt der Ausgangspunkt seiner Entwicklung.


Louis am Anfang des Romans


Gleichgültigkeit als Schutzhaltung

Louis wirkt zu Beginn oft gleichgültig. Er beteiligt sich wenig an Entscheidungen und zeigt kaum eigene Ziele. Seine Haltung lässt sich mit seinem wiederkehrenden „Mir egal“ zusammenfassen.

Diese Gleichgültigkeit bedeutet nicht unbedingt, dass Louis wirklich keine Gefühle oder Interessen hat. Sie kann auch als Schutzhaltung verstanden werden.

Wer behauptet, dass ihm alles egal sei, muss sich nicht festlegen. Wer sich nicht festlegt, kann auch nicht so leicht scheitern.

Louis vermeidet dadurch zunächst drei Dinge:

  1. Entscheidung: Er muss nicht sagen, was er wirklich will.
  2. Verantwortung: Andere können Entscheidungen für ihn treffen.
  3. Misserfolg: Wenn ihm angeblich nichts wichtig ist, kann er scheinbar auch nicht enttäuscht werden.


Fremdbestimmung

Fremdbestimmung bedeutet, dass Entscheidungen hauptsächlich von anderen Personen getroffen oder beeinflusst werden.

Bei Louis zeigt sich Fremdbestimmung am Anfang besonders deutlich.

Die Schule verlangt ein Praktikum. Seine Großmutter organisiert eine Möglichkeit. Sein Vater bewertet, welche Berufe angesehen genug sind. Louis selbst entwickelt zunächst kaum Initiative.

Er reagiert mehr, als dass er handelt.

Vorher: Andere Menschen überlegen, was Louis tun soll.

Später: Louis entwickelt eigene Vorstellungen und versucht, sie durchzusetzen.


Louis' Selbstbild am Anfang

Louis erlebt sich zunächst nicht als besonders erfolgreich. In der Schule gehört er nicht zu den starken Schülern. Dadurch entsteht leicht der Eindruck, dass er wenig könne.

Das Problem daran ist: Schulische Leistung ist nicht dasselbe wie Begabung insgesamt.

Louis hat Fähigkeiten, die im normalen Schulalltag zunächst kaum sichtbar werden. Dazu gehören genaues Beobachten, praktisches Lernen, Geschick, Ausdauer und der Umgang mit Menschen.

Er muss erst in eine andere Situation kommen, damit diese Fähigkeiten sichtbar werden.


Der Wendepunkt: das Praktikum

Louis absolviert ein Schülerpraktikum in einem Pariser Friseursalon. Zunächst erwartet er davon nicht besonders viel.

Doch der Salon wird zum entscheidenden Erfahrungsraum seiner Entwicklung.

Hier erlebt Louis etwas, das ihm in der Schule bisher fehlt: Er erkennt einen direkten Sinn in dem, was er tut.

Er kann beobachten, ausprobieren, helfen und Ergebnisse sehen.


Vom Zuschauen zum Mitmachen

Am Anfang ist Louis Praktikant. Er erhält einfache Aufgaben und beobachtet die Arbeit im Salon.

Doch schon bald verändert sich seine Haltung.

Vorher: Louis wartet ab.

Nachher: Louis schaut genau hin und möchte lernen.

Vorher: Arbeit bedeutet für ihn vor allem Pflicht.

Nachher: Arbeit kann ihn interessieren.

Vorher: Er hält sich selbst nicht für besonders fähig.

Nachher: Er entdeckt, dass er praktische Fähigkeiten besitzt.


Praktische Erfahrung verändert das Selbstbild

Louis erlebt im Salon, dass er etwas kann. Diese Erfahrung ist für seine Entwicklung besonders wichtig.

Wenn ein Mensch merkt: „Ich kann durch mein eigenes Handeln etwas bewirken“, wächst häufig das Vertrauen in die eigene Fähigkeit.

Bei Louis entsteht dadurch Schritt für Schritt neues Selbstvertrauen.

Er bekommt nicht einfach nur gesagt, dass er begabt sei. Er erlebt seine Fähigkeiten in konkreten Situationen.

Das ist ein wichtiger Unterschied.


Entwicklungslinie 1: Von Gleichgültigkeit zu Interesse

Die erste große Entwicklung betrifft Louis' Motivation.

Entwicklungsstufe Louis vorher Louis nachher Bedeutung
Anfang Schule und Praktikum interessieren ihn kaum. Noch keine Veränderung. Louis reagiert passiv.
Erste Tage im Salon Er erwartet vor allem eine Pflichtwoche. Er beobachtet aufmerksam. Neugier entsteht.
Weitere Mitarbeit Er wollte ursprünglich nur das Praktikum hinter sich bringen. Er arbeitet gerne mit. Interesse wird zu Motivation.
Nach der Praktikumswoche Eine Woche Arbeit reicht ihm zunächst. Er möchte weiter im Salon arbeiten. Das Interesse ist dauerhaft geworden.
Spätere Entwicklung Er hatte keinen Berufswunsch. Er will Friseur werden. Interesse wird zur Zukunftsvorstellung.

Entwicklungslinie:

Gleichgültigkeit → Neugier → Interesse → Begeisterung → Berufswunsch


Entwicklungslinie 2: Von Fremdbestimmung zu Selbstbestimmung

Am Anfang bestimmen andere Menschen Louis' Weg.

Seine Entwicklung bedeutet aber nicht, dass er plötzlich alles alleine entscheidet oder immer richtig handelt.

Vielmehr lernt er zunehmend, eine eigene Meinung zu entwickeln.

Vorher Übergang Nachher
Louis lässt das Thema Praktikum auf sich zukommen. Im Salon entdeckt er ein eigenes Interesse. Er will freiwillig weiterarbeiten.
Sein Vater bestimmt, was als guter Beruf gilt. Louis merkt, dass die Meinung seines Vaters nicht zu seinen eigenen Erfahrungen passt. Louis vertritt seinen Berufswunsch.
Louis hat keine klare Zukunftsidee. Er erlebt Erfolg im praktischen Arbeiten. Er entwickelt einen eigenen Ausbildungswunsch.
Andere bewerten seine Fähigkeiten. Louis sammelt eigene Erfahrungen. Er vertraut seiner eigenen Einschätzung stärker.

Entwicklungslinie:

Fremdbestimmung → eigene Erfahrung → eigene Meinung → eigene Entscheidung


Entwicklungslinie 3: Von Unsicherheit zu Selbstvertrauen

Louis' Selbstvertrauen wächst nicht auf einmal. Es entwickelt sich in mehreren Schritten.


Schritt 1: Er entdeckt eine Stärke

Im Salon merkt Louis, dass er praktisch arbeiten kann.


Schritt 2: Andere nehmen ihn ernst

Menschen im Salon erleben Louis nicht nur als schlechten Schüler. Sie sehen, wie er sich bei der Arbeit verhält.

Dadurch bekommt Louis neue Rückmeldungen über sich selbst.


Schritt 3: Louis nimmt sich selbst ernst

Mit der Zeit wird die Meinung anderer für ihn nicht unwichtig, aber sie bestimmt ihn nicht mehr vollständig.

Louis beginnt zu denken:

Meine eigenen Erfahrungen sagen etwas darüber aus, was zu mir passt.


Schritt 4: Er vertritt seine Ziele

Louis' Selbstvertrauen zeigt sich später darin, dass er seinen Berufswunsch trotz Widerstand nicht sofort aufgibt.

Entwicklungslinie:

Unsicherheit → Erfolgserlebnis → Anerkennung → Selbstvertrauen → Durchsetzungsfähigkeit


Entwicklungslinie 4: Von Planlosigkeit zu Zukunftsvorstellungen

Zu Beginn hat Louis keine klare Vorstellung davon, was er später machen möchte.

Das Praktikum verändert diese Situation grundlegend.

Seine Zukunft wird für ihn erstmals konkret.

Vorher: „Was soll ich machen?“ ist eine Frage anderer Menschen.

Nachher: „Was will ich machen?“ wird zu Louis' eigener Frage.

Das ist ein wichtiger Entwicklungsschritt.

Eine Zukunftsvorstellung entsteht bei Louis nicht durch langes Nachdenken am Schreibtisch, sondern durch Erfahrung.

Er probiert etwas aus und merkt dabei, dass es zu ihm passt.

Am Ende bleibt es nicht bei einem unverbindlichen Interesse. Louis entwickelt einen klaren beruflichen Weg.

Der spätere Ausblick des Romans zeigt, dass er als Friseur erfolgreich wird, den Salon übernimmt und beruflich weit kommt.

Entwicklungslinie:

keine Idee → praktische Erfahrung → Berufswunsch → Ausbildung → berufliche Zukunft


Entwicklungslinie 5: Louis und sein Vater

Der Vater-Sohn-Konflikt ist für Louis' Entwicklung besonders wichtig.

Louis' Vater ist Chirurg. Er verbindet beruflichen Erfolg stark mit Bildung, Leistung und gesellschaftlichem Ansehen.

Den Beruf des Friseurs wertet er zunächst ab.

Für Louis entsteht dadurch ein Konflikt zwischen zwei Fragen:

Was erwartet mein Vater von mir?

und

Was passt wirklich zu mir?


Vorher-Nachher-Vergleich der Vater-Sohn-Beziehung

Bereich Vorher Nachher
Macht Der Vater dominiert viele Entscheidungen. Louis widerspricht und vertritt eigene Ziele.
Berufswahl Der Vater beurteilt, welcher Beruf passend ist. Louis entwickelt einen eigenen Berufswunsch.
Selbstbild Louis steht unter dem Vergleich mit den Erwartungen seines Vaters. Louis orientiert sich stärker an seinen eigenen Fähigkeiten.
Kommunikation Louis reagiert häufig kurz oder ausweichend. Er spricht deutlicher über das, was ihm wichtig ist.
Zukunft Der Vater möchte Louis' Weg bestimmen. Louis verfolgt seine eigene berufliche Richtung.

Der Konflikt eskaliert im Roman auch in körperliche Gewalt. Diese Gewalt ist keine Lösung und darf nicht als notwendiger Schritt zur Selbstständigkeit verstanden werden.

Wichtig ist vielmehr: Der Konflikt macht sichtbar, wie stark Louis' Wunsch nach Selbstbestimmung inzwischen geworden ist.


Entwicklungslinie 6: Von Passivität zu Verantwortung

Louis wird nicht nur interessierter. Er übernimmt auch immer mehr Verantwortung.

Ein wichtiger Entwicklungsschritt ist, dass ihm andere Menschen im Salon nicht mehr gleichgültig sind.

Er fühlt sich dem Salon und den dort arbeitenden Menschen verbunden.

Später setzt er sich besonders für Madame Marielou ein.

Damit verändert sich sein Verhalten deutlich:

Vorher: Louis hält Abstand und lässt vieles geschehen.

Nachher: Louis greift ein, setzt sich ein und versucht, etwas zu bewirken.

Diese Entwicklung zeigt, dass Selbstbestimmung nicht nur bedeutet, den eigenen Willen durchzusetzen.

Reife Selbstbestimmung bedeutet auch:

Ich weiß, was mir wichtig ist, und ich übernehme Verantwortung für mein Handeln.


Louis macht nicht alles richtig

Eine Figurenentwicklung wird interessanter, wenn eine Figur nicht plötzlich perfekt wird.

Auch Louis macht problematische Dinge.

Als er nach dem Praktikum lieber weiter im Salon arbeiten möchte als zur Schule zu gehen, löst er den Konflikt zunächst nicht offen. Stattdessen erfindet er eine falsche Erklärung über einen angeblichen Lehrerstreik.

Das zeigt:

Starkes Interesse ist noch nicht dasselbe wie verantwortungsvolles Handeln.

Louis weiß jetzt zwar besser, was er will. Er muss aber noch lernen, wie er seine Wünsche ehrlich und sinnvoll vertreten kann.

Diese Stelle ist wichtig, weil sie seine Entwicklung glaubwürdig macht.

Selbstbestimmung bedeutet nicht: Ich mache einfach, was ich will.

Selbstbestimmung bedeutet: Ich treffe eigene Entscheidungen und übernehme Verantwortung für die Folgen.


Der Schulleiter als wichtige Gegenfigur

Der Schulleiter erkennt bei Louis Fähigkeiten, die im normalen Unterricht wenig sichtbar geworden sind.

Er nimmt Louis' praktische Begabung ernst.

Dadurch entsteht eine neue Perspektive:

Louis muss nicht zwischen den Extremen „Schule oder Salon“ wählen.

Stattdessen wird eine schulbegleitende Ausbildung möglich.

Hier zeigt der Roman, wie wichtig Erwachsene sein können, die Jugendliche nicht nur nach Noten beurteilen.


Der Salon als Entwicklungsraum

Der Friseursalon ist mehr als nur ein Arbeitsplatz.

Für Louis wird er zu einem Ort des Lernens.

Dort lernt er

  1. Beobachtung: genau hinzusehen.
  2. Handwerk: praktische Fähigkeiten einzusetzen.
  3. Kommunikation: mit unterschiedlichen Menschen umzugehen.
  4. Verantwortung: Aufgaben ernst zu nehmen.
  5. Zugehörigkeit: Teil einer Gemeinschaft zu sein.
  6. Selbsterkenntnis: eigene Stärken wahrzunehmen.
  7. Berufsorientierung: aus Erfahrung einen Berufswunsch zu entwickeln.

Der Salon steht deshalb symbolisch für einen Raum, in dem Louis eine Seite an sich entdeckt, die bisher kaum sichtbar war.


Schule und Praxis im Vergleich

Bei Louis wird deutlich, dass Menschen in unterschiedlichen Lernumgebungen unterschiedlich erfolgreich sein können.

Schule Salon Wirkung auf Louis
Lernen wirkt für ihn oft abstrakt. Lernen geschieht direkt an Aufgaben. Er erlebt mehr Sinn.
Louis fühlt sich eher als schwacher Schüler. Louis erlebt praktische Erfolge. Sein Selbstbild verbessert sich.
Leistungen werden vor allem schulisch bewertet. Können wird im Arbeitsprozess sichtbar. Neue Stärken werden erkennbar.
Motivation ist gering. Motivation wächst schnell. Louis wird aktiv.

Der Roman sagt damit nicht, dass Schule unwichtig sei.

Er zeigt vielmehr, dass praktische Erfahrungen Jugendlichen helfen können, eigene Stärken zu entdecken.


Das Praktikum als Wendepunkt

Ein Schülerpraktikum kann verschiedene Funktionen haben:

  1. Beruf kennenlernen: Du erlebst Tätigkeiten, Arbeitszeiten und Anforderungen.
  2. Stärken entdecken: Du merkst, was Dir liegt.
  3. Interessen prüfen: Du findest heraus, ob eine Vorstellung zur Realität passt.
  4. Selbstvertrauen gewinnen: Du kannst erleben, dass Du Aufgaben bewältigst.
  5. Zukunft planen: Du kannst aus Erfahrungen nächste Schritte ableiten.

Genau das geschieht bei Louis.

Sein Praktikum verändert nicht nur seinen Berufswunsch.

Es verändert sein Bild von sich selbst.


Vorher-Nachher: Louis auf einen Blick

Bereich Louis am Anfang Louis später
Motivation gleichgültig interessiert und engagiert
Selbstbild unsicher zunehmend selbstbewusst
Initiative passiv eigenständig
Berufswunsch keiner Friseur
Zukunft unklar konkrete Vorstellung
Verhältnis zu Arbeit Pflicht sinnvolle Tätigkeit
Verhältnis zu anderen eher distanziert verbunden und verantwortungsbereit
Umgang mit dem Vater stark fremdbestimmt zunehmend selbstbestimmt
Umgang mit Fähigkeiten sieht wenig eigene Stärken erkennt praktische Begabung
Sprache und Auftreten ausweichend und knapp klarer und entschlossener


Entwicklungskurve

Du kannst Louis' Entwicklung als Kurve darstellen:

1. Ausgangslage: Gleichgültigkeit und Planlosigkeit

2. Auslöser: Praktikum im Salon

3. Entdeckung: praktische Begabung und Freude an der Arbeit

4. Bestätigung: Anerkennung und Erfolgserlebnisse

5. Konflikt: Widerstand des Vaters und Probleme mit der Schule

6. Positionierung: Louis vertritt seinen eigenen Berufswunsch

7. Verantwortung: Louis setzt sich für andere Menschen ein

8. Zukunft: Ausbildung, beruflicher Erfolg und eigenes Lebensmodell


Was verändert Louis besonders stark?

Mehrere Faktoren wirken zusammen.


Eigene Erfahrung

Louis glaubt nicht plötzlich an sich, weil jemand ihm einen Vortrag hält.

Er erlebt selbst, dass er etwas kann.


Anerkennung

Im Salon wird er als Person mit Fähigkeiten wahrgenommen.

Diese Anerkennung stärkt sein Selbstbild.


Sinnvolle Tätigkeit

Die Arbeit hat für Louis einen sichtbaren Zweck.

Er erlebt, wofür er etwas tut.


Zugehörigkeit

Louis fühlt sich im Salon zunehmend zuhause.

Das stärkt seine Motivation.


Konflikt

Der Widerstand seines Vaters zwingt Louis dazu, sich klarer zu fragen, was er selbst wirklich möchte.


Zukunftsperspektive

Aus einem Interesse wird ein Plan.

Dadurch bekommt Louis' Handeln eine Richtung.


Wichtige Begriffe für die Analyse

Begriff Einfache Erklärung Bezug zu Louis
Gleichgültigkeit Etwas scheint einer Person nicht wichtig zu sein. Louis zeigt am Anfang wenig Interesse an Schule und Zukunft.
Fremdbestimmung Andere bestimmen wichtige Entscheidungen. Familie und Schule geben Louis zunächst stark die Richtung vor.
Interesse Eine Person möchte mehr über etwas erfahren oder etwas tun. Louis interessiert sich zunehmend für die Arbeit im Salon.
Selbstvertrauen Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Louis erkennt, dass er praktisch begabt ist.
Selbstbestimmung Eigene Entscheidungen bewusst treffen. Louis entwickelt einen eigenen Berufswunsch.
Verantwortung Für das eigene Handeln und andere einstehen. Louis setzt sich zunehmend aktiv für Menschen im Salon ein.
Zukunftsvorstellung Idee davon, wie das eigene Leben später aussehen könnte. Louis möchte eine Ausbildung im Friseurhandwerk machen.


Deutung: Was sagt Louis' Entwicklung aus?

Louis' Entwicklung zeigt, dass ein Jugendlicher nicht allein durch Schulnoten beschrieben werden kann.

Eine Person kann Fähigkeiten besitzen, die in einer bestimmten Umgebung kaum sichtbar werden.

Erst die praktische Erfahrung im Salon macht Louis deutlich, dass er aufmerksam, lernfähig, geschickt und engagiert sein kann.

Der Roman kritisiert außerdem die Vorstellung, manche Berufe seien grundsätzlich mehr wert als andere.

Entscheidend ist nicht nur gesellschaftliches Ansehen.

Wichtig sind auch Begabung, Interesse, Verantwortung und die Frage, ob eine Tätigkeit zu einer Person passt.


Berufsorientierung und Rollenbilder

Louis' Vater verbindet den Beruf des Friseurs mit geringem Status.

Der Roman lädt deshalb dazu ein, Berufsklischees zu hinterfragen.

Ein Beruf sollte nicht allein danach beurteilt werden,

  1. wie angesehen er wirkt,
  2. ob andere ihn passend finden,
  3. welchem Geschlecht er angeblich entspricht,
  4. oder welchen Beruf die Familie bevorzugt.

Wichtiger sind Fragen wie:

Was kann ich?

Was interessiert mich?

Welche Aufgaben passen zu mir?

Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es?

Welche Zukunft kann ich mir vorstellen?


Ein mögliches Gesamturteil zu Louis' Entwicklung

Louis entwickelt sich im Roman deutlich weiter.

Zu Beginn ist er passiv, unmotiviert und stark von den Erwartungen anderer bestimmt.

Durch das Praktikum entdeckt er erstmals eine Tätigkeit, die ihn wirklich interessiert.

Seine praktischen Erfolgserlebnisse verändern sein Selbstbild.

Aus Interesse wird Motivation. Aus Motivation wird ein Berufswunsch. Aus dem Berufswunsch entsteht der Mut, sich gegen die Erwartungen seines Vaters zu stellen.

Louis macht dabei Fehler. Gerade deshalb wirkt seine Entwicklung glaubwürdig.

Am Ende weiß er nicht nur besser, was er tun möchte.

Er weiß auch stärker, wer er sein möchte.

Seine wichtigste Entwicklung lässt sich deshalb so zusammenfassen:

„Mir egal“ → „Das interessiert mich“ → „Das kann ich“ → „Das will ich“ → „Dafür übernehme ich Verantwortung“


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wie wirkt Louis zu Beginn des Romans? (Gleichgültig und wenig motiviert) (!Sehr ehrgeizig und zielstrebig) (!Begeistert von der Schule) (!Sicher in seiner Berufswahl)




Was wird zum wichtigsten Wendepunkt in Louis' Entwicklung? (Das Praktikum im Friseursalon) (!Ein Schulwechsel) (!Eine Sportveranstaltung) (!Eine Reise mit seinem Vater)




Was entdeckt Louis im Salon? (Seine praktische Begabung) (!Seine Begeisterung für Chirurgie) (!Seine Abneigung gegen Arbeit) (!Seinen Wunsch nach einem Studium)




Was bedeutet Fremdbestimmung bei Louis am Anfang? (Andere beeinflussen seine Entscheidungen stark) (!Louis bestimmt vollständig über andere) (!Louis leitet bereits den Salon) (!Louis plant seine Ausbildung allein)




Wie verändert sich Louis' Motivation? (Aus Gleichgültigkeit wird echtes Interesse) (!Aus Begeisterung wird Langeweile) (!Aus Ehrgeiz wird völlige Passivität) (!Aus Interesse wird Ablehnung)




Wodurch wächst Louis' Selbstvertrauen besonders? (Durch konkrete Erfolgserlebnisse) (!Durch das Vermeiden aller Aufgaben) (!Durch höhere Schulnoten) (!Durch den Beruf seines Vaters)




Welchen Berufswunsch entwickelt Louis? (Friseur) (!Chirurg) (!Radiomoderator) (!Rechtsanwalt)




Warum ist der Konflikt mit dem Vater wichtig? (Louis muss seine eigenen Wünsche klarer vertreten) (!Louis verliert jedes Interesse am Salon) (!Louis entscheidet sich für den Beruf des Vaters) (!Louis beendet jede Form von Ausbildung)




Was zeigt Louis' Lüge über den angeblichen Lehrerstreik? (Selbstbestimmung braucht auch Verantwortung) (!Louis handelt inzwischen immer richtig) (!Der Salon ist ihm wieder gleichgültig) (!Die Schule wurde tatsächlich geschlossen)




Welche Aussage fasst Louis' Entwicklung am besten zusammen? (Von Gleichgültigkeit zu eigener Zukunftsplanung) (!Von Selbstständigkeit zu völliger Abhängigkeit) (!Von Berufserfahrung zu Planlosigkeit) (!Von Interesse zu Gleichgültigkeit)





Memory

Gleichgültigkeit Mir egal Haltung
Fremdbestimmung Andere geben die Richtung vor
Praktikum Wendepunkt der Entwicklung
Begabung Praktische Stärke
Selbstvertrauen Vertrauen in eigenes Können
Selbstbestimmung Eigene Entscheidungen
Zukunftsvorstellung Konkreter Berufswunsch





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Gleichgültigkeit Louis am Anfang
Neugier Erste Erfahrungen im Salon
Interesse Freude an der praktischen Arbeit
Selbstvertrauen Eigene Fähigkeiten werden sichtbar
Zukunftsplanung Berufswunsch und Ausbildung




...


Kreuzworträtsel

Gleichgültigkeit Welche Haltung zeigt Louis am Anfang häufig?
Praktikum Welche schulische Erfahrung bringt Louis in den Friseursalon?
Friseur Welchen Beruf möchte Louis später ausüben?
Marielou Wie heißt der Salon in der deutschen Romanfassung?
Selbstvertrauen Was wächst durch Louis' Erfolgserlebnisse?
Zukunft Wofür entwickelt Louis im Verlauf des Romans konkrete Vorstellungen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Zu Beginn des Romans wirkt Louis häufig

. Das Schülerpraktikum im Friseursalon wird zum wichtigsten

seiner Entwicklung. Dort entdeckt Louis seine praktische

. Durch eigene Erfolgserlebnisse wächst sein

. Aus anfänglicher Passivität entwickelt sich zunehmende

. Der Widerstand seines Vaters zwingt Louis dazu, seine Wünsche klarer zu

. Sein Berufswunsch zeigt, dass aus einem Interesse eine konkrete

geworden ist. Die Lüge über den angeblichen Lehrerstreik zeigt, dass Selbstbestimmung auch

verlangt. Im Salon erlebt Louis außerdem ein starkes Gefühl von

. Insgesamt entwickelt er sich von Fremdbestimmung zu größerer

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Vorher-Nachher-Profil: Erstelle eine Tabelle mit fünf Eigenschaften von Louis am Anfang und fünf passenden Eigenschaften von Louis später.
  2. Entwicklungsstrahl: Zeichne Louis' Entwicklung als Zeitstrahl mit mindestens sechs Stationen.
  3. Symbol für Louis: Wähle einen Gegenstand aus dem Friseursalon als Symbol für Louis' Entwicklung und erkläre Deine Wahl.
  4. Gedankenblase: Schreibe zwei kurze Gedankenblasen aus Louis' Sicht: eine vor dem Praktikum und eine nach mehreren Tagen im Salon.


Standard

  1. Tagebucheintrag: Schreibe einen Tagebucheintrag von Louis nach einem erfolgreichen Arbeitstag im Salon. Zeige darin, wie sich sein Selbstbild verändert.
  2. Vater-Sohn-Dialog: Verfasse ein sachliches Gespräch zwischen Louis und seinem Vater, in dem Louis seinen Berufswunsch begründet.
  3. Berufsklischees: Sammle drei typische Vorurteile über Berufe und erkläre, wie der Roman solche Vorurteile infrage stellt.
  4. Praktikumsreflexion: Vergleiche Louis' Erfahrungen mit der Frage, was ein Praktikum Jugendlichen für die Berufswahl bringen kann.


Schwer

  1. Entwicklungshypothese: Beurteile, welcher Faktor Louis am stärksten verändert: Erfolgserlebnisse, Anerkennung, Zugehörigkeit oder Konflikt. Begründe ausführlich.
  2. Alternativer Verlauf: Entwickle einen alternativen Romanverlauf, in dem Louis das Praktikum nicht macht. Erkläre anschließend, welche Entwicklungsschritte dadurch wahrscheinlich fehlen würden.
  3. Charakterisierung mit Belegen: Verfasse eine vollständige Charakterisierung von Louis, in der Du mindestens drei Entwicklungslinien untersuchst.
  4. Video-Projekt: Produziere ein kurzes Erklärvideo mit dem Titel „Vom Mir egal zum Das will ich“, in dem Du Louis' Entwicklung mit Bildern, Symbolen und gesprochenem Kommentar darstellst.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Entwicklungsursache: Erkläre, warum das Praktikum Louis stärker verändert als bloße Aufforderungen seines Vaters oder seiner Schule.
  2. Selbstbestimmung und Verantwortung: Beurteile Louis' Lüge über den Lehrerstreik. Zeige, warum sein wachsender eigener Wille noch nicht automatisch verantwortungsvolles Handeln bedeutet.
  3. Vater-Sohn-Konflikt: Erkläre, wie der Widerstand des Vaters Louis gleichzeitig belastet und dazu zwingt, seine eigenen Wünsche klarer zu formulieren.
  4. Lernumgebung: Vergleiche Schule und Salon als Lernorte für Louis. Erkläre, warum er in beiden Umgebungen unterschiedlich auftritt.
  5. Berufswahl: Übertrage Louis' Erfahrungen auf einen Jugendlichen, der gute Schulnoten hat, aber einen handwerklichen Beruf wählen möchte. Welche Argumente aus dem Roman könnten bei der Entscheidung helfen?
  6. Entwicklungslinie: Wähle eine der Linien Gleichgültigkeit zu Interesse, Fremdbestimmung zu Selbstbestimmung oder Unsicherheit zu Selbstvertrauen und erkläre sie mit mindestens drei Handlungsschritten.
  7. Gesamtdeutung: Beurteile die Aussage: „Louis findet im Salon nicht nur einen Beruf, sondern auch ein neues Bild von sich selbst.“




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur einzelne Ereignisse nacherzählst, sondern Louis' Entwicklung erklärst.

Du solltest zeigen können:

  1. wie Louis am Anfang charakterisiert werden kann,
  2. welche Rolle das Praktikum für seine Entwicklung spielt,
  3. wodurch sein Interesse wächst,
  4. wie sich sein Selbstbild verändert,
  5. wie Erfolgserlebnisse sein Selbstvertrauen stärken,
  6. wie der Vater-Sohn-Konflikt seine Selbstbestimmung beeinflusst,
  7. warum Louis' Fehlentscheidungen ebenfalls zur Figurenentwicklung gehören,
  8. wie aus Planlosigkeit eine konkrete Zukunftsvorstellung wird,
  9. wie Du Vorher-Nachher-Vergleiche sinnvoll formulierst,
  10. wie Du eine Deutung mit passenden Situationen aus dem Roman begründest.




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