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D9 G - Innerer Monolog zu Über kurz oder lang

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D9 G - Innerer Monolog zu Über kurz oder lang




D9 G - Innerer Monolog zu Über kurz oder lang


Einleitung

In diesem aiMOOC trainierst Du den inneren Monolog am Jugendroman Über kurz oder lang von Marie-Aude Murail. Der Schwerpunkt liegt auf Klasse 9, G-Niveau und auf Aufgaben, wie sie in einer Klassenarbeit oder Prüfung gestellt werden können. Du lernst, Dich in eine Romanfigur hineinzuversetzen und ihre Gedanken so zu schreiben, dass sie zur Situation, zum Wissen der Figur, zu ihren Gefühlen, zu ihren Zielen und zu ihrer Sprache passen.

Marie-Aude Murails Jugendroman erschien auf Französisch unter dem Titel Maïté Coiffure. Die deutsche Übersetzung von Tobias Scheffel trägt den Titel Über kurz oder lang. Im Mittelpunkt steht der vierzehnjährige Louis Feyrières, der während eines Schülerpraktikums im Salon Marielou entdeckt, dass ihm die Arbeit als Friseur liegt. Damit gerät er in einen starken Konflikt mit seinem Vater, der andere Vorstellungen von Louis' Zukunft hat.

Der Roman eignet sich besonders gut für innere Monologe, weil viele Figuren Entscheidungen treffen, Ängste überwinden, Erwartungen anderer aushalten oder ihre eigene Haltung verändern. Für einen überzeugenden inneren Monolog reicht es deshalb nicht, die Handlung nachzuerzählen. Du musst zeigen, was eine Figur in genau diesem Augenblick denken und fühlen könnte.


Lernziele

Nach diesem aiMOOC kannst Du einen inneren Monolog planen, schreiben und überarbeiten. Du kannst dabei besonders auf fünf Prüfungsbereiche achten: Situation, Wissen, Gedanken, Gefühle und sprachliche Glaubwürdigkeit. Außerdem kannst Du erklären, weshalb ein Gedanke zu einer Figur passt oder nicht passt und wie sich eine Figur im Verlauf des Romans verändert.


Der Roman als Grundlage

Louis ist zu Beginn vierzehn Jahre alt, wenig motiviert in der Schule und unsicher, was seine Zukunft betrifft. Sein Vater Monsieur Feyrières ist Chirurg und hält wenig von Louis' Wunsch, Friseur zu werden. Im Salon Marielou erlebt Louis dagegen Anerkennung, Verantwortung und praktische Erfolgserlebnisse. Dort begegnet er unter anderem Madame Marielou, Fifi, Clara und Garance.

Für Schreibaufgaben sind besonders Situationen geeignet, in denen eine Figur zwischen zwei Möglichkeiten steht. Louis muss beispielsweise entscheiden, ob er sich dem Willen seines Vaters unterordnet oder seinen eigenen Weg verfolgt. Madame Marielou muss nach schweren Verlusten und neuen Gefahren mit Hoffnung und Verzweiflung umgehen. Fifi unterstützt Louis und erkennt früh dessen Begabung. Auch Madame Feyrières, Monsieur Feyrières, Großmama, Floriane, Clara und Garance bieten geeignete Perspektiven, wenn die Textstelle genügend Hinweise auf ihre Gedankenwelt liefert.


Was ist ein innerer Monolog?

Ein innerer Monolog gibt Gedanken und Gefühle einer Figur unmittelbar wieder. Die Figur spricht nicht laut mit einer anderen Person, sondern denkt für sich selbst. Du schreibst deshalb aus ihrer Ich-Perspektive.

Typisch sind Gedanken im Präsens, spontane Fragen, Ausrufe, Zweifel, Wiederholungen und manchmal verkürzte Sätze. Ein innerer Monolog darf emotional sein. Trotzdem muss er texttreu bleiben. Das bedeutet: Die Figur darf nur Dinge wissen, die sie bis zu diesem Zeitpunkt der Handlung wissen kann.


Die fünf Prüfungsfragen vor dem Schreiben

Bevor Du losschreibst, kläre fünf Fragen. Diese Reihenfolge hilft Dir besonders auf G-Niveau, weil sie verhindert, dass Du einfach die Handlung nacherzählst.

Prüfungsbereich Frage an Dich Was in den Monolog gehört
Situation Wo befindet sich die Figur und was ist gerade passiert? Der aktuelle Anlass des Denkens
Wissen Was weiß die Figur bis zu dieser Stelle? Nur bekannte Informationen, keine Zukunft
Gedanken Welche Entscheidung, Sorge oder Hoffnung beschäftigt die Figur? Abwägen, Zweifeln, Planen
Gefühle Was empfindet die Figur und wodurch wird das ausgelöst? Angst, Wut, Freude, Scham, Hoffnung oder andere passende Gefühle
Sprache Wie würde genau diese Figur denken? Wortwahl und Satzbau passend zu Alter, Haltung und Situation


Situation genau treffen

Ein häufiger Fehler ist ein Monolog, der zu allgemein beginnt. Statt über das ganze Leben der Figur nachzudenken, musst Du an der angegebenen Stelle bleiben.

Beispiel für eine passende Denkbewegung: Louis kommt aus dem Salon und merkt, dass ihm die Arbeit überraschend viel bedeutet. Dann kann er über seine Begeisterung, die Reaktion seines Vaters und seinen nächsten Schritt nachdenken. Unpassend wäre es, wenn er bereits sicher über Ereignisse spricht, die erst viel später im Roman geschehen.


Wissen der Figur begrenzen

Die wichtigste Kontrollfrage lautet: Kann die Figur das an dieser Stelle wirklich wissen?

Wenn Du einen inneren Monolog von Louis nach den ersten Praktikumstagen schreibst, darf Louis über seine Eindrücke im Salon und die Ablehnung seines Vaters nachdenken. Er darf aber nicht so denken, als kenne er bereits den Ausgang des Romans.

Ein guter innerer Monolog zeigt deshalb nicht das Wissen der Lesenden, sondern das begrenzte Wissen der Figur.


Gedanken entwickeln statt Handlung nacherzählen

Ein innerer Monolog soll nicht hauptsächlich berichten: „Dann war ich im Salon. Dann kam Fifi. Dann ging ich nach Hause.“ Das wäre eine Nacherzählung.

Besser ist eine Gedankenentwicklung: Die Figur erinnert sich kurz an einen Auslöser und reagiert darauf. Sie stellt sich Fragen, bewertet Möglichkeiten und versucht eine Entscheidung zu treffen.

Eine einfache Struktur ist:

  1. Auslöser: Was ist gerade passiert?
  2. Reaktion: Was denke und fühle ich zuerst?
  3. Konflikt: Was spricht dafür, was dagegen?
  4. Entscheidung: Was will ich jetzt tun?


Gefühle glaubwürdig zeigen

Gefühle wirken stärker, wenn Du sie nicht nur benennst. Statt nur „Ich bin wütend“ zu schreiben, kannst Du die Wut in den Gedanken hörbar machen: kurze Sätze, Wiederholungen, Fragen oder ein innerer Widerspruch können zeigen, wie aufgewühlt die Figur ist.

Wichtig ist trotzdem, dass Du nicht übertreibst. Eine zurückhaltende Figur denkt anders als eine sehr direkte Figur. Deshalb müssen Gefühle und Sprache zusammenpassen.


Sprachliche Glaubwürdigkeit

Louis ist ein Jugendlicher. Sein innerer Monolog sollte deshalb nicht wie ein wissenschaftlicher Vortrag klingen. Gleichzeitig ist ein Prüfungsaufsatz kein Chat. Eine glaubwürdige Figurenstimme liegt zwischen beiden Extremen: natürlich, verständlich und zur Figur passend.

Typische sprachliche Mittel sind:

  1. Rhetorische Fragen: „Warum versteht er das nicht?“
  2. Ellipsen: „Jetzt auch noch das.“
  3. Wiederholungen: „Nein. Nein, so kann es nicht weitergehen.“
  4. Ausrufe: „Das kann doch nicht sein!“
  5. Gegensätze: „Im Salon traue ich mir etwas zu, zu Hause werde ich wieder klein.“

Verwende solche Mittel gezielt. Ein guter innerer Monolog besteht nicht aus möglichst vielen Ausrufezeichen, sondern aus einer glaubwürdigen Gedankenbewegung.


Passende Perspektivfiguren im Roman

Figur Geeigneter Konflikt Darauf musst Du achten
Louis Eigener Berufswunsch gegen die Erwartungen des Vaters jugendliche Stimme, Unsicherheit, wachsende Entschlossenheit
Monsieur Feyrières Erwartungen an Louis und die Folgen seines eigenen Verhaltens seine strenge Haltung ernst nehmen, spätere Einsicht nicht zu früh vorwegnehmen
Madame Feyrières Schutz der Kinder und Auseinandersetzung mit ihrem Mann Angst, Sorge und wachsende Entschlossenheit plausibel verbinden
Madame Marielou Verlust, Verantwortung für den Salon, Krankheit und Hoffnung nur Wissen der jeweiligen Szene verwenden
Fifi Unterstützung für Louis und eigene Lebenserfahrungen warme, ermutigende Haltung nicht mit Louis' Gedanken verwechseln
Clara Belastung durch ihre Beziehung und die Frage nach Veränderung sensible, textnahe Darstellung ohne zusätzliche erfundene Ereignisse
Garance Haltung zur Arbeit, zum Salon und zu Louis ihre Perspektive darf anders sein als Louis' Begeisterung
Großmama Unterstützung für Louis trotz Widerstand handwerkliche Arbeit wertschätzen und Louis' Lage im Blick behalten
Floriane Loyalität zu ihrem Bruder und Situation in der Familie Wissen und Alter der Figur berücksichtigen


Schreibplan für die Prüfung

Nutze vor dem Schreiben einen kurzen Plan. Dafür reichen Stichwörter. Schreibe nicht schon den ganzen Aufsatz vor.

Schritt Deine Notizen
Situation Was ist unmittelbar vorher passiert?
Wissen Welche drei Dinge weiß die Figur sicher?
Gefühle Welche zwei oder drei Gefühle sind besonders wichtig?
Konflikt Zwischen welchen Möglichkeiten schwankt die Figur?
Ziel Was möchte die Figur erreichen oder verhindern?
Sprache Welche zwei sprachlichen Mittel passen?
Schluss Welche Entscheidung, Frage oder Absicht beendet den Monolog?


Satzanfänge als Hilfe auf G-Niveau

Diese Satzanfänge sind Hilfen und keine Pflicht. Wähle nur Formulierungen, die zur Figur passen.

  1. Gedanken ausdrücken: „Was soll ich jetzt nur machen?“, „Vielleicht sollte ich …“, „Eigentlich weiß ich doch …“
  2. Gefühle zeigen: „Warum macht mich das so …?“, „Ich kann kaum glauben, dass …“, „Wenn ich nur …“
  3. Abwägen: „Einerseits …, aber andererseits …“, „Wenn ich jetzt …, dann …“, „Trotzdem will ich …“
  4. Entscheidung formulieren: „Nein, ich werde …“, „Ich muss endlich …“, „Morgen sage ich …“


Häufige Fehler und ihre Verbesserung

Fehler Problem Verbesserung
Die Handlung wird nur nacherzählt. Gedanken und Gefühle fehlen. Nur kurz an Ereignisse erinnern und dann bewerten.
Die Figur kennt die Zukunft. Der Text ist nicht texttreu. Wissensstand der Szene vorher notieren.
Der Monolog klingt wie ein Bericht. Die unmittelbare Gedankenstimme fehlt. Fragen, kurze Sätze und spontane Reaktionen einsetzen.
Alle Figuren klingen gleich. Die Figurenstimme ist unglaubwürdig. Alter, Haltung und Beziehungen der Figur beachten.
Gefühle werden nur aufgezählt. Es entsteht keine Entwicklung. Gefühle mit Auslösern, Zweifeln und Entscheidungen verbinden.
Es gibt einen langen Einleitungssatz wie in einer Inhaltsangabe. Die Textsorte wird verfehlt. Direkt in den Gedankenmoment einsteigen.


Prüfungsnahes Schreibtraining

Die folgenden Aufgaben sind bewusst nah an typischen Schreibaufträgen aufgebaut. Lies vor jeder Aufgabe die passende Romanstelle noch einmal. Nutze nur Informationen, die die Figur bis zu diesem Zeitpunkt besitzt.


Trainingsstufe 1: stark geführt


Aufgabe 1: Louis nach einem frühen Praktikumstag

Schreibe aus der Sicht von Louis einen inneren Monolog, nachdem er gemerkt hat, dass ihm die Arbeit im Salon überraschend gut gefällt. Gehe auf seine frühere Gleichgültigkeit, seine neuen Erfolgserlebnisse, die Haltung seines Vaters und seine Unsicherheit über die Zukunft ein. Plane zuerst mit den fünf Prüfungsfragen. Ziel: ungefähr 100 bis 140 Wörter.


Aufgabe 2: Louis vor einem schwierigen Gespräch

Louis weiß, dass sein Vater den Friseurberuf ablehnt. Schreibe seinen inneren Monolog unmittelbar vor einem Gespräch, in dem er für seinen Wunsch einstehen möchte. Zeige mindestens zwei gegensätzliche Gefühle und lass Louis am Ende zu einer Absicht kommen. Ziel: ungefähr 100 bis 140 Wörter.


Aufgabe 3: Großmama nach der Ablehnung des Vaters

Schreibe einen inneren Monolog von Großmama, nachdem deutlich geworden ist, dass Monsieur Feyrières den Salon als Praktikumsort ablehnt. Zeige, was sie über handwerkliche Arbeit denkt, wie sie Louis einschätzt und ob sie ihn weiter unterstützen will. Erfinde keine Informationen, die sie zu diesem Zeitpunkt nicht kennen kann. Ziel: ungefähr 100 bis 140 Wörter.


Aufgabe 4: Fifi erkennt Louis' Begabung

Schreibe aus der Sicht von Fifi einen inneren Monolog zu einem Zeitpunkt, an dem er merkt, dass Louis die Arbeit im Salon ernst nimmt und Talent zeigt. Zeige Beobachtungen, Gedanken über Louis und die Frage, wie Fifi ihn unterstützen könnte. Ziel: ungefähr 100 bis 140 Wörter.


Trainingsstufe 2: prüfungsnah


Aufgabe 5: Louis nach der Konfrontation mit seinem Vater

Schreibe einen inneren Monolog von Louis in der Situation, in der sein Vater den Salon und die dort arbeitenden Menschen abwertet und Louis kaum die richtigen Worte findet. Zeige Wut, Verletzung, Loyalität zum Salon und seinen Wunsch nach Selbstbestimmung. Achte besonders darauf, nicht aus der Zukunft zu erzählen. Ziel: ungefähr 120 bis 160 Wörter.


Aufgabe 6: Madame Feyrières nach der Gewalteskalation

Versetze Dich in Madame Feyrières, nachdem Monsieur Feyrières Louis schwer verletzt hat. Schreibe einen inneren Monolog, in dem Sorge um Louis, die Bewertung des Verhaltens ihres Mannes und die Frage nach dem weiteren Umgang in der Familie deutlich werden. Schreibe sensibel und textnah. Ziel: ungefähr 120 bis 160 Wörter.


Aufgabe 7: Monsieur Feyrières nach seinem Wutanfall

Schreibe einen inneren Monolog von Monsieur Feyrières, nachdem die Folgen seines Wutanfalls deutlich geworden sind. Zeige seinen inneren Konflikt zwischen bisherigen Erwartungen an Louis, Schuld, Sorge und möglicher Einsicht. Er darf nicht plötzlich ganz anders denken, wenn die Textstelle diese Veränderung noch nicht trägt. Ziel: ungefähr 120 bis 160 Wörter.


Aufgabe 8: Clara an einem Wendepunkt

Wähle eine Textstelle, in der die Gewalt in Claras Beziehung deutlich wird. Schreibe direkt danach einen inneren Monolog aus ihrer Sicht. Zeige ihre Gefühle, ihre Bindung, ihre Angst oder Unsicherheit und die Frage, was sie als Nächstes tun könnte. Erfinde keine weiteren Gewaltszenen. Ziel: ungefähr 120 bis 160 Wörter.


Aufgabe 9: Madame Marielou im Krankenhaus

Schreibe aus Sicht von Madame Marielou einen inneren Monolog, nachdem sie nach dem Brand im Krankenhaus mit ihrer gesundheitlichen Lage konfrontiert ist. Verknüpfe ihre Erinnerungen an Verluste, die Bedeutung des Salons, ihre Angst und die Frage, ob sie noch Hoffnung zulassen kann. Nutze nur das Wissen der gewählten Textstelle. Ziel: ungefähr 120 bis 160 Wörter.


Aufgabe 10: Louis bittet seinen Vater um Hilfe

Versetze Dich in Louis kurz bevor er seinen Vater dazu bewegen will, Madame Marielou zu operieren. Schreibe einen inneren Monolog über seine Angst um Madame Marielou, sein schwieriges Verhältnis zum Vater und die Frage, wie weit er gehen will, um ihn zu überzeugen. Ziel: ungefähr 120 bis 160 Wörter.


Aufgabe 11: Madame Marielou nach Louis' Zusage

Schreibe einen inneren Monolog von Madame Marielou in der Situation, in der Louis deutlich macht, dass er bei ihr eine Ausbildung machen möchte. Zeige, wie diese Aussage ihre Sicht auf Zukunft, Salon und Operation verändern könnte. Bleibe dicht an den Informationen der Szene. Ziel: ungefähr 120 bis 160 Wörter.


Aufgabe 12: Floriane beobachtet den Familienkonflikt

Schreibe aus der Sicht von Floriane einen inneren Monolog zu einer geeigneten Stelle, an der sie erkennt, wie ernst Louis seinen Berufswunsch nimmt und wie stark der Konflikt mit ihrem Vater ist. Berücksichtige ihren eigenen Wissensstand und ihre Beziehung zu Louis. Ziel: ungefähr 100 bis 140 Wörter.


Trainingsstufe 3: Prüfungssimulation

Bearbeite diese Aufgaben ohne Satzanfänge. Plane höchstens einige Minuten in Stichworten und überarbeite Deinen Text am Schluss mit der Checkliste.


Aufgabe 13: Textstelle plus Perspektivwechsel

Wähle eine zentrale Textstelle mit Louis. Markiere darin drei Hinweise auf seine Gefühle oder Ziele. Schreibe anschließend denselben Moment als inneren Monolog einer anderen anwesenden oder unmittelbar betroffenen Figur. In der Auswertung erklärst Du in drei Sätzen, welche Informationen diese Figur nicht wissen darf.


Aufgabe 14: Zwei mögliche Schlüsse

Schreibe zu derselben Louis-Situation zwei verschiedene Schlüsse für einen inneren Monolog. Schluss A endet mit einer klaren Entscheidung. Schluss B endet mit einer offenen Frage. Begründe anschließend, welcher Schluss besser zur gewählten Textstelle passt.


Aufgabe 15: Monolog mit Pflichtmerkmalen

Schreibe einen inneren Monolog von Louis zu einer Wendestelle. Verwende sinnvoll mindestens eine rhetorische Frage, eine Ellipse und eine Wiederholung. Unterstreiche die drei Mittel nach dem Schreiben und erkläre jeweils kurz ihre Wirkung. Die sprachlichen Mittel sollen aus der Situation entstehen und nicht künstlich wirken.


Aufgabe 16: Fehlertext reparieren

Nimm einen eigenen älteren inneren Monolog. Markiere mit vier Zeichen: S für Situationsfehler, W für Wissensfehler, G für zu wenig Gedanken oder Gefühle und P für Perspektivfehler. Überarbeite danach mindestens fünf Stellen und begründe zwei Änderungen.


Aufgabe 17: Figurenstimmen vergleichen

Schreibe zu derselben Konfliktfrage jeweils ungefähr 80 Wörter aus der Sicht von Louis und Monsieur Feyrières. Beide denken über Louis' berufliche Zukunft nach. Zeige durch Wortwahl, Erwartungen und Gefühle, dass zwei deutlich verschiedene Figuren sprechen.


Aufgabe 18: Komplettaufgabe unter Zeitdruck

Wähle eine unbekannte kurze Textstelle aus dem Roman, in der eine Figur unter Entscheidungsdruck steht. Formuliere selbst einen prüfungsnahen Schreibauftrag und schreibe den inneren Monolog. Prüfe danach systematisch: Situation getroffen? Wissen eingehalten? Gedanken entwickelt? Gefühle nachvollziehbar? Sprache glaubwürdig? Textsorte eingehalten?


Mini-Erwartungshorizont für Deine Selbstkontrolle

Ein überzeugender Text erfüllt möglichst viele dieser Kriterien:

Bereich Prüffrage
Aufgabenbezug Beantworte ich genau die vorgegebene Situation?
Textkenntnis Nutze ich passende Informationen aus dem Roman?
Wissensgrenze Vermeide ich späteres Wissen?
Perspektive Denkt die Figur konsequent als Ich?
Gedanken Entwickelt sich ein echter innerer Konflikt?
Gefühle Werden Gefühle ausgelöst und nachvollziehbar gezeigt?
Figurenstimme Passt die Sprache zur Figur?
Gestaltung Nutze ich Fragen, Ellipsen, Wiederholungen oder Ausrufe sinnvoll?
Aufbau Führt der Monolog von einer Reaktion zu einer Entscheidung oder offenen Frage?
Sprache Sind Rechtschreibung, Satzbau und Zeichensetzung verständlich und weitgehend korrekt?


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Erzählform ist für einen inneren Monolog besonders typisch? (Ich-Form) (!Du-Form) (!Wir-Form) (!Unpersönliche Passivform)




Was bedeutet Texttreue beim inneren Monolog? (Die Figur denkt nur mit Wissen das sie an dieser Stelle haben kann) (!Die Figur kennt schon das Ende des Romans) (!Die Figur darf neue Ereignisse frei erfinden) (!Die Figur fasst den ganzen Roman zusammen)




Was sollte am Anfang Deiner Planung geklärt werden? (Die genaue Situation der Figur) (!Die Seitenzahl des letzten Kapitels) (!Die Meinung der Lesenden) (!Die Biografie der Autorin)




Welche Zeitform passt häufig zu unmittelbaren Gedanken? (Präsens) (!Futur II) (!Plusquamperfekt) (!Ausschließlich Präteritum)




Was macht einen inneren Monolog glaubwürdig? (Gedanken Gefühle und Sprache passen zur Figur) (!Alle Figuren verwenden dieselbe Sprache) (!Der Text besteht nur aus Handlung) (!Jeder Satz ist besonders lang)




Was ist ein typischer Fehler? (Die Figur weiß Dinge aus späteren Kapiteln) (!Die Figur stellt sich Fragen) (!Die Figur zeigt Zweifel) (!Die Figur wägt Möglichkeiten ab)




Was ist bei Louis besonders wichtig? (Sein Konflikt zwischen eigenem Berufswunsch und Erwartungen des Vaters) (!Dass er von Anfang an Chirurg werden will) (!Dass er den Salon grundsätzlich ablehnt) (!Dass er das Praktikum bei einem Radiosender macht)




Welche Funktion kann eine rhetorische Frage haben? (Sie macht Zweifel oder innere Konflikte hörbar) (!Sie ersetzt die Textkenntnis) (!Sie erzählt automatisch die Handlung weiter) (!Sie macht jede Aussage sachlich)




Wie solltest Du mit Gefühlen umgehen? (Sie mit Auslösern Gedanken und Entscheidungen verbinden) (!Möglichst viele Gefühle nur aufzählen) (!Gefühle ganz vermeiden) (!Nur positive Gefühle verwenden)




Wie kann ein innerer Monolog sinnvoll enden? (Mit einer Entscheidung Absicht oder offenen Frage) (!Mit einer vollständigen Inhaltsangabe) (!Mit einem Lexikoneintrag) (!Mit einer Autorenbiografie)





Memory

Ich-Form Perspektive der Figur
Präsens unmittelbares Denken
Rhetorische Frage Zweifel und innerer Konflikt
Ellipse verkürzter Gedanke
Texttreue kein erfundenes Zukunftswissen
Figurenstimme glaubwürdige Wortwahl





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Situation Was ist gerade passiert
Wissen Was kann die Figur an dieser Stelle kennen
Gedanken Was überlegt oder entscheidet die Figur
Gefühle Was empfindet die Figur in diesem Moment
Figurenstimme Wie klingt die Sprache passend zur Figur






Kreuzworträtsel

Perspektive Aus welcher Sicht muss ein innerer Monolog konsequent geschrieben werden
Gedanken Was wird im inneren Monolog unmittelbar wiedergegeben
Gefühle Was soll neben Überlegungen nachvollziehbar sichtbar werden
Wissen Was muss auf den Stand der gewählten Szene begrenzt bleiben
Präsens Welche Zeitform eignet sich oft für unmittelbares Denken
Figurenstimme Wie nennt man die zur Person passende sprachliche Wirkung





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Ein innerer Monolog wird aus der

einer Figur geschrieben. Vor dem Schreiben muss zuerst die genaue

geklärt werden. Die Figur darf nur Informationen verwenden, die zu ihrem damaligen

gehören. Unmittelbare Gedanken stehen häufig im

. Ein überzeugender Text entwickelt einen inneren

und erzählt nicht nur die Handlung nach. Zweifel lassen sich zum Beispiel durch eine

ausdrücken. Verkürzte Gedanken können als

erscheinen. Die Wortwahl muss zur jeweiligen

passen. Bei Louis ist besonders sein Wunsch nach beruflicher

wichtig. Am Ende sollte der Monolog auf eine Entscheidung, Absicht oder offene

zulaufen.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Gefühlsbarometer: Wähle eine Louis-Szene und ordne drei passende Gefühle von schwach bis stark. Begründe jedes Gefühl mit einem Hinweis aus der Szene.
  2. Gedankenblasen: Zeichne Louis oder eine andere Figur in einer Schlüsselsituation und fülle fünf Gedankenblasen mit glaubwürdigen Gedanken.
  3. Wissensgrenze: Erstelle zu einer Szene zwei Spalten mit „Das weiß die Figur“ und „Das weiß die Figur noch nicht“.
  4. Satzwerkstatt: Formuliere aus fünf sachlichen Sätzen lebendige Gedanken mit Fragen, Ellipsen oder Wiederholungen.


Standard

  1. Perspektivwechsel: Schreibe denselben Moment einmal aus Louis' und einmal aus Fifis Sicht und markiere drei sprachliche Unterschiede.
  2. Audio-Monolog: Nimm einen selbst geschriebenen inneren Monolog als Audio auf und überprüfe beim Anhören, ob er wie echtes Denken wirkt.
  3. Szenenkarte: Gestalte eine Karte mit Situation, Wissen, Gedanken, Gefühlen und Ziel für Madame Marielou an einer geeigneten Textstelle.
  4. Partnerfeedback: Tauscht zwei Monologe aus und gebt Rückmeldung mit der Fünf-Punkte-Prüfung zu Situation, Wissen, Gedanken, Gefühlen und Sprache.


Schwer

  1. Prüfungssimulation: Bearbeite eine unbekannte Textstelle unter selbst gesetzter Zeitbegrenzung und überarbeite Deinen Monolog anschließend mit dem Erwartungshorizont.
  2. Figurenvergleich: Untersuche, wie Louis und Monsieur Feyrières denselben Berufskonflikt unterschiedlich wahrnehmen, und schreibe zwei kontrastierende Monologe.
  3. Videoprojekt: Produziere ein kurzes Lernvideo, in dem Du an einem selbst erfundenen neutralen Beispiel erklärst, wie man Wissensfehler im inneren Monolog vermeidet.
  4. Mini-Unterricht: Entwickle für Deine Klasse eine fünfminütige Übung, mit der andere Lernende eine unglaubwürdige Figurenstimme verbessern können.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Perspektive begründen: Erkläre an einer selbst gewählten Szene, warum Louis als Perspektivfigur besonders geeignet ist und welche zwei Gedanken dort wahrscheinlich im Mittelpunkt stehen.
  2. Wissensfehler erkennen: Entwirf drei absichtlich falsche Gedanken einer Figur, die späteres Wissen verraten, und korrigiere sie so, dass sie zur Szene passen.
  3. Gefühle und Ursachen: Wähle zwei gegensätzliche Gefühle von Monsieur Feyrières oder Madame Feyrières und erkläre, durch welche Ereignisse diese Gefühle ausgelöst werden könnten.
  4. Sprachvergleich: Formuliere denselben Gedanken einmal als Louis, einmal als Madame Marielou und einmal als Monsieur Feyrières. Erkläre, wodurch sich die Figurenstimmen unterscheiden.
  5. Monolog überarbeiten: Nimm einen eigenen inneren Monolog und kürze reine Nacherzählung um mindestens ein Drittel. Ersetze sie durch Überlegungen, Zweifel und Entscheidungen.
  6. Transferaufgabe: Übertrage die Fünf-Punkte-Prüfung auf eine Figur aus einer anderen Lektüre und zeige, dass das Verfahren unabhängig vom Roman funktioniert.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Merkmale aufzählen kannst, sondern sie in einem eigenen Text sicher anwendest.

  1. Situationsbezug: Du triffst den genauen Moment der Aufgabenstellung.
  2. Texttreue: Du verwendest nur Wissen, das die Figur bis zu dieser Stelle besitzt.
  3. Perspektivtreue: Du bleibst konsequent in der Ich-Perspektive der gewählten Figur.
  4. Gedankenentwicklung: Du lässt die Figur abwägen, zweifeln, hoffen, fürchten oder planen.
  5. Gefühlsdarstellung: Du machst Gefühle durch Gedanken und Sprache nachvollziehbar.
  6. Figurenstimme: Deine Wortwahl passt zu Alter, Haltung und Situation der Figur.
  7. Sprachgestaltung: Du verwendest passende Fragen, Ellipsen, Wiederholungen oder Ausrufe gezielt.
  8. Aufbau: Dein Monolog entwickelt sich vom Auslöser über den Konflikt zu einer Entscheidung, Absicht oder offenen Frage.
  9. Sprachrichtigkeit: Dein Text ist verständlich, sinnvoll gegliedert und sprachlich sorgfältig überarbeitet.




OERs zum Thema


Weitere freie Medien und Vertiefung

Nutze Bilder von Friseursalons nicht nur als Dekoration. Beschreibe zum Beispiel, welche Sinneseindrücke Louis an einem solchen Arbeitsort wahrnehmen könnte und welche davon in einem glaubwürdigen inneren Monolog auftauchen dürften, wenn sie zur Textstelle passen.


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