D9 G - Gesprochene und geschriebene Sprache

D9 G - Gesprochene und geschriebene Sprache
D9 G - Gesprochene und geschriebene Sprache
Einleitung
Du sprichst jeden Tag, schreibst Nachrichten, liest Texte und passt Deine Sprache oft ganz automatisch an die Situation an. Mit einer Freundin auf dem Schulhof sprichst Du anders als mit einer Praktikumsbetreuerin. In einem Gruppenchat formulierst Du anders als in einer Bewerbung oder in einem Bericht für die Schule.
In diesem aiMOOC lernst Du, typische Merkmale von gesprochener Sprache, Chats und schriftlichen Texten zu erkennen und zu vergleichen. Vor allem übst Du, situationsgerecht zu formulieren: Deine Sprache soll zur Person, zum Anlass, zum Medium und zu Deinem Ziel passen.
Die Beispiele sind bewusst alltagsnah gestaltet und orientieren sich an Situationen, die Jugendliche in Schule, Freizeit und Berufsorientierung erleben können.

Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du erklären, wodurch sich Gespräch, Chat und schriftlicher Text unterscheiden. Du kannst typische sprachliche Merkmale erkennen, Formulierungen beurteilen und eigene Aussagen für unterschiedliche Situationen passend umformulieren.
Du lernst dabei besonders:
- Gespräch: spontane mündliche Kommunikation erkennen und angemessen gestalten.
- Chat: schriftliche, aber oft gesprächsnahe Kommunikation untersuchen.
- Schriftsprache: geplante und überarbeitete Texte passend formulieren.
- Adressatengerechtigkeit: Sprache an Empfängerinnen und Empfänger anpassen.
- Sprachregister: zwischen lockerem, neutralem und formellem Sprachgebrauch unterscheiden.
- Kommunikation: Wirkung von Wortwahl, Satzbau, Ton und Situation einschätzen.
Sprache verändert sich mit der Situation
Sprache ist nicht immer gleich. Ob eine Formulierung passt, hängt von mehreren Fragen ab: Mit wem sprichst oder schreibst Du? Warum kommunizierst Du? Welches Medium nutzt Du? Wie formell ist die Situation?
Zu einem Freund kannst Du zum Beispiel sagen:
„Kommst du nachher mit?“
In einer höflichen Anfrage an eine Praktikumsstelle wäre dagegen eher passend:
„Könnten Sie mir bitte mitteilen, wann ich am Montag beginnen soll?“
Beide Sätze können richtig sein. Entscheidend ist, ob sie zur Situation passen.

Vier Fragen vor dem Formulieren
Bevor Du etwas sagst oder schreibst, helfen Dir vier einfache Fragen:
- Adressat: Wer bekommt meine Nachricht?
- Situation: Ist die Situation privat, schulisch, öffentlich oder beruflich?
- Absicht: Will ich informieren, fragen, bitten, erklären, überzeugen oder mich entschuldigen?
- Medium: Spreche ich direkt, chatte ich oder schreibe ich einen längeren Text?
Diese vier Punkte bestimmen, wie locker, ausführlich, höflich und genau Du formulieren solltest.
Das Gespräch
Ein spontanes Gespräch entsteht meist ohne lange Vorbereitung. Die Beteiligten reagieren direkt aufeinander. Sie hören nicht nur Wörter, sondern nehmen auch Stimme, Sprechtempo, Lautstärke, Pausen, Mimik und Gestik wahr.
Gesprochene Sprache ist deshalb oft stark an die gemeinsame Situation gebunden. Wenn beide sehen, worüber gesprochen wird, reicht zum Beispiel:
„Gibst du mir mal das da?“
In einem schriftlichen Text wäre „das da“ häufig zu ungenau. Dort müsste genauer benannt werden, was gemeint ist.
Typische Merkmale eines Gesprächs
Gespräche enthalten häufig kurze oder unvollständige Sätze, spontane Korrekturen, Füllwörter und Reaktionen des Gegenübers. Solche Merkmale sind in einem lockeren Gespräch normal.
Alltagsnahes Beispiel – Schulhof:
Mira: „Ey, kommst du nachher noch mit zum Jugendhaus?“
Noah: „Weiß noch nicht. Muss erst Mathe fertig machen.“
Mira: „Ach so. Schreib einfach später.“
Noah: „Ja, mach ich.“
Hier fallen mehrere Merkmale auf. „Weiß noch nicht“ und „Muss erst Mathe fertig machen“ sind verkürzte Äußerungen. Trotzdem versteht Mira sofort, was Noah meint. Das Gespräch ist spontan, die Beiträge sind kurz und beide reagieren direkt aufeinander.
Ellipsen, Interjektionen und Selbstkorrekturen
Eine Ellipse ist eine sprachlich verkürzte Äußerung, bei der Teile fehlen, die aus dem Zusammenhang ergänzt werden können.
Beispiel: „Komme gleich.“ statt „Ich komme gleich.“
Interjektionen sind kurze Ausrufe oder Gesprächssignale wie „ach“, „oh“, „hm“, „äh“ oder „wow“.
Beim spontanen Sprechen kommen außerdem Selbstkorrekturen vor:
„Wir treffen uns um fünf – nee, warte – um halb sechs.“
Solche Korrekturen zeigen, dass Sprechen meistens gleichzeitig mit dem Denken und Formulieren geschieht.
Gespräch in einer formelleren Situation
Auch ein Gespräch kann formell sein. Bei einem Telefonat mit einer Praktikumsstelle oder bei einem Gespräch mit einer Lehrkraft solltest Du meist vollständiger und höflicher formulieren.
Unpassend in einem ersten Telefonat mit einem Betrieb:
„Hi, ich wollte mal wissen, wann ich da antanzen soll.“
Passender:
„Guten Tag, mein Name ist Leon Wagner. Ich beginne nächste Woche mein Praktikum bei Ihnen. Könnten Sie mir bitte sagen, wann ich am Montag da sein soll?“
Hier ist die Sprache weiterhin gesprochen, aber das Sprachregister ist höflicher und genauer.
Beobachtungsauftrag zum Video: Achte darauf, wie Kommunikation erklärt oder dargestellt wird. Notiere anschließend zwei Merkmale, die für ein direktes Gespräch wichtig sind.
Der Chat
Ein Chat wird geschrieben, läuft aber häufig fast so schnell und wechselhaft ab wie ein Gespräch. Deshalb verbindet er Merkmale von geschriebener und gesprochener Sprache.

In privaten Chats sind kurze Nachrichten, Ellipsen, Abkürzungen, Emojis und eine lockere Wortwahl häufig. Trotzdem gilt: Nicht jeder Chat ist automatisch locker. Ein Chat mit Freunden unterscheidet sich von einer Nachricht an eine Lehrkraft, einen Ausbildungsbetrieb oder eine unbekannte Person.
Alltagsnahes Beispiel – privater Chat
Lina: „bin 5 min später 😬“
Sam: „alles gut“
Lina: „bus hängt schon wieder“
Sam: „wir warten vorne“
Lina: „danke 🙏“
Dieser Chat ist verständlich, obwohl mehrere Sätze verkürzt sind und die Großschreibung fehlt. Die Beteiligten kennen sich, die Situation ist privat und die Nachrichten werden schnell ausgetauscht.

Emojis und Satzzeichen verändern die Wirkung
In Chats können Emojis Gefühle oder Einstellungen andeuten. Sie ersetzen aber nicht eindeutig Mimik und Tonfall. Auch Satzzeichen können unterschiedlich wirken.
Vergleiche:
„Okay“
„Okay.“
„Okay!“
„Okay 😄“
Die sachliche Information ist ähnlich, die Wirkung kann aber verschieden sein. Ein Punkt kann in einem sehr lockeren Chat manchmal streng oder endgültig wirken. Ein Ausrufezeichen kann Begeisterung, Nachdruck oder Ärger ausdrücken. Ein Emoji kann eine freundliche Stimmung anzeigen. Die genaue Wirkung hängt immer vom Zusammenhang und von der Beziehung zwischen den Beteiligten ab.
Chat mit einer Lehrkraft
Zu locker:
„hey bin morgen net da kannst du sagen was wir machen thx“
Situationsgerechter:
„Guten Abend Frau Keller, ich kann morgen wegen eines Arzttermins nicht am Unterricht teilnehmen. Könnten Sie mir bitte mitteilen, welche Aufgaben ich nachholen soll? Vielen Dank und freundliche Grüße, Amir.“
Auch wenn die Nachricht über einen Messenger oder eine Lernplattform verschickt wird, bleibt die Situation schulisch und eher formell.
Missverständnisse im Chat
Im direkten Gespräch helfen Stimme, Gesichtsausdruck und Gestik beim Verstehen. Im Chat fehlen diese Hinweise weitgehend. Deshalb können kurze Nachrichten unterschiedlich verstanden werden.
Beispiel:
„Mach das.“
Diese Nachricht kann neutral, ungeduldig oder unfreundlich wirken. Klarer und höflicher wäre je nach Situation:
„Kannst du das bitte noch erledigen?“
Oder unter Freunden:
„Kannst du das noch machen? Danke!“
Der schriftliche Text
Ein schriftlicher Text kann meistens geplant, überprüft und verbessert werden. Leserinnen und Leser sind beim Schreiben häufig nicht anwesend. Deshalb muss der Text Informationen enthalten, die im Gespräch vielleicht durch die Situation selbstverständlich wären.

Zu schriftlichen Texten gehören zum Beispiel E-Mail, Bericht, Bewerbung, Brief, Protokoll, Sachtext, Stellungnahme oder eine schriftliche Erklärung.
Typische Merkmale schriftlicher Texte
Schriftliche Texte sind häufig stärker geplant als spontane Gespräche. Sätze sind meist vollständiger. Bezüge müssen klar sein. Rechtschreibung und Zeichensetzung haben eine größere Bedeutung, besonders in Schule, Ausbildung und Beruf.
Beim Schreiben kannst Du häufig drei Schritte nutzen:
- Planen: Was will ich sagen und für wen schreibe ich?
- Formulieren: Wie ordne ich meine Gedanken verständlich?
- Überarbeiten: Sind Inhalt, Sprache, Rechtschreibung und Wirkung passend?
Alltagsnahes Beispiel – Nachricht wird zum schriftlichen Text
Spontanes Gespräch:
„Also ich war gestern nicht da, weil, äh, ich war beim Arzt und deswegen hab ich das Arbeitsblatt nicht.“
Privater Chat:
„war gestern beim arzt, hab deshalb das AB nicht“
Schulische E-Mail:
„Guten Tag Herr Braun, ich war gestern wegen eines Arzttermins nicht in der Schule und habe deshalb das Arbeitsblatt nicht erhalten. Könnten Sie es mir bitte noch einmal schicken? Vielen Dank.“
Der Inhalt ist fast gleich. Die Form verändert sich aber deutlich.
Gespräch, Chat und schriftlicher Text im Vergleich
| Merkmal | Gespräch | Chat | Schriftlicher Text |
|---|---|---|---|
| Entstehung | meist spontan | oft schnell und spontan | häufig geplant |
| Reaktion | direkt | oft sehr schnell | häufig zeitversetzt |
| Sätze | oft verkürzt | oft kurz oder verkürzt | meist vollständiger |
| Stimme und Mimik | vorhanden | fehlen meistens | fehlen |
| Emojis | normalerweise nicht nötig | häufig möglich | in formellen Texten meist unpassend |
| Überarbeiten | nur begrenzt möglich | vor dem Absenden kurz möglich | meist gut möglich |
| Rechtschreibung | nicht sichtbar | je nach Situation unterschiedlich wichtig | besonders in formellen Texten wichtig |
| Situationsbezug | oft stark | häufig stark | muss meist sprachlich erklärt werden |
Wichtig ist: Diese Merkmale sind typisch, aber keine starren Regeln. Ein vorbereiteter Vortrag ist gesprochen und kann trotzdem sehr schriftsprachlich klingen. Ein privater Chat ist geschrieben und kann trotzdem stark gesprächsnah wirken.
Ein hilfreicher Unterschied: Medium und Stil
Beim Vergleich solltest Du zwei Dinge auseinanderhalten.
Medium bedeutet: Wird etwas gesprochen oder geschrieben?
Stil bedeutet: Klingt die Formulierung eher spontan und gesprächsnah oder eher geplant und schriftsprachlich?
Ein Chat ist also medial schriftlich, kann aber stilistisch sehr mündlich wirken:
„kommst gleich?“
Ein Vortrag ist medial mündlich, kann aber stilistisch schriftsprachlich sein:
„Im Folgenden erläutere ich drei Ursachen des Problems.“
Diese Unterscheidung hilft Dir, Grenzfälle besser zu verstehen.
Beobachtungsauftrag zum Video: Höre auf Wortwahl, Satzlänge und Sprechweise. Entscheide anschließend, ob die Sprache eher spontan-gesprächsnah oder eher geplant wirkt. Begründe Deine Einschätzung.
Situationsgerecht formulieren
Situationsgerecht zu formulieren bedeutet nicht, immer besonders förmlich zu sprechen oder zu schreiben. Es bedeutet, eine Form zu wählen, die zum Ziel, zur Person und zur Situation passt.
Beispiel 1: Jemanden um Hilfe bitten
Freund im Gespräch:
„Kannst du mir kurz bei der Aufgabe helfen?“
Freund im Chat:
„kannst du mir kurz bei nr. 4 helfen?“
Lehrkraft per schulischer Nachricht:
„Guten Tag Frau Roth, ich habe bei Aufgabe 4 noch Schwierigkeiten. Könnten Sie mir bitte einen Hinweis geben, wie ich beginnen kann?“
Alle drei Formulierungen verfolgen dasselbe Ziel, aber das Sprachregister ist unterschiedlich.
Beispiel 2: Zu spät kommen
Gespräch mit Freunden:
„Sorry, Bus war zu spät.“
Chat an die Gruppe:
„Bin ca. 10 Min später, der Bus hat Verspätung.“
Nachricht an einen Praktikumsbetrieb:
„Guten Morgen, mein Bus hat derzeit Verspätung. Deshalb werde ich voraussichtlich etwa zehn Minuten später eintreffen. Ich bitte die Verzögerung zu entschuldigen.“
Beispiel 3: Kritik äußern
Ungeeignet:
„Dein Teil ist voll schlecht.“
Die Aussage ist ungenau und kann verletzend wirken.
Besser im Gespräch mit einem Mitschüler:
„Ich glaube, wir sollten den zweiten Teil noch einmal überarbeiten. Mir fehlt dort ein Beispiel.“
Besser in einer schriftlichen Rückmeldung:
„Der zweite Abschnitt ist verständlich aufgebaut. Ein zusätzliches Beispiel würde die Erklärung noch deutlicher machen.“
Gute Kritik benennt möglichst konkret, was verbessert werden kann.
Beispiel 4: Nachfragen
Im Gespräch:
„Wie meinst du das genau?“
Im Chat mit Freunden:
„wie meinst du das?“
In einer formellen E-Mail:
„Könnten Sie bitte genauer erläutern, was mit dem letzten Punkt gemeint ist?“
Beispiel 5: Absagen
Privater Chat:
„Schaffs heute leider nicht 😕 Können wir morgen?“
Schulische Gruppenarbeit:
„Ich kann heute leider nicht am Treffen teilnehmen. Könnten wir meine Aufgabe kurz im Chat abstimmen?“
Berufliche Situation:
„Leider kann ich den vereinbarten Termin nicht wahrnehmen. Wäre eine Verschiebung auf Dienstag möglich?“
Häufige Stolperstellen
Zu locker in formellen Situationen
Formulierungen wie „Hey“, „kein Plan“, „kp“, „thx“, „jo“, „mach mal“ oder sehr viele Emojis können in privaten Chats passend sein. In einer Bewerbung, einer Entschuldigung an einen Betrieb oder einer offiziellen Anfrage wirken sie häufig unpassend.
Zu förmlich unter Freunden
Auch das Gegenteil kann unpassend wirken.
„Sehr geehrter Herr Tim, hiermit möchte ich höflich anfragen, ob Sie heute um 17 Uhr Zeit für das Fußballspielen haben.“
Der Satz ist grammatisch möglich, passt aber kaum zu einem normalen Chat unter Freunden.
Situationsgerechter wäre:
„Hast du heute gegen fünf Zeit zum Kicken?“
Unklare Bezüge
Im Gespräch kann man auf etwas zeigen:
„Nimm das da.“
In einem schriftlichen Text muss oft genauer formuliert werden:
„Nimm bitte das Arbeitsblatt zur Kurzgeschichte aus dem blauen Ordner.“
Zu wenig Höflichkeit
Ein Befehl wie „Schick mir die Datei“ kann je nach Beziehung hart wirken.
Höflicher:
„Kannst du mir die Datei bitte schicken?“
Formeller:
„Könnten Sie mir die Datei bitte zusenden?“
Strategien für passende Formulierungen
Eine einfache Regel lautet: Erst Situation prüfen, dann formulieren.
- Adressatenbezug: Überlege, wie gut Du die Person kennst.
- Höflichkeit: Nutze bei formellen Kontakten passende Anrede, Bitte und Gruß.
- Genauigkeit: Gib genug Informationen, damit die andere Person Dich versteht.
- Kürze: Schreibe so kurz wie möglich, aber so ausführlich wie nötig.
- Überarbeitung: Lies wichtige Nachrichten vor dem Absenden noch einmal.
- Wirkung: Frage Dich, wie Deine Formulierung beim Gegenüber ankommen könnte.
Mini-Check vor dem Absenden
Bei wichtigen schulischen oder beruflichen Nachrichten kannst Du Dich fragen:
„Ist klar, wer ich bin? Ist klar, was ich möchte? Ist mein Ton höflich? Fehlen wichtige Informationen? Habe ich die Nachricht auf Fehler geprüft?“
Diese kurze Kontrolle verhindert viele Missverständnisse.
Medien zur Vertiefung

Die Sprechblasen zeigen anschaulich, dass Kommunikation aus aufeinander bezogenen Beiträgen besteht. In einem echten Gespräch kommen zusätzlich Stimme, Pausen, Blickkontakt und Gestik hinzu.

Ein Chat macht Sprecherwechsel sichtbar, obwohl die Beteiligten nicht am selben Ort sein müssen. Untersuche bei einem eigenen anonymisierten Chatbeispiel, welche Beiträge vollständige Sätze sind und welche nur aus einzelnen Wörtern, Abkürzungen oder Emojis bestehen.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Welches Merkmal ist für ein spontanes Gespräch besonders typisch? (Die Beteiligten reagieren direkt aufeinander) (!Jeder Satz wird vor dem Sprechen schriftlich geplant) (!Mimik und Stimme spielen keine Rolle) (!Alle Aussagen bestehen aus vollständigen Sätzen)
Was ist eine Ellipse? (Eine verkürzte Äußerung, bei der Satzteile aus dem Zusammenhang ergänzt werden können) (!Eine besonders lange schriftliche Erklärung) (!Ein Zeichen für eine Internetverbindung) (!Eine höfliche Grußformel)
Warum kann ein Chat gesprächsnah wirken? (Weil Beiträge oft kurz sind und schnell aufeinander folgen) (!Weil Chats immer laut vorgelesen werden) (!Weil in Chats keine Schrift verwendet wird) (!Weil Chats grundsätzlich formell sind)
Welche Formulierung passt am besten zu einer höflichen Nachricht an eine Lehrkraft? (Könnten Sie mir bitte mitteilen, welche Aufgabe ich nachholen soll?) (!yo was muss ich machen) (!schick mal aufgabe) (!kp was wir aufhaben)
Was ist bei einem schriftlichen Text meist besser möglich als bei einem spontanen Gespräch? (Den Text vor der Abgabe zu überarbeiten) (!Mit Gestik auf einen Gegenstand zu zeigen) (!Die Stimme lauter oder leiser einzusetzen) (!Sofort auf einen Zwischenruf zu reagieren)
Welche Aussage über Emojis ist richtig? (Sie können Hinweise auf Stimmung und Haltung geben) (!Sie haben immer genau dieselbe Bedeutung) (!Sie gehören zwingend in formelle Schreiben) (!Sie ersetzen in jedem Fall eine genaue Formulierung)
Was bedeutet situationsgerecht formulieren? (Die Sprache an Person, Anlass, Ziel und Medium anzupassen) (!Immer möglichst viele Fremdwörter zu verwenden) (!In jeder Situation besonders förmlich zu schreiben) (!In jedem Text möglichst kurze Sätze zu benutzen)
Welche Nachricht passt am besten zu einem privaten Chat unter Freunden? (Bin 10 Min später, Bus hängt.) (!Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit teile ich meine Verspätung mit.) (!Unter Bezugnahme auf die heutige Verkehrslage bitte ich um Kenntnisnahme.) (!Hiermit beantrage ich eine Verschiebung meiner Ankunftszeit.)
Was fehlt im Chat im Vergleich zum direkten Gespräch meistens? (Stimme, Mimik und Gestik) (!Geschriebene Wörter) (!Sprecherwechsel) (!Möglichkeiten zum Nachfragen)
Welche Formulierung ist eine sachliche und hilfreiche Kritik? (Im zweiten Abschnitt fehlt noch ein Beispiel, das die Aussage erklären könnte.) (!Das ist einfach schlecht.) (!Du kannst das gar nicht.) (!Voll daneben.)
Memory
| Gespräch | direkte Reaktion |
| Chat | schnelle Textnachricht |
| Ellipse | verkürzte Äußerung |
| Interjektion | kurzer Ausruf |
| Schriftsprache | planbare Textform |
| Adressatenbezug | Anpassung an Empfänger |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| lockere Spontansprache | Schulhofgespräch |
| kurze digitale Nachricht | privater Chat |
| höfliche genaue Formulierung | Praktikumsanfrage |
| planbarer zusammenhängender Text | schriftlicher Bericht |
| sachliche Rückmeldung | schulisches Feedback |
Kreuzworträtsel
| Ellipse | Wie heißt eine verkürzte Äußerung, bei der Satzteile fehlen können? |
| Interjektion | Wie heißt ein kurzer Ausruf wie ach, oh oder hm? |
| Chat | Welche Kommunikationsform ist geschrieben, kann aber sehr gesprächsnah wirken? |
| Adressat | Wie nennt man die Person, an die eine Nachricht gerichtet ist? |
| Standardsprache | Welche Sprachform wird in formellen schriftlichen Situationen häufig erwartet? |
| Kontext | Wie nennt man den Zusammenhang, der beim Verstehen einer Äußerung hilft? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Sprachvergleich: Schreibe denselben Inhalt in drei Versionen: als Satz im Gespräch mit einem Freund, als privaten Chat und als Nachricht an eine Lehrkraft.
- Chat-Sprache: Erfinde einen kurzen privaten Chat mit sechs Nachrichten und markiere anschließend zwei Ellipsen, eine Interjektion und ein Emoji.
- Höflichkeit: Formuliere die Aufforderung „Schick mir das“ auf drei verschiedene Arten: locker, neutral und formell.
- Gesprächsbeobachtung: Höre in einer geeigneten öffentlichen oder schulischen Situation für kurze Zeit auf typische Gesprächsmerkmale. Notiere nur sprachliche Merkmale und keine Namen oder persönlichen Inhalte.
Standard
- Rollenspiel: Spielt zu zweit dieselbe Bitte zuerst unter Freunden und danach als Gespräch zwischen Praktikant und Vorgesetzter. Vergleicht Wortwahl, Satzbau und Höflichkeit.
- Textüberarbeitung: Überarbeite die Nachricht „hey ich komm morgen später kp wann genau sag bescheid“ so, dass sie an einen Ausbildungsbetrieb geschickt werden könnte.
- Kommunikationsanalyse: Erstelle eine Tabelle mit mindestens fünf Unterschieden zwischen Gespräch, Chat und schriftlichem Text und ergänze zu jedem Unterschied ein eigenes Beispiel.
- Missverständnisse: Erfinde einen kurzen Chat, in dem eine zu knappe Nachricht missverstanden wird. Schreibe anschließend eine klarere Version.
Schwer
- Sprachregister: Entwickle drei kurze Szenen mit demselben Anliegen, aber unterschiedlichen Adressaten: bester Freund, Lehrkraft und unbekannte Person in einem Betrieb. Begründe jede sprachliche Entscheidung.
- Interview: Führe ein kurzes Interview darüber, wann Menschen ihre Sprache bewusst anpassen. Hole vorher die Zustimmung der befragten Person ein und fasse die Antworten anonym zusammen.
- Medienprojekt: Produziere ein kurzes Erklärvideo oder Audioformat zum Thema „So vermeidest Du Missverständnisse im Chat“. Nutze eigene Beispiele und erkläre mindestens drei Strategien.
- Sprachreflexion: Sammle selbst erfundene Beispiele für gesprächsnahe und schriftsprachliche Formulierungen. Ordne sie auf einer Skala von sehr locker bis sehr formell ein und begründe Grenzfälle.


Lernkontrolle
- Situationswechsel: Du willst einen Termin verschieben. Formuliere die Nachricht einmal an einen guten Freund und einmal an eine Praktikumsbetreuerin. Erkläre anschließend mindestens drei Unterschiede.
- Chat-Analyse: Untersuche einen erfundenen Chat mit kurzen Nachrichten darauf, welche Merkmale gesprochener Sprache er übernimmt und welche Merkmale nur durch das schriftliche Medium entstehen.
- Wirkungsanalyse: Vergleiche „Mach das.“, „Kannst du das machen?“ und „Könnten Sie das bitte übernehmen?“. Beschreibe, in welchen Situationen die Formulierungen passend oder unpassend wirken.
- Medienvergleich: Entscheide für drei Situationen, ob Gespräch, Chat oder längerer schriftlicher Text am geeignetsten ist. Begründe Deine Wahl jeweils mit mindestens zwei Kriterien.
- Überarbeitung: Verwandle einen spontanen mündlichen Bericht mit Füllwörtern, Wiederholungen und Satzabbrüchen in einen verständlichen schriftlichen Absatz, ohne wichtige Informationen zu verlieren.
- Transfer: Eine Person schreibt ihrem zukünftigen Ausbildungsbetrieb „hey kann morgen net kommen sry“. Erkläre mögliche Probleme dieser Formulierung und verfasse eine angemessene Alternative.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur Begriffe auswendig kennst, sondern Sprache untersuchen und bewusst einsetzen kannst.
Du solltest zeigen können:
- Gesprochene Sprache: typische Merkmale wie direkte Reaktion, Situationsbezug, Ellipsen, Interjektionen und Selbstkorrekturen erkennen.
- Chat-Kommunikation: erklären, warum Chats schriftlich sind, aber häufig gesprächsnahe Merkmale besitzen.
- Schriftlicher Text: erklären, warum Planung, Genauigkeit, vollständige Bezüge und Überarbeitung wichtig sind.
- Adressatengerechtigkeit: dieselbe Botschaft für unterschiedliche Personen passend formulieren.
- Sprachregister: lockere, neutrale und formelle Formulierungen unterscheiden und begründet auswählen.
- Sprachwirkung: mögliche Wirkungen von Wortwahl, Satzzeichen, Emojis, Höflichkeit und Kürze einschätzen.
- Transfer: unpassende Formulierungen verbessern und Deine Änderungen nachvollziehbar begründen.
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