D9 G - Argumente aus Materialien gewinnen

D9 G - Argumente aus Materialien gewinnen
Einleitung
Wenn Du eine begründete Stellungnahme schreibst, reicht es nicht, Deine Meinung einfach aufzuschreiben. Du sollst zeigen, warum Deine Position sinnvoll ist. Oft bekommst Du dafür Materialien: Sachtexte, Tabellen, Diagramme, Statistiken, Schaubilder oder Aussagen verschiedener Personen. Deine Aufgabe besteht dann darin, relevante Informationen auszuwählen, sie zu verstehen und sie als Belege für eigene Argumente zu nutzen.
Genau das trainierst Du in diesem aiMOOC. Das Niveau ist auf die Klasse 9 im G-Niveau abgestimmt. Du arbeitest mit kurzen, verständlichen Sachtexten, übersichtlichen Tabellen und Grafiken. Besonders wichtig ist dabei: Du sollst Materialien nicht abschreiben. Ein Material liefert Dir Informationen. Erst durch Deine eigene Begründung wird daraus ein Argument.

Am Ende kannst Du:
- eine Streitfrage genau erfassen und erkennen, welche Informationen wirklich zur Frage passen.
- Sachtexte, Tabellen und Diagramme gezielt auswerten.
- wichtige von unwichtigen Informationen unterscheiden.
- Behauptung, Begründung und Beleg miteinander verbinden.
- Informationen in eigenen Worten wiedergeben, statt Materialstellen abzuschreiben.
- eine begründete eigene Stellungnahme verfassen und Gegenargumente berücksichtigen.
Was bedeutet argumentieren mit Materialien?
Ein Argument soll eine Behauptung stützen. In einer schulischen Stellungnahme kannst Du Dir ein Argument vereinfacht als Verbindung von vier Teilen vorstellen:
| Baustein | Leitfrage | Beispiel zur Streitfrage „Soll es in den Pausen smartphonefreie Zeiten geben?“ |
|---|---|---|
| Behauptung | Was behaupte ich? | Smartphonefreie Pausen können an Schulen sinnvoll sein. |
| Begründung | Warum denke ich das? | Jugendliche können sich dann leichter bewusst vom Smartphone lösen und die Pause anders nutzen. |
| Beleg aus Material | Welche Information stützt meine Begründung? | Die JIM-Studie 2025 berichtet, dass 68 Prozent der befragten Jugendlichen häufig mehr Zeit am Smartphone verbringen als ursprünglich geplant. |
| Folgerung | Was bedeutet der Beleg für meine Streitfrage? | Eine feste smartphonefreie Pause könnte deshalb eine äußere Hilfe sein, um tatsächlich eine Unterbrechung der Nutzung einzuhalten. |
Wichtig ist der Unterschied zwischen Beleg und Argument: Eine Zahl, eine Textstelle oder ein Forschungsergebnis ist noch kein vollständiges Argument. Du musst erklären, was die Information für Deine Streitfrage bedeutet. Genau dieser eigene Denkschritt verhindert bloßes Abschreiben.
Die Grundidee passt auch zu der allgemeinen Erklärung von Argumentation: Argumente werden verwendet, um eine These oder Schlussfolgerung zu stützen. In einer Erörterung oder Stellungnahme werden solche Argumente geprüft, geordnet und gegeneinander abgewogen.
Der wichtigste Merksatz
Material + eigener Gedankengang = begründetes Argument.
Nur Material wiederzugeben genügt nicht. Nur eine Meinung ohne Begründung genügt ebenfalls nicht. Überzeugend wird Deine Stellungnahme, wenn Du eine eigene Behauptung formulierst, sie begründest, einen passenden Materialbeleg auswählst und die Bedeutung des Belegs erklärst.
Schritt 1: Die Streitfrage genau verstehen
Bevor Du Materialien liest, kläre die Aufgabe. Sonst markierst Du möglicherweise viele Informationen, die interessant sind, aber gar nicht zur Streitfrage passen.
Beispiel:
Streitfrage: Soll die private Smartphone-Nutzung während der Schulpausen eingeschränkt werden?
Diese Frage enthält mehrere wichtige Begrenzungen:
| Teil der Streitfrage | Bedeutung |
|---|---|
| private Smartphone-Nutzung | Es geht nicht allgemein um digitale Medien und auch nicht um eine geplante Nutzung im Unterricht. |
| während der Schulpausen | Informationen über nächtliche Nutzung können höchstens indirekt wichtig sein. Im Mittelpunkt stehen die Pausen. |
| eingeschränkt | Es geht nicht automatisch um ein vollständiges Verbot. Auch zeitliche oder räumliche Regeln sind denkbar. |
| soll | Du musst bewerten und begründen, nicht nur beschreiben. |
Eine gute Vorbereitung ist ein kurzer Arbeitsauftrag an Dich selbst:
Ich suche Informationen dazu, welche Vor- und Nachteile private Smartphone-Nutzung in Schulpausen haben kann und wie wirksam oder problematisch Regeln sein können.
Dieser Satz wirkt wie ein Filter für alle Materialien.
Schritt 2: Relevante Informationen auswählen
Nicht alles, was in einem Material steht, gehört später in Deine Stellungnahme. Für jede mögliche Information kannst Du vier Fragen prüfen:
| Prüfpunkt | Frage | Entscheidung |
|---|---|---|
| Themenbezug | Bezieht sich die Information wirklich auf die Streitfrage? | Ja: weiter prüfen. Nein: weglassen. |
| Aussagekraft | Hilft die Information, einen Grund zu erklären oder zu belegen? | Starke Verbindung: nutzen. Schwache Verbindung: nur eventuell nutzen. |
| Quelle | Wer hat die Information veröffentlicht und auf welcher Grundlage? | Seriöse, nachvollziehbare Quelle stärker gewichten. |
| Aktualität und Kontext | Aus welchem Jahr, Land und Zusammenhang stammen die Daten? | Nur passend übertragen und Grenzen nennen. |

Markiere nicht einfach alles. Eine sinnvolle Markierstrategie kann so aussehen:
| Zeichen | Bedeutung | Beispiel |
|---|---|---|
| + | spricht eher für eine Maßnahme | weniger Ablenkung |
| − | spricht eher gegen eine Maßnahme | Regel schwer durchsetzbar |
| ! | besonders wichtiger Beleg | konkrete Zahl aus einer seriösen Studie |
| ? | unklar, eingeschränkt oder prüfbedürftig | alte Daten aus einem anderen Land |
So verwandelst Du das Lesen in eine Auswahlaufgabe.
Schritt 3: Sachtexte auswerten
Bei einem Sachtext musst Du nicht jeden Satz behalten. Suche nach der Kernaussage und nach Informationen, die für Deine Streitfrage verwendbar sind.
Ein einfacher Ablauf:
| Leseschritt | Was Du tust |
|---|---|
| Orientieren | Überschrift, Quelle, Jahr und Thema ansehen. |
| Markieren | Nur Stellen kennzeichnen, die zur Streitfrage passen. |
| Kürzen | Aus einem Abschnitt höchstens einen oder zwei Kernpunkte notieren. |
| Einordnen | Prüfen: Pro, Contra, Einschränkung oder Hintergrund? |
| Paraphrasieren | Den Kernpunkt ohne Abschreiben in eigenen Worten festhalten. |
Beispiel: vom Sachtext zur Notiz
Materialaussage:
Die OECD berichtet für PISA 2022, dass rund 30 Prozent der Schülerinnen und Schüler im OECD-Durchschnitt angaben, in den meisten oder allen Mathematikstunden durch die eigene Nutzung digitaler Geräte abgelenkt zu werden.
Ungünstige Notiz:
30 Prozent der Schülerinnen und Schüler werden in den meisten oder allen Mathematikstunden durch digitale Geräte abgelenkt.
Diese Notiz übernimmt die Materialaussage fast vollständig und verliert außerdem den wichtigen Kontext OECD-Durchschnitt, Selbstauskunft, Mathematikstunden.
Bessere Notiz:
PISA 2022: digitale Ablenkung im Unterricht ist für einen deutlichen Teil der Befragten ein Problem; Ergebnis beruht auf Schülerangaben im OECD-Vergleich.
Aus dieser Notiz kannst Du später selbst formulieren.
Schritt 4: Tabellen auswerten
Eine Tabelle liefert oft viele Zahlen gleichzeitig. Deine Aufgabe ist nicht, alle Zahlen zu nennen. Suche nach Unterschieden, Gemeinsamkeiten, Entwicklungen und auffälligen Werten.
| Frage an die Tabelle | Beispiel |
|---|---|
| Was wird verglichen? | Altersgruppen, Jahre, Pro- und Contra-Werte |
| Welche Einheit wird verwendet? | Prozent, Minuten, Personen, Punkte |
| Was fällt besonders auf? | höchster Wert, niedrigster Wert, starke Veränderung |
| Was ist für die Streitfrage wichtig? | nur die Werte, die einen Argumentationspunkt stützen oder einschränken |
Eine Zahl ohne Erklärung ist noch kein Argument. Schreibe deshalb nicht nur:
68 Prozent verbringen mehr Zeit am Smartphone als geplant.
Sondern zum Beispiel:
Dass 68 Prozent der Jugendlichen laut JIM-Studie 2025 häufig länger am Smartphone bleiben als geplant, zeigt, dass Selbststeuerung vielen schwerfällt. Für smartphonefreie Pausen spricht deshalb, dass eine feste Regel eine bewusste Unterbrechung erleichtern könnte.
Die letzte Aussage ist eine begründete Ableitung. Die Studie selbst untersucht damit nicht automatisch die Wirkung einer bestimmten Pausenregel. Du darfst also nicht schreiben, die Studie beweise, dass ein Verbot wirke.
Schritt 5: Grafiken und Diagramme auswerten
Ein Diagramm stellt Daten oder Zusammenhänge grafisch dar. Eine Grafik wirkt oft sehr überzeugend, aber auch sie muss genau gelesen werden.

Prüfe mindestens:
| Bereich | Leitfrage |
|---|---|
| Titel | Was wird dargestellt? |
| Achsen oder Kategorien | Welche Gruppen, Zeiträume oder Größen werden verglichen? |
| Einheit | Prozent, Anzahl, Minuten oder etwas anderes? |
| Quelle | Wer hat die Daten erhoben oder veröffentlicht? |
| Zeitraum | Sind die Daten aktuell genug? |
| Auffälligkeit | Welche Veränderung oder welcher Unterschied ist für die Streitfrage wichtig? |
| Grenze | Was zeigt die Grafik nicht? |
Eine Grafik kann einen Eindruck verstärken, zum Beispiel durch eine abgeschnittene Achse oder einen unpassenden Vergleich. Deshalb gilt: Nicht nur anschauen, sondern lesen.
Schritt 6: Nicht abschreiben, sondern paraphrasieren
Paraphrasieren bedeutet: Du gibst eine Information sinngemäß in eigenen Worten wieder. Dabei muss der Inhalt korrekt bleiben.
| Material | Zu nah am Material | Besser |
|---|---|---|
| „95 Prozent besitzen ein eigenes Smartphone.“ | 95 Prozent der Jugendlichen besitzen ein eigenes Smartphone. | Fast alle Befragten der JIM-Studie 2025 haben ein eigenes Smartphone. |
| „Rund 30 Prozent werden durch eigene digitale Geräte abgelenkt.“ | Rund 30 Prozent werden durch eigene digitale Geräte abgelenkt. | Nach PISA 2022 berichtet ein erheblicher Teil der Jugendlichen von digitaler Ablenkung im Mathematikunterricht. |
| „114 Bildungssysteme haben nationale Regeln zum Verbot von Mobiltelefonen.“ | 114 Bildungssysteme haben nationale Verbote. | UNESCO meldete 2026, dass in deutlich mehr als der Hälfte der beobachteten Bildungssysteme nationale Einschränkungen für Mobiltelefone an Schulen bestehen. |
Wenn eine genaue Zahl für Dein Argument wichtig ist, darfst und sollst Du sie nennen. Entscheidend ist, dass Du den Satzbau und den argumentativen Zusammenhang selbst gestaltest.
Schritt 7: Aus einem Beleg ein eigenes Argument machen
Nutze dieses einfache Schema:
| Schritt | Satzanfang |
|---|---|
| Behauptung | Ich halte ... für sinnvoll, weil ... |
| Begründung | Ein wichtiger Grund dafür ist ... |
| Materialbezug | Dazu passt die Information aus Material ..., dass ... |
| Deutung | Das zeigt / verdeutlicht / spricht dafür, dass ... |
| Rückbezug | Für die Streitfrage bedeutet das ... |
Vermeide übertriebene Formulierungen wie „Die Statistik beweist eindeutig ...“, wenn die Quelle nur einen Zusammenhang zeigt. Besser sind Formulierungen wie:
Die Daten sprechen dafür ...
Die Studie deutet darauf hin ...
Das Ergebnis stützt das Argument ...
Aus dem Material lässt sich ableiten ...
Materialtraining 1: Smartphones in Schulpausen
Streitfrage: Soll die private Smartphone-Nutzung während der Schulpausen an weiterführenden Schulen deutlich eingeschränkt werden?
In diesem Materialpaket bekommst Du verschiedene Arten von Informationen. Nicht jedes Material führt automatisch zur gleichen Position. Du sollst auswählen, abwägen und selbst argumentieren.

Material 1: Sachtext zur Smartphone-Nutzung Jugendlicher
Die JIM-Studie 2025 des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest untersucht die Mediennutzung von Jugendlichen zwischen zwölf und 19 Jahren. Nach Angaben der Studie besitzen 95 Prozent der Jugendlichen ein eigenes Smartphone. Die durchschnittliche tägliche Bildschirmzeit am Smartphone liegt bei knapp vier Stunden. Außerdem stimmen 68 Prozent der Aussage voll oder weitgehend zu, dass sie häufig mehr Zeit am Handy verbringen als ursprünglich geplant. Gleichzeitig sagen 67 Prozent, dass sie es genießen, auch einmal offline zu sein und Zeit ohne Smartphone und Internet zu verbringen. Rund 30 Prozent berichten, morgens oft müde zu sein, weil sie das Handy nachts zu spät weglegen.
Für unsere Streitfrage sind nicht alle Angaben gleich relevant. Die nächtliche Nutzung betrifft Schulpausen nur indirekt. Dagegen können die Aussagen zur Selbstregulation und zum Wunsch nach Offline-Zeit als Hintergrund für die Frage nach smartphonefreien Pausen dienen.
Quelle: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest, JIM-Studie 2025, veröffentlicht am 14.11.2025: JIM-Studie 2025
Material 2: Tabelle mit ausgewählten JIM-Daten
| Aussage aus der JIM-Studie 2025 | Anteil / Wert | Bedeutung für die Streitfrage |
|---|---|---|
| eigenes Smartphone | 95 % | Smartphone-Nutzung betrifft fast die gesamte Altersgruppe. |
| durchschnittliche Smartphone-Bildschirmzeit | knapp 4 Stunden täglich | zeigt die große Rolle des Geräts im Alltag |
| häufig länger am Smartphone als geplant | 68 % | kann für Schwierigkeiten bei der Selbststeuerung sprechen |
| Offline-Zeit wird genossen | 67 % | zeigt, dass viele Jugendliche smartphonefreie Zeit positiv bewerten |
| morgens oft müde wegen zu später Handynutzung | rund 30 % | nur indirekter Bezug zur Pausenfrage; nicht als Hauptbeleg verwenden |
Material 3: Grafik zu ausgewählten JIM-Ergebnissen
Textgrafik – Anteil der Jugendlichen, JIM 2025
| Merkmal | Anteil | Balkendarstellung |
|---|---|---|
| eigenes Smartphone | 95 % | ███████████████████ |
| häufig länger online als geplant | 68 % | ██████████████ |
| genießt Offline-Zeit | 67 % | █████████████ |
| morgens oft müde durch späte Handynutzung | ca. 30 % | ██████ |
Achtung: Die Balken dienen hier nur der schnellen Orientierung. Für ein Argument musst Du die genaue Aussage und den Kontext der Zahl prüfen.
Material 4: Sachtext zu digitaler Ablenkung im Unterricht
Die OECD wertete im Rahmen von PISA 2022 Angaben von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern aus. Im OECD-Durchschnitt berichteten etwa 30 Prozent, dass sie in den meisten oder allen Mathematikstunden durch die eigene Nutzung digitaler Geräte abgelenkt werden. Rund 25 Prozent gaben an, durch andere Schülerinnen und Schüler mit digitalen Geräten abgelenkt zu werden.
Schülerinnen und Schüler, die von häufiger Ablenkung berichteten, erreichten im Durchschnitt 15 Punkte weniger in Mathematik als Jugendliche, die fast nie oder nie solche Ablenkung meldeten. Die OECD berücksichtigt bei diesem Vergleich den sozioökonomischen Hintergrund. Trotzdem ist wichtig: Es handelt sich um einen Zusammenhang. Daraus folgt nicht automatisch, dass das digitale Gerät allein die niedrigere Leistung verursacht hat.
Die Daten beziehen sich außerdem auf Unterrichtsstunden, nicht auf Pausen. Für unsere Streitfrage können sie deshalb nur als Hintergrund dienen: Sie zeigen, dass digitale Ablenkung in der Schule ein relevantes Thema ist, beweisen aber nicht, wie eine bestimmte Pausenregel wirken würde.
Quelle: OECD, PISA 2022 Results, Volume II: Digital devices and distraction
Material 5: Tabelle – Was zeigen die PISA-Daten wirklich?
| PISA-Information | Was darfst Du daraus sagen? | Was wäre zu stark? |
|---|---|---|
| ca. 30 % berichten eigene digitale Ablenkung in vielen Mathematikstunden | Digitale Ablenkung betrifft einen bedeutenden Teil der Befragten. | Smartphones machen 30 % aller Jugendlichen grundsätzlich lernunfähig. |
| ca. 25 % berichten Ablenkung durch andere | Auch die Nutzung anderer Personen kann stören. | Jede Nutzung eines Smartphones stört automatisch alle anderen. |
| häufig abgelenkte Jugendliche erzielen im Mittel 15 Punkte weniger | Ablenkung und geringere Testleistung hängen zusammen. | Das Smartphone verursacht sicher genau 15 Punkte Leistungsabfall. |
Material 6: Sachtext – Regeln können helfen, aber nicht automatisch
Die OECD berichtet auch über Schulen, an denen Mobiltelefone auf dem Schulgelände verboten sind. Dort meldeten Schülerinnen und Schüler im Durchschnitt seltener Ablenkung. Gleichzeitig zeigte sich ein Problem bei der Umsetzung: Im OECD-Durchschnitt gaben 29 Prozent der Jugendlichen an Schulen mit Verbot an, trotzdem mehrmals täglich ein Smartphone in der Schule zu benutzen. Weitere 21 Prozent nutzten es täglich oder fast täglich.
Das Material liefert deshalb zwei mögliche Argumentationsrichtungen. Einerseits können klare Regeln Ablenkung verringern. Andererseits reicht eine Regel auf dem Papier nicht aus. Sie muss verständlich sein und tatsächlich umgesetzt werden. Die OECD betont außerdem, dass Jugendliche Strategien für einen selbstständigen und verantwortlichen Umgang mit digitalen Geräten entwickeln müssen.
Quelle: OECD, PISA 2022 Results, Volume II: Digital devices, distraction and school policies
Material 7: Grafik – weltweite Entwicklung von Smartphone-Regeln an Schulen
UNESCO beobachtet weltweit Gesetze und Regelungen zur Smartphone-Nutzung an Schulen. Im Juni 2023 hatten nach Angaben des Global Education Monitoring Reports rund 24 Prozent der beobachteten Bildungssysteme nationale Verbote oder entsprechende Regelungen. Anfang 2025 waren es rund 40 Prozent. Im März 2026 meldete UNESCO 114 Bildungssysteme mit nationalen Verboten, entsprechend 58 Prozent.
Textgrafik – Anteil der Bildungssysteme mit nationalen Verboten oder entsprechenden Regeln
| Zeitpunkt | Anteil | Balkendarstellung |
|---|---|---|
| Juni 2023 | 24 % | ██████ |
| Anfang 2025 | 40 % | ██████████ |
| März 2026 | 58 % | ███████████████ |
Die Grafik zeigt vor allem: Solche Regeln werden international häufiger. Sie zeigt nicht, dass ein Verbot automatisch bessere Leistungen verursacht. Die Verbreitung einer Maßnahme ist kein Wirksamkeitsbeweis.
Quelle: UNESCO Global Education Monitoring Report, 17.03.2026: Phone bans in schools are spreading worldwide
Material 8: Historische Grafik als Quellencheck

Diese Wikimedia-Commons-Grafik zeigt ältere Daten aus einem US-amerikanischen Zusammenhang zu Mobiltelefonen an Schulen. Sie eignet sich gut für eine wichtige Übung: Eine Grafik kann thematisch passen und trotzdem als aktueller Beleg ungeeignet sein.
Prüfe deshalb:
- Stammt die Grafik aus dem Land oder Schulsystem, über das Du schreibst?
- Wie alt sind die Daten?
- Wer hat die Daten erhoben?
- Ist die genaue Fragestellung mit Deiner Streitfrage vergleichbar?
Für eine heutige Stellungnahme zu einer deutschen Schule wäre diese Grafik höchstens ein Beispiel für Quellenkritik, nicht der stärkste aktuelle Beleg.
Aus dem Materialpaket auswählen
Stell Dir vor, Du möchtest die Position vertreten:
An unserer Schule sollte es in den großen Pausen smartphonefreie Zonen geben, aber kein vollständiges Verbot auf dem ganzen Schulgelände.
Welche Materialien wären besonders hilfreich?
| Material | Relevanz | Möglicher Nutzen |
|---|---|---|
| JIM: 68 % länger am Smartphone als geplant | hoch | stützt die Begründung, dass feste Pausen bei der Selbststeuerung helfen können |
| JIM: 67 % genießen Offline-Zeit | hoch | zeigt, dass smartphonefreie Zeit für viele Jugendliche nicht grundsätzlich negativ ist |
| JIM: 30 % morgens oft müde | mittel bis gering | betrifft vor allem nächtliche Nutzung und nur indirekt Schulpausen |
| PISA: digitale Ablenkung im Unterricht | mittel | zeigt ein schulisches Ablenkungsproblem, betrifft aber nicht direkt Pausen |
| OECD: Verbote werden nicht immer eingehalten | hoch | begründet, warum eine umsetzbare Teilregel sinnvoller sein könnte als ein schwer kontrollierbares Totalverbot |
| UNESCO: Regeln verbreiten sich weltweit | gering bis mittel | zeigt politische Entwicklung, aber nicht die Wirksamkeit an der eigenen Schule |
Hier erkennst Du: Relevanz hängt von Deiner Position und Deiner konkreten Begründung ab. Ein auffälliger Wert ist nicht automatisch der beste Beleg.
Beispiel für eine gute Materialnutzung
Streitfrage: Soll die private Smartphone-Nutzung in Schulpausen eingeschränkt werden?
Eigene Position: Ich bin für smartphonefreie Bereiche in den großen Pausen, aber gegen ein vollständiges Verbot.
Argument 1: Smartphonefreie Bereiche können helfen, tatsächlich eine Pause vom Gerät zu machen. Ein wichtiger Grund dafür ist, dass Selbststeuerung im Alltag nicht immer gelingt. Die JIM-Studie 2025 zeigt, dass 68 Prozent der Jugendlichen häufig länger am Smartphone bleiben als geplant. Daraus lässt sich ableiten, dass eine klar begrenzte smartphonefreie Zeit für manche Schülerinnen und Schüler hilfreich sein kann. Weil gleichzeitig 67 Prozent angeben, Offline-Zeit zu genießen, muss eine solche Pause nicht nur als Einschränkung verstanden werden.
Argument 2: Ein vollständiges Verbot wäre jedoch schwer durchzusetzen. PISA 2022 zeigt, dass selbst an Schulen mit Handyverbot viele Jugendliche ihr Smartphone weiterhin benutzen. Eine Regel ist also nur sinnvoll, wenn sie verständlich und realistisch kontrollierbar ist. Deshalb erscheint eine begrenzte Regel, zum Beispiel für bestimmte Pausenbereiche, praktikabler als ein absolutes Verbot.
Abwägung: Die Materialien liefern keine eindeutige Antwort für jede Schule. Sie helfen aber, Vorteile und Grenzen verschiedener Regeln zu erkennen. Eine passende Entscheidung sollte deshalb zusätzlich die Situation an der eigenen Schule berücksichtigen.
Beachte: Die Argumentation übernimmt keine langen Materialformulierungen. Die Daten werden ausgewählt, in eigenen Worten eingeordnet und mit einer eigenen Schlussfolgerung verbunden.
Ein Gegenbeispiel: Material nur abschreiben
Schwache Fassung:
Die JIM-Studie 2025 sagt, dass 68 Prozent länger am Handy sind als geplant. 67 Prozent genießen Offline-Zeit. 30 Prozent sind morgens müde. PISA sagt, dass 30 Prozent abgelenkt sind. Deshalb sollte es ein Verbot geben.
Warum ist das schwach?
| Problem | Erklärung |
|---|---|
| Zahlen werden nur aufgezählt. | Es fehlt die Verbindung zwischen den Informationen. |
| Relevanz wird nicht geprüft. | Die Müdigkeit am Morgen betrifft nicht direkt die Pausenregel. |
| Schlussfolgerung ist zu groß. | Aus den Daten folgt nicht automatisch ein vollständiges Verbot. |
| Eigene Begründung fehlt. | Der Text erklärt kaum, warum eine bestimmte Regel sinnvoll sein soll. |
| Material wird nicht abgewogen. | Hinweise auf Umsetzungsprobleme werden ignoriert. |
Materialtraining 2: Soll die Schule später beginnen?
Jetzt überträgst Du die Methode auf ein anderes Thema.
Streitfrage: Soll der Unterricht für Jugendliche der Sekundarstufe später am Morgen beginnen?
Material 9: Sachtext zur Forschung über spätere Schulanfangszeiten
Eine 2022 veröffentlichte Meta-Analyse wertete 28 Studien mit insgesamt 1.774.509 Teilnehmenden aus. Die Forschenden untersuchten Zusammenhänge zwischen Schulanfangszeiten, Schlaf und weiteren Entwicklungsmerkmalen. Spätere Anfangszeiten waren insgesamt mit längerer Schlafdauer, besseren Entwicklungswerten und weniger negativer Stimmung verbunden. Anfangszeiten zwischen 8:30 Uhr und 8:59 Uhr zeigten in der Auswertung günstigere Zusammenhänge als Anfangszeiten zwischen 8:00 Uhr und 8:29 Uhr.
Auch hier ist eine vorsichtige Formulierung wichtig: Eine Meta-Analyse kann viele Studien zusammenführen und dadurch ein starkes Gesamtbild liefern. Trotzdem unterscheiden sich Schulen, Länder und Untersuchungsmethoden. Die Forschenden weisen außerdem darauf hin, dass zu einzelnen Bereichen noch weniger Forschung vorliegt.
Quelle: Pediatrics, 2022, „School Start Times, Sleep, and Youth Outcomes: A Meta-analysis“: Volltextseite
Material 10: Tabelle – mögliche Argumente und Grenzen
| Information | mögliche Argumentationsrichtung | wichtige Einschränkung |
|---|---|---|
| spätere Anfangszeiten hängen mit längerer Schlafdauer zusammen | Pro späterer Schulbeginn | Zusammenhang nicht mit jeder einzelnen Schule identisch |
| günstigere Werte bei negativer Stimmung | Pro späterer Schulbeginn | psychische Gesundheit hängt von vielen Faktoren ab |
| organisatorische Folgen für Busse, Sport und Nachmittagsangebote | Contra oder Abwägung | Folgen hängen von der konkreten Schulorganisation ab |
| nicht alle untersuchten Folgen sind gleich gut erforscht | Einschränkung | keine pauschalen Versprechen formulieren |
Material 11: Grafik – Schlafempfehlung für Jugendliche
Die American Academy of Pediatrics verweist auf Empfehlungen, nach denen Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren regelmäßig etwa 8 bis 10 Stunden Schlaf pro 24 Stunden erhalten sollten.
Textgrafik – empfohlener Bereich
| Altersgruppe | Empfehlung | Darstellung |
|---|---|---|
| 13 bis 18 Jahre | 8 bis 10 Stunden | ████████ bis ██████████ |
Diese Empfehlung beantwortet die Streitfrage noch nicht. Sie liefert einen Hintergrundwert. Du müsstest zusätzlich erklären, warum ein späterer Schulbeginn dazu beitragen könnte oder welche anderen Möglichkeiten es gibt, ausreichend Schlaf zu ermöglichen.
Quelle: American Academy of Pediatrics, Zusammenfassung der Schlafempfehlungen: AAP News
Training: Relevant oder nur interessant?
Ordne für die Streitfrage „Soll die Schule später beginnen?“ die folgenden Informationen gedanklich nach ihrer Relevanz:
| Information | Einschätzung | Begründung |
|---|---|---|
| Meta-Analyse: spätere Startzeiten hängen mit längerer Schlafdauer zusammen | sehr relevant | direkter Bezug zur Streitfrage |
| Jugendliche benötigen regelmäßig etwa 8 bis 10 Stunden Schlaf | relevant | liefert wichtigen Hintergrund zur Schlafmenge |
| Manche Schulbusse bedienen mehrere Schulen | relevant, wenn lokal belegt | kann die Umsetzbarkeit beeinflussen |
| Eine Schülerin mag morgens keinen Kakao | irrelevant | kein sachlicher Bezug zur Schulanfangszeit |
| Jugendliche nutzen häufig Smartphones | nur dann relevant, wenn der Zusammenhang mit Schlaf oder Beginn erklärt wird | sonst zu allgemein |
Merke: Eine Information ist nicht deshalb relevant, weil sie irgendwie zum Thema Jugendliche oder Schule gehört. Sie muss Deine konkrete Begründung zur konkreten Streitfrage stützen.
Quellen richtig gewichten
Nicht jede Quelle hat dieselbe Aussagekraft. Für eine schulische Stellungnahme hilft folgende Orientierung:
| Quelle | mögliche Stärke | worauf Du achten musst |
|---|---|---|
| wissenschaftliche Studie oder Meta-Analyse | systematische Untersuchung | Fragestellung, Stichprobe, Zusammenhang statt Ursache |
| amtliche Statistik | klar erhobene Daten | Jahr, Bezugsgruppe, Definition |
| seriöse Fachorganisation | fachlich eingeordnete Informationen | mögliche Empfehlungen von tatsächlichen Forschungsergebnissen unterscheiden |
| Zeitungsartikel | verständliche Zusammenfassung aktueller Diskussionen | Originalquelle prüfen, wenn wichtige Zahlen genannt werden |
| Einzelmeinung | zeigt eine Perspektive | ist kein Beweis für allgemeine Wirkung |
| Social-Media-Post | kann eine Meinung oder ein Beispiel zeigen | Quelle, Interessen und Nachprüfbarkeit besonders kritisch prüfen |

Zahlen sinnvoll verwenden
Zahlen wirken genau. Trotzdem musst Du immer klären, was sie wirklich messen.
Beispiel:
„30 Prozent der Befragten berichten Ablenkung.“
Dazu gehören mindestens diese Fragen:
| Frage | Warum sie wichtig ist |
|---|---|
| Wer wurde befragt? | Eine Zahl gilt nicht automatisch für alle Menschen. |
| Wo wurde befragt? | Ergebnisse aus einem internationalen Vergleich sind nicht identisch mit der Situation an Deiner Schule. |
| Wann wurde befragt? | Mediennutzung kann sich schnell verändern. |
| Was genau wurde gefragt? | „Ablenkung im Mathematikunterricht“ ist nicht dasselbe wie „Smartphone-Nutzung in der Pause“. |
| Ist es eine Selbstauskunft? | Wahrnehmungen sind wichtig, aber nicht dasselbe wie eine objektive Messung. |
Zusammenhang ist nicht automatisch Ursache
Ein besonders wichtiger Gedanke beim Arbeiten mit Materialien lautet:
Wenn zwei Dinge gemeinsam auftreten, muss das eine nicht automatisch die Ursache des anderen sein.
Beispiel: Wenn häufig digital abgelenkte Jugendliche im Durchschnitt niedrigere Mathematikleistungen zeigen, kann Ablenkung eine Rolle spielen. Trotzdem können weitere Faktoren beteiligt sein. Deshalb ist die Formulierung „hängt zusammen mit“ oft genauer als „verursacht“.
Diese Unterscheidung macht Deine Stellungnahme glaubwürdiger.
Gegenargumente sinnvoll einbauen
Eine gute Stellungnahme zeigt, dass Du nicht nur Material für Deine Lieblingsmeinung suchst. Du solltest auch starke Gegenargumente beachten.

Beispiel:
Gegenargument: Ein vollständiges Smartphone-Verbot könnte leicht verständlich sein, weil für alle dieselbe Regel gilt.
Prüfung mit Material: OECD-Daten zeigen jedoch, dass Verbote in der Praxis nicht immer eingehalten werden.
Eigene Abwägung: Eine klare Regel ist wichtig, aber sie muss auch umsetzbar sein. Daher könnte eine begrenzte, kontrollierbare Regel sinnvoller sein als ein sehr weitgehendes Verbot.
Das Gegenargument wird nicht einfach abgewehrt. Es wird ernst genommen, mit Material geprüft und anschließend bewertet.
Aufbau einer materialgestützten Stellungnahme
Eine mögliche Grundstruktur:
| Abschnitt | Aufgabe |
|---|---|
| Einleitung | Streitfrage nennen und zum Thema hinführen. |
| Hauptteil 1 | erstes eigenes Argument mit passendem Materialbeleg |
| Hauptteil 2 | weiteres Argument oder Gegenargument mit Materialbezug |
| Hauptteil 3 | Argumente gewichten und aufeinander beziehen |
| Schluss | klare eigene Position formulieren und eventuell einen Lösungsvorschlag nennen |
Für G-Niveau ist wichtiger, wenige gut erklärte Argumente zu schreiben als sehr viele oberflächliche Punkte aufzuzählen.
Satzbausteine für Deine Stellungnahme
| Funktion | Formulierung |
|---|---|
| Material einführen | „Aus Material 2 geht hervor, dass ...“ |
| Quelle nennen | „Die JIM-Studie 2025 zeigt ...“ |
| vorsichtig deuten | „Das spricht dafür, dass ...“ |
| Einschränkung nennen | „Allerdings bezieht sich die Untersuchung nur auf ...“ |
| Gegenargument einführen | „Dagegen könnte sprechen, dass ...“ |
| abwägen | „Wichtiger erscheint mir jedoch ...“ |
| Position formulieren | „Insgesamt bin ich der Ansicht, dass ...“ |
| Lösung vorschlagen | „Sinnvoll wäre daher eine Regelung, bei der ...“ |
Häufige Fehler und bessere Lösungen
| Fehler | Beispiel | Bessere Lösung |
|---|---|---|
| Material abschreiben | lange Formulierung fast wortgleich übernehmen | Kernaussage notieren und später neu formulieren |
| Zahlen sammeln | mehrere Prozentwerte hintereinander nennen | nur den stärksten passenden Wert auswählen und erklären |
| Quelle vergessen | „Eine Studie zeigt ...“ | Studie oder Organisation nennen |
| Ursache behaupten | „Smartphones verursachen schlechte Noten.“ | „Digitale Ablenkung steht in PISA-Daten mit geringeren Leistungen in Zusammenhang.“ |
| Thema verfehlen | nächtliche Handynutzung als Hauptbeleg für Pausenregeln | direkten Bezug zur Streitfrage priorisieren |
| Gegenargument ignorieren | nur Pro-Material verwenden | mindestens ein starkes Gegenargument prüfen |
| Schluss ohne Abwägung | „Deshalb bin ich dafür.“ | wichtigste Gründe gewichten und konkrete Position formulieren |
Die Material-Ampel
Wenn Du unsicher bist, kannst Du jede Information mit einer Material-Ampel prüfen:
| Stufe | Bedeutung | Handlung |
|---|---|---|
| Grün | direkter Bezug, seriöse Quelle, gut verständlich | wahrscheinlich nutzen |
| Gelb | nur indirekter Bezug oder wichtige Einschränkung | nur mit Erklärung nutzen |
| Rot | kein Bezug, unklare Quelle oder falsch übertragener Kontext | weglassen |
Die Ampel ersetzt nicht Dein Denken. Sie hilft Dir aber, Deine Auswahl zu begründen.
Mini-Schreibplan
Vor dem Schreiben kannst Du eine Tabelle ausfüllen:
| Eigene Behauptung | Eigene Begründung | Materialbeleg | Eigene Deutung |
|---|---|---|---|
| ... | ... | ... | ... |
| ... | ... | ... | ... |
| ... | ... | ... | ... |
Wenn in der letzten Spalte nichts steht, ist Dein Argument oft noch nicht fertig. Gerade die eigene Deutung verhindert das bloße Abschreiben.
Selbstcheck vor der Abgabe
| Prüffrage | Ja | Noch verbessern |
|---|---|---|
| Habe ich die Streitfrage genau beantwortet? | □ | □ |
| Habe ich nur relevante Materialinformationen ausgewählt? | □ | □ |
| Habe ich Material in eigenen Worten wiedergegeben? | □ | □ |
| Habe ich Zahlen und Aussagen korrekt eingeordnet? | □ | □ |
| Habe ich erklärt, warum ein Beleg mein Argument stützt? | □ | □ |
| Habe ich mindestens ein Gegenargument berücksichtigt? | □ | □ |
| Habe ich Zusammenhang und Ursache nicht verwechselt? | □ | □ |
| Ist meine eigene Position am Schluss klar? | □ | □ |
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist die wichtigste Aufgabe beim Arbeiten mit Materialien für eine Stellungnahme? (Relevante Informationen auswählen und für eigene Argumente nutzen) (!Möglichst viele Sätze aus den Materialien abschreiben) (!Alle Zahlen aus jedem Material nennen) (!Nur die längsten Materialien verwenden)
Was gehört zu einem vollständigen Argument besonders dazu? (Eine eigene Begründung und ein passender Beleg) (!Nur eine Prozentzahl) (!Nur die persönliche Meinung) (!Nur der Name der Quelle)
Wann ist eine Materialinformation besonders relevant? (Wenn sie direkt zur Streitfrage und zur eigenen Begründung passt) (!Wenn sie besonders lang ist) (!Wenn sie aus dem ersten Material stammt) (!Wenn sie eine möglichst große Zahl enthält)
Was bedeutet paraphrasieren? (Eine Information sinngemäß in eigenen Worten wiedergeben) (!Einen Satz wortgleich abschreiben) (!Eine Quelle weglassen) (!Eine Zahl verändern)
Wie sollte ein Zusammenhang aus einer Studie vorsichtig formuliert werden? (Die Daten sprechen dafür dass zwei Merkmale zusammenhängen) (!Die Studie beweist immer eine Ursache) (!Jede Korrelation ist automatisch ein Beweis) (!Eine Statistik braucht keine Erklärung)
Was musst Du bei einem Diagramm zuerst mitprüfen? (Titel Einheit Quelle und Zeitraum) (!Nur die Größe der Balken) (!Nur die schönste Farbe) (!Nur den höchsten Wert)
Warum kann eine alte Grafik aus einem anderen Land ungeeignet sein? (Weil Kontext und Aktualität möglicherweise nicht zur Streitfrage passen) (!Weil Grafiken grundsätzlich nie verwendet werden dürfen) (!Weil nur Texte Belege sein können) (!Weil Zahlen immer falsch sind)
Was zeigt die JIM-Studie 2025 zur Selbststeuerung am Smartphone? (68 Prozent stimmen zu häufig länger als geplant am Smartphone zu sein) (!Alle Jugendlichen nutzen ihr Smartphone gleich lang) (!Niemand genießt Offline-Zeit) (!Smartphones werden von Jugendlichen kaum genutzt)
Was ist eine sinnvolle Reaktion auf ein starkes Gegenargument? (Es prüfen mit Material abwägen und die eigene Position begründen) (!Es ignorieren) (!Es wortgleich wiederholen) (!Die Quelle des Gegenarguments erfinden)
Was sollte im Schluss einer Stellungnahme deutlich werden? (Die eigene abgewogene Position) (!Eine neue Liste aller Materialzahlen) (!Eine wortgleiche Wiederholung des ersten Sachtexts) (!Nur die Überschrift der Aufgabe)
Memory
| Relevanz | direkter Bezug zur Streitfrage |
| Paraphrase | sinngemäße Wiedergabe in eigenen Worten |
| Behauptung | Aussage die begründet werden soll |
| Begründung | Erklärung warum eine Aussage gelten soll |
| Beleg | passende Information aus einem Material |
| Quelle | Herkunft einer Information |
| Abwägung | begründetes Gewichten verschiedener Argumente |
| Kontext | zeitlicher räumlicher und sachlicher Zusammenhang |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Streitfrage | Arbeitsauftrag genau eingrenzen |
| Sachtext | Kernaussage markieren |
| Tabelle | auffällige Vergleiche auswählen |
| Diagramm | Titel Einheit Quelle und Zeitraum prüfen |
| Stellungnahme | eigene Position mit Begründung und Belegen formulieren |
Kreuzworträtsel
| Relevanz | Wie heißt die Eigenschaft einer Information wenn sie für die Streitfrage wichtig ist? |
| Quelle | Wie nennt man die Herkunft einer Information? |
| Beleg | Wie heißt eine Materialinformation die ein Argument stützt? |
| These | Wie heißt eine Behauptung die begründet werden soll? |
| Diagramm | Wie heißt eine grafische Darstellung von Daten? |
| Paraphrase | Wie heißt die sinngemäße Wiedergabe in eigenen Worten? |
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Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Material markieren: Nimm Material 1 zur JIM-Studie und markiere drei Informationen, die direkt zur Streitfrage über Smartphone-Regeln in Pausen passen. Begründe bei jeder Auswahl in einem Satz, warum sie relevant ist.
- Paraphrasieren: Formuliere drei Zahlenangaben aus Material 2 in eigenen Worten, ohne die Aussage zu verändern.
- Diagramm lesen: Beschreibe die Grafik aus Material 7 in vier Sätzen. Nenne Titelthema, Zeitraum, auffällige Entwicklung und eine Aussage, die man aus der Grafik nicht ableiten darf.
- Argument-Bausteine: Schreibe zu einem selbst gewählten Pro-Argument eine Behauptung, eine Begründung, einen Materialbeleg und eine Folgerung.
Standard
- Materialauswahl: Wähle aus den Materialien 1 bis 8 genau drei Informationen für die Position „smartphonefreie Zonen statt Totalverbot“. Begründe, warum Du die anderen Informationen nicht als Hauptbelege verwendest.
- Gegenargument prüfen: Formuliere ein starkes Gegenargument gegen smartphonefreie Pausen und antworte darauf mit einem passenden Materialbeleg.
- Tabelle erstellen: Erstelle zu der Streitfrage „Soll die Schule später beginnen?“ eine eigene Tabelle mit den Spalten Pro, Contra, Materialbeleg und Einschränkung.
- Stellungnahme schreiben: Verfasse eine Stellungnahme mit Einleitung, zwei gut ausgeführten Argumenten, einem Gegenargument und einem begründeten Schluss. Nutze mindestens zwei verschiedene Materialarten.
Schwer
- Quellenkritik: Vergleiche die JIM-Studie, die OECD-PISA-Auswertung und die UNESCO-Übersicht. Erkläre, welche Quelle für welche Teilfrage besonders geeignet ist und wo ihre Grenzen liegen.
- Eigene Umfrage: Entwickle eine anonyme Klassenumfrage zur Smartphone-Nutzung in Pausen. Formuliere höchstens fünf neutrale Fragen, stelle die Ergebnisse in einer Tabelle oder Grafik dar und erkläre, warum eine Klassenumfrage keine repräsentative Studie ist.
- Materialpaket erstellen: Suche zu einer neuen schulischen Streitfrage einen seriösen Sachtext, eine Tabelle und eine Grafik. Schreibe zu jedem Material eine kurze Quellenprüfung und notiere zwei verwendbare Informationen.
- Debatte und Reflexion: Führe in einer Gruppe eine strukturierte Debatte. Dokumentiere anschließend, welches Material Deine Position verändert oder präzisiert hat und warum.


Lernkontrolle
- Transfer Smartphone-Regel: Eine Schule plant ein vollständiges Smartphone-Verbot. Entwickle auf Grundlage der Materialien eine alternative Regelung und begründe, warum sie besser umsetzbar sein könnte.
- Transfer Schulbeginn: Eine Schulleitung sagt: „Wenn späterer Schulbeginn mit mehr Schlaf zusammenhängt, müssen automatisch auch die Noten steigen.“ Prüfe diese Aussage kritisch mit den Materialien und formuliere eine sachlich genauere Schlussfolgerung.
- Materialkonflikt: Zwei Materialien führen scheinbar zu unterschiedlichen Positionen. Erkläre an einem Beispiel, wie unterschiedliche Fragestellungen, Zeiträume oder Untersuchungsmethoden diesen Unterschied verursachen können.
- Beleg bewerten: Entscheide, welcher von drei Belegen für eine konkrete Streitfrage am stärksten ist. Begründe Deine Entscheidung mit Relevanz, Quelle und Kontext.
- Argument verbessern: Überarbeite den Satz „PISA beweist, dass Smartphones schlechte Noten machen.“ Formuliere daraus ein korrektes, vorsichtiges Argument mit Quellenbezug.
- Eigene Position entwickeln: Formuliere zu einer neuen schulischen Streitfrage eine begründete Position, in der Du mindestens einen Materialbeleg nutzt, ein Gegenargument ernst nimmst und am Ende eine abgewogene Lösung vorschlägst.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du nicht nur einzelne Fachbegriffe kennst, sondern den gesamten Arbeitsprozess sicher anwenden kannst.
| Kompetenz | Das solltest Du zeigen können |
|---|---|
| Aufgabenverständnis | Du grenzt die Streitfrage genau ein. |
| Materialauswahl | Du unterscheidest relevante von nur interessanten Informationen. |
| Sachtextauswertung | Du erkennst Kernaussagen und gibst sie korrekt in eigenen Worten wieder. |
| Tabellen- und Diagrammauswertung | Du wählst auffällige und passende Daten aus und erklärst ihre Bedeutung. |
| Quellenkritik | Du beachtest Quelle, Jahr, Bezugsgruppe und Kontext. |
| Argumentation | Du verbindest Behauptung, Begründung, Beleg und Folgerung. |
| Sprachliche Selbstständigkeit | Du schreibst nicht aus Materialien ab, sondern paraphrasierst. |
| Genauigkeit | Du unterscheidest Zusammenhang und Ursache. |
| Abwägung | Du berücksichtigst Gegenargumente und gewichtest sie. |
| Stellungnahme | Du formulierst am Ende eine klare und begründete eigene Position. |
OERs zum Thema
Wikipedia bietet Grundlagen zu Argument, Erörterung und Diagramm.
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