Zum Inhalt springen

D9 E - Wortarten, Wortbildung und Textkohärenz

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel

D9 E - Wortarten, Wortbildung und Textkohärenz




Einleitung

Sprache besteht nicht nur aus einzelnen Wörtern und Sätzen. Wörter haben einen inneren Bau, verändern ihre Form und gehören zu unterschiedlichen Wortarten. Gleichzeitig müssen Sätze so miteinander verknüpft sein, dass ein verständlicher Text entsteht. In diesem aiMOOC untersuchst Du deshalb drei eng miteinander verbundene Bereiche: Wortarten, Wortbildung und Textkohärenz.

Das Niveau entspricht Klasse 9, E-Niveau. Du sollst nicht nur Fachbegriffe wiedergeben, sondern sprachliche Strukturen analysieren, begründen und auf eigene Texte übertragen. Dabei arbeitest Du unter anderem mit Morphologie, Morphemen, Flexion, Komposition, Derivation, Kohäsion und Textlinguistik.

Die Grafik ordnet die Morphologie in verschiedene sprachwissenschaftliche Beschreibungsebenen ein. Für dieses Thema ist besonders wichtig: Morphologie untersucht den Aufbau und die Form von Wörtern, während Syntax den Satzbau und Textlinguistik den Zusammenhang größerer sprachlicher Einheiten betrachtet.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses aiMOOCs kannst Du Wortarten anhand ihrer morphologischen, syntaktischen und semantischen Merkmale bestimmen. Du kannst Wörter in Morpheme zerlegen, Flexion von Wortbildung unterscheiden, Zusammensetzungen und Ableitungen analysieren und erklären, wie grammatische sowie lexikalische Mittel den Zusammenhang eines Textes herstellen. Außerdem kannst Du gezielt Kohäsionsmittel einsetzen, um eigene Texte klarer und nachvollziehbarer zu gestalten.


Wortarten untersuchen

Eine Wortart ist eine Klasse von Wörtern mit ähnlichen grammatischen Eigenschaften. In der schulischen Grammatik werden häufig Nomen, Verben, Adjektive, Artikel, Pronomen, Numeralien, Adverbien, Präpositionen, Konjunktionen und Interjektionen unterschieden. Je nach grammatischem Modell kann die Einteilung im Detail abweichen. Für Deine Analyse ist deshalb wichtiger, mit welchen Merkmalen Du eine Wortart begründest, als nur eine Liste auswendig zu lernen.

Die historische Grammatikseite zeigt, dass Wortarten schon lange systematisch beschrieben werden. Manche Bezeichnungen und Einteilungen wirken heute ungewohnt. Das macht deutlich, dass grammatische Kategorien wissenschaftliche Modelle sind, mit denen Sprache beschrieben wird.


Morphologische Merkmale der Wortarten

Morphologisch bedeutet: Du untersuchst die Form eines Wortes und fragst, ob und wie es verändert werden kann. Wörter, die ihre Form verändern können, heißen flektierbar. Andere Wortarten bleiben in ihrer Form normalerweise unverändert.

Wortart Typische morphologische Merkmale Beispiel
Nomen Genus, Numerus und Kasus der Hund – die Hunde – den Hunden
Verb Person, Numerus, Tempus, Modus und Genus Verbi ich lerne – wir lernten – sie würden lernen
Adjektiv Deklination nach Genus, Numerus und Kasus; häufig Komparation ein klarer Text – klarere Texte
Artikel Genus, Numerus und Kasus der Text – des Textes – die Texte
Pronomen je nach Untergruppe Person, Genus, Numerus und Kasus sie – ihr – ihnen
Numerale teilweise flektierbar, teilweise unveränderlich der erste Versuch – zwei Versuche
Adverb normalerweise nicht flektierbar heute, dort, deshalb
Präposition nicht flektierbar; fordert häufig einen bestimmten Kasus mit dem Buch, für den Text
Konjunktion nicht flektierbar und, aber, weil, obwohl
Interjektion nicht flektierbar ach, oh, hey

Eine Wortart bestimmst Du auf E-Niveau nicht nur über eine einzelne Probe. Die Großschreibung kann etwa auf ein Nomen hinweisen, reicht aber als Begründung nicht immer aus. Sicherer wird die Analyse, wenn Du Form, Stellung im Satz und Funktion miteinander verbindest.


Flexion als grammatische Formveränderung

Bei der Flexion entsteht normalerweise kein neues Lexem, sondern eine grammatisch passende Form eines bereits vorhandenen Wortes. Bei Verben heißt die Flexion Konjugation, bei Nomen, Artikeln, Pronomen und Adjektiven Deklination.

Im Satz „Die aufmerksamen Schülerinnen untersuchen den Text“ zeigt die Form aufmerksamen unter anderem Kasus, Numerus und Genus der Nominalgruppe an. Die Form untersuchen passt in Person und Numerus zum Subjekt. Solche Übereinstimmungen erleichtern das Erkennen grammatischer Beziehungen.

Ein Vergleich zeigt den Unterschied zwischen Flexion und Wortbildung:

Form Analyse Ergebnis
lern-e Stamm lern- + Flexionsmorphem -e grammatische Form des Verbs lernen
Text-e Stamm Text + Pluralmarkierung -e Mehrzahlform desselben Lexems
klar-e Adjektivstamm klar + Flexionsendung -e grammatisch angepasste Form
Klar-heit Basis klar + Wortbildungssuffix -heit neues Lexem: Klarheit


Morpheme: Bausteine der Wörter

Ein Morphem ist die kleinste sprachliche Einheit, die eine lexikalische Bedeutung oder eine grammatische Funktion trägt. Das bedeutet nicht, dass jedes Morphem allein als Wort vorkommen kann.

Beim Wort unlesbar kannst Du beispielsweise un- + les + -bar unterscheiden. Der Bestandteil les trägt die Grundbedeutung, -bar bildet ein Adjektiv mit der Bedeutung „kann gelesen werden“, und un- verneint beziehungsweise kehrt die Bedeutung in diesem Fall um.


Freie und gebundene Morpheme

Freie Morpheme können selbstständig als Wörter auftreten, zum Beispiel Haus, klar oder weil. Gebundene Morpheme benötigen andere sprachliche Bestandteile, etwa -heit in Freiheit, un- in unklar oder die Flexionsendung -st in lernst.

Außerdem kannst Du zwischen lexikalischer und grammatischer Funktion unterscheiden. Das Morphem Haus trägt eine lexikalische Bedeutung. Die Endung -st in du lernst trägt vor allem grammatische Information.


Morphemanalyse als Verfahren

Für eine anspruchsvolle Morphemanalyse gehst Du schrittweise vor. Zuerst suchst Du den Wortstamm oder die Basis. Danach prüfst Du, welche Bestandteile selbst Bedeutung tragen und welche grammatische oder wortbildende Funktionen haben. Schließlich begründest Du, ob Du eine Flexionsform, eine Ableitung oder eine Zusammensetzung vor Dir hast.

Beispiel Unfreundlichkeit:

Bestandteil Funktion
un- Präfix mit verneinender Bedeutung
freund lexikalische Basis
-lich Suffix zur Bildung eines Adjektivs
-keit Suffix zur Bildung eines Substantivs

Das Wort zeigt, dass Wortbildung mehrstufig sein kann: Aus Freund entsteht freundlich, daraus unfreundlich und schließlich Unfreundlichkeit.


Wortbildung

Durch Wortbildung entstehen neue Wörter beziehungsweise neue Lexeme auf der Grundlage vorhandenen Sprachmaterials. Zwei besonders wichtige Verfahren sind Komposition und Derivation.

Die historische Seite zeigt eine Wortfamilie rund um „sprechen“. Wortfamilien machen sichtbar, wie viele Wörter durch Zusammensetzung, Ableitung und andere Prozesse miteinander verbunden sind.


Komposition: Zusammensetzung

Bei der Komposition werden mindestens zwei lexikalische Einheiten miteinander verbunden. Ein einfaches Beispiel ist Schule + Hof = Schulhof. Häufig bestimmt im Deutschen der rechte Bestandteil die grundlegenden grammatischen Eigenschaften des Gesamtwortes.

Bei Klimaschutzgesetz ist Gesetz das Grundwort beziehungsweise der Kopf. Das Gesamtwort ist deshalb ein Nomen und hat das Genus Neutrum: das Klimaschutzgesetz. Die Bestandteile Klima und Schutz grenzen die Bedeutung näher ein.

Kompositum Bestandteile Bedeutung und Struktur
Schulhof Schule + Hof ein Hof, der zu einer Schule gehört
Klimaschutz Klima + Schutz Schutz des Klimas
Klimaschutzgesetz Klima + Schutz + Gesetz ein Gesetz zum Klimaschutz
Arbeitszimmer Arbeit + s + Zimmer Zimmer zum Arbeiten; -s- ist ein Fugenelement
Textzusammenhang Text + Zusammenhang Zusammenhang innerhalb eines Textes

Ein Fugenelement wie -s- in Arbeitszimmer kann zwischen Bestandteilen eines Kompositums stehen. Es trägt nicht dieselbe eigenständige Bedeutung wie die beteiligten Wortstämme.

Bei langen Komposita ist es sinnvoll, vom rechten Rand aus zu analysieren: Klimaschutzgesetz ist zunächst eine Art Gesetz; dieses Gesetz betrifft den Klimaschutz. Diese hierarchische Zerlegung hilft Dir, auch komplexe Fachwörter zu verstehen.


Derivation: Ableitung

Bei der Derivation wird eine Basis mit einem gebundenen Wortbildungselement verbunden. Solche Elemente heißen Affixe. Sie können als Präfix vor oder als Suffix nach einer Basis stehen.

Ableitung Analyse Veränderung
Freiheit frei + -heit Adjektiv wird zum Nomen
freundlich Freund + -lich Nomen wird zum Adjektiv
lesbar les + -bar Verbbasis wird zum Adjektiv
unklar un- + klar Bedeutung wird verändert, Wortart bleibt Adjektiv
Freundlichkeit freundlich + -keit Adjektiv wird zum Nomen

Wichtig ist: Eine Ableitung kann die Wortart verändern, muss es aber nicht. Das Präfix un- in unklar verändert die Bedeutung, nicht die Wortart. Das Suffix -heit in Freiheit bildet dagegen aus einem Adjektiv ein Nomen.


Komposition, Derivation und Flexion vergleichen

Verfahren Typischer Bau Entsteht ein neues Lexem? Beispiel
Flexion Stamm + Flexionsmerkmal nein Text – Texte
Derivation Basis + Wortbildungsaffix ja frei – Freiheit
Komposition mindestens zwei lexikalische Basen ja Text + Analyse = Textanalyse

Die Abgrenzung ist für E-Niveau besonders wichtig. Nicht jede Endung ist automatisch eine Ableitung. -e in Texte bildet nur eine grammatische Pluralform, während -heit in Freiheit ein neues Wort schafft.


Von Wörtern zu Texten

Ein grammatisch richtiger Satz ist noch kein zusammenhängender Text. Ein Text entsteht, wenn Aussagen sowohl formal als auch inhaltlich miteinander verbunden sind. Die Textlinguistik unterscheidet hierfür häufig zwischen Kohäsion und Kohärenz.

Kohäsion bezeichnet vor allem sprachlich sichtbare Verknüpfungen an der Textoberfläche. Dazu gehören Pronomen, Konnektoren, Wiederaufnahmen, Tempusbezüge und andere grammatische Mittel. Kohärenz bezeichnet vor allem den inhaltlich-semantischen Zusammenhang. In der Fachliteratur werden die Begriffe teilweise unterschiedlich abgegrenzt; für Deine Analyse ist entscheidend, dass Du formale Verknüpfungen und inhaltliche Beziehungen unterscheidest und zusammenführst.


Grammatische Mittel des Textzusammenhangs

Grammatische Mittel helfen Lesenden zu erkennen, wie Sätze aufeinander bezogen sind.

Mittel Funktion Beispiel
Pronomen nehmen Personen oder Gegenstände wieder auf Mia liest einen Bericht. Sie markiert wichtige Stellen.
Artikel zeigen, ob ein Bezug neu oder bereits bekannt ist Ein Hund läuft vorbei. Der Hund bleibt stehen.
Konjunktionen markieren logische Beziehungen Ich übe, weil morgen die Prüfung ist.
Konjunktionaladverbien verbinden Aussagen semantisch Es regnet. Trotzdem gehen wir hinaus.
Tempus ordnet Ereignisse zeitlich Sie öffnete das Buch und begann zu lesen.
Kongruenz macht grammatische Beziehungen sichtbar Die neuen Texte sind verständlich.
Ellipse vermeidet Wiederholung, wenn Ergänzungen erschließbar sind Lea wählt den ersten Text, Amir den zweiten.

Ein Pronomen wirkt nur dann kohäsiv, wenn sein Bezug eindeutig erschließbar ist. Der Satz „Lena sprach mit Mia, bevor sie ging“ kann ohne weiteren Kontext mehrdeutig sein, weil sie auf unterschiedliche Personen verweisen kann.


Konnektoren als logische Wegweiser

Konnektoren zeigen, in welchem Verhältnis Aussagen stehen. Sie sind für argumentative, erklärende und sachliche Texte besonders wichtig.

Beziehung Typische Konnektoren Beispiel
Addition außerdem, zudem, und Der Text ist präzise. Außerdem ist er gut gegliedert.
Ursache weil, da, denn Der Text wirkt klar, weil die Bezüge eindeutig sind.
Folge deshalb, daher, sodass Die Bezüge sind unklar. Deshalb stockt das Lesen.
Gegensatz aber, jedoch, obwohl, trotzdem Der Satz ist kurz, trotzdem ist er mehrdeutig.
Bedingung wenn, falls Wenn Pronomen eindeutig sind, bleibt der Bezug klar.
Zeit bevor, nachdem, während Nachdem sie den Text gelesen hat, analysiert sie die Verknüpfungen.


Lexikalische Mittel des Textzusammenhangs

Nicht nur Grammatik, sondern auch Wortwahl verbindet einen Text. Man spricht von lexikalischer Kohäsion, wenn Wörter durch Bedeutungsbeziehungen miteinander verknüpft sind.

Lexikalisches Mittel Erklärung Beispiel
Rekurrenz ein Wort oder Wortstamm wird wiederholt Sprache – sprachlich – Sprachstruktur
Synonymie bedeutungsähnliche Wörter wechseln sich ab Text – Beitrag – Darstellung
Ober- und Unterbegriffe Wörter bilden hierarchische Bedeutungsbeziehungen Fahrzeug – Fahrrad – Mountainbike
Wortfamilie Wörter teilen eine gemeinsame Basis lesen – Leser – lesbar – Lektüre
Semantisches Feld mehrere Wörter gehören zu einem gemeinsamen Themenbereich Schule – Unterricht – Klasse – Lehrkraft – Prüfung
Kollokation Wörter treten häufig in typischen Bedeutungszusammenhängen auf eine Entscheidung treffen – eine Frage stellen

Lexikalische Wiederholung ist deshalb nicht grundsätzlich schlechter Stil. Eine gezielte Wiederaufnahme kann einen Begriff stabilisieren. Problematisch wird sie erst, wenn sie unnötig monoton wirkt oder keine funktionale Bedeutung hat.


Wortbildung kann Kohärenz unterstützen

Wortbildung und Textkohärenz sind enger verbunden, als es zunächst scheint. Ein Text kann einen Begriff durch Wortfamilien weiterführen:

analysieren – Analyse – analysierbar – Textanalyse

Obwohl sich die Wortarten verändern, bleibt ein gemeinsamer Bedeutungsbereich erkennbar. Dadurch entsteht eine lexikalische Kette. Auch Komposita können ein Thema Schritt für Schritt präzisieren:

Klima – Klimaschutz – Klimaschutzmaßnahme – Klimaschutzgesetz

Die Wortbildung hilft also nicht nur beim Aufbau des Wortschatzes. Sie kann zugleich den thematischen Zusammenhang eines Textes sichtbar machen.


Modellanalyse eines kurzen Textes

Untersuche den folgenden Text:

„Mia liest einen Artikel über Plastikmüll. Der Beitrag erklärt die Folgen für Meere und Tiere. Sie markiert wichtige Stellen, weil sie später eine Zusammenfassung schreiben möchte. Außerdem notiert die Schülerin zentrale Fachbegriffe. Dadurch kann sie die Aussagen des Artikels geordnet wiedergeben.“

Auf der Wortartenebene findest Du unter anderem Nomen wie Artikel, Plastikmüll und Fachbegriffe, Verben wie liest, erklärt und markiert, Pronomen wie sie sowie Konnektoren wie weil, außerdem und dadurch.

Morphologisch zeigt liest eine flektierte Verbform. Plastikmüll und Fachbegriffe sind Komposita. Zusammenfassung enthält wortbildende Bestandteile und ist mit dem Verb zusammenfassen verwandt.

Für den Textzusammenhang sind mehrere Mittel wichtig. Der Beitrag greift den zuvor genannten Artikel lexikalisch wieder auf. Das Pronomen sie verweist auf Mia. weil markiert einen Grund, außerdem ergänzt eine weitere Handlung und dadurch stellt eine Folgebeziehung her. Die Wörter Artikel – Beitrag – Aussagen – Zusammenfassung bilden zugleich eine thematische Bedeutungsgruppe.


Vom Satzbau zum Textzusammenhang

Auch die Struktur einzelner Sätze beeinflusst, wie gut Bezüge verstanden werden. Satzglieder, Pronomen und Konnektoren müssen so angeordnet sein, dass Lesende erkennen können, welcher Ausdruck worauf verweist.

Die Grafik zeigt eine formale Analyse eines deutschen Satzes. Für die Textarbeit ist wichtig: Satzstruktur und Textstruktur sind nicht dasselbe, aber klare Satzbeziehungen sind eine Voraussetzung dafür, dass Verknüpfungen über Satzgrenzen hinweg verständlich werden.


Typische Analysefehler und Verbesserungsstrategien

Ein häufiger Fehler besteht darin, Wortarten nur nach Bedeutung zu bestimmen. „schnell“ kann beispielsweise als Adjektiv attributiv in ein schnelles Fahrrad stehen, aber auch adverbial gebraucht werden wie in Das Fahrrad fährt schnell. Die genaue Analyse braucht deshalb den Satzkontext.

Ein zweiter Fehler ist die Verwechslung von Flexion und Derivation. Texte ist keine neue Wortbildung zu Text, sondern eine Pluralform. textlich ist dagegen eine Ableitung mit dem Suffix -lich.

Ein dritter Fehler entsteht bei der Textkohärenz: Viele Bindewörter allein machen noch keinen guten Text. Der Konnektor muss zur logischen Beziehung passen. Wer deshalb verwendet, sollte tatsächlich eine Folge ausdrücken; wer obwohl verwendet, markiert einen Gegensatz beziehungsweise eine unerwartete Relation.

Eine gute Überarbeitungsstrategie lautet deshalb: Prüfe zunächst den roten Faden auf Inhaltsebene. Markiere anschließend Pronomen und ihre Bezugswörter. Untersuche dann Konnektoren und logische Relationen. Suche zuletzt nach lexikalischen Ketten, Wortfamilien und unnötigen Wiederholungen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Was untersucht die Morphologie besonders? (Den Aufbau und die Form von Wörtern) (!Nur die Lautstärke beim Sprechen) (!Nur die Reihenfolge von Absätzen) (!Nur die Bedeutung ganzer Romane)




Welche grammatischen Merkmale sind für Nomen besonders typisch? (Genus Numerus und Kasus) (!Person Tempus und Modus) (!Steigerung und Satzmelodie) (!Reim Rhythmus und Versmaß)




Was kennzeichnet Flexion? (Sie bildet grammatische Formen eines Lexems) (!Sie verbindet immer zwei selbstständige Wörter) (!Sie erzeugt immer eine neue Wortart) (!Sie betrifft nur Fremdwörter)




Welche Analyse passt zu Freiheit? (frei plus Suffix heit) (!frei plus Pluralendung e) (!Frei plus Artikel der) (!Frei plus Konjunktion und)




Was ist Klimaschutzgesetz? (Ein Kompositum) (!Eine reine Flexionsform) (!Ein Pronomen) (!Eine Interjektion)




Welche Aussage beschreibt Derivation korrekt? (Eine Basis wird mit einem Wortbildungsaffix verbunden) (!Nur die Reihenfolge von Sätzen wird verändert) (!Zwei Texte werden zu einem Absatz verbunden) (!Ein Wort erhält ausschließlich einen Kasus)




Welches Mittel stellt häufig einen grammatischen Textbezug her? (Pronomen) (!Silbentrennung) (!Reimschema) (!Schriftgröße)




Welche Beziehung markiert deshalb typischerweise? (Eine Folge) (!Eine Anrede) (!Eine Aufzählung von Wortarten) (!Eine Lautveränderung)




Was ist ein Beispiel für lexikalische Kohäsion? (Wiederaufnahme durch bedeutungsverwandte Wörter) (!Beliebiger Wechsel der Zeitformen) (!Zufällige Änderung der Schriftart) (!Fehlende Bezüge zwischen den Sätzen)




Warum kann eine Wortfamilie Textkohärenz unterstützen? (Sie hält einen gemeinsamen Bedeutungsbereich im Text präsent) (!Sie verhindert jede Flexion) (!Sie ersetzt alle Konnektoren) (!Sie macht Pronomen grundsätzlich überflüssig)





Memory

Morphem kleinste bedeutungs- oder funktionstragende Einheit
Flexion Bildung grammatischer Wortformen
Komposition Verbindung lexikalischer Basen
Derivation Wortbildung mit Affixen
Pronomen sprachliches Mittel der Wiederaufnahme
Konnektor Kennzeichnung logischer Beziehungen
Rekurrenz Wiederholung eines Wortes oder Wortstamms
Kohärenz inhaltlicher Zusammenhang eines Textes





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Deklination Formen von Nomen Adjektiven Artikeln oder Pronomen verändern
Konjugation Verbformen an grammatische Kategorien anpassen
Komposition mehrere lexikalische Basen zu einem Wort verbinden
Derivation mit Wortbildungsaffixen ein neues Lexem bilden
Kohäsion sprachliche Verknüpfungen an der Textoberfläche herstellen




...


Kreuzworträtsel

Morphem Wie heißt die kleinste bedeutungs- oder funktionstragende Einheit eines Wortes?
Komposition Wie heißt die Wortbildung durch Zusammensetzung mehrerer lexikalischer Basen?
Derivation Wie heißt die Wortbildung mithilfe von Affixen?
Pronomen Welche Wortart kann einen bereits genannten Ausdruck wieder aufnehmen?
Konnektor Wie heißt ein sprachliches Mittel das logische Beziehungen zwischen Aussagen markiert?
Rekurrenz Wie heißt die Wiederaufnahme desselben Wortes oder Wortstamms im Text?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die Lehre vom Aufbau und von den Formen der Wörter heißt

. Die kleinste bedeutungs- oder funktionstragende Einheit heißt

. Bei der Bildung grammatischer Formen eines bereits vorhandenen Lexems spricht man von

. Werden mehrere lexikalische Basen zu einem neuen Wort verbunden, handelt es sich um

. Die Wortbildung mit Präfixen oder Suffixen heißt

. Das Suffix -heit in Freiheit bildet ein neues

. Ein Pronomen kann einen zuvor genannten Ausdruck im Text

. Wörter wie weil und obwohl können logische Beziehungen zwischen Aussagen als

sichtbar machen. Der formale sprachliche Zusammenhalt eines Textes wird häufig als

bezeichnet. Der inhaltliche Zusammenhang eines Textes heißt

. Die Wiederholung eines Wortes oder Wortstamms wird als

bezeichnet. Bedeutungsverwandte Wörter können eine lexikalische

bilden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Wortarten bestimmen: Wähle zehn Sätze aus einem Sachtext und bestimme bei mindestens fünfzehn Wörtern die Wortart. Begründe jede Entscheidung mit mindestens einem morphologischen oder syntaktischen Merkmal.
  2. Morphem: Zerlege acht komplexe Wörter aus Deinem Schulalltag in möglichst sinnvolle Morpheme und kennzeichne freie sowie gebundene Bestandteile.
  3. Wortfamilie: Erstelle zu einem Grundwort wie „lernen“, „sprechen“ oder „schreiben“ eine grafische Wortfamilie mit mindestens zwölf verwandten Wörtern.
  4. Konnektoren: Schreibe einen kurzen Text mit sechs Sätzen und verwende gezielt mindestens vier unterschiedliche logische Beziehungen wie Ursache, Folge, Gegensatz und Ergänzung.


Standard

  1. Flexion: Vergleiche in einem kurzen Text fünf Flexionsformen mit fünf Wortbildungen. Begründe jeweils, warum kein neues Lexem oder warum ein neues Lexem vorliegt.
  2. Komposita-Werkstatt: Sammle zehn Komposita aus Zeitungen, Schulbüchern oder Webseiten. Zerlege sie und bestimme jeweils Grundwort, Bestimmungswort und mögliche Fugenelemente.
  3. Ableitungsnetz: Entwickle aus drei Basen jeweils mehrere Ableitungen mit unterschiedlichen Präfixen oder Suffixen. Beschreibe, wie sich Bedeutung und Wortart verändern.
  4. Textkohäsion: Überarbeite einen selbst verfassten Absatz. Markiere Pronomen, Konnektoren, Tempusbezüge und lexikalische Wiederaufnahmen und erkläre ihre Funktion.


Schwer

  1. Kohärenzanalyse: Untersuche einen anspruchsvollen Sachtext von etwa 300 Wörtern. Analysiere grammatische und lexikalische Kohäsionsmittel und bewerte, welche davon für den roten Faden besonders wichtig sind.
  2. Mehrdeutigkeit: Erstelle fünf Sätze mit absichtlich mehrdeutigen Pronomenbezügen. Formuliere anschließend eindeutige Varianten und erkläre, wodurch die Mehrdeutigkeit beseitigt wird.
  3. Sprachvergleich: Vergleiche an ausgewählten Beispielen, wie Deutsch und eine andere Dir bekannte Sprache Wörter bilden oder Textbezüge herstellen. Unterscheide Beobachtung und Vermutung sauber voneinander.
  4. Erklärvideo: Produziere ein zwei- bis vierminütiges Lernvideo, in dem Du an einem selbst gewählten Beispiel den Weg vom Morphem über die Wortbildung bis zur Textkohärenz nachvollziehbar erklärst.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Morphologische Analyse: Analysiere das Wort „Unlesbarkeit“ in sinnvolle Bestandteile. Erkläre schrittweise, welche Wortbildungsprozesse vorliegen und an welchen Stellen sich die Wortart verändert.
  2. Textüberarbeitung: Du erhältst einen Absatz mit unklaren Pronomen, unpassenden Konnektoren und monotonen Wiederholungen. Überarbeite ihn so, dass die Bezüge eindeutig und die logischen Relationen nachvollziehbar werden. Begründe mindestens vier Änderungen.
  3. Komposition und Bedeutung: Vergleiche „Schulbuch“, „Buchschule“ und „Schulbuchverlag“. Erkläre, wie die Reihenfolge der Bestandteile und der rechte Wortteil die Bedeutung des Gesamtwortes beeinflussen.
  4. Flexion und Syntax: Erkläre an einem selbst gewählten Satz, wie Flexionsmerkmale helfen, grammatische Beziehungen zwischen Wörtern und Satzgliedern zu erkennen.
  5. Lexikalische Kohäsion: Entwirf zu einem Thema wie Klimaschutz oder Digitalisierung eine lexikalische Kette aus mindestens acht Ausdrücken. Begründe, welche Beziehungen zwischen den Wörtern bestehen.
  6. Kohärenz: Vergleiche zwei kurze Texte zum selben Thema, von denen einer nur lose aneinandergereihte Sätze enthält. Erkläre, welche grammatischen und lexikalischen Veränderungen den zweiten Text verständlicher machen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig, dass Du sprachliche Strukturen nicht nur benennen, sondern begründet analysieren und auf Texte anwenden kannst.

  1. Wortart: Wortarten im Satzkontext sicher bestimmen und mit morphologischen oder syntaktischen Merkmalen begründen.
  2. Flexion: grammatische Formveränderungen erkennen und von Wortbildung unterscheiden.
  3. Morphem: komplexe Wörter sinnvoll in bedeutungs- oder funktionstragende Bestandteile zerlegen.
  4. Komposition: zusammengesetzte Wörter analysieren und die Rolle des Grundwortes erklären.
  5. Derivation: Präfixe und Suffixe erkennen sowie Bedeutungs- und mögliche Wortartveränderungen beschreiben.
  6. Kohäsion: grammatische Verknüpfungsmittel wie Pronomen, Konnektoren, Tempus und Kongruenz analysieren.
  7. Lexikalische Kohäsion: Rekurrenz, Wortfamilien, Synonymie, Ober- und Unterbegriffe sowie semantische Felder zur Erklärung von Textzusammenhang verwenden.
  8. Textkohärenz: beurteilen, wie sprachliche Mittel gemeinsam einen nachvollziehbaren roten Faden herstellen.
  9. Textüberarbeitung: eigene oder fremde Texte gezielt auf Eindeutigkeit, logische Beziehungen und sprachlichen Zusammenhang hin verbessern.




OERs zum Thema



Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite
Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...