Zum Inhalt springen

D7 M - Erzähler und Perspektive untersuchen

Aus MOOCsWiki Staging
aiMOOC-Siegel

D7 M - Erzähler und Perspektive untersuchen




D7 M - Erzähler und Perspektive untersuchen

Mini-Beschreibung: Erkenne Perspektivgebundenheit und untersuche, welche Informationen eine Erzählweise vermittelt oder zurückhält.

Zielgruppe: Klasse 7, Deutsch, Baden-Württemberg, M-Niveau. Du arbeitest mit kurzen Textvarianten, Audio, Bildern, Video und eigenen Perspektivwechseln.

Ein Auge als Symbol für Blickrichtung und Perspektive. Wikimedia Commons, gemeinfrei.
Ein Auge als Symbol für Blickrichtung und Perspektive. Wikimedia Commons, gemeinfrei.


Einstieg: Gleicher Moment – anderes Wissen

Stell Dir vor: Im Schulflur knallt etwas. Drei Personen erleben denselben Moment. Trotzdem wissen, denken und erzählen sie nicht dasselbe.

Stimme Mini-Szene
Ich „Ich zuckte zusammen. Bestimmt war Ben das, dachte ich. Umdrehen wollte ich mich nicht.“
Nah bei Mila „Mila zuckte zusammen. Bestimmt war Ben das, dachte sie. Umdrehen wollte sie sich nicht.“
Mit Überblick „Mila verdächtigte Ben. Tatsächlich war nur Samirs Trinkflasche umgefallen. Ben hatte nichts bemerkt.“

Sofort-Auftrag: Markiere gedanklich: Wer weiß nur, was eine Figur weiß? Wer gibt mehr Informationen?

Lesen und Zuhören: Die reale lesende Person ist nicht automatisch der Erzähler im Text. Illustration von J. R. Skelton, 1908, gemeinfrei.
Lesen und Zuhören: Die reale lesende Person ist nicht automatisch der Erzähler im Text. Illustration von J. R. Skelton, 1908, gemeinfrei.


Lernziele

Am Ende kannst Du:

Ich kann … Woran man es sieht
Autor und Erzähler unterscheiden Ich verwechsle die reale Person, die den Text geschaffen hat, nicht mit der erzählenden Stimme im Text.
Erzählperspektiven erkennen Ich belege meine Entscheidung mit Wörtern oder Informationen aus dem Text.
Perspektivgebundenheit erklären Ich zeige, welche Gedanken, Gefühle oder Ereignisse zugänglich sind und welche verborgen bleiben.
Wirkung untersuchen Ich erkläre z. B. Nähe, Distanz, Spannung oder Wissensvorsprung.
Perspektive wechseln Ich schreibe eine kurze Szene bewusst aus einer anderen Sicht um.
Medien vergleichen Ich verbinde Text, Audio, Bild und Video und begründe Unterschiede.

Bildungsplan-Bezug: Im Deutschunterricht der Sekundarstufe I in Baden-Württemberg werden in Klassen 7/8/9 auf M-Niveau unter anderem Autor, Erzähler und Erzählperspektive als Fachbegriffe verwendet; Textelemente werden in ihrer Funktion beschrieben und Medien zunehmend selbstständig untersucht.


Vorwissen aktivieren

Lies: „Nora sah die geschlossene Tür. Hoffentlich war niemand im Raum, dachte sie.“

  1. Unterstreiche das, was man von außen beobachten könnte.
  2. Kreise ein, was nur Noras Inneres zeigt.
  3. Entscheide: Ist die erzählende Stimme selbst Nora?

Kurzlösung anzeigen

„Nora sah die geschlossene Tür“ ist beobachtbar. „Hoffentlich … dachte sie“ zeigt Innensicht. Die erzählende Stimme ist nicht als „Ich“ Teil der Handlung; die Passage ist nah an Nora und damit personal erzählt.


Input kompakt


Merkkasten: Autor ist nicht Erzähler

Begriff Kurz erklärt
Autor / Autorin Reale Person, die den Text verfasst.
Erzähler / Erzählerin Erzählende Stimme innerhalb der Textgestaltung.
Erzählperspektive Blickwinkel bzw. Informationszugang, aus dem erzählt wird.

Merke: Frage nicht nur „Wer erzählt?“, sondern besonders: Wer sieht? Wer denkt? Wer weiß was?


Drei wichtige Perspektiven

Perspektive Typische Signale Informationsgrenze Häufige Wirkung
Ich-Erzähler Ich-Form; eigene Wahrnehmung, Gedanken, Erinnerungen Meist an Wissen und Wahrnehmung der Ich-Figur gebunden Nähe, Subjektivität, begrenztes Wissen
Personaler Erzähler Er-/Sie-Form; Innensicht einer Figur; Wahrnehmung durch diese Figur Wissen bleibt meist an eine Figur gebunden Nähe zu einer Figur, Spannung durch Wissenslücken
Auktorialer Erzähler Überblick; Kommentare; Vorausdeutungen; Wissen über mehrere Figuren oder Orte Kann Figurenwissen überschreiten Überblick, Wissensvorsprung, Distanz oder kommentierende Führung

Wichtig: Diese Begriffe sind ein schulisches Modell. Erzähltexte können Merkmale mischen oder die Perspektive wechseln. Deshalb gilt: am Text belegen statt nur ein Etikett vergeben.


Zusatz: Außensicht und neutral wirkendes Erzählen

Wenn nur sicht- und hörbare Vorgänge geschildert werden, ohne Gedanken oder Kommentare, spricht man im Unterricht oft von Außensicht oder neutralem Erzählen. Das ist nützlich als Vergleich: Was bleibt dann verborgen?


Visualisierung: Der Informationsfilter

Geschehen Erzählfilter / Perspektive Information für Lesende

Leitfrage: Welche Information kommt durch den Filter – und welche nicht?

Kameraperspektiven als Vergleich: Auch Medien wählen einen Blickwinkel. Grafik von Paligui, CC BY-SA 4.0.
Kameraperspektiven als Vergleich: Auch Medien wählen einen Blickwinkel. Grafik von Paligui, CC BY-SA 4.0.

Achtung beim Vergleich mit Film: Kamerawinkel und Erzählperspektive sind nicht dasselbe. Beide können aber zeigen, dass Darstellung immer auswählt und dadurch Wirkung erzeugt.


Textlabor: Vier Varianten derselben Szene

Alle folgenden Varianten sind eigens für diesen aiMOOC formuliert.


Variante A: Ich

„Ich schob das Matheheft ins Schließfach. Hinter mir knallte etwas. Bestimmt war es Ben, dachte ich, und mein Nacken wurde heiß. Ich drehte mich nicht um.“

Auftrag: Markiere Ich-Signale und eine Information, die nur aus dem Inneren der Figur stammen kann.


Variante B: Personal

„Mila schob das Matheheft ins Schließfach. Hinter ihr knallte etwas. Bestimmt war es Ben, dachte sie; ihr Nacken wurde heiß. Sie drehte sich nicht um.“

Auftrag: Unterstreiche die Stelle, an der Du Zugang zu Milas Gedanken erhältst. Notiere, was Du über Ben noch nicht weißt.


Variante C: Auktorial

„Mila schob das Matheheft ins Schließfach. Sie hielt Ben für den Verursacher. Dabei war am Ende des Flurs nur eine Trinkflasche aus Samirs Rucksack gefallen; Ben hatte das Geräusch gar nicht bemerkt. Noch wusste Mila nicht, dass ihr Irrtum gleich für Streit sorgen würde.“

Auftrag: Markiere zwei Informationen, die Milas eigenes Wissen überschreiten.


Variante D: Außensicht

„Mila schob das Matheheft ins Schließfach. Hinter ihr knallte etwas. Sie hielt inne, zog die Schultern hoch und ging weiter. Ben stand am Fenster.“

Auftrag: Trenne Beobachtung von Deutung. Welche Gefühle wären möglich, werden aber nicht genannt?


Vergleichen und begründen

Prüffrage A B C D
Wer ist sprachlich im Zentrum? Ich-Figur Mila mehrere Wissensbereiche äußere Handlungen
Gibt es Innensicht? ja ja, bei Mila möglich, plus Überblick nein
Wissen Lesende mehr als Mila? nicht sicher kaum ja nein

M-Niveau-Auftrag: Formuliere zu zwei Varianten je einen Belegsatz nach diesem Muster: „Die Passage ist … erzählt, weil … . Das erkennt man an … . Dadurch wissen die Lesenden … .“


Medienlabor


Audio: Hören und Perspektive erkennen

Das Audio ist eine freie LibriVox-Aufnahme des gemeinfreien Märchens der Brüder Grimm.

Hörauftrag: Höre zunächst etwa 60 bis 90 Sekunden. Notiere:

  1. Welche Figur steht gerade im Mittelpunkt?
  2. Erfährst Du Gedanken, Absichten oder Wissen, das einzelne Figuren nicht haben?
  3. Finde beim Weiterhören eine Stelle, an der die Hörenden mehr wissen als Rotkäppchen.

Transfer: Lies die gleiche Szene anschließend in einer Textfassung von Rotkäppchen. Erkläre in zwei Sätzen, ob Stimme, Betonung und Pausen die Perspektive verändern oder nur ihre Wirkung verstärken.

Rotkäppchen. Illustration von Carl Offterdinger, Ende des 19. Jahrhunderts, gemeinfrei.
Rotkäppchen. Illustration von Carl Offterdinger, Ende des 19. Jahrhunderts, gemeinfrei.

Bildauftrag: Schreibe zwei Sätze, die nur zeigen, was auf dem Bild von außen sichtbar ist. Ergänze danach einen dritten Satz mit Innensicht Rotkäppchens. Was ändert sich?


Video: Fachbegriffe prüfen

Aktiver Videoauftrag: Stoppe das Video nach jedem erklärten Perspektivtyp. Notiere jeweils genau ein Merkmal und ein selbst erfundenes Mini-Beispiel. Vergleiche anschließend mit dem Merkkasten dieses Kurses.


Zweites Video: Gegencheck statt Abschreiben

Vergleichsauftrag: Ordne drei Aussagen des Videos den Begriffen Ich-Erzähler, personal und auktorial zu. Kommentiere danach: Welche Erklärung hilft Dir mehr – und warum? Prüfe strittige Aussagen am Merkkasten und an einer Textvariante.


Bild und Audio als Medienvergleich

Vorlesen als mediale Vermittlung. Wikimedia Commons, CC0.
Vorlesen als mediale Vermittlung. Wikimedia Commons, CC0.

Vergleichsauftrag: Das Bild zeigt eine Vorlesesituation, das Audio liefert eine Stimme. Erkläre: Was gehört zur Erzählperspektive des Textes und was entsteht erst durch Vortrag, Stimme oder Situation?


Medien-Forscherpass

Tätigkeit Mini-Auftrag
markieren Markiere im Text ein Perspektivsignal.
ordnen Ordne fünf Signale im Drag-and-Drop den passenden Begriffen zu.
vergleichen Vergleiche Text, Audio und Bild auf ihren Informationszugang.
kommentieren Begründe, welche Darstellung Dir eine Figur besonders nahebringt.
recherchieren Finde auf Wikimedia Commons ein weiteres passendes freies Bild und prüfe die Lizenzangabe auf der Dateiseite.
belegen Stütze eine Analyse mit einer konkreten Textstelle.
gestalten Erstelle selbst eine kurze Szene mit bewusst gewählter Perspektive.


Bild: Erzählen ist Auswahl

Geschichten können auch visuell gestaltet werden. Foto von Ahmadrizky0102, CC0.
Geschichten können auch visuell gestaltet werden. Foto von Ahmadrizky0102, CC0.

Gestaltungsauftrag: Zeichne eine Szene mit zwei Figuren. Lege fest, aus wessen Sicht sie erzählt werden soll. Markiere im Bild drei Details, die diese Figur wahrnimmt, und ein Detail, das für sie verborgen bleibt.


Perspektivwechsel-Werkstatt

Ausgangsszene: „Lea öffnete den Gruppenchat. Neben ihrem Namen stand eine neue Nachricht. Sie legte das Handy sofort auf den Tisch.“

Runde 1 – selbst denken: Was könnte Lea denken? Was wissen wir wirklich?

Runde 2 – umschreiben: Erstelle drei Fassungen mit je 2–4 Sätzen:

  1. Ich-Erzähler aus Leas Sicht.
  2. Personaler Erzähler aus Leas Sicht.
  3. Auktorialer Erzähler mit einer zusätzlichen Information über eine zweite Figur.

Runde 3 – Informationscheck: Unterstreiche in jeder Fassung genau die Wörter, die den Perspektivtyp erkennbar machen.


KI-Spirale: KI gezielt und prüfbar nutzen

Schritt Dein Vorgehen
1 Selbst denken Bestimme zuerst selbst eine Vermutung zur Perspektive.
2 Eigene Lösung beginnen Schreibe mindestens einen Belegsatz.
3 Gezielt fragen Frage die KI nach Prüf-Fragen oder einer Gegenprobe, nicht sofort nach der Komplettlösung.
4 Prüfen Vergleiche die KI-Ausgabe mit Originaltext, Merkkasten, Wörterbuch oder verlässlicher Quelle.
5 Fehler finden Suche nach unbelegten Behauptungen, übersehenen Perspektivwechseln und zu sicheren Aussagen.
6 Verbessern Überarbeite Deine eigene Lösung mit konkreten Textbelegen.
7 Transparent machen Notiere kurz, wobei KI geholfen hat.

Beispiel für eine gute KI-Frage: „Ich vermute, Variante B ist personal erzählt. Nenne mir drei Prüf-Fragen, mit denen ich meine Vermutung selbst am Text kontrollieren kann. Nenne noch keine Lösung.“

Datenschutz und Urheberrecht: Gib keine unnötigen personenbezogenen Daten ein und kopiere keine langen urheberrechtlich geschützten Texte in ein KI-System. Für die Analyse reichen kurze, notwendige Ausschnitte oder eigene Texte.


Hilfen, Feedback und Selbstkontrolle


Hilfestufen

Hilfe 1 – Blickrichtung: Frage: Wessen Wahrnehmung folgt der Text?

Hilfe 2 – Wissen: Markiere Gedanken, Gefühle, Erinnerungen, Vorauswissen und Kommentare.

Hilfe 3 – Belegsatz: „Die Passage wirkt …, weil der Erzähler … . Das zeigt die Stelle … . Dadurch … .“


Differenziertes Feedback

Dein Stand Feedback Nächster Schritt
Treffsicher Du nennst Perspektive, Textsignal und Wirkung. Prüfe zusätzlich, welche Information bewusst zurückgehalten wird.
Fast Du erkennst den Typ, aber der Beleg ist noch allgemein. Zitiere oder benenne ein konkretes Wort bzw. eine konkrete Information.
Noch unsicher Du entscheidest nur nach „ich“ oder „er/sie“. Nutze die Fragen: Wer sieht? Wer denkt? Wer weiß mehr?


Lösungen zum Textlabor

Lösungen anzeigen

A: Ich-Erzähler. Signal: „ich“. Innensicht: „Bestimmt war es Ben, dachte ich“. Das Wissen bleibt an die Ich-Figur gebunden.

B: Personaler Erzähler. Er-/Sie-Form, aber Innensicht bei Mila: „dachte sie“. Was Ben wirklich getan oder wahrgenommen hat, bleibt zunächst offen.

C: Auktoriale Merkmale. Der Erzähler kennt die Ursache des Geräuschs, Bens Wahrnehmung und sogar die bevorstehende Folge des Irrtums. Damit überschreitet er Milas Wissen.

D: Außensicht / neutral wirkend. Genannt werden sichtbare Handlungen. Gefühle müssen erschlossen werden und bleiben mehrdeutig.


Wiederholung: 60-Sekunden-Check

Beantworte ohne Nachschauen:

  1. Autor oder Erzähler – wer ist die Stimme im Text?
  2. Welche Perspektive ist besonders eng an eine Ich-Figur gebunden?
  3. Welche Perspektive kann Wissensvorsprung über Figuren haben?
  4. Was ist ein Textbeleg?
  5. Warum kann zurückgehaltene Information Spannung erzeugen?

Prüfe danach mit dem Merkkasten.


Transfer: Perspektive verändert Wirkung

Situation: Eine Tasche liegt allein auf dem Pausenhof.

Version 1: Schreibe 3 Sätze aus der Sicht einer Figur, die ihre Tasche sucht.

Version 2: Schreibe 3 Sätze auktorial und verrate, wem die Tasche gehört und was gleich passieren wird.

Vergleich: Begründe, welche Version mehr Spannung erzeugt und wodurch. Es gibt nicht automatisch nur eine richtige Wirkung; entscheidend sind Deine Belege.


Kompetenzcheck

Aussage sicher fast sicher noch üben
Ich unterscheide Autor und Erzähler.
Ich erkenne Ich-, personale und auktoriale Perspektive an Textsignalen.
Ich kann erklären, welche Information vermittelt oder zurückgehalten wird.
Ich belege meine Analyse mit einer konkreten Textstelle.
Ich kann eine Szene mit bewusstem Perspektivwechsel umschreiben.
Ich kann KI-Hilfe prüfen und transparent angeben.

Ziel erreicht? Wenn Du bei mindestens vier Aussagen „sicher“ ankreuzen kannst und bei den übrigen einen nächsten Übungsschritt kennst, bist Du bereit für den Transfer.


Reflexion

Vervollständige drei Sätze:

  1. „Am meisten verrät eine Erzählperspektive über …“
  2. „Spannend wird zurückgehaltene Information, wenn …“
  3. „Beim nächsten Analysieren werde ich zuerst …“


Folgekurs-Empfehlung

Als nächstes passen besonders:

  1. D7 M - Figuren charakterisieren und Textbelege nutzen: Perspektive mit Figurenanalyse verbinden.
  2. D7 M - Erzählzeit und Zeitgestaltung untersuchen: untersuchen, wie Rückblenden, Vorausdeutungen und Erzähltempo Informationen steuern.
  3. Innensicht und Außensicht: Informationszugang noch genauer unterscheiden.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wer ist der Erzähler eines literarischen Textes? (Die erzählende Stimme innerhalb der Textgestaltung) (!Immer die reale Autorin oder der reale Autor) (!Immer die Hauptfigur) (!Immer eine Person mit Namen)




Welches Signal passt besonders zu einem Ich-Erzähler? (Die erzählende Figur verwendet ich für sich selbst) (!Der Text verwendet ausschließlich wörtliche Rede) (!Alle Figuren kennen alle Gedanken) (!Es gibt keine Gefühle im Text)




Woran erkennst Du häufig personales Erzählen? (Die Erzählung folgt Wahrnehmung und Innensicht einer Figur) (!Der Erzähler weiß immer alles über jede Figur) (!Es werden nur Überschriften aufgezählt) (!Der Autor spricht direkt über sein echtes Leben)




Welches Merkmal kann auf auktoriales Erzählen hinweisen? (Der Erzähler weiß mehr als einzelne Figuren) (!Der Text darf keine Er oder Sie Form enthalten) (!Es gibt niemals Kommentare) (!Nur eine Figur kommt vor)




Was bedeutet Perspektivgebundenheit? (Information wird durch einen bestimmten Blickwinkel begrenzt oder ausgewählt) (!Jeder Text enthält genau dieselben Informationen) (!Nur Bilder können eine Perspektive haben) (!Eine Figur kennt automatisch alle Ereignisse)




Warum kann zurückgehaltene Information Spannung erzeugen? (Lesende müssen offene Fragen weiterverfolgen) (!Weil dadurch jeder Satz kürzer wird) (!Weil dann keine Figuren mehr nötig sind) (!Weil jede Geschichte zu einem Sachtext wird)




Was kennzeichnet Außensicht am deutlichsten? (Es werden vor allem beobachtbare Handlungen und Äußerungen gezeigt) (!Alle Gedanken aller Figuren werden genannt) (!Die Zukunft wird sicher vorausgesagt) (!Der Erzähler erzählt immer in der Ich Form)




Was verändert ein Perspektivwechsel besonders? (Den Zugang zu Wissen Wahrnehmungen und Bewertungen) (!Automatisch die Rechtschreibung) (!Immer die Anzahl der Figuren) (!Immer den Ort der Handlung)




Was ist bei einer Analyse ein guter Textbeleg? (Eine konkrete Stelle die Deine Aussage zur Perspektive stützt) (!Eine Vermutung ohne Bezug zum Text) (!Die Lieblingsstelle der Klasse) (!Eine möglichst lange Inhaltsangabe)




Wie nutzt Du KI bei der Perspektivanalyse sinnvoll? (Eigene Vermutung beginnen gezielt fragen und die Ausgabe am Text prüfen) (!Die erste KI Antwort ungeprüft übernehmen) (!Den Originaltext nicht mehr lesen) (!Nur nach einer fertigen Lösung fragen)





Memory

Ich-Erzähler erzählt als Ich-Figur
Personaler Erzähler folgt der Wahrnehmung einer Figur
Auktorialer Erzähler kann Figurenwissen überschreiten
Innensicht macht Gedanken oder Gefühle zugänglich
Außensicht zeigt vor allem beobachtbares Verhalten
Textbeleg stützt eine Aussage mit einer konkreten Stelle
Perspektivwechsel verändert den Informationszugang





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Ich dachte das Geräusch käme von Ben Ich-Erzähler
Mila hoffte dass niemand sie gesehen hatte personale Perspektive
Niemand ahnte dass der Schlüssel längst im Rucksack lag auktorialer Wissensvorsprung
Sie hob die Hand und schwieg Außensicht
Später sollte dieser Irrtum wichtig werden Vorausdeutung






Kreuzworträtsel

Autor Wie heißt die reale Person, die einen Text verfasst?
Erzähler Wer vermittelt die Geschichte innerhalb des Textes?
personal Welche Perspektive folgt häufig Wahrnehmung und Innensicht einer Figur?
auktorial Wie heißt Erzählen mit möglichem Überblick und Wissensvorsprung?
Innensicht Wie heißt der Zugang zu Gedanken und Gefühlen einer Figur?
Textbeleg Wie heißt eine konkrete Textstelle, die eine Analyse stützt?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Die reale Person hinter einem literarischen Text heißt

. Die Stimme, die eine Geschichte vermittelt, heißt

. Beim Ich-Erzähler ist die Darstellung meist an das Wissen der

gebunden. Personales Erzählen folgt häufig der Wahrnehmung einer

. Ein auktorialer Erzähler kann einen

gegenüber Figuren besitzen. Der Zugang zu Gedanken und Gefühlen heißt

. Eine konkrete Stelle zur Begründung nennt man

. Beim Perspektivwechsel verändert sich besonders der

.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Perspektiv-Signale: Sammle aus den vier Textvarianten je zwei Wörter oder Informationen, die Dir beim Erkennen der Perspektive helfen.
  2. Audio markieren: Höre eine Minute des Rotkäppchen-Audios und notiere drei Informationen, die Du als hörende Person erhältst.
  3. Bild zu Text: Formuliere zum Rotkäppchen-Bild zwei Sätze in Außensicht und einen Satz mit Innensicht.
  4. Mini-Comic: Zeichne drei Panels aus Sicht einer Figur und kennzeichne, was sie nicht sehen oder wissen kann.


Standard

  1. Perspektivwechsel: Schreibe Variante B als Ich-Erzählung um, ohne neue Sachinformationen hinzuzufügen.
  2. Belegkette: Untersuche eine kurze Erzählung aus Deinem Unterricht und formuliere zwei Aussagen zur Perspektive mit je einem Textbeleg.
  3. Audio und Text vergleichen: Vergleiche eine vorgelesene und eine geschriebene Szene. Erkläre, was Perspektive bestimmt und was durch Stimme oder Betonung verändert wird.
  4. Erklärkarte: Gestalte eine Lernkarte mit den Leitfragen Wer sieht, Wer denkt und Wer weiß mehr. Füge eigene Beispiele hinzu.


Schwer

  1. Multiperspektivische Szene: Schreibe dieselbe Konfliktszene zweimal aus zwei verschiedenen Figurenperspektiven. Lass beide Versionen glaubwürdig, aber unterschiedlich wirken.
  2. Informationsdiagramm: Erstelle ein Schaubild, das zeigt, welche Informationen Figur A, Figur B, Erzähler und Lesende besitzen.
  3. Medienvergleich: Untersuche eine kurze Filmszene und einen Erzähltext. Vergleiche, wie Blickwinkel, Wissen und Spannung gesteuert werden. Erkläre auch die Grenzen des Vergleichs.
  4. KI-Qualitätsprüfung: Lass Dir von einer KI eine Perspektivanalyse zu einem eigenen Kurztext geben. Markiere richtige, unklare und unbelegte Aussagen, verbessere die Analyse selbst und dokumentiere die KI-Hilfe.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Informationsgrenzen erklären: Du erhältst zwei kurze Fassungen derselben Szene. Zeige, welche Information jeweils zugänglich oder verborgen ist, und erkläre die Wirkung.
  2. Perspektive mit Beleg begründen: Bestimme die Perspektive eines unbekannten Kurztexts und belege Deine Entscheidung mit mindestens zwei konkreten Textsignalen.
  3. Fehleranalyse: Prüfe die Aussage „Er-Form bedeutet immer auktorial“. Widerlege sie mit einem selbst formulierten Beispiel und erkläre die Regel.
  4. Perspektivwechsel anwenden: Schreibe eine personale Passage in eine Ich-Erzählung um. Erhalte den Informationsstand der Figur und kommentiere zwei sprachliche Änderungen.
  5. Spannung gestalten: Verfasse eine kurze Szene, in der eine wichtige Information bewusst zurückgehalten wird. Erkläre anschließend, wie die Perspektive die Spannung erzeugt.
  6. Materialien verknüpfen: Nutze Textvariante C, das Perspektivbild und das Rotkäppchen-Audio. Formuliere eine gemeinsame Aussage darüber, wie Medien Informationen auswählen, und belege sie an allen drei Materialien.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis sind besonders wichtig:

  1. Du unterscheidest Autor und Erzähler sicher.
  2. Du erkennst Ich-Erzähler, personales Erzählen und auktoriales Erzählen.
  3. Du erklärst Innensicht, Außensicht und Informationsgrenzen.
  4. Du arbeitest mit konkreten Textbelegen statt nur mit Vermutungen.
  5. Du beschreibst die Wirkung der Perspektive auf Nähe, Distanz, Spannung oder Wissensvorsprung.
  6. Du kannst einen Perspektivwechsel selbst gestalten und begründen.
  7. Du vergleichst schriftliche, auditive und visuelle Darstellungen.
  8. Du nutzt KI-Unterstützung prüfend und machst sie transparent.




OERs zum Thema

Weitere offene bzw. verlässliche Zugänge:

  1. Wikimedia Commons: freie Bilder und Audios zu Lesen, Erzählen und Märchen.
  2. Wikisource: gemeinfreie Originaltexte, zum Beispiel Märchen der Brüder Grimm.
  3. Bildungsplan Baden-Württemberg – Literarische Texte, Klassen 7/8/9


Medien- und Lizenzhinweise

  1. : Wikimedia Commons, vom Urheber gemeinfrei freigegeben.
  2. : Wikimedia Commons, gemeinfreie Illustration.
  3. : Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
  4. : Wikimedia Commons / LibriVox, CC0.
  5. : Wikimedia Commons, gemeinfreies Werk.
  6. : Wikimedia Commons, CC0.
  7. : Wikimedia Commons, CC0.
  8. Die eingebetteten YouTube-Videos werden nur verlinkt bzw. eingebettet; es wird kein fremder Videoinhalt kopiert.


Verknüpfte Lernbereiche


aiMOOC-Projekte

MOOCwiki · Deutsch

Nach dem Lernen ist vor dem Lernen

Entdecke direkt den nächsten Lernkurs. Weitere Inhalte erscheinen, wenn Du weiter nach unten scrollst.

Zur MOOCwiki-Hauptseite
Inhalte werden geladen ...

Mediathek wird aus dem Wiki geladen ...