D7 E - Ein freies Referat mit Quellen halten

D7 E - Ein freies Referat mit Quellen halten
D7 E - Ein freies Referat mit Quellen halten
Mini-Beschreibung: Präsentiere einen recherchierten Sachverhalt weitgehend frei und quellenbasiert. Nutze funktionale Bilder, Diagramme und eine klare Stichwortstruktur. Reagiere auf Rückfragen mit passenden Belegen und trainiere Deinen Vortrag mit einer Selbstaufnahme.
| Fach | Zielgruppe | Niveau | Schwerpunkt |
|---|---|---|---|
| Deutsch | Klasse 7, Baden-Württemberg | E-Niveau | recherchieren – prüfen – strukturieren – frei sprechen – belegen – Rückfragen beantworten |

Einleitung
Du stehst vor der Klasse. Auf dem Bildschirm ist nur ein Bild zu sehen. In Deiner Hand liegt eine kleine Karte mit fünf Stichwörtern. Du beginnst zu sprechen – ohne einen ausformulierten Text vorzulesen. Genau darum geht es in diesem aiMOOC.
| Start-Challenge: 30 Sekunden frei |
|---|
| Erkläre einer anderen Person 30 Sekunden lang einen Sachverhalt, den Du gut kennst. Verwende höchstens fünf Stichwörter. Danach sagt Dein Gegenüber: Was war klar? Wo fehlte ein Beleg? |
Der Kurs orientiert sich am Kompetenzbereich Sprechen und Zuhören des gemeinsamen Bildungsplans der Sekundarstufe I in Baden-Württemberg. Dort gehören freie Redebeiträge, verständliches Referieren und der gezielte Einsatz von Medien ausdrücklich zu den Kompetenzen. Auch das Erschließen, Zitieren und mündliche Wiedergeben von Sachtexten ist für die Klassen 7/8/9 vorgesehen.
Bildungsplanbezug:
Lernziele
Nach diesem Kurs kannst Du
- eine präzise Leitfrage für ein Referat entwickeln.
- Informationen aus mehreren Quellen auswählen, vergleichen und auf ihre Verlässlichkeit prüfen.
- Quellen schriftlich und mündlich nachvollziehbar angeben.
- einen Vortrag mit Stichwortkarten statt mit einem Manuskript strukturieren.
- Bilder, Tabellen und Diagramme funktional einsetzen und ihre Aussage kritisch prüfen.
- weitgehend frei, verständlich und adressatengerecht sprechen.
- Rückfragen aufnehmen, beantworten und Unsicherheiten offen kennzeichnen.
- eine Selbstaufnahme auswerten und Deinen Vortrag gezielt verbessern.
- den Einsatz von KI transparent machen und Ergebnisse mit verlässlichen Quellen prüfen.
Vorwissen aktivieren
| Frage | Deine erste Antwort | Nach dem Kurs erneut prüfen |
|---|---|---|
| Woran erkennst Du eine verlässliche Quelle? | Schreibe drei Kriterien auf. | Ergänze oder korrigiere. |
| Was bedeutet „frei sprechen“? | Erkläre den Unterschied zu „auswendig sprechen“. | Ergänze ein Beispiel. |
| Wann hilft ein Bild wirklich? | Nenne einen sinnvollen Einsatz. | Prüfe mit den Medienregeln. |
Vom Thema zur Leitfrage
Ein gutes Referat beginnt nicht mit Folien, sondern mit einer Leitfrage. Sie entscheidet, was Du recherchierst und was Du weglässt.
| Zu breit | Besser | Warum? |
|---|---|---|
| Plastik | Wie kann unsere Schule Einwegplastik im Alltag vermeiden? | klarer Gegenstand, untersuchbare Frage |
| Vulkane | Warum sind manche Vulkanausbrüche explosiver als andere? | Ursache-Wirkungs-Zusammenhang |
| Soziale Medien | Welche Merkmale helfen Jugendlichen, fragwürdige Informationen in sozialen Medien zu erkennen? | prüfbare Kriterien statt bloßer Meinung |
| Merke |
|---|
| Eine starke Leitfrage ist offen, präzise, recherchierbar und in der verfügbaren Zeit beantwortbar. |
Mini-Aufgabe: Leitfrage schärfen
Formuliere zu einem eigenen Thema drei verschieden enge Fragen. Markiere anschließend die Frage, zu der Du in einem kurzen Referat eine begründete Antwort geben könntest.
Hilfestufe 1: Beginne mit „Warum…?“, „Wie…?“ oder „Unter welchen Bedingungen…?“
Hilfestufe 2: Begrenze Ort, Zeitraum, Personengruppe oder Teilaspekt.
Hilfestufe 3: Prüfe: Brauchst Du dafür mehrere Quellen und kannst Du am Ende wirklich eine Antwort geben?
Feedback: Eine reine Ja-Nein-Frage ist meist zu eng. Ein riesiges Oberthema ist meist zu weit.
Recherchieren: vom Treffer zur brauchbaren Quelle
Nicht jeder Suchtreffer ist schon eine gute Quelle. Prüfe mindestens Urheber, Aktualität, Belege, Zweck und Vergleichbarkeit.
Datei:Classroom handout - Citing sources on Wikipedia.pdf
Der 5-Fragen-Quellencheck
| Prüffrage | Woran Du denken solltest |
|---|---|
| Wer? | Ist eine Autorin, ein Autor oder eine verantwortliche Institution erkennbar? |
| Wann? | Ist das Veröffentlichungs- oder Aktualisierungsdatum passend zum Thema? |
| Womit belegt? | Werden Daten, Studien, Dokumente oder andere nachvollziehbare Quellen genannt? |
| Wozu? | Soll die Seite informieren, werben, überzeugen oder unterhalten? |
| Bestätigt? | Lassen sich wichtige Aussagen durch eine unabhängige zweite Quelle prüfen? |
| E-Niveau |
|---|
| Entscheide nicht nur „gut“ oder „schlecht“. Begründe, für welche Aussage eine Quelle brauchbar ist, wo ihre Grenzen liegen und welche zweite Quelle Du zur Kontrolle brauchst. |
Quellen vergleichen statt nur sammeln
Markiere in zwei Quellen
- dieselbe Kernaussage,
- unterschiedliche Zahlen oder Begriffe,
- Belege oder fehlende Belege,
- erkennbare Interessen,
- offene Fragen.
Danach formulierst Du einen Satz wie: „Beide Quellen stimmen bei … überein; sie unterscheiden sich bei …; deshalb prüfe ich zusätzlich …“
Quellenkarte für Deine Recherche
| Feld | Notiz |
|---|---|
| Autor oder Institution | Wer ist verantwortlich? |
| Titel | Wie heißt der Text, das Video, die Grafik oder die Seite? |
| Datum | Wann veröffentlicht oder aktualisiert? |
| Fundort | Buch, Zeitschrift, Website, Datenbank … |
| Kernaussage | Was brauchst Du wirklich für Deine Leitfrage? |
| Beleg | Zahl, Beispiel, Zitat oder Untersuchung |
| Bewertung | Stärke, Grenze, mögliche Absicht |
Quellen angeben und Aussagen belegen
Ein quellenbasiertes Referat macht hörbar und sichtbar, woher wichtige Informationen stammen.
Mündlich belegen
Kurze Formulierungen:
- „Nach Angaben von …“
- „Die Untersuchung von … aus dem Jahr … zeigt …“
- „Die Grafik stammt von …“
- „In Quelle A wird … erklärt; Quelle B ergänzt …“
Vermeide lange bibliografische Angaben mitten im Satz. Die vollständigen Angaben gehören auf eine Quellenfolie, ein Handout oder in ein Quellenverzeichnis.
Direktes Zitat oder eigene Formulierung?
| Form | Einsatz |
|---|---|
| Eigene Formulierung | Standardfall: Du gibst den Inhalt verständlich und korrekt mit eigenen Worten wieder. |
| Kurzes direktes Zitat | Nur wenn der genaue Wortlaut wichtig ist. Kennzeichne es als Zitat und nenne die Quelle. |
| Zahl oder Statistik | Nenne Quelle, Jahr, Einheit und Bezugsgruppe. |
Medienauftrag: Notiere beim Video drei Regeln, die sich auch auf ein Referat übertragen lassen. Prüfe anschließend: Welche Regel betrifft den genauen Wortlaut, welche die Quellenangabe und welche die eigene Formulierung?
Rechtssichere Medien auswählen
Bevorzuge eigene Aufnahmen sowie gemeinfreie oder offen lizenzierte Medien. Bei offenen Lizenzen musst Du die jeweiligen Bedingungen beachten.

| Kennzeichnung | Was bedeutet sie für Dich? |
|---|---|
| Public Domain oder gemeinfrei | Das Werk ist urheberrechtlich nicht oder nicht mehr geschützt; prüfe dennoch Herkunft und mögliche weitere Rechte. |
| CC0 | Die Rechteinhaberin oder der Rechteinhaber verzichtet soweit möglich auf urheberrechtliche Ansprüche. |
| CC BY | Nutzung ist erlaubt, wenn die vorgeschriebene Namensnennung erfolgt. |
| CC BY-SA | Zusätzlich müssen Bearbeitungen unter einer kompatiblen Lizenz weitergegeben werden. |
Wichtig: Eine Bildersuche allein ist kein Lizenznachweis. Öffne immer die Originalseite des Mediums und lies dort die Lizenzangaben.
Medien-Rechercheauftrag
Suche auf Wikimedia Commons zwei Bilder zu Deinem Referatsthema. Vergleiche
- Aussagekraft,
- Lizenz,
- Urheberangabe,
- Bildbeschreibung,
- Eignung für Deine Leitfrage.
Entscheide begründet, welches Bild Du verwenden würdest.
Stichwortstruktur statt Manuskript
Freies Sprechen bedeutet nicht, alles auswendig zu lernen. Eine klare Gliederung und kurze Stichwörter geben Sicherheit.

Eine gute Stichwortkarte
| Darauf gehört | Darauf besser nicht |
|---|---|
| Überschrift des Abschnitts | ausformulierte Absätze |
| drei bis fünf Schlüsselwörter | vollständige Sätze in Kleinschrift |
| wichtige Zahl mit Einheit und Quelle | jede Information aus der Recherche |
| Übergang zum nächsten Punkt | dekorative Details ohne Funktion |
| schwieriger Name oder Fachbegriff | ein komplettes Vorlesemanuskript |
| Beispielkarte |
|---|
| Warum explodiert ein Vulkan? → Gasdruck – zähflüssiges Magma – Schlot – Beispielgrafik – Quelle/Jahr → Übergang: „Was bedeutet das für die Gefährdung?“ |
Sprechplan für ein kurzes Referat
| Teil | Funktion | mögliche Formulierung |
|---|---|---|
| Einstieg | Interesse wecken | Frage, Bild, überraschende Beobachtung |
| Orientierung | Leitfrage und Weg zeigen | „Ich kläre zuerst …, danach …“ |
| Hauptteil | erklären und belegen | Aussage → Beleg → Erklärung → Visualisierung |
| Schluss | Leitfrage beantworten | „Damit lässt sich die Leitfrage so beantworten: …“ |
| Rückfragen | Verständnis vertiefen | „Welche Stelle soll ich genauer erklären?“ |
Frei und verständlich sprechen

Achte auf Tempo, Lautstärke, Artikulation, Pausen, Blickkontakt und Körperhaltung. Gute Wirkung entsteht nicht durch Show, sondern durch Verständlichkeit.
Video untersuchen:
- Markiere drei Tipps, die Du sofort testen kannst.
- Ordne sie den Bereichen Stimme, Körper, Struktur oder Vorbereitung zu.
- Kommentiere einen Tipp: Wann hilft er besonders, wann möglicherweise weniger?
Vergleichsauftrag: Vergleiche die beiden Videos. Welche Empfehlungen stimmen überein? Welche setzen andere Schwerpunkte? Begründe, welche Hinweise zu Deinem aktuellen Trainingsziel passen.
Bilder, Grafiken und Diagramme funktional einsetzen
Ein Medium ist kein Schmuck. Es soll eine Information schneller, genauer oder anschaulicher machen.

Bildauftrag: Beschreibe zuerst nur, was das Diagramm zeigt. Erkläre danach, welche Aussage über die Position einer sprechenden Person vermittelt werden soll. Trenne Beobachtung und Interpretation.
| Medium | sinnvoll, wenn … | prüfen |
|---|---|---|
| Foto | ein Ort, Objekt oder Zustand sichtbar werden soll | Quelle, Kontext, Ausschnitt |
| Diagramm | Zahlenverhältnisse oder Entwicklungen wichtig sind | Achsen, Einheit, Zeitraum, Grundgesamtheit, Quelle |
| Karte | räumliche Zusammenhänge wichtig sind | Legende, Maßstab, Zeitraum |
| Schaubild | ein Ablauf oder Zusammenhang erklärt wird | Vereinfachungen und fehlende Faktoren |
| Textfolie | nur wenige Schlüsselbegriffe Orientierung geben | Lesbarkeit und Informationsmenge |
| Diagramm-Check |
|---|
| Titel klar? – Achsen beschriftet? – Einheit genannt? – Zeitraum erkennbar? – Quelle angegeben? – Aussage nicht übertrieben? |
Mini-Visualisierung: vom Beleg zur Aussage
| Quelle | → | Beleg | → | Erklärung | → | Visualisierung | → | Antwort auf die Leitfrage |
Audio aktiv untersuchen
Das Hörbeispiel ist ein gelesener Text und deshalb kein Muster für ein freies Referat. Gerade der Vergleich ist nützlich.
Hörauftrag:
- Höre etwa 20 bis 30 Sekunden.
- Notiere Stellen, an denen Artikulation, Betonung oder Pause das Verstehen unterstützen.
- Formuliere, woran Du beim Hören erkennst, dass hier gelesen wird.
- Sprich anschließend denselben Gedanken frei in eigenen Worten ein und vergleiche beide Sprechweisen.
Selbstaufnahme: Dein stärkstes Trainingswerkzeug
Nimm 60 bis 90 Sekunden Deines Vortrags als Audio oder Video auf. Verwende keine unnötigen personenbezogenen Daten und teile die Aufnahme nur im vereinbarten Lernkontext.
| Prüfkriterium | Frage an Dich |
|---|---|
| Inhalt | Ist meine Kernaussage verständlich und belegt? |
| Struktur | Hört man, wo ich im Vortrag bin? |
| Stimme | Spreche ich deutlich, nicht zu schnell und mit Pausen? |
| Sprache | Nutze ich passende Fachbegriffe und erkläre sie? |
| Blick | Schaue ich überwiegend zum Publikum statt auf Karten oder Folien? |
| Medien | Erkläre ich, warum das Bild oder Diagramm gerade wichtig ist? |
| Quellen | Sage ich bei wichtigen Informationen, woher sie stammen? |
Zweitrunden-Regel: Ändere nach der ersten Aufnahme nur zwei Dinge. Nimm erneut auf. Vergleiche konkret, was besser geworden ist.
Rückfragen beantworten
Eine Rückfrage ist kein Störmoment, sondern Teil des Referats.
| Schritt | Handlung |
|---|---|
| Zuhören | Frage vollständig anhören und nicht sofort reagieren. |
| Klären | Bei Bedarf nachfragen: „Meinst Du …?“ |
| Antworten | Kernaussage nennen und mit einem Beleg oder Beispiel stützen. |
| Grenze nennen | Unsicherheit offen markieren: „Dazu habe ich keine sichere Quelle geprüft.“ |
| Weiterführen | Falls passend zeigen, wie die Frage weiter recherchiert werden könnte. |
| Merke |
|---|
| Eine begründete Grenze ist stärker als eine erfundene Antwort. |
KI-Spirale für das Referat
KI kann beim Fragen, Ordnen und Gegenprüfen helfen. Die fachliche Verantwortung bleibt bei Dir.
| Schritt | Handlung |
|---|---|
| 1 Selbst denken | Leitfrage, Vorwissen und erste Suchbegriffe selbst entwickeln. |
| 2 Eigene Lösung beginnen | Gliederung oder erste Stichwortkarten selbst anlegen. |
| 3 Gezielt fragen | KI nur zu einer konkreten Unsicherheit oder Alternative befragen. |
| 4 Prüfen | Ausgabe mit Originaltext, Regel, Wörterbuch oder verlässlicher Quelle vergleichen. |
| 5 Fehler erkennen | Unbelegte Aussagen, falsche Zahlen, unklare Begriffe und fehlende Gegenpositionen markieren. |
| 6 Verbessern | Eigene Fassung fachlich und sprachlich überarbeiten. |
| 7 Transparent machen | Kurz angeben, wobei KI unterstützt hat. |
Transparenzsatz: „KI-Unterstützung nutzte ich zum Ordnen meiner Stichwörter. Fakten und Quellen habe ich selbst geprüft.“
Übungsstrecke mit Hilfen, Lösungen und Feedback
Aufgabe A: Welche Quelle würdest Du zuerst prüfen?
Fiktive Übungskarte A: Fachportal einer Hochschule; Autorin genannt; Veröffentlichungsdatum vorhanden; Literaturhinweise verlinkt; sachliche Sprache.
Fiktive Übungskarte B: anonymer Beitrag; kein Datum; starke Behauptung; keine Belege; mehrere Werbelinks.
Auftrag: Beurteile beide Karten mit dem 5-Fragen-Quellencheck. Entscheide nicht nur, welche Quelle besser wirkt, sondern auch, welche Information Dir für eine endgültige Bewertung noch fehlt.
Hilfestufe 1: Beginne mit Wer? Wann? Belege? Zweck? Bestätigung?
Hilfestufe 2: Trenne Merkmale der Seite von der Wahrheit einzelner Aussagen.
Hilfestufe 3: Formuliere: „A ist für den Einstieg geeigneter, weil …; trotzdem muss ich … prüfen.“
Lösungshinweis: Karte A bietet mehr überprüfbare Qualitätsmerkmale. Trotzdem muss auch dort die konkrete Aussage geprüft werden. Karte B kann einen Recherchehinweis liefern, ist ohne Autor, Datum und Belege aber für zentrale Aussagen schwach abgesichert.
Feedback: Stark ist Deine Antwort, wenn Du nicht nur Merkmale aufzählst, sondern ihre Bedeutung für die Leitfrage erklärst.
Aufgabe B: Manuskript in Stichwörter verwandeln
Ausgangstext: „Im Hauptteil erkläre ich zuerst den zentralen Begriff. Danach zeige ich an einem Beispiel, warum er für meine Leitfrage wichtig ist. Anschließend vergleiche ich zwei Quellen und erkläre ihren Unterschied.“
Auftrag: Kürze den Text auf eine Stichwortkarte.
Hilfestufe 1: Streiche Artikel, Füllwörter und vollständige Satzanfänge.
Hilfestufe 2: Behalte Reihenfolge, Fachbegriff, Beispiel und Quellenvergleich.
Musterlösung: Hauptteil → Begriff klären – Beispiel – Bezug Leitfrage – Quellen A/B vergleichen – Unterschied erklären → Übergang Schluss
Feedback: Wenn Du die Karte ablesen kannst wie einen Text, ist sie noch zu ausführlich.
Aufgabe C: Ein Diagramm kritisch kommentieren
Stell Dir ein Diagramm mit steil ansteigender Linie vor. Die y-Achse beginnt erst bei 95 statt bei 0.
Auftrag: Erkläre, warum der Anstieg optisch stärker wirken kann. Nenne außerdem zwei Angaben, die Du vor einer Interpretation brauchst.
Hilfestufe: Prüfe Achsenanfang, Einheit, Zeitraum, Quelle und Grundgesamtheit.
Musterlösung: Eine verkürzte Achse kann kleine Unterschiede größer erscheinen lassen. Für eine belastbare Aussage brauchst Du mindestens Einheit und Zeitraum; zusätzlich sind Quelle und Bezugsgruppe wichtig.
Aufgabe D: Rückfrage mit Unsicherheit
Situation: Nach Deinem Referat fragt jemand nach einer Zahl, die Du nicht geprüft hast.
Auftrag: Formuliere eine sachliche Antwort.
Musterlösung: „Die genaue Zahl habe ich nicht verlässlich geprüft. Meine Quellen belegen nur die allgemeine Entwicklung. Ich würde die konkrete Zahl deshalb nachrecherchieren, bevor ich sie nenne.“
Feedback: Die Antwort ist stark, wenn sie die Wissensgrenze klar benennt und einen sinnvollen nächsten Prüfschritt zeigt.
Wiederholung: 5–4–3–2–1
| Zahl | Wiederhole |
|---|---|
| 5 | fünf Prüffragen für Quellen |
| 4 | vier Teile Deines Referats: Einstieg, Orientierung, Hauptteil, Schluss |
| 3 | drei Funktionen von Medien: erklären, belegen, veranschaulichen |
| 2 | zwei konkrete Verbesserungen nach einer Selbstaufnahme |
| 1 | eine klare Antwort auf Deine Leitfrage |
Kompetenzcheck
| Ich kann … | noch üben | meistens | sicher |
|---|---|---|---|
| eine tragfähige Leitfrage formulieren | □ | □ | □ |
| Quellen begründet prüfen und vergleichen | □ | □ | □ |
| wichtige Aussagen mündlich belegen | □ | □ | □ |
| mit Stichwörtern weitgehend frei sprechen | □ | □ | □ |
| ein Diagramm auf Aussage und Darstellung prüfen | □ | □ | □ |
| eine Rückfrage mit Beleg oder offener Unsicherheit beantworten | □ | □ | □ |
| eine Selbstaufnahme kriteriengeleitet auswerten | □ | □ | □ |
| KI-Unterstützung prüfen und transparent machen | □ | □ | □ |
Reflexion und Transfer
Beantworte nach Deinem Referat kurz:
- Welche Stelle war fachlich am stärksten belegt?
- Wo hast Du noch zu stark auf Karten oder Folien geschaut?
- Welche Visualisierung hat dem Publikum wirklich geholfen?
- Welche Rückfrage hat eine Lücke Deiner Recherche sichtbar gemacht?
- Welche Quelle würdest Du heute anders bewerten?
- Welche zwei Änderungen nimmst Du in Dein nächstes Referat mit?
Transfer: Nutze dieselben Kriterien beim Anhören eines Podcasts, eines Erklärvideos oder eines Nachrichtenbeitrags: Was ist Aussage, was ist Beleg, wer ist Quelle und wo bleiben Unsicherheiten?
Folgekurs-Empfehlung
Wenn Du diesen Kurs sicher beherrschst, vertiefe anschließend Argumentieren, Diskutieren, Mediengestütztes Präsentieren, Quellenkritik und Diagramme auswerten.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist das wichtigste Ziel einer Leitfrage? (Sie steuert Recherche und Auswahl der Informationen) (!Sie macht jede Quelle automatisch zuverlässig) (!Sie ersetzt die Gliederung) (!Sie muss mit Ja oder Nein beantwortbar sein)
Was gehört am ehesten auf eine Stichwortkarte? (Schlüsselbegriffe und ein kurzer Übergang) (!Ausformulierte Absätze) (!Alle gefundenen Informationen) (!Der komplette Vortrag in kleiner Schrift)
Welche Frage gehört zum Quellencheck? (Wer ist für die Information verantwortlich) (!Wie bunt ist die Website) (!Wie viele Bilder hat die Seite) (!Wie kurz ist der Text)
Wann ist ein Diagramm im Referat besonders sinnvoll? (Wenn Zahlenverhältnisse oder Entwicklungen erklärt werden) (!Wenn eine Folie sonst leer wäre) (!Wenn keine Quelle vorhanden ist) (!Wenn möglichst viele Farben gezeigt werden sollen)
Wie kannst Du eine wichtige Information mündlich belegen? (Indem Du Autor oder Institution und den Bezug zur Aussage nennst) (!Indem Du nur sagst dass es im Internet steht) (!Indem Du die Quelle verschweigst) (!Indem Du jede URL vollständig vorliest)
Was ist eine gute Reaktion auf eine Rückfrage zu einer ungeprüften Zahl? (Die Unsicherheit nennen und eine Prüfung ankündigen) (!Eine passende Zahl schätzen) (!Die Frage ignorieren) (!Das Thema wechseln)
Wann ist ein direktes Zitat sinnvoll? (Wenn der genaue Wortlaut für die Aussage wichtig ist) (!Immer wenn ein Text lang ist) (!Damit keine Quelle genannt werden muss) (!Damit der Vortrag länger dauert)
Wozu dient eine Selbstaufnahme besonders? (Sie macht konkrete Merkmale des eigenen Sprechens überprüfbar) (!Sie ersetzt jede Recherche) (!Sie macht Quellen überflüssig) (!Sie verhindert Rückfragen)
Was gehört zur KI-Spirale? (Eine KI-Ausgabe mit einer verlässlichen Quelle prüfen) (!Jede KI-Antwort ungeprüft übernehmen) (!Die eigene Vorarbeit überspringen) (!KI-Unterstützung verbergen)
Was verlangt CC BY grundsätzlich? (Eine vorgeschriebene Namensnennung) (!Dass das Werk niemals gezeigt wird) (!Dass keine Quelle genannt wird) (!Dass jede Nutzung bezahlt wird)
Memory
| Leitfrage | steuert die Recherche |
| Stichwortkarte | stützt den freien Vortrag |
| Quellenbeleg | macht die Herkunft nachvollziehbar |
| Visualisierung | verdeutlicht eine Kerninformation |
| Rückfrage | vertieft oder klärt Verständnis |
| Selbstaufnahme | macht die eigene Sprechweise überprüfbar |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Leitfrage | Recherche fokussieren |
| Quellenprüfung | Verlässlichkeit einschätzen |
| Stichwortstruktur | weitgehend frei sprechen |
| Visualisierung | Information sichtbar machen |
| Rückfragenphase | Belege anwenden und Grenzen erklären |
Kreuzworträtsel
| Leitfrage | Welche Frage steuert die Recherche und den Aufbau? |
| Quelle | Woher stammt eine verwendete Information? |
| Beleg | Was stützt eine wichtige Aussage? |
| Diagramm | Welche Darstellungsform zeigt Zahlenverhältnisse oder Entwicklungen? |
| Stichwortkarte | Welche Hilfe enthält Schlüsselbegriffe statt ausformulierter Absätze? |
| Rückfrage | Welche Frage aus dem Publikum vertieft oder klärt einen Punkt? |
LearningApps
Lückentext
Offene Aufgaben
Leicht
- Leitfrage: Formuliere zu einem selbst gewählten Sachthema drei Leitfragen und begründe, welche davon am besten für ein kurzes Referat geeignet ist.
- Stichwortkarte: Verwandle einen kurzen Sachtext in eine Karte mit höchstens fünf Stichwörtern und einem Übergang.
- Quellencheck: Prüfe eine Internetquelle mit den fünf Prüffragen und dokumentiere Deine Entscheidung.
- Selbstaufnahme: Nimm 60 Sekunden freien Vortrag auf und markiere anschließend zwei gelungene und zwei verbesserungsfähige Stellen.
Standard
- Quellenvergleich: Recherchiere dieselbe Sachfrage in zwei voneinander unabhängigen Quellen und erkläre Übereinstimmungen, Unterschiede und offene Fragen.
- Visualisierung: Gestalte ein eigenes Schaubild zu einem Abschnitt Deines Referats und begründe jede Information, die darin erscheint.
- Diagrammkritik: Suche ein offen lizenziertes Diagramm, untersuche Achsen, Einheit, Zeitraum, Quelle und Aussage und kommentiere mögliche Verzerrungen.
- Rückfragen: Entwickle mit einer Partnerperson fünf anspruchsvolle Rückfragen zu Deinem Thema und beantworte sie mit Quellen oder klar benannten Grenzen.
Schwer
- Quellenkritik: Vergleiche drei Quellen mit unterschiedlicher Perspektive und erkläre, wie Auswahl, Sprache und Belege ihre Darstellung prägen.
- Medienanalyse: Vergleiche ein Bild, einen Audiobeitrag und ein Video zum selben Sachthema. Bewerte, welche Informationen jedes Medium besonders gut oder schlecht vermittelt.
- Referatsprojekt: Halte ein vollständiges quellenbasiertes Kurzreferat mit funktionaler Visualisierung, Quellenhinweisen und anschließender Fragerunde.
- KI-Reflexion: Nutze die KI-Spirale für einen klar abgegrenzten Arbeitsschritt, dokumentiere Eingabe, Prüfung, erkannte Fehler, Überarbeitung und transparente Kennzeichnung.


Lernkontrolle
- Transfer Quellenkritik: Du erhältst zwei widersprüchliche Darstellungen eines Sachverhalts. Entwickle einen Prüfplan, mit dem Du entscheidest, welche Aussagen Du in einem Referat verwenden kannst.
- Transfer Visualisierung: Eine Grafik wirkt sehr überzeugend, besitzt aber keine Quellenangabe und eine verkürzte Achse. Erkläre, wie Du mit ihr umgehen würdest und welche Änderungen nötig wären.
- Transfer Freies Sprechen: Eine Mitschülerin liest fachlich korrekte Absätze von Folien ab. Entwickle drei konkrete Veränderungen, durch die der Vortrag freier und verständlicher wird.
- Transfer Rückfragen: Formuliere eine Antwortstrategie für eine kritische Rückfrage, bei der zwei Deiner Quellen unterschiedliche Werte nennen.
- Transfer Medienwahl: Entscheide für einen komplexen Sachverhalt zwischen Foto, Karte, Diagramm und Schaubild. Begründe Deine Wahl mit Informationsziel und Zielgruppe.
- Transfer KI: Eine KI nennt eine überraschende Zahl ohne Quelle. Beschreibe Schritt für Schritt, wie Du vorgehst, bevor Du die Zahl verwendest.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema sind wichtig:
- eine klare Leitfrage und eine nachvollziehbare Gliederung,
- ein kurzes Rechercheprotokoll mit mehreren geprüften Quellen,
- eine begründete Quellenbewertung,
- Stichwortkarten oder eine vergleichbare knappe Sprechstruktur,
- ein weitgehend frei gehaltener Vortrag in der vereinbarten Zeit,
- mindestens eine funktionale Visualisierung mit Quellenhinweis,
- hörbare Quellenbezüge bei zentralen Aussagen,
- sachlicher Umgang mit mindestens einer Rückfrage,
- eine kurze Auswertung der Selbstaufnahme,
- eine transparente Angabe möglicher KI-Unterstützung,
- eine Reflexion darüber, was beim nächsten Vortrag verbessert wird.
OERs zum Thema
Offene Medien zum Untersuchen:
- Wikimedia Commons: Suche Bilder, Diagramme, Audios und Videos nach Thema und Lizenz.
- Creative Commons: Prüfe Lizenzbedingungen immer an der Originalquelle.
- Wikipedia: Nutze Artikel als Ausgangspunkt für Begriffe und weiterführende Quellen, nicht als einzige Recherchegrundlage.
Medien- und Quellenhinweise
Die im Kurs eingebundenen Bilder, Audios und Videos dienen einer konkreten Lernhandlung: beschreiben, markieren, vergleichen, kommentieren, prüfen oder selbst gestalten.
– Wikimedia Commons.– Wikimedia Commons, CC BY-SA.
– Wikimedia Commons, CC BY-SA.
– Wikimedia Commons, CC0.
– Wikimedia Commons, CC BY-SA.
– Wikimedia Commons.- – Wikimedia Commons.
- Datei:Classroom handout - Citing sources on Wikipedia.pdf – Wikimedia Commons.
- YouTube-Lernvideos: Schülerhilfe, MrWissen2go und Die Merkhilfe; eingebunden zur Analyse von Vortrag, freiem Sprechen und Zitieren.
- Bildungsplan Baden-Württemberg, Deutsch Sekundarstufe I, Fassung V2 vom 29. Februar 2024.
Verknüpfte Lernbereiche
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