D10 M - Einen materialgestützten Informationstext verfassen

D10 M - Einen materialgestützten Informationstext verfassen
D10 M - Einen materialgestützten Informationstext verfassen
Mini-Beschreibung: Du verfasst aus mehreren Materialien einen eigenständigen, kohärenten und adressatengerechten Informationstext. Du wählst Informationen gezielt aus, verknüpfst Texte, Daten und Medien und belegst übernommene Inhalte nachvollziehbar.

Einleitung
Beim materialgestützten informierenden Schreiben entsteht Dein Text nicht durch Abschreiben einzelner Materialien. Du erschließt mehrere Quellen, entscheidest, was für Schreibziel und Zielgruppe wichtig ist, ordnest die Informationen und formulierst daraus einen neuen, zusammenhängenden Text.
Dieser aiMOOC ist für Deutsch, Klasse 10, M-Niveau, Baden-Württemberg angelegt. Im Mittelpunkt stehen selbstständige Analyse, Materialverknüpfung, adressatengerechtes Informieren und funktionales Belegen.
Grundregel: Die Materialien liefern Informationen. Du entwickelst daraus Struktur, Auswahl und Formulierungen.
Prüfungs- und Bildungsplancheck – Stand 23.09.2026
Der Kurs orientiert sich an den prozessbezogenen Kompetenzen des Bildungsplans Deutsch Sekundarstufe I: Schreibprozesse planen, Informationsquellen gezielt nutzen, Informationen auswählen, lineare und nichtlineare Texte zusammenfassen, kohärent darstellen, Quellen benennen und Texte überarbeiten.
Bildungsplan Baden-Württemberg – Deutsch Sekundarstufe I, Schreiben
Bildungsplan Baden-Württemberg – Klasse 10, Sach- und Gebrauchstexte
Bildungsplan Baden-Württemberg – Klasse 10, Medien
Wichtig für die Prüfungsvorbereitung: Prüfungsjahr und Schulabschluss sind zu unterscheiden. Für die Realschulabschlussprüfung 2027 nennt das Kultusministerium im schriftlichen Deutschteil A ausdrücklich materialgestütztes Argumentieren. Dieser aiMOOC trainiert dagegen gezielt den materialgestützten Informationstext als grundlegende Schreibkompetenz. Er behauptet daher nicht, dass genau diese informierende Schreibform 2027 das zentrale Schreibformat der Realschulabschlussprüfung ist.
Kultusministerium Baden-Württemberg – Ausführungsbestimmungen Realschulabschlussprüfung 2027
Kultusministerium Baden-Württemberg – Prüfungstermine
Für Deine konkrete Abschlussprüfung gelten immer die aktuellen Vorgaben Deiner Schule und des Kultusministeriums.
Lernziele
Nach diesem aiMOOC kannst Du ...
- Schreibauftrag analysieren: Thema, Anlass, Zielgruppe, Textsorte und Schreibziel bestimmen.
- Material erschließen: lineare und nichtlineare Materialien selbstständig auswerten.
- Informationen auswählen: Relevantes von Nebensächlichem trennen.
- Materialien verknüpfen: Informationen aus mehreren Quellen zu sinnvollen Abschnitten verbinden.
- Daten auswerten: Tabellen und Diagramme korrekt lesen und funktional in Sätze übertragen.
- Paraphrasieren: Informationen eigenständig und sachlich wiedergeben.
- Zitieren: kurze direkte Zitate sparsam verwenden und Quellen kenntlich machen.
- Kohärenz: Deinen Text logisch gliedern und durch passende Verknüpfungen lesbar machen.
- Adressatenbezug: Wortwahl und Erklärungsgrad an die Zielgruppe anpassen.
- Textüberarbeitung: Inhalt, Sprache, Fakten, Logik und Quellen systematisch prüfen.
Vorwissen
Du solltest bereits wissen, wie man einen Sachtext erschließt, Kernaussagen markiert, eine Zusammenfassung formuliert und einfache Diagramme liest.
Kurzcheck:
- Formuliere den Unterschied zwischen einer Kernaussage und einem Beispiel.
- Erkläre, warum ein Diagramm nicht nur „abgeschrieben“, sondern ausgewertet werden muss.
- Nenne zwei Möglichkeiten, fremde Informationen sprachlich in den eigenen Text einzubauen.

Einstieg: Was ist schon Information – und was noch nicht?
Betrachte das Bild. Notiere drei Aussagen.
- Eine Aussage darf nur beschreiben, was wirklich sichtbar ist.
- Eine Aussage darf eine vorsichtige Deutung enthalten.
- Eine Aussage muss nennen, welche zusätzliche Quelle nötig wäre, um eine sichere Sachinformation zu gewinnen.
Merke: Beobachtung, Deutung und überprüfbare Information sind nicht dasselbe. Genau diese Unterscheidung brauchst Du beim materialgestützten Schreiben.
Was ist ein materialgestützter Informationstext?
Ein materialgestützter Informationstext ...
- erklärt einen Sachverhalt verständlich und sachlich,
- nutzt mehrere Materialien,
- wählt Informationen passend zum Schreibziel aus,
- verbindet Informationen statt Material für Material nachzuerzählen,
- unterscheidet eigene Formulierungen von übernommenen Aussagen,
- integriert Zahlen, Daten, Zitate oder Medien nur dann, wenn sie etwas erklären,
- ist für eine konkrete Zielgruppe geschrieben.
Nicht ausreichend: „Material 1 sagt ..., Material 2 sagt ..., Material 3 zeigt ...“
Besser: Informationen werden nach Aspekten geordnet. Mehrere Materialien können in demselben Absatz zusammenwirken.
Informieren oder argumentieren?
| Informierender Text | Argumentierender Text |
|---|---|
| erklärt einen Sachverhalt | vertritt und begründet eine Position |
| ordnet Informationen nach Aspekten | ordnet Argumente und Gegenargumente |
| sachliche Auswahl steht im Mittelpunkt | begründete Bewertung steht im Mittelpunkt |
| Ziel: verstehen | Ziel: überzeugen oder abwägen |
M-Niveau: Du arbeitest selbstständig, verknüpfst Materialien und triffst begründete Auswahlentscheidungen.
Der Schreibprozess in sieben Schritten

- Auftrag klären: Was soll entstehen? Für wen? Mit welchem Ziel?
- Material erschließen: Kernaussagen, Daten, Beispiele und Quellenfunktion notieren.
- Auswählen: Nur Informationen übernehmen, die das Schreibziel unterstützen.
- Ordnen: Aspekte bilden und Materialbezüge zusammenführen.
- Schreibplan erstellen: Einleitung, Hauptabschnitte und Schlussfunktion festlegen.
- Formulieren und belegen: eigenständig schreiben, Daten und Quellen funktional integrieren.
- Überarbeiten: Fakten, Logik, Texttreue, Sprache, Quellen und Adressatenbezug kontrollieren.
Werkzeug: Materialmatrix
| Material | Kernaussage | wichtige Daten/Belege | möglicher Textabschnitt | Quelle zuverlässig? |
|---|---|---|---|---|
| A | ... | ... | ... | ... |
| B | ... | ... | ... | ... |
| C | ... | ... | ... | ... |
Tipp: Die letzte Spalte verhindert, dass Du eine auffällige, aber ungeprüfte Aussage einfach übernimmst.
Materialien funktional nutzen
| Materialart | Was Du herausarbeitest | Typische Formulierung |
|---|---|---|
| Sachtext | Kernaussage, Erklärung, Ursache, Folge | „Der Text erläutert, dass ...“ |
| Tabelle | Werte, Unterschiede, Häufigkeiten | „Die Daten zeigen, dass ...“ |
| Diagramm | Trend, Vergleich, auffällige Entwicklung | „Am deutlichsten steigt ...“ |
| Bild | sichtbare Merkmale, Gestaltung, Kontext | „Auf der Abbildung ist erkennbar ...“ |
| Audio | gesprochene Inhalte, Geräusche, Situation | „In der Aufnahme ist zu hören ...“ |
| Video | Bild, Ton, Ablauf, Aussagen | „Das Video veranschaulicht ...“ |
Funktional bedeutet: Das Material hilft dem Leser, etwas besser zu verstehen. Eine Zahl ohne Erklärung oder ein Zitat ohne Zusammenhang ist kein guter Beleg.
Daten lesen statt nur nennen

Prüfe bei jeder Visualisierung:
- Was wird gemessen?
- Welche Einheit wird verwendet?
- Auf welchen Zeitraum oder welche Gruppe beziehen sich die Daten?
- Gibt es eine auffällige Skala?
- Werden absolute oder relative Werte gezeigt?
- Welche Aussage darf man aus den Daten nicht ableiten?
Visualisierungen kritisch prüfen


Aufgabe: Vergleiche beide Darstellungsweisen. Erkläre, wie eine abgeschnittene Achse Unterschiede größer erscheinen lassen kann. Formuliere anschließend eine neutrale Beschreibung, die nur das sagt, was die Daten wirklich hergeben.
Video: Diagramme auswerten
Arbeitsauftrag: Notiere drei Prüfschritte, die Du auf eine Statistik im Materialdossier übertragen kannst. Prüfe danach selbst, ob die Hinweise zum konkreten Diagramm passen.
Paraphrasieren, zitieren, Quellen nennen
Paraphrase: Du gibst den Inhalt in eigenen Worten wieder.
Direktes Zitat: Du übernimmst wenige Wörter genau. Nutze direkte Zitate nur, wenn der genaue Wortlaut wichtig ist.
Quellenbezug: Nenne im Text oder in einer Materialangabe, woher die Information stammt.
Eigenes Beispiel: Materialaussage: „Die Lernzone wird vor allem für ruhiges Arbeiten genutzt.“
Paraphrase: Viele Lernende verwenden die Lernzone hauptsächlich für konzentrierte Einzelarbeit (Material A).
Kurzes Zitat: Die Lernzone dient laut Material A vor allem dem „ruhigen Arbeiten“.
Video: Richtig zitieren
Prüffrage: Welche Regeln aus dem Video brauchst Du tatsächlich für einen schulischen Informationstext? Übernimm keine Zitierregel unbesehen, wenn Deine Lehrkraft ein anderes Nachweissystem vorgibt.
Materialpaket: Schulbibliothek als Lernort
Die folgenden Materialien sind für diesen Kurs zusammengestellt. Text und Datensatz sind didaktisches Eigenmaterial. Die Zahlen sind fiktiv und dürfen nicht als reale Schulstatistik ausgegeben werden.
Schreibsituation: Die Schülerzeitung plant einen kurzen Informationsartikel mit dem Titel „Die Schulbibliothek als Lernort“. Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler der Schule. Verfasse einen eigenständigen Informationstext von ungefähr 350 bis 450 Wörtern. Der Umfang ist ein Übungsrahmen und keine allgemeine offizielle Prüfungsvorgabe.
Material A – Kurztext, Eigenmaterial
Eine Schulbibliothek kann mehrere Funktionen verbinden: Medien ausleihen, ruhig arbeiten, recherchieren, sich beraten lassen und in kleinen Gruppen lernen. Für einen funktionierenden Lernort ist entscheidend, dass unterschiedliche Nutzungen klar organisiert werden. Ruhebereiche brauchen andere Regeln als Gruppenarbeitsplätze. Digitale Recherche erweitert die verfügbaren Quellen, verlangt aber eine bewusste Prüfung von Autor, Aktualität, Belegen und Veröffentlichungszusammenhang.
Material B – fiktive Befragung
Fiktives Übungsdatenset: 100 Befragte, Mehrfachnennungen möglich.
| Nutzung | Nennungen |
|---|---|
| Medien ausleihen | 61 |
| ruhig arbeiten | 55 |
| in Gruppen lernen | 43 |
| digital recherchieren | 37 |
| Beratung nutzen | 22 |
Aufgabe: Formuliere zwei Sätze, die nicht nur Zahlen nennen, sondern die Daten einordnen. Achte auf die Mehrfachnennungen.
Material C – Bildquelle

Aufgabe: Notiere zwei sichtbare Merkmale, die für einen Lernort relevant sein könnten. Formuliere keine Behauptung über Deine eigene Schule.
Material D – Audioquelle
Aufgabe: Höre genau hin. Welche Aussagen kann die Aufnahme stützen? Welche nicht?
Quellenkritik: Die Aufnahme stammt aus einem Klassenraum und nicht aus der fiktiven Schulbibliothek. Sie kann daher höchstens zeigen, wie Raumklang eine Lernumgebung prägt. Sie ist kein Beleg für die Nutzungsdaten aus Material B.
Material E – Stimme aus der fiktiven Bibliothek, Eigenmaterial
Die Leitung der fiktiven Schulbibliothek erklärt: Ruhe und Zusammenarbeit müssten nicht gegeneinander ausgespielt werden. Entscheidend sei, die Bereiche sichtbar zu trennen und Regeln verständlich zu machen.
Aufgabe: Formuliere diese Aussage indirekt und integriere sie in einen sachlichen Absatz.
Material F – Visualisierung selbst gestalten
Erstelle aus Material B ein Balkendiagramm. Beschrifte Titel, Kategorien und Werte eindeutig. Prüfe danach, ob Deine Darstellung Unterschiede neutral zeigt.
Datei:Creating Charts With LibreOffice.webm
Hauptaufgabe: Verfasse den Informationstext
Auftrag: Schreibe für die Schülerzeitung einen eigenständigen Informationstext über die Schulbibliothek als Lernort.
Dein Text soll ...
- die wichtigsten Funktionen der Bibliothek erklären,
- Daten aus Material B sinnvoll einordnen,
- mindestens zwei unterschiedliche Materialarten nutzen,
- das Bild oder Audio nur dort einbeziehen, wo es fachlich passt,
- keine Information erfinden,
- Quellenbezüge sichtbar machen,
- klare Absätze und Übergänge verwenden,
- sachlich und adressatengerecht formuliert sein.
Hilfestufe 1 – Auftrag entschlüsseln
Beantworte vor dem Schreiben vier Fragen:
- Thema: Worüber informiere ich?
- Adressat: Wer liest den Text?
- Ziel: Was sollen die Leser danach verstanden haben?
- Material: Welche Quellen liefern dafür die stärksten Informationen?
Hilfestufe 2 – Schreibplan
| Abschnitt | Funktion | geeignetes Material |
|---|---|---|
| Einstieg | Thema und Nutzen des Artikels klären | A oder C |
| Hauptabschnitt: Funktionen | Nutzungsmöglichkeiten erklären | A und B |
| Hauptabschnitt: Raum und Regeln | Ruhe, Gruppenarbeit und Organisation verbinden | C, D und E |
| Schluss | Kerngedanken bündeln, ohne neue Fakten einzuführen | Ergebnis aus A bis E |
Hilfestufe 3 – Formulierungshilfen
Daten einführen: „Die fiktive Befragung mit 100 Teilnehmenden zeigt ...“
Vergleichen: „Während ..., wird ... seltener genannt.“
Quelle einbinden: „Material A erklärt außerdem ...“
Einschränken: „Aus der Aufnahme lässt sich jedoch nicht ableiten, dass ...“
Überleiten: „Neben der Nutzung der Medien spielt auch die Gestaltung des Lernortes eine Rolle.“
Musterlösung – eine mögliche Fassung
Lösung anzeigen
Die Schulbibliothek als Lernort
Eine Schulbibliothek kann mehr sein als ein Ort zum Ausleihen von Büchern. Material A beschreibt sie als Lernort, an dem ruhiges Arbeiten, Recherche, Beratung und Gruppenarbeit zusammenkommen. Damit diese unterschiedlichen Nutzungen funktionieren, müssen Bereiche und Regeln klar organisiert sein.
Die fiktive Befragung mit 100 Lernenden zeigt, dass die Ausleihe mit 61 Nennungen besonders häufig genutzt wird. Fast ebenso viele Befragte nennen ruhiges Arbeiten. Gruppenlernen und digitale Recherche spielen ebenfalls eine wichtige Rolle. Da Mehrfachnennungen möglich waren, dürfen die Werte nicht zu einer Gesamtsumme von 100 Prozent zusammengezählt werden.
Auch die räumliche Gestaltung beeinflusst die Nutzung. Das Foto eines großen Lesesaals zeigt getrennte Arbeitsplätze und offene Bereiche. Es belegt jedoch nicht, wie die fiktive Schulbibliothek tatsächlich aussieht. Ähnlich vorsichtig muss die Audioaufnahme verwendet werden: Sie macht hörbar, dass Geräusche eine Lernumgebung prägen können, stammt aber aus einem Klassenraum und liefert keine Daten zur Bibliothek.
Die Leitung der fiktiven Bibliothek betont, Ruhe und Zusammenarbeit könnten durch klar getrennte Bereiche miteinander verbunden werden. Insgesamt wird deutlich, dass eine Schulbibliothek dann als Lernort funktioniert, wenn Medienangebot, Arbeitsmöglichkeiten, Recherche und verständliche Regeln zusammenpassen.
Warum diese Lösung funktioniert: Sie ordnet nach Aspekten, verbindet mehrere Materialien und markiert Grenzen der Quellen.
KI-Spirale: KI als Werkzeug, nicht als Ersatz
Aufgabe verstehen → selbst Material erschließen → eigenen Ansatz entwickeln → KI gezielt befragen → Texttreue, Fakten, Logik und Quellen unabhängig prüfen → eigene Lösung verbessern → KI-Hilfe transparent machen
Regeln für diesen Kurs:
- Lies und markiere die Materialien zuerst selbst.
- Erstelle einen eigenen Schreibplan, bevor Du KI fragst.
- Stelle konkrete Fragen, zum Beispiel: „Welche Übergänge sind unklar?“
- Lass Dir keine erfundenen Quellen oder Zahlen ergänzen.
- Prüfe jede KI-Aussage wieder am Material.
- Vergleiche Verbesserungsvorschläge mit Deinem Schreibziel.
- Kennzeichne KI-Hilfe transparent, wenn Deine Schule dies verlangt.
- KI ersetzt keine eigene Textarbeit.
Datenschutz: Gib keine unnötigen personenbezogenen Daten, privaten Dokumente oder vertraulichen Schulinformationen in KI-Systeme ein.
Sinnvolle KI-Fragen
- „Welche zwei Absätze meines Textes behandeln denselben Aspekt und könnten verbunden werden?“
- „Markiere nur Stellen, an denen mein Text mehr behauptet als das Material.“
- „Welche Zahlen habe ich korrekt, welche missverständlich beschrieben?“
- „Wo fehlt ein Quellenbezug?“
- „Nenne drei neutralere Formulierungen für diesen Satz, ohne neue Information hinzuzufügen.“
Ungeeignet: „Schreib mir die ganze Aufgabe perfekt.“
Selbstkontrolle
Bewerte Deinen Text erst selbst. Vergib pro Kriterium einen Punkt, wenn es erfüllt ist.
| Kriterium | Punkt |
|---|---|
| Schreibziel und Zielgruppe sind erkennbar. | 0 / 1 |
| Der Text ist nach Sachaspekten gegliedert. | 0 / 1 |
| Mindestens zwei Materialien werden miteinander verknüpft. | 0 / 1 |
| Daten werden erklärt und nicht nur genannt. | 0 / 1 |
| Quellen werden kenntlich gemacht. | 0 / 1 |
| Keine Quelle wird überinterpretiert. | 0 / 1 |
| Die Formulierungen sind überwiegend eigenständig. | 0 / 1 |
| Absätze sind logisch verbunden. | 0 / 1 |
| Sprache und Rechtschreibung wurden geprüft. | 0 / 1 |
| KI-Hilfe wurde, falls genutzt, kontrolliert und transparent gemacht. | 0 / 1 |
Auswertung: Markiere nicht nur Deine Punktzahl, sondern überarbeite gezielt die zwei schwächsten Kriterien.
Medienwerkstatt
Materialgestütztes Schreiben im Video
Das Video bezieht sich auf materialgestütztes Schreiben in der Oberstufe. Nutze es als Transfermaterial: Notiere, welche Schritte auch für Klasse 10 sinnvoll sind und welche Hinweise wegen anderer Aufgabenformate nicht eins zu eins übernommen werden dürfen.
Bild und Text vergleichen

Auftrag: Verfasse zu demselben Bild ...
- eine rein beschreibende Aussage,
- eine vorsichtige Deutung,
- eine überprüfbare Recherchefrage,
- einen Satz, der ausdrücklich sagt, was das Bild nicht beweist.
Audio in Information umwandeln
Auftrag: Schreibe vier Stichwörter zum Hörbild. Formuliere danach einen sachlichen Satz. Ergänze anschließend eine Quellenkritik in einem zweiten Satz.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was ist das wichtigste Merkmal eines materialgestützten Informationstextes? (Informationen aus mehreren Materialien werden eigenständig ausgewählt und verknüpft.) (!Jedes Material wird vollständig nacheinander zusammengefasst.) (!Die eigene Meinung steht im Mittelpunkt.) (!Direkte Zitate ersetzen die eigene Formulierung.)
Was bedeutet adressatengerecht schreiben? (Wortwahl, Erklärungsgrad und Aufbau werden an die Zielgruppe angepasst.) (!Alle Fachbegriffe werden ohne Erklärung verwendet.) (!Der Text wird möglichst lang.) (!Jede Quelle erhält einen eigenen Absatz.)
Was ist eine Paraphrase? (Eine sinngemäße Wiedergabe in eigenen Worten.) (!Ein wörtliches Zitat ohne Quelle.) (!Eine erfundene Ergänzung.) (!Eine Bildunterschrift.)
Welche Aussage beschreibt einen funktionalen Datenbeleg? (Eine Zahl wird genannt und für die Aussage des Absatzes erklärt.) (!Alle Zahlen eines Materials werden abgeschrieben.) (!Die größte Zahl wird automatisch zur Hauptaussage.) (!Eine Zahl wird ohne Zusammenhang in Klammern gesetzt.)
Was solltest Du bei Mehrfachnennungen beachten? (Die Werte dürfen nicht wie Anteile einer einfachen Gesamtverteilung addiert werden.) (!Jede Nennung entspricht automatisch einem Prozentpunkt.) (!Nur der kleinste Wert ist verwendbar.) (!Mehrfachnennungen dürfen nicht beschrieben werden.)
Wann ist ein direktes Zitat besonders sinnvoll? (Wenn der genaue Wortlaut für die Aussage wichtig ist.) (!Wenn Du den Inhalt nicht verstanden hast.) (!Wenn Du möglichst viel Material übernehmen willst.) (!Wenn keine Quellenangabe vorhanden ist.)
Was bedeutet Kohärenz? (Die Gedanken und Abschnitte eines Textes hängen logisch zusammen.) (!Jeder Satz enthält eine Zahl.) (!Alle Sätze haben dieselbe Länge.) (!Jedes Material wird gleich oft genannt.)
Welche Nutzung von KI passt zur KI-Spirale? (Einen eigenen Entwurf prüfen lassen und jede Rückmeldung am Material kontrollieren.) (!Den vollständigen Text ungeprüft erzeugen lassen.) (!Erfundene Quellen übernehmen.) (!Die Materialien nicht selbst lesen.)
Was leistet ein Bild als Quelle am sichersten? (Es zeigt sichtbare Merkmale des dargestellten Ausschnitts.) (!Es beweist automatisch Ursachen.) (!Es zeigt immer die gesamte Situation.) (!Es ersetzt jede Textquelle.)
Was gehört zur Überarbeitung eines Informationstextes? (Fakten, Logik, Quellenbezüge, Sprache und Adressatenbezug prüfen.) (!Nur die Überschrift ändern.) (!Nur die Wortzahl zählen.) (!Alle kurzen Sätze verlängern.)
Memory
| Aufgabenanalyse | Schreibziel |
| Adressat | Zielgruppe |
| Paraphrase | sinngemäße Wiedergabe |
| Quellenangabe | Herkunft des Belegs |
| Kohärenz | gedanklicher Zusammenhang |
| Datenbeleg | konkrete Zahl aus Material |
Drag and Drop
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Thema |
|---|---|
| Auftrag klären | Schreibziel und Zielgruppe bestimmen |
| Material erschließen | Kernaussagen und Daten markieren |
| Informationen ordnen | Sachaspekte und Beziehungen bilden |
| Text verfassen | eigenständig formulieren und belegen |
| Text überarbeiten | Fakten, Logik, Sprache und Quellen prüfen |
Kreuzworträtsel
| Kohärenz | Wie heißt der logische Zusammenhang zwischen Gedanken und Abschnitten? |
| Paraphrase | Wie heißt eine sinngemäße Wiedergabe in eigenen Worten? |
| Adressat | Wie nennt man die Person oder Gruppe, für die ein Text geschrieben wird? |
| Quelle | Wie heißt die Herkunft einer übernommenen Information? |
| Gliederung | Wie heißt die geordnete Struktur eines Textes? |
| Diagramm | Wie heißt eine grafische Darstellung von Daten? |
LearningApps
Lückentext
Feedback, Hilfen und Lösungen
Wenn Dein Text wie eine Materialliste klingt: Ordne neu nach Sachaspekten, nicht nach Materialnummern.
Wenn viele Zahlen vorkommen, aber wenig erklärt wird: Wähle nur die aussagekräftigsten Werte und schreibe jeweils dazu, was sie zeigen.
Wenn Du zu nah am Wortlaut bist: Decke die Quelle kurz ab und formuliere die Kernaussage aus Deiner Notiz neu.
Wenn der Text sprunghaft wirkt: Prüfe jeden Absatz mit der Frage: „Was ist der gemeinsame Aspekt dieses Absatzes?“
Wenn KI benutzt wurde: Markiere jede Stelle, die durch KI verändert wurde, und vergleiche sie Satz für Satz mit dem Originalmaterial.
Kurzlösungen zum Materialpaket
Lösungen anzeigen
Material B: Eine passende Auswertung wäre zum Beispiel, dass Ausleihe und ruhiges Arbeiten besonders häufig genannt werden. Da Mehrfachnennungen möglich waren, dürfen die Werte nicht als Teile einer einfachen 100-Prozent-Verteilung behandelt werden.
Material C: Sichtbar sind unter anderem zahlreiche Arbeitsplätze und räumlich getrennte Bereiche. Nicht zulässig wäre die Behauptung, dass die abgebildete Bibliothek besonders leise oder bei Jugendlichen beliebt sei, wenn dafür keine weitere Quelle vorliegt.
Material D: Hörbar ist ein Raumklang mit arbeitenden Menschen. Nicht belegbar sind die Nutzungszahlen der fiktiven Bibliothek.
Material E: Eine mögliche indirekte Wiedergabe lautet: Die Leitung der fiktiven Bibliothek erklärt, Ruhe und Zusammenarbeit ließen sich durch klar getrennte Bereiche miteinander verbinden.
Kompetenzcheck
| Ich kann ... | sicher | teilweise | noch üben |
|---|---|---|---|
| einen Schreibauftrag in Thema, Adressat und Ziel zerlegen. | □ | □ | □ |
| mehrere Materialien nach Sachaspekten ordnen. | □ | □ | □ |
| Daten korrekt beschreiben und einordnen. | □ | □ | □ |
| Bild- und Audioquellen kritisch begrenzen. | □ | □ | □ |
| paraphrasieren und kurze Zitate funktional einsetzen. | □ | □ | □ |
| Quellenbezüge nachvollziehbar machen. | □ | □ | □ |
| meinen Text kohärent und adressatengerecht formulieren. | □ | □ | □ |
| KI-Hilfe kontrollieren und transparent machen. | □ | □ | □ |
Nächster Schritt: Wähle genau zwei Felder aus der Spalte „noch üben“ und überarbeite dazu Deinen letzten Text.
Transfer
Du erhältst ein neues Materialdossier zu einem anderen Thema. Übertrage dieselbe Methode:
- Erstelle zuerst eine Materialmatrix.
- Formuliere eine Gliederung nach Aspekten.
- Nutze mindestens eine nichtlineare Quelle.
- Formuliere eine Stelle bewusst als Paraphrase.
- Prüfe eine Quelle auf Grenzen oder mögliche Fehlinterpretationen.
- Vergleiche Deinen fertigen Text mit einem Mitschülertext und begründe zwei unterschiedliche Auswahlentscheidungen.
Reflexion
- Welche Materialart fiel Dir am leichtesten?
- Bei welcher Quelle bestand die größte Gefahr, zu viel hineinzuinterpretieren?
- Welche Information hast Du bewusst weggelassen und warum?
- Wo hat eine Zahl Deinen Text wirklich verbessert?
- Welche Änderung in der Überarbeitung hatte die größte Wirkung?
- Falls Du KI genutzt hast: Welche Hilfe war nützlich, welche musstest Du verwerfen?
Folgekurs-Empfehlung
Als nächstes passen besonders:
- D10 M - Materialgestützt argumentieren
- D10 M - Sach- und Gebrauchstexte erschließen
- D10 M - Quellen prüfen und korrekt belegen
- D10 M - Diagramme und Statistiken auswerten
- D10 M - Texte überarbeiten
Offene Aufgaben
Leicht
- Material-Steckbrief: Wähle eines der Materialien A bis F und erstelle einen Steckbrief mit Materialart, Kernaussage, möglichem Nutzen und Grenze.
- Paraphrasen-Werkstatt: Formuliere drei Aussagen aus Material A in eigenen Worten, ohne den Sinn zu verändern.
- Daten-Sätze: Schreibe zu Material B drei verschiedene sachliche Sätze: Vergleich, Rangfolge und Einschränkung.
- Bildprüfung: Markiere bei Material C schriftlich zwei Beobachtungen und zwei Aussagen, die das Bild nicht beweisen kann.
Standard
- Schreibplan gestalten: Erstelle eine eigene grafische Gliederung für den Informationstext und ordne jedes Material mindestens einem möglichen Abschnitt zu.
- Audio-Analyse: Untersuche die Audioaufnahme nach Inhalt, Situation, Aussagekraft und Grenzen und gestalte eine kurze Quellenkritik.
- Diagramm erstellen: Visualisiere Material B selbst und begründe Deine Wahl von Diagrammtyp, Achse und Beschriftung.
- Schreibkonferenz: Tausche einen Entwurf mit einer Mitschülerin oder einem Mitschüler und gib Feedback nur zu Materialtreue, Kohärenz und Adressatenbezug.
Schwer
- Medienvergleich: Vergleiche, wie Text, Bild, Audio und Tabelle unterschiedliche Arten von Information liefern. Gestalte dazu eine kommentierte Übersicht.
- Quellencheck-Projekt: Recherchiere zu einem selbst gewählten Sachthema drei offene oder seriöse Quellen und dokumentiere Autor, Aktualität, Belege, Zweck und mögliche Grenzen.
- KI-Prüfprotokoll: Lass Dir von einer KI Rückmeldung zu einem eigenen Absatz geben. Dokumentiere Anfrage, Antwort, Deine unabhängige Prüfung und jede übernommene oder verworfene Änderung.
- Mini-Erklärvideo: Produziere ein höchstens dreiminütiges Lernvideo zum Thema „Daten funktional in einen Informationstext integrieren“. Verwende nur eigenes, gemeinfreies oder offen lizenziertes Material.


Lernkontrolle
- Quellengrenzen erklären: Du erhältst ein Foto und eine Statistik zum selben Thema. Erkläre, welche Aussage jede Quelle leisten kann und wo ihre Grenzen liegen.
- Materialkonflikt lösen: Zwei Materialien nennen unterschiedliche Zahlen. Entwickle ein Vorgehen, mit dem Du prüfst, ob Zeitraum, Stichprobe, Definition oder Quelle die Abweichung erklären.
- Adressatenwechsel: Schreibe denselben Informationsabschnitt einmal für eine Schülerzeitung und einmal für einen Elternbrief. Begründe drei sprachliche Veränderungen.
- Daten integrieren: Wähle aus fünf Datenwerten nur zwei für einen kurzen Absatz aus und begründe, warum die übrigen Werte für Dein Schreibziel weniger wichtig sind.
- Fehlerdiagnose: Überarbeite einen Absatz, der zu nah an der Vorlage formuliert ist, eine Zahl überinterpretiert und keinen Quellenbezug nennt.
- KI-Transfer: Prüfe eine KI-Zusammenfassung gegen das Ausgangsmaterial. Dokumentiere mindestens eine korrekte, eine verkürzte und eine unbelegte Aussage.
Lernnachweis
Für einen Lernnachweis zu diesem Thema ist wichtig:
- Du analysierst die Schreibsituation selbstständig.
- Du erschließt mehrere Materialien korrekt.
- Du triffst eine nachvollziehbare Auswahl.
- Du verknüpfst Informationen nach Sachaspekten.
- Du integrierst Daten und Quellen funktional.
- Du formulierst eigenständig, sachlich und adressatengerecht.
- Du beachtest die Grenzen von Bildern, Audios, Videos und Statistiken.
- Du überarbeitest Deinen Text nach klaren Kriterien.
- Du prüfst KI-Hilfe unabhängig und machst ihren Einsatz transparent.
- Du kannst Deine Auswahl- und Überarbeitungsentscheidungen begründen.
OERs zum Thema
Offene und öffentliche Vertiefung:
Landesbildungsserver Baden-Württemberg – Materialgestütztes Schreiben
Wikimedia Commons – freie und offene Medien recherchieren
Hinweis: Nutze geschützte Ganztexte nur im rechtlich zulässigen Rahmen. In diesem Kurs werden keine geschützten Ganzschriften vollständig wiedergegeben.
Mediennachweise und Lizenzen
- A-kid-drawing-or-writing.jpg: Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0.
- Taking notes at a coffee table: Wikimedia Commons, CC0.
- Pinwand-Mindmap.jpg: Wikimedia Commons, gemeinfrei.
- NLW North Reading Room.jpg: Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0.
- Ambient classroom mono.ogg: Wikimedia Commons, gemeinfrei.
- Simple bar chart.svg: Wikimedia Commons, gemeinfrei.
- Bar graph.svg: Wikimedia Commons, CC0.
- Example truncated bar graph.svg: Wikimedia Commons, CC0.
- Creating Charts With LibreOffice.webm: Wikimedia Commons, CC BY 3.0.
- YouTube-Videos werden nur eingebettet und nicht vervielfältigt. Prüfe bei ihrer Nutzung Verfügbarkeit, Inhalt und schulische Eignung.
Verknüpfte Lernbereiche
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