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D10 G - Standardsprache und Varietäten unterscheiden

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D10 G - Standardsprache und Varietäten unterscheiden




D10 G - Standardsprache und Varietäten unterscheiden

Mini-Beschreibung: Unterscheide Standardsprache, Umgangssprache und ausgewählte regionale beziehungsweise gruppenspezifische Varietäten ohne Abwertung. Du arbeitest mit kurzen Texten, Audios, Karten und Videos und begründest Deine Zuordnung mit sprachlichen Merkmalen und dem jeweiligen Kontext.

Zielgruppe: Deutsch, Klasse 10, Baden-Württemberg, G-Niveau.

Wichtig: Dieser Kurs behandelt ausschließlich das G-Niveau. Standardsprache ist nicht „besser“ als andere Varietäten. Entscheidend ist, welche Ausdrucksweise zu Situation, Adressaten und Zweck passt.


Einleitung

Deutsch klingt nicht überall und nicht in jeder Situation gleich. Im Unterricht oder in einer Bewerbung verwendest Du meist eher Standardsprache. Im Gespräch mit Freunden kann Umgangssprache passend sein. Ein Dialekt kann regionale Zugehörigkeit zeigen. Eine Gruppensprache kann innerhalb einer Gruppe Gemeinschaft schaffen.

Beobachtungsauftrag: Schau Dir die Karte an. Suche Baden-Württemberg. Welche Dialektgruppen liegen dort? Die Karte zeigt großräumige Dialekträume; innerhalb dieser Räume gibt es weitere Unterschiede.

Videoauftrag: Notiere drei Unterschiede, die Du hörst. Achte auf Aussprache, Wörter und Verständlichkeit. Bewerte keine Sprechweise als „schlecht“ oder „falsch“.


Bildungsplanbezug und Prüfungshinweis

Der Bildungsplan Deutsch für die Sekundarstufe I in Baden-Württemberg fordert in Klasse 10 auf G-Niveau unter anderem, Standardsprache, Umgangssprache und Dialekt zu erkennen und zu unterscheiden sowie die Funktion von Gruppensprachen zu erkennen.

Quelle: Bildungsplan Baden-Württemberg: Deutsch, Klasse 10, Funktion von Äußerungen

Prüfungshinweis: Klasse 10, Prüfungsjahr und angestrebter Schulabschluss sind nicht dasselbe. Je nach Bildungsgang können unterschiedliche Abschlussregelungen gelten. Prüfe deshalb verbindliche Vorgaben immer aktuell bei Deiner Schule und beim Kultusministerium Baden-Württemberg.

Aktuelle Informationen: Prüfungsregelungen Werkreal- und Hauptschule und Abschlussprüfungen Haupt- und Realschulen


Einstieg

Lies die vier selbst erstellten Beispiele:

Beispiel Erster Eindruck
„Könnten Sie mir bitte die Datei zusenden?“ eher formell
„Kannst du mir die Datei kurz schicken?“ eher alltagssprachlich
„I han des net.“ regional gefärbt
„Wir pushen jetzt gemeinsam die Mitte.“ gruppenspezifisch, hier Gaming-Kontext

Sofort-Auftrag: Ordne jedes Beispiel einer Varietät oder einem Register zu. Begründe mit mindestens einem Merkmal.

Feedback: Achte nicht nur auf einzelne Wörter. Frage immer: Wer spricht? Mit wem? Wo? Mit welchem Ziel?


Lernziele

Nach dem Kurs kannst Du Standardsprache, Umgangssprache, Dialekt und ausgewählte Gruppensprachen unterscheiden. Du kannst kurze Text- und Hörbeispiele zuordnen, mindestens ein sprachliches Merkmal nennen und erklären, warum eine Ausdrucksweise in einer Situation passend sein kann. Du kannst außerdem eigene Beispiele erstellen und KI-Hilfe kritisch prüfen.


Vorwissen

Du solltest bereits wissen, dass Sprache sich an Gesprächssituationen anpassen kann. Wiederhole bei Bedarf die Begriffe Adressat, Kommunikationssituation, Wortwahl und Sprachregister.

Mini-Check: Ist dieselbe Formulierung automatisch in jeder Situation passend? – Nein. Sprachliche Angemessenheit hängt vom Kontext ab.


Sprachvarietäten kurz erklärt


Standardsprache

Standardsprache ist eine überregionale, stark normierte Varietät. Sie orientiert sich unter anderem an Regeln für Rechtschreibung, Grammatik und standardnahe Aussprache. Sie wird häufig in Schule, Verwaltung, Nachrichten, Präsentationen und formellen Texten verwendet.

Beispiel: „Ich kann heute nicht teilnehmen.“

Hörauftrag: Das Audio spricht den Begriff „Standarddeutsch“ aus. Notiere, welche Funktion eine standardisierte Aussprache in überregionaler Kommunikation haben kann.


Umgangssprache

Umgangssprache ist eine eher informelle Alltagssprache. Sie liegt oft zwischen Standardsprache und stärker regionalen oder gruppenspezifischen Formen. Typisch können verkürzte Formen, lockere Wörter und mündliche Satzmuster sein.

Beispiel: „Ich kann heut nicht mit.“

Vergleichsauftrag: Sammle drei Formulierungen aus dem Video, die eher umgangssprachlich wirken. Formuliere jeweils eine standardsprachliche Variante.


Dialekt und regionale Varietäten

Ein Dialekt ist regional gebunden. Unterschiede können Aussprache, Wortschatz, Satzbau und Formen von Wörtern betreffen. Dialekte sind regelhafte Sprachformen und kein „schlechtes Deutsch“.

Fehler beim Erstellen des Vorschaubildes:

Baden-Württemberg: Schwäbische und alemannische Varietäten sind im Land bedeutsam. Zwischen Orten und Regionen gibt es deutliche Unterschiede.

Audiovergleich: Das oberschwäbische Beispiel „net“ kann standardsprachlichem „nicht“ entsprechen. Höre genau auf den Lautunterschied.

Hörauftrag: Höre einen kurzen alemannischen Ausschnitt. Notiere Wörter oder Laute, die Dir auffallen. Es ist nicht nötig, alles zu verstehen.

Datei:WIKITONGUES- Mária speaking Swabian and Hungarian.webm

Medienhinweis: Dieses frei lizenzierte Wikitongues-Beispiel zeigt schwäbische Sprache außerhalb des heutigen Baden-Württemberg. Nutze es deshalb nicht als „typische Stimme Baden-Württembergs“, sondern als Beleg dafür, dass regionale Varietäten auch durch Migration weitergegeben werden können.


Gruppensprache und Soziolekt

Eine Gruppensprache wird besonders innerhalb bestimmter sozialer, beruflicher oder interessenbezogener Gruppen verwendet. Dazu können Jugendsprachen, Fachsprachen oder sprachliche Formen aus Gaming-, Sport- oder Szenekontexten gehören.

Beispiel Gaming: „Wir pushen jetzt gemeinsam die Mitte.“

Beispiel Schule: „Wir vergleichen die beiden Textstellen.“

Gruppensprachen können Zugehörigkeit zeigen und Kommunikation innerhalb einer Gruppe erleichtern. Sie können Außenstehende aber auch ausschließen, wenn Begriffe unbekannt sind.


Ein weiteres Hörbeispiel: Kölsch

Im Audio hörst Du „Joode Morrje“ als kölsche Form von „Guten Morgen“.

Auftrag: Was bleibt gleich, was verändert sich? Vergleiche Bedeutung, Wortform und Aussprache.


Nicht abwerten, sondern beschreiben

Vermeide Aussagen wie „Das ist falsches Deutsch“ oder „So spricht man schlecht“. Beschreibe stattdessen:

  1. Sprachmerkmal: „Die Aussprache weicht von der Standardsprache ab.“
  2. Kontext: „Die Form wird in dieser Situation informell verwendet.“
  3. Region: „Das Beispiel zeigt ein regionales Merkmal.“
  4. Gruppe: „Der Ausdruck ist besonders in einer bestimmten Gruppe verständlich.“

Merksatz: Erst beobachten, dann belegen, dann funktional erklären.


Prüfsichere Unterscheidungsstrategie

Nutze die vier Fragen:

Frage Woran Du denkst
Wo? Region oder öffentliches Umfeld
Wer mit wem? Beziehung und Gruppe
Wie? Wortwahl, Aussprache, Satzbau
Wozu? Zweck der Äußerung

Kurzform: Situation + Merkmal + Beleg = gute Begründung.


Textbeispiele untersuchen

Alle Beispiele sind für diesen aiMOOC neu erstellt.

Text mögliche Zuordnung Beleg
„Bitte reichen Sie die Unterlagen bis Freitag ein.“ Standardsprache formelle Wortwahl, vollständiger Satz
„Schick mir das bitte bis Freitag.“ Umgangssprache direkte, lockere Alltagssprache
„Des isch net meins.“ regional gefärbte Sprechweise Formen wie „des“, „isch“, „net“
„Der Build ist für die Runde ziemlich stark.“ Gruppensprache gruppenspezifischer Gaming-Begriff „Build“

Achtung: Einzelne Wörter reichen nicht immer für eine sichere Zuordnung. Kontext und mehrere Merkmale sind stärker als ein einzelner Hinweis.


Medien untersuchen


Medienauftrag 1: Karte

Vergleiche die Karte mit der Deutschlandkarte oben. Formuliere zwei Aussagen dazu, warum Sprachräume nicht einfach mit heutigen Landesgrenzen identisch sind.

Hilfe: Sprachen und Dialekte entwickeln sich über lange Zeiträume; politische Grenzen können sich verändern.


Medienauftrag 2: Audio

Höre „net“ und „Joode Morrje“ erneut. Schreibe zu jedem Beispiel eine standardsprachliche Entsprechung. Nenne danach eine hörbare Veränderung.

Lösung: „net“ → „nicht“; „Joode Morrje“ → „Guten Morgen“. Die genaue Aussprache lässt sich am besten durch erneutes Hören beschreiben.


Medienauftrag 3: Video

Sieh Dir einen kurzen Ausschnitt des Easy-German-Videos an. Wähle zwei Sprecherinnen oder Sprecher. Vergleiche nur hörbare Merkmale und vermeide Aussagen über Persönlichkeit, Bildung oder Intelligenz.

Feedback: Aus einer Sprechweise darfst Du keine persönlichen Eigenschaften ableiten.


Hilfestufen

Hilfe 1 – leicht: Markiere auffällige Wörter.

Hilfe 2 – genauer: Prüfe Aussprache, Wortwahl und Satzbau getrennt.

Hilfe 3 – prüfungssicher: Ergänze den Kontext und formuliere einen Belegsatz: „Ich ordne das Beispiel ... zu, weil ...“

Hilfe 4 – wenn Du unsicher bist: Nenne zwei Möglichkeiten und erkläre, welche Zusatzinformation Du für eine sichere Entscheidung brauchst.


KI-Spirale

Nutze KI erst nach eigener Text- oder Medienarbeit:

  1. Aufgabe verstehen: Kläre, was genau untersucht werden soll.
  2. Material erschließen: Markiere selbst Wörter, Laute, Satzmuster und Kontextsignale.
  3. Eigener Ansatz: Formuliere zuerst Deine eigene Zuordnung.
  4. KI gezielt befragen: Bitte um Prüfung einer konkreten Beobachtung, nicht um eine fertige Gesamtlösung.
  5. Unabhängig prüfen: Vergleiche KI-Aussagen mit Material, Wörterbuch, Bildungsserver oder anderen verlässlichen Quellen.
  6. Lösung verbessern: Übernimm nur nachvollziehbare Hinweise.
  7. KI-Hilfe transparent machen: Notiere kurz, wobei KI geholfen hat.

Grundsatz: KI ersetzt keine eigene Textarbeit.

Beispiel für eine gute KI-Frage: „Ich habe ‚Des isch net meins‘ wegen ‚isch‘ und ‚net‘ als regional gefärbt eingeordnet. Welche meiner Belege sind sprachlich brauchbar? Nenne keine neue Gesamtlösung.“


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welche Beschreibung passt am besten zur Standardsprache? (Eine überregional verwendbare und stark normierte Sprachvarietät) (!Eine Sprache, die nur Jugendliche verwenden) (!Eine ausschließlich regionale Mundart) (!Eine zufällige Mischung ohne Regeln)




Welches Merkmal spricht besonders für einen Dialekt? (Eine erkennbare regionale Bindung) (!Eine bestimmte Schriftgröße) (!Die Länge eines Textes) (!Die Anzahl der Absätze)




Welche Formulierung ist in einer formellen E-Mail am ehesten angemessen? (Könnten Sie mir die Unterlagen bitte zusenden?) (!Schick mal rüber) (!Ey gib Datei) (!Passt schon irgendwie)




Was ist Umgangssprache? (Eine eher informelle Sprachform des Alltags) (!Nur schriftliche Behördensprache) (!Eine einzelne festgelegte Mundart) (!Eine Sprache ohne Grammatik)




Wodurch kann Gruppensprache entstehen? (Durch gemeinsamen Sprachgebrauch einer sozialen oder interessenbezogenen Gruppe) (!Nur durch Landesgrenzen) (!Nur durch Rechtschreibreformen) (!Nur durch Fremdsprachenunterricht)




Warum ist die Aussage Dialekt ist schlechtes Deutsch ungeeignet? (Weil Dialekte regelhafte regionale Varietäten sind und sachlich beschrieben werden sollen) (!Weil Dialekte nur geschrieben werden) (!Weil Dialekte überall gleich klingen) (!Weil Standardsprache keinen Wortschatz hat)




Was gehört zu einer guten Zuordnung eines Sprachbeispiels? (Ein sprachliches Merkmal und der passende Kontext) (!Nur ein Bauchgefühl) (!Nur die Textlänge) (!Nur das Alter der sprechenden Person)




Welche Beobachtung ist sachlich formuliert? (Die Form net unterscheidet sich von standardsprachlich nicht) (!Die Person spricht deshalb ungebildet) (!Der Dialekt ist falsch) (!Die Sprechweise ist grundsätzlich schlechter)




Was solltest Du vor einer KI-Anfrage tun? (Das Material zuerst selbst untersuchen und einen eigenen Ansatz formulieren) (!Die Aufgabe ungeprüft vollständig an die KI abgeben) (!Alle Quellen weglassen) (!Die erste KI-Antwort sofort übernehmen)




Was ist bei Prüfungsvorgaben wichtig? (Prüfungsjahr und angestrebten Schulabschluss unterscheiden und aktuelle Vorgaben prüfen) (!Klasse 10 bedeutet immer denselben Abschluss) (!Alte Prüfungsinformationen gelten automatisch weiter) (!Nur private Lernseiten sind verbindlich)





Memory

Standardsprache überregional und stark normiert
Umgangssprache informeller Alltag
Dialekt regionale Bindung
Gruppensprache gemeinsamer Sprachgebrauch einer Gruppe
Sprachregister situationsabhängige Ausdrucksweise
Kontext Situation einer Äußerung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Situation
Standardsprache formelle Präsentation in der Schule
Umgangssprache lockeres Gespräch mit Freunden
Dialekt stark regional geprägtes Gespräch
Gruppensprache Kommunikation innerhalb einer Gaming-Gruppe
Sprachregister bewusste Anpassung an Gesprächssituation und Adressaten





Kreuzworträtsel

Standard Wie heißt die normorientierte überregionale Sprachform verkürzt?
Dialekt Wie heißt eine regional gebundene Sprachvarietät?
Register Wie nennt man eine situationsabhängige sprachliche Ausdrucksweise?
Soziolekt Wie heißt eine sozial oder gruppenbezogene Varietät?
Kontext Welcher Begriff bezeichnet die Situation einer Äußerung?
Umgangssprache Wie heißt die eher informelle Sprache des Alltags?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Eine überregional verwendbare und stark normierte Varietät heißt

. Eine eher informelle Sprachform des Alltags nennt man

. Eine regional gebundene Varietät heißt

. Sprachformen bestimmter sozialer oder interessenbezogener Gruppen können als

beschrieben werden. Für eine sichere Zuordnung musst Du immer auch den

beachten. Sprachliche Unterschiede sollen sachlich und ohne

beschrieben werden.




Feedback und Lösungen

Einstieg: Satz 1 ist stark standardsprachlich und formell. Satz 2 ist alltagssprachlich. Satz 3 zeigt regionale Formen. Satz 4 enthält gruppenspezifischen Gaming-Wortschatz.

Prüfungstipp: Eine Begründung ist stärker als ein Etikett. Schreibe zum Beispiel: „Das Beispiel ist regional gefärbt, weil die Formen ‚isch‘ und ‚net‘ von der Standardsprache abweichen und regional vorkommen.“

Wenn Deine Zuordnung anders war: Prüfe, ob Dein Kontext plausibel ist. Manche Äußerungen können je nach Situation zwischen Umgangssprache, regionaler Umgangssprache und Gruppensprache liegen.


Selbstkontrolle

Prüfe Dich selbst:

Ich kann ... noch unsicher meistens sicher
Standardsprache und Umgangssprache unterscheiden
einen Dialekt als regionale Varietät erkennen
eine Gruppensprache an ihrer Funktion erkennen
eine Zuordnung mit einem Merkmal belegen
wertfrei über Sprachunterschiede sprechen
KI-Hinweise unabhängig prüfen


Transfer

Formuliere denselben Inhalt für drei Situationen:

Inhalt: Du kannst morgen nicht zu einem vereinbarten Treffen kommen.

Situation Deine Formulierung
Nachricht an eine Lehrkraft ...
Chat mit einem guten Freund ...
bewusst regional gefärbte mündliche Variante ...

Transferfrage: Welche Wörter oder Formen hast Du verändert? Warum?


Kompetenzcheck

Bearbeite ohne Hilfen:

  1. Sprachprobe zuordnen: „Könnten Sie das bitte noch einmal erklären?“ – Ordne zu und begründe.
  2. Sprachprobe vergleichen: Vergleiche „Ich habe keine Zeit“ und „I han koi Zeit“ mit zwei konkreten Merkmalen.
  3. Kontext erklären: Begründe, warum „Schick mal kurz rüber“ in einem privaten Chat passend, in einem formellen Antrag aber unpassend sein kann.
  4. Gruppensprache erkennen: Erfinde einen Satz aus einer Dir bekannten Hobby- oder Fachgruppe und erkläre ein Gruppenwort.
  5. Wertfrei formulieren: Ersetze „Das klingt falsch“ durch eine sachliche sprachliche Beobachtung.
  6. KI prüfen: Lass eine KI eine Zuordnung kommentieren und dokumentiere anschließend mindestens eine eigene Gegenprüfung.

Lösungshinweis: Entscheidend sind nicht exakt dieselben Wörter wie in den Musterlösungen, sondern nachvollziehbare Belege aus Sprache und Kontext.


Reflexion

Schreibe vier kurze Sätze:

  1. Eigener Sprachgebrauch: In welchen Situationen wechselst Du Deine Ausdrucksweise?
  2. Region: Welche regionalen Wörter kennst Du?
  3. Gruppe: Welche Wörter verstehst Du vor allem wegen einer bestimmten Gruppe oder eines Hobbys?
  4. Respekt: Wie kannst Du Unterschiede beschreiben, ohne Menschen abzuwerten?


Offene Aufgaben


Leicht

  1. Sprachdetektiv: Sammle fünf kurze, selbst erfundene Sätze und ordne sie Standardsprache, Umgangssprache, Dialekt oder Gruppensprache zu.
  2. Audiovergleich: Höre zwei freie Audio-Beispiele dieses Kurses und notiere je zwei auffällige Merkmale.
  3. Registerwechsel: Formuliere denselben Satz einmal formell und einmal locker.
  4. Dialektkarte: Markiere auf einer eigenen Skizze Baden-Württemberg und beschrifte Schwäbisch und Alemannisch als wichtige regionale Bezüge.


Standard

  1. Mini-Interview: Frage freiwillig eine Person nach zwei regionalen Wörtern. Notiere keine unnötigen personenbezogenen Daten und nimm nur mit ausdrücklicher Einwilligung auf.
  2. Sprachvergleich: Erstelle eine Tabelle mit vier eigenen Beispielen und jeweils einem sprachlichen Beleg.
  3. Medienanalyse: Vergleiche einen kurzen Ausschnitt aus einem seriösen Video mit einem freien Wikimedia-Audio. Beschreibe Unterschiede, ohne Personen zu bewerten.
  4. KI-Prüfung: Erstelle zuerst selbst eine Analyse, bitte danach eine KI um Kritik und kennzeichne, welche Verbesserung Du übernommen hast.


Schwer

  1. Varietäten-Podcast: Produziere einen ein- bis zweiminütigen Audiobeitrag mit selbst geschriebenen Beispielen. Nutze nur eigene oder frei lizenzierte Geräusche.
  2. Sprachbiografie ohne Klarnamen: Erstelle ein anonymes Sprachprofil einer fiktiven oder freiwillig mitwirkenden Person und zeige, wie sich Sprache je nach Situation verändert.
  3. Quellenvergleich: Vergleiche eine Erklärung des Landesbildungsservers mit einer weiteren verlässlichen Quelle. Notiere Übereinstimmungen und Unterschiede.
  4. Erklärvideo: Gestalte ein kurzes Video, in dem Du Standardsprache, Umgangssprache, Dialekt und Gruppensprache mit eigenen Beispielen erklärst. Weise verwendete freie Medien korrekt nach.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Lernkontrolle

  1. Kontextwechsel: Ein Jugendlicher sagt zu einem Freund „Schick mal rüber“ und in einer Bewerbung „Bitte senden Sie mir die Unterlagen zu“. Erkläre, warum beide Formen funktional passend sein können.
  2. Mehrdeutigkeit: Ein Ausdruck wirkt zugleich umgangssprachlich und regional. Erkläre, welche zusätzlichen Informationen Du für eine sichere Zuordnung brauchst.
  3. Sprachwirkung: Untersuche, wie sich die Wirkung verändert, wenn ein standardsprachlicher Satz in eine lockere Alltagssprache übertragen wird.
  4. Sprachliche Zugehörigkeit: Erkläre an einem eigenen Beispiel, wie Gruppensprache Gemeinschaft schaffen und zugleich Außenstehende ausschließen kann.
  5. Medienkritik: Prüfe, ob ein einzelnes Video ausreicht, um „den schwäbischen Dialekt“ zu beschreiben. Begründe Deine Antwort mit dem Gedanken sprachlicher Vielfalt.
  6. KI-Transfer: Vergleiche Deine eigene Analyse mit einer KI-Analyse. Nenne mindestens eine Stelle, an der Du die KI bestätigen, korrigieren oder genauer einordnen musst.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. Begriffe sicher verwendest: Standardsprache, Umgangssprache, Dialekt, Gruppensprache und Kontext passend erklärst.
  2. Belege findest: Wörter, Aussprache oder Satzmuster als konkrete Hinweise nennst.
  3. Situationen beachtest: Adressat, Zweck und Kommunikationssituation einbeziehst.
  4. Wertfrei analysierst: Sprachformen nicht mit Bildung, Intelligenz oder persönlichem Wert gleichsetzt.
  5. Medien auswertest: kurze Text-, Audio-, Bild- oder Videobeispiele untersuchst.
  6. Quellen prüfst: Aussagen mit verlässlichen Quellen abgleichst.
  7. KI transparent nutzt: eigene Arbeit und KI-Unterstützung klar unterscheidest.




Medienrecht und Datenschutz

Nutze bevorzugt gemeinfreie, offen lizenzierte oder selbst erstellte Materialien. Bei Wikimedia Commons findest Du die Lizenz auf der jeweiligen Dateiseite. Verwende aus geschützten Werken nur kurze funktionale Zitate mit Quellenangabe. Geschützte Ganzschriften dürfen begleitet und analysiert, aber nicht vollständig wiedergegeben werden.

Bei Interviews, Fotos und Audioaufnahmen gilt: keine unnötigen personenbezogenen Daten sammeln. Vor Aufnahmen ist eine passende Einwilligung erforderlich.


OERs zum Thema

Landesbildungsserver Baden-Württemberg: Sprachvarietäten des Neuhochdeutschen

Dialekt in der Schule: Landesbildungsserver Baden-Württemberg

Wikipedia:



Folgekurs-Empfehlung

Wenn Du diesen Kurs sicher beherrschst, arbeite als Nächstes an Sprachregister situationsgerecht verwenden, Sprache und Identität oder Jugendsprache untersuchen. Dort kannst Du stärker begründen, wie Sprache in unterschiedlichen Situationen wirkt.


Verknüpfte Lernbereiche


Quellen und Medienhinweise

Fachliche Orientierung: Bildungsplan Baden-Württemberg, Deutsch Sekundarstufe I, Klasse 10, Fassung vom 29. Februar 2024; Landesbildungsserver Baden-Württemberg, „Sprachvarietäten des Neuhochdeutschen“.

Freie Medien: Die eingebetteten Wikimedia-Commons-Dateien sind über ihre jeweilige Dateiseite mit Urheber- und Lizenzangaben verknüpft. Dazu gehören unter anderem die Dialektkarten, die Audio-Beispiele „De-Standarddeutsch.ogg“, „Swg-oberschwäbisch-net.ogg“, „04052007 RadioRi.ogg“, „Joode Morrje.ogg“ sowie das Wikitongues-Video.

YouTube: Eingebettet sind „Regional German Dialects Compared“ von Easy German und „Umgangssprache vs. Standarddeutsch“ von fröhlich Deutsch. Die Videos dienen als Hör- und Vergleichsmaterial; sie werden nicht vervielfältigt.


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