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D10 G - Gedichte systematisch erschließen

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D10 G - Gedichte systematisch erschließen




D10 G - Gedichte systematisch erschließen

Mini-Beschreibung: Du erschließt Gedichte Schritt für Schritt: Thema – Sprechsituation – Stimmung – Aufbau – sprachliche Mittel mit Wirkung. Der Kurs ist für Deutsch Klasse 10, Baden-Württemberg, G-Niveau gedacht. Kurze Erklärungen, viele Medien und prüfbare Textbelege stehen im Mittelpunkt. Es wird ausschließlich das G-Niveau ausgearbeitet.


Einleitung

Ein Gedicht wirkt oft zuerst als Klang, Bild oder Stimmung. Für eine sichere Erschließung brauchst du kein Rätselraten: Du beobachtest, markierst, belegst und formulierst knapp. Wichtig ist immer der Weg vom Text zur Aussage.

Einstiegsimpuls: Betrachte das Bild 20 Sekunden. Notiere drei Stimmungswörter und zwei sichtbare Details als Belege. Übertrage danach dieselbe Methode auf ein Gedicht: Eindruck + Textstelle = begründete Aussage.


Lernziele

Du kannst … Woran du es zeigst
das Thema erfassen Du formulierst den Kern in einem Satz.
die Sprechsituation bestimmen Du klärst: Wer spricht? Zu wem? In welcher Lage?
die Stimmung beschreiben Du nennst passende Wörter und belegst sie.
den Aufbau erfassen Du erkennst Vers, Strophe, Reim und auffällige Gliederung.
zentrale sprachliche Mittel untersuchen Du benennst Mittel, belegst sie und erklärst ihre Wirkung.
eine kurze Deutung formulieren Du verbindest Beobachtung, Beleg und Wirkung.


Vorwissen aktivieren

  1. Gedicht erkennen: Notiere drei Merkmale, an denen du ein Gedicht erkennst.
  2. Sprecher unterscheiden: Erkläre in einem Satz, warum lyrischer Sprecher und Autor nicht automatisch dieselbe Person sind.
  3. Sprachbilder finden: Suche je ein eigenes Beispiel für Vergleich und Metapher.

Selbstkontrolle: Wenn dir zwei Aufgaben schwerfallen, arbeite zuerst mit Hilfestufe 1 weiter.


Bildungsplan Baden-Württemberg und Prüfungsbezug

Der Bildungsplan Sekundarstufe I, Klasse 10, nennt auf G-Niveau unter anderem grundlegende Methoden der Texterschließung, das Arbeiten mit Textbelegen sowie Fachbegriffe wie Reim, Vers, Strophe, Vergleich, Metapher, lyrisches Ich beziehungsweise lyrischer Sprecher und Atmosphäre. Außerdem soll die Wirkung ausgewählter Gestaltungsmittel beschrieben und erläutert werden.

Aktuelle Grundlage: Bildungsplan Baden-Württemberg – Deutsch Sekundarstufe I, Klasse 10, literarische Texte.

Prüfungshinweis: G-Niveau, Klassenstufe, Schulabschluss und Prüfungsjahr sind nicht dasselbe. Prüfungsformate, Termine und gegebenenfalls festgelegte Ganzschriften hängen vom angestrebten Abschluss und vom jeweiligen Prüfungsjahr ab. Prüfe verbindliche Angaben immer bei deiner Schule und aktuell beim Kultusministerium Baden-Württemberg.


Einstieg: hören, sehen, vermuten

Hörauftrag: Höre zuerst ohne mitzulesen. Kreuze für dich zwei passende Stimmungswörter an: ruhig – bedrohlich – heiter – angespannt – tröstlich. Höre ein zweites Mal und notiere zwei Wörter oder Klangstellen, die deine Wahl stützen.

Kurzer Textimpuls aus Goethes Ein gleiches: „Ueber allen Gipfeln / Ist Ruh’, / In allen Wipfeln / Spürest du / Kaum einen Hauch“ – Quelle: Wikisource, gemeinfreier Text.

Feedback / mögliche Lösung: Eine ruhige, gedämpfte Stimmung lässt sich unter anderem mit „Ruh’“ und „Kaum einen Hauch“ belegen. Andere Deutungen sind möglich, wenn du sie textnah begründest.


Gedichte in fünf Schritten erschließen

Schritt Leitfrage Prüfungsfester Satzanfang
1 Thema Worum geht es im Kern? Das Gedicht thematisiert …
2 Sprechsituation Wer spricht zu wem und in welcher Lage? Der lyrische Sprecher …
3 Stimmung Welche Atmosphäre entsteht oder verändert sich? Die Stimmung wirkt …, weil …
4 Aufbau Wie ist der Text gegliedert? Das Gedicht besteht aus …; auffällig ist …
5 Sprache Welche Mittel fallen auf und was bewirken sie? Die Metapher / der Vergleich … verdeutlicht …

Merksatz: Beobachtung → Beleg → Wirkung. Eine bloße Liste von Stilmitteln reicht nicht.


Schritt 1: Thema

Das Thema ist nicht die Nacherzählung. Formuliere den Kern möglichst allgemein und knapp, zum Beispiel Frühlingserleben, Sehnsucht nach Ruhe oder Abschied.

Hilfsfrage: Welche Idee verbindet die wichtigsten Wörter und Bilder des Gedichts?


Schritt 2: Sprechsituation

Der lyrische Sprecher ist die Stimme im Gedicht.

  1. Wer spricht oder nimmt wahr?
  2. Wird jemand angesprochen?
  3. Ist die Situation eher Beobachtung, Erinnerung, Wunsch oder direkte Anrede?

Achtung: Setze den Sprecher nicht automatisch mit der Autorin oder dem Autor gleich.


Schritt 3: Stimmung und Atmosphäre

Stimmung erkennst du an Wortwahl, Klang, Bildern, Satzzeichen, Wiederholungen und Gegensätzen. Nutze genaue Wörter: ruhig, erwartungsvoll, traurig, bedrückend, erleichtert, heiter, sehnsüchtig.

Prüfungstipp: Schreibe nicht nur „schön“ oder „traurig“. Nenne mindestens einen Beleg.


Schritt 4: Aufbau

Auf G-Niveau sind besonders wichtig: Vers, Strophe, Reim und auffällige Gliederung. Beschreibe nur, was du sicher erkennst. Ein kompliziertes Metrum musst du nicht erzwingen.

Frage nach Funktion: Unterstützt die Gliederung Ruhe, Bewegung, Steigerung, Gegensatz oder einen Stimmungswechsel?


Schritt 5: Sprachliche Mittel und Wirkung

Mittel Erkennen Mögliche Wirkung
Vergleich oft mit „wie“ oder „als“ macht eine Vorstellung anschaulich
Metapher bildhafte Übertragung ohne „wie“ verdichtet eine Vorstellung
Personifikation Nichtmenschliches handelt menschlich belebt Natur, Dinge oder Gefühle
Wiederholung Wort oder Struktur kehrt wieder betont oder steigert
Alliteration gleiche Anfangslaute macht Klang oder Verbindung auffällig

Wichtig: Die Wirkung ist nie automatisch. Prüfe immer, ob sie zur konkreten Textstelle passt.


Medienlabor 1: „Er ist’s“ von Eduard Mörike

Kurzer Textimpuls: „Frühling läßt sein blaues Band / Wieder flattern durch die Lüfte; / Süße, wohlbekannte Düfte / Streifen ahnungsvoll das Land.“ – Quelle: Wikisource, Eduard Mörike.

Arbeitsauftrag mit Markierungen: Nutze im Scan oder in einer eigenen Abschrift fünf Markierungen: Thema, Sprecher, Stimmung, Aufbau, Sprache. Schreibe zu jeder Markierung höchstens sieben Wörter.

Markierung Leitfrage
🟨 Thema Was kündigt sich an?
🟦 Sprecher Wer nimmt wahr und reagiert?
🟩 Stimmung Welche Erwartung entsteht?
🟧 Aufbau Wo wird die Wahrnehmung gesteigert?
🟥 Sprache Welche Naturbilder wirken besonders stark?

Lösungshinweise: Thema: Frühlingserwachen. Stimmung: erwartungsvoll bis freudig. „blaues Band“ lässt sich als bildhafte Darstellung des Frühlings deuten. Entscheidend ist, dass du deine Wirkungsaussage am Wortlaut prüfst.


Medienlabor 2: Stimmung vergleichen

Vergleichsauftrag: Stelle Goethes ruhige Gipfel- und Wipfelbilder neben Mörikes bewegte Frühlingsbilder. Fülle zwei Spalten: ruhig / bewegt. Ordne jeweils zwei Wörter, ein Klangmerkmal und eine Wirkung zu.

Transfer zum Bild: Welche Bilddetails erzeugen im Gemälde Weite, Unsicherheit oder Ruhe? Formuliere anschließend einen Satz nach dem Muster: Das Detail … erzeugt …, ähnlich wie im Gedicht die Textstelle …


Medienlabor 3: Audio vor Text – „Mondnacht“

Hörschritt 1: Höre ohne Text. Notiere drei Stimmungswörter.

Hörschritt 2: Lies anschließend auf Wikisource nach. Markiere zwei Wörter, die deinen Höreindruck bestätigen oder verändern.

Kurzer Textimpuls: „Es war, als hätt’ der Himmel / Die Erde still geküßt“ – Quelle: Wikisource, Joseph von Eichendorff.

Feedback: Eine gute Antwort trennt zunächst Höreindruck und Textbeleg. Erst danach folgt die Deutung.


Video-Lernstationen

Auftrag zum Video: Notiere drei Aussagen zur Gedichtanalyse. Prüfe jede Aussage anschließend an einem der offenen Gedichte dieses Kurses. Übernimm keine Regel ungeprüft.

Auftrag zum zweiten Video: Vergleiche die dort genannte Vorgehensweise mit dem Fünf-Schritte-Schema dieses Kurses. Notiere eine Gemeinsamkeit, einen Unterschied und eine Strategie, die dir für G-Niveau besonders hilft.


Markiercode für die Textarbeit

Zeichen Bedeutung Mini-Frage
T Thema Worum geht es?
S Sprecher Wer spricht?
A Atmosphäre Wie wirkt es?
F Form Wie ist es gebaut?
M Mittel Welche Sprache wirkt wie?
B Beleg Wo steht es?

Prüfungssicher: Erst markieren, dann in ganzen Sätzen formulieren.


Hilfestufen


Hilfestufe 1 – Leitfragen

Nutze nur die fünf Leitfragen: Worum? Wer? Wie wirkt es? Wie gebaut? Welches Mittel mit welcher Wirkung?


Hilfestufe 2 – Satzstarter

  1. Thema: Das Gedicht thematisiert …
  2. Sprecher: Der lyrische Sprecher nimmt … wahr und richtet sich an …
  3. Stimmung: Die Atmosphäre wirkt …; das zeigt sich an …
  4. Aufbau: Die Gliederung in … unterstützt …
  5. Sprache: Die Metapher … verdeutlicht …, weil …


Hilfestufe 3 – Belegcheck

Prüfe jeden Analysesatz mit drei Fragen: Steht das wirklich im Text? Passt mein Fachbegriff? Erkläre ich die Wirkung statt nur das Mittel zu nennen?


KI-Spirale für Gedichtarbeit

  1. Aufgabe verstehen: Kläre Operator, Material und erwartetes Ergebnis.
  2. Selbst erschließen: Lies, höre, markiere und notiere zuerst selbst.
  3. Eigenen Ansatz entwickeln: Formuliere Thema, Sprecher, Stimmung, Aufbau und Sprachwirkung in eigenen Worten.
  4. KI gezielt befragen: Frage nach einem unklaren Fachbegriff, einer Gegenprüfung oder einem Verbesserungsvorschlag.
  5. Unabhängig prüfen: Kontrolliere Texttreue, Fakten, Logik und Quellen selbst.
  6. Eigene Lösung verbessern: Übernimm nur nachvollziehbare Hinweise und formuliere selbst.
  7. KI-Hilfe transparent machen: Notiere kurz, wobei KI geholfen hat.

Grundsatz: KI ersetzt keine eigene Textarbeit. Eine KI kann Textstellen übersehen, Quellen verwechseln oder Wirkungen zu sicher behaupten. Deine Belege im Gedicht bleiben entscheidend.

Datenschutz: Gib keine unnötigen personenbezogenen Daten ein. Für Audio- oder Videoprojekte genügen Vorname/Pseudonym oder ganz anonyme Beiträge, sofern die Schule nichts anderes vorgibt.


Mini-Training mit Feedback

Aufgabe: Formuliere zu Mörikes „Er ist’s“ einen Satz nach dem Muster Mittel – Beleg – Wirkung.

Musterlösung: Die bildhafte Formulierung „blaues Band“ macht den beginnenden Frühling anschaulich und unterstützt die erwartungsvolle, belebte Stimmung.

Verbesserungscheck: Enthält dein Satz einen Fachbegriff oder eine genaue Beobachtung, einen Beleg und eine passende Wirkung?


Interaktive Aufgaben

Bei Quiz, Memory, Drag-and-Drop und Lückentext erhältst du direkt Rückmeldung durch das Aufgabensystem. Bei offenen Antworten nutzt du Musterlösungen und den Belegcheck.


Quiz: Teste Dein Wissen

Was beschreibt das Thema eines Gedichts am besten? (Den zentralen Gegenstand oder Gedanken des Gedichts) (!Jede einzelne Handlung in zeitlicher Reihenfolge) (!Nur die Biografie des Autors) (!Nur das Reimschema)




Was ist der lyrische Sprecher? (Die Stimme, die im Gedicht spricht oder wahrnimmt) (!Immer die historische Person des Autors) (!Die Überschrift des Gedichts) (!Die Person, die das Gedicht vorliest)




Woran lässt sich Stimmung besonders gut belegen? (An konkreten Wörtern, Bildern und Klängen im Text) (!Nur am Erscheinungsjahr) (!Nur an der Länge des Gedichts) (!Nur am Namen des Autors)




Was ist ein Vers? (Eine einzelne Gedichtzeile) (!Eine Gruppe mehrerer Strophen) (!Ein sprachliches Bild ohne Vergleichswort) (!Die gesamte Interpretation)




Was ist eine Strophe? (Ein Abschnitt aus mehreren Versen) (!Nur das letzte Wort eines Gedichts) (!Eine Erklärung der Autorenbiografie) (!Ein einzelner Buchstabe im Reimschema)




Was kennzeichnet eine Metapher? (Eine bildhafte Übertragung ohne ausdrückliches Vergleichswort) (!Eine wörtliche Quellenangabe) (!Eine reine Zeitangabe) (!Eine Überschrift mit Jahreszahl)




Was kennzeichnet einen Vergleich häufig? (Ein Vergleichswort wie wie oder als) (!Immer einen Doppelpunkt) (!Immer vier Strophen) (!Nur Fremdwörter)




Was gehört zu einer guten Analyse sprachlicher Mittel? (Das Mittel benennen, belegen und seine Wirkung erklären) (!Möglichst viele Fachbegriffe ohne Textbeleg sammeln) (!Nur die eigene Stimmung nennen) (!Den Text vollständig nacherzählen)




Was macht einen Textbeleg überzeugend? (Er passt genau zu der Aussage, die du begründen willst) (!Er ist möglichst lang) (!Er stammt aus einer beliebigen Internetseite) (!Er enthält immer einen Reim)




Warum kann das Hören eines Gedichts bei der Erschließung helfen? (Klang, Pausen und Betonung können Hinweise auf Stimmung und Aufbau geben) (!Weil danach kein Lesen mehr nötig ist) (!Weil die Stimme des Vorlesers immer die einzig richtige Deutung vorgibt) (!Weil sprachliche Mittel nur im Audio vorkommen)





Memory

Thema zentraler Gedanke
Sprecher Stimme im Gedicht
Vers einzelne Gedichtzeile
Strophe gegliederter Textabschnitt
Atmosphäre wahrgenommene Stimmung
Metapher bildhafte Übertragung
Vergleich Verknüpfung mit Vergleichswort
Beleg genaue Textstelle





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Thema Worum geht es im Kern?
Sprechsituation Wer spricht zu wem?
Stimmung Welche Atmosphäre entsteht?
Aufbau Wie ist das Gedicht gegliedert?
Sprachwirkung Wie wirkt ein auffälliges Mittel?




...


Kreuzworträtsel

Strophe Wie heißt ein Abschnitt aus mehreren Gedichtzeilen?
Metapher Wie heißt eine bildhafte Übertragung ohne ausdrückliches Vergleichswort?
Stimmung Welcher Begriff bezeichnet die wahrgenommene Atmosphäre eines Gedichts?
Vergleich Welches sprachliche Mittel verknüpft häufig mit wie oder als?
Sprecher Wie heißt die Stimme, die im Gedicht spricht oder wahrnimmt?
Belege Wie nennt man Textstellen, mit denen eine Aussage begründet wird?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Am Anfang formulierst du das

des Gedichts knapp. Danach klärst du, wer als

wahrnimmt oder spricht. Wörter, Bilder und Klänge helfen dir, die

zu bestimmen. Verse und Strophen gehören zum

eines Gedichts. Eine bildhafte Übertragung ohne Vergleichswort heißt

. Jede Deutung braucht einen passenden

. Zu einem sprachlichen Mittel erklärst du immer seine mögliche

. Bei Unsicherheit prüfst du die Aussage erneut am

.




Lösungen und Selbstkontrolle

Muster zu „Er ist’s“: Thema: beginnender Frühling. Sprecher: eine wahrnehmende Stimme, die den Frühling erkennt und anspricht. Stimmung: zunächst erwartungsvoll, dann freudig. Aufbau: kurze Wahrnehmungen führen zu einer direkten Bestätigung. Sprache: Naturbilder machen den Frühling anschaulich.

Selbstkontrolle vor dem Abgeben:

  1. Textbezug: Habe ich mindestens zwei genaue Belege?
  2. Fachbegriffe: Nutze ich nur Begriffe, die ich sicher erklären kann?
  3. Wirkung: Erkläre ich, was ein Mittel im konkreten Gedicht bewirkt?
  4. Eigenständigkeit: Ist die Formulierung meine eigene und nachvollziehbar?


Offene Aufgaben


Leicht

  1. Stimmungskarte: Wähle ein gemeinfreies Gedicht aus Wikisource und erstelle eine Karte mit fünf Stimmungswörtern und je einem kurzen Textbeleg.
  2. Audiovergleich: Höre zwei freie Gedichtaufnahmen aus diesem Kurs. Beschreibe, wie Tempo, Pause und Betonung deinen Eindruck verändern.
  3. Markierblatt: Markiere in einem Gedicht Thema, Sprecher, Atmosphäre, Aufbau, Mittel und Belege mit dem T-S-A-F-M-B-Code.
  4. Bildimpuls: Suche auf Wikimedia Commons ein frei lizenziertes Bild, das zu einem Gedicht passt, und begründe die Auswahl mit zwei Textbelegen.


Standard

  1. Gedichtvergleich: Vergleiche Goethes ruhige Naturdarstellung mit Mörikes Frühlingsbewegung in einer Tabelle mit Thema, Stimmung, Aufbau und Sprache.
  2. Eigene Lesung: Nimm eine kurze Lesung eines gemeinfreien Gedichts auf. Begründe anschließend drei Betonungsentscheidungen. Veröffentliche keine unnötigen persönlichen Daten.
  3. Sprachmittel-Poster: Gestalte eine übersichtliche Visualisierung zu Vergleich, Metapher, Personifikation, Wiederholung und Alliteration mit eigenen Beispielen.
  4. KI-Gegenprüfung: Erschließe ein Gedicht zuerst selbst. Frage dann eine KI gezielt nach einer möglichen Schwachstelle deiner Analyse. Prüfe die Antwort unabhängig am Text und dokumentiere, was du geändert oder verworfen hast.


Schwer

  1. Video-Erklärung: Produziere ein kurzes Erklärvideo „Gedicht in fünf Schritten erschließen“. Nutze nur eigenes oder frei lizenziertes Material und nenne Quellen.
  2. Deutungswerkstatt: Formuliere zwei unterschiedliche, aber textnahe Deutungen zu derselben Stelle und entscheide anhand von Belegen, welche besser gestützt ist.
  3. Quellencheck: Vergleiche eine Gedichtfassung auf Wikisource mit einem Scan auf Wikimedia Commons. Dokumentiere Schreibweise, Zeilenumbrüche und mögliche Editionsunterschiede.
  4. Prüfungssimulation: Wähle ein unbekanntes gemeinfreies Gedicht. Arbeite 20 Minuten ohne Hilfen, überarbeite danach mit dem Fünf-Schritte-Schema und reflektiere drei Verbesserungen.




Text bearbeiten Bild einfügen Video einbetten Interaktive Aufgaben erstellen



Transfer

Übertrage das Fünf-Schritte-Schema auf einen Songtext, Poetry-Slam-Text oder Werbeslogan, ohne geschützte Texte vollständig zu kopieren. Arbeite nur mit kurzen funktionalen Zitaten und Quellenangabe. Prüfe: Wo funktioniert die Methode gut, wo musst du sie an das Medium anpassen?


Kompetenzcheck

Aussage Sicher Teilweise Noch üben
Ich kann das Thema in einem Satz formulieren.
Ich kann Sprecher und Autor unterscheiden.
Ich kann Stimmung mit Textstellen belegen.
Ich kann Vers, Strophe und Reim erkennen.
Ich kann Vergleich oder Metapher erklären.
Ich kann Mittel, Beleg und Wirkung verbinden.

Auswertung: Drei oder mehr Kreuze bei „Noch üben“ → wiederhole Medienlabor 1 und Hilfestufen. Überwiegend „Sicher“ → gehe zur Prüfungssimulation.


Reflexion

  1. Strategie: Welcher der fünf Schritte hilft dir am meisten?
  2. Fehlerquelle: Wo verwechselst du Beobachtung und Deutung noch?
  3. Beleg: Welcher Analysesatz von dir ist besonders gut textgestützt?
  4. KI-Reflexion: Falls du KI genutzt hast: Welche Hilfe war nützlich, was musstest du korrigieren oder verwerfen?


Folgekurs-Empfehlung

Wenn du diesen Kurs sicher beherrschst, arbeite als Nächstes an D10 G - Gedichte vergleichen und deuten. Dort steht der Vergleich zweier Texte und das begründete Formulieren einer Deutung im Mittelpunkt.


Lernkontrolle

  1. Unbekanntes Gedicht erschließen: Erhalte ein kurzes gemeinfreies Gedicht ohne Autorhinweis. Formuliere Thema, Sprechsituation und Stimmung und belege jede Aussage.
  2. Form und Wirkung: Zeige an zwei formalen Beobachtungen, wie Aufbau oder Wiederholung die Wirkung eines Gedichts unterstützt.
  3. Sprachbild prüfen: Erkläre an einem Beispiel, warum eine Metapher im konkreten Text mehr leistet als eine bloße wörtliche Aussage.
  4. Audio und Text vergleichen: Höre eine freie Aufnahme und prüfe, ob die Betonung deine eigene Deutung stützt oder verändert. Begründe mit Textstellen.
  5. Fehleranalyse: Überarbeite eine kurze Musteranalyse, in der Stilmittel nur aufgelistet werden. Ergänze Belege und Wirkung.
  6. Transfer: Wende das Schema auf einen kurzen Poetry-Slam-Ausschnitt oder einen selbst geschriebenen Text an und benenne Grenzen der Methode.


Lernnachweis

Für einen Lernnachweis sind besonders wichtig:

  1. Textnähe: Aussagen werden durch genaue Textstellen gestützt.
  2. Grundbegriffe: Thema, Sprecher, Stimmung, Vers, Strophe, Reim, Vergleich und Metapher werden sicher verwendet.
  3. Wirkung: Sprachliche Mittel werden nicht nur benannt, sondern in ihrer Wirkung erklärt.
  4. Zusammenhang: Inhalt, Aufbau und Sprache werden sinnvoll verbunden.
  5. Eigenständigkeit: Die Deutung wird in eigenen Worten formuliert.
  6. Quellenarbeit: Fremde Materialien und kurze Zitate werden gekennzeichnet.
  7. KI-Transparenz: Genutzte KI-Hilfe wird knapp benannt; Texttreue und Fakten werden unabhängig geprüft.




OERs zum Thema

Offene Textquellen: Mörike: Er ist’s, Goethe: Ein gleiches, Eichendorff: Mondnacht.


Medien- und Quellenhinweise

Die verwendeten Gedichttexte stammen aus gemeinfreien historischen Werken; eingebundene Dateien werden über Wikimedia Commons beziehungsweise Wikisource genutzt. Prüfe für jede Weiterverwendung die Lizenz auf der jeweiligen Dateiseite. Geschützte Ganzschriften werden nicht vollständig wiedergegeben; nutze daraus nur kurze funktionale Zitate mit Quelle.

  1. Datei:Er ist’s.jpg: historischer Scan von Mörikes Gedicht; auf Commons als gemeinfrei gekennzeichnet.
  2. Datei:De-Er ist's-wikisource.ogg: gesprochene Wikisource; Lizenzangaben auf der Commons-Dateiseite.
  3. Datei:LibriVox - Goethe Wandrers Nachtlied.ogg: LibriVox-Aufnahme; auf Commons als gemeinfrei ausgewiesen.
  4. Datei:De-Mondnacht von Josef von Eichendorff-wikisource.ogg: gesprochene Wikisource; Lizenzangaben auf Commons, unter anderem CC BY-SA.
  5. Datei:Wandrers Nachtlied auf Deutsch im Goethehäuschen am Kickelhahn - 20160513 151251.jpg: Foto auf Commons unter CC0.
  6. Datei:Friedrich, Caspar David - Wanderer über dem Nebelmeer.jpg: Reproduktion eines gemeinfreien Gemäldes; Lizenzstatus auf Commons prüfen.
  7. Datei:Eduard Moerike.jpg und Datei:Joseph Freiherr von Eichendorff (1841).jpg: historische Porträts; Lizenzstatus auf Commons prüfen.
  8. YouTube-Videos werden nur eingebettet, nicht kopiert. Nutzungsrechte verbleiben bei den jeweiligen Anbietern.


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