Zum Inhalt springen

Buch - Wie es euch gefällt - Shakespeare, William

Aus MOOCsWiki Staging

← Bücher-Welt

Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Wie es euch gefällt

Shakespeare, William

Wie es euch gefällt von Shakespeare, William. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.

DramaKlasse 9–10 · 11–137 Abschnitte
Historische Illustration zu Wie es euch gefällt
Historische Illustration zu „Wie es euch gefällt“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · William Harvey Engraver. · CC BY 3.0 Bildquelle ↗

Zum Bücher-Lernpaket →

Deutsche Übersetzung: August Wilhelm Schlegel

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 2 von 7

Erster Aufzug

1
Erste Szene
Vorlage S. 640
2
Olivers Garten.
Vorlage S. 640
3
Orlando und Adam treten auf.
Vorlage S. 640
4
ORLANDO.
Vorlage S. 640
5
So viel ich mich erinnre, Adam, war es folgendergestalt. Er vermachte mir im Testament nur ein armes Tausend Kronen, und, wie du sagst, schärfte meinem Bruder bei seinem Segen ein, mich gut zu erziehn, und da hebt mein Kummer an. Meinen Bruder Jakob unterhält er auf der Schule, und das Gerücht sagt goldne Dinge von ihm. Was mich betrifft, mich zieht er bäurisch zu Hause auf, oder eigentlicher zu sagen, behält mich unerzogen hier zu Hause. Denn nennt Ihr das Erziehung für einen Edelmann von meiner Geburt, was vor der Stallung eines Ochsen nichts voraus hat? Seine Pferde werden besser besorgt: denn außer dem guten Futter lernen sie auch ihre Schule, und zu dem Ende werden Bereiter teuer bezahlt; aber ich, sein Bruder, gewinne nichts bei ihm als Wachstum, wofür seine Tiere auf dem Mist ihm ebenso verpflichtet sind wie ich. Außer diesem Nichts, das er mir im Überfluss zugesteht, scheint sein Betragen das Etwas, welches die Natur mir gab, von mir zu nehmen: er lässt mich mit seinen Knechten essen, versperrt mir den brüderlichen Platz, und, so viel an ihm liegt, untergräbt er meinen angebornen Adel durch meine Erziehung. Das ist's, Adam, was mich betrübt, und der Geist meines Vaters, der, denke ich, auf mir ruht, fängt an, sich gegen diese Knechtschaft aufzulehnen. Ich will sie nicht länger ertragen, wiewohl ich noch kein kluges Mittel weiß, ihr zu entgehen.
Vorlage S. 640
6
ADAM.
Vorlage S. 640
7
Dort kommt mein Herr, Euer Bruder.
Vorlage S. 640
8
Oliver tritt auf.
Vorlage S. 640
9
ORLANDO.
Vorlage S. 641
10
Geh beiseit, Adam, und du sollst hören, wie er mich anfährt.
Vorlage S. 641
11
OLIVER.
Vorlage S. 641
12
Nun, Junker, was macht Ihr hier?
Vorlage S. 641
13
ORLANDO.
Vorlage S. 641
14
Nichts. Man hat mich nicht gelehrt, irgend etwas zu machen.
Vorlage S. 641
15
OLIVER.
Vorlage S. 641
16
Was richtet Ihr denn zu Grunde?
Vorlage S. 641
17
ORLANDO.
Vorlage S. 641
18
Ei, Herr, ich helfe Euch zu Grunde richten, was Gott gemacht hat, Euren armen unwerten Bruder, mit Nichtstun.
Vorlage S. 641
19
OLIVER.
Vorlage S. 641
20
Beschäftigt Euch besser, und seid einmal nichtsnutzig!
Vorlage S. 641
21
ORLANDO.
Vorlage S. 641
22
Soll ich Eure Schweine hüten und Trebern mit ihnen essen? Welches verlornen Sohns Erbteil habe ich durchgebracht, dass ich in solch Elend geraten müsste?
Vorlage S. 641
23
OLIVER.
Vorlage S. 641
24
Wisst Ihr, wo Ihr seid, Herr?
Vorlage S. 641
25
ORLANDO.
Vorlage S. 641
26
O Herr, sehr gut! hier in Eurem Baumgarten.
Vorlage S. 641
27
OLIVER.
Vorlage S. 641
28
Wisst Ihr, vor wem Ihr steht?
Vorlage S. 641
29
ORLANDO.
Vorlage S. 641
30
Ja, besser als der mich kennt, vor dem ich stehe. Ich kenne Euch als meinen ältesten Bruder, und nach den sanften Banden des Bluts solltet Ihr mich ebenso kennen. Die Begünstigung der Nationen gesteht Euch Vorrechte vor mir zu, weil Ihr der Erstgeborne seid; aber derselbe Gebrauch beraubt mich meines Blutes nicht, wären auch zwanzig Brüder zwischen uns. Ich habe so viel vom Vater in mir als Ihr, obwohl Ihr der Verehrung, die ihm gebührt, näher seid, weil Ihr früher kamt.
Vorlage S. 641
31
OLIVER.
Vorlage S. 641
32
Was, Knabe?
Vorlage S. 641
33
ORLANDO.
Vorlage S. 641
34
Gemach, gemach, ältester Bruder! Dazu seid Ihr zu jung.
Vorlage S. 641
35
OLIVER.
Vorlage S. 641
36
Willst du Hand an mich legen, Schurke?
Vorlage S. 641
37
ORLANDO.
Vorlage S. 641
38
Ich bin kein Schurke: ich bin der jüngste Sohn des Freiherrn Roland de Boys. Er war mein Vater, und der ist dreifach ein Schurke, der da sagt, solch ein Vater konnte Schurken zeugen. Wärst du nicht mein Bruder, so ließe meine Hand deine Kehle nicht los, bis diese andre dir die Zunge für dies Wort ausgerissen hätte. Du hast dich selbst gelästert.
Vorlage S. 641
39
ADAM.
Vorlage S. 642
40
Liebe Herren, seid ruhig! Um des Andenkens eures Vaters willen, seid einträchtig!
Vorlage S. 642
41
OLIVER.
Vorlage S. 642
42
Lass mich gehn, sag' ich.
Vorlage S. 642
43
ORLANDO.
Vorlage S. 642
44
Nicht eher, bis mir's gefällt: Ihr sollt mich anhören. Mein Vater legte Euch in seinem Testament auf, mir eine gute Erziehung zu geben. Ihr habt mich wie einen Bauern groß gezogen, habt alle Eigenschaften, die einem Edelmann zukommen, vor mir verborgen und verschlossen gehalten. Der Geist meines Vaters wird mächtig in mir, und ich will es nicht länger erdulden: darum gesteht mir solche Übungen zu, wie sie dem Edelmann geziemen, oder gebt mir das geringe Teil, das mir mein Vater im Testament hinterließ, so will ich mein Glück damit versuchen.
Vorlage S. 642
45
OLIVER.
Vorlage S. 642
46
Und was willst du anfangen? Betteln, wenn das durchgebracht ist? Gut, geht nur hinein, ich will mich nicht lange mit Euch quälen, Ihr sollt zum Teil Euren Willen haben: ich bitt' Euch, lasst mich nur!
Vorlage S. 642
47
ORLANDO.
Vorlage S. 642
48
Ich will Euch nicht weiter belästigen, als mir für mein Bestes notwendig ist.
Vorlage S. 642
49
OLIVER.
Vorlage S. 642
50
Packt Euch mit ihm, alter Hund!
Vorlage S. 642
51
ADAM.
Vorlage S. 642
52
Ist »alter Hund« mein Lohn? Doch es ist wahr, die Zähne sind mir in Eurem Dienst ausgefallen. – Gott segne meinen alten Herrn, er hätte solch ein Wort nicht gesprochen.
Vorlage S. 642
53
Orlando und Adam ab.
Vorlage S. 642
54
OLIVER.
Vorlage S. 642
55
Steht es so? Fängst du an, mir über den Kopf zu wachsen? Ich will dir den Kitzel vertreiben, und die tausend Kronen doch nicht geben. He, Dennis!
Vorlage S. 642
56
Dennis kommt.
Vorlage S. 642
57
DENNIS.
Vorlage S. 642
58
Rufen Euer Gnaden?
Vorlage S. 642
59
OLIVER.
Vorlage S. 642
60
Wollte nicht Charles, des Herzogs Ringer, mit mir sprechen?
Vorlage S. 642
61
DENNIS.
Vorlage S. 642
62
Wenn es Euch beliebt, er ist hier an der Tür und bittet sehr um Zutritt zu Euch.
Vorlage S. 642
63
OLIVER.
Vorlage S. 642
64
Ruft ihn herein!
Vorlage S. 642
65
Dennis ab.
Vorlage S. 642
66
Das wird eine gute Auskunft sein, und morgen ist der Wettkampf schon.
Vorlage S. 642
67
Charles kommt.
Vorlage S. 642
68
CHARLES.
Vorlage S. 642
69
Euer Gnaden guten Morgen!
Vorlage S. 643
70
OLIVER.
Vorlage S. 643
71
Guter Monsieur Charles! – Was sind die neuesten Neuigkeiten am neuen Hof?
Vorlage S. 643
72
CHARLES.
Vorlage S. 643
73
Keine Neuigkeiten am Hof als die alten, nämlich dass der alte Herzog von seinem jüngeren Bruder, dem neuen Herzog, vertrieben ist, und drei oder vier getreue Herren haben sich in freiwillige Verbannung mit ihm begeben; ihre Ländereien und Einkünfte bereichern den neuen Herzog, darum gibt er ihnen gern Erlaubnis, zu wandern.
Vorlage S. 643
74
OLIVER.
Vorlage S. 643
75
Könnt Ihr mir sagen, ob Rosalinde, des Herzogs Tochter, mit ihrem Vater verbannt ist?
Vorlage S. 643
76
CHARLES.
Vorlage S. 643
77
O nein, denn des Herzogs Tochter, ihre Muhme, liebt sie so, da sie von der Wiege an zusammen aufgewachsen sind: sie wäre ihr in die Verbannung gefolgt, oder gestorben, wenn sie hätte zurückbleiben müssen. Sie ist am Hofe, und der Oheim liebt sie nicht weniger als seine eigne Tochter. Niemals haben sich zwei Frauen mehr geliebt als sie.
Vorlage S. 643
78
OLIVER.
Vorlage S. 643
79
Wo wird sich der alte Herzog aufhalten?
Vorlage S. 643
80
CHARLES.
Vorlage S. 643
81
Sie sagen, er ist bereits im Ardenner Wald, und viel lustige Leute mit ihm, und da leben sie wie Zigeunervolk. Es heißt, viele junge Leute strömen ihm täglich zu, und versaufen sorglos die Zeit, wie im goldnen Alter.
Vorlage S. 643
82
OLIVER.
Vorlage S. 643
83
Sagt, werdet Ihr morgen vor dem Herzoge ringen?
Vorlage S. 643
84
CHARLES.
Vorlage S. 643
85
Ganz gewiss, Herr, und ich komme, Euch etwas zu eröffnen. Man hat mich unter der Hand benachrichtigt, dass Euer jüngster Bruder Orlando gewillt ist, gegen mich verkleidet einen Gang zu wagen. Morgen, Herr, ringe ich für meinen Ruhm, und wer ohne zerbrochne Gliedmaßen davon kommt, wird von Glück zu sagen haben. Euer Bruder ist jung und zart, und um Euretwillen sollte es mir leid tun, ihn so zuzurichten, wie ich doch meiner eignen Ehre wegen müsste, wenn er sich stellt. Darum kam ich aus Liebe zu Euch her, Euch Nachricht davon zu geben, damit Ihr ihn entweder von seinem Vorhaben zurückhaltet, oder nicht übel nehmt, was über ihn ergeht, weil er sich's doch selber zugezogen hat, und es ganz gegen meinen Willen geschieht.
Vorlage S. 643
86
OLIVER.
Vorlage S. 643
87
Charles, ich danke dir für deine Liebe zu mir, die ich freundlichst vergelten will, wie du sehn sollst. Ich habe selbst einen Wink von meines Bruders Absicht hierauf bekommen, und unter der Hand gearbeitet, ihn davon abzubringen, aber er ist entschlossen. Ich muss dir sagen, Charles, – er ist der hartnäckigste junge Bursch in Frankreich, voll Ehrgeiz, ein neidischer Nebenbuhler von jedermanns Gaben, ein heimlicher und niederträchtiger Ränkemacher gegen mich, seinen leiblichen Bruder. Darum tu' nach Gefallen: mir wär's so lieb, du brächest ihm den Hals als die Finger; und du magst dich nur vorsehn, denn wenn du ihm nur eine geringe Schmach zufügst, oder wenn er keine große Ehre an dir einlegen kann, so wird er dir mit Gift nachstellen, dich durch irgend eine Verräterei fangen, und nicht von dir lassen, bis er dich auf diese oder jene Weise ums Leben gebracht hat; denn ich versichre dir, und fast mit Tränen sage ich es, es lebt kein Mensch auf Erden, der so jung und so verrucht wäre. Ich spreche noch brüderlich von ihm; sollte ich ihn dir zergliedern, so wie er ist, so müsste ich erröten und weinen, und du müsstest blass werden und erstaunen.
Vorlage S. 644
88
CHARLES.
Vorlage S. 644
89
Ich bin herzlich erfreut, dass ich zu Euch kam. Stellt er sich morgen ein, so will ich ihm seinen Lohn geben. Wenn er je wieder auf die Beine kommt, so will ich mein Lebtag nicht wieder um den Preis ringen. Gott behüte Euer Gnaden! Ab.
Vorlage S. 644
90
OLIVER.
Vorlage S. 644
91
Lebt wohl, guter Charles! – Nun will ich den Abenteurer anspornen. Ich hoffe, sein Ende zu erleben, denn meine Seele, ich weiß nicht warum, hasset nichts so sehr als ihn. Doch ist er von sanftem Gemüt, nicht belehrt und dennoch unterrichtet, voll edlen Trachtens, von jedermann bis zur Verblendung geliebt; und in der Tat so fest im Herzen der Leute, besonders meiner eignen, die ihn am besten kennen, dass ich darüber ganz gering geschätzt werde. Aber so soll es nicht lange sein, – dieser Ringer soll alles ins reine bringen. Es bleibt nichts zu tun übrig, als dass ich den Knaben dorthin hetze, was ich gleich ins Werk richten will. Ab.
Vorlage S. 644
92
Zweite Szene
Vorlage S. 645
93
Eine Esplanade vor des Herzogs Palast. Rosalinde und Celia treten auf.
Vorlage S. 645
94
CELIA.
Vorlage S. 645
95
Ich bitte dich, Rosalinde, liebes Mühmchen, sei lustig!
Vorlage S. 645
96
ROSALINDE.
Vorlage S. 645
97
Liebe Celia, ich zeige mehr Fröhlichkeit, als ich in meiner Gewalt habe, und du wolltest dennoch, dass ich noch lustiger wäre? Kannst du mich nicht lehren, einen verbannten Vater zu vergessen, so musst du nicht verlangen, dass mir eine ungewöhnliche Lust in den Sinn kommen soll.
Vorlage S. 645
98
CELIA.
Vorlage S. 645
99
Daran sehe ich, dass du mich nicht in so vollem Maße liebst, wie ich dich liebe. Wenn mein Oheim, dein verbannter Vater, deinen Oheim, den Herzog, meinen Vater, verbannt hätte, und du wärst immer bei mir geblieben, so hätte ich meine Liebe gewöhnen können, deinen Vater als den meinigen anzusehn. Das würdest du auch tun, wenn deine Liebe zu mir von so echter Beschaffenheit wäre, als die meinige zu dir.
Vorlage S. 645
100
ROSALINDE.
Vorlage S. 645
101
Gut, ich will meinen Glücksstand vergessen, um mich an deinem zu erfreun.
Vorlage S. 645
102
CELIA.
Vorlage S. 645
103
Du weißt, mein Vater hat kein Kind außer mir, und auch keine Aussicht, eins zu bekommen; und wahrlich, wenn er stirbt, sollst du seine Erbin sein: denn was er deinem Vater mit Gewalt genommen, will ich dir in Liebe wieder geben. Bei meiner Ehre, das will ich, und wenn ich meinen Eid breche, mag ich zum Ungeheuer werden! Darum, meine süße Rose, meine liebe Rose, sei lustig!
Vorlage S. 645
104
ROSALINDE.
Vorlage S. 645
105
Das will ich von nun an, Mühmchen, und auf Späße denken. Lass sehen, was hältst du vom Verlieben?
Vorlage S. 645
106
CELIA.
Vorlage S. 645
107
Ei ja, tu's, um Spaß damit zu treiben! Aber liebe keinen Mann in wahrem Ernst, auch zum Spaß nicht weiter, als dass du mit einem unschuldigen Erröten in Ehren wieder davon kommen kannst.
Vorlage S. 645
108
ROSALINDE.
Vorlage S. 645
109
Was wollen wir denn für Spaß haben?
Vorlage S. 645
110
CELIA.
Vorlage S. 645
111
Lass uns sitzen und die ehrliche Hausmutter Fortuna von ihrem Rade weglästern, damit ihre Gaben künftig gleicher ausgeteilt werden mögen.
Vorlage S. 645
112
ROSALINDE.
Vorlage S. 645
113
Ich wollte, wir könnten das: denn ihre Wohltaten sind oft gewaltig übel angebracht, und am meisten versieht sich die freigebige blinde Frau mit ihren Geschenken an Frauen.
Vorlage S. 646
114
CELIA.
Vorlage S. 646
115
Das ist wahr; denn die, welche sie schön macht, macht sie selten ehrbar, und die, welche sie ehrbar macht, macht sie sehr hässlich.
Vorlage S. 646
116
ROSALINDE.
Vorlage S. 646
117
Nein, da gehst du über von Fortunens Amt zu dem der Natur: Fortuna herrscht in den weltlichen Gaben, nicht in den Zügen der Natur.
Vorlage S. 646
118
Probstein kommt.
Vorlage S. 646
119
CELIA.
Vorlage S. 646
120
Nicht? wenn die Natur ein schönes Geschöpf gemacht hat, kann es Fortuna nicht ins Feuer fallen lassen? – Wiewohl uns die Natur Witz genug verliehen hat, um des Glückes zu spotten, schickt es nicht diesen Narren herein, dem Gespräch ein Ende zu machen?
Vorlage S. 646
121
ROSALINDE.
Vorlage S. 646
122
In der Tat, da ist das Glück der Natur zu mächtig, wenn es durch einen natürlichen Einfaltspinsel dem natürlichen Witz ein Ende macht.
Vorlage S. 646
123
CELIA.
Vorlage S. 646
124
Wer weiß, auch dies ist nicht das Werk des Glückes, sondern der Natur, die unsern natürlichen Witz zu albern findet, um über solche Göttinnen zu klügeln, und uns diesen Einfältigen zum Schleifstein geschickt hat: denn immer ist die Albernheit des Narren der Schleifstein der Witzigen. – Nun, Witziger? wohin wanderst du?
Vorlage S. 646
125
PROBSTEIN.
Vorlage S. 646
126
Fräulein, Ihr müsst zu Eurem Vater kommen.
Vorlage S. 646
127
CELIA.
Vorlage S. 646
128
Seid Ihr als Bote abgeschickt?
Vorlage S. 646
129
PROBSTEIN.
Vorlage S. 646
130
Nein, auf meine Ehre, man hieß mich nur nach Euch gehn.
Vorlage S. 646
131
ROSALINDE.
Vorlage S. 646
132
Wo hast du den Schwur gelernt, Narr?
Vorlage S. 646
133
PROBSTEIN.
Vorlage S. 646
134
Von einem gewissen Ritter, der bei seiner Ehre schwur, die Pfannkuchen wären gut, und bei seiner Ehre schwur, der Senf wäre nichts nutz. Nun behaupte ich, die Pfannkuchen waren nichts nutz und der Senf gut, und doch hatte der Ritter nicht falsch geschworen.
Vorlage S. 646
135
CELIA.
Vorlage S. 646
136
Wie beweiset Ihr das in der Hülle und Fülle Eurer Gelahrtheit?
Vorlage S. 646
137
ROSALINDE.
Vorlage S. 646
138
Ei ja, nun nehmt Eurer Weisheit den Maulkorb ab!
Vorlage S. 647
139
PROBSTEIN.
Vorlage S. 647
140
Tretet beide vor, streicht Euer Kinn, und schwört bei euren Bärten, dass ich ein Schelm bin.
Vorlage S. 647
141
CELIA.
Vorlage S. 647
142
Bei unsern Bärten, wenn wir welche hätten, du bist einer.
Vorlage S. 647
143
PROBSTEIN.
Vorlage S. 647
144
Bei meiner Schelmerei, wenn ich sie hätte, dann wär' ich einer. Aber wenn ihr bei dem schwört, was nicht ist, so habt ihr nicht falsch geschworen; ebenso wenig der Ritter, der auf seine Ehre schwur, denn er hatte niemals welche, oder wenn auch, so hatte er sie längst weggeschworen, ehe ihm diese Pfannkuchen und der Senf zu Gesicht kamen.
Vorlage S. 647
145
CELIA.
Vorlage S. 647
146
Ich bitte dich, wen meinst du?
Vorlage S. 647
147
PROBSTEIN.
Vorlage S. 647
148
Einen, den der alte Friedrich, Euer Vater, liebt.
Vorlage S. 647
149
CELIA.
Vorlage S. 647
150
Meines Vaters Liebe reicht hin, ihm zu Ehre zu verhelfen. Genug, sprecht nicht mehr von ihm; Ihr werdet gewiss nächstens einmal für Euren bösen Leumund gestäupt.
Vorlage S. 647
151
PROBSTEIN.
Vorlage S. 647
152
Desto schlimmer, dass Narren nicht mehr weislich sagen dürfen, was weise Leute närrisch tun.
Vorlage S. 647
153
CELIA.
Vorlage S. 647
154
Meiner Treu, du sagst die Wahrheit: denn seit das bisschen Witz, was die Narren haben, zum Schweigen gebracht worden ist, so macht das bisschen Narrheit, was weise Leute besitzen, große Parade. Da kommt Monsieur Le Beau.
Vorlage S. 647
155
Le Beau tritt auf.
Vorlage S. 647
156
ROSALINDE.
Vorlage S. 647
157
Den Mund voll von Neuigkeiten.
Vorlage S. 647
158
CELIA.
Vorlage S. 647
159
Die er uns zukommen lassen wird, wie Tauben ihre Jungen füttern.
Vorlage S. 647
160
ROSALINDE.
Vorlage S. 647
161
Da werden wir also mit Neuigkeiten gemästet.
Vorlage S. 647
162
CELIA.
Vorlage S. 647
163
Desto besser, so stehn wir ansehnlicher zu Markt. Guten Morgen, Monsieur Le Beau! Was gibt es Neues?
Vorlage S. 647
164
LE BEAU.
Vorlage S. 647
165
Schöne Prinzessin, Euch ist ein guter Spaß entgangen.
Vorlage S. 647
166
CELIA.
Vorlage S. 647
167
Ein Spaß? wohin?
Vorlage S. 647
168
LE BEAU.
Vorlage S. 647
169
Wohin, Madame? Wie soll ich das beantworten?
Vorlage S. 647
170
ROSALINDE.
Vorlage S. 647
171
Wie es Witz und Glück verleihen.
Vorlage S. 647
172
PROBSTEIN.
Vorlage S. 647
173
Oder wie das Verhängnis beschließt.
Vorlage S. 647
174
CELIA.
Vorlage S. 647
175
Gut gesagt! Das war wie mit der Kelle angeworfen.
Vorlage S. 647
176
PROBSTEIN.
Vorlage S. 647
177
Ja, wenn ich meinen Geschmack nicht behaupte –
Vorlage S. 648
178
ROSALINDE.
Vorlage S. 648
179
So verlierst du deinen alten Beischmack.
Vorlage S. 648
180
LE BEAU.
Vorlage S. 648
181
Ihr bringt mich aus der Fassung, meine Damen. Ich wollte euch von einem wackern Ringen erzählen, das ihr versäumt habt mit anzusehn.
Vorlage S. 648
182
ROSALINDE.
Vorlage S. 648
183
Sagt uns doch, wie es dabei herging!
Vorlage S. 648
184
LE BEAU.
Vorlage S. 648
185
Ich will euch den Anfang erzählen, und wenn es Euer Gnaden gefällt, könnt ihr das Ende ansehn; denn das Beste muss noch geschehen, und sie kommen hieher, wo ihr seid, um es auszuführen.
Vorlage S. 648
186
CELIA.
Vorlage S. 648
Historische Darstellung von William Shakespeare
Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von William Shakespeare — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Martin Droeshout · Public domain Bildquelle ↗
187
Gut, den Anfang, der tot und begraben ist.
Vorlage S. 648
188
LE BEAU.
Vorlage S. 648
189
Es kam ein alter Mann mit seinen drei Söhnen, –
Vorlage S. 648
190
CELIA.
Vorlage S. 648
191
Ich weiß ein altes Märchen, das so anfängt.
Vorlage S. 648
192
LE BEAU.
Vorlage S. 648
193
Drei stattliche junge Leute, vortrefflich gewachsen und männlich, –
Vorlage S. 648
194
ROSALINDE.
Vorlage S. 648
195
Mit Zetteln am Halse: »Kund und zu wissen sei männiglich,« –
Vorlage S. 648
196
LE BEAU.
Vorlage S. 648
197
Der älteste unter den dreien rang mit Charles, des Herzogs Ringer. Charles warf ihn in einem Augenblick nieder, und brach ihm drei Rippen entzwei, so dass fast keine Hoffnung für sein Leben ist; ebenso richtete er den zweiten und den dritten zu. Dort liegen sie, und der arme alte Mann, ihr Vater, erhebt eine so jämmerliche Wehklage über sie, dass alle Zuschauer ihm mit Weinen beistehn.
Vorlage S. 648
198
ROSALINDE.
Vorlage S. 648
199
Ach!
Vorlage S. 648
200
PROBSTEIN.
Vorlage S. 648
201
Aber welches ist der Spaß, Herr, der den Damen entgangen ist?
Vorlage S. 648
202
LE BEAU.
Vorlage S. 648
203
Nun, der, wovon ich spreche.
Vorlage S. 648
204
PROBSTEIN.
Vorlage S. 648
205
So wird man alle Tage klüger! Das ist das erste, was ich höre, dass Rippenentzweibrechen ein Spaß für Damen ist.
Vorlage S. 648
206
CELIA.
Vorlage S. 648
207
Ich auch, das versichre ich dir.
Vorlage S. 648
208
ROSALINDE.
Vorlage S. 648
209
Aber ist denn noch jemand da, den danach lüstet, sich mit dieser Musik die Seiten sprengen zu lassen? Ist noch sonst wer auf zerbrochne Rippen erpicht? – Sollen wir das Ringen mit ansehen, Muhme?
Vorlage S. 648
210
LE BEAU.
Vorlage S. 648
211
Ihr müsst, wenn ihr hier bleibt; denn sie haben diesen Platz zum Kampfe gewählt: er wird gleich vor sich gehn.
Vorlage S. 648
212
CELIA.
Vorlage S. 648
213
Wirklich, dort kommen sie. Lass uns nun bleiben und zusehn!
Vorlage S. 649
214
Trompetenstoß. Herzog Friedrich, Herren vom Hofe, Orlando, Charles und Gefolge.
Vorlage S. 649
215
HERZOG FRIEDRICH.
Vorlage S. 649
216
Wohlan! Da der junge Mensch nicht hören will, so mag er auf seine eigne Gefahr vorwitzig sein.
Vorlage S. 649
217
ROSALINDE.
Vorlage S. 649
218
Ist der dort der Mann?
Vorlage S. 649
219
LE BEAU.
Vorlage S. 649
220
Das ist er, mein Fräulein.
Vorlage S. 649
221
CELIA.
Vorlage S. 649
222
Ach, er ist zu jung, doch hat er ein siegreiches Ansehn.
Vorlage S. 649
223
HERZOG FRIEDRICH.
Vorlage S. 649
224
Ei, Tochter und Nichte? Seid ihr hieher geschlichen, um das Ringen zu sehn?
Vorlage S. 649
225
ROSALINDE.
Vorlage S. 649
226
Ja, mein Fürst, wenn Ihr uns gütigst erlaubt.
Vorlage S. 649
227
HERZOG FRIEDRICH.
Vorlage S. 649
228
Ihr werdet wenig Vergnügen daran finden, das kann ich euch sagen: das Paar ist zu ungleich. Aus Mitleid mit des Ausfoderers Jugend, möchte ich ihn gern davon abbringen, allein er lässt sich nicht raten; sprecht mit ihm, Fräuleins, seht, ob ihr ihn bewegen könnt!
Vorlage S. 649
229
CELIA.
Vorlage S. 649
230
Ruft ihn hieher, guter Monsieur Le Beau!
Vorlage S. 649
231
HERZOG FRIEDRICH.
Vorlage S. 649
232
Tut das, ich will nicht dabei sein.
Vorlage S. 649
233
Der Herzog entfernt sich.
Vorlage S. 649
234
LE BEAU.
Vorlage S. 649
235
Herr Ausfoderer, die Prinzessinnen verlangen Euch zu sprechen.
Vorlage S. 649
236
ORLANDO.
Vorlage S. 649
237
Ich bin ehrerbietigst zu ihrem Befehl.
Vorlage S. 649
238
ROSALINDE.
Vorlage S. 649
239
Junger Mann, habt Ihr Charles den Ringer herausgefordert?
Vorlage S. 649
240
ORLANDO.
Vorlage S. 649
241
Nein, schöne Prinzessin; er ist der allgemeine Ausfoderer: ich komme bloß wie andre auch, die Kräfte meiner Jugend gegen ihn zu versuchen.
Vorlage S. 649
242
CELIA.
Vorlage S. 649
243
Junger Mann, Euer Mut ist zu kühn für Eure Jahre. Ihr habt einen grausamen Beweis von der Stärke dieses Menschen gesehn: wenn Ihr Euch selbst mit Euren Augen sähet, oder mit Eurem Urteil erkenntet, so würde Euch die Furcht vor dem Ausgange ein gleicheres Wagstück anraten. Wir bitten Euch um Eurer selbst willen, an Eure Sicherheit zu denken und das Unternehmen aufzugeben.
Vorlage S. 649
244
ROSALINDE.
Vorlage S. 649
245
Tut das, junger Mann; Euer Ruf soll deswegen nicht herabgesetzt werden. Es soll unser Gesuch beim Herzoge sein, dass das Ringen nicht vor sich gehe.
Vorlage S. 649
246
ORLANDO.
Vorlage S. 650
247
Ich beschwöre euch, straft mich nicht mit euren nachteiligen Gedanken; ich erkenne mich selbst für schuldig, dass ich so schönen und vortrefflichen Fräulein irgend etwas verweigre. Lasst nur eure schönen Augen und freundlichen Wünsche mich zu meiner Prüfung geleiten! Wenn ich zu Boden geworfen werde, so kommt nur Schmach über jemand, der noch niemals in Ehren war; wenn umgebracht, so ist nur jemand tot, der sich nichts anders wünscht. Ich werde meinen Freunden kein Leid zufügen, denn ich habe keine, mich zu beweinen; und der Welt keinen Nachteil, denn ich besitze nichts in ihr: ich fülle in der Welt nur einen Platz aus, der besser besetzt werden kann, wenn ich ihn räume.
Vorlage S. 650
248
ROSALINDE.
Vorlage S. 650
249
Ich wollte, das bisschen Stärke, das ich habe, wäre mit Euch.
Vorlage S. 650
250
CELIA.
Vorlage S. 650
251
Meine auch, um ihre zu ergänzen.
Vorlage S. 650
252
ROSALINDE.
Vorlage S. 650
253
Fahrt wohl! Gebe der Himmel, dass ich mich in Euch betrüge!
Vorlage S. 650
254
CELIA.
Vorlage S. 650
255
Eures Herzens Wunsch werde Euch zuteil!
Vorlage S. 650
256
CHARLES.
Vorlage S. 650
257
Wohlan, wo ist der junge Held, dem so danach gelüstet, bei seiner Mutter Erde zu liegen?
Vorlage S. 650
258
ORLANDO.
Vorlage S. 650
259
Hier ist er, Herr, aber sein Wille hegt eine anständigere Absicht.
Vorlage S. 650
260
HERZOG FRIEDRICH.
Vorlage S. 650
261
Ihr sollt nur einen Gang machen.
Vorlage S. 650
262
CHARLES.
Vorlage S. 650
263
Ich stehe Euer Hoheit dafür, Ihr werdet ihn nicht zu einem zweiten bereden, nachdem Ihr ihn so dringend vom ersten abgemahnt habt.
Vorlage S. 650
264
ORLANDO.
Vorlage S. 650
265
Ihr denkt nachher über mich zu spotten, so braucht Ihr's nicht vorher zu tun. Doch kommt zur Sache!
Vorlage S. 650
266
ROSALINDE.
Vorlage S. 650
267
Nun, Herkules steh' dir bei, junger Mann!
Vorlage S. 650
268
CELIA.
Vorlage S. 650
269
Ich wollte, ich wäre unsichtbar, um dem starken Manne das Bein unterweg ziehen zu können.
Vorlage S. 650
270
Charles und Orlando ringen.
Vorlage S. 650
271
ROSALINDE.
Vorlage S. 650
272
Hätte ich einen Donnerkeil in meinen Augen, so weiß ich, wer zu Boden sollte.
Vorlage S. 650
273
Charles wird zu Boden geworfen. Jubelgeschrei.
Vorlage S. 650
274
HERZOG FRIEDRICH.
Vorlage S. 650
275
Nicht weiter! Nicht weiter!
Vorlage S. 651
276
ORLANDO.
Vorlage S. 651
277
Ja, wenn es Euer Hoheit beliebt: ich habe noch keinen Odem wieder.
Vorlage S. 651
278
HERZOG FRIEDRICH.
Vorlage S. 651
279
Wie steht's mit dir, Charles?
Vorlage S. 651
280
LE BEAU.
Vorlage S. 651
281
Er kann nicht sprechen, mein Fürst.
Vorlage S. 651
282
HERZOG FRIEDRICH.
Vorlage S. 651
283
Tragt ihn weg! Wie ist dein Name, junger Mensch?
Vorlage S. 651
284
ORLANDO.
Vorlage S. 651
285
Orlando, mein Fürst, der jüngste Sohn des Freiherrn Roland de Boys.
Vorlage S. 651
286
HERZOG FRIEDRICH.
Vorlage S. 651
287
Ich wollt', du wärst sonst jemands Sohn gewesen.
Vorlage S. 651
288
Die Welt hielt deinen Vater ehrenwert,
Vorlage S. 651
289
Doch ich erfand ihn stets als meinen Feind.
Vorlage S. 651
290
Du würd'st mir mehr mit dieser Tat gefallen,
Vorlage S. 651
291
Wenn du aus einem andern Hause stammtest.
Vorlage S. 651
292
Doch fahre wohl; du bist ein wackrer Jüngling:
Vorlage S. 651
293
Hätt'st du 'nen andern Vater nur genannt!
Vorlage S. 651
294
Herzog Friedrich mit Gefolge und Le Beau ab.
Vorlage S. 651
295
CELIA.
Vorlage S. 651
296
Wär' ich mein Vater, Mühmchen, tät' ich dies?
Vorlage S. 651
297
ORLANDO.
Vorlage S. 651
298
Ich bin weit stolzer, Rolands Sohn zu sein,
Vorlage S. 651
299
Sein jüngster Sohn, – und tauschte nicht den Anspruch,
Vorlage S. 651
300
Würd' ich auch Friedrichs angenommner Erbe.
Vorlage S. 651
301
ROSALINDE.
Vorlage S. 651
302
Mein Vater liebte Roland wie sein Leben,
Vorlage S. 651
303
Und alle Welt war so wie er gesinnt.
Vorlage S. 651
304
Hätt' ich zuvor den jungen Mann gekannt,
Vorlage S. 651
305
Den Bitten hätt' ich Tränen zugesellt,
Vorlage S. 651
306
Eh' er sich so gewagt.
Vorlage S. 651
307
CELIA.
Vorlage S. 651
308
Komm, liebe Muhme,
Vorlage S. 651
309
Lass uns ihm danken und ihm Mut einsprechen:
Vorlage S. 651
310
Denn meines Vaters rauhe, neid'sche Art
Vorlage S. 651
311
Geht mir ans Herz. – Herr, Ihr habt Lob verdient;
Vorlage S. 651
312
Wenn Ihr im Lieben Eu'r Versprechen haltet,
Vorlage S. 651
313
Wie Ihr verdunkelt, was man sich versprach,
Vorlage S. 651
314
Ist Eure Liebste glücklich.
Vorlage S. 651
315
ROSALINDE
Vorlage S. 651
316
gibt ihm eine Kette von ihrem Halse.
Vorlage S. 651
317
Junger Mann,
Vorlage S. 651
318
Tragt dies von mir, von einer Glückverstoßnen,
Vorlage S. 651
319
Die mehr wohl gäbe, fehlt' es nicht an Mitteln.
Vorlage S. 651
320
Nun, gehn wir, Muhme?
Vorlage S. 651
321
CELIA.
Vorlage S. 651
322
Ja. – Lebt wohl denn, edler Junker!
Vorlage S. 652
323
ORLANDO.
Vorlage S. 652
324
Kann ich nicht sagen: Dank? Mein beßres Teil
Vorlage S. 652
325
Liegt ganz darnieder; was noch aufrecht steht,
Vorlage S. 652
326
Ist nur ein Wurfziel, bloß ein leblos Holz.
Vorlage S. 652
327
ROSALINDE.
Vorlage S. 652
328
Er ruft uns nach: mein Stolz sank mit dem Glück,
Vorlage S. 652
329
Ich frag' ihn, was er will: – Rieft Ihr uns, Herr? –
Vorlage S. 652
330
Herr, Ihr habt brav gekämpft und mehre noch
Vorlage S. 652
331
Besiegt als Eure Feinde.
Vorlage S. 652
332
CELIA.
Vorlage S. 652
333
Komm doch, Mühmchen!
Vorlage S. 652
334
ROSALINDE.
Vorlage S. 652
335
Ich komme schon, – lebt wohl!
Vorlage S. 652
336
Rosalinde und Celia ab.
Vorlage S. 652
337
ORLANDO.
Vorlage S. 652
338
Welch ein Gefühl belastet meine Zunge?
Vorlage S. 652
339
Ich kann nicht reden, lud sie gleich mich ein.
Vorlage S. 652
340
Le Beau kommt.
Vorlage S. 652
341
Armer Orlando! du bist überwältigt,
Vorlage S. 652
342
Charles oder etwas Schwächers siegt dir ob.
Vorlage S. 652
343
LE BEAU.
Vorlage S. 652
344
Mein guter Herr, ich rat' aus Freundschaft Euch,
Vorlage S. 652
345
Verlasst den Ort; wiewohl Ihr hohen Preis
Vorlage S. 652
346
Euch habt erworben, Lieb' und echten Beifall,
Vorlage S. 652
347
So steht doch so des Herzogs Stimmung nun,
Vorlage S. 652
348
Dass er mißdeutet, was Ihr nun getan.
Vorlage S. 652
349
Der Fürst ist launisch; was er ist, in Wahrheit,
Vorlage S. 652
350
Ziemt besser Euch zu sehn, als mir zu sagen.
Vorlage S. 652
351
ORLANDO.
Vorlage S. 652
352
Ich dank' Euch, Herr, und bitt' Euch, sagt mir dies:
Vorlage S. 652
353
Wer war des Herzogs Tochter, von den beiden,
Vorlage S. 652
354
Die hier beim Ringen waren?
Vorlage S. 652
355
LE BEAU.
Vorlage S. 652
356
Von beiden keine, wenn's nach Sitten gilt.
Vorlage S. 652
357
Doch wirklich ist die kleinste seine Tochter,
Vorlage S. 652
358
Die andre, Tochter des verbannten Herzogs,
Vorlage S. 652
359
Von ihrem Oheim hier zurückbehalten
Vorlage S. 652
360
Zu seiner Tochter Umgang: ihre Liebe
Vorlage S. 652
361
Ist zärtlicher als schwesterliche Bande.
Vorlage S. 652
362
Doch sag' ich Euch, seit kurzem hegt der Herzog
Vorlage S. 652
363
Unwillen gegen seine holde Nichte,
Vorlage S. 652
364
Der auf die Ursach' bloß gegründet ist,
Vorlage S. 652
365
Dass sie die Welt um ihre Gaben preist,
Vorlage S. 652
366
Und sie beklagt um ihres Vaters willen;
Vorlage S. 653
367
Und auf mein Wort, sein Ingrimm auf das Fräulein
Vorlage S. 653
368
Bricht einmal plötzlich los. – Lebt wohl, mein Herr:
Vorlage S. 653
369
Dereinst, in einer bessern Welt als diese,
Vorlage S. 653
370
Wünsch' ich mir mehr von Eurer Lieb' und Umgang.
Vorlage S. 653
371
ORLANDO.
Vorlage S. 653
Historische Illustration zu Wie es euch gefällt
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Wie es euch gefällt“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · William Harvey Engraver. · CC BY 3.0 Bildquelle ↗
372
Ich bleib' Euch sehr verbunden; lebet wohl!
Vorlage S. 653
373
Le Beau ab.
Vorlage S. 653
374
So muss ich aus dem Dampf in die Erstickung,
Vorlage S. 653
375
Von Herzogs Druck in Bruders Unterdrückung.
Vorlage S. 653
376
Doch Engel Rosalinde!
Vorlage S. 653
377
Ab.
Vorlage S. 653
378
Dritte Szene
Vorlage S. 653
379
Ein Zimmer im Palast.
Vorlage S. 653
380
Celia und Rosalinde treten auf.
Vorlage S. 653
381
CELIA.
Vorlage S. 653
382
Ei, Mühmchen! ei, Rosalinde! – Cupido sei uns gnädig, nicht ein Wort?
Vorlage S. 653
383
ROSALINDE.
Vorlage S. 653
384
Nicht eins, das man einem Hunde vorwerfen könnte.
Vorlage S. 653
385
CELIA.
Vorlage S. 653
386
Nein, deine Worte sind zu kostbar, um sie den Hunden vorzuwerfen: wirf mir einige zu! Komm, lähme mich mit Vernunftgründen!
Vorlage S. 653
387
ROSALINDE.
Vorlage S. 653
388
Da wär' es um zwei Muhmen geschehn, wenn die eine mit Gründen gelähmt würde, und die andre unklug ohne Grund.
Vorlage S. 653
389
CELIA.
Vorlage S. 653
390
Aber ist das alles um deinen Vater?
Vorlage S. 653
391
ROSALINDE.
Vorlage S. 653
392
Nein, etwas davon ist um meines Vaters Kind. Oh, wie voll Disteln ist diese Werktagswelt!
Vorlage S. 653
393
CELIA.
Vorlage S. 653
394
Es sind nur Kletten, Liebe, die dir bei einem Festtagsspaß angeworfen werden. Wenn wir nicht in gebahnten Wegen gehn, so haschen unsre eignen Röcke sie auf.
Vorlage S. 653
395
ROSALINDE.
Vorlage S. 653
396
Vom Rocke könnt' ich sie abschütteln; diese Kletten stecken mir im Herzen.
Vorlage S. 653
397
CELIA.
Vorlage S. 653
398
Huste sie weg!
Vorlage S. 653
399
ROSALINDE.
Vorlage S. 653
400
Das wollte ich wohl tun, wenn ich ihn herbei husten könnte.
Vorlage S. 653
401
CELIA.
Vorlage S. 653
402
Ei was, ringe mit deinen Neigungen!
Vorlage S. 654
403
ROSALINDE.
Vorlage S. 654
404
Ach, sie nehmen die Partei eines bessern Ringers, als ich bin.
Vorlage S. 654
405
CELIA.
Vorlage S. 654
406
Helfe dir der Himmel! Du wirst dich zu seiner Zeit mit ihm messen, gilt es auch eine Niederlage. – Doch lass uns diese Scherze abdanken und in vollem Ernste sprechen. Ist es möglich, dass du mit einem Male in eine so gewaltige Zuneigung zu des alten Herrn Roland jüngstem Sohn verfallen konntest?
Vorlage S. 654
407
ROSALINDE.
Vorlage S. 654
408
Der Herzog, mein Vater, liebte seinen Vater über alles.
Vorlage S. 654
409
CELIA.
Vorlage S. 654
410
Folgt daraus, dass du seinen Sohn über alles lieben musst? Nach dieser Folgerung müsste ich ihn hassen, denn mein Vater haßte seinen Vater über alles, und doch hasse ich den Orlando nicht.
Vorlage S. 654
411
ROSALINDE.
Vorlage S. 654
412
Nein, gewiss, hasse ihn nicht, um meinetwillen!
Vorlage S. 654
413
CELIA.
Vorlage S. 654
414
Warum sollte ich? Verdient er nicht alles Gute?
Vorlage S. 654
415
Herzog Friedrich kommt mit Herren vom Hofe.
Vorlage S. 654
416
ROSALINDE.
Vorlage S. 654
417
Um deswillen lass mich ihn lieben, und liebe du ihn, weil ich es tue! – Sieh, da kommt der Herzog.
Vorlage S. 654
418
CELIA.
Vorlage S. 654
419
Die Augen voller Zorn.
Vorlage S. 654
420
HERZOG FRIEDRICH.
Vorlage S. 654
421
Fräulein, in schnellster Eile schickt Euch an,
Vorlage S. 654
422
Und weicht von unserm Hof!
Vorlage S. 654
423
ROSALINDE.
Vorlage S. 654
424
Ich, Oheim?
Vorlage S. 654
425
HERZOG FRIEDRICH.
Vorlage S. 654
426
Ja, Ihr, Nichte.
Vorlage S. 654
427
Wenn in zehn Tagen du gefunden wirst
Vorlage S. 654
428
Von unserm Hofe binnen zwanzig Meilen,
Vorlage S. 654
429
Bist du des Todes.
Vorlage S. 654
430
ROSALINDE.
Vorlage S. 654
431
Ich ersuch' Eu'r Gnaden,
Vorlage S. 654
432
Gebt mir die Kenntnis meines Fehlers mit!
Vorlage S. 654
433
Wenn ich Verständnis hatte mit mir selbst,
Vorlage S. 654
434
Ja irgend meine eignen Wünsche kenne,
Vorlage S. 654
435
Wenn ich nicht träum' und nicht von Sinnen bin,
Vorlage S. 654
436
Wie ich nicht hoffe: nie, mein werter Oheim,
Vorlage S. 654
437
Selbst nicht mit ungeborenen Gedanken,
Vorlage S. 654
438
Beleidigt' ich Eu'r Hoheit.
Vorlage S. 654
439
HERZOG FRIEDRICH.
Vorlage S. 654
440
So sprechen stets Verräter:
Vorlage S. 654
441
Beständ' in Worten ihre Reinigung,
Vorlage S. 655
442
So sind sie schuldlos wie die Heiligkeit.
Vorlage S. 655
443
Lass dir's genügen, dass ich dir nicht traue.
Vorlage S. 655
444
ROSALINDE.
Vorlage S. 655
445
Doch macht Eu'r Mißtraun nicht mich zum Verräter;
Vorlage S. 655
446
Sagt mir, worauf der Anschein denn beruht!
Vorlage S. 655
447
HERZOG FRIEDRICH.
Vorlage S. 655
448
Genug, du bist die Tochter deines Vaters.
Vorlage S. 655
449
ROSALINDE.
Vorlage S. 655
450
Das war ich, als Eu'r Hoheit ihm sein Land nahm,
Vorlage S. 655
451
Das war ich, als Eu'r Hoheit ihn verbannte.
Vorlage S. 655
452
Verräterei wird nicht vererbt, mein Fürst:
Vorlage S. 655
453
Und, überkämen wir von Freunden sie,
Vorlage S. 655
454
Was geht's mich an? Mein Vater übte keine.
Vorlage S. 655
455
Drum, bester Herr, verkennt mich nicht so sehr,
Vorlage S. 655
456
Zu glauben, meine Armut sei verrät'risch.
Vorlage S. 655
457
CELIA.
Vorlage S. 655
458
Mein teuerster Gebieter, hört mich an!
Vorlage S. 655
459
HERZOG FRIEDRICH.
Vorlage S. 655
460
Ja, Celia, dir zu lieb ließ ich sie bleiben,
Vorlage S. 655
461
Sonst irrte sie umher mit ihrem Vater.
Vorlage S. 655
462
CELIA.
Vorlage S. 655
463
Ich bat nicht damals, dass sie bleiben möchte,
Vorlage S. 655
464
Ihr wolltet es, Ihr waret selbst erweicht.
Vorlage S. 655
465
Ich war zu jung um die Zeit, sie zu schätzen;
Vorlage S. 655
466
Jetzt kenn' ich sie: wenn sie verrät'risch ist,
Vorlage S. 655
467
So bin ich's auch; wir schliefen stets beisammen,
Vorlage S. 655
468
Erwachten, lernten, spielten mit einander,
Vorlage S. 655
469
Und wo wir gingen, wie der Juno Schwäne,
Vorlage S. 655
470
Da gingen wir gepaart und unzertrennlich.
Vorlage S. 655
471
HERZOG FRIEDRICH.
Vorlage S. 655
472
Sie ist zu fein für dich, und ihre Sanftmut,
Vorlage S. 655
473
Ihr Schweigen selbst und ihre Duldsamkeit,
Vorlage S. 655
474
Spricht zu dem Volk, und es bedauert sie.
Vorlage S. 655
475
Du Törin du! Sie stiehlt dir deinen Namen,
Vorlage S. 655
476
Und du scheinst glänzender und tugendreicher
Vorlage S. 655
477
Ist sie erst fort; drum öffne nicht den Mund:
Vorlage S. 655
478
Fest und unwiderruflich ist mein Spruch,
Vorlage S. 655
479
Der über sie erging: sie ist verbannt.
Vorlage S. 655
480
CELIA.
Vorlage S. 655
481
Sprecht denn dies Urteil über mich, mein Fürst:
Vorlage S. 655
482
Ich kann nicht leben außer ihrer Nähe.
Vorlage S. 655
483
HERZOG FRIEDRICH.
Vorlage S. 655
484
Du bist 'ne Törin. – Nichte, seht Euch vor!
Vorlage S. 655
485
Wenn Ihr die Zeit versäumt: auf meine Ehre,
Vorlage S. 655
486
Und kraft der Würde meines Worts, Ihr sterbt.
Vorlage S. 655
487
Herzog und Gefolge ab.
Vorlage S. 655
488
CELIA.
Vorlage S. 655
489
O arme Rosalinde, wohin willst du?
Vorlage S. 656
490
Willst du die Väter tauschen? So nimm meinen!
Vorlage S. 656
491
Ich bitt' dich, sei nicht trauriger als ich!
Vorlage S. 656
492
ROSALINDE.
Vorlage S. 656
493
Ich habe ja mehr Ursach'.
Vorlage S. 656
494
CELIA.
Vorlage S. 656
495
Nicht doch, Muhme!
Vorlage S. 656
496
Sei nur getrost! Weißt du nicht, dass mein Vater
Vorlage S. 656
497
Mich, seine Tochter, hat verbannt?
Vorlage S. 656
498
ROSALINDE.
Vorlage S. 656
499
Das nicht.
Vorlage S. 656
500
CELIA.
Vorlage S. 656
501
Das nicht? So fehlt die Liebe Rosalinden,
Vorlage S. 656
502
Die dich belehrt, dass du und ich nur eins?
Vorlage S. 656
503
Soll man uns trennen? Soll'n wir scheiden, Süße?
Vorlage S. 656
504
Nein, mag mein Vater andre Erben suchen.
Vorlage S. 656
505
Ersinne nur mit mir, wie wir entfliehn,
Vorlage S. 656
506
Wohin wir gehn, und was wir mit uns nehmen;
Vorlage S. 656
507
Und suche nicht die Last auf dich zu ziehn,
Vorlage S. 656
508
Dein Leid zu tragen und mich auszuschließen.
Vorlage S. 656
509
Bei diesem Himmel, bleich von unserm Gram,
Vorlage S. 656
510
Sag, was du willst, ich gehe doch mit dir.
Vorlage S. 656
511
ROSALINDE.
Vorlage S. 656
512
Wohl, wohin gehn wir?
Vorlage S. 656
513
CELIA.
Vorlage S. 656
514
Zu meinem Oheim im Ardenner Wald.
Vorlage S. 656
515
ROSALINDE.
Vorlage S. 656
516
Doch ach, was für Gefahr wird es uns bringen,
Vorlage S. 656
517
So weit zu reisen, Mädchen wie wir sind?
Vorlage S. 656
518
Schönheit lockt Diebe schneller noch als Gold.
Vorlage S. 656
519
CELIA.
Vorlage S. 656
520
Ich stecke mich in arme, niedre Kleidung,
Vorlage S. 656
521
Und streiche mein Gesicht mit Ocker an.
Vorlage S. 656
522
Tu' eben das: so ziehn wir unsern Weg
Vorlage S. 656
523
Und reizen keine Räuber.
Vorlage S. 656
524
ROSALINDE.
Vorlage S. 656
525
Wär's nicht besser,
Vorlage S. 656
526
Weil ich von mehr doch als gemeinem Wuchs,
Vorlage S. 656
527
Dass ich mich trüge völlig wie ein Mann?
Vorlage S. 656
528
Den schmucken kurzen Säbel an der Hüfte,
Vorlage S. 656
529
Den Jagdspieß in der Hand, und – läg' im Herzen
Vorlage S. 656
530
Auch noch so viele Weiberfurcht versteckt –
Vorlage S. 656
531
Wir sähen kriegerisch und prahlend drein,
Vorlage S. 656
532
Wie manche andre Männermemmen auch,
Vorlage S. 656
533
Die mit dem Ansehn es zu zwingen wissen.
Vorlage S. 656
534
CELIA.
Vorlage S. 656
535
Wie willst du heißen, wenn du nun ein Mann bist?
Vorlage S. 656
536
ROSALINDE.
Vorlage S. 656
537
Nicht schlechter als der Page Jupiters;
Vorlage S. 656
538
Denk' also dran, mich Ganymed zu nennen!
Vorlage S. 657
539
Doch wie willst du genannt sein?
Vorlage S. 657
540
CELIA.
Vorlage S. 657
541
Nach etwas, das auf meinen Zustand passt:
Vorlage S. 657
542
Nicht länger Celia, sondern Aliena.
Vorlage S. 657
543
ROSALINDE.
Vorlage S. 657
544
Wie, Muhme, wenn von Eures Vaters Hof
Vorlage S. 657
545
Wir nun den Schalksnarr'n wegzustehlen suchten?
Vorlage S. 657
546
Wär' er uns nicht ein Trost auf unsrer Reise?
Vorlage S. 657
547
CELIA.
Vorlage S. 657
548
Oh, der geht mit mir in die weite Welt,
Vorlage S. 657
549
Um den lass mich nur werben! Lass uns gehn,
Vorlage S. 657
550
Und unsern Schmuck und Kostbarkeiten sammeln,
Vorlage S. 657
551
Die beste Zeit und sichern Weg bedenken
Vorlage S. 657
552
Vor der Verfolgung, die nach meiner Flucht
Vorlage S. 657
553
Wird angestellt. So ziehn wir denn in Frieden,
Vorlage S. 657
554
Denn Freiheit ist uns, nicht der Bann beschieden.
Vorlage S. 657
555
Ab.
Vorlage S. 657

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Das wird eine gute Auskunft sein, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

4. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Herr Ausfoderer, die Prinzessinnen verlangen Euch zu sprechen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Wär' ich mein Vater, Mühmchen, tät' ich dies?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Nicht eher, bis mir's gefällt: Ihr sollt mich anhören.« B: »Wenn in zehn Tagen du gefunden wirst Von unserm Hofe binnen zwanzig Meilen, Bist du des Todes.« C: »Ihr werdet wenig Vergnügen daran finden, das kann ich euch sagen: das Paar ist zu ungleich.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Nein, deine Worte sind zu kostbar, um …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Den schmucken kurzen Säbel an der Hüfte, Den Jagdspieß in der Hand, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »noch kein kluges Mittel weiß, ihr zu entgehen«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »noch kein kluges Mittel weiß, ihr zu entgehen« und »Freiheit ist uns, nicht der Bann beschieden«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Wenn in zehn Tagen du gefunden wirst«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »So viel ich mich erinnre, Adam, war es folgendergestalt.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Die mehr wohl gäbe, fehlt' es nicht an Mitteln.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Denn Freiheit ist uns, nicht der Bann beschieden.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

Wie es euch gefällt

William Shakespeare: Sämtliche Werke in vier Bänden. Band 1, Herausgegeben von Anselm Schlösser. Berlin: Aufbau, 1975. Shakespeare, William 640- Berlin

Das Werk Wie es euch gefällt von Shakespeare, William ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Englisch

Englischer Originaltext in der digitalen Project-Gutenberg-Ausgabe. Die Vorlage nennt keine historische Druckausgabe. Unterschiedliche Bühnenfassungen, Szenenteilungen und historische Übersetzungen können voneinander abweichen. Keine Behauptung einer Erstfassung oder zeilengetreuen Entsprechung. Wortlaut, Rechtschreibung und Interpunktion dieser Quelle bleiben erhalten; nur HTML-Layout wird in Lesetext übertragen.

William Shakespeare: As You Like It. Project Gutenberg eBook 1523. Originalsprache Englisch; digitale Quelle unverändert archiviert.

Autorschaft und Ausgabe: William Shakespeare

Originaltext und Ausgabe ↗ · Project Gutenberg · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.