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Buch - W U R - Čapek, Karel

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

W U R

Čapek, Karel

Künstlich hergestellte Arbeiter sollen der Menschheit die Arbeit abnehmen. Čapeks Drama führt die Folgen von Ausbeutung, technischer Machbarkeit und dem Verlust menschlicher Verantwortung vor Augen.

DramaKlasse 9–10 · 11–135 Abschnitte
Porträt von Karel Čapek
Porträt von Karel Čapek — Bildnis zur Autorschaft; keine Szene aus dem Buch. · Urheber unbekannt · Public domain Bildquelle ↗

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Deutsche Übersetzung: Pick, Otto

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 2 von 5

VORSPIEL

1
VORSPIEL
2
Die Zentralkanzlei der Fabrik Werstands Universal Robots. Rechts der Eingang. Durch die Fenster der Stirnwand Blick auf endlose Reihen von Fabriksgebäuden. Links weitere Direktionsräume.
3
DOMIN sitzt in einem Drehstuhl an einem großen amerikanischen Schreibtisch. Auf dem Tische eine Glühlampe, ein Haustelephon, Briefbeschwerer, ein Briefordner usw. An der linken Wand der Fernsprecher und große Landkarten mit den Schiffs- und Eisenbahnlinien, ein großer Kalender, eine Uhr, die fast Mittag zeigt; an der rechten Wand gedruckte Plakate: »Billigste Arbeit: Werstands Roboter.« »Tropen-Roboter, neue Erfindung. Pro Stück 150 d.« »Jeder kaufe sich seinen Roboter.« »Wollen Sie Ihre Waren verbilligen? Bestellen Sie Werstands Roboter.« Ferner andere Landkarten, ein Schiffahrtsplan, eine Tabelle mit telegraphischen Kursnotierungen usw. Mit dieser Ausstattung kontrastiert der prächtige türkische Teppich auf dem Fußboden, rechts ein runder Tisch, ein Sofa, lederne Klubsessel und eine Bibliothek, wo statt Bücher Wein- und Schnapsflaschen stehen. Links ein Kassenschrank.
4
Neben Domins Tisch eine Schreibmaschine, auf der das Mädchen SULLA schreibt.
5
DOMIN diktiert »— dass wir für Ware, die beim Transport beschädigt wurde, nicht garantieren. Wir haben Ihren Kapitän gleich beim Verladen aufmerksam gemacht, dass das Schiff zum Transport von Robotern ungeeignet ist, so dass der Untergang der Ladung nicht uns zur Last fällt. Wir zeichnen — für Werstands Universal Robots —« schreiben Sie bloß W. U. R. Fertig?
6
SULLA Jawohl.
7
DOMIN Neuer Brief. »E. B. Huysum Agency, New York. Datum. Wir bestätigen den Auftrag auf 5000 Roboter. Da Sie eigenes Schiff senden, verfrachten Sie als Kargo auf Gegenrechnung Briketts für W.U.R. Wir zeichnen —« Fertig?
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SULLA fertigtippend Jawohl.
9
DOMIN Schreiben Sie weiter. — »Friedrichswerke, Hamburg. — Datum. — Wir bestätigen den Auftrag auf 15000 Roboter —«. Das Haustelephon klingelt. DOMIN hebt die Muschel und spricht hinein. Hallo — Hier Zentral-. — Ja. — Gewiss. — Aber ja, wie immer. — Freilich, kabeln Sie ihnen. — Gut. Hängt das Telephon auf. Wo habe ich aufgehört?
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SULLA Wir bestätigen den Auftrag auf 15000 R.
11
DOMIN in Gedanken 15000 R. 15000 R.
12
MARIUS tritt ein Herr Direktor, eine Dame bittet —
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DOMIN Wer?
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MARIUS Ich weiß nicht. Reicht eine Visitenkarte.
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DOMIN liest Präsident Glory. — Ich lasse bitten.
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MARIUS öffnet die Türe Bitte, Frau.
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HELENE GLORY tritt ein. MARIUS ab.
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DOMIN erhebt sich Belieben?
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HELENE Herr Zentraldirektor Domin?
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DOMIN Bitte.
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HELENE Ich komme zu Ihnen —
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DOMIN — mit der Karte des Präsidenten Glory. Das genügt.
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HELENE Präsident Glory ist mein Vater. Ich bin Helene Glory.
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DOMIN Fräulein Glory, es ist uns eine außerordentliche Ehre, dass — dass —
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HELENE — dass wir Ihnen nicht die Türe weisen können.
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DOMIN — dass wir die Tochter des großen Präsidenten begrüßen dürfen. Bitte, nehmen Sie Platz. Sulla, Sie können gehen.
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SULLA ab.
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DOMIN setzt sich Womit kann ich dienen, Fräulein Glory?
29
HELENE Ich bin gekommen —
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DOMIN — um unsere Fabrikserzeugung von Menschen anzusehen. Wie alle Besuche. Bitte, ohne weiteres.
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HELENE Ich glaubte, es wäre verboten —
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DOMIN Die Fabrik zu betreten, allerdings. Nur dass jeder mit irgendeiner Visitenkarte kommt, Fräulein Glory.
33
HELENE Und Sie zeigen jedem ...?
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DOMIN Nur etwas. Die Erzeugung künstlicher Menschen, Fräulein, ist Fabriksgeheimnis.
35
HELENE Wenn Sie wüssten, wie mich das —
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DOMIN — unendlich interessiert. Das alte Europa spricht von nichts anderem.
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HELENE Warum lassen Sie mich nicht ausreden?
38
DOMIN Ich bitte um Vergebung. Wollten Sie vielleicht etwas anderes sagen?
39
HELENE Ich wollte nur fragen —
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DOMIN — ob ich Ihnen ganz ausnahmsweise unsere Fabrik zeigen möchte. Aber gewiss, Fräulein Glory.
41
HELENE Wieso wissen Sie, dass ich dies fragen wollte?
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DOMIN Alle fragen gleich. Steht auf. Aus besonderer Hochachtung, Fräulein, wollen wir Ihnen mehr als den andern zeigen und — mit einem Worte —
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HELENE Ich danke Ihnen.
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DOMIN Sofern Sie sich verpflichten, nicht das geringste zu verraten —
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HELENE erhebt sich und reicht ihm die Hand Mein Ehrenwort.
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DOMIN Danke. Möchten Sie nicht den Schleier abnehmen?
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HELENE Ach freilich, Sie wollen sehen — Entschuldigen Sie.
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DOMIN Bitte?
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HELENE Wenn Sie meine Hand freigeben wollten.
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DOMIN gibt sie frei Ich bitte um Verzeihung.
51
HELENE nimmt den Schleier ab Sie wollen sehen, ob ich kein Spion bin. Wie vorsichtig.
52
DOMIN betrachtet sie begeistert Hm — Allerdings — wir — so ist es.
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HELENE Sie trauen mir nicht?
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DOMIN Außerordentlich, Fräulein Hele — pardon, Fräulein Glory. In der Tat, außerordentlich erfreut — Hatten Sie eine gute Überfahrt?
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HELENE Ja. Warum —
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DOMIN Weil — das heißt, ich meine — dass Sie noch sehr jung sind.
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HELENE Gehen wir gleich in die Fabrik?
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DOMIN Ja. Ich denke: zweiundzwanzig, nicht?
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HELENE Zweiundzwanzig?
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DOMIN Jahre.
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HELENE Einundzwanzig. Weshalb wollen Sie es wissen?
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DOMIN Weil — weil — Mit Begeisterung Sie bleiben längere Zeit hier, nicht wahr?
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HELENE Je nachdem, was Sie mir von der Erzeugung zeigen werden ...
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DOMIN Verteufelte Erzeugung. Aber gewiss, Fräulein Glory. Alles werden Sie sehen. Bitte, setzen Sie sich. Würde Sie die Geschichte der Erfindung interessieren?
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HELENE Ja, ich bitte Sie. Setzt sich.
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DOMIN Nun denn. Setzt sich auf den Schreibtisch, betrachtet aufgeregt Helene und leiert rasch herunter. Es war im Jahre 1920 als sich der alte Werstand der große Physiologe aber damals noch ein junger Gelehrter, nach dieser fernen Insel begab um die Meerestierwelt zu studieren. Punkt. Dabei versuchte er durch chemische Synthese die lebendige Materie Protoplasma genannt nachzubilden bis er auf einmal einen Stoff entdeckte der sich durchaus wie die lebendige Masse betrug obzwar er von anderer chemischer Zusammensetzung war das war im Jahre 1932 gerade vierhundertvierzig Jahre nach der Entdeckung Amerikas, uf.
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HELENE Das können Sie auswendig?
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DOMIN Jawohl. Die Physiologie, Fräulein Glory, ist nicht mein Handwerk. Also weiter?
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HELENE Meinetwegen.
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DOMIN feierlich Und damals, Fräulein, schrieb der alte Werstand zwischen seine chemischen Formeln folgendes: »Die Natur hat nur eine einzige Art, die lebendige Materie zu organisieren, gefunden. Es gibt jedoch eine andere, einfachere, hübschere und schnellere Art, auf welche die Natur überhaupt nicht verfallen ist. Diesen anderen Weg, den die Entwicklung des Lebens hätte einschlagen können, habe ich am heutigen Tage entdeckt.« Stellen Sie sich vor, Fräulein, dass er diese großen Worte über dem Auswurf irgendeiner lebenden Kolloidalgallerte schrieb, den kein Hund fressen würde. Stellen Sie sich ihn vor, dass er über dem Probeobjekt sitzt und daran denkt, wie daraus ein ganzer Lebensbaum aufschießen wird, wie daraus alle Tiere hervorgehen werden, beginnend mit irgendeiner Infusorie und endend — endend mit dem Menschen selber. Mit einem Menschen aus anderem Stoffe als wir sind. Fräulein Glory, das war ein gigantischer Augenblick.
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HELENE Also weiter.
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DOMIN Weiter? Nun handelte es sich darum, das Leben aus der Eprouvette herauszubekommen und die Entwicklung zu beschleunigen und irgendwelche Organe, Knochen und Nerven und dies und das zu schaffen und irgendwelche Stoffe zu finden, Katalysatoren, Enzyme, Hormone und so weiter, kurz und gut, verstehen Sie das?
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HELENE Ich — ich — weiß — nicht. Ich glaube, nur wenig.
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DOMIN Ich überhaupt nicht. Wissen Sie, mit Hilfe jener Flüssigkeiten konnte er machen, was er wollte. Er konnte möglicherweise eine Medusa mit einem Sokratesgehirn bekommen oder einen Regenwurm von fünfzig Metern Länge. Aber weil er kein bisschen Humor besaß, setzte er es sich in den Kopf, ein normales Wirbeltier oder vielleicht einen Menschen herzustellen. Jene seine lebendige Materie hatte eine tolle Lust nach dem Leben; sie ließ sich alles gefallen, er konnte sie zusammennähen und mischen wie er wollte. Mit natürlichem Eiweißstoff ließ es sich nicht machen. Und so machte er sich halt daran.
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HELENE An was?
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DOMIN An die Nachbildung der Natur. Zuerst versuchte er einen künstlichen Hund zu machen. Das kostete ihn eine Reihe Jahre, es kam etwas wie ein verkrüppeltes Kalb heraus und das krepierte nach ein paar Tagen. Ich werde es Ihnen im Museum zeigen. Und dann bereits machte sich der alte Werstand an die Erzeugung eines Menschen.
77
Pause.
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HELENE Und das darf ich niemandem verraten?
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DOMIN Niemandem auf der Welt.
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HELENE Schade, dass es schon in allen Lesebüchern steht.
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DOMIN Schade. Springt vom Tisch herunter und setzt sich neben Helene. Aber wissen Sie, was nicht in den Lesebüchern steht? Tippt sich auf die Stirn. Dass der alte Werstand ein erstaunlicher Narr gewesen ist. Ernstlich, Fräulein Glory, aber das behalten Sie für sich. Jener alte Hitzkopf wollte wirklich Menschen machen.
82
HELENE Aber Sie machen doch schon Menschen.
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DOMIN Annähernd, Fräulein Helene. Aber der alte Werstand meinte es wörtlich. Wissen Sie, er wollte gleichsam wissenschaftlich Gott absetzen. Er war ein schrecklicher Materialist, darum hat er das alles getan. Es handelte sich ihm um nichts mehr als den Beweis zu erbringen, dass es keines Herrgotts bedurft hat. Deshalb war er darauf erpicht, einen Menschen zu bilden, der uns auf ein Haar gleichen würde. Kennen Sie ein bisschen Anatomie?
84
HELENE Nur ganz wenig.
85
DOMIN Ich auch. Stellen Sie sich vor, dass er es sich in den Kopf gesetzt hatte, alles bis auf die letzte Drüse genau wie im menschlichen Körper herzustellen: Blinddarm, Mandeln, Nabel, lauter Überflüssigkeiten. Schließlich sogar — hm — auch die Geschlechtsdrüsen.
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HELENE Aber die — die sind doch —
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DOMIN Die sind nicht überflüssig, ich weiß. Aber wenn man die Menschen künstlich erzeugen will, dann sind sie — hm — keineswegs notwendig —
88
HELENE Ich verstehe.
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DOMIN Ich werde Ihnen im Museum zeigen, was er binnen zehn Jahren zusammengebastelt hat. Es sollte ein Mann sein, und das lebte ganze drei Tage. Der alte Werstand hat nicht ein bisschen Geschmack besessen. Es war furchtbar, was er da produzierte. Aber es hatte innen alles, was der Mensch hat. Wirklich, eine erstaunliche Tändelarbeit. Und damals kam der Ingenieur Werstand, des Alten Neffe, hierher. Ein genialer Kopf, Fräulein Glory. Als er sah, was der Alte anstellte, sagte er: »Das ist ein Unsinn, zehn Jahre an einem Menschen zu arbeiten. Wirst du ihn nicht schneller herstellen als die Natur, so huste ich auf den ganzen Kram.« Und er machte sich selbst über die Anatomie her.
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HELENE In den Lehrbüchern steht es anders.
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DOMIN steht auf In den Lesebüchern steht bezahlte Reklame und überdies Unsinn. Es steht dort zum Beispiel, die Roboter habe der alte Herr erfunden. Indessen mochte sich der Alte vielleicht für eine Universität eignen, aber von fabriksmäßiger Erzeugung hatte er keinen Dunst. Er glaubte, wirkliche Menschen herzustellen, also vielleicht irgendwelche neuen Indianer, Dozenten oder Idioten, wissen Sie? Und erst der junge Werstand hat den Einfall gehabt, daraus lebende und intelligente Arbeitsmaschinen zu machen. Was in den Lesebüchern über die gemeinsame Arbeit beider großen Werstands steht, ist ein Gefasel. Die beiden haben sich fürchterlich gestritten. Der alte Atheist hatte keinen Brocken Verständnis für die Industrie, und schließlich sperrte ihn der Junge in irgendein Laboratorium, damit er dort an seinen großen Fehlgeburten herumbastle, er selbst aber nahm die Erzeugung ingenieurmäßig in die Hand. Der alte Werstand verfluchte ihn wörtlich und hudelte bis zu seinem Tode noch zwei physiologische Popanze zusammen, bis man ihn schließlich eines Tages tot im Laboratorium fand. Das ist die ganze Historie.
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HELENE Und der Junge?
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DOMIN Der junge Werstand, Fräulein, das war das neue Zeitalter. Das neue Zeitalter der Produktion nach dem Zeitalter der Erkenntnis. Nachdem er die menschliche Anatomie beguckt hatte, sah er gleich, dass dies allzu kompliziert ist und dass ein guter Ingenieur es einfacher machen müsste. Er begann also die Anatomie umzuarbeiten und erprobte, was sich auslassen oder vereinfachen ließe. — Kurz gesagt, Fräulein Glory, langweilt Sie das nicht?
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HELENE Nein, im Gegenteil, es ist schrecklich interessant.
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DOMIN Also der junge Werstand sagte sich: Ein Mensch, das ist etwas, das — sagen wir — Freude fühlt, Geige spielt, spazieren gehen will und überhaupt einen Haufen Sachen zu tun braucht, welche — welche eigentlich überflüssig sind.
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HELENE Oho!
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DOMIN Warten Sie. Welche überflüssig sind, wenn er etwas weben oder addieren soll. Ich meine nicht für Sie — Spielen Sie vielleicht Violine?
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HELENE Nein.
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DOMIN Schade. Aber eine Arbeitsmaschine muss nicht Violine spielen, muss nicht Freude fühlen, muss nicht einen Haufen andrer Dinge tun. Soll es schließlich gar nicht. Ein Naphthamotor soll keine Fransen und Ornamente haben, Fräulein Glory. Und künstliche Arbeiter erzeugen ist dasselbe wie Naphthamotore erzeugen. Die Erzeugung soll möglichst einfach und das Erzeugnis das praktisch beste sein. Was meinen Sie, welcher Arbeiter der praktisch beste ist?
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HELENE Der beste? Vielleicht jener, der — der — Wenn er ehrlich — und ergeben ist.
101
DOMIN Nein, sondern der billigste. Der, welcher die geringsten Bedürfnisse hat. Der junge Werstand erfand einen Arbeiter mit der kleinsten Menge Bedürfnisse. Er musste ihn vereinfachen. Er warf alles hinaus, was nicht unmittelbar der Arbeit dient. Damit warf er auch alles, was den Menschen verteuert, hinaus. Damit warf er eigentlich den Menschen hinaus und erschuf den Roboter. Teures Fräulein Glory, die Roboter sind keine Menschen. Sie sind mechanisch vollkommener als wir, haben eine erstaunliche Vernunftintelligenz, aber sie haben keine Seele. Sahen Sie schon einmal, wie ein Roboter innen aussieht?
102
HELENE Nein.
103
DOMIN Sehr rein, sehr einfach. Tatsächlich, eine schöne Arbeit. Es ist wie eine Hausapotheke. Wenige Stückchen, aber in tadelloser Ordnung. Oh, Fräulein Glory, das Erzeugnis des Ingenieurs ist technisch geläuterter als das Erzeugnis der Natur.
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HELENE Man sagt, der Mensch sei ein Erzeugnis Gottes.
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DOMIN Um so ärger. Gott hat keine Ahnung von der modernen Technik gehabt. Würden Sie glauben, dass der selige junge Werstand sich als Herrgott aufzuspielen begann?
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HELENE Wie, ich bitte Sie?
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DOMIN Er fing an, Über-Roboter zu erzeugen. Arbeitsriesen. Er probierte es mit viermetrigen Gestalten, aber Sie würden es nicht glauben, wie diese Mammute zerbrachen.
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HELENE Zerbrachen?
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DOMIN Ja. Von nichts und wieder nichts barst ihnen ein Bein oder etwas. Unser Planet ist höchstwahrscheinlich ein wenig klein für Riesen. Jetzt machen wir bloß Roboter von natürlicher Größe und sehr anständiger menschlicher Ausstattung.
110
HELENE Ich habe die ersten Roboter bei uns gesehen. Die Gemeinde hatte sie gekauft ... will sagen, zur Arbeit aufgenommen —
111
DOMIN Gekauft, teures Fräulein. Roboter werden gekauft.
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HELENE — als Straßenkehrer verpflichtet. Ich sah sie fegen. Sie sind so seltsam, so still.
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DOMIN Haben Sie meine Schreiberin gesehen?
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HELENE Ich habe nicht acht gegeben.
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DOMIN läutet Wissen Sie, die Aktienfabrik von Werstands Universal Roboters erzeugt bis jetzt keine einheitliche Ware. Wir haben feinere und gröbere Roboter. Die besseren werden vielleicht zwanzig Jahre leben.
116
HELENE Dann schwinden sie hin?
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DOMIN Ja, sie nützen sich ab.
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SULLA tritt ein.
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DOMIN Sulla, präsentieren Sie sich Fräulein Glory.
120
HELENE erhebt sich und reicht ihr die Hand Es freut mich. Ihnen ist wohl sehr traurig so fern der Welt, nicht wahr?
121
SULLA Das kenne ich nicht, Fräulein Glory. Bitte, nehmen Sie Platz.
122
HELENE setzt sich Woher stammen Sie, Fräulein?
123
SULLA Von hier, aus der Fabrik.
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HELENE Ah, Sie sind hier geboren?
125
SULLA Ja, ich wurde hier gemacht.
126
HELENE aufspringend Was?
127
DOMIN lacht Sulla ist kein Mensch, Fräulein, Sulla ist ein Roboter.
128
HELENE Ich bitte um Verzeihung —
129
DOMIN legt Sulla die Hand auf die Schulter Sulla ist nicht böse. Schauen Sie, Fräulein Glory, was für eine Haut wir erzeugen. Greifen Sie auf ihre Wange.
130
HELENE Oh, nein, nein!
131
DOMIN Sie würden nicht erkennen, dass sie aus einem anderen Stoff ist als wir. Bitte, sie hat sogar den typischen Flaum der Blondinen. Nur die Augen sind ein bisschen — Aber dafür die Haare! Drehen Sie sich um, Sulla.
132
HELENE Hören Sie schon auf!
133
DOMIN Plaudern Sie mit dem Gast, Sulla. Es ist ein seltener Besuch.
134
SULLA Bitte, Fräulein, nehmen Sie Platz. Beide setzen sich. Haben Sie eine gute Überfahrt gehabt?
135
HELENE Ja — ge — gewiss.
136
SULLA Kehren Sie nicht mit der Amelia zurück, Fräulein Glory, das Barometer fällt stark, auf 705. Warten Sie auf die Pennsylvania, das ist ein sehr gutes, sehr starkes Schiff.
137
DOMIN Wieviel?
138
SULLA Zwanzig Knoten in der Stunde. Tonnage: zwanzigtausend. Eines der allerneuesten Schiffe, Fräulein Glory.
139
HELENE Da — danke.
140
SULLA Achtzig Mann Besatzung, Kapitän Harpy, acht Kessel —
141
DOMIN lacht Genug, Sulla, genug. Zeigen Sie uns, wie Sie Französisch können.
142
HELENE Sie können Französisch?
143
SULLA Ich beherrsche vier Sprachen. Ich schreibe: Dear Sir! Monsieur! Signore! Geehrter Herr!
144
HELENE springt auf Das ist Humbug! Sie sind ein Scharlatan! Sulla ist kein Roboter, Sulla ist ein Mädchen wie ich! Sulla, das ist schändlich — warum spielen Sie eine solche Komödie?
145
SULLA Ich bin ein Roboter.
146
HELENE Nein, nein, Sie lügen! Oh, Sulla, verzeihen Sie, ich weiß — man hat Sie genötigt, damit Sie ihnen Reklame machen! Sulla, Sie sind ein Mädchen, wie ich, nicht wahr? Sagen Sie!
147
DOMIN Ich bedaure, Fräulein Glory. Sulla ist ein Roboter.
148
HELENE Sie lügen!
149
DOMIN richtet sich auf Wie? läutet Verzeihen Sie, Fräulein, dann muss ich Sie überzeugen.
150
MARIUS tritt ein.
151
DOMIN Marius, führen Sie Sulla in den Seziersaal, man solle sie öffnen. Flink!
152
HELENE Wohin?
153
DOMIN In den Seziersaal. Bis sie aufgeschnitten ist, gehen Sie sich sie ansehen.
154
HELENE Ich gehe nicht!
155
DOMIN Pardon, Sie sprachen von Lüge.
156
HELENE Sie wollen sie töten lassen?
157
DOMIN Maschinen werden nicht getötet.
158
HELENE umarmt Sulla Fürchten Sie nichts, Sulla, ich lasse Sie nicht! Sagen Sie, Teure, sind alle so roh zu euch? Das dürft ihr euch nicht gefallen lassen, hören Sie? Sie dürfen nicht, Sulla!
159
SULLA Ich bin Roboter.
160
HELENE Das ist einerlei. Roboter sind ebenso gute Menschen wie wir. Sulla, Sie würden sich aufschneiden lassen?
161
SULLA Ja.
162
HELENE Oh, Sie fürchten sich nicht vor dem Tod?
163
SULLA Kenne ich nicht, Fräulein Glory.
164
HELENE Wissen Sie, was dort mit Ihnen geschähe?
165
SULLA Ja. Ich würde aufhören, mich zu bewegen.
166
HELENE Das ist entsetzlich!
167
DOMIN Marius, sagen Sie dem Fräulein, was Sie sind.
168
MARIUS Marius, Roboter.
169
DOMIN Würden Sie Sulla in den Seziersaal geben?
170
MARIUS Ja.
171
DOMIN Würden Sie sie bedauern?
172
MARIUS Kenne ich nicht.
173
DOMIN Was würde mit ihr geschehen?
174
MARIUS Sie würde sich nicht mehr bewegen. Man würde sie in die Stampfmaschine geben.
175
DOMIN Das ist der Tod, Marius. Fürchten Sie den Tod?
176
MARIUS Nein.
177
DOMIN Also sehen Sie, Fräulein Glory, die Roboter hängen nicht am Leben. Sie haben nämlich keinen Anlass dazu. Sie haben keine Genüsse. Sie sind geringer als Gras.
178
HELENE Oh, hören Sie auf! Schicken Sie sie wenigstens fort!
179
DOMIN Marius, Sulla, ihr könnt gehen.
180
SULLA und MARIUS ab.
181
HELENE Sie sind schrecklich! Es ist scheußlich, was Sie tun!
182
DOMIN Weshalb scheußlich?
183
HELENE Ich weiß nicht. Warum — warum gaben Sie ihr den Namen Sulla?
184
DOMIN Kein hübscher Name?
185
HELENE Es ist ein Männername. Sulla war ein römischer Feldherr.
186
DOMIN Ah, wir glaubten, Marius und Sulla wäre ein Liebespaar gewesen.
187
HELENE Nein, Marius und Sulla waren Feldherren und bekämpften einander im Jahre — im Jahre — Ich weiß nicht mehr.
188
DOMIN Kommen Sie her, zum Fenster. Was sehen Sie?
189
HELENE Maurer.
190
DOMIN Das sind Roboter. Alle unsre Arbeiter sind Roboter. Und da unten, sehen Sie etwas?
191
HELENE Irgendeine Kanzlei.
192
DOMIN Die Buchhaltung. Und darinnen —
193
HELENE — lauter Beamte.
194
DOMIN Das sind Roboter. Alle unsere Beamten sind Roboter. Bis Sie die Fabrik sehen werden —
195
In diesem Moment ertönen Pfeifen und Sirenen.
196
DOMIN Mittag. Die Roboter wissen nicht, wann sie die Arbeit einstellen sollen. Um zwei Uhr werde ich Ihnen die Dösen zeigen.
197
HELENE Was für Dösen?
198
DOMIN trocken Mischbottiche für Teig. In jedem wird gleichzeitig Stoff für tausend Roboter gemischt. Dann die Kufen für Lebern, Hirne und so weiter. Dann werden Sie die Knochenfabrik sehen. Dann zeige ich Ihnen die Spinnerei.
199
HELENE Was für eine Spinnerei?
200
DOMIN Die Nervenspinnerei. Die Adernspinnerei. Eine Spinnerei, wo gleichzeitig ganze Kilometer von Verdauungsröhren laufen. Dann kommt der Montierraum, wo das zusammengestellt wird, wissen Sie, wie Automobile. Jeder Arbeiter befestigt nur einen einzigen Bestandteil, und dann läuft es wieder selbsttätig weiter, zum zweiten, dritten, bis ins Unendliche. Das ist das interessanteste Schauspiel. Dann kommt das Darrhaus und das Magazin, wo die frischen Produkte arbeiten.
201
HELENE Um Gottes willen, gleich müssen sie arbeiten?
202
DOMIN Pardon. Sie arbeiten, wie neue Möbelstücke arbeiten. Sie gewöhnen sich an die Existenz. Wachsen gleichsam innerlich zusammen, oder so. Vieles in ihnen wächst überhaupt neu hinzu. Sie verstehen, wir müssen der natürlichen Entwicklung ein bisschen Raum gewähren. Und inzwischen werden die Produkte appretiert.
203
HELENE Was ist das?
204
DOMIN So viel wie bei den Menschen die »Schule«. Sie lernen sprechen, schreiben und rechnen. Sie haben nämlich ein erstaunliches Gedächtnis. Wenn Sie ihnen aus einem zwanzigbändigen Lexikon vorlesen, so werden sie Ihnen alles in der richtigen Reihenfolge wiederholen. Etwas Neues fällt ihnen niemals ein. Sie könnten ganz gut an den Universitäten unterrichten. Dann werden sie klassifiziert und verschickt. Täglich 15000 Stück, ausschließlich des ständigen Prozentsatzes von Fehlerhaften, die in den Stampftrog geworfen werden ... und so weiter, und so weiter.
205
HELENE Zürnen Sie mir?
206
DOMIN Aber, Gott bewahre! Ich meine nur, wir ... wir hätten von anderen Dingen reden können. Wir sind hier nur ein Häuflein unter hunderttausenden Robotern, und kein Weib. Wir reden nur von der Fabrikation, den ganzen Tag, jeden Tag. Wir sind wie verdammt, Fräulein Glory.
207
HELENE Es tut mir so leid, dass ich sagte, Sie — Sie — Sie hätten gelogen —
208
Es pocht.
209
DOMIN Hereinspaziert, Jungens.
210
Von links kommen Ing. FABRY, DR. GALL, DR. HALLEMEIER, Baumeister ALQUIST.
211
DR. GALL Pardon, stören wir nicht?
212
DOMIN Tretet näher. Fräulein Glory, das sind Alquist, Fabry, Gall, Hallemeier. Die Tochter des Präsidenten Glory.
213
HELENE verlegen Guten Tag.
214
FABRY Wir hatten keine Ahnung —
215
DR. GALL Unendlich geehrt —
216
ALQUIST Seien Sie willkommen, Fräulein Glory.
Porträt von Karel Čapek
Kontextbild zum Werk. Porträt von Karel Čapek — Bildnis zur Autorschaft; keine Szene aus dem Buch. · Urheber unbekannt · Public domain Bildquelle ↗
217
Von rechts stürzt BUSMAN herein.
218
BUSMAN Hallo, was gibt's hier?
219
DOMIN Hierher, Busman. Das ist unser Busman, Fräulein. Die Tochter des Präsidenten Glory.
220
HELENE Es freut mich.
221
BUSMAN Jemine, welche Ehre! Fräulein Glory, dürfen wir den Zeitungen kabeln, dass Sie die Güte hatten, uns aufzusuchen —?
222
HELENE Nein, nein, ich bitte Sie!
223
DOMIN Bitte, Fräulein, nehmen Sie Platz.
224
BUSMAN } { Belieben —
DR. GALL } rücken Fauteuils heran { Bitte —
FABRY } { Pardon —
225
ALQUIST Fräulein Glory, wie war Ihre Reise?
226
DR. GALL Werden Sie sich länger bei uns aufhalten?
227
FABRY Was sagen Sie zu der Fabrik, Fräulein Glory?
228
HALLEMEIER Sie sind auf der Amelie gekommen?
229
DOMIN Still, lasst Fräulein Glory reden.
230
HELENE zu Domin Wovon soll ich mit ihnen sprechen?
231
DOMIN verwundert Wovon Sie mögen.
232
HELENE Soll ... darf ich ganz offen reden?
233
DOMIN Aber freilich.
234
HELENE zögert, dann verzweifelt entschlossen Sagen Sie, ist es Ihnen niemals peinlich, wie man mit Ihnen umgeht?
235
FABRY Wer, bitte?
236
HELENE Alle Menschen.
237
Alle blicken einander betroffen an.
238
ALQUIST Mit uns?
239
DR. GALL Warum meinen Sie?
240
HALLEMEIER Donnerwetter!
241
BUSMAN Aber, Gott bewahre, Fräulein Glory!
242
HELENE Fühlen Sie denn nicht, dass Sie besser existieren könnten?
243
DR. GALL Es kommt darauf an, Fräulein. Wie meinen Sie das?
244
HELENE Ich meine, dass — bricht los dass es scheußlich ist! dass es furchtbar ist! Erhebt sich. Ganz Europa redet davon, was hier mit Ihnen geschieht. Deshalb kam ich hierher, um es zu sehen, und es ist tausendmal schlimmer, als man nur denken kann! Wie können Sie das ertragen?
245
ALQUIST Was ertragen?
246
HELENE Ihre Lage. Um Gottes willen, Sie sind doch Menschen wie wir, wie ganz Europa, wie die ganze Welt! Das ist skandalös, das ist unwürdig, wie Sie leben!
247
BUSMAN Herrgott, Fräulein!
248
FABRY Nein, Jungens, sie hat ein bisschen Recht. Wir leben hier sicher wie Indianer.
249
HELENE Ärger als Indianer! Darf ich, oh, darf ich Sie Brüder nennen?
250
BUSMAN Aber, Gottchen, warum denn nicht?
251
HELENE Brüder, ich kam nicht als die Tochter des Präsidenten. Ich kam im Namen der Humanitätsliga. Brüder, die Humanitätsliga hat bereits über 200000 Mitglieder. 200000 Menschen stehen hinter euch und bieten euch ihre Hilfe an.
252
BUSMAN 200000 Menschen, Wetter, das ist gehörig, das ist ganz prächtig.
253
FABRY Ich sage euch immer, es geht nichts über das alte Europa. Ihr seht es, es hat uns nicht vergessen. Es bietet uns Hilfe an.
254
DR. GALL Was für Hilfe? Ein Theater?
255
HALLEMEIER Ein Orchester?
256
HELENE Mehr als das.
257
ALQUIST Sie selbst?
258
HELENE Oh, was mich betrifft. Ich bleibe, solange es nötig sein wird.
259
BUSMAN Herrgott, das ist eine Freude!
260
ALQUIST Domin, ich gehe ein Zimmer für das Fräulein bereitstellen.
261
DOMIN Warten Sie einen Moment. Ich fürchte, dass — dass Fräulein Glory noch nicht ausgeredet hat.
262
HELENE Nein, noch nicht. Außer Sie schlössen mir mit Gewalt den Mund.
263
DR. GALL Harry, unterstehen Sie sich!
264
HELENE Ich danke Ihnen. Ich wusste, Sie werden mich schützen.
265
DOMIN Pardon, Fräulein Glory. Sind Sie sich dessen sicher, dass Sie mit Robotern reden?
266
HELENE stockt Mit wem sonst?
267
DOMIN Es tut mir leid. Diese Herren sind nämlich Menschen wie Sie. Wie ganz Europa.
268
HELENE zu den andern Sie sind keine Roboter?
269
BUSMAN kichert Gott bewahre!
270
HALLEMEIER würdevoll Pfui, Roboter!
271
DR. GALL lacht Da bedanken wir uns schön!
272
HELENE Aber ... das ist nicht möglich!
273
FABRY Bei meiner Ehre, Fräulein, wir sind keine Roboter.
274
HELENE zu Domin Weshalb sagten Sie mir also, alle Ihre Beamten seien Roboter?
275
DOMIN Ja, die Beamten. Aber nicht die Direktoren. Gestatten Sie, Fräulein Glory: Ingenieur Fabry, technischer Generaldirektor von Werstands Universal Robots. Doktor Gall, Leiter der physiologischen und Untersuchungsabteilung. Doktor Hallemeier, Leiter der Anstalt für Psychologie und Erziehung der Roboter. Konsul Busman, kommerzieller Generaldirektor, und Baumeister Alquist, Chef der Bauten von Werstands Universal Robots.
276
HELENE Verzeihen Sie, meine Herren, dass — dass — Ist es schrecklich, was ich Ihnen angestellt habe?
277
ALQUIST Aber, Gott bewahre, Fräulein Glory. Bitte, setzen Sie sich.
278
HELENE setzt sich Ich bin ein dummes Mädel. Jetzt — jetzt werden Sie mich mit dem ersten Schiff zurückschicken.
279
DR. GALL Um nichts auf der Welt, Fräulein. Weshalb sollten wir Sie fortschicken?
280
HELENE Weil Sie bereits wissen — weil — weil ich Ihnen die Roboter aufhetzen würde.
281
DOMIN Teures Fräulein Glory, hier sind schon hunderte Erlöser und Propheten gewesen. Jedes Schiff bringt irgendeinen her. Missionare, Anarchisten, die Heilsarmee, alles mögliche. Es ist erstaunlich, wieviel Sekten und Narren es auf Erden gibt.
282
HELENE Und Sie lassen sie zu den Robotern reden?
283
DOMIN Weshalb nicht? Bis jetzt haben es alle bleiben lassen. Die Roboter merken sich alles, aber nichts mehr. Sie lachen sogar nicht einmal über das, was die Leute sagen. In der Tat, geradezu unglaublich. Falls es Sie unterhält, teures Fräulein, so führe ich Sie in das Robotermagazin. Es sind ihrer dort etwa dreihunderttausend.
284
BUSMAN Dreihundertsiebenundvierzigtausend.
285
DOMIN Gut. Sie können ihnen sagen, was Sie wollen. Sie können ihnen die Bibel, Logarithmen oder was Ihnen beliebt, vorlesen. Sie können ihnen schließlich über die Menschenrechte predigen.
286
HELENE Oh, ich glaube, dass ... wenn man ihnen ein wenig Liebe zeigte —
287
FABRY Unmöglich, Fräulein Glory. Nichts ist dem Menschen fremder als ein Roboter.
288
HELENE Weshalb erzeugen Sie sie dann?
289
BUSMAN Hahaha, das ist gut! Weshalb man Roboter erzeugt!
290
FABRY Zur Arbeit, Fräulein. Ein Roboter ersetzt zwei und einen halben Arbeiter. Die menschliche Maschine, Fräulein Glory, war ungemein unvollkommen. Sie musste endlich einmal beseitigt werden.
291
BUSMAN Sie war zu teuer.
292
FABRY Sie war wenig leistungsfähig. Der modernen Technik vermochte sie nicht mehr zu genügen. Und zweitens — zweitens — ist es ein großer Fortschritt, dass ... Pardon.
293
HELENE Was?
294
FABRY Ich bitte um Entschuldigung. Es ist ein großer Fortschritt, mit einer Maschine zu gebären. Es ist bequemer und schneller. Jede Beschleunigung ist ein Fortschritt, Fräulein. Die Natur hatte keine Ahnung von dem modernen Arbeitstempo. Die ganze Kindheit ist technisch genommen ein purer Unsinn. Schlechthin verlorene Zeit. Unerträgliche Zeitverschwendung, Fräulein Glory. Und drittens —
295
HELENE Oh, hören Sie auf!
296
FABRY Bitte. Erlauben Sie, was will eigentlich diese Ihre Liga — Liga — Humanitätsliga?
297
HELENE Sie soll hauptsächlich — hauptsächlich soll sie die Roboter schützen und — und — ihnen eine — gute Behandlung sichern.
298
FABRY Das ist kein schlechtes Ziel. Eine Maschine soll man gut behandeln. Bei meiner Seele, das lobe ich mir. Ich liebe beschädigte Sachen nicht. Ich bitte Sie, Fräulein Glory, notieren Sie uns alle als beitragende, als ordentliche, als gründende Mitglieder Ihrer Liga!
299
HELENE Nein, Sie verstehen mich nicht. Wir wollen — hauptsächlich — wir wollen die Roboter befreien!
300
HALLEMEIER Wie, bitte?
301
HELENE Man soll sie ... wie Menschen behandeln.
302
HALLEMEIER Aha. Sie sollen vielleicht wählen? Sie sollen Bier trinken? Sollen uns befehlen?
303
HELENE Weshalb sollten sie nicht wählen können?
304
HALLEMEIER Und sollen sie vielleicht am Ende nicht auch Löhnung kriegen?
305
HELENE Allerdings!
306
HALLEMEIER Da schau' her. Und was würden sie, bitte, damit anfangen?
307
HELENE Sie würden sich kaufen ... was sie brauchen ... was ihnen Freude bereiten würde.
308
HALLEMEIER Das ist sehr hübsch, Fräulein; nur dass die Roboter nichts erfreut. Wetter, was sollen sie sich kaufen? Sie können sie mit Ananas, Stroh, womit Sie wollen, füttern; ihnen ist es gleichgültig, sie haben überhaupt keinen Geschmack. Sie interessieren sich für nichts, Fräulein Glory. Zum Teufel, es hat noch niemand gesehen, dass ein Roboter gelacht hätte.
309
HELENE Warum ... warum — warum macht ihr sie nicht glücklicher?
310
HALLEMEIER Das geht nicht, Fräulein Glory. Es sind nur Roboter.
311
HELENE Oh, sie sind so vernünftig!
312
HALLEMEIER Verflucht vernünftig, Fräulein, aber sonst nichts. Ohne eigenen Willen. Ohne Leidenschaften. Ohne Tradition. Ohne Seele.
313
HELENE Ohne Liebe und Trotz?
314
HALLEMEIER Das versteht sich. Die Roboter lieben nichts, nicht einmal sich selbst. Und Trotz? Ich weiß nicht; nur selten, nur manchmal —
315
HELENE Was?
316
HALLEMEIER Eigentlich nichts. Manchmal werden sie irgendwie störrisch. So etwas wie Fallsucht, wissen Sie? Man nennt es den Roboterkrampf. Plötzlich schmeißt einer alles hin, was er in der Hand hält, steht da, knirscht mit den Zähnen — und muss in den Stampftrog geworfen werden. Offenbar eine Störung des Organismus.
317
DOMIN Ein Fabrikationsfehler. Das muss beseitigt werden.
318
HELENE Nein, nein, das ist die Seele.
319
FABRY Glauben Sie, die Seele beginne mit Zähneknirschen?
320
HELENE Ich weiß nicht. Vielleicht ist es Auflehnung. Vielleicht ist gerade das ein Zeichen, dass sie ringen — — Oh, wenn Sie das in ihnen zu entfachen vermöchten!
321
DOMIN Das wird beseitigt werden, Fräulein Glory, Doktor Gall stellt eben gewisse Versuche an —
322
DR. GALL Nicht damit, Domin; jetzt mache ich Nerven für den Schmerz.
323
HELENE Nerven für den Schmerz?
324
DR. GALL Ja. Die Roboter spüren körperliche Schmerzen beinahe nicht. Wissen Sie, der selige junge Hirn hat das Nervensystem allzu sehr beschränkt. Das hat sich nicht bewährt. Wir müssen Leiden einführen.
325
HELENE Warum — warum — Wenn ihr ihnen keine Seele gebt, warum wollt ihr ihnen den Schmerz geben?
326
DR. GALL Aus industriellen Gründen, Fräulein Glory. Der Roboter beschädigt sich manchmal selber, weil es ihn nicht schmerzt; er steckt die Hand in die Maschine, zerbricht sich einen Finger, zerschlägt sich den Kopf, das ist ihm einerlei. Wir müssen ihnen den Schmerz geben; das ist ein automatischer Schutz vor Verletzung.
327
HELENE Werden sie glücklicher sein, wenn sie Schmerz fühlen werden?
328
DR. GALL Im Gegenteil; aber sie werden technisch vollkommener sein.
329
HELENE Warum erschaffen Sie ihnen keine Seele?
330
DR. GALL Das ist nicht in unserer Macht.
331
FABRY Das ist nicht in unserem Interesse.
332
BUSMAN Das würde die Fabrikation verteuern. Du lieber Gott, schöne Dame, wir machen es ja so billig! Hundertzwanzig Dollars das bekleidete Exemplar, und vor fünfzehn Jahren hat es zehntausend gekostet! Vor fünf Jahren kauften wir Kleider für sie; heute haben wir eine eigene Weberei und exportieren noch die Stoffe fünfmal billiger als andere Fabriken. Ich bitte Sie, Fräulein Glory, was zahlen Sie für einen Meter Tuch?
333
HELENE Ich weiß nicht — — wirklich — — — ich hab's vergessen.
334
BUSMAN O du mein, und dann wollen Sie eine Humanitätsliga gründen! Es kostet nur mehr ein Drittel, Fräulein; alle Preise stehen heute auf einem Drittel und werden immer tiefer, tiefer, tiefer, tiefer sinken bis — so. He?
335
HELENE Ich verstehe nicht.
336
BUSMAN Jemine, Fräulein, das bedeutet, dass die Arbeit im Wert gesunken ist! Denn ein Roboter samt Fütterung kostet pro Stunde dreiviertel Cents! Das ist ein Jux, Fräulein: sämtliche Fabriken platzen wie Eicheln oder kaufen schleunigst Roboter ein, um die Erzeugung zu verbilligen.
337
HELENE Ja, und werfen die Arbeiter auf die Straße hinaus.
338
BUSMAN Haha, das versteht sich! Aber wir, du meine Güte, wir haben inzwischen 500000 Tropen-Roboter auf die argentinischen Pampas geworfen, damit sie Weizen anbauen. Seien Sie so gut, was kostet bei Ihnen ein Pfund Brot?
339
HELENE Ich habe keine Ahnung.
340
BUSMAN Also sehen Sie; jetzt kostet es zwei Cents, in Ihrem guten alten Europa: aber das ist unser Brötchen, verstehen Sie? Zwei Cents ein Pfund Brot: und die Humanitätsliga hat davon keine Ahnung! Haha, Fräulein Glory, Sie wissen nicht, was eine allzu teure Schnitte bedeutet. Für die Kultur und so weiter. Aber in fünf Jahren, na, wetten wir!
341
HELENE Was?
342
BUSMAN Dass in fünf Jahren alles auf 0·1 stehen wird. Leutchen, in fünf Jahren werden wir in Weizen und allem möglichen ertrinken.
343
ALQUIST Ja, und sämtliche Arbeiter der Welt werden ohne Arbeit sein.
344
DOMIN erhebt sich Das werden sie, Alquist. Das werden sie, Fräulein Glory. Aber in zehn Jahren werden Werstands Universal Roboter so viel Weizen, so viele Stoffe, von allem so viel erzeugen, dass die Dinge keinen Wert mehr haben werden. Nun nehme jeder, wieviel er braucht. Es gibt keine Not. Ja, sie werden ohne Arbeit sein. Aber es wird dann überhaupt keine Arbeit mehr geben. Alles werden lebende Maschinen verrichten. Roboter werden uns bekleiden und sättigen. Roboter uns Ziegel herstellen und Häuser bauen. Roboter werden für uns Zahlen schreiben und unsere Stiegen fegen. Keine Arbeit wird es geben. Der Mensch wird nur das tun, was er liebt: Er wird aller Sorgen ledig und von der Erniedrigung der Arbeit befreit sein. Er wird nur leben, um sich zu vervollkommnen.
345
HELENE erhebt sich Wird es so sein?
346
DOMIN Es wird. Es kann nicht anders sein. Vorher kommen vielleicht schreckliche Sachen, Fräulein Glory. Das lässt sich einfach nicht verhüten. Aber dann hört der Mensch auf, dem Menschen dienstbar und der Materie versklavt zu sein. Die Mühseligen und Hungernden werden vor vollen Tischen sitzen. Roboter werden des Bettlers Füße waschen und ihm ein Lager bereiten in seinem Hause. Niemand wird mehr sein Brot bezahlen mit Leben und Haß. Du bist nicht mehr Arbeiter, du kein Schreiber mehr; du gräbst nicht mehr Kohle und du stehst nicht an fremder Maschine. Nicht mehr wirst du deine Seele verschwenden an Arbeit, die du verfluchtest.
347
ALQUIST Domin, Domin! Was Sie da sagen, sieht allzu sehr nach Paradies aus. Domin, es war etwas Gutes am Dienen und etwas Großes in der Unterwerfung. Ach, Harry, es war ich weiß nicht was für eine Tugend in der Arbeit und Ermattung.
348
DOMIN Vielleicht war es so. Aber wir können nicht mit dem, was verloren geht, rechnen, wenn wir die Welt von Adam an umformen. Adam, Adam! Du wirst nicht mehr dein Brot im Schweiße deines Angesichts essen; wirst nicht mehr Hunger und Durst, Ermüdung und Erniedrigung erfahren; du kehrst in das Paradies zurück, wo des Herrn Hand dich nährte. Du wirst frei und erhaben sein; du wirst keine andere Aufgabe, keine andere Arbeit, keine andere Sorge haben als dich selbst zu vervollkommnen. Du wirst weder der Materie noch dem Menschen dienen. Du wirst keine Maschine und Mittel der Erzeugung sein. Du wirst der Herr der Schöpfung sein.
349
BUSMAN Amen.
350
FABRY Also geschehe es.
351
HELENE Sie haben mich verwirrt. Ich bin ein törichtes Mädchen. Ich möchte — ich möchte daran glauben.
352
DR. GALL Sie sind jünger als wir, Fräulein Glory. Sie werden alles erleben.
353
HALLEMEIER So ist's. Ich denke, Fräulein Glory könnte mit uns frühstücken.
354
DR. GALL Das versteht sich! Domin, bitten Sie für uns alle.
355
DOMIN Fräulein Glory, erweisen Sie uns die Ehre.
356
HELENE Aber das ist doch — Wie könnte ich?
357
FABRY Für die Humanitätsliga, Fräulein.
358
BUSMAN Und ihr zu Ehren.
359
HELENE Oh, in diesem Falle — vielleicht —
360
FABRY Also Heil! Fräulein Glory, entschuldigen Sie für fünf Minuten.
361
DR. GALL Pardon.
362
BUSMAN Herrgott, ich muss kabeln —
363
HALLEMEIER Donnerwetter, und ich vergaß —
364
Alle, außer Domin, drängen sich hinaus.
365
HELENE Warum gehen alle weg?
366
DOMIN Kochen, Fräulein Glory.
367
HELENE Was kochen?
368
DOMIN Das Frühstück, Fräulein Glory. Für uns kochen Roboter und — und — da sie keinen Geschmacksinn besitzen, ist es nicht ganz — Hallemeier kann nämlich vorzüglich braten. Und Gall macht irgendeine Sauce, und Busman kennt sich in der Omelette aus —
369
HELENE Um Gottes willen, das ist ein Gastmahl! Und was kann der Herr — Baumeister —
370
DOMIN Alquist? Nichts. Er deckt nur den Tisch und — und Fabry treibt etwas Obst auf. Sehr bescheidene Küche, Fräulein Glory.
371
HELENE Ich wollte Sie fragen —
372
DOMIN Auch ich möchte Sie nach etwas fragen. Legt seine Uhr auf den Tisch. Fünf Minuten Zeit.
373
HELENE Wonach fragen?
374
DOMIN Pardon, Sie haben früher gefragt.
375
HELENE Vielleicht ist es dumm von mir, aber — warum erzeugen Sie weibliche Roboter, wenn — wenn —
376
DOMIN — wenn bei ihnen, hm, wenn für sie das Geschlecht keine Bedeutung hat?
377
HELENE Ja.
378
DOMIN Es herrscht eine gewisse Nachfrage, wissen Sie? Dienstmädchen, Verkäuferinnen, Schreiberinnen — Die Menschen sind daran gewöhnt.
379
HELENE Und — und sagen Sie, sind die Roboter — und Robotinnen — wechselseitig — absolut —
380
DOMIN Absolut gleichgültig, teures Fräulein. Da ist keine Spur irgendeiner Neigung.
381
HELENE Oh, das ist — furchtbar!
382
DOMIN Warum?
383
HELENE Es ist — es ist — so unnatürlich! Man weiß gar nicht, sollen sie einem deswegen abstoßend, oder — beneidenswert erscheinen — oder vielleicht —
384
DOMIN — bemitleidenswert.
385
HELENE Dies am ehesten — Nein, hören Sie auf! Was wollten Sie fragen?
386
DOMIN Gern möchte ich fragen, Fräulein Glory, ob Sie mich nehmen möchten.
387
HELENE Wie nehmen?
388
DOMIN Zum Mann.
389
HELENE Nein! Was fällt Ihnen ein?
390
DOMIN auf die Uhr blickend Noch drei Minuten. Nehmen Sie mich nicht, so müssen Sie einen der anderen Fünf nehmen.
391
HELENE Aber Gott bewahre! Warum sollte ich ihn nehmen?
392
DOMIN Weil alle nach der Reihe Sie verlangen werden.
393
HELENE Wie könnten sie sich unterstehen?
394
DOMIN Ich bedaure sehr, Fräulein Glory. Es scheint, dass sie sich in Sie verliebt haben.
395
HELENE Ich bitte Sie, das sollen sie nicht tun! Ich — ich reise gleich ab!
396
DOMIN Helene, Sie werden ihnen doch nicht den Kummer bereiten, abzulehnen.
397
HELENE Aber ich — ich kann doch nicht — alle sechs nehmen!
398
DOMIN Nein, aber wenigstens einen. Wollen Sie mich nicht, so Fabry.
399
HELENE Ich will nicht!
400
DOMIN Doktor Gall.
401
HELENE Nein, nein, schweigen Sie! Ich will keinen!
402
DOMIN Noch zwei Minuten.
403
HELENE Das ist schrecklich! Nehmen Sie sich irgendeine Robotin.
404
DOMIN Das ist kein Weib.
405
HELENE Oh, nur das fehlt Ihnen! Ich glaube, Sie — Sie würden jede nehmen, die kommt.
406
DOMIN Es waren viele hier, Helene.
407
HELENE Junge?
408
DOMIN Junge.
409
HELENE Weshalb nahmen Sie sich keine?
410
DOMIN Weil ich nicht den Kopf verloren hatte. Erst heute. Gleich als Sie den Schleier abnahmen.
411
HELENE — — Ich weiß.
412
DOMIN Noch eine Minute.
413
HELENE Aber ich will nicht, mein Gott!
414
DOMIN legt ihr beide Hände auf die Schultern Noch eine Minute. Entweder Sie sagen mir etwas schrecklich Böses ins Gesicht, und dann lasse ich Sie. Oder — oder —
415
HELENE Sie sind ein Rohling!
416
DOMIN Das ist nichts. Ein Mann soll ein wenig roh sein. Das gehört zur Sache.
417
HELENE Sie sind ein Narr!
418
DOMIN Der Mensch soll ein bisschen närrisch sein, Helene. Das ist an ihm das beste.
419
HELENE Sie sind — Sie sind — ach Gott!
420
DOMIN Also sehn Sie. Fertig?
421
HELENE Nein, nein! Ich bitte Sie, lassen Sie! Sie zerdrücken mich ja!
422
DOMIN Das letzte Wort, Helene.
423
HELENE wehrt sich Um nichts auf der Welt — aber Harry!
424
Es klopft.
425
DOMIN lässt sie los Herein!
426
Eintreten BUSMAN, DR. GALL und HALLEMEIER in Küchenschürzen. FABRY mit einem Blumenstrauß und ALQUIST mit einem Tischtuch unterm Arm.
427
DOMIN Schon ausgekocht?
428
BUSMAN feierlich Jawohl.
429
DOMIN Wir auch.
430
VORHANG

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »HELENE Wieso wissen Sie, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Zuerst versuchte er einen […] Hund zu machen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Deshalb« in diesem Textausschnitt? »Deshalb kam ich hierher, um es zu sehen, und es ist tausendmal schlimmer, als man nur denken kann!«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »deswegen« in diesem Textausschnitt? »Man weiß gar nicht, sollen sie einem deswegen abstoßend, oder — beneidenswert erscheinen — oder vielleicht —«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Um zwei Uhr werde ich Ihnen die Dösen zeigen.« B: »HELENE Je nachdem, was Sie mir von der Erzeugung zeigen werden ...« C: »Ich bitte Sie, Fräulein Glory, was zahlen Sie für einen Meter Tuch?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Und zweitens — zweitens — ist …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Dienstmädchen, Verkäuferinnen, Schreiberinnen — Die …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »HELENE Je nachdem, was Sie mir von der Erzeugung zeigen werden ...«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »HELENE Je nachdem, was Sie mir von der Erzeugung zeigen werden ...« und »FABRY mit einem Blumenstrauß und ALQUIST mit einem Tischtuch unterm Arm.«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Und zweitens — zweitens — ist «. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Die Zentralkanzlei der Fabrik Werstands Universal Robots.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »HELENE Es tut mir so leid, dass ich sagte, Sie — Sie — Sie hätten gelogen —«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »FABRY mit einem Blumenstrauß und ALQUIST mit einem Tischtuch unterm Arm.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte deutsche Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. Die Herkunft aus einem US-Archiv allein wurde nicht als deutsche Rechtefreigabe verwendet.

W U R

Čapek, Karel, 1890-1938; Čapek, Josef, 1887-1945 [Illustrator]; Pick, Otto, 1887-1940 [Translator]

Quellen- und Digitalisierungsnachweis: https://www.gutenberg.org/ebooks/78595

Quelltext und Ausgabe ↗ · Underlying historical text public domain in Germany after separate author/translator review; source notice and trademark policy in linked archive. Lizenz

Originalsprache · Tschechisch

Vollständiger Originaltext in der angegebenen digitalen Quellausgabe. Rechtschreibung, Wortlaut und Interpunktion bleiben erhalten. Verlagsnavigation, Seiten-/Zeilenziffern und ausdrücklich abgegrenzte fremde Vorworte bzw. Nachschlageapparate gehören nicht zur literarischen Textfassung. Quelleneditionen und deutsche Übersetzungen können unterschiedlich gegliedert sein; keine behauptete Satz- oder Absatzentsprechung.

Čapek, Karel: R.U.R.. Originalausgabe nach Project Gutenberg; eBook 13083.

Autorschaft und Ausgabe: Čapek, Karel

Originaltext und Ausgabe ↗ · Project Gutenberg · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.