Deutsch · Abschnitt 2 von 6
Erster Aufzug
1 Erste Szene
Vorlage S. 84 2 Ein öffentlicher Platz.
Vorlage S. 84 3 Simson und Gregorio, zwei Bediente Capulets, treten auf.
Vorlage S. 84 5 Auf mein Wort, Gregorio, wir wollen nichts in die Tasche stecken.
Vorlage S. 84 7 Freilich nicht, sonst wären wir Taschenspieler.
Vorlage S. 84 9 Ich meine, ich werde den Koller kriegen und vom Leder ziehn.
Vorlage S. 84 11 Ne, Freund! deinen ledernen Koller musst du bei Leibe nicht ausziehen.
Vorlage S. 84 13 Ich schlage geschwind zu, wenn ich aufgebracht bin.
Vorlage S. 84 15 Aber du wirst nicht geschwind aufgebracht.
Vorlage S. 84 17 Ein Hund aus Montagues Hause bringt mich schon auf.
Vorlage S. 84 19 Einen aufbringen, heißt: ihn von der Stelle schaffen. Um tapfer zu sein, muss man stand halten. Wenn du dich also aufbringen lässt, so läufst du davon.
Vorlage S. 84 21 Ein Hund aus dem Hause bringt mich zum Standhalten. Mit jedem Bedienten und jedem Mädchen Montagues will ich es aufnehmen.
Vorlage S. 84 23 Der Streit ist nur zwischen unseren Herrschaften und uns, ihren Bedienten. Es mit den Mädchen aufnehmen? Pfui doch! Du solltest dich lieber von ihnen aufnehmen lassen.
Vorlage S. 84 25 Einerlei! Ich will barbarisch zu Werke gehn. Hab' ich's mit den Bedienten erst ausgefochten, so will ich mir die Mädchen unterwerfen. Sie sollen die Spitze meines Degens fühlen, bis er stumpf wird.
Vorlage S. 84 27 Zieh' nur gleich von Leder: da kommen zwei aus dem Hause Montagues.
Vorlage S. 85 28 Abraham und Balthasar treten auf.
Vorlage S. 85 30 Hier! mein Gewehr ist blank! Fang' nur Händel an, ich will den Rücken decken.
Vorlage S. 85 32 Den Rücken? willst du Reißaus nehmen?
Vorlage S. 85 34 Fürchte nichts von mir!
Vorlage S. 85 36 Ne, wahrhaftig! ich dich fürchten?
Vorlage S. 85 38 Lass uns das Recht auf unsrer Seite behalten, lass sie anfangen!
Vorlage S. 85 40 Ich will ihnen im Vorbeigehn ein Gesicht ziehen, sie mögen's nehmen, wie sie wollen.
Vorlage S. 85 42 Wie sie dürfen, lieber. Ich will ihnen einen Esel bohren; wenn sie es einstecken, so haben sie den Schimpf.
Vorlage S. 85 44 Bohrt Ihr uns einen Esel, mein Herr?
Vorlage S. 85 46 Ich bohre einen Esel, mein Herr.
Vorlage S. 85 48 Bohrt Ihr uns einen Esel, mein Herr?
Vorlage S. 85 50 Ist das Recht auf unsrer Seite, wenn ich ja sage?
Vorlage S. 85 54 Nein, mein Herr! Ich bohre Euch keinen Esel, mein Herr. Aber ich bohre einen Esel, mein Herr.
Vorlage S. 85 56 Sucht Ihr Händel, mein Herr?
Vorlage S. 85 58 Wenn Ihr sonst Händel sucht, mein Herr: ich stehe zu Diensten. Ich bediene einen ebenso guten Herrn wie Ihr.
Vorlage S. 85 60 Keinen bessern.
Vorlage S. 85 62 Sehr wohl, mein Herr!
Vorlage S. 85 63 Benvolio tritt auf.
Vorlage S. 85 65 Sag: »Einen bessern«; hier kömmt ein Vetter meiner Herrschaft.
Vorlage S. 85 67 Ja doch, einen bessern, mein Herr.
Vorlage S. 85 71 Zieht, wo ihr Kerls seid! Frisch, Gregorio! denk' mir an deinen Schwadronierhieb!
Vorlage S. 85 72 Sie fechten.
Vorlage S. 85 74 Ihr Narren, fort! Steckt eure Schwerter ein;
Vorlage S. 85 75 Ihr wisst nicht, was ihr tut.
Vorlage S. 85 76 Tybalt tritt auf.
Vorlage S. 85 78 Was? ziehst du unter den verzagten Knechten?
Vorlage S. 86 79 Hieher, Benvolio! Beut die Stirn dem Tode!
Vorlage S. 86 81 Ich stifte Frieden, steck' dein Schwert nur ein!
Vorlage S. 86 82 Wo nicht, so führ' es, diese hier zu trennen!
Vorlage S. 86 84 Was? Ziehn und Friede rufen? Wie die Hölle
Vorlage S. 86 85 Hass' ich das Wort, wie alle Montagues
Vorlage S. 86 86 Und dich! Wehr' dich, du Memme!
Vorlage S. 86 87 Sie fechten.
Vorlage S. 86 88 Verschiedene Anhänger beider Häuser kommen und mischen sich in den Streit; dann Bürger mit Knitteln.
Vorlage S. 86 89 EIN BÜRGER.
Vorlage S. 86 90 He! Spieß' und Stangen her! Schlagt auf sie los!
Vorlage S. 86 91 Weg mit den Capulets! Weg mit den Montagues!
Vorlage S. 86 92 Capulet im Schlafrock und Gräfin Capulet.
Vorlage S. 86 94 Was für ein Lärm? – Holla! mein langes Schwert!
Vorlage S. 86 95 GRÄFLN CAPULET.
Vorlage S. 86 96 Nein, Krücken! Krücken! Wozu soll ein Schwert!
Vorlage S. 86 98 Mein Schwert, sag' ich! Der alte Montague
Vorlage S. 86 99 Kommt dort, und wetzt die Klinge mir zum Hohn.
Vorlage S. 86 100 Montague und Gräfin Montague.
Vorlage S. 86 101 MONTAGUE.
Vorlage S. 86 102 Du Schurke! Capulet! – Lasst los, lass mich gewähren!
Vorlage S. 86 103 GRÄFIN MONTAGUE.
Vorlage S. 86 104 Du sollst dich keinen Schritt dem Feinde nähern.
Vorlage S. 86 105 Der Prinz mit Gefolge.
Vorlage S. 86 107 Aufrührische Vasallen! Friedensfeinde,
Vorlage S. 86 108 Die ihr den Stahl mit Nachbarblut entweiht! –
Vorlage S. 86 109 Wollt ihr nicht hören? – Männer! wilde Tiere!
Vorlage S. 86 110 Die ihr die Flammen eurer schnöden Wut
Vorlage S. 86 111 Im Purpurquell aus euren Adern löscht!
Vorlage S. 86 112 Zu Boden werft, bei Buß' an Leib und Leben,
Vorlage S. 86 113 Die mißgestählte Wehr aus blut'ger Hand!
Vorlage S. 86 114 Hört eures ungehaltnen Fürsten Spruch!
Vorlage S. 86 115 Drei Bürgerzwiste haben dreimal nun
Vorlage S. 86 116 Aus einem luft'gen Wort von euch erzeugt,
Vorlage S. 86 117 Du alter Capulet und Montague,
Vorlage S. 86 118 Den Frieden unsrer Straßen schon gebrochen.
Vorlage S. 86 119 Veronas graue Bürger mussten sich
Vorlage S. 87 120 Entladen ihres ehrenfesten Schmucks
Vorlage S. 87 121 Und alte Speer' in alten Händen schwingen,
Vorlage S. 87 122 Woran der Rost des langen Friedens nagte,
Vorlage S. 87 123 Dem Hasse, der euch nagt, zu widerstehn.
Vorlage S. 87 124 Verstört ihr jemals wieder unsre Stadt,
Vorlage S. 87 125 So zahl' eu'r Leben mir den Friedensbruch!
Vorlage S. 87 126 Für jetzt begebt euch, all ihr andern, weg!
Vorlage S. 87 127 Ihr aber, Capulet, sollt mich begleiten.
Vorlage S. 87 128 Ihr, Montague, kommt diesen Nachmittag
Vorlage S. 87 129 Zur alten Burg, dem Richtplatz unsres Banns,
Vorlage S. 87 130 Und hört, was hierin fürder mir beliebt.
Vorlage S. 87 131 Bei Todesstrafe sag' ich: alle fort!
Vorlage S. 87 132 Der Prinz, sein Gefolge, Capulet, Gräfin Capulet, Tybalt, die Bürger und Bediente gehn ab.
Vorlage S. 87 133 MONTAGUE.
Vorlage S. 87 134 Wer bracht' aufs neu' den alten Zwist in Gang?
Vorlage S. 87 135 Sagt, Neffe, wart Ihr da, wie er begann?
Vorlage S. 87 136 BENVOLIO.
Vorlage S. 87 137 Die Diener Eures Gegners fochten hier
Vorlage S. 87 138 Erhitzt mit Euren schon, eh' ich mich nahte;
Vorlage S. 87 139 Ich zog, um sie zu trennen. Plötzlich kam
Vorlage S. 87 140 Der wilde Tybalt mit gezücktem Schwert,
Vorlage S. 87 141 Und schwang, indem er schnaubend Kampf mir bot,
Vorlage S. 87 142 Es um sein Haupt, und hieb damit die Winde,
Vorlage S. 87 143 Die unverwundet, zischend ihn verhöhnten.
Vorlage S. 87 144 Derweil wir Hieb' und Stöße wechseln, kamen
Vorlage S. 87 145 Stets mehr und mehr, und fochten mit einander;
Vorlage S. 87 146 Dann kam der Fürst und schied sie von einander.
Vorlage S. 87 147 GRÄFIN MONTAGUE.
Vorlage S. 87 148 Ach, wo ist Romeo? Saht Ihr ihn heut?
Vorlage S. 87 149 Wie froh bin ich! Er war nicht bei dem Streit.
Vorlage S. 87 150 BENVOLIO.
Vorlage S. 87 151 Schon eine Stunde, Gräfin, eh' im Ost
Vorlage S. 87 152 Die heil'ge Sonn' aus goldnem Fenster schaute,
Vorlage S. 87 153 Trieb mich ein irrer Sinn ins Feld hinaus.
Vorlage S. 87 154 Dort, in dem Schatten des Kastanienhains,
Vorlage S. 87 155 Der vor der Stadt gen Westen sich verbreitet,
Vorlage S. 87 156 Sah ich, so früh schon wandelnd, Euren Sohn.
Vorlage S. 87 157 Ich wollt' ihm nahn, er aber nahm mich wahr
Vorlage S. 87 158 Und stahl sich tiefer in des Waldes Dickicht.
Vorlage S. 87 159 Ich maß sein Innres nach dem meinen ab,
Vorlage S. 88 160 Das in der Einsamkeit am regsten lebt,
Vorlage S. 88 161 Ging meiner Laune nach, ließ seine gehn,
Vorlage S. 88 162 Und gern vermied ich ihn, der gern mich floh.
Vorlage S. 88 163 MONTAGUE.
Vorlage S. 88 164 Schon manchen Morgen ward er dort gesehn,
Vorlage S. 88 165 Wie er den frischen Tau durch Tränen mehrte
Vorlage S. 88 166 Und, tief erseufzend, Wolk' an Wolke drängte.
Vorlage S. 88 167 Allein sobald im fernsten Ost die Sonne,
Vorlage S. 88 168 Die all' erfreu'nde, von Auroras Bett
Vorlage S. 88 169 Den Schattenvorhang wegzuziehn beginnt,
Vorlage S. 88 170 Stiehlt vor dem Licht mein finstrer Sohn sich heim,
Vorlage S. 88 171 Und sperrt sich einsam in sein Kämmerlein,
Vorlage S. 88 172 Verschließt dem schönen Tageslicht die Fenster,
Vorlage S. 88 173 Und schaffet künstlich Nacht um sich herum.
Vorlage S. 88 174 In schwarzes Missgeschick wird er sich träumen,
Vorlage S. 88 175 Weiß guter Rat den Grund nicht wegzuräumen.
Vorlage S. 88 176 BENVOLIO.
Vorlage S. 88 177 Mein edler Oheim, wisset Ihr den Grund?
Vorlage S. 88 178 MONTAGUE.
Vorlage S. 88 179 Ich weiß ihn nicht und kann ihn nicht erfahren.
Vorlage S. 88 180 BENVOLIO.
Vorlage S. 88 181 Lagt Ihr ihm jemals schon deswegen an?
Vorlage S. 88 182 MONTAGUE.
Vorlage S. 88 183 Ich selbst sowohl als mancher andre Freund.
Vorlage S. 88 184 Doch er, der eignen Neigungen Vertrauter,
Vorlage S. 88 185 Ist gegen sich, wie treu will ich nicht sagen,
Vorlage S. 88 186 Doch so geheim und in sich selbst gekehrt,
Vorlage S. 88 187 So unergründlich forschendem Bemühn,
Vorlage S. 88 188 Wie eine Knospe, die ein Wurm zernagt,
Vorlage S. 88 189 Eh' sie der Luft ihr zartes Laub entfalten
Vorlage S. 88 190 Und ihren Reiz der Sonne weihen kann.
Vorlage S. 88 191 Erführen wir, woher sein Leid entsteht,
Vorlage S. 88 192 Wir heilten es so gern, als wir's erspäht.
Vorlage S. 88 193 Romeo erscheint in einiger Entfernung.
Vorlage S. 88 194 BENVOLIO.
Vorlage S. 88 195 Da kömmt er, seht! Geruht uns zu verlassen!
Vorlage S. 88 196 Galt ich ihm je was, will ich schon ihn fassen.
Vorlage S. 88 197 MONTAGUE.
Vorlage S. 88 198 Oh, beichtet' er für dein Verweilen dir
Vorlage S. 88 199 Die Wahrheit doch! – Kommt, Gräfin, gehen wir!
Vorlage S. 88 200 Montague und Gräfin Montague gehn ab.
Vorlage S. 88 201 BENVOLIO.
Vorlage S. 88 202 Ha, guten Morgen, Vetter!
Vorlage S. 88 204 Erst so weit?
Vorlage S. 88 205 BENVOLIO.
Vorlage S. 88 206 Kaum schlug es neun.
Vorlage S. 89 208 Weh mir! Gram dehnt die Zeit.
Vorlage S. 89 209 War das mein Vater, der so eilig ging?
Vorlage S. 89 210 BENVOLIO.
Vorlage S. 89 211 Er war's. Und welcher Gram dehnt Euch die Stunden?
Vorlage S. 89 213 Dass ich entbehren muss, was sie verkürzt.
Vorlage S. 89 214 BENVOLIO.
Vorlage S. 89 215 Entbehrt Ihr Liebe?
Vorlage S. 89 218 BENVOLIO.
Vorlage S. 89 219 So ward sie Euch zu teil?
Vorlage S. 89 221 Nein, Lieb' entbehr' ich, wo ich lieben muss.
Vorlage S. 89 222 BENVOLIO.
Vorlage S. 89 223 Ach, dass der Liebesgott, so mild im Scheine,
Vorlage S. 89 224 So grausam in der Prob' erfunden wird!
Vorlage S. 89 226 Ach, dass der Liebesgott, trotz seinen Binden,
Vorlage S. 89 227 Zu seinem Ziel stets Pfade weiß zu finden!
Vorlage S. 89 228 Wo speisen wir? – Ach, welch ein Streit war hier?
Vorlage S. 89 229 Doch sagt mir's nicht, ich hört' es alles schon.
Vorlage S. 89 230 Haß gibt hier viel zu schaffen, Liebe mehr.
Vorlage S. 89 231 Nun dann: liebreicher Haß! streitsücht'ge Liebe!
Vorlage S. 89 232 Du Alles, aus dem Nichts zuerst erschaffen!
Vorlage S. 89 233 Schwermüt'ger Leichtsinn! ernste Tändelei!
Vorlage S. 89 234 Entstelltes Chaos glänzender Gestalten!
Vorlage S. 89 235 Bleischwinge! lichter Rauch und kalte Glut!
Vorlage S. 89 236 Stets wacher Schlaf! dein eignes Widerspiel! –
Vorlage S. 89 237 So fühl' ich Lieb', und hasse, was ich fühl'!
Vorlage S. 89 238 Du lachst nicht?
Vorlage S. 89 239 BENVOLIO.
Vorlage S. 89 240 Nein! das Weinen ist mir näher.
Vorlage S. 89 242 Warum, mein Herz?
Vorlage S. 89 243 BENVOLIO.
Vorlage S. 89 Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Romeo und Julia“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · William Hatherell · Public domain Bildquelle ↗ 244 Um deines Herzens Qual.
Vorlage S. 89 246 Das ist der Liebe Unbill nun einmal.
Vorlage S. 89 247 Schon eignes Leid will mir die Brust zerpressen,
Vorlage S. 89 248 Dein Gram um mich wird voll das Maß mir messen.
Vorlage S. 89 249 Die Freundschaft, die du zeigst, mehrt meinen Schmerz;
Vorlage S. 89 250 Denn, wie sich selbst, so quält auch dich mein Herz.
Vorlage S. 89 251 Lieb' ist ein Rauch, den Seufzerdämpf' erzeugten,
Vorlage S. 89 252 Geschürt, ein Feu'r, von dem die Augen leuchten,
Vorlage S. 89 253 Gequält, ein Meer, von Tränen angeschwellt;
Vorlage S. 89 254 Was ist sie sonst? Verständ'ge Raserei,
Vorlage S. 89 255 Und ekle Gall' und süße Spezerei.
Vorlage S. 89 256 Lebt wohl, mein Freund!
Vorlage S. 89 257 BENVOLIO.
Vorlage S. 89 258 Sacht! Ich will mit Euch gehen:
Vorlage S. 90 259 Ihr tut mir Unglimpf, lasst Ihr so mich stehen.
Vorlage S. 90 261 Ach, ich verlor mich selbst; ich bin nicht Romeo.
Vorlage S. 90 262 Der ist nicht hier: er ist – ich weiß nicht wo.
Vorlage S. 90 263 BENVOLIO.
Vorlage S. 90 264 Entdeckt mir ohne Mutwill, wen Ihr liebt!
Vorlage S. 90 266 Bin ich nicht ohne Mut und ohne Willen?
Vorlage S. 90 267 BENVOLIO.
Vorlage S. 90 268 Nein, sagt mir's ohne Scherz!
Vorlage S. 90 270 Verscherzt ist meine Ruh': wie sollt' ich scherzen?
Vorlage S. 90 271 O überflüss'ger Rat bei so viel Schmerzen!
Vorlage S. 90 272 Hört, Vetter, denn im Ernst: ich lieb' ein Weib.
Vorlage S. 90 273 BENVOLIO.
Vorlage S. 90 274 Ich traf's doch gut, da ich verliebt Euch glaubte.
Vorlage S. 90 276 Ein wackrer Schütz'! – Und, die ich lieb', ist schön.
Vorlage S. 90 277 BENVOLIO.
Vorlage S. 90 278 Ein glänzend Ziel kann man am ersten treffen.
Vorlage S. 90 280 Dies Treffen traf dir fehl, mein guter Schütz':
Vorlage S. 90 281 Sie meidet Amors Pfeil, sie hat Dianens Witz.
Vorlage S. 90 282 Umsonst hat ihren Panzer keuscher Sitten
Vorlage S. 90 283 Der Liebe kindisches Geschoß bestritten.
Vorlage S. 90 284 Sie wehrt den Sturm der Liebesbitten ab,
Vorlage S. 90 285 Steht nicht dem Angriff kecker Augen, öffnet
Vorlage S. 90 286 Nicht ihren Schoß dem Gold, das Heil'ge lockt.
Vorlage S. 90 287 Oh, sie ist reich an Schönheit; arm allein,
Vorlage S. 90 288 Weil, wenn sie stirbt, ihr Reichtum hin wird sein.
Vorlage S. 90 289 BENVOLIO.
Vorlage S. 90 290 Beschwor sie der Enthaltsamkeit Gesetze?
Vorlage S. 90 292 Sie tat's, und dieser Geiz vergeudet Schätze.
Vorlage S. 90 293 Denn Schönheit, die der Lust sich streng enthält,
Vorlage S. 90 294 Bringt um ihr Erb' die ungeborne Welt.
Vorlage S. 90 295 Sie ist zu schön und weis', um Heil zu erben,
Vorlage S. 90 296 Weil sie, mit Weisheit schön, mich zwingt zu sterben.
Vorlage S. 90 297 Sie schwor zu lieben ab, und dies Gelübd'
Vorlage S. 90 298 Ist Tod für den, der lebt, nur weil er liebt.
Vorlage S. 90 299 BENVOLIO.
Vorlage S. 90 300 Folg' meinem Rat, vergiss an sie zu denken!
Vorlage S. 90 302 So lehre mir, das Denken zu vergessen!
Vorlage S. 90 303 BENVOLIO.
Vorlage S. 90 304 Gib deinen Augen Freiheit, lenke sie
Vorlage S. 90 305 Auf andre Reize hin!
Vorlage S. 90 307 Das ist der Weg,
Vorlage S. 90 308 Mir ihren Reiz in vollem Licht zu zeigen.
Vorlage S. 90 309 Die Schwärze jener neidenswerten Larven,
Vorlage S. 90 310 Die schöner Frauen Stirne küssen, bringt
Vorlage S. 90 311 Uns in den Sinn, dass sie das Schönebergen.
Vorlage S. 91 312 Der, welchen Blindheit schlug, kann nie das Kleinod
Vorlage S. 91 313 Des eingebüßten Augenlichts vergessen.
Vorlage S. 91 314 Zeigt mir ein Weib, unübertroffen schön:
Vorlage S. 91 315 Mir gilt ihr Reiz wie eine Weisung nur,
Vorlage S. 91 316 Worin ich lese, wer sie übertrifft.
Vorlage S. 91 317 Leb wohl! Vergessen lehrest du mir nie.
Vorlage S. 91 318 BENVOLIO.
Vorlage S. 91 319 Dein Schuldner sterb' ich, glückt mir nicht die Müh!
Vorlage S. 91 320 Beide ab.
Vorlage S. 91 321 Zweite Szene
Vorlage S. 91 322 Eine Straße.
Vorlage S. 91 323 Capulet, Paris und ein Bedienter kommen.
Vorlage S. 91 325 Und Montague ist mit derselben Buße
Vorlage S. 91 326 Wie ich bedroht? Für Greise, wie wir sind,
Vorlage S. 91 327 Ist Frieden halten, denk' ich, nicht so schwer.
Vorlage S. 91 329 Ihr geltet beid' als ehrenwerte Männer,
Vorlage S. 91 330 Und Jammer ist's um euren langen Zwiespalt.
Vorlage S. 91 331 Doch, edler Graf, wie dünkt Euch mein Gesuch?
Vorlage S. 91 333 Es dünkt mich so, wie ich vorhin gesagt:
Vorlage S. 91 334 Mein Kind ist noch ein Fremdling in der Welt,
Vorlage S. 91 335 Sie hat kaum vierzehn Jahre wechseln sehn.
Vorlage S. 91 336 Lasst noch zwei Sommerprangen und verschwinden,
Vorlage S. 91 337 Eh' wir sie reif, um Braut zu werden, finden!
Vorlage S. 91 339 Noch jüngre wurden oft beglückte Mütter.
Vorlage S. 91 341 Wer vor der Zeit beginnt, der endigt früh.
Vorlage S. 91 342 All meine Hoffnungen verschlang die Erde;
Vorlage S. 91 343 Mir blieb nur dieses hoffnungsvolle Kind.
Vorlage S. 91 344 Doch werbt nur, lieber Graf! Sucht Euer Heil!
Vorlage S. 91 345 Mein Will' ist von dem ihren nur ein Teil.
Vorlage S. 91 346 Wenn sie aus Wahl in Eure Bitten willigt,
Vorlage S. 91 347 So hab' ich im voraus ihr Wort gebilligt.
Vorlage S. 91 348 Ich gebe heut ein Fest, von alters hergebracht,
Vorlage S. 91 349 Und lud darauf der Gäste viel zu Nacht,
Vorlage S. 91 350 Was meine Freunde sind: Ihr, der dazu gehöret,
Vorlage S. 91 351 Sollt hoch willkommen sein, wenn Ihr die Zahl vermehret.
Vorlage S. 91 352 In meinem armen Haus sollt Ihr des Himmels Glanz
Vorlage S. 92 353 Heut nacht verdunkelt sehn durch ird'scher Sterne Tanz.
Vorlage S. 92 354 Wie muntre Jünglinge mit neuem Mut sich freuen,
Vorlage S. 92 355 Wenn auf die Fersen nun der Fuß des holden Maien
Vorlage S. 92 356 Dem lahmen Winter tritt: die Lust steht Euch bevor,
Vorlage S. 92 357 Wann Euch in meinem Haus ein frischer Mädchenflor
Vorlage S. 92 358 Von jeder Seit' umgibt. Ihr hört, Ihr seht sie alle,
Vorlage S. 92 359 Dass, die am schönsten prangt, am meisten Euch gefalle.
Vorlage S. 92 360 Dann mögt Ihr in der Zahl auch meine Tochter sehn,
Vorlage S. 92 361 Sie zählt für eine mit, gilt sie schon nicht für schön.
Vorlage S. 92 362 Kommt, geht mit mir! – Du, Bursch, nimm dies Papier mit Namen;
Vorlage S. 92 363 Trab' in der Stadt herum, such' alle Herrn und Damen,
Vorlage S. 92 364 So hier geschrieben stehn, und sag mit Höflichkeit:
Vorlage S. 92 365 Mein Haus und mein Empfang steh' ihrem Dienst bereit!
Vorlage S. 92 366 Capulet und Paris gehn ab.
Vorlage S. 92 367 DER BEDIENTE.
Vorlage S. 92 368 Die Leute soll ich suchen, wovon die Namen hier geschrieben stehn? Es steht geschrieben, der Schuster soll sich um seine Elle kümmern, der Schneider um seinen Leisten, der Fischer um seinen Pinsel, der Maler um seine Netze. Aber mich schicken sie, um die Leute ausfündig zu machen, wovon die Namen hier geschrieben stehn, und ich kann doch gar nicht ausfündig machen, was für Namen der Schreiber hier aufgeschrieben hat. Ich muss zu den Gelahrten – auf gut Glück!
Vorlage S. 92 369 Benvolio und Romeo kommen.
Vorlage S. 92 370 BENVOLIO.
Vorlage S. 92 371 Pah, Freund! Ein Feuer brennt das andre nieder;
Vorlage S. 92 372 Ein Schmerz kann eines andern Qualen mindern.
Vorlage S. 92 373 Dreh' dich in Schwindel, hilf durch Drehn dir wieder!
Vorlage S. 92 374 Fühl' andres Leid, das wird dein Leiden lindern!
Vorlage S. 92 375 Saug' in dein Auge neuen Zaubersaft,
Vorlage S. 92 376 So wird das Gift des alten fortgeschafft.
Vorlage S. 92 378 Ein Blatt vom Weg'rich dient dazu vortrefflich ...
Vorlage S. 92 379 BENVOLIO.
Vorlage S. 92 380 Ei, sag, wozu?
Vorlage S. 92 382 Für dein zerbrochnes Bein.
Vorlage S. 92 383 BENVOLIO.
Vorlage S. 92 384 Was, Romeo, bist du toll?
Vorlage S. 92 386 Nicht toll, doch mehr gebunden wie ein Toller,
Vorlage S. 93 387 Gesperrt in einen Kerker, ausgehungert,
Vorlage S. 93 388 Gegeißelt und geplagt, und –
Vorlage S. 93 389 Zu dem Bedienten.
Vorlage S. 93 390 Guten Abend, Freund!
Vorlage S. 93 391 DER BEDIENTE.
Vorlage S. 93 392 Gott grüß' Euch, Herr! Ich bitt' Euch, könnt Ihr lesen?
Vorlage S. 93 394 Jawohl, in meinem Elend mein Geschick.
Vorlage S. 93 395 DER BEDIENTE.
Vorlage S. 93 396 Vielleicht habt Ihr das auswendig gelernt.
Vorlage S. 93 397 Aber sagt: könnt Ihr alles vom Blatte weglesen?
Vorlage S. 93 399 Ja freilich, wenn ich Schrift und Sprache kenne.
Vorlage S. 93 400 DER BEDIENTE.
Vorlage S. 93 401 Ihr redet ehrlich. Gehabt Euch wohl!
Vorlage S. 93 403 Wart'! Ich kann lesen, Bursch. Er liest das Verzeichnis.
Vorlage S. 93 404 »Signor Martino und seine Frau und Tochter; Graf Anselm und seine reizenden Schwestern; die verwitwete Freifrau von Vitruvio; Signor Placentio und seine artigen Nichten; Mercutio und sein Bruder Valentio; mein Oheim Capulet seine Frau und Töchter; meine schöne Nichte Rosalinde; Livia; Signor Valentio und sein Vetter Tybalt; Lucio und die muntre Helena.« Gibt das Papier zurück.
Vorlage S. 93 405 Ein schöner Haufe! Wohin lädst du sie?
Vorlage S. 93 406 DER BEDIENTE.
Vorlage S. 93 410 DER BEDIENTE.
Vorlage S. 93 411 Zum Abendessen in unser Haus
Vorlage S. 93 413 Wessen Haus?
Vorlage S. 93 414 DER BEDIENTE.
Vorlage S. 93 415 Meines Herrn.
Vorlage S. 93 417 Das hätt' ich freilich eher fragen sollen.
Vorlage S. 93 418 DER BEDIENTE.
Vorlage S. 93 419 Nun will ich's Euch ohne Fragen erklären. Meine Herrschaft ist der große, reiche Capulet, und wenn Ihr nicht vom Hause der Montagues seid, so bitt' ich Euch kommt, stecht eine Flasche Wein mit aus! Gehabt Euch wohl! Geht ab.
Vorlage S. 93 420 BENVOLIO.
Vorlage S. 93 421 Auf diesem hergebrachten Gastgebot
Vorlage S. 93 422 Der Capulets speist deine Rosalinde
Vorlage S. 93 423 Mit allen Schönen, die Verona preist.
Vorlage S. 93 424 Geh hin, vergleich' mit unbefangnem Auge
Vorlage S. 93 425 Die andern, die du sehen sollst, mit ihr:
Vorlage S. 93 426 Was gilt's? Dein Schwan dünkt eine Krähe dir.
Vorlage S. 93 428 Höhnt meiner Augen frommer Glaube je
Vorlage S. 93 429 Die Wahrheit so: dann, Tränen, werdet Flammen!
Vorlage S. 94 430 Und ihr, umsonst ertränkt in manchem See,
Vorlage S. 94 431 Mag eure Lüg' als Ketzer euch verdammen!
Vorlage S. 94 432 Ein schönres Weib als sie? Seit Welten stehn,
Vorlage S. 94 433 Hat die allseh'nde Sonn' es nicht gesehn.
Vorlage S. 94 434 BENVOLIO.
Vorlage S. 94 435 Ja, ja! du sahst sie schön, doch in Gesellschaft nie;
Vorlage S. 94 436 Du wogst nur mit sich selbst in jedem Auge sie.
Vorlage S. 94 437 Doch leg' einmal zugleich in die krystallnen Schalen
Vorlage S. 94 438 Der Jugendreize Bild, wovon auch andre strahlen,
Vorlage S. 94 439 Die ich dir zeigen will bei diesem Fest vereint:
Vorlage S. 94 440 Kaum leidlich scheint dir dann, was jetzt ein Wunder scheint.
Vorlage S. 94 442 Gut, ich begleite dich. Nicht um des Schauspiels Freuden:
Vorlage S. 94 443 An meiner Göttin Glanz will ich allein mich weiden.
Vorlage S. 94 444 Beide ab.
Vorlage S. 94 445 Dritte Szene
Vorlage S. 94 446 Ein Zimmer in Capulets Hause.
Vorlage S. 94 447 Gräfin Capulet und die Wärterin.
Vorlage S. 94 448 GRÄFIN CAPULET.
Vorlage S. 94 449 Ruft meine Tochter her: wo ist sie, Amme?
Vorlage S. 94 450 WÄRTERIN.
Vorlage S. 94 451 Bei meiner Jungferschaft im zwölften Jahr,
Vorlage S. 94 452 Ich rief sie schon. – He, Lämmchen! zartes Täubchen! –
Vorlage S. 94 453 Dass Gott! Wo ist das Kind? He, Juliette!
Vorlage S. 94 454 Julia kommt.
Vorlage S. 94 456 Was ist? Wer ruft mich?
Vorlage S. 94 457 WÄRTERIN.
Vorlage S. 94 458 Eure Mutter.
Vorlage S. 94 460 Hier bin ich, gnäd'ge Mutter! Was beliebt?
Vorlage S. 94 462 Die Sach' ist diese! – Amme, geh beiseit',
Vorlage S. 94 463 Wir müssen heimlich sprechen. Amme, komm
Vorlage S. 94 464 Nur wieder her, ich habe mich besonnen:
Vorlage S. 94 465 Ich will dich mit zur Überlegung ziehn.
Vorlage S. 94 466 Du weißt, mein Kind hat schon ein hübsches Alter.
Vorlage S. 94 467 WÄRTERIN.
Vorlage S. 94 468 Das zähl' ich, meiner Treu, am Finger her.
Vorlage S. 94 469 GRÄFIN CAPULET.
Vorlage S. 94 470 Sie ist nicht vierzehn Jahre.
Vorlage S. 94 471 WÄRTERIN.
Vorlage S. 94 472 Ich wette vierzehn meiner Zähne drauf –
Vorlage S. 94 473 Zwar hab' ich nur vier Zähn', ich arme Frau –
Vorlage S. 95 474 Sie ist noch nicht vierzehn. Wie lang ist's bis Johannis?
Vorlage S. 95 475 GRÄFIN CAPULET.
Vorlage S. 95 476 Ein vierzehn Tag' und drüber.
Vorlage S. 95 477 WÄRTERIN.
Vorlage S. 95 478 Nu, drüber oder drunter. Just den Tag,
Vorlage S. 95 479 Johannistag zu Abend wird sie vierzehn.
Vorlage S. 95 480 Suschen und sie – Gott gebe jedem Christen
Vorlage S. 95 481 Das ew'ge Leben! – waren eines Alters.
Vorlage S. 95 482 Nun, Suschen ist bei Gott:
Vorlage S. 95 483 Sie war zu gut für mich. Doch wie ich sagte,
Vorlage S. 95 484 Johannistag zu Abend wird sie vierzehn.
Vorlage S. 95 485 Das wird sie, meiner Treu; ich weiß es recht gut.
Vorlage S. 95 486 Eilf Jahr ist's her, seit wir 's Erdbeben hatten:
Vorlage S. 95 Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Romeo und Julia“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Henry W. Hewet · Public domain Bildquelle ↗ 487 Und ich entwöhnte sie (mein Leben lang
Vorlage S. 95 488 Vergess' ich's nicht) just auf denselben Tag.
Vorlage S. 95 489 Ich hatte Wermut auf die Brust gelegt,
Vorlage S. 95 490 Und saß am Taubenschlage in der Sonne;
Vorlage S. 95 491 Die gnäd'ge Herrschaft war zu Mantua.
Vorlage S. 95 492 (Ja, ja! ich habe Grütz' im Kopf!) Nun, wie ich sagte:
Vorlage S. 95 493 Als es den Wermut auf der Warze schmeckte
Vorlage S. 95 494 Und fand ihn bitter – närr'sches, kleines Ding –,
Vorlage S. 95 495 Wie's böse ward und zog der Brust ein G'sicht!
Vorlage S. 95 496 Krach! sagt der Taubenschlag; und ich, fürwahr,
Vorlage S. 95 497 Ich wusste nicht, wie ich mich tummeln sollte.
Vorlage S. 95 498 Und seit der Zeit ist's nun eilf Jahre her.
Vorlage S. 95 499 Denn damals stand sie schon allein; mein' Treu',
Vorlage S. 95 500 Sie lief und watschelt' euch schon flink herum.
Vorlage S. 95 501 Denn Tags zuvor fiel sie die Stirn entzwei,
Vorlage S. 95 502 Und da hob sie mein Mann – Gott hab ihn selig!
Vorlage S. 95 503 Er war ein lust'ger Mann – vom Boden auf.
Vorlage S. 95 504 »Ei«, sagt' er, »fällst du so auf dein Gesicht?
Vorlage S. 95 505 Wirst rücklings fallen, wenn du klüger bist.
Vorlage S. 95 506 Nicht wahr, mein Kind?« Und, liebe heil'ge Frau!
Vorlage S. 95 507 Das Mädchen schrie nicht mehr, und sagte: »Ja.«
Vorlage S. 95 508 Da seh' man, wie so 'n Spaß zum Vorschein kommt!
Vorlage S. 95 509 Und lebt' ich tausend Jahre lang, ich wette,
Vorlage S. 95 510 Dass ich es nie vergäß'. »Nicht wahr, mein Kind?« sagt' er,
Vorlage S. 95 511 Und 's liebe Närrchen ward still, und sagte: »Ja.«
Vorlage S. 95 512 GRÄFIN CAPULET.
Vorlage S. 95 513 Genug davon, ich bitte, halt' dich ruhig!
Vorlage S. 95 514 WÄRTERIN.
Vorlage S. 95 515 Ja, gnäd'ge Frau. Doch lächert's mich noch immer.
Vorlage S. 96 516 Wie 's Kind sein Schreien ließ und sagte: »Ja.«
Vorlage S. 96 517 Und saß ihm, meiner Treu, doch eine Beule,
Vorlage S. 96 518 So dick wie 'n Hühnerei, auf seiner Stirn,
Vorlage S. 96 519 Recht g'fährlich dick! und es schrie bitterlich.
Vorlage S. 96 520 Mein Mann, der sagte: »Ei, fällst aufs Gesicht?
Vorlage S. 96 521 Wirst rücklings fallen, wenn du älter bist.
Vorlage S. 96 522 Nicht wahr, mein Kind?« Still ward's, und sagte: »Ja.«
Vorlage S. 96 524 Ich bitt' dich, Amme, sei doch auch nur still!
Vorlage S. 96 525 WÄRTERIN.
Vorlage S. 96 526 Gut, ich bin fertig. Gott behüte dich!
Vorlage S. 96 527 Du warst das feinste Püppchen, das ich säugte.
Vorlage S. 96 528 Erleb' ich deine Hochzeit noch einmal,
Vorlage S. 96 529 So wünsch' ich weiter nichts.
Vorlage S. 96 530 GRÄFIN CAPULET.
Vorlage S. 96 531 Die Hochzeit, ja! das ist der Punkt, von dem
Vorlage S. 96 532 Ich sprechen wollte. Sag mir, liebe Tochter,
Vorlage S. 96 533 Wie steht's mit deiner Lust, dich zu vermählen?
Vorlage S. 96 535 Ich träumte nie von dieser Ehre noch.
Vorlage S. 96 536 WÄRTERIN.
Vorlage S. 96 537 Ein' Ehre! Hätt'st du eine andre Amme
Vorlage S. 96 538 Als mich gehabt, so wollt' ich sagen: Kind,
Vorlage S. 96 539 Du habest Weisheit mit der Milch gesogen.
Vorlage S. 96 540 GRÄFIN CAPULET.
Vorlage S. 96 541 Gut, denke jetzt dran; jünger noch als du
Vorlage S. 96 542 Sind angesehne Frau'n hier in Verona
Vorlage S. 96 543 Schon Mütter worden. Ist mir recht, so war
Vorlage S. 96 544 Ich deine Mutter in demselben Alter,
Vorlage S. 96 545 Wo du noch Mädchen bist. Mit einem Wort:
Vorlage S. 96 546 Der junge Paris wirbt um deine Hand.
Vorlage S. 96 547 WÄRTERIN.
Vorlage S. 96 548 Das ist ein Mann, mein Fräulein! Solch ein Mann
Vorlage S. 96 549 Als alle Welt – ein wahrer Zuckermann!
Vorlage S. 96 550 GRÄFIN CAPULET.
Vorlage S. 96 551 Die schönste Blume von Veronas Flor.
Vorlage S. 96 552 WÄRTERIN.
Vorlage S. 96 553 Ach ja, 'ne Blume! Gelt', 'ne rechte Blume!
Vorlage S. 96 554 GRÄFIN CAPULET.
Vorlage S. 96 555 Was sagst du? Wie gefällt dir dieser Mann?
Vorlage S. 96 556 Heut abend siehst du ihn bei unserm Fest.
Vorlage S. 96 557 Dann lies im Buche seines Angesichts,
Vorlage S. 96 558 In das der Schönheit Griffel Wonne schrieb;
Vorlage S. 96 559 Betrachte seiner Züge Lieblichkeit,
Vorlage S. 96 560 Wie jeglicher dem andern Zierde leiht.
Vorlage S. 96 561 Was dunkel in dem holden Buch geblieben,
Vorlage S. 96 562 Das lies in seinem Aug' am Rand geschrieben.
Vorlage S. 96 563 Und dieses Freiers ungebundner Stand,
Vorlage S. 97 564 Dies Buch der Liebe, braucht nur einen Band.
Vorlage S. 97 565 Der Fisch lebt in der See, und doppelt teuer
Vorlage S. 97 566 Wird äußres Schön' als innrer Schönheit Schleier.
Vorlage S. 97 567 Das Buch glänzt allermeist im Aug' der Welt,
Vorlage S. 97 568 Das goldne Lehr' in goldnen Spangen hält:
Vorlage S. 97 569 So wirst du alles, was er hat, genießen,
Vorlage S. 97 570 Wenn du ihn hast, ohn' etwas einzubüßen.
Vorlage S. 97 571 WÄRTERIN.
Vorlage S. 97 572 Einbüßen? Nein, zunehmen wird sie eher;
Vorlage S. 97 573 Die Weiber nehmen oft durch Männer zu.
Vorlage S. 97 574 GRÄFIN CAPULET.
Vorlage S. 97 575 Sag kurz: fühlst du dem Grafen dich geneigt?
Vorlage S. 97 577 Gern will ich sehn, ob Sehen Neigung zeugt:
Vorlage S. 97 578 Doch weiter soll mein Blick den Flug nicht wagen,
Vorlage S. 97 579 Als ihn die Schwingen Eures Beifalls tragen.
Vorlage S. 97 580 Ein Bedienter kommt.
Vorlage S. 97 581 DER BEDIENTE.
Vorlage S. 97 582 Gnädige Frau, die Gäste sind da, das Abendessen auf dem Tisch, Ihr werdet gerufen, das Fräulein gesucht, die Amme in der Speisekammer zum Henker gewünscht, und alles geht drunter und drüber. Ich muss fort, aufwarten: ich bitte Euch, kommt unverzüglich!
Vorlage S. 97 583 GRÄFIN CAPULET.
Vorlage S. 97 584 Gleich! – Paris wartet. Julia, komm geschwind!
Vorlage S. 97 585 WÄRTERIN.
Vorlage S. 97 586 Such' frohe Nächt' auf frohe Tage, Kind!
Vorlage S. 97 588 Vierte Szene
Vorlage S. 97 589 Eine Straße.
Vorlage S. 97 590 Romeo, Mercutio, Benvolio, mit fünf oder sechs Masken, Fackelträgern und anderen.
Vorlage S. 97 592 Soll diese Red' uns zur Entschuld'gung dienen?
Vorlage S. 97 593 Wie? oder treten wir nur grad' hinein?
Vorlage S. 97 594 BENVOLIO.
Vorlage S. 97 595 Umschweife solcher Art sind nicht mehr Sitte.
Vorlage S. 97 596 Wir wollen keinen Amor, mit der Schärpe
Vorlage S. 97 597 Geblendet, der den buntbemalten Bogen
Vorlage S. 97 598 Wie ein Tatar geschnitzt aus Latten trägt,
Vorlage S. 97 599 Und wie ein Vogelscheu die Frauen schreckt;
Vorlage S. 97 600 Auch keinen hergebeteten Prolog,
Vorlage S. 98 601 Wobei viel zugeblasen wird, zum Eintritt.
Vorlage S. 98 602 Lasst sie uns nur, wofür sie wollen, nehmen,
Vorlage S. 98 603 Wir nehmen ein paar Tänze mit und gehn.
Vorlage S. 98 605 Ich mag nicht springen; gebt mir eine Fackel!
Vorlage S. 98 606 Da ich so finster bin, so will ich leuchten.
Vorlage S. 98 607 MERCUTIO.
Vorlage S. 98 608 Nein, du musst tanzen, lieber Romeo.
Vorlage S. 98 610 Ich wahrlich nicht. Ihr seid so leicht von Sinn
Vorlage S. 98 611 Als leicht beschuht: mich drückt ein Herz von Blei
Vorlage S. 98 612 Zu Boden, dass ich kaum mich regen kann.
Vorlage S. 98 613 MERCUTIO.
Vorlage S. 98 614 Ihr seid ein Liebender: borgt Amors Flügel,
Vorlage S. 98 615 Und schwebet frei in ungewohnten Höh'n!
Vorlage S. 98 617 Ich bin zu tief von seinem Pfeil durchbohrt,
Vorlage S. 98 618 Auf seinen leichten Schwingen hoch zu schweben.
Vorlage S. 98 619 Gewohnte Fesseln lassen mich nicht frei;
Vorlage S. 98 620 Ich sinke unter schwerer Liebeslast.
Vorlage S. 98 621 MERCUTIO.
Vorlage S. 98 622 Und wolltet Ihr denn in die Liebe sinken?
Vorlage S. 98 623 Ihr seid zu schwer für ein so zartes Ding.
Vorlage S. 98 625 Ist Lieb' ein zartes Ding? Sie ist zu rauh,
Vorlage S. 98 626 Zu wild, zu tobend; und sie sticht wie Dorn.
Vorlage S. 98 627 MERCUTIO.
Vorlage S. 98 628 Begegnet Lieb' Euch rauh, so tut desgleichen!
Vorlage S. 98 629 Stecht Liebe, wenn sie sticht: das schlägt sie nieder.
Vorlage S. 98 630 Zu einem andern aus dem Gefolge.
Vorlage S. 98 631 Gebt ein Gehäuse für mein Antlitz mir:
Vorlage S. 98 632 'ne Larve für 'ne Larve!
Vorlage S. 98 633 Bindet die Maske vor.
Vorlage S. 98 634 Nun erspähe
Vorlage S. 98 635 Die Neugier Mißgestalt: was kümmert's mich?
Vorlage S. 98 636 Erröten wird für mich dies Wachsgesicht.
Vorlage S. 98 637 BENVOLIO.
Vorlage S. 98 638 Fort! Klopft, und dann hinein! Und sind wir drinnen,
Vorlage S. 98 639 So rühre gleich ein jeder flink die Beine!
Vorlage S. 98 641 Mir eine Fackel! Leichtgeherzte Buben,
Vorlage S. 98 642 Die lasst das Estrich mit den Sohlen kitzeln:
Vorlage S. 98 643 Ich habe mich verbrämt mit einem alten
Vorlage S. 98 644 Großvaterspruch: »Wer 's Licht hält, schauet zu!«
Vorlage S. 98 645 Nie war das Spiel so schön; doch ich bin matt.
Vorlage S. 98 646 MERCUTIO.
Vorlage S. 98 647 Jawohl zu matt, dich aus dem Schlamme – nein,
Vorlage S. 98 648 Der Liebe, wollt' ich sagen – dich zu ziehn,
Vorlage S. 99 649 Worin du leider steckst bis an die Ohren.
Vorlage S. 99 650 Macht fort! Wir leuchten ja dem Tage hier.
Vorlage S. 99 652 Das tun wir nicht.
Vorlage S. 99 653 MERCUTIO.
Vorlage S. 99 654 Ich meine, wir verscherzen,
Vorlage S. 99 655 Wie Licht bei Tag', durch Zögern unsre Kerzen.
Vorlage S. 99 656 Nehmt meine Meinung nach dem guten Sinn,
Vorlage S. 99 657 Und sucht nicht Spiele des Verstandes drin!
Vorlage S. 99 659 Wir meinen's gut, da wir zum Balle gehen,
Vorlage S. 99 660 Doch es ist Unverstand.
Vorlage S. 99 661 MERCUTIO.
Vorlage S. 99 662 Wie? lasst doch sehen!
Vorlage S. 99 664 Ich hatte diese Nacht 'nen Traum.
Vorlage S. 99 665 MERCUTIO.
Vorlage S. 99 666 Auch ich.
Vorlage S. 99 668 Was war der Eure?
Vorlage S. 99 669 MERCUTIO.
Vorlage S. 99 670 Dass auf Träume sich
Vorlage S. 99 671 Nichts bauen lässt, dass Träume öfters lügen.
Vorlage S. 99 673 Sie träumen Wahres, weil sie schlafend liegen.
Vorlage S. 99 674 MERCUTIO.
Vorlage S. 99 675 Nun seh' ich wohl, Frau Mab hat Euch besucht.
Vorlage S. 99 677 Frau Mab, wer ist sie?
Vorlage S. 99 678 MERCUTIO.
Vorlage S. 99 679 Sie ist der Feenwelt Entbinderin.
Vorlage S. 99 680 Sie kömmt, nicht größer als der Edelstein
Vorlage S. 99 681 Am Zeigefinger eines Aldermanns,
Vorlage S. 99 682 Und fährt mit einem Spann von Sonnenstäubchen
Vorlage S. 99 683 Den Schlafenden quer auf der Nase hin.
Vorlage S. 99 684 Die Speichen sind gemacht aus Spinnenbeinen,
Vorlage S. 99 685 Des Wagens Deck' aus eines Heupferds Flügeln,
Vorlage S. 99 686 Aus feinem Spinngewebe das Geschirr,
Vorlage S. 99 687 Die Zügel aus des Mondes feuchtem Strahl;
Vorlage S. 99 688 Aus Heimchenknochen ist der Peitsche Griff,
Vorlage S. 99 689 Die Schnur aus Fasern; eine kleine Mücke
Vorlage S. 99 690 Im grauen Mantel sitzt als Fuhrmann vorn,
Vorlage S. 99 691 Nicht halb so groß als wie ein kleines Würmchen,
Vorlage S. 99 692 Das in des Mädchens müß'gem Finger nistet.
Vorlage S. 99 693 Die Kutsch' ist eine hohle Haselnuß,
Vorlage S. 99 694 Vom Tischler Eichhorn oder Meister Wurm
Vorlage S. 99 695 Zurecht gemacht, die seit uralten Zeiten
Vorlage S. 99 696 Der Feen Wagner sind. In diesem Staat
Vorlage S. 99 697 Trabt sie dann Nacht für Nacht; befährt das Hirn
Vorlage S. 99 698 Verliebter, und sie träumen dann von Liebe;
Vorlage S. 100 699 Des Schranzen Knie, der schnell von Reverenzen,
Vorlage S. 100 700 Des Anwalts Finger, der von Sporteln gleich,
Vorlage S. 100 701 Der schönen Lippen, die von Küssen träumen
Vorlage S. 100 702 (Oft plagt die böse Mab mit Bläschen diese,
Vorlage S. 100 703 Weil ihren Odem Näscherei verdarb).
Vorlage S. 100 704 Bald trabt sie über eines Hofmanns Nase,
Vorlage S. 100 705 Dann wittert er im Traum sich Ämter aus.
Vorlage S. 100 706 Bald kitzelt sie mit eines Zinshahns Federn
Vorlage S. 100 707 Des Pfarrers Nase, wenn er schlafend liegt:
Vorlage S. 100 708 Von einer bessern Pfründe träumt ihm dann.
Vorlage S. 100 709 Bald fährt sie über des Soldaten Nacken:
Vorlage S. 100 710 Der träumt sofort von Niedersäbeln, träumt
Vorlage S. 100 711 Von Breschen, Hinterhalten, Damaszenern,
Vorlage S. 100 712 Von manchem klaftertiefen Ehrentrunk;
Vorlage S. 100 713 Nun trommelt's ihm ins Ohr; da fährt er auf,
Vorlage S. 100 714 Und flucht in seinem Schreck ein paar Gebete,
Vorlage S. 100 715 Und schläft von neuem. Eben diese Mab
Vorlage S. 100 716 Verwirrt der Pferde Mähnen in der Nacht,
Vorlage S. 100 717 Und flicht in strupp'ges Haar die Weichselzöpfe,
Vorlage S. 100 718 Die, wiederum entwirrt, auf Unglück deuten.
Vorlage S. 100 719 Dies ist die Hexe, welche Mädchen drückt,
Vorlage S. 100 720 Die auf dem Rücken ruhn, und ihnen lehrt,
Vorlage S. 100 721 Als Weiber einst die Männer zu ertragen.
Vorlage S. 100 722 Dies ist sie –
Vorlage S. 100 724 Still, o still, Mercutio!
Vorlage S. 100 725 Du sprichst von einem Nichts.
Vorlage S. 100 726 MERCUTIO.
Vorlage S. 100 727 Wohl wahr, ich rede
Vorlage S. 100 728 Von Träumen, Kindern eines müß'gen Hirns,
Vorlage S. 100 Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von William Shakespeare — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Martin Droeshout · Public domain Bildquelle ↗ 729 Von nichts als eitler Phantasie erzeugt,
Vorlage S. 100 730 Die aus so dünnem Stoff als Luft besteht
Vorlage S. 100 731 Und flücht'ger wechselt, als der Wind, der bald
Vorlage S. 100 732 Um die erfrorne Brust des Nordens buhlt
Vorlage S. 100 733 Und, schnell erzürnt, hinweg von dannen schnaubend,
Vorlage S. 100 734 Die Stirn zum taubeträuften Süden kehrt.
Vorlage S. 100 735 BENVOLIO.
Vorlage S. 100 736 Der Wind, von dem Ihr sprecht, entführt uns selbst.
Vorlage S. 100 737 Man hat gespeist; wir kamen schon zu spät.
Vorlage S. 100 739 Zu früh, befürcht' ich; denn mein Herz erbangt,
Vorlage S. 100 740 Und ahndet ein Verhängnis, welches, noch
Vorlage S. 101 741 Verborgen in den Sternen, heute nacht
Vorlage S. 101 742 Bei dieser Lustbarkeit den furchtbar'n Zeitlauf
Vorlage S. 101 743 Beginnen, und das Ziel des läst'gen Lebens,
Vorlage S. 101 744 Das meine Brust verschließt, mir kürzen wird
Vorlage S. 101 745 Durch irgendeinen Frevel frühen Todes:
Vorlage S. 101 746 Doch er, der mir zur Fahrt das Steuer lenkt,
Vorlage S. 101 747 Richt' auch mein Segel! – Auf, ihr lust'gen Freunde!
Vorlage S. 101 748 BENVOLIO.
Vorlage S. 101 749 Rührt Trommeln!
Vorlage S. 101 750 Gehn ab.
Vorlage S. 101 751 Fünfte Szene
Vorlage S. 101 752 Ein Saal in Capulets Hause.
Vorlage S. 101 753 Musikanten. Bediente kommen.
Vorlage S. 101 754 ERSTER BEDIENTE.
Vorlage S. 101 755 Wo ist Schmorpfanne, dass er nicht abräumen hilft? Dass dich! mit seinem Tellermausen, seinem Tellerlecken!
Vorlage S. 101 756 ZWEITER BEDIENTE.
Vorlage S. 101 757 Wenn die gute Lebensart in eines odei zweier Menschen Händen sein soll, die noch obendrein ungewaschen sind, – 's ist ein unsaubrer Handel.
Vorlage S. 101 758 ERSTER BEDIENTE.
Vorlage S. 101 759 Die Lehnstühle fort! Rückt den Schenktisch beiseit! Seht nach dem Silberzeuge! Kamerad, heb mir ein Stück Marzipan auf, und wo du mich lieb hast, sag dem Pförtner, dass er Suse Mühlstein und Lene hereinläßt. Anton! Schmorpfanne!
Vorlage S. 101 760 Andre Bediente kommen.
Vorlage S. 101 761 BEDIENTE.
Vorlage S. 101 762 Hier, Bursch, wir sind parat.
Vorlage S. 101 763 ERSTER BEDIENTE.
Vorlage S. 101 764 Im großen Saale verlangt man euch, vermisst man euch, sucht man euch.
Vorlage S. 101 765 BEDIENTE.
Vorlage S. 101 766 Wir können nicht zugleich hier und dort sein. – Lustig, Kerle! Haltet euch brav; wer am längsten lebt, kriegt den ganzen Bettel.
Vorlage S. 101 767 Sie ziehen sich in den Hintergrund zurück.
Vorlage S. 101 768 Capulet u.s.w. mit den Gästen und Masken.
Vorlage S. 101 769 CAPULET.
Vorlage S. 101 770 Willkommen, meine Herren! Wenn eure Füße
Vorlage S. 102 771 Kein Leichdorn plagt, ihr Damen, flink ans Werk!
Vorlage S. 102 772 He, he, ihr schönen Frau'n! Wer von euch allen
Vorlage S. 102 773 Schlägt's nun wohl ab zu tanzen? Ziert sich eine, – die,
Vorlage S. 102 774 Ich wette, die hat Hühneraugen. Nun,
Vorlage S. 102 775 Hab' ich's euch nahgelegt? Ihr Herrn, willkommen!
Vorlage S. 102 776 Ich weiß die Zeit, da ich 'ne Larve trug
Vorlage S. 102 777 Und einer Schönen eine Weis' ins Ohr
Vorlage S. 102 778 Zu flüstern wusste, die ihr wohlgefiel.
Vorlage S. 102 779 Das ist vorbei, vorbei! Willkommen, Herren!
Vorlage S. 102 780 Kommt, Musikanten, spielt! Macht Platz da, Platz!
Vorlage S. 102 781 Ihr Mädchen, frisch gesprungen!
Vorlage S. 102 782 Musik und Tanz. Zu den Bedienten.
Vorlage S. 102 783 Mehr Licht, ihr Schurken, und beiseit' die Tische!
Vorlage S. 102 784 Das Feuer weg! Das Zimmer ist zu heiß. –
Vorlage S. 102 785 Ha, recht gelegen kömmt der unverhoffte Spaß.
Vorlage S. 102 786 Na, setzt Euch, setzt Euch, Vetter Capulet!
Vorlage S. 102 787 Wir beide sind ja übers Tanzen hin.
Vorlage S. 102 788 Wie lang' ist's jetzo, seit wir uns zuletzt
Vorlage S. 102 789 In Larven steckten?
Vorlage S. 102 790 ZWEITER CAPULET.
Vorlage S. 102 791 Dreißig Jahr, mein' Seel'.
Vorlage S. 102 792 CAPULET.
Vorlage S. 102 793 Wie, Schatz? So lang' noch nicht, so lang' noch nicht!
Vorlage S. 102 794 Denn seit der Hochzeit des Lucentio
Vorlage S. 102 795 Ist's etwa fünfundzwanzig Jahr, sobald
Vorlage S. 102 796 Wir Pfingsten haben; und da tanzten wir.
Vorlage S. 102 797 ZWEITER CAPULET.
Vorlage S. 102 798 's ist mehr, 's ist mehr! Sein Sohn ist älter, Herr:
Vorlage S. 102 799 Sein Sohn ist dreißig.
Vorlage S. 102 800 CAPULET.
Vorlage S. 102 801 Sagt mir das doch nicht!
Vorlage S. 102 802 Sein Sohn war noch nicht mündig vor zwei Jahren.
Vorlage S. 102 804 zu einem Bedienten aus seinem Gefolge.
Vorlage S. 102 805 Wer ist das Fräulein, welche dort den Ritter
Vorlage S. 102 806 Mit ihrer Hand beehrt?
Vorlage S. 102 807 DER BEDIENTE.
Vorlage S. 102 808 Ich weiß nicht, Herr.
Vorlage S. 102 810 Oh, sie nur lehrt den Kerzen, hell zu glühn!
Vorlage S. 102 811 Wie in dem Ohr des Mohren ein Rubin,
Vorlage S. 102 812 So hängt der Holden Schönheit an den Wangen
Vorlage S. 102 813 Der Nacht: zu hoch, zu himmlisch dem Verlangen!
Vorlage S. 103 814 Sie stellt sich unter den Gespielen dar
Vorlage S. 103 815 Als weiße Taub' in einer Krähenschar.
Vorlage S. 103 816 Schließt sich der Tanz, so nah' ich ihr: ein Drücken
Vorlage S. 103 817 Der zarten Hand soll meine Hand beglücken.
Vorlage S. 103 818 Liebt' ich wohl je? Nein, schwör' es ab, Gesicht!
Vorlage S. 103 819 Du sahst bis jetzt noch wahre Schönheit nicht.
Vorlage S. 103 821 Nach seiner Stimm' ist dies ein Montague.
Vorlage S. 103 822 Zu einem Bedienten.
Vorlage S. 103 823 Hol' meinen Degen, Bursch! –Was? wagt der Schurk',
Vorlage S. 103 824 Vermummt in eine Fratze herzukommen,
Vorlage S. 103 825 Zu Hohn und Schimpfe gegen unser Fest?
Vorlage S. 103 826 Fürwahr, bei meines Stammes Ruhm und Adel!
Vorlage S. 103 827 Wer tot ihn schlüg', verdiente keinen Tadel!
Vorlage S. 103 828 CAPULET.
Vorlage S. 103 829 Was habt Ihr, Vetter? Welch ein Sturm? Wozu?
Vorlage S. 103 831 Seht, Oheim! der da ist ein Montague.
Vorlage S. 103 832 Der Schurke drängt sich unter Eure Gäste
Vorlage S. 103 833 Und macht sich einen Spott an diesem Feste.
Vorlage S. 103 834 CAPULET.
Vorlage S. 103 835 Ist es der junge Romeo?
Vorlage S. 103 837 Der Schurke Romeo.
Vorlage S. 103 838 CAPULET.
Vorlage S. 103 839 Seid ruhig, Herzensvetter! Lasst ihn gehn!
Vorlage S. 103 840 Er hält sich wie ein wackrer Edelmann:
Vorlage S. 103 841 Und in der Tat, Verona preiset ihn
Vorlage S. 103 842 Als einen sitt'gen, tugendsamen Jüngling.
Vorlage S. 103 843 Ich möchte nicht für alles Gut der Stadt
Vorlage S. 103 844 In meinem Haus ihm einen Unglimpf tun.
Vorlage S. 103 845 Drum seid geduldig: merket nicht auf ihn!
Vorlage S. 103 846 Das ist mein Will', und wenn du diesen ehrst,
Vorlage S. 103 847 So zeig' dich freundlich, streif' die Runzeln weg,
Vorlage S. 103 848 Die übel sich bei einem Feste ziemen!
Vorlage S. 103 850 Kömmt solch ein Schurk' als Gast, so stehn sie wohl.
Vorlage S. 103 851 Ich leid' ihn nicht.
Vorlage S. 103 852 CAPULET.
Vorlage S. 103 853 Er soll gelitten werden,
Vorlage S. 103 854 Er soll! – Herr Junge, hört er das? Nur zu!
Vorlage S. 103 855 Wer ist hier Herr? Er oder ich? Nur zu!
Vorlage S. 103 856 So? will er ihn nicht leiden! – Helf' mir Gott! –
Vorlage S. 103 857 Will Hader unter meinen Gästen stiften?
Vorlage S. 103 858 Den Hahn im Korbe spielen? Seht mir doch!
Vorlage S. 103 860 Ist's nicht 'ne Schande, Oheim?
Vorlage S. 104 861 CAPULET.
Vorlage S. 104 862 Zu! Nur zu!
Vorlage S. 104 863 Ihr seid ein kecker Bursch. Ei, seht mir doch!
Vorlage S. 104 864 Der Streich mag Euch gereun: ich weiß schon was.
Vorlage S. 104 865 Ihr macht mir's bunt! Traun, das käm' eben recht! –
Vorlage S. 104 866 Brav, Herzenskinder! – Geht, Ihr seid ein Hase!
Vorlage S. 104 867 Seid ruhig, sonst – Mehr Licht, mehr Licht, zum Kuckuck! –
Vorlage S. 104 868 Will ich zur Ruh' Euch bringen! – Lustig, Kinder!
Vorlage S. 104 870 Mir kämpft Geduld aus Zwang mit will'ger Wut
Vorlage S. 104 871 Im Innern und empört mein siedend Blut.
Vorlage S. 104 872 Ich gehe: doch so frech sich aufzudringen,
Vorlage S. 104 873 Was Lust ihm macht, soll bittern Lohn ihm bringen.
Vorlage S. 104 874 Geht ab.
Vorlage S. 104 876 tritt zu Julien.
Vorlage S. 104 877 Entweihet meine Hand verwegen dich,
Vorlage S. 104 878 O Heil'genbild, so will ich's lieblich büßen.
Vorlage S. 104 879 Zwei Pilger, neigen meine Lippen sich,
Vorlage S. 104 880 Den herben Druck im Kusse zu versüßen.
Vorlage S. 104 882 Nein, Pilger, lege nichts der Hand zu schulden
Vorlage S. 104 883 Für ihren sittsam-andachtsvollen Gruß.
Vorlage S. 104 884 Der Heil'gen Rechte darf Berührung dulden,
Vorlage S. 104 885 Und Hand in Hand ist frommer Waller Kuß.
Vorlage S. 104 887 Hat nicht der Heil'ge Lippen wie der Waller?
Vorlage S. 104 889 Ja, doch Gebet ist die Bestimmung aller.
Vorlage S. 104 891 Oh, so vergönne, teure Heil'ge, nun,
Vorlage S. 104 892 Dass auch die Lippen wie die Hände tun.
Vorlage S. 104 893 Voll Inbrunst beten sie zu dir: erhöre,
Vorlage S. 104 894 Dass Glaube nicht sich in Verzweiflung kehre!
Vorlage S. 104 896 Du weißt, ein Heil'ger pflegt sich nicht zu regen,
Vorlage S. 104 897 Auch wenn er eine Bitte zugesteht.
Vorlage S. 104 899 So reg' dich, Holde, nicht, wie Heil'ge pflegen,
Vorlage S. 104 900 Derweil mein Mund dir nimmt, was er erfleht.
Vorlage S. 104 901 Er küßt sie.
Vorlage S. 104 902 Nun hat dein Mund ihn aller Sünd' entbunden.
Vorlage S. 104 904 So hat mein Mund zum Lohn sie für die Gunst?
Vorlage S. 104 906 Zum Lohn die Sünd'? O Vorwurf, süß erfunden!
Vorlage S. 104 907 Gebt sie zurück!
Vorlage S. 104 908 Küßt sie wieder.
Vorlage S. 104 910 Ihr küsst recht nach der Kunst.
Vorlage S. 104 911 WÄRTERIN.
Vorlage S. 104 912 Mama will Euch ein Wörtchen sagen, Fräulein.
Vorlage S. 104 914 Wer ist des Fräuleins Mutter?
Vorlage S. 104 915 WÄRTERIN.
Vorlage S. 104 916 Ei nun, Junker,
Vorlage S. 104 917 Das ist die gnäd'ge Frau vom Hause hier,
Vorlage S. 105 918 Gar eine wackre Frau, und klug und ehrsam.
Vorlage S. 105 919 Die Tochter, die Ihr spracht, hab' ich gesäugt.
Vorlage S. 105 920 Ich sag' Euch, wer sie habhaft werden kann,
Vorlage S. 105 921 Ist wohl gebettet.
Vorlage S. 105 923 Sie ein' Capulet! O teurer Preis! mein Leben
Vorlage S. 105 924 Ist meinem Feind als Schuld dahingegeben.
Vorlage S. 105 925 BENVOLIO.
Vorlage S. 105 926 Fort! Lasst uns gehn; die Lust ist bald dahin.
Vorlage S. 105 928 Ach, leider wohl! Das ängstet meinen Sinn.
Vorlage S. 105 929 CAPULET.
Vorlage S. 105 930 Nein, liebe Herrn, denkt noch ans Weggehn nicht!
Vorlage S. 105 931 Ein kleines, schlechtes Mahl ist schon bereitet. –
Vorlage S. 105 932 Muss es denn sein? – Nun wohl, ich dank' euch allen;
Vorlage S. 105 933 Ich dank' euch, edle Herren! Gute Nacht!
Vorlage S. 105 934 Mehr Fackeln her! – Kommt nun, bringt mich zu Bett!
Vorlage S. 105 935 (Wahrhaftig, es wird spät; ich will zur Ruh'.)
Vorlage S. 105 936 Alle ab, außer Julia und die Wärterin.
Vorlage S. 105 938 Komm zu mir, Amme: wer ist dort der Herr?
Vorlage S. 105 939 WÄRTERIN.
Vorlage S. 105 940 Tiberios, des alten, Sohn und Erbe.
Vorlage S. 105 942 Wer ist's, der eben aus der Türe geht?
Vorlage S. 105 943 WÄRTERIN.
Vorlage S. 105 944 Das, denk' ich, ist der junge Marcellin.
Vorlage S. 105 946 Wer folgt ihm da, der gar nicht tanzen wollte?
Vorlage S. 105 947 WÄRTERIN.
Vorlage S. 105 948 Ich weiß nicht.
Vorlage S. 105 950 Geh, frage, wie er heißt. – Ist er vermählt,
Vorlage S. 105 951 So ist das Grab zum Brautbett mir erwählt.
Vorlage S. 105 952 WÄRTERIN
Vorlage S. 105 953 kommt zurück.
Vorlage S. 105 954 Sein Nam ist Romeo, ein Montague,
Vorlage S. 105 955 Und Eures großen Feindes ein'ger Sohn.
Vorlage S. 105 957 So ein'ge Lieb' aus großem Haß entbrannt!
Vorlage S. 105 958 Ich sah zu früh, den ich zu spät erkannt.
Vorlage S. 105 959 Oh, Wunderwerk! ich fühle mich getrieben,
Vorlage S. 105 960 Den ärgsten Feind aufs zärtlichste zu lieben.
Vorlage S. 105 961 WÄRTERIN.
Vorlage S. 105 962 Wieso? wieso?
Vorlage S. 105 964 Es ist ein Reim, den ich von einem Tänzer
Vorlage S. 105 965 Soeben lernte.
Vorlage S. 105 966 Man ruft drinnen: »Julia!«
Vorlage S. 105 967 WÄRTERIN.
Vorlage S. 105 968 Gleich! wir kommen ja.
Vorlage S. 105 969 Kommt, lasst uns gehn; kein Fremder ist mehr da.
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