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Buch - Romeo und Julia - Shakespeare, William

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Romeo und Julia

Shakespeare, William

Romeo und Julia von Shakespeare, William. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.

DramaKlasse 9–10 · 11–136 Abschnitte
Historische Illustration zu Romeo und Julia
Historische Illustration zu „Romeo und Julia“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Charles François Jalabert · Public domain Bildquelle ↗

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Deutsche Übersetzung: August Wilhelm Schlegel

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 2 von 6

Erster Aufzug

1
Erste Szene
Vorlage S. 84
2
Ein öffentlicher Platz.
Vorlage S. 84
3
Simson und Gregorio, zwei Bediente Capulets, treten auf.
Vorlage S. 84
4
SIMSON.
Vorlage S. 84
5
Auf mein Wort, Gregorio, wir wollen nichts in die Tasche stecken.
Vorlage S. 84
6
GREGORIO.
Vorlage S. 84
7
Freilich nicht, sonst wären wir Taschenspieler.
Vorlage S. 84
8
SIMSON.
Vorlage S. 84
9
Ich meine, ich werde den Koller kriegen und vom Leder ziehn.
Vorlage S. 84
10
GREGORIO.
Vorlage S. 84
11
Ne, Freund! deinen ledernen Koller musst du bei Leibe nicht ausziehen.
Vorlage S. 84
12
SIMSON.
Vorlage S. 84
13
Ich schlage geschwind zu, wenn ich aufgebracht bin.
Vorlage S. 84
14
GREGORIO.
Vorlage S. 84
15
Aber du wirst nicht geschwind aufgebracht.
Vorlage S. 84
16
SIMSON.
Vorlage S. 84
17
Ein Hund aus Montagues Hause bringt mich schon auf.
Vorlage S. 84
18
GREGORIO.
Vorlage S. 84
19
Einen aufbringen, heißt: ihn von der Stelle schaffen. Um tapfer zu sein, muss man stand halten. Wenn du dich also aufbringen lässt, so läufst du davon.
Vorlage S. 84
20
SIMSON.
Vorlage S. 84
21
Ein Hund aus dem Hause bringt mich zum Standhalten. Mit jedem Bedienten und jedem Mädchen Montagues will ich es aufnehmen.
Vorlage S. 84
22
GREGORIO.
Vorlage S. 84
23
Der Streit ist nur zwischen unseren Herrschaften und uns, ihren Bedienten. Es mit den Mädchen aufnehmen? Pfui doch! Du solltest dich lieber von ihnen aufnehmen lassen.
Vorlage S. 84
24
SIMSON.
Vorlage S. 84
25
Einerlei! Ich will barbarisch zu Werke gehn. Hab' ich's mit den Bedienten erst ausgefochten, so will ich mir die Mädchen unterwerfen. Sie sollen die Spitze meines Degens fühlen, bis er stumpf wird.
Vorlage S. 84
26
GREGORIO.
Vorlage S. 84
27
Zieh' nur gleich von Leder: da kommen zwei aus dem Hause Montagues.
Vorlage S. 85
28
Abraham und Balthasar treten auf.
Vorlage S. 85
29
SIMSON.
Vorlage S. 85
30
Hier! mein Gewehr ist blank! Fang' nur Händel an, ich will den Rücken decken.
Vorlage S. 85
31
GREGORIO.
Vorlage S. 85
32
Den Rücken? willst du Reißaus nehmen?
Vorlage S. 85
33
SIMSON.
Vorlage S. 85
34
Fürchte nichts von mir!
Vorlage S. 85
35
GREGORIO.
Vorlage S. 85
36
Ne, wahrhaftig! ich dich fürchten?
Vorlage S. 85
37
SIMSON.
Vorlage S. 85
38
Lass uns das Recht auf unsrer Seite behalten, lass sie anfangen!
Vorlage S. 85
39
GREGORIO.
Vorlage S. 85
40
Ich will ihnen im Vorbeigehn ein Gesicht ziehen, sie mögen's nehmen, wie sie wollen.
Vorlage S. 85
41
SIMSON.
Vorlage S. 85
42
Wie sie dürfen, lieber. Ich will ihnen einen Esel bohren; wenn sie es einstecken, so haben sie den Schimpf.
Vorlage S. 85
43
ABRAHAM.
Vorlage S. 85
44
Bohrt Ihr uns einen Esel, mein Herr?
Vorlage S. 85
45
SIMSON.
Vorlage S. 85
46
Ich bohre einen Esel, mein Herr.
Vorlage S. 85
47
ABRAHAM.
Vorlage S. 85
48
Bohrt Ihr uns einen Esel, mein Herr?
Vorlage S. 85
49
SIMSON.
Vorlage S. 85
50
Ist das Recht auf unsrer Seite, wenn ich ja sage?
Vorlage S. 85
51
GREGORIO.
Vorlage S. 85
52
Nein.
Vorlage S. 85
53
SIMSON.
Vorlage S. 85
54
Nein, mein Herr! Ich bohre Euch keinen Esel, mein Herr. Aber ich bohre einen Esel, mein Herr.
Vorlage S. 85
55
GREGORIO.
Vorlage S. 85
56
Sucht Ihr Händel, mein Herr?
Vorlage S. 85
57
SIMSON.
Vorlage S. 85
58
Wenn Ihr sonst Händel sucht, mein Herr: ich stehe zu Diensten. Ich bediene einen ebenso guten Herrn wie Ihr.
Vorlage S. 85
59
ABRAHAM.
Vorlage S. 85
60
Keinen bessern.
Vorlage S. 85
61
SIMSON.
Vorlage S. 85
62
Sehr wohl, mein Herr!
Vorlage S. 85
63
Benvolio tritt auf.
Vorlage S. 85
64
GREGORIO.
Vorlage S. 85
65
Sag: »Einen bessern«; hier kömmt ein Vetter meiner Herrschaft.
Vorlage S. 85
66
SIMSON.
Vorlage S. 85
67
Ja doch, einen bessern, mein Herr.
Vorlage S. 85
68
ABRAHAM.
Vorlage S. 85
69
Ihr lügt!
Vorlage S. 85
70
SIMSON.
Vorlage S. 85
71
Zieht, wo ihr Kerls seid! Frisch, Gregorio! denk' mir an deinen Schwadronierhieb!
Vorlage S. 85
72
Sie fechten.
Vorlage S. 85
73
BENVOLIO.
Vorlage S. 85
74
Ihr Narren, fort! Steckt eure Schwerter ein;
Vorlage S. 85
75
Ihr wisst nicht, was ihr tut.
Vorlage S. 85
76
Tybalt tritt auf.
Vorlage S. 85
77
TYBALT.
Vorlage S. 85
78
Was? ziehst du unter den verzagten Knechten?
Vorlage S. 86
79
Hieher, Benvolio! Beut die Stirn dem Tode!
Vorlage S. 86
80
BENVOLIO.
Vorlage S. 86
81
Ich stifte Frieden, steck' dein Schwert nur ein!
Vorlage S. 86
82
Wo nicht, so führ' es, diese hier zu trennen!
Vorlage S. 86
83
TYBALT.
Vorlage S. 86
84
Was? Ziehn und Friede rufen? Wie die Hölle
Vorlage S. 86
85
Hass' ich das Wort, wie alle Montagues
Vorlage S. 86
86
Und dich! Wehr' dich, du Memme!
Vorlage S. 86
87
Sie fechten.
Vorlage S. 86
88
Verschiedene Anhänger beider Häuser kommen und mischen sich in den Streit; dann Bürger mit Knitteln.
Vorlage S. 86
89
EIN BÜRGER.
Vorlage S. 86
90
He! Spieß' und Stangen her! Schlagt auf sie los!
Vorlage S. 86
91
Weg mit den Capulets! Weg mit den Montagues!
Vorlage S. 86
92
Capulet im Schlafrock und Gräfin Capulet.
Vorlage S. 86
93
CAPULET.
Vorlage S. 86
94
Was für ein Lärm? – Holla! mein langes Schwert!
Vorlage S. 86
95
GRÄFLN CAPULET.
Vorlage S. 86
96
Nein, Krücken! Krücken! Wozu soll ein Schwert!
Vorlage S. 86
97
CAPULET.
Vorlage S. 86
98
Mein Schwert, sag' ich! Der alte Montague
Vorlage S. 86
99
Kommt dort, und wetzt die Klinge mir zum Hohn.
Vorlage S. 86
100
Montague und Gräfin Montague.
Vorlage S. 86
101
MONTAGUE.
Vorlage S. 86
102
Du Schurke! Capulet! – Lasst los, lass mich gewähren!
Vorlage S. 86
103
GRÄFIN MONTAGUE.
Vorlage S. 86
104
Du sollst dich keinen Schritt dem Feinde nähern.
Vorlage S. 86
105
Der Prinz mit Gefolge.
Vorlage S. 86
106
PRINZ.
Vorlage S. 86
107
Aufrührische Vasallen! Friedensfeinde,
Vorlage S. 86
108
Die ihr den Stahl mit Nachbarblut entweiht! –
Vorlage S. 86
109
Wollt ihr nicht hören? – Männer! wilde Tiere!
Vorlage S. 86
110
Die ihr die Flammen eurer schnöden Wut
Vorlage S. 86
111
Im Purpurquell aus euren Adern löscht!
Vorlage S. 86
112
Zu Boden werft, bei Buß' an Leib und Leben,
Vorlage S. 86
113
Die mißgestählte Wehr aus blut'ger Hand!
Vorlage S. 86
114
Hört eures ungehaltnen Fürsten Spruch!
Vorlage S. 86
115
Drei Bürgerzwiste haben dreimal nun
Vorlage S. 86
116
Aus einem luft'gen Wort von euch erzeugt,
Vorlage S. 86
117
Du alter Capulet und Montague,
Vorlage S. 86
118
Den Frieden unsrer Straßen schon gebrochen.
Vorlage S. 86
119
Veronas graue Bürger mussten sich
Vorlage S. 87
120
Entladen ihres ehrenfesten Schmucks
Vorlage S. 87
121
Und alte Speer' in alten Händen schwingen,
Vorlage S. 87
122
Woran der Rost des langen Friedens nagte,
Vorlage S. 87
123
Dem Hasse, der euch nagt, zu widerstehn.
Vorlage S. 87
124
Verstört ihr jemals wieder unsre Stadt,
Vorlage S. 87
125
So zahl' eu'r Leben mir den Friedensbruch!
Vorlage S. 87
126
Für jetzt begebt euch, all ihr andern, weg!
Vorlage S. 87
127
Ihr aber, Capulet, sollt mich begleiten.
Vorlage S. 87
128
Ihr, Montague, kommt diesen Nachmittag
Vorlage S. 87
129
Zur alten Burg, dem Richtplatz unsres Banns,
Vorlage S. 87
130
Und hört, was hierin fürder mir beliebt.
Vorlage S. 87
131
Bei Todesstrafe sag' ich: alle fort!
Vorlage S. 87
132
Der Prinz, sein Gefolge, Capulet, Gräfin Capulet, Tybalt, die Bürger und Bediente gehn ab.
Vorlage S. 87
133
MONTAGUE.
Vorlage S. 87
134
Wer bracht' aufs neu' den alten Zwist in Gang?
Vorlage S. 87
135
Sagt, Neffe, wart Ihr da, wie er begann?
Vorlage S. 87
136
BENVOLIO.
Vorlage S. 87
137
Die Diener Eures Gegners fochten hier
Vorlage S. 87
138
Erhitzt mit Euren schon, eh' ich mich nahte;
Vorlage S. 87
139
Ich zog, um sie zu trennen. Plötzlich kam
Vorlage S. 87
140
Der wilde Tybalt mit gezücktem Schwert,
Vorlage S. 87
141
Und schwang, indem er schnaubend Kampf mir bot,
Vorlage S. 87
142
Es um sein Haupt, und hieb damit die Winde,
Vorlage S. 87
143
Die unverwundet, zischend ihn verhöhnten.
Vorlage S. 87
144
Derweil wir Hieb' und Stöße wechseln, kamen
Vorlage S. 87
145
Stets mehr und mehr, und fochten mit einander;
Vorlage S. 87
146
Dann kam der Fürst und schied sie von einander.
Vorlage S. 87
147
GRÄFIN MONTAGUE.
Vorlage S. 87
148
Ach, wo ist Romeo? Saht Ihr ihn heut?
Vorlage S. 87
149
Wie froh bin ich! Er war nicht bei dem Streit.
Vorlage S. 87
150
BENVOLIO.
Vorlage S. 87
151
Schon eine Stunde, Gräfin, eh' im Ost
Vorlage S. 87
152
Die heil'ge Sonn' aus goldnem Fenster schaute,
Vorlage S. 87
153
Trieb mich ein irrer Sinn ins Feld hinaus.
Vorlage S. 87
154
Dort, in dem Schatten des Kastanienhains,
Vorlage S. 87
155
Der vor der Stadt gen Westen sich verbreitet,
Vorlage S. 87
156
Sah ich, so früh schon wandelnd, Euren Sohn.
Vorlage S. 87
157
Ich wollt' ihm nahn, er aber nahm mich wahr
Vorlage S. 87
158
Und stahl sich tiefer in des Waldes Dickicht.
Vorlage S. 87
159
Ich maß sein Innres nach dem meinen ab,
Vorlage S. 88
160
Das in der Einsamkeit am regsten lebt,
Vorlage S. 88
161
Ging meiner Laune nach, ließ seine gehn,
Vorlage S. 88
162
Und gern vermied ich ihn, der gern mich floh.
Vorlage S. 88
163
MONTAGUE.
Vorlage S. 88
164
Schon manchen Morgen ward er dort gesehn,
Vorlage S. 88
165
Wie er den frischen Tau durch Tränen mehrte
Vorlage S. 88
166
Und, tief erseufzend, Wolk' an Wolke drängte.
Vorlage S. 88
167
Allein sobald im fernsten Ost die Sonne,
Vorlage S. 88
168
Die all' erfreu'nde, von Auroras Bett
Vorlage S. 88
169
Den Schattenvorhang wegzuziehn beginnt,
Vorlage S. 88
170
Stiehlt vor dem Licht mein finstrer Sohn sich heim,
Vorlage S. 88
171
Und sperrt sich einsam in sein Kämmerlein,
Vorlage S. 88
172
Verschließt dem schönen Tageslicht die Fenster,
Vorlage S. 88
173
Und schaffet künstlich Nacht um sich herum.
Vorlage S. 88
174
In schwarzes Missgeschick wird er sich träumen,
Vorlage S. 88
175
Weiß guter Rat den Grund nicht wegzuräumen.
Vorlage S. 88
176
BENVOLIO.
Vorlage S. 88
177
Mein edler Oheim, wisset Ihr den Grund?
Vorlage S. 88
178
MONTAGUE.
Vorlage S. 88
179
Ich weiß ihn nicht und kann ihn nicht erfahren.
Vorlage S. 88
180
BENVOLIO.
Vorlage S. 88
181
Lagt Ihr ihm jemals schon deswegen an?
Vorlage S. 88
182
MONTAGUE.
Vorlage S. 88
183
Ich selbst sowohl als mancher andre Freund.
Vorlage S. 88
184
Doch er, der eignen Neigungen Vertrauter,
Vorlage S. 88
185
Ist gegen sich, wie treu will ich nicht sagen,
Vorlage S. 88
186
Doch so geheim und in sich selbst gekehrt,
Vorlage S. 88
187
So unergründlich forschendem Bemühn,
Vorlage S. 88
188
Wie eine Knospe, die ein Wurm zernagt,
Vorlage S. 88
189
Eh' sie der Luft ihr zartes Laub entfalten
Vorlage S. 88
190
Und ihren Reiz der Sonne weihen kann.
Vorlage S. 88
191
Erführen wir, woher sein Leid entsteht,
Vorlage S. 88
192
Wir heilten es so gern, als wir's erspäht.
Vorlage S. 88
193
Romeo erscheint in einiger Entfernung.
Vorlage S. 88
194
BENVOLIO.
Vorlage S. 88
195
Da kömmt er, seht! Geruht uns zu verlassen!
Vorlage S. 88
196
Galt ich ihm je was, will ich schon ihn fassen.
Vorlage S. 88
197
MONTAGUE.
Vorlage S. 88
198
Oh, beichtet' er für dein Verweilen dir
Vorlage S. 88
199
Die Wahrheit doch! – Kommt, Gräfin, gehen wir!
Vorlage S. 88
200
Montague und Gräfin Montague gehn ab.
Vorlage S. 88
201
BENVOLIO.
Vorlage S. 88
202
Ha, guten Morgen, Vetter!
Vorlage S. 88
203
ROMEO.
Vorlage S. 88
204
Erst so weit?
Vorlage S. 88
205
BENVOLIO.
Vorlage S. 88
206
Kaum schlug es neun.
Vorlage S. 89
207
ROMEO.
Vorlage S. 89
208
Weh mir! Gram dehnt die Zeit.
Vorlage S. 89
209
War das mein Vater, der so eilig ging?
Vorlage S. 89
210
BENVOLIO.
Vorlage S. 89
211
Er war's. Und welcher Gram dehnt Euch die Stunden?
Vorlage S. 89
212
ROMEO.
Vorlage S. 89
213
Dass ich entbehren muss, was sie verkürzt.
Vorlage S. 89
214
BENVOLIO.
Vorlage S. 89
215
Entbehrt Ihr Liebe?
Vorlage S. 89
216
ROMEO.
Vorlage S. 89
217
Nein.
Vorlage S. 89
218
BENVOLIO.
Vorlage S. 89
219
So ward sie Euch zu teil?
Vorlage S. 89
220
ROMEO.
Vorlage S. 89
221
Nein, Lieb' entbehr' ich, wo ich lieben muss.
Vorlage S. 89
222
BENVOLIO.
Vorlage S. 89
223
Ach, dass der Liebesgott, so mild im Scheine,
Vorlage S. 89
224
So grausam in der Prob' erfunden wird!
Vorlage S. 89
225
ROMEO.
Vorlage S. 89
226
Ach, dass der Liebesgott, trotz seinen Binden,
Vorlage S. 89
227
Zu seinem Ziel stets Pfade weiß zu finden!
Vorlage S. 89
228
Wo speisen wir? – Ach, welch ein Streit war hier?
Vorlage S. 89
229
Doch sagt mir's nicht, ich hört' es alles schon.
Vorlage S. 89
230
Haß gibt hier viel zu schaffen, Liebe mehr.
Vorlage S. 89
231
Nun dann: liebreicher Haß! streitsücht'ge Liebe!
Vorlage S. 89
232
Du Alles, aus dem Nichts zuerst erschaffen!
Vorlage S. 89
233
Schwermüt'ger Leichtsinn! ernste Tändelei!
Vorlage S. 89
234
Entstelltes Chaos glänzender Gestalten!
Vorlage S. 89
235
Bleischwinge! lichter Rauch und kalte Glut!
Vorlage S. 89
236
Stets wacher Schlaf! dein eignes Widerspiel! –
Vorlage S. 89
237
So fühl' ich Lieb', und hasse, was ich fühl'!
Vorlage S. 89
238
Du lachst nicht?
Vorlage S. 89
239
BENVOLIO.
Vorlage S. 89
240
Nein! das Weinen ist mir näher.
Vorlage S. 89
241
ROMEO.
Vorlage S. 89
242
Warum, mein Herz?
Vorlage S. 89
243
BENVOLIO.
Vorlage S. 89
Historische Illustration zu Romeo und Julia
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Romeo und Julia“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · William Hatherell · Public domain Bildquelle ↗
244
Um deines Herzens Qual.
Vorlage S. 89
245
ROMEO.
Vorlage S. 89
246
Das ist der Liebe Unbill nun einmal.
Vorlage S. 89
247
Schon eignes Leid will mir die Brust zerpressen,
Vorlage S. 89
248
Dein Gram um mich wird voll das Maß mir messen.
Vorlage S. 89
249
Die Freundschaft, die du zeigst, mehrt meinen Schmerz;
Vorlage S. 89
250
Denn, wie sich selbst, so quält auch dich mein Herz.
Vorlage S. 89
251
Lieb' ist ein Rauch, den Seufzerdämpf' erzeugten,
Vorlage S. 89
252
Geschürt, ein Feu'r, von dem die Augen leuchten,
Vorlage S. 89
253
Gequält, ein Meer, von Tränen angeschwellt;
Vorlage S. 89
254
Was ist sie sonst? Verständ'ge Raserei,
Vorlage S. 89
255
Und ekle Gall' und süße Spezerei.
Vorlage S. 89
256
Lebt wohl, mein Freund!
Vorlage S. 89
257
BENVOLIO.
Vorlage S. 89
258
Sacht! Ich will mit Euch gehen:
Vorlage S. 90
259
Ihr tut mir Unglimpf, lasst Ihr so mich stehen.
Vorlage S. 90
260
ROMEO.
Vorlage S. 90
261
Ach, ich verlor mich selbst; ich bin nicht Romeo.
Vorlage S. 90
262
Der ist nicht hier: er ist – ich weiß nicht wo.
Vorlage S. 90
263
BENVOLIO.
Vorlage S. 90
264
Entdeckt mir ohne Mutwill, wen Ihr liebt!
Vorlage S. 90
265
ROMEO.
Vorlage S. 90
266
Bin ich nicht ohne Mut und ohne Willen?
Vorlage S. 90
267
BENVOLIO.
Vorlage S. 90
268
Nein, sagt mir's ohne Scherz!
Vorlage S. 90
269
ROMEO.
Vorlage S. 90
270
Verscherzt ist meine Ruh': wie sollt' ich scherzen?
Vorlage S. 90
271
O überflüss'ger Rat bei so viel Schmerzen!
Vorlage S. 90
272
Hört, Vetter, denn im Ernst: ich lieb' ein Weib.
Vorlage S. 90
273
BENVOLIO.
Vorlage S. 90
274
Ich traf's doch gut, da ich verliebt Euch glaubte.
Vorlage S. 90
275
ROMEO.
Vorlage S. 90
276
Ein wackrer Schütz'! – Und, die ich lieb', ist schön.
Vorlage S. 90
277
BENVOLIO.
Vorlage S. 90
278
Ein glänzend Ziel kann man am ersten treffen.
Vorlage S. 90
279
ROMEO.
Vorlage S. 90
280
Dies Treffen traf dir fehl, mein guter Schütz':
Vorlage S. 90
281
Sie meidet Amors Pfeil, sie hat Dianens Witz.
Vorlage S. 90
282
Umsonst hat ihren Panzer keuscher Sitten
Vorlage S. 90
283
Der Liebe kindisches Geschoß bestritten.
Vorlage S. 90
284
Sie wehrt den Sturm der Liebesbitten ab,
Vorlage S. 90
285
Steht nicht dem Angriff kecker Augen, öffnet
Vorlage S. 90
286
Nicht ihren Schoß dem Gold, das Heil'ge lockt.
Vorlage S. 90
287
Oh, sie ist reich an Schönheit; arm allein,
Vorlage S. 90
288
Weil, wenn sie stirbt, ihr Reichtum hin wird sein.
Vorlage S. 90
289
BENVOLIO.
Vorlage S. 90
290
Beschwor sie der Enthaltsamkeit Gesetze?
Vorlage S. 90
291
ROMEO.
Vorlage S. 90
292
Sie tat's, und dieser Geiz vergeudet Schätze.
Vorlage S. 90
293
Denn Schönheit, die der Lust sich streng enthält,
Vorlage S. 90
294
Bringt um ihr Erb' die ungeborne Welt.
Vorlage S. 90
295
Sie ist zu schön und weis', um Heil zu erben,
Vorlage S. 90
296
Weil sie, mit Weisheit schön, mich zwingt zu sterben.
Vorlage S. 90
297
Sie schwor zu lieben ab, und dies Gelübd'
Vorlage S. 90
298
Ist Tod für den, der lebt, nur weil er liebt.
Vorlage S. 90
299
BENVOLIO.
Vorlage S. 90
300
Folg' meinem Rat, vergiss an sie zu denken!
Vorlage S. 90
301
ROMEO.
Vorlage S. 90
302
So lehre mir, das Denken zu vergessen!
Vorlage S. 90
303
BENVOLIO.
Vorlage S. 90
304
Gib deinen Augen Freiheit, lenke sie
Vorlage S. 90
305
Auf andre Reize hin!
Vorlage S. 90
306
ROMEO.
Vorlage S. 90
307
Das ist der Weg,
Vorlage S. 90
308
Mir ihren Reiz in vollem Licht zu zeigen.
Vorlage S. 90
309
Die Schwärze jener neidenswerten Larven,
Vorlage S. 90
310
Die schöner Frauen Stirne küssen, bringt
Vorlage S. 90
311
Uns in den Sinn, dass sie das Schönebergen.
Vorlage S. 91
312
Der, welchen Blindheit schlug, kann nie das Kleinod
Vorlage S. 91
313
Des eingebüßten Augenlichts vergessen.
Vorlage S. 91
314
Zeigt mir ein Weib, unübertroffen schön:
Vorlage S. 91
315
Mir gilt ihr Reiz wie eine Weisung nur,
Vorlage S. 91
316
Worin ich lese, wer sie übertrifft.
Vorlage S. 91
317
Leb wohl! Vergessen lehrest du mir nie.
Vorlage S. 91
318
BENVOLIO.
Vorlage S. 91
319
Dein Schuldner sterb' ich, glückt mir nicht die Müh!
Vorlage S. 91
320
Beide ab.
Vorlage S. 91
321
Zweite Szene
Vorlage S. 91
322
Eine Straße.
Vorlage S. 91
323
Capulet, Paris und ein Bedienter kommen.
Vorlage S. 91
324
CAPULET.
Vorlage S. 91
325
Und Montague ist mit derselben Buße
Vorlage S. 91
326
Wie ich bedroht? Für Greise, wie wir sind,
Vorlage S. 91
327
Ist Frieden halten, denk' ich, nicht so schwer.
Vorlage S. 91
328
PARIS.
Vorlage S. 91
329
Ihr geltet beid' als ehrenwerte Männer,
Vorlage S. 91
330
Und Jammer ist's um euren langen Zwiespalt.
Vorlage S. 91
331
Doch, edler Graf, wie dünkt Euch mein Gesuch?
Vorlage S. 91
332
CAPULET.
Vorlage S. 91
333
Es dünkt mich so, wie ich vorhin gesagt:
Vorlage S. 91
334
Mein Kind ist noch ein Fremdling in der Welt,
Vorlage S. 91
335
Sie hat kaum vierzehn Jahre wechseln sehn.
Vorlage S. 91
336
Lasst noch zwei Sommerprangen und verschwinden,
Vorlage S. 91
337
Eh' wir sie reif, um Braut zu werden, finden!
Vorlage S. 91
338
PARIS.
Vorlage S. 91
339
Noch jüngre wurden oft beglückte Mütter.
Vorlage S. 91
340
CAPULET.
Vorlage S. 91
341
Wer vor der Zeit beginnt, der endigt früh.
Vorlage S. 91
342
All meine Hoffnungen verschlang die Erde;
Vorlage S. 91
343
Mir blieb nur dieses hoffnungsvolle Kind.
Vorlage S. 91
344
Doch werbt nur, lieber Graf! Sucht Euer Heil!
Vorlage S. 91
345
Mein Will' ist von dem ihren nur ein Teil.
Vorlage S. 91
346
Wenn sie aus Wahl in Eure Bitten willigt,
Vorlage S. 91
347
So hab' ich im voraus ihr Wort gebilligt.
Vorlage S. 91
348
Ich gebe heut ein Fest, von alters hergebracht,
Vorlage S. 91
349
Und lud darauf der Gäste viel zu Nacht,
Vorlage S. 91
350
Was meine Freunde sind: Ihr, der dazu gehöret,
Vorlage S. 91
351
Sollt hoch willkommen sein, wenn Ihr die Zahl vermehret.
Vorlage S. 91
352
In meinem armen Haus sollt Ihr des Himmels Glanz
Vorlage S. 92
353
Heut nacht verdunkelt sehn durch ird'scher Sterne Tanz.
Vorlage S. 92
354
Wie muntre Jünglinge mit neuem Mut sich freuen,
Vorlage S. 92
355
Wenn auf die Fersen nun der Fuß des holden Maien
Vorlage S. 92
356
Dem lahmen Winter tritt: die Lust steht Euch bevor,
Vorlage S. 92
357
Wann Euch in meinem Haus ein frischer Mädchenflor
Vorlage S. 92
358
Von jeder Seit' umgibt. Ihr hört, Ihr seht sie alle,
Vorlage S. 92
359
Dass, die am schönsten prangt, am meisten Euch gefalle.
Vorlage S. 92
360
Dann mögt Ihr in der Zahl auch meine Tochter sehn,
Vorlage S. 92
361
Sie zählt für eine mit, gilt sie schon nicht für schön.
Vorlage S. 92
362
Kommt, geht mit mir! – Du, Bursch, nimm dies Papier mit Namen;
Vorlage S. 92
363
Trab' in der Stadt herum, such' alle Herrn und Damen,
Vorlage S. 92
364
So hier geschrieben stehn, und sag mit Höflichkeit:
Vorlage S. 92
365
Mein Haus und mein Empfang steh' ihrem Dienst bereit!
Vorlage S. 92
366
Capulet und Paris gehn ab.
Vorlage S. 92
367
DER BEDIENTE.
Vorlage S. 92
368
Die Leute soll ich suchen, wovon die Namen hier geschrieben stehn? Es steht geschrieben, der Schuster soll sich um seine Elle kümmern, der Schneider um seinen Leisten, der Fischer um seinen Pinsel, der Maler um seine Netze. Aber mich schicken sie, um die Leute ausfündig zu machen, wovon die Namen hier geschrieben stehn, und ich kann doch gar nicht ausfündig machen, was für Namen der Schreiber hier aufgeschrieben hat. Ich muss zu den Gelahrten – auf gut Glück!
Vorlage S. 92
369
Benvolio und Romeo kommen.
Vorlage S. 92
370
BENVOLIO.
Vorlage S. 92
371
Pah, Freund! Ein Feuer brennt das andre nieder;
Vorlage S. 92
372
Ein Schmerz kann eines andern Qualen mindern.
Vorlage S. 92
373
Dreh' dich in Schwindel, hilf durch Drehn dir wieder!
Vorlage S. 92
374
Fühl' andres Leid, das wird dein Leiden lindern!
Vorlage S. 92
375
Saug' in dein Auge neuen Zaubersaft,
Vorlage S. 92
376
So wird das Gift des alten fortgeschafft.
Vorlage S. 92
377
ROMEO.
Vorlage S. 92
378
Ein Blatt vom Weg'rich dient dazu vortrefflich ...
Vorlage S. 92
379
BENVOLIO.
Vorlage S. 92
380
Ei, sag, wozu?
Vorlage S. 92
381
ROMEO.
Vorlage S. 92
382
Für dein zerbrochnes Bein.
Vorlage S. 92
383
BENVOLIO.
Vorlage S. 92
384
Was, Romeo, bist du toll?
Vorlage S. 92
385
ROMEO.
Vorlage S. 92
386
Nicht toll, doch mehr gebunden wie ein Toller,
Vorlage S. 93
387
Gesperrt in einen Kerker, ausgehungert,
Vorlage S. 93
388
Gegeißelt und geplagt, und –
Vorlage S. 93
389
Zu dem Bedienten.
Vorlage S. 93
390
Guten Abend, Freund!
Vorlage S. 93
391
DER BEDIENTE.
Vorlage S. 93
392
Gott grüß' Euch, Herr! Ich bitt' Euch, könnt Ihr lesen?
Vorlage S. 93
393
ROMEO.
Vorlage S. 93
394
Jawohl, in meinem Elend mein Geschick.
Vorlage S. 93
395
DER BEDIENTE.
Vorlage S. 93
396
Vielleicht habt Ihr das auswendig gelernt.
Vorlage S. 93
397
Aber sagt: könnt Ihr alles vom Blatte weglesen?
Vorlage S. 93
398
ROMEO.
Vorlage S. 93
399
Ja freilich, wenn ich Schrift und Sprache kenne.
Vorlage S. 93
400
DER BEDIENTE.
Vorlage S. 93
401
Ihr redet ehrlich. Gehabt Euch wohl!
Vorlage S. 93
402
ROMEO.
Vorlage S. 93
403
Wart'! Ich kann lesen, Bursch. Er liest das Verzeichnis.
Vorlage S. 93
404
»Signor Martino und seine Frau und Tochter; Graf Anselm und seine reizenden Schwestern; die verwitwete Freifrau von Vitruvio; Signor Placentio und seine artigen Nichten; Mercutio und sein Bruder Valentio; mein Oheim Capulet seine Frau und Töchter; meine schöne Nichte Rosalinde; Livia; Signor Valentio und sein Vetter Tybalt; Lucio und die muntre Helena.« Gibt das Papier zurück.
Vorlage S. 93
405
Ein schöner Haufe! Wohin lädst du sie?
Vorlage S. 93
406
DER BEDIENTE.
Vorlage S. 93
407
Hinauf.
Vorlage S. 93
408
ROMEO.
Vorlage S. 93
409
Wohin?
Vorlage S. 93
410
DER BEDIENTE.
Vorlage S. 93
411
Zum Abendessen in unser Haus
Vorlage S. 93
412
ROMEO.
Vorlage S. 93
413
Wessen Haus?
Vorlage S. 93
414
DER BEDIENTE.
Vorlage S. 93
415
Meines Herrn.
Vorlage S. 93
416
ROMEO.
Vorlage S. 93
417
Das hätt' ich freilich eher fragen sollen.
Vorlage S. 93
418
DER BEDIENTE.
Vorlage S. 93
419
Nun will ich's Euch ohne Fragen erklären. Meine Herrschaft ist der große, reiche Capulet, und wenn Ihr nicht vom Hause der Montagues seid, so bitt' ich Euch kommt, stecht eine Flasche Wein mit aus! Gehabt Euch wohl! Geht ab.
Vorlage S. 93
420
BENVOLIO.
Vorlage S. 93
421
Auf diesem hergebrachten Gastgebot
Vorlage S. 93
422
Der Capulets speist deine Rosalinde
Vorlage S. 93
423
Mit allen Schönen, die Verona preist.
Vorlage S. 93
424
Geh hin, vergleich' mit unbefangnem Auge
Vorlage S. 93
425
Die andern, die du sehen sollst, mit ihr:
Vorlage S. 93
426
Was gilt's? Dein Schwan dünkt eine Krähe dir.
Vorlage S. 93
427
ROMEO.
Vorlage S. 93
428
Höhnt meiner Augen frommer Glaube je
Vorlage S. 93
429
Die Wahrheit so: dann, Tränen, werdet Flammen!
Vorlage S. 94
430
Und ihr, umsonst ertränkt in manchem See,
Vorlage S. 94
431
Mag eure Lüg' als Ketzer euch verdammen!
Vorlage S. 94
432
Ein schönres Weib als sie? Seit Welten stehn,
Vorlage S. 94
433
Hat die allseh'nde Sonn' es nicht gesehn.
Vorlage S. 94
434
BENVOLIO.
Vorlage S. 94
435
Ja, ja! du sahst sie schön, doch in Gesellschaft nie;
Vorlage S. 94
436
Du wogst nur mit sich selbst in jedem Auge sie.
Vorlage S. 94
437
Doch leg' einmal zugleich in die krystallnen Schalen
Vorlage S. 94
438
Der Jugendreize Bild, wovon auch andre strahlen,
Vorlage S. 94
439
Die ich dir zeigen will bei diesem Fest vereint:
Vorlage S. 94
440
Kaum leidlich scheint dir dann, was jetzt ein Wunder scheint.
Vorlage S. 94
441
ROMEO.
Vorlage S. 94
442
Gut, ich begleite dich. Nicht um des Schauspiels Freuden:
Vorlage S. 94
443
An meiner Göttin Glanz will ich allein mich weiden.
Vorlage S. 94
444
Beide ab.
Vorlage S. 94
445
Dritte Szene
Vorlage S. 94
446
Ein Zimmer in Capulets Hause.
Vorlage S. 94
447
Gräfin Capulet und die Wärterin.
Vorlage S. 94
448
GRÄFIN CAPULET.
Vorlage S. 94
449
Ruft meine Tochter her: wo ist sie, Amme?
Vorlage S. 94
450
WÄRTERIN.
Vorlage S. 94
451
Bei meiner Jungferschaft im zwölften Jahr,
Vorlage S. 94
452
Ich rief sie schon. – He, Lämmchen! zartes Täubchen! –
Vorlage S. 94
453
Dass Gott! Wo ist das Kind? He, Juliette!
Vorlage S. 94
454
Julia kommt.
Vorlage S. 94
455
JULIA.
Vorlage S. 94
456
Was ist? Wer ruft mich?
Vorlage S. 94
457
WÄRTERIN.
Vorlage S. 94
458
Eure Mutter.
Vorlage S. 94
459
JULIA.
Vorlage S. 94
460
Hier bin ich, gnäd'ge Mutter! Was beliebt?
Vorlage S. 94
461
GRÄFIN.
Vorlage S. 94
462
Die Sach' ist diese! – Amme, geh beiseit',
Vorlage S. 94
463
Wir müssen heimlich sprechen. Amme, komm
Vorlage S. 94
464
Nur wieder her, ich habe mich besonnen:
Vorlage S. 94
465
Ich will dich mit zur Überlegung ziehn.
Vorlage S. 94
466
Du weißt, mein Kind hat schon ein hübsches Alter.
Vorlage S. 94
467
WÄRTERIN.
Vorlage S. 94
468
Das zähl' ich, meiner Treu, am Finger her.
Vorlage S. 94
469
GRÄFIN CAPULET.
Vorlage S. 94
470
Sie ist nicht vierzehn Jahre.
Vorlage S. 94
471
WÄRTERIN.
Vorlage S. 94
472
Ich wette vierzehn meiner Zähne drauf –
Vorlage S. 94
473
Zwar hab' ich nur vier Zähn', ich arme Frau –
Vorlage S. 95
474
Sie ist noch nicht vierzehn. Wie lang ist's bis Johannis?
Vorlage S. 95
475
GRÄFIN CAPULET.
Vorlage S. 95
476
Ein vierzehn Tag' und drüber.
Vorlage S. 95
477
WÄRTERIN.
Vorlage S. 95
478
Nu, drüber oder drunter. Just den Tag,
Vorlage S. 95
479
Johannistag zu Abend wird sie vierzehn.
Vorlage S. 95
480
Suschen und sie – Gott gebe jedem Christen
Vorlage S. 95
481
Das ew'ge Leben! – waren eines Alters.
Vorlage S. 95
482
Nun, Suschen ist bei Gott:
Vorlage S. 95
483
Sie war zu gut für mich. Doch wie ich sagte,
Vorlage S. 95
484
Johannistag zu Abend wird sie vierzehn.
Vorlage S. 95
485
Das wird sie, meiner Treu; ich weiß es recht gut.
Vorlage S. 95
486
Eilf Jahr ist's her, seit wir 's Erdbeben hatten:
Vorlage S. 95
Historische Illustration zu Romeo und Julia
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Romeo und Julia“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Henry W. Hewet · Public domain Bildquelle ↗
487
Und ich entwöhnte sie (mein Leben lang
Vorlage S. 95
488
Vergess' ich's nicht) just auf denselben Tag.
Vorlage S. 95
489
Ich hatte Wermut auf die Brust gelegt,
Vorlage S. 95
490
Und saß am Taubenschlage in der Sonne;
Vorlage S. 95
491
Die gnäd'ge Herrschaft war zu Mantua.
Vorlage S. 95
492
(Ja, ja! ich habe Grütz' im Kopf!) Nun, wie ich sagte:
Vorlage S. 95
493
Als es den Wermut auf der Warze schmeckte
Vorlage S. 95
494
Und fand ihn bitter – närr'sches, kleines Ding –,
Vorlage S. 95
495
Wie's böse ward und zog der Brust ein G'sicht!
Vorlage S. 95
496
Krach! sagt der Taubenschlag; und ich, fürwahr,
Vorlage S. 95
497
Ich wusste nicht, wie ich mich tummeln sollte.
Vorlage S. 95
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Und seit der Zeit ist's nun eilf Jahre her.
Vorlage S. 95
499
Denn damals stand sie schon allein; mein' Treu',
Vorlage S. 95
500
Sie lief und watschelt' euch schon flink herum.
Vorlage S. 95
501
Denn Tags zuvor fiel sie die Stirn entzwei,
Vorlage S. 95
502
Und da hob sie mein Mann – Gott hab ihn selig!
Vorlage S. 95
503
Er war ein lust'ger Mann – vom Boden auf.
Vorlage S. 95
504
»Ei«, sagt' er, »fällst du so auf dein Gesicht?
Vorlage S. 95
505
Wirst rücklings fallen, wenn du klüger bist.
Vorlage S. 95
506
Nicht wahr, mein Kind?« Und, liebe heil'ge Frau!
Vorlage S. 95
507
Das Mädchen schrie nicht mehr, und sagte: »Ja.«
Vorlage S. 95
508
Da seh' man, wie so 'n Spaß zum Vorschein kommt!
Vorlage S. 95
509
Und lebt' ich tausend Jahre lang, ich wette,
Vorlage S. 95
510
Dass ich es nie vergäß'. »Nicht wahr, mein Kind?« sagt' er,
Vorlage S. 95
511
Und 's liebe Närrchen ward still, und sagte: »Ja.«
Vorlage S. 95
512
GRÄFIN CAPULET.
Vorlage S. 95
513
Genug davon, ich bitte, halt' dich ruhig!
Vorlage S. 95
514
WÄRTERIN.
Vorlage S. 95
515
Ja, gnäd'ge Frau. Doch lächert's mich noch immer.
Vorlage S. 96
516
Wie 's Kind sein Schreien ließ und sagte: »Ja.«
Vorlage S. 96
517
Und saß ihm, meiner Treu, doch eine Beule,
Vorlage S. 96
518
So dick wie 'n Hühnerei, auf seiner Stirn,
Vorlage S. 96
519
Recht g'fährlich dick! und es schrie bitterlich.
Vorlage S. 96
520
Mein Mann, der sagte: »Ei, fällst aufs Gesicht?
Vorlage S. 96
521
Wirst rücklings fallen, wenn du älter bist.
Vorlage S. 96
522
Nicht wahr, mein Kind?« Still ward's, und sagte: »Ja.«
Vorlage S. 96
523
JULIA.
Vorlage S. 96
524
Ich bitt' dich, Amme, sei doch auch nur still!
Vorlage S. 96
525
WÄRTERIN.
Vorlage S. 96
526
Gut, ich bin fertig. Gott behüte dich!
Vorlage S. 96
527
Du warst das feinste Püppchen, das ich säugte.
Vorlage S. 96
528
Erleb' ich deine Hochzeit noch einmal,
Vorlage S. 96
529
So wünsch' ich weiter nichts.
Vorlage S. 96
530
GRÄFIN CAPULET.
Vorlage S. 96
531
Die Hochzeit, ja! das ist der Punkt, von dem
Vorlage S. 96
532
Ich sprechen wollte. Sag mir, liebe Tochter,
Vorlage S. 96
533
Wie steht's mit deiner Lust, dich zu vermählen?
Vorlage S. 96
534
JULIA.
Vorlage S. 96
535
Ich träumte nie von dieser Ehre noch.
Vorlage S. 96
536
WÄRTERIN.
Vorlage S. 96
537
Ein' Ehre! Hätt'st du eine andre Amme
Vorlage S. 96
538
Als mich gehabt, so wollt' ich sagen: Kind,
Vorlage S. 96
539
Du habest Weisheit mit der Milch gesogen.
Vorlage S. 96
540
GRÄFIN CAPULET.
Vorlage S. 96
541
Gut, denke jetzt dran; jünger noch als du
Vorlage S. 96
542
Sind angesehne Frau'n hier in Verona
Vorlage S. 96
543
Schon Mütter worden. Ist mir recht, so war
Vorlage S. 96
544
Ich deine Mutter in demselben Alter,
Vorlage S. 96
545
Wo du noch Mädchen bist. Mit einem Wort:
Vorlage S. 96
546
Der junge Paris wirbt um deine Hand.
Vorlage S. 96
547
WÄRTERIN.
Vorlage S. 96
548
Das ist ein Mann, mein Fräulein! Solch ein Mann
Vorlage S. 96
549
Als alle Welt – ein wahrer Zuckermann!
Vorlage S. 96
550
GRÄFIN CAPULET.
Vorlage S. 96
551
Die schönste Blume von Veronas Flor.
Vorlage S. 96
552
WÄRTERIN.
Vorlage S. 96
553
Ach ja, 'ne Blume! Gelt', 'ne rechte Blume!
Vorlage S. 96
554
GRÄFIN CAPULET.
Vorlage S. 96
555
Was sagst du? Wie gefällt dir dieser Mann?
Vorlage S. 96
556
Heut abend siehst du ihn bei unserm Fest.
Vorlage S. 96
557
Dann lies im Buche seines Angesichts,
Vorlage S. 96
558
In das der Schönheit Griffel Wonne schrieb;
Vorlage S. 96
559
Betrachte seiner Züge Lieblichkeit,
Vorlage S. 96
560
Wie jeglicher dem andern Zierde leiht.
Vorlage S. 96
561
Was dunkel in dem holden Buch geblieben,
Vorlage S. 96
562
Das lies in seinem Aug' am Rand geschrieben.
Vorlage S. 96
563
Und dieses Freiers ungebundner Stand,
Vorlage S. 97
564
Dies Buch der Liebe, braucht nur einen Band.
Vorlage S. 97
565
Der Fisch lebt in der See, und doppelt teuer
Vorlage S. 97
566
Wird äußres Schön' als innrer Schönheit Schleier.
Vorlage S. 97
567
Das Buch glänzt allermeist im Aug' der Welt,
Vorlage S. 97
568
Das goldne Lehr' in goldnen Spangen hält:
Vorlage S. 97
569
So wirst du alles, was er hat, genießen,
Vorlage S. 97
570
Wenn du ihn hast, ohn' etwas einzubüßen.
Vorlage S. 97
571
WÄRTERIN.
Vorlage S. 97
572
Einbüßen? Nein, zunehmen wird sie eher;
Vorlage S. 97
573
Die Weiber nehmen oft durch Männer zu.
Vorlage S. 97
574
GRÄFIN CAPULET.
Vorlage S. 97
575
Sag kurz: fühlst du dem Grafen dich geneigt?
Vorlage S. 97
576
JULIA.
Vorlage S. 97
577
Gern will ich sehn, ob Sehen Neigung zeugt:
Vorlage S. 97
578
Doch weiter soll mein Blick den Flug nicht wagen,
Vorlage S. 97
579
Als ihn die Schwingen Eures Beifalls tragen.
Vorlage S. 97
580
Ein Bedienter kommt.
Vorlage S. 97
581
DER BEDIENTE.
Vorlage S. 97
582
Gnädige Frau, die Gäste sind da, das Abendessen auf dem Tisch, Ihr werdet gerufen, das Fräulein gesucht, die Amme in der Speisekammer zum Henker gewünscht, und alles geht drunter und drüber. Ich muss fort, aufwarten: ich bitte Euch, kommt unverzüglich!
Vorlage S. 97
583
GRÄFIN CAPULET.
Vorlage S. 97
584
Gleich! – Paris wartet. Julia, komm geschwind!
Vorlage S. 97
585
WÄRTERIN.
Vorlage S. 97
586
Such' frohe Nächt' auf frohe Tage, Kind!
Vorlage S. 97
587
Ab.
Vorlage S. 97
588
Vierte Szene
Vorlage S. 97
589
Eine Straße.
Vorlage S. 97
590
Romeo, Mercutio, Benvolio, mit fünf oder sechs Masken, Fackelträgern und anderen.
Vorlage S. 97
591
ROMEO.
Vorlage S. 97
592
Soll diese Red' uns zur Entschuld'gung dienen?
Vorlage S. 97
593
Wie? oder treten wir nur grad' hinein?
Vorlage S. 97
594
BENVOLIO.
Vorlage S. 97
595
Umschweife solcher Art sind nicht mehr Sitte.
Vorlage S. 97
596
Wir wollen keinen Amor, mit der Schärpe
Vorlage S. 97
597
Geblendet, der den buntbemalten Bogen
Vorlage S. 97
598
Wie ein Tatar geschnitzt aus Latten trägt,
Vorlage S. 97
599
Und wie ein Vogelscheu die Frauen schreckt;
Vorlage S. 97
600
Auch keinen hergebeteten Prolog,
Vorlage S. 98
601
Wobei viel zugeblasen wird, zum Eintritt.
Vorlage S. 98
602
Lasst sie uns nur, wofür sie wollen, nehmen,
Vorlage S. 98
603
Wir nehmen ein paar Tänze mit und gehn.
Vorlage S. 98
604
ROMEO.
Vorlage S. 98
605
Ich mag nicht springen; gebt mir eine Fackel!
Vorlage S. 98
606
Da ich so finster bin, so will ich leuchten.
Vorlage S. 98
607
MERCUTIO.
Vorlage S. 98
608
Nein, du musst tanzen, lieber Romeo.
Vorlage S. 98
609
ROMEO.
Vorlage S. 98
610
Ich wahrlich nicht. Ihr seid so leicht von Sinn
Vorlage S. 98
611
Als leicht beschuht: mich drückt ein Herz von Blei
Vorlage S. 98
612
Zu Boden, dass ich kaum mich regen kann.
Vorlage S. 98
613
MERCUTIO.
Vorlage S. 98
614
Ihr seid ein Liebender: borgt Amors Flügel,
Vorlage S. 98
615
Und schwebet frei in ungewohnten Höh'n!
Vorlage S. 98
616
ROMEO.
Vorlage S. 98
617
Ich bin zu tief von seinem Pfeil durchbohrt,
Vorlage S. 98
618
Auf seinen leichten Schwingen hoch zu schweben.
Vorlage S. 98
619
Gewohnte Fesseln lassen mich nicht frei;
Vorlage S. 98
620
Ich sinke unter schwerer Liebeslast.
Vorlage S. 98
621
MERCUTIO.
Vorlage S. 98
622
Und wolltet Ihr denn in die Liebe sinken?
Vorlage S. 98
623
Ihr seid zu schwer für ein so zartes Ding.
Vorlage S. 98
624
ROMEO.
Vorlage S. 98
625
Ist Lieb' ein zartes Ding? Sie ist zu rauh,
Vorlage S. 98
626
Zu wild, zu tobend; und sie sticht wie Dorn.
Vorlage S. 98
627
MERCUTIO.
Vorlage S. 98
628
Begegnet Lieb' Euch rauh, so tut desgleichen!
Vorlage S. 98
629
Stecht Liebe, wenn sie sticht: das schlägt sie nieder.
Vorlage S. 98
630
Zu einem andern aus dem Gefolge.
Vorlage S. 98
631
Gebt ein Gehäuse für mein Antlitz mir:
Vorlage S. 98
632
'ne Larve für 'ne Larve!
Vorlage S. 98
633
Bindet die Maske vor.
Vorlage S. 98
634
Nun erspähe
Vorlage S. 98
635
Die Neugier Mißgestalt: was kümmert's mich?
Vorlage S. 98
636
Erröten wird für mich dies Wachsgesicht.
Vorlage S. 98
637
BENVOLIO.
Vorlage S. 98
638
Fort! Klopft, und dann hinein! Und sind wir drinnen,
Vorlage S. 98
639
So rühre gleich ein jeder flink die Beine!
Vorlage S. 98
640
ROMEO.
Vorlage S. 98
641
Mir eine Fackel! Leichtgeherzte Buben,
Vorlage S. 98
642
Die lasst das Estrich mit den Sohlen kitzeln:
Vorlage S. 98
643
Ich habe mich verbrämt mit einem alten
Vorlage S. 98
644
Großvaterspruch: »Wer 's Licht hält, schauet zu!«
Vorlage S. 98
645
Nie war das Spiel so schön; doch ich bin matt.
Vorlage S. 98
646
MERCUTIO.
Vorlage S. 98
647
Jawohl zu matt, dich aus dem Schlamme – nein,
Vorlage S. 98
648
Der Liebe, wollt' ich sagen – dich zu ziehn,
Vorlage S. 99
649
Worin du leider steckst bis an die Ohren.
Vorlage S. 99
650
Macht fort! Wir leuchten ja dem Tage hier.
Vorlage S. 99
651
ROMEO.
Vorlage S. 99
652
Das tun wir nicht.
Vorlage S. 99
653
MERCUTIO.
Vorlage S. 99
654
Ich meine, wir verscherzen,
Vorlage S. 99
655
Wie Licht bei Tag', durch Zögern unsre Kerzen.
Vorlage S. 99
656
Nehmt meine Meinung nach dem guten Sinn,
Vorlage S. 99
657
Und sucht nicht Spiele des Verstandes drin!
Vorlage S. 99
658
ROMEO.
Vorlage S. 99
659
Wir meinen's gut, da wir zum Balle gehen,
Vorlage S. 99
660
Doch es ist Unverstand.
Vorlage S. 99
661
MERCUTIO.
Vorlage S. 99
662
Wie? lasst doch sehen!
Vorlage S. 99
663
ROMEO.
Vorlage S. 99
664
Ich hatte diese Nacht 'nen Traum.
Vorlage S. 99
665
MERCUTIO.
Vorlage S. 99
666
Auch ich.
Vorlage S. 99
667
ROMEO.
Vorlage S. 99
668
Was war der Eure?
Vorlage S. 99
669
MERCUTIO.
Vorlage S. 99
670
Dass auf Träume sich
Vorlage S. 99
671
Nichts bauen lässt, dass Träume öfters lügen.
Vorlage S. 99
672
ROMEO.
Vorlage S. 99
673
Sie träumen Wahres, weil sie schlafend liegen.
Vorlage S. 99
674
MERCUTIO.
Vorlage S. 99
675
Nun seh' ich wohl, Frau Mab hat Euch besucht.
Vorlage S. 99
676
ROMEO.
Vorlage S. 99
677
Frau Mab, wer ist sie?
Vorlage S. 99
678
MERCUTIO.
Vorlage S. 99
679
Sie ist der Feenwelt Entbinderin.
Vorlage S. 99
680
Sie kömmt, nicht größer als der Edelstein
Vorlage S. 99
681
Am Zeigefinger eines Aldermanns,
Vorlage S. 99
682
Und fährt mit einem Spann von Sonnenstäubchen
Vorlage S. 99
683
Den Schlafenden quer auf der Nase hin.
Vorlage S. 99
684
Die Speichen sind gemacht aus Spinnenbeinen,
Vorlage S. 99
685
Des Wagens Deck' aus eines Heupferds Flügeln,
Vorlage S. 99
686
Aus feinem Spinngewebe das Geschirr,
Vorlage S. 99
687
Die Zügel aus des Mondes feuchtem Strahl;
Vorlage S. 99
688
Aus Heimchenknochen ist der Peitsche Griff,
Vorlage S. 99
689
Die Schnur aus Fasern; eine kleine Mücke
Vorlage S. 99
690
Im grauen Mantel sitzt als Fuhrmann vorn,
Vorlage S. 99
691
Nicht halb so groß als wie ein kleines Würmchen,
Vorlage S. 99
692
Das in des Mädchens müß'gem Finger nistet.
Vorlage S. 99
693
Die Kutsch' ist eine hohle Haselnuß,
Vorlage S. 99
694
Vom Tischler Eichhorn oder Meister Wurm
Vorlage S. 99
695
Zurecht gemacht, die seit uralten Zeiten
Vorlage S. 99
696
Der Feen Wagner sind. In diesem Staat
Vorlage S. 99
697
Trabt sie dann Nacht für Nacht; befährt das Hirn
Vorlage S. 99
698
Verliebter, und sie träumen dann von Liebe;
Vorlage S. 100
699
Des Schranzen Knie, der schnell von Reverenzen,
Vorlage S. 100
700
Des Anwalts Finger, der von Sporteln gleich,
Vorlage S. 100
701
Der schönen Lippen, die von Küssen träumen
Vorlage S. 100
702
(Oft plagt die böse Mab mit Bläschen diese,
Vorlage S. 100
703
Weil ihren Odem Näscherei verdarb).
Vorlage S. 100
704
Bald trabt sie über eines Hofmanns Nase,
Vorlage S. 100
705
Dann wittert er im Traum sich Ämter aus.
Vorlage S. 100
706
Bald kitzelt sie mit eines Zinshahns Federn
Vorlage S. 100
707
Des Pfarrers Nase, wenn er schlafend liegt:
Vorlage S. 100
708
Von einer bessern Pfründe träumt ihm dann.
Vorlage S. 100
709
Bald fährt sie über des Soldaten Nacken:
Vorlage S. 100
710
Der träumt sofort von Niedersäbeln, träumt
Vorlage S. 100
711
Von Breschen, Hinterhalten, Damaszenern,
Vorlage S. 100
712
Von manchem klaftertiefen Ehrentrunk;
Vorlage S. 100
713
Nun trommelt's ihm ins Ohr; da fährt er auf,
Vorlage S. 100
714
Und flucht in seinem Schreck ein paar Gebete,
Vorlage S. 100
715
Und schläft von neuem. Eben diese Mab
Vorlage S. 100
716
Verwirrt der Pferde Mähnen in der Nacht,
Vorlage S. 100
717
Und flicht in strupp'ges Haar die Weichselzöpfe,
Vorlage S. 100
718
Die, wiederum entwirrt, auf Unglück deuten.
Vorlage S. 100
719
Dies ist die Hexe, welche Mädchen drückt,
Vorlage S. 100
720
Die auf dem Rücken ruhn, und ihnen lehrt,
Vorlage S. 100
721
Als Weiber einst die Männer zu ertragen.
Vorlage S. 100
722
Dies ist sie –
Vorlage S. 100
723
ROMEO.
Vorlage S. 100
724
Still, o still, Mercutio!
Vorlage S. 100
725
Du sprichst von einem Nichts.
Vorlage S. 100
726
MERCUTIO.
Vorlage S. 100
727
Wohl wahr, ich rede
Vorlage S. 100
728
Von Träumen, Kindern eines müß'gen Hirns,
Vorlage S. 100
Historische Darstellung von William Shakespeare
Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von William Shakespeare — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Martin Droeshout · Public domain Bildquelle ↗
729
Von nichts als eitler Phantasie erzeugt,
Vorlage S. 100
730
Die aus so dünnem Stoff als Luft besteht
Vorlage S. 100
731
Und flücht'ger wechselt, als der Wind, der bald
Vorlage S. 100
732
Um die erfrorne Brust des Nordens buhlt
Vorlage S. 100
733
Und, schnell erzürnt, hinweg von dannen schnaubend,
Vorlage S. 100
734
Die Stirn zum taubeträuften Süden kehrt.
Vorlage S. 100
735
BENVOLIO.
Vorlage S. 100
736
Der Wind, von dem Ihr sprecht, entführt uns selbst.
Vorlage S. 100
737
Man hat gespeist; wir kamen schon zu spät.
Vorlage S. 100
738
ROMEO.
Vorlage S. 100
739
Zu früh, befürcht' ich; denn mein Herz erbangt,
Vorlage S. 100
740
Und ahndet ein Verhängnis, welches, noch
Vorlage S. 101
741
Verborgen in den Sternen, heute nacht
Vorlage S. 101
742
Bei dieser Lustbarkeit den furchtbar'n Zeitlauf
Vorlage S. 101
743
Beginnen, und das Ziel des läst'gen Lebens,
Vorlage S. 101
744
Das meine Brust verschließt, mir kürzen wird
Vorlage S. 101
745
Durch irgendeinen Frevel frühen Todes:
Vorlage S. 101
746
Doch er, der mir zur Fahrt das Steuer lenkt,
Vorlage S. 101
747
Richt' auch mein Segel! – Auf, ihr lust'gen Freunde!
Vorlage S. 101
748
BENVOLIO.
Vorlage S. 101
749
Rührt Trommeln!
Vorlage S. 101
750
Gehn ab.
Vorlage S. 101
751
Fünfte Szene
Vorlage S. 101
752
Ein Saal in Capulets Hause.
Vorlage S. 101
753
Musikanten. Bediente kommen.
Vorlage S. 101
754
ERSTER BEDIENTE.
Vorlage S. 101
755
Wo ist Schmorpfanne, dass er nicht abräumen hilft? Dass dich! mit seinem Tellermausen, seinem Tellerlecken!
Vorlage S. 101
756
ZWEITER BEDIENTE.
Vorlage S. 101
757
Wenn die gute Lebensart in eines odei zweier Menschen Händen sein soll, die noch obendrein ungewaschen sind, – 's ist ein unsaubrer Handel.
Vorlage S. 101
758
ERSTER BEDIENTE.
Vorlage S. 101
759
Die Lehnstühle fort! Rückt den Schenktisch beiseit! Seht nach dem Silberzeuge! Kamerad, heb mir ein Stück Marzipan auf, und wo du mich lieb hast, sag dem Pförtner, dass er Suse Mühlstein und Lene hereinläßt. Anton! Schmorpfanne!
Vorlage S. 101
760
Andre Bediente kommen.
Vorlage S. 101
761
BEDIENTE.
Vorlage S. 101
762
Hier, Bursch, wir sind parat.
Vorlage S. 101
763
ERSTER BEDIENTE.
Vorlage S. 101
764
Im großen Saale verlangt man euch, vermisst man euch, sucht man euch.
Vorlage S. 101
765
BEDIENTE.
Vorlage S. 101
766
Wir können nicht zugleich hier und dort sein. – Lustig, Kerle! Haltet euch brav; wer am längsten lebt, kriegt den ganzen Bettel.
Vorlage S. 101
767
Sie ziehen sich in den Hintergrund zurück.
Vorlage S. 101
768
Capulet u.s.w. mit den Gästen und Masken.
Vorlage S. 101
769
CAPULET.
Vorlage S. 101
770
Willkommen, meine Herren! Wenn eure Füße
Vorlage S. 102
771
Kein Leichdorn plagt, ihr Damen, flink ans Werk!
Vorlage S. 102
772
He, he, ihr schönen Frau'n! Wer von euch allen
Vorlage S. 102
773
Schlägt's nun wohl ab zu tanzen? Ziert sich eine, – die,
Vorlage S. 102
774
Ich wette, die hat Hühneraugen. Nun,
Vorlage S. 102
775
Hab' ich's euch nahgelegt? Ihr Herrn, willkommen!
Vorlage S. 102
776
Ich weiß die Zeit, da ich 'ne Larve trug
Vorlage S. 102
777
Und einer Schönen eine Weis' ins Ohr
Vorlage S. 102
778
Zu flüstern wusste, die ihr wohlgefiel.
Vorlage S. 102
779
Das ist vorbei, vorbei! Willkommen, Herren!
Vorlage S. 102
780
Kommt, Musikanten, spielt! Macht Platz da, Platz!
Vorlage S. 102
781
Ihr Mädchen, frisch gesprungen!
Vorlage S. 102
782
Musik und Tanz. Zu den Bedienten.
Vorlage S. 102
783
Mehr Licht, ihr Schurken, und beiseit' die Tische!
Vorlage S. 102
784
Das Feuer weg! Das Zimmer ist zu heiß. –
Vorlage S. 102
785
Ha, recht gelegen kömmt der unverhoffte Spaß.
Vorlage S. 102
786
Na, setzt Euch, setzt Euch, Vetter Capulet!
Vorlage S. 102
787
Wir beide sind ja übers Tanzen hin.
Vorlage S. 102
788
Wie lang' ist's jetzo, seit wir uns zuletzt
Vorlage S. 102
789
In Larven steckten?
Vorlage S. 102
790
ZWEITER CAPULET.
Vorlage S. 102
791
Dreißig Jahr, mein' Seel'.
Vorlage S. 102
792
CAPULET.
Vorlage S. 102
793
Wie, Schatz? So lang' noch nicht, so lang' noch nicht!
Vorlage S. 102
794
Denn seit der Hochzeit des Lucentio
Vorlage S. 102
795
Ist's etwa fünfundzwanzig Jahr, sobald
Vorlage S. 102
796
Wir Pfingsten haben; und da tanzten wir.
Vorlage S. 102
797
ZWEITER CAPULET.
Vorlage S. 102
798
's ist mehr, 's ist mehr! Sein Sohn ist älter, Herr:
Vorlage S. 102
799
Sein Sohn ist dreißig.
Vorlage S. 102
800
CAPULET.
Vorlage S. 102
801
Sagt mir das doch nicht!
Vorlage S. 102
802
Sein Sohn war noch nicht mündig vor zwei Jahren.
Vorlage S. 102
803
ROMEO
Vorlage S. 102
804
zu einem Bedienten aus seinem Gefolge.
Vorlage S. 102
805
Wer ist das Fräulein, welche dort den Ritter
Vorlage S. 102
806
Mit ihrer Hand beehrt?
Vorlage S. 102
807
DER BEDIENTE.
Vorlage S. 102
808
Ich weiß nicht, Herr.
Vorlage S. 102
809
ROMEO.
Vorlage S. 102
810
Oh, sie nur lehrt den Kerzen, hell zu glühn!
Vorlage S. 102
811
Wie in dem Ohr des Mohren ein Rubin,
Vorlage S. 102
812
So hängt der Holden Schönheit an den Wangen
Vorlage S. 102
813
Der Nacht: zu hoch, zu himmlisch dem Verlangen!
Vorlage S. 103
814
Sie stellt sich unter den Gespielen dar
Vorlage S. 103
815
Als weiße Taub' in einer Krähenschar.
Vorlage S. 103
816
Schließt sich der Tanz, so nah' ich ihr: ein Drücken
Vorlage S. 103
817
Der zarten Hand soll meine Hand beglücken.
Vorlage S. 103
818
Liebt' ich wohl je? Nein, schwör' es ab, Gesicht!
Vorlage S. 103
819
Du sahst bis jetzt noch wahre Schönheit nicht.
Vorlage S. 103
820
TYBALT.
Vorlage S. 103
821
Nach seiner Stimm' ist dies ein Montague.
Vorlage S. 103
822
Zu einem Bedienten.
Vorlage S. 103
823
Hol' meinen Degen, Bursch! –Was? wagt der Schurk',
Vorlage S. 103
824
Vermummt in eine Fratze herzukommen,
Vorlage S. 103
825
Zu Hohn und Schimpfe gegen unser Fest?
Vorlage S. 103
826
Fürwahr, bei meines Stammes Ruhm und Adel!
Vorlage S. 103
827
Wer tot ihn schlüg', verdiente keinen Tadel!
Vorlage S. 103
828
CAPULET.
Vorlage S. 103
829
Was habt Ihr, Vetter? Welch ein Sturm? Wozu?
Vorlage S. 103
830
TYBALT.
Vorlage S. 103
831
Seht, Oheim! der da ist ein Montague.
Vorlage S. 103
832
Der Schurke drängt sich unter Eure Gäste
Vorlage S. 103
833
Und macht sich einen Spott an diesem Feste.
Vorlage S. 103
834
CAPULET.
Vorlage S. 103
835
Ist es der junge Romeo?
Vorlage S. 103
836
TYBALT.
Vorlage S. 103
837
Der Schurke Romeo.
Vorlage S. 103
838
CAPULET.
Vorlage S. 103
839
Seid ruhig, Herzensvetter! Lasst ihn gehn!
Vorlage S. 103
840
Er hält sich wie ein wackrer Edelmann:
Vorlage S. 103
841
Und in der Tat, Verona preiset ihn
Vorlage S. 103
842
Als einen sitt'gen, tugendsamen Jüngling.
Vorlage S. 103
843
Ich möchte nicht für alles Gut der Stadt
Vorlage S. 103
844
In meinem Haus ihm einen Unglimpf tun.
Vorlage S. 103
845
Drum seid geduldig: merket nicht auf ihn!
Vorlage S. 103
846
Das ist mein Will', und wenn du diesen ehrst,
Vorlage S. 103
847
So zeig' dich freundlich, streif' die Runzeln weg,
Vorlage S. 103
848
Die übel sich bei einem Feste ziemen!
Vorlage S. 103
849
TYBALT.
Vorlage S. 103
850
Kömmt solch ein Schurk' als Gast, so stehn sie wohl.
Vorlage S. 103
851
Ich leid' ihn nicht.
Vorlage S. 103
852
CAPULET.
Vorlage S. 103
853
Er soll gelitten werden,
Vorlage S. 103
854
Er soll! – Herr Junge, hört er das? Nur zu!
Vorlage S. 103
855
Wer ist hier Herr? Er oder ich? Nur zu!
Vorlage S. 103
856
So? will er ihn nicht leiden! – Helf' mir Gott! –
Vorlage S. 103
857
Will Hader unter meinen Gästen stiften?
Vorlage S. 103
858
Den Hahn im Korbe spielen? Seht mir doch!
Vorlage S. 103
859
TYBALT.
Vorlage S. 103
860
Ist's nicht 'ne Schande, Oheim?
Vorlage S. 104
861
CAPULET.
Vorlage S. 104
862
Zu! Nur zu!
Vorlage S. 104
863
Ihr seid ein kecker Bursch. Ei, seht mir doch!
Vorlage S. 104
864
Der Streich mag Euch gereun: ich weiß schon was.
Vorlage S. 104
865
Ihr macht mir's bunt! Traun, das käm' eben recht! –
Vorlage S. 104
866
Brav, Herzenskinder! – Geht, Ihr seid ein Hase!
Vorlage S. 104
867
Seid ruhig, sonst – Mehr Licht, mehr Licht, zum Kuckuck! –
Vorlage S. 104
868
Will ich zur Ruh' Euch bringen! – Lustig, Kinder!
Vorlage S. 104
869
TYBALT.
Vorlage S. 104
870
Mir kämpft Geduld aus Zwang mit will'ger Wut
Vorlage S. 104
871
Im Innern und empört mein siedend Blut.
Vorlage S. 104
872
Ich gehe: doch so frech sich aufzudringen,
Vorlage S. 104
873
Was Lust ihm macht, soll bittern Lohn ihm bringen.
Vorlage S. 104
874
Geht ab.
Vorlage S. 104
875
ROMEO
Vorlage S. 104
876
tritt zu Julien.
Vorlage S. 104
877
Entweihet meine Hand verwegen dich,
Vorlage S. 104
878
O Heil'genbild, so will ich's lieblich büßen.
Vorlage S. 104
879
Zwei Pilger, neigen meine Lippen sich,
Vorlage S. 104
880
Den herben Druck im Kusse zu versüßen.
Vorlage S. 104
881
JULIA.
Vorlage S. 104
882
Nein, Pilger, lege nichts der Hand zu schulden
Vorlage S. 104
883
Für ihren sittsam-andachtsvollen Gruß.
Vorlage S. 104
884
Der Heil'gen Rechte darf Berührung dulden,
Vorlage S. 104
885
Und Hand in Hand ist frommer Waller Kuß.
Vorlage S. 104
886
ROMEO.
Vorlage S. 104
887
Hat nicht der Heil'ge Lippen wie der Waller?
Vorlage S. 104
888
JULIA.
Vorlage S. 104
889
Ja, doch Gebet ist die Bestimmung aller.
Vorlage S. 104
890
ROMEO.
Vorlage S. 104
891
Oh, so vergönne, teure Heil'ge, nun,
Vorlage S. 104
892
Dass auch die Lippen wie die Hände tun.
Vorlage S. 104
893
Voll Inbrunst beten sie zu dir: erhöre,
Vorlage S. 104
894
Dass Glaube nicht sich in Verzweiflung kehre!
Vorlage S. 104
895
JULIA.
Vorlage S. 104
896
Du weißt, ein Heil'ger pflegt sich nicht zu regen,
Vorlage S. 104
897
Auch wenn er eine Bitte zugesteht.
Vorlage S. 104
898
ROMEO.
Vorlage S. 104
899
So reg' dich, Holde, nicht, wie Heil'ge pflegen,
Vorlage S. 104
900
Derweil mein Mund dir nimmt, was er erfleht.
Vorlage S. 104
901
Er küßt sie.
Vorlage S. 104
902
Nun hat dein Mund ihn aller Sünd' entbunden.
Vorlage S. 104
903
JULIA.
Vorlage S. 104
904
So hat mein Mund zum Lohn sie für die Gunst?
Vorlage S. 104
905
ROMEO.
Vorlage S. 104
906
Zum Lohn die Sünd'? O Vorwurf, süß erfunden!
Vorlage S. 104
907
Gebt sie zurück!
Vorlage S. 104
908
Küßt sie wieder.
Vorlage S. 104
909
JULIA.
Vorlage S. 104
910
Ihr küsst recht nach der Kunst.
Vorlage S. 104
911
WÄRTERIN.
Vorlage S. 104
912
Mama will Euch ein Wörtchen sagen, Fräulein.
Vorlage S. 104
913
ROMEO.
Vorlage S. 104
914
Wer ist des Fräuleins Mutter?
Vorlage S. 104
915
WÄRTERIN.
Vorlage S. 104
916
Ei nun, Junker,
Vorlage S. 104
917
Das ist die gnäd'ge Frau vom Hause hier,
Vorlage S. 105
918
Gar eine wackre Frau, und klug und ehrsam.
Vorlage S. 105
919
Die Tochter, die Ihr spracht, hab' ich gesäugt.
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920
Ich sag' Euch, wer sie habhaft werden kann,
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921
Ist wohl gebettet.
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922
ROMEO.
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923
Sie ein' Capulet! O teurer Preis! mein Leben
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924
Ist meinem Feind als Schuld dahingegeben.
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925
BENVOLIO.
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926
Fort! Lasst uns gehn; die Lust ist bald dahin.
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927
ROMEO.
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928
Ach, leider wohl! Das ängstet meinen Sinn.
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929
CAPULET.
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Nein, liebe Herrn, denkt noch ans Weggehn nicht!
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931
Ein kleines, schlechtes Mahl ist schon bereitet. –
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932
Muss es denn sein? – Nun wohl, ich dank' euch allen;
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933
Ich dank' euch, edle Herren! Gute Nacht!
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934
Mehr Fackeln her! – Kommt nun, bringt mich zu Bett!
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935
(Wahrhaftig, es wird spät; ich will zur Ruh'.)
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936
Alle ab, außer Julia und die Wärterin.
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937
JULIA.
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938
Komm zu mir, Amme: wer ist dort der Herr?
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939
WÄRTERIN.
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940
Tiberios, des alten, Sohn und Erbe.
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941
JULIA.
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942
Wer ist's, der eben aus der Türe geht?
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943
WÄRTERIN.
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944
Das, denk' ich, ist der junge Marcellin.
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945
JULIA.
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946
Wer folgt ihm da, der gar nicht tanzen wollte?
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947
WÄRTERIN.
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948
Ich weiß nicht.
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949
JULIA.
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950
Geh, frage, wie er heißt. – Ist er vermählt,
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951
So ist das Grab zum Brautbett mir erwählt.
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952
WÄRTERIN
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953
kommt zurück.
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954
Sein Nam ist Romeo, ein Montague,
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955
Und Eures großen Feindes ein'ger Sohn.
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956
JULIA.
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957
So ein'ge Lieb' aus großem Haß entbrannt!
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958
Ich sah zu früh, den ich zu spät erkannt.
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959
Oh, Wunderwerk! ich fühle mich getrieben,
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960
Den ärgsten Feind aufs zärtlichste zu lieben.
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961
WÄRTERIN.
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962
Wieso? wieso?
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963
JULIA.
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964
Es ist ein Reim, den ich von einem Tänzer
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965
Soeben lernte.
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966
Man ruft drinnen: »Julia!«
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967
WÄRTERIN.
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968
Gleich! wir kommen ja.
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969
Kommt, lasst uns gehn; kein Fremder ist mehr da.
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970
Ab.
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Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Zu Boden werft, bei …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Weil« in diesem Textausschnitt? »Weil sie, mit Weisheit schön, mich zwingt zu sterben.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt enthält eine ausdrückliche Verneinung oder einen Ausschluss? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Das ew'ge Leben! – waren eines Alters.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Stets mehr und mehr, und fochten mit einander;« B: »Bald kitzelt sie mit eines Zinshahns Federn Des Pfarrers Nase, wenn er schlafend liegt:« C: »Aber sagt: könnt Ihr alles vom Blatte weglesen?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »So rühre gleich ein …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Ist's etwa fünfundzwanzig Jahr, sobald«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Voll Inbrunst beten sie zu dir: erhöre, …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »wollen nichts in die Tasche stecken«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »wollen nichts in die Tasche stecken« und »Dass Glaube nicht sich in Verzweiflung kehre«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Aber sagt: könnt Ihr alles vom Blatte weglesen?«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Auf mein Wort, Gregorio, wir wollen nichts in die Tasche stecken.«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Sie lief und watschelt' euch schon flink herum.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Kommt, lasst uns gehn; kein Fremder ist mehr da.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

Romeo und Julia

William Shakespeare: Sämtliche Werke in vier Bänden. Band 4, Herausgegeben von Anselm Schlösser. Berlin: Aufbau, 1975. Shakespeare, William 84- Berlin

Das Werk Romeo und Julia von Shakespeare, William ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Englisch

Englischer Originaltext in der digitalen Project-Gutenberg-Ausgabe. Die Vorlage nennt keine historische Druckausgabe. Unterschiedliche Bühnenfassungen, Szenenteilungen und historische Übersetzungen können voneinander abweichen. Keine Behauptung einer Erstfassung oder zeilengetreuen Entsprechung. Wortlaut, Rechtschreibung und Interpunktion dieser Quelle bleiben erhalten; nur HTML-Layout wird in Lesetext übertragen.

William Shakespeare: Romeo and Juliet. Project Gutenberg eBook 1513. Originalsprache Englisch; digitale Quelle unverändert archiviert.

Autorschaft und Ausgabe: William Shakespeare

Originaltext und Ausgabe ↗ · Project Gutenberg · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.