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Buch - Maß für Maß - Shakespeare, William

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Maß für Maß

Shakespeare, William

Maß für Maß von Shakespeare, William. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.

DramaKlasse 9–10 · 11–136 Abschnitte
Historische Illustration zu Maß für Maß
Historische Illustration zu „Maß für Maß“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Artuš Scheiner · Public domain Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: Wolf Heinrich von Baudissin

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 2 von 6

Erster Aufzug

1
Erste Szene
Vorlage S. 212
2
Ein Zimmer in des Herzogs Palast.
Vorlage S. 212
3
Es treten auf der Herzog, Escalus, Herren vom Hofe und Gefolge.
Vorlage S. 212
4
HERZOG.
Vorlage S. 212
5
Escalus –
Vorlage S. 212
6
ESCALUS.
Vorlage S. 212
7
Mein Fürst? –
Vorlage S. 212
8
HERZOG.
Vorlage S. 212
9
Das Wesen der Regierung zu entfalten,
Vorlage S. 212
10
Erschien' in mir als Lust an eitler Rede,
Vorlage S. 212
11
Weil mir bewusst, dass Eure eigne Kenntnis
Vorlage S. 212
12
Die Summe alles Rates überschreitet,
Vorlage S. 212
13
Den meine Macht Euch böte. Nehmt sie denn,
Vorlage S. 212
14
Wie Euer Edelsinn und Wert verdient,
Vorlage S. 212
15
Und lasst sie wirken. Unsers Volkes Art,
Vorlage S. 212
16
Der Stadt Gesetze wie des ganzen Staats
Vorlage S. 212
17
Gemeines Recht habt Ihr so wohl erforscht,
Vorlage S. 212
18
Als Kunst und Übung irgend wen bereichert,
Vorlage S. 212
19
Den wir gekannt. So nehmt die Vollmacht hin,
Vorlage S. 212
20
Die Euch die Bahn bezeichne. Ruft hieher
Vorlage S. 212
21
Den Angelo, dass er vor uns erscheine.
Vorlage S. 212
22
Ein Diener geht.
Vorlage S. 212
23
Wie meint Ihr, wird er unsern Platz vertreten?
Vorlage S. 212
24
Denn wisst, dass mit besonderm Vorbedacht
Vorlage S. 212
25
Wir ihn erwählt, an unsrer Statt zu herrschen,
Vorlage S. 212
26
Ihm unsre Schrecken liehn und unsre Gnade,
Vorlage S. 212
27
Und ihm als Stellvertreter alle Waffen
Vorlage S. 212
28
Der eignen Macht vertraut. Wie dünkt Euch dies? –
Vorlage S. 212
29
ESCALUS.
Vorlage S. 212
30
Wenn irgend einer je in Wien verdient,
Vorlage S. 212
31
So reiche Huld und Ehre zu erfahren,
Vorlage S. 212
32
So ist's Lord Angelo.
Vorlage S. 212
33
Angelo tritt auf.
Vorlage S. 212
34
HERZOG.
Vorlage S. 212
35
Da kommt er selbst.
Vorlage S. 213
36
ANGELO.
Vorlage S. 213
37
Stets Euer Hoheit Willen untertänig,
Vorlage S. 213
38
Bitt' ich um Euern Auftrag.
Vorlage S. 213
39
HERZOG.
Vorlage S. 213
40
Angelo,
Vorlage S. 213
41
Es ist 'ne Schrift in deiner Lebensweise,
Vorlage S. 213
42
Die dem Bemerker klar entfaltet, was
Vorlage S. 213
43
Du je erlebt. Du selbst und dein Talent
Vorlage S. 213
44
Sind nicht dein eigen, dass du dich verzehrst
Vorlage S. 213
45
Für deinen eignen Wert, den Wert für dich.
Vorlage S. 213
46
Der Himmel braucht uns, so wie wir die Fackeln,
Vorlage S. 213
47
Sie leuchten nicht für sich; wenn unsre Kraft
Vorlage S. 213
48
Nicht strahlt nach außen ihn, wär's ganz so gut,
Vorlage S. 213
49
Als hätten wir sie nicht. Geister sind schön geprägt
Vorlage S. 213
50
Zu schönem Zweck; noch leiht jemals Natur
Vorlage S. 213
51
Den kleinsten Skrupel ihrer Trefflichkeit,
Vorlage S. 213
52
Dass sie sich nicht, als wirtschaftliche Göttin,
Vorlage S. 213
53
Den Vorteil eines Gläub'gers ausbedingt,
Vorlage S. 213
54
So Dank wie Zinsen. Doch ergeht mein Wort
Vorlage S. 213
55
An einen Mann, der mich belehren könnte:
Vorlage S. 213
56
Nimm hin denn, Angelo!
Vorlage S. 213
57
Solang' wir fern, sei unser zweites Selbst;
Vorlage S. 213
58
Tod und Begnad'gung wohn' allein in Wien
Vorlage S. 213
59
In deiner Brust und Zunge. Escalus,
Vorlage S. 213
60
Obschon zuerst berufen, steh' dir nach:
Vorlage S. 213
61
Empfange deine Vollmacht!
Vorlage S. 213
62
ANGELO.
Vorlage S. 213
63
Oh, mein Fürst,
Vorlage S. 213
64
Lasst schärfre Prüfung mein Metall bestehn,
Vorlage S. 213
65
Bevor ein so erhabnes, edles Bild
Vorlage S. 213
66
Darauf geprägt wird.
Vorlage S. 213
67
HERZOG.
Vorlage S. 213
68
Keine Ausflucht mehr!
Vorlage S. 213
69
Mit wohl gereifter, lang' bedachter Wahl
Vorlage S. 213
70
Wardst du ersehn; deshalb nimm deine Würden!
Vorlage S. 213
71
So schnelle Eil' erfodert unsre Reise,
Vorlage S. 213
72
Dass sie mich drängt und unentschieden lässt
Vorlage S. 213
73
Geschäfte wicht'ger Art. Wir schreiben Euch,
Vorlage S. 213
74
Wie uns Begebenheit und Zeit ermahnt,
Vorlage S. 213
75
Was uns betrifft; und wünschen zu erfahren,
Vorlage S. 213
76
Was hier begegnen mag. So lebt denn wohl:
Vorlage S. 213
77
Ein glückliches Gelingen sei mit Euch,
Vorlage S. 214
78
Nach unsern Wünschen!
Vorlage S. 214
79
ANGELO.
Vorlage S. 214
80
Doch erlaubt, mein Fürst,
Vorlage S. 214
81
Dass wir ein Stück des Weges Euch geleiten.
Vorlage S. 214
82
HERZOG.
Vorlage S. 214
83
Die Eil' erlaubt es nicht;
Vorlage S. 214
84
Ihr sollt, bei meinem Wort, mit keinem Zweifel
Vorlage S. 214
85
Euch plagen. Eure Macht ist gleich der meinen:
Vorlage S. 214
86
So schärft nun oder mildert die Gesetze,
Vorlage S. 214
87
Wie's Eure Einsicht heischt. Gebt mir die Hand.
Vorlage S. 214
88
Ich reis' im stillen. Lieb' ich gleich das Volk,
Vorlage S. 214
89
Doch wünscht' ich nicht, zur Schau mich ihm zu stellen;
Vorlage S. 214
90
Ob wohl gemeint, doch mundet mir nicht wohl
Vorlage S. 214
91
Sein lauter Ruf, sein ungestümes Jauchzen;
Vorlage S. 214
92
Noch scheint mir der ein Mann von reifem Urteil,
Vorlage S. 214
93
Der sich daran erfreut. Nochmals, lebt wohl!
Vorlage S. 214
94
ANGELO.
Vorlage S. 214
95
Der Himmel sei mit Euch und Euerm Tun!
Vorlage S. 214
96
ESCALUS.
Vorlage S. 214
97
Er leit' und bring' Euch glücklich wieder heim!
Vorlage S. 214
98
HERZOG.
Vorlage S. 214
99
Ich dank' Euch. Lebet wohl!
Vorlage S. 214
100
Ab.
Vorlage S. 214
101
ESCALUS.
Vorlage S. 214
102
Ich werd' Euch um ein ungestört Gespräch
Vorlage S. 214
103
Ersuchen, Herr; es liegt mir viel daran,
Vorlage S. 214
104
Ganz durchzuschaun mein Amt bis auf den Grund.
Vorlage S. 214
105
Vollmacht hab' ich, doch welcher Kraft und Art,
Vorlage S. 214
106
Ward mir noch nicht erklärt.
Vorlage S. 214
107
ANGELO.
Vorlage S. 214
108
So ist's mit mir. Lasst uns zusammen gehn,
Vorlage S. 214
109
Dann wird sich Auskunft wohl genügend finden.
Vorlage S. 214
110
Was diesen Punkt betrifft.
Vorlage S. 214
111
ESCALUS.
Vorlage S. 214
112
Ich folg' Eu'r Gnaden.
Vorlage S. 214
113
Gehn ab.
Vorlage S. 214
114
Zweite Szene
Vorlage S. 214
115
Eine Straße.
Vorlage S. 214
116
Es treten auf Lucio und zwei Edelleute.
Vorlage S. 214
117
LUCIO.
Vorlage S. 214
118
Wenn sich der Herzog und die andern Herzoge nicht mit dem König von Ungarn vergleichen, nun, so fallen alle Herzoge über den König her.
Vorlage S. 214
119
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 214
120
Der Himmel gebe uns seinen Frieden, aber nicht des Königs von Ungarn Frieden! –
Vorlage S. 215
121
ZWEITER EDELMANN.
Vorlage S. 215
122
Amen!
Vorlage S. 215
123
LUCIO.
Vorlage S. 215
124
Du sprichst dein Schlußgebet wie der gottselige Seeräuber, der mit den zehn Geboten zu Schiff ging, das eine aber aus der Tafel auskratzte.
Vorlage S. 215
125
ZWEITER EDELMANN.
Vorlage S. 215
126
»Du sollst nicht stehlen?«
Vorlage S. 215
127
LUCIO.
Vorlage S. 215
128
Ja, das schabte er aus.
Vorlage S. 215
129
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 215
130
Nun, das war ja auch ein Gebot, das dem Kapitän und seinem ganzen Haufen gebot, ihren Beruf aufzugeben: sie hatten sich eingeschifft, um zu stehlen. Da ist keiner von uns Soldaten, dem beim Tischgebet vor der Mahlzeit die Bitte um Frieden recht gefiele.
Vorlage S. 215
131
ZWEITER EDELMANN.
Vorlage S. 215
132
Ich habe noch keinen gehört, dem sie missfallen hätte.
Vorlage S. 215
133
LUCIO.
Vorlage S. 215
134
Das will ich dir glauben! Denn ich denke, du bist nie dabei gewesen, wo ein Gratias gesprochen ward.
Vorlage S. 215
135
ZWEITER EDELMANN.
Vorlage S. 215
136
Nicht? Ein dutzendmal wenigstens! –
Vorlage S. 215
Historische Illustration zu Maß für Maß
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Maß für Maß“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Urheber unbekannt · Public domain Bildquelle ↗
137
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 215
138
Wie hast du's denn gehört? In Versen?
Vorlage S. 215
139
ZWEITER EDELMANN.
Vorlage S. 215
140
In allen Silbenmaßen und Sprachen!
Vorlage S. 215
141
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 215
142
Und wohl auch in allen Konfessionen? –
Vorlage S. 215
143
LUCIO.
Vorlage S. 215
144
Warum nicht? Gratias ist Gratias, aller Kontrovers zum Trotz, so wie du, Exempli gratia, ein durchtriebener Schelm bist, und mehr von den Grazien weißt als vom Gratias.
Vorlage S. 215
145
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 215
146
Schon gut; wir sind wohl beide über einen Kamm geschoren.
Vorlage S. 215
147
LUCIO.
Vorlage S. 215
148
Recht, wie Samt und Egge; du bist die Egge.
Vorlage S. 215
149
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 215
150
Und du der Samt; du bist ein schönes Stück Samt, von der dreimal geschornen Sorte. Ich will viel lieber die Egge von einem Stück englischen haarichten Fries sein, als ein Samt, über den eine französische Schere gekommen ist. Habe ich dich nun einmal recht herzhaft geschoren?
Vorlage S. 215
151
LUCIO.
Vorlage S. 215
152
Nein, ich denke, du hast diese Schere schon recht schmerzhaft verschworen, und ich will nach deinem eignen Geständnis deine Gesundheit aus bringen lernen, aber, solange ich lebe, vergessen, nach dir zu trinken.
Vorlage S. 215
153
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 215
154
Ich habe mir wohl eben selbst zu nahe getan; habe ich nicht?
Vorlage S. 216
155
ZWEITER EDELMANN.
Vorlage S. 216
156
Das hast du auch, du magst dich verbrannt haben oder nicht.
Vorlage S. 216
157
LUCIO.
Vorlage S. 216
158
Seht nur, kommt da nicht unsre Frau Minnetrost? Ich habe mir Krankheiten unter ihrem Dach geholt, die kosten mich –
Vorlage S. 216
159
ZWEITER EDELMANN.
Vorlage S. 216
160
Wie viel?
Vorlage S. 216
161
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 216
162
Ratet nur! –
Vorlage S. 216
163
ZWEITER EDELMANN.
Vorlage S. 216
164
Er wird Euch nicht gestehn, wieviel Mark sie ihm jährlich kosten.
Vorlage S. 216
165
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 216
166
Recht, und überdem noch –
Vorlage S. 216
167
LUCIO.
Vorlage S. 216
168
Ein paar französische Kronen! –
Vorlage S. 216
169
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 216
170
Immer willst du mir Krankheiten andichten; aber du steckst im Irrtum, ich habe mir nichts geholt.
Vorlage S. 216
171
LUCIO.
Vorlage S. 216
172
Und doch bist du hohl durch und durch; deine Knochen sind hohl, die Ruchlosigkeit hat in dir geschwelgt.
Vorlage S. 216
173
Eine Kupplerin kommt.
Vorlage S. 216
174
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 216
175
Nun, wie geht's? An welcher von deinen Hüften hast du jetzt die gründlichste Sciatica?
Vorlage S. 216
176
KUPPLERIN.
Vorlage S. 216
177
Schon gut! Eben wird einer verhaftet und ins Gefängnis gesteckt, der war mehr wert als fünftausend solche wie Ihr.
Vorlage S. 216
178
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 216
179
Wer denn, sagt doch?
Vorlage S. 216
180
KUPPLERIN.
Vorlage S. 216
181
Zum Henker, Herr, Claudio ist's, Signor Claudio!
Vorlage S. 216
182
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 216
183
Claudio im Gefängnis? Nicht möglich!
Vorlage S. 216
184
KUPPLERIN.
Vorlage S. 216
185
Ich sage Euch, es ist gewiss; ich sah ihn verhaftet, ich sah ihn weggeführt; und was noch mehr ist, binnen drei Tagen soll ihm der Kopf abgehauen werden.
Vorlage S. 216
186
LUCIO.
Vorlage S. 216
187
Nun, trotz allen Torheiten von eben, das sollte mir leid sein. Weißt du's denn gewiss?
Vorlage S. 216
188
KUPPLERIN.
Vorlage S. 216
189
Nur zu gewiss; es geschieht, weil Fräulein Julia schwanger von ihm ward.
Vorlage S. 216
190
LUCIO.
Vorlage S. 216
191
Glaubt mir, es ist nicht unmöglich. Er versprach mir, mich vor zwei Stunden zu treffen, und er war immer pünktlich im Worthalten.
Vorlage S. 216
192
ZWEITER EDELMANN.
Vorlage S. 216
193
Dazu kommt, dass es ganz mit dem übereinstimmt, wovon wir zusammen sprachen.
Vorlage S. 217
194
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 217
195
Und am meisten mit dem letzten öffentlichen Ausruf.
Vorlage S. 217
196
LUCIO.
Vorlage S. 217
197
Kommt, hören wir, was an der Sache ist.
Vorlage S. 217
198
Lucio und die Edelleute gehn ab.
Vorlage S. 217
199
KUPPLERIN.
Vorlage S. 217
200
So bringen mich denn teils der Krieg und teils das Schwitzen, und teils der Galgen, und teils die Armut um alle meine Kunden. Nun? Was bringst du mir Neues?
Vorlage S. 217
201
Pompejus kommt.
Vorlage S. 217
202
POMPEJUS.
Vorlage S. 217
203
Den haben sie jetzt eben eingesteckt! –
Vorlage S. 217
204
KUPPLERIN.
Vorlage S. 217
205
Und was hat er vorgehabt?
Vorlage S. 217
206
POMPEJUS.
Vorlage S. 217
207
Ein Mädchen.
Vorlage S. 217
208
KUPPLERIN.
Vorlage S. 217
209
Ich meine, was hat er begangen?
Vorlage S. 217
210
POMPEJUS.
Vorlage S. 217
211
In einem fremden Bach Forellen gefischt.
Vorlage S. 217
212
KUPPLERIN.
Vorlage S. 217
213
Wie? Hat ein Mädchen ein Kind von ihm?
Vorlage S. 217
214
POMPEJUS.
Vorlage S. 217
215
Nein, aber es hat eine Weibsperson ein Mädchen von ihm. Habt Ihr nicht von dem Ausruf gehört? He?
Vorlage S. 217
216
KUPPLERIN.
Vorlage S. 217
217
Was für ein Ausruf, Mann?
Vorlage S. 217
218
POMPEJUS.
Vorlage S. 217
219
Alle Häuser in den Vorstädten von Wien sollen eingerissen werden.
Vorlage S. 217
220
KUPPLERIN.
Vorlage S. 217
221
Und was soll aus denen in der Stadt werden?
Vorlage S. 217
222
POMPEJUS.
Vorlage S. 217
223
Die sollen zur Saat stehen bleiben; sie wären auch drauf gegangen, aber ein wohlweiser Bürger hat sich für sie verwendet.
Vorlage S. 217
224
KUPPLERIN.
Vorlage S. 217
225
Sollen denn alle unsre Gast- und Schenkhäuser in der Vorstadt eingerissen werden?
Vorlage S. 217
226
POMPEJUS.
Vorlage S. 217
227
Bis auf den Grund, Frau.
Vorlage S. 217
228
KUPPLERIN.
Vorlage S. 217
229
Nun, das heiß' ich eine Veränderung im Staat! Was soll nun aus mir werden? –
Vorlage S. 217
230
POMPEJUS.
Vorlage S. 217
231
Ei, fürchtet Ihr nichts; guten Advokaten fehlt es nicht an Klienten. Wenn Ihr schon Euer Quartier ändert, braucht Ihr darum nicht Euer Gewerbe zu ändern; ich bleibe noch immer Euer Zapfer. Mut gefasst! Mit Euch wird man's so genau nicht nehmen; Ihr habt Eure Augen in Euerm Beruf fast aufgebraucht; über Euch werden sie schon ein Auge zudrücken.
Vorlage S. 217
232
KUPPLERIN.
Vorlage S. 218
233
Was soll nun werden, Zapfer Thomas? Lass uns auf die Seite gehn.
Vorlage S. 218
234
POMPEJUS.
Vorlage S. 218
235
Hier kommt Signor Claudio, den der Schließer ins Gefängnis führt, und da ist auch Fräulein Julia.
Vorlage S. 218
236
Gehn ab.
Vorlage S. 218
237
Dritte Szene
Vorlage S. 218
238
Daselbst.
Vorlage S. 218
239
Es treten auf der Schließer, Claudio und Gerichtsdiener; Lucio und die zwei Edelleute; Julia wird vorüber geführt.
Vorlage S. 218
240
CLAUDIO.
Vorlage S. 218
241
Mensch, warum muss die ganze Welt mich sehn? –
Vorlage S. 218
242
Bring' mich zum Kerker, wie dir aufgetragen.
Vorlage S. 218
243
SCHLIESSER.
Vorlage S. 218
244
Ich tu' dies nicht aus eignem bösen Willen,
Vorlage S. 218
245
Nur weil's Lord Angelo bestimmt verlangt.
Vorlage S. 218
246
CLAUDIO.
Vorlage S. 218
247
Ja, so kann dieser Halbgott Majestät
Vorlage S. 218
248
Uns nach Gewicht die Sünde zahlen lassen.
Vorlage S. 218
249
Des Himmels Wort: wen ich erwähl', erwähl' ich,
Vorlage S. 218
250
Wen nicht, verstoß' ich. ... und doch stets gerecht! –
Vorlage S. 218
251
LUCIO.
Vorlage S. 218
252
Nun sag doch, Claudio, woher solcher Zwang?
Vorlage S. 218
253
CLAUDIO.
Vorlage S. 218
254
Von zu viel Freiheit, Lucio, zu viel Freiheit!
Vorlage S. 218
255
Wie Überfüllung strenge Fasten zeugt,
Vorlage S. 218
256
So wird die Freiheit, ohne Maß gebraucht,
Vorlage S. 218
257
In Zwang verkehrt; des Menschen Hang verfolgt
Vorlage S. 218
258
(Wie Ratten gierig selbst ihr Gift sich rauben)
Vorlage S. 218
259
Die durst'ge Sünd', und tödlich wird der Trunk! –
Vorlage S. 218
260
LUCIO.
Vorlage S. 218
261
Wenn ich im Arrest so weislich zu reden wüsste, so würde ich einige von meinen Gläubigern rufen lassen. Und doch, die Wahrheit zu sagen, mir ist die Narrenteidung der Freiheit lieber als die Moral der Gefangenschaft. Was ist dein Vergehn, Claudio? –
Vorlage S. 218
262
CLAUDIO.
Vorlage S. 218
263
Was nur zu nennen neuen Anstoß gäbe!
Vorlage S. 218
264
LUCIO.
Vorlage S. 218
265
Was: ist's ein Mord?
Vorlage S. 218
266
CLAUDIO.
Vorlage S. 218
267
Nein!
Vorlage S. 218
268
LUCIO.
Vorlage S. 218
269
Unzucht?
Vorlage S. 218
270
CLAUDIO.
Vorlage S. 218
271
Nenn' es so.
Vorlage S. 219
Historische Illustration zu Maß für Maß
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Maß für Maß“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Urheber unbekannt · Public domain Bildquelle ↗
272
SCHLIESSER.
Vorlage S. 219
273
Fort, Herr, Ihr müsst jetzt weiter.
Vorlage S. 219
274
CLAUDIO.
Vorlage S. 219
275
Ein Wort, mein Freund; Lucio, ein Wort mit Euch.
Vorlage S. 219
276
Nimmt ihn auf die Seite.
Vorlage S. 219
277
LUCIO.
Vorlage S. 219
278
Ein Dutzend, wenn's dir irgend helfen kann.
Vorlage S. 219
279
Wird Unzucht so bestraft?
Vorlage S. 219
280
CLAUDIO.
Vorlage S. 219
281
So steht's mit mir: – nach redlichem Verlöbnis
Vorlage S. 219
282
Nahm ich Besitz von meiner Julia Bett.
Vorlage S. 219
283
Ihr kennt das Fräulein; sie ist ganz mein Weib,
Vorlage S. 219
284
Nur dass wir noch bisher nicht kund getan
Vorlage S. 219
285
Die äußre Förmlichkeit; dies unterblieb
Vorlage S. 219
286
Um einer nicht bezahlten Mitgift willen,
Vorlage S. 219
287
Die noch in ihrer Vettern Truhen liegt;
Vorlage S. 219
288
So dass wir unsern Bund verschweigen wollten,
Vorlage S. 219
289
Bis Zeit sie uns befreundet. Doch der Raub
Vorlage S. 219
290
Höchst wechselseit'gen Kosens zeigt sich leider
Vorlage S. 219
291
Mit allzu großer Schrift auf ihr geprägt.
Vorlage S. 219
292
LUCIO.
Vorlage S. 219
293
Schwanger vielleicht?
Vorlage S. 219
294
CLAUDIO.
Vorlage S. 219
295
Zum Unglück ist es so!
Vorlage S. 219
296
Denn unsers Herzogs neuer Stellvertreter,
Vorlage S. 219
297
Sei es die Schuld und falscher Glanz der Neuheit,
Vorlage S. 219
298
Sei's, dass ihm das gemeine Wohl erscheint
Vorlage S. 219
299
Gleich einem Roß, auf dem der Landvogt reitet,
Vorlage S. 219
300
Der, kaum im Sattel, dass es gleich empfinde
Vorlage S. 219
301
Des Reiters Kunst, den Sporn ihm fühlen lässt;
Vorlage S. 219
302
Sei's, dass die Tyrannei im Herrscheramt,
Vorlage S. 219
303
Sei's, dass sie wohn' im Herzen Seiner Hoheit, –
Vorlage S. 219
304
Ich weiß es nicht: genug, der neue Richter
Vorlage S. 219
305
Weckt mir die längst verjährten Strafgesetze,
Vorlage S. 219
306
Die gleich bestäubter Wehr im Winkel hingen,
Vorlage S. 219
307
So lang', dass neunzehn Jahreskreise schwanden
Vorlage S. 219
308
Und keins gebraucht ward; und aus Sucht nach Ruhm
Vorlage S. 219
309
Muss ihm das schläfrige, vergeßne Recht
Vorlage S. 219
310
Frisch wider mich erstehn: ja, nur aus Ruhmsucht!
Vorlage S. 219
311
LUCIO.
Vorlage S. 219
312
Ja, wahrhaftig, so ist es, und dein Kopf steht so kitzlig auf deinen Schultern, dass ein verliebtes Milchmädchen ihn herunter seufzen könnte. Sende dem Herzog Botschaft und appelliere an ihn! –
Vorlage S. 219
313
CLAUDIO.
Vorlage S. 220
314
Das tat ich schon, doch ist er nicht zu finden;
Vorlage S. 220
315
Ich bitt' dich, Lucio, tu' mir diese Freundschaft:
Vorlage S. 220
316
Heut tritt ins Kloster meine Schwester ein,
Vorlage S. 220
317
Und ihre Probezeit beginnt sie dort:
Vorlage S. 220
318
Erzähl' ihr die Gefahr, die mich bedroht;
Vorlage S. 220
319
In meinem Namen flehe, dass sie Freunde
Vorlage S. 220
320
Dem strengen Richter schickt, ihn selbst beschwört.
Vorlage S. 220
321
Ich hoffe viel von ihr; denn ihre Jugend
Vorlage S. 220
322
Ist kräft'ge Rednergabe ohne Wort,
Vorlage S. 220
323
Die Männer rührt; zudem ist sie begabt,
Vorlage S. 220
324
Wenn sie es will, mit holdem Spruch und Witz,
Vorlage S. 220
325
Und leicht gewinnt sie jeden.
Vorlage S. 220
326
LUCIO.
Vorlage S. 220
327
Der Himmel gebe, dass sie es könne, sowohl zum Trost aller derer, die sich im gleichen Fall befinden und sonst unter schwerer Zucht stehn wür den, als damit du dich deines Lebens erfreust; denn es wäre mir leid, wenn du's so närrischer Weise um ein Spiel Tricktrack verlieren solltest. Ich gehe zu ihr.
Vorlage S. 220
328
CLAUDIO.
Vorlage S. 220
329
Ich danke dir, mein bester Freund.
Vorlage S. 220
330
LUCIO.
Vorlage S. 220
331
In zwei Stunden –
Vorlage S. 220
332
CLAUDIO.
Vorlage S. 220
333
Kommt, Schließer; wir gehn.
Vorlage S. 220
334
Alle ab.
Vorlage S. 220
335
Vierte Szene
Vorlage S. 220
336
Ein Kloster.
Vorlage S. 220
337
Es treten auf der Herzog und Pater Thomas.
Vorlage S. 220
338
HERZOG.
Vorlage S. 220
339
Nein, heil'ger Vater! Fort mit dem Gedanken!
Vorlage S. 220
340
Glaubt nicht, der Liebe leichter Pfeil durchbohre
Vorlage S. 220
341
Des echten Mannes Brust. Dass ich dich bat
Vorlage S. 220
342
Um ein geheim Asyl, hat ernsten Zweck,
Vorlage S. 220
343
Gereifteren, als Ziel und Wünsche sind
Vorlage S. 220
344
Der glüh'nden Jugend.
Vorlage S. 220
345
MÖNCH.
Vorlage S. 220
346
Könnt Ihr mir vertraun?
Vorlage S. 220
347
HERZOG.
Vorlage S. 220
348
Mein frommer Freund, Ihr selber wisst am besten,
Vorlage S. 220
349
Wie sehr ich stets die Einsamkeit geliebt,
Vorlage S. 221
350
Geringe Freude fand am eitlen Schwarm,
Vorlage S. 221
351
Wo Jugend herrscht und Gold und sinnlos Prunken.
Vorlage S. 221
352
Dem Grafen Angelo hab' ich vertraut
Vorlage S. 221
353
(Als einem Mann von strenger Zucht und Keuschheit)
Vorlage S. 221
354
Mein unumschränktes Ansehn hier in Wien;
Vorlage S. 221
355
Und dieser wähnt, ich sei verreist nach Polen,
Vorlage S. 221
356
Denn also hab' ich's ausgesprengt im Volk,
Vorlage S. 221
357
Und also glaubt man's. Nun, mein heil'ger Freund,
Vorlage S. 221
358
Fragt Ihr mich wohl, weshalb ich dies getan?
Vorlage S. 221
359
MÖNCH.
Vorlage S. 221
360
So fragt' ich gern.
Vorlage S. 221
361
HERZOG.
Vorlage S. 221
362
Hier gilt ein scharf Gesetz, ein starres Recht,
Vorlage S. 221
363
Als Kappzaum und Gebiß halsstarr'gen Pferden,
Vorlage S. 221
364
Das wir seit vierzehn Jahren ließen schlafen,
Vorlage S. 221
365
Gleich einem alten Löwen in der Höhle,
Vorlage S. 221
366
Der nicht mehr raubt. Nun, wie ein schwacher Vater,
Vorlage S. 221
367
Der wohl die Birkenreiser drohend bindet
Vorlage S. 221
368
Und hängt sie auf zur Schau vor seinen Kindern,
Vorlage S. 221
369
Zum Schreck, nicht zum Gebrauch: bald wird die Rute
Vorlage S. 221
370
Verhöhnt mehr, als gescheut: so unsre Satzung,
Vorlage S. 221
371
Tot für die Straf', ist für sich selbst auch tot,
Vorlage S. 221
372
Und Frechheit zieht den Richter an der Nase;
Vorlage S. 221
373
Der Säugling schlägt die Amm', und ganz verloren
Vorlage S. 221
374
Geht aller Anstand.
Vorlage S. 221
375
MÖNCH.
Vorlage S. 221
376
Euch, mein Fürst, lag ob,
Vorlage S. 221
377
Die Fesseln des gebundnen Rechts zu lösen;
Vorlage S. 221
378
Und dies erschien von Euch noch schrecklicher
Vorlage S. 221
379
Als von Lord Angelo.
Vorlage S. 221
380
HERZOG.
Vorlage S. 221
381
Zu schrecklich, fürcht' ich.
Vorlage S. 221
382
Da meine Säumnis Freiheit ließ dem Volk,
Vorlage S. 221
383
Wär's Tyrannei, wollt' ich mit Härte strafen,
Vorlage S. 221
384
Was ich erlaubt. Denn der erteilt Erlaubnis,
Vorlage S. 221
385
Der freien Lauf der bösen Lust gewährt,
Vorlage S. 221
386
Anstatt der Strafe. Drum, verehrter Vater,
Vorlage S. 221
387
Hab' ich auf Angelo dies Amt gelegt:
Vorlage S. 221
388
Der, hinter meines Namens Schutz, mag treffen,
Vorlage S. 221
389
Derweil ich selbst vom Kampfe fern mich halte
Vorlage S. 221
390
Und frei vom Tadel bleibe. Sein Verfahren
Vorlage S. 221
391
Zu prüfen, will ich als ein Ordensbruder
Vorlage S. 222
392
Besuchen Fürst und Volk; drum bitt' ich Euch,
Vorlage S. 222
393
Schafft mir ein klösterlich Gewand, belehrt mich,
Vorlage S. 222
394
Wie ich in aller äußern Form erscheine
Vorlage S. 222
395
Als wahrer Mönch. Mehr Gründe für dies Tun
Vorlage S. 222
396
Will ich bei beßrer Muße Euch enthüllen.
Vorlage S. 222
397
Nur dies: – Lord Angelo ist scharf und streng,
Vorlage S. 222
398
Vor Läst'rung auf der Hut, gesteht sich kaum,
Vorlage S. 222
399
Blut fließ' in seinen Adern, und sein Hunger
Vorlage S. 222
400
Sei mehr nach Brot als Stein. Bald wird sich's zeigen,
Vorlage S. 222
401
Ob Macht ihn lockt, ob echte Treu' ihm eigen.
Vorlage S. 222
402
Gehn ab.
Vorlage S. 222
403
Fünfte Szene
Vorlage S. 222
404
Ein Nonnenkloster.
Vorlage S. 222
405
Es treten auf Isabella und Franziska.
Vorlage S. 222
406
ISABELLA.
Vorlage S. 222
Historische Darstellung von William Shakespeare
Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von William Shakespeare — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Martin Droeshout · Public domain Bildquelle ↗
407
Und habt ihr Nonnen keine Freiheit sonst?
Vorlage S. 222
408
FRANZISKA.
Vorlage S. 222
409
Scheint diese dir zu klein? –
Vorlage S. 222
410
ISABELLA.
Vorlage S. 222
411
O nein! Ich sprach's nicht, als begehrt' ich mehr;
Vorlage S. 222
412
Im Gegenteil, ich wünschte strengre Zucht
Vorlage S. 222
413
Sankt Klarens Schwesterschaft und ihrem Orden.
Vorlage S. 222
414
LUCIO
Vorlage S. 222
415
draußen.
Vorlage S. 222
416
He! Friede diesem Ort! –
Vorlage S. 222
417
ISABELLA.
Vorlage S. 222
418
Wer ruft denn da? –
Vorlage S. 222
419
FRANZISKA.
Vorlage S. 222
420
Es ist ein Mann. O liebe Isabella,
Vorlage S. 222
421
Schließt Ihr ihm auf und fragt, was sein Begehr.
Vorlage S. 222
422
Ihr könnt es tun, ich nicht: Ihr schwurt noch nicht:
Vorlage S. 222
423
Doch eingekleidet sprecht Ihr nie mit Männern,
Vorlage S. 222
424
Als nur in der Äbtissin Gegenwart,
Vorlage S. 222
425
Und wenn Ihr sprecht, bleibt Eu'r Gesicht verhüllt;
Vorlage S. 222
426
Entschleiert Ihr das Antlitz, müsst Ihr schweigen.
Vorlage S. 222
427
Er ruft noch einmal: bitt' Euch, gebt ihm Antwort!
Vorlage S. 222
428
Franziska ab.
Vorlage S. 222
429
ISABELLA.
Vorlage S. 222
430
Frieden und Heil mit Euch! Wer ist's, der ruft? –
Vorlage S. 222
431
Lucio tritt auf.
Vorlage S. 222
432
LUCIO.
Vorlage S. 222
433
Heil, Jungfrau! Dass Ihr's seid, verkündet mir
Vorlage S. 223
434
Die Wangenblüte. Könnt Ihr so mich fördern,
Vorlage S. 223
435
Zum Fräulein Isabella mich zu führen,
Vorlage S. 223
436
Die hier Novize ist; der schönen Schwester
Vorlage S. 223
437
Des unglücksel'gen jungen Claudio?
Vorlage S. 223
438
ISABELLA.
Vorlage S. 223
439
Warum unsel'gen Claudio? Frag' ich Euch,
Vorlage S. 223
440
Und um so mehr, weil ich Euch melden muss,
Vorlage S. 223
441
Ich selbst bin Isabella, seine Schwester.
Vorlage S. 223
442
LUCIO.
Vorlage S. 223
443
Holdsel'ge Schöne, Euer Bruder grüßt Euch,
Vorlage S. 223
444
Doch dass ich's kürzlich meld': er ist im Kerker.
Vorlage S. 223
445
ISABELLA.
Vorlage S. 223
446
Weh' mir! Für was? –
Vorlage S. 223
447
LUCIO.
Vorlage S. 223
448
Um das, wofür, wenn ich sein Richter wär',
Vorlage S. 223
449
Er seine Straf' empfangen sollt' in Dank:
Vorlage S. 223
450
Er half zu einem Kinde seiner Freundin.
Vorlage S. 223
451
ISABELLA.
Vorlage S. 223
452
Herr, macht mich nicht zu Euerm Scherz!
Vorlage S. 223
453
LUCIO.
Vorlage S. 223
454
's ist wahr;
Vorlage S. 223
455
Ich möchte nicht, ist's gleich mein alter Fehl,
Vorlage S. 223
456
Mit Mädchen Kiebitz spielen, weit vom Herzen
Vorlage S. 223
457
Die Zunge, – so mit allen Jungfrau'n tändeln:
Vorlage S. 223
458
Ihr seid mir ein verklärter Himmelsgast
Vorlage S. 223
459
Und durch Enthaltsamkeit unkörperlich;
Vorlage S. 223
460
Drum muss das Wort mit Euch wahrhaftig sein,
Vorlage S. 223
461
Als nahte man sich einer Heiligen.
Vorlage S. 223
462
ISABELLA.
Vorlage S. 223
463
Ihr lästert das Erhabne, mich verhöhnend.
Vorlage S. 223
464
LUCIO.
Vorlage S. 223
465
Das glaubt nicht! Kurz und wahr, so steht die Sache:
Vorlage S. 223
466
Eu'r Bruder und sein Liebchen herzten sich;
Vorlage S. 223
467
Und wie die Speise füllt; der blüh'nde Mai
Vorlage S. 223
468
Den dürren Furchen nach der Saat verhilft
Vorlage S. 223
469
Zu schwell'nder Fülle: also zeigt ihr Schoß
Vorlage S. 223
470
Sein fleißiges Bemühn und emsig Tun.
Vorlage S. 223
471
ISABELLA.
Vorlage S. 223
472
Ist jemand von ihm schwanger? Muhme Julia?
Vorlage S. 223
473
LUCIO.
Vorlage S. 223
474
So, ist sie Eure Muhme?
Vorlage S. 223
475
ISABELLA.
Vorlage S. 223
476
Durch Wahl: wie Schülerinnen Namen tauschen
Vorlage S. 223
477
In kindisch treuer Freundschaft.
Vorlage S. 223
478
LUCIO.
Vorlage S. 223
479
Diese ist's.
Vorlage S. 223
480
ISABELLA.
Vorlage S. 223
481
Oh, nehm' er sie zur Frau!
Vorlage S. 223
482
LUCIO.
Vorlage S. 223
483
Das ist der Punkt: –
Vorlage S. 223
484
Der Herzog hat höchst seltsam sich entfernt;
Vorlage S. 223
485
Und manchen Edeln – (mich nebst andern) – foppt er
Vorlage S. 224
486
Mit Hoffnung auf ein Amt; doch hören wir
Vorlage S. 224
487
Von solchen, die den Nerv des Staates kennen,
Vorlage S. 224
488
Was er uns vorgab, sei unendlich weit
Vorlage S. 224
489
Von seiner wahren Absicht. Jetzt regiert
Vorlage S. 224
490
Statt seiner, mit der unbeschränkt'sten Vollmacht,
Vorlage S. 224
491
Lord Angelo, ein Mann, dem statt des Bluts
Vorlage S. 224
492
Schneewasser in den Adern fließt; der nie
Vorlage S. 224
493
Der Sinne muntre Trieb' und Regung kannte;
Vorlage S. 224
494
Der ihren Stachel hemmt und abgestumpft
Vorlage S. 224
495
Mit geist'ger Arbeit, Fasten und Studieren.
Vorlage S. 224
496
Dieser, in Furcht zu setzen Lust und Freiheit,
Vorlage S. 224
497
Die lang' das drohende Gesetz umschwärmt
Vorlage S. 224
498
(Wie Mäus' um Löwen), klaubt den Spruch hervor,
Vorlage S. 224
499
Durch dessen schweren Inhalt Claudios Leben
Vorlage S. 224
500
Verwirkt ist; setzt sogleich ihn in Verhaft
Vorlage S. 224
501
Und folgt genau der Satzung totem Wort
Vorlage S. 224
502
Zu strenger Warnung. Alles ist verloren,
Vorlage S. 224
503
Wenn Euch nicht Gnade wird, durch holdes Flehn
Vorlage S. 224
504
Ihn zu erweichen. Dies nun ist der Kern
Vorlage S. 224
505
Des Auftrags, den mir Euer Bruder gab.
Vorlage S. 224
506
ISABELLA.
Vorlage S. 224
507
So will er seinen Tod?
Vorlage S. 224
508
LUCIO.
Vorlage S. 224
509
Hat die Sentenz
Vorlage S. 224
510
Schon unterschrieben, und der Schließer, hör' ich,
Vorlage S. 224
511
Erhielt Befehl, das Urteil zu vollziehn.
Vorlage S. 224
512
ISABELLA.
Vorlage S. 224
513
Ach, welche arme Fähigkeit besitz' ich,
Vorlage S. 224
514
Ihm noch zu helfen?
Vorlage S. 224
515
LUCIO.
Vorlage S. 224
516
Eure Macht versucht!
Vorlage S. 224
517
ISABELLA.
Vorlage S. 224
518
Weh mir! Ich zweifle –
Vorlage S. 224
519
LUCIO.
Vorlage S. 224
520
Zweifel sind Verräter,
Vorlage S. 224
521
Die oft ein Gut entziehn, das wir erreichten, –
Vorlage S. 224
522
Weil den Versuch wir scheuten. Geht zu Angelo
Vorlage S. 224
523
Und lehrt ihn, dass, wenn Jungfrau'n flehn, die Männer
Vorlage S. 224
524
Wie Götter geben; weinen sie und knien,
Vorlage S. 224
525
Dann wird ihr Wunsch so frei ihr Eigentum,
Vorlage S. 224
526
Als ob sie selber die Gewährung sprächen.
Vorlage S. 224
527
ISABELLA.
Vorlage S. 224
528
Ich will versuchen, was ich kann.
Vorlage S. 224
529
LUCIO.
Vorlage S. 224
530
Nur schnell! –
Vorlage S. 224
531
ISABELLA.
Vorlage S. 224
532
Ich geh' sogleich,
Vorlage S. 225
533
Nicht länger säum' ich; der Äbtissin nur
Vorlage S. 225
534
Meld' ich's vorher. Ich dank' Euch, Herr, in Demut;
Vorlage S. 225
535
Empfehlt mich meinem Bruder: noch vor Nacht
Vorlage S. 225
536
Send' ich ihm sichre Nachricht des Erfolgs. –
Vorlage S. 225
537
LUCIO.
Vorlage S. 225
538
Dann nehm' ich Abschied.
Vorlage S. 225
539
ISABELLA.
Vorlage S. 225
540
Gott befohlen, Herr! –
Vorlage S. 225
541
Beide gehn.
Vorlage S. 225

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Nur zu gewiss; es geschieht, weil Fräulein Julia schwanger von ihm ward.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Mensch, warum muss die ganze Welt mich sehn? – Bring' mich zum Kerker, wie dir aufgetragen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »So dass wir unsern Bund verschweigen wollten,«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Angelo, Es ist 'ne Schrift in deiner Lebensweise, Die dem Bemerker klar entfaltet, was Du je erlebt.« B: »Drum, verehrter Vater, Hab' ich auf Angelo dies Amt gelegt: Der, hinter meines Namens Schutz, mag treffen,« C: »Ei, fürchtet Ihr nichts; guten Advokaten fehlt es nicht an Klienten.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Weil« in diesem Textausschnitt? »Zweifel sind Verräter, Die oft ein Gut entziehn, das wir erreichten, – Weil den Versuch wir scheuten.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Mit Hoffnung auf ein …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Wenn irgend einer je in Wien verdient,«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Wenn irgend einer je in Wien verdient,« und »Weil den Versuch wir scheuten.«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »So dass wir unsern Bund verschweigen wollten,«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Das Wesen der Regierung zu entfalten,«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Sei's, dass die Tyrannei im Herrscheramt,«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
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Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Send' ich ihm sichre Nachricht des Erfolgs. –«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

Maß für Maß

William Shakespeare: Sämtliche Werke in vier Bänden. Band 2, Herausgegeben von Anselm Schlösser. Berlin: Aufbau, 1975. Shakespeare, William 212- Berlin

Das Werk Maß für Maß von Shakespeare, William ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Englisch

Englischer Originaltext in der digitalen Project-Gutenberg-Ausgabe. Die Vorlage nennt keine historische Druckausgabe. Unterschiedliche Bühnenfassungen, Szenenteilungen und historische Übersetzungen können voneinander abweichen. Keine Behauptung einer Erstfassung oder zeilengetreuen Entsprechung. Wortlaut, Rechtschreibung und Interpunktion dieser Quelle bleiben erhalten; nur HTML-Layout wird in Lesetext übertragen.

William Shakespeare: Measure for Measure. Project Gutenberg eBook 1530. Originalsprache Englisch; digitale Quelle unverändert archiviert.

Autorschaft und Ausgabe: William Shakespeare

Originaltext und Ausgabe ↗ · Project Gutenberg · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.