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Buch - König Richard III. - Shakespeare, William

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

König Richard III.

Shakespeare, William

König Richard III. von Shakespeare, William. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.

DramaKlasse 9–10 · 11–136 Abschnitte
Historische Bühnenrezeption von „König Richard III.“
Historische Bühnenrezeption von „König Richard III.“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Urheber unbekannt · Public domain Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: August Wilhelm Schlegel

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 2 von 6

Erster Aufzug

1
Erste Szene
Vorlage S. 792
2
London. Eine Straße.
Vorlage S. 792
3
Gloster tritt auf.
Vorlage S. 792
4
GLOSTER.
Vorlage S. 792
5
Nun ward der Winter unsers Mißvergnügens
Vorlage S. 792
6
Glorreicher Sommer durch die Sonne Yorks;
Vorlage S. 792
7
Die Wolken all, die unser Haus bedräut,
Vorlage S. 792
8
Sind in des Weltmeers tiefem Schoß begraben.
Vorlage S. 792
9
Nun zieren unsre Brauen Siegeskränze,
Vorlage S. 792
10
Die schart'gen Waffen hängen als Trophä'n;
Vorlage S. 792
11
Aus rauhem Feldlärm wurden muntre Feste,
Vorlage S. 792
12
Aus furchtbar'n Märschen holde Tanzmusiken.
Vorlage S. 792
13
Der grimm'ge Krieg hat seine Stirn entrunzelt,
Vorlage S. 792
14
Und statt zu reiten das geharn'schte Roß,
Vorlage S. 792
15
Um droh'nder Gegner Seelen zu erschrecken,
Vorlage S. 792
16
Hüpft er behend' in einer Dame Zimmer
Vorlage S. 792
17
Nach üppigem Gefallen einer Laute.
Vorlage S. 792
18
Doch ich, zu Possenspielen nicht gemacht,
Vorlage S. 792
19
Noch um zu buhlen mit verliebten Spiegeln;
Vorlage S. 792
20
Ich, roh geprägt, entblößt von Liebesmajestät,
Vorlage S. 792
21
Vor leicht sich dreh'nden Nymphen mich zu brüsten;
Vorlage S. 792
22
Ich, um dies schöne Ebenmaß verkürzt,
Vorlage S. 792
23
Von der Natur um Bildung falsch betrogen,
Vorlage S. 792
24
Entstellt, verwahrlost, vor der Zeit gesandt
Vorlage S. 792
25
In diese Welt des Atmens, halb kaum fertig
Vorlage S. 792
26
Gemacht, und zwar so lahm und ungeziemend,
Vorlage S. 792
27
Dass Hunde bellen, hink' ich wo vorbei;
Vorlage S. 792
28
Ich nun, in dieser schlaffen Friedenszeit,
Vorlage S. 792
29
Weiß keine Lust, die Zeit mir zu vertreiben,
Vorlage S. 792
30
Als meinen Schatten in der Sonne spähn
Vorlage S. 792
31
Und meine eigne Mißgestalt erörtern;
Vorlage S. 793
32
Und darum, weil ich nicht als ein Verliebter
Vorlage S. 793
33
Kann kürzen diese fein beredten Tage,
Vorlage S. 793
34
Bin ich gewillt, ein Bösewicht zu werden
Vorlage S. 793
35
Und feind den eitlen Freuden dieser Tage.
Vorlage S. 793
36
Anschläge macht' ich, schlimme Einleitungen,
Vorlage S. 793
37
Durch trunkne Weissagungen, Schriften, Träume,
Vorlage S. 793
38
Um meinen Bruder Clarence und den König
Vorlage S. 793
39
In Todfeindschaft einander zu verhetzen.
Vorlage S. 793
40
Und ist nur König Eduard treu und echt,
Vorlage S. 793
41
Wie ich verschmitzt, falsch und verräterisch,
Vorlage S. 793
42
So muss heut Clarence eng verhaftet werden
Vorlage S. 793
43
Für eine Weissagung, die sagt, dass G
Vorlage S. 793
44
Den Erben Eduards nach dem Leben steh',
Vorlage S. 793
45
Taucht unter, ihr Gedanken! Clarence kommt.
Vorlage S. 793
46
Clarence kommt mit Wache und Brakenbury.
Vorlage S. 793
47
Mein Bruder, guten Tag! Was soll die Wache
Vorlage S. 793
48
Bei Euer Gnaden?
Vorlage S. 793
49
CLARENCE.
Vorlage S. 793
50
Seine Majestät,
Vorlage S. 793
51
Besorgt um meine Sicherheit, verordnet
Vorlage S. 793
52
Mir dies Geleit, mich nach dem Turm zu schaffen.
Vorlage S. 793
53
GLOSTER.
Vorlage S. 793
54
Aus welchem Grund?
Vorlage S. 793
55
CLARENCE.
Vorlage S. 793
56
Weil man mich George nennt.
Vorlage S. 793
57
GLOSTER.
Vorlage S. 793
58
Ach, Mylord, das ist Euer Fehler nicht,
Vorlage S. 793
59
Verhaften sollt' er darum Eure Paten.
Vorlage S. 793
60
Oh, vielleicht hat Seine Majestät im Sinn,
Vorlage S. 793
61
Umtaufen Euch zu lassen dort im Turm.
Vorlage S. 793
62
Doch was bedeutet's, Clarence? Darf ich's wissen?
Vorlage S. 793
63
CLARENCE.
Vorlage S. 793
64
Ja, Richard, wann ich's weiß: denn ich beteure,
Vorlage S. 793
65
Noch weiß ich's nicht; nur dies hab' ich gehört,
Vorlage S. 793
66
Er horcht auf Weissagungen und auf Träume,
Vorlage S. 793
67
Streicht aus dem Alphabet den Buchstab G
Vorlage S. 793
68
Und spricht, ein Deuter sagt' ihm, dass durch G
Vorlage S. 793
69
Enterbung über seinen Stamm ergeh';
Vorlage S. 793
70
Und weil mein Name George anfängt mit G,
Vorlage S. 793
71
So denkt er, folgt, dass es durch mich gescheh'.
Vorlage S. 793
72
Dies, wie ich hör', und Grillen, diesen gleich,
Vorlage S. 794
73
Bewogen Seine Hoheit zum Verhaft.
Vorlage S. 794
74
GLOSTER.
Vorlage S. 794
75
So geht's, wenn Weiber einen Mann regieren,
Vorlage S. 794
76
's ist Eduard nicht, der in den Turm Euch schickt;
Vorlage S. 794
77
Mylady Grey, sein Weib, Clarence, nur sie
Vorlage S. 794
78
Reizt ihn zu diesem harten Äußersten.
Vorlage S. 794
79
War sie es nicht und jener Mann der Ehren,
Vorlage S. 794
80
Ihr guter Bruder, Anton Woodville,
Vorlage S. 794
81
Die in den Turm Lord Hastings schicken ließen,
Vorlage S. 794
82
Von wo er eben heute losgekommen?
Vorlage S. 794
83
Wir sind nicht sicher, Clarence, sind nicht sicher.
Vorlage S. 794
84
CLARENCE.
Vorlage S. 794
85
Beim Himmel, niemand ist es als die Sippschaft
Vorlage S. 794
86
Der Königin und nächtliche Herolde,
Vorlage S. 794
87
Des Königs Botenläufer zu Frau Shore.
Vorlage S. 794
88
Hörtet Ihr nicht, wie sich demütig flehend
Vorlage S. 794
89
Lord Hastings um Befreiung an sie wandte?
Vorlage S. 794
90
GLOSTER.
Vorlage S. 794
91
Demütig klagend ihrer Göttlichkeit,
Vorlage S. 794
92
Ward der Herr Oberkämmerer befreit.
Vorlage S. 794
93
Hört an, ich denk', es wär' die beste Art,
Vorlage S. 794
94
Wenn wir in Gunst beim König bleiben wollen,
Vorlage S. 794
95
Bei ihr zu dienen und Livrei zu tragen.
Vorlage S. 794
96
Die eifersücht'ge, abgenutzte Witwe
Vorlage S. 794
97
Und jene, seit mein Bruder sie geadelt,
Vorlage S. 794
98
Sind mächtige Gevatterfrau'n im Reich.
Vorlage S. 794
99
BRAKENBURY.
Vorlage S. 794
100
Ich ersuch Eu'r Gnaden beide, zu verzeihn,
Vorlage S. 794
101
Doch Seine Majestät hat streng befohlen,
Vorlage S. 794
102
Dass niemand, welches Standes er auch sei,
Vorlage S. 794
103
Soll sprechen insgeheim mit seinem Bruder.
Vorlage S. 794
104
GLOSTER.
Vorlage S. 794
105
Ja so! Beliebt's Eu'r Edeln, Brakenbury,
Vorlage S. 794
106
So hört nur allem, was wir sagen, zu:
Vorlage S. 794
107
Es ist kein Hochverrat, mein Freund. Wir sagen,
Vorlage S. 794
108
Der König sei so weis' als tugendsam,
Vorlage S. 794
109
Und sein verehrtes Eh'gemahl an Jahren
Vorlage S. 794
110
Ansehnlich, schön und ohne Eifersucht;
Vorlage S. 794
111
Wir sagen, Shores Weib hab' ein hübsches Füßchen,
Vorlage S. 794
112
Ein Kirschenmündchen, Äugelein, und wundersüße Zunge,
Vorlage S. 794
113
Und dass der Kön'gin Sippschaft adlig worden.
Vorlage S. 794
114
Was sagt Ihr, Herr? Ist alles das nicht wahr?
Vorlage S. 794
115
BRAKENBURY.
Vorlage S. 794
116
Mylord, ich bin bei allem dem nichts nutz.
Vorlage S. 795
117
GLOSTER.
Vorlage S. 795
118
Nichtsnutzig bei Frau Shore? Hör' an, Gesell:
Vorlage S. 795
119
Ist wer bei ihr nichtsnutzig als der eine,
Vorlage S. 795
120
Der tät' es besser insgeheim, alleine.
Vorlage S. 795
121
BRAKENBURY.
Vorlage S. 795
122
Als welcher eine, Mylord?
Vorlage S. 795
123
GLOSTER.
Vorlage S. 795
124
Ihr Mann, du Schuft; willst du mich fangen?
Vorlage S. 795
125
BRAKENBURY.
Vorlage S. 795
126
Ich ersuch' Eu'r Gnaden, zu verzeihn, wie auch
Vorlage S. 795
127
Nicht mehr zu sprechen mit dem edlen Herzog.
Vorlage S. 795
128
CLARENCE.
Vorlage S. 795
129
Wir kennen deinen Auftrag, Brakenbury,
Vorlage S. 795
130
Und woll'n gehorchen.
Vorlage S. 795
131
GLOSTER.
Vorlage S. 795
132
Wir sind die Verworfnen
Vorlage S. 795
133
Der Königin und müssen schon gehorchen.
Vorlage S. 795
134
Bruder, lebt wohl! Ich will zum König gehn,
Vorlage S. 795
135
Und wozu irgend Ihr mich brauchen wollt,
Vorlage S. 795
136
Müsst' ich auch Eduards Witwe Schwester nennen,
Vorlage S. 795
137
Ich will's vollbringen, um Euch zu befrein.
Vorlage S. 795
138
Doch diese tiefe Schmach der Brüderschaft
Vorlage S. 795
139
Rührt tiefer mich, als Ihr Euch denken könnt.
Vorlage S. 795
140
CLARENCE.
Vorlage S. 795
141
Ich weiß es, sie gefällt uns beiden nicht.
Vorlage S. 795
142
GLOSTER.
Vorlage S. 795
143
Wohl, Eu'r Verhaft wird nicht von Dauer sein:
Vorlage S. 795
144
Ich mach' Euch frei, sonst lieg' ich selbst für Euch:
Vorlage S. 795
145
Indessen habt Geduld.
Vorlage S. 795
146
CLARENCE.
Vorlage S. 795
147
Ich muss; leb wohl!
Vorlage S. 795
148
Clarence mit Brakenbury und der Wache ab.
Vorlage S. 795
149
GLOSTER.
Vorlage S. 795
150
Geh nur des Wegs, den du nie wiederkehrst,
Vorlage S. 795
151
Einfält'ger Clarence! So sehr lieb' ich dich,
Vorlage S. 795
152
Ich sende bald dem Himmel deine Seele,
Vorlage S. 795
153
Wenn er die Gab' aus unsrer Hand will nehmen.
Vorlage S. 795
154
Doch wer kommt da? Der neubefreite Hastings?
Vorlage S. 795
155
Hastings tritt auf.
Vorlage S. 795
156
HASTINGS.
Vorlage S. 795
157
Vergnügten Morgen meinem gnäd'gen Herrn!
Vorlage S. 795
158
GLOSTER.
Vorlage S. 795
159
Das gleiche meinem lieben Kämmerer!
Vorlage S. 795
160
Seid sehr willkommen in der freien Luft.
Vorlage S. 795
161
Wie fand Eu'r Gnaden sich in den Verhaft?
Vorlage S. 795
162
HASTINGS.
Vorlage S. 795
163
Geduldig, edler Herr, wie man wohl muss;
Vorlage S. 795
164
Doch hoff' ich, denen Dank einst abzustatten,
Vorlage S. 795
165
Die schuld gewesen sind an dem Verhaft.
Vorlage S. 795
166
GLOSTER.
Vorlage S. 795
167
Gewiss, gewiss! und das wird Clarence auch:
Vorlage S. 796
168
Die Eure Feinde waren, sind die seinen
Vorlage S. 796
169
Und haben Gleiches wider ihn vermocht.
Vorlage S. 796
170
HASTINGS.
Vorlage S. 796
171
Ja, leider wird der Adler eingesperrt,
Vorlage S. 796
172
Und Gei'r und Habicht rauben frei indes.
Vorlage S. 796
173
GLOSTER.
Vorlage S. 796
174
Was gibt es Neues draußen?
Vorlage S. 796
175
HASTINGS.
Vorlage S. 796
176
So Schlimmes draußen nichts, als hier zu Haus.
Vorlage S. 796
177
Der Fürst ist kränklich, schwach und melancholisch,
Vorlage S. 796
178
Und seine Ärzte fürchten ungemein.
Vorlage S. 796
179
GLOSTER.
Vorlage S. 796
180
Nun, bei Sankt Paul! die Neuigkeit ist schlimm.
Vorlage S. 796
181
Oh, er hat lange schlecht Diät gehalten
Vorlage S. 796
182
Und seine fürstliche Person verzehrt.
Vorlage S. 796
183
Es ist ein Herzeleid, wenn man's bedenkt.
Vorlage S. 796
184
Sagt, hütet er das Bett?
Vorlage S. 796
185
HASTINGS.
Vorlage S. 796
186
Er tut's.
Vorlage S. 796
187
GLOSTER.
Vorlage S. 796
188
Geht nur voran, ich folge bald Euch nach.
Vorlage S. 796
189
Hastings ab.
Vorlage S. 796
190
Er kann nicht leben, hoff' ich; darf nicht sterben,
Vorlage S. 796
191
Eh' George mit Extrapost gen Himmel fährt.
Vorlage S. 796
192
Ich will hinein und ihn auf Clarence hetzen
Vorlage S. 796
193
Mit wohlgestählten Lügen, trift'gen Gründen;
Vorlage S. 796
194
Und wenn mein tiefer Plan mir nicht mißlingt,
Vorlage S. 796
195
Hat Clarence weiter keinen Tag zu leben.
Vorlage S. 796
196
Dann nehme Gott in Gnaden König Eduard
Vorlage S. 796
197
Und lasse mir die Welt, zu hausen drin.
Vorlage S. 796
198
Denn dann heirat' ich Warwicks jüngste Tochter.
Vorlage S. 796
199
Ermordet' ich schon ihren Mann und Vater,
Vorlage S. 796
200
Der schnellste Weg, der Dirne g'nug zu tun.
Vorlage S. 796
201
Ist, dass ich selber werd' ihr Mann und Vater.
Vorlage S. 796
202
Das will ich denn, aus Liebe nicht sowohl
Vorlage S. 796
203
Als andrer tief versteckter Zwecke halb,
Vorlage S. 796
204
Die diese Heirat mir erreichen muss.
Vorlage S. 796
205
Doch mach' ich noch die Rechnung ohne Wirt;
Vorlage S. 796
206
Nach atmet Clarence, Eduard herrscht und thront:
Vorlage S. 796
207
Sind sie erst hin, dann wird die Müh' belohnt.
Vorlage S. 796
208
Ab.
Vorlage S. 796
209
Zweite Szene
Vorlage S. 797
210
London.
Vorlage S. 797
211
Eine andre Straße.
Vorlage S. 797
212
König Heinrichs VI, Leiche wird in einem offnen Sarge hereingetragen, Edelleute mit Hellebarden begleiten sie; hierauf Prinzessin Anna als Leidträgerin.
Vorlage S. 797
213
ANNA.
Vorlage S. 797
214
Setzt nieder eure ehrenwerte Last, –
Vorlage S. 797
215
Wofern sich Ehre senkt in einen Sarg, –
Vorlage S. 797
216
Indessen ich zur Leichenfeier klage
Vorlage S. 797
217
Den frühen Fall des frommen Lancaster.
Vorlage S. 797
218
Du eiskalt Bildnis eines heil'gen Königs!
Vorlage S. 797
219
Des Hauses Lancaster erblichne Asche!
Vorlage S. 797
220
Blutloser Rest des königlichen Bluts!
Vorlage S. 797
221
Vergönnt sei's, aufzurufen deinen Geist,
Vorlage S. 797
222
Dass er der armen Anna Jammer höre,
Vorlage S. 797
223
Die Eduards Weib war, deines Sohns, erwürgt
Vorlage S. 797
224
Von jener Hand, die diese Wunden schlug.
Vorlage S. 797
225
In diese Fenster, die sich aufgetan,
Vorlage S. 797
226
Dein Leben zu entlassen, träufl' ich, sieh!
Vorlage S. 797
227
Hülflosen Balsam meiner armen Augen.
Vorlage S. 797
228
Verflucht die Hand, die diese Risse machte!
Vorlage S. 797
229
Verflucht das Herz, das Herz hatt', es zu tun!
Vorlage S. 797
230
Verflucht das Blut, das dieses Blut entließ!
Vorlage S. 797
231
Heilloser Schicksal treffe den Elenden,
Vorlage S. 797
232
Der elend uns gemacht durch deinen Tod,
Vorlage S. 797
233
Als ich kann wünschen Nattern, Spinnen, Kröten
Vorlage S. 797
234
Und allem giftigen Gewürm, das lebt.
Vorlage S. 797
235
Hat er ein Kind je, so sei's mißgeboren,
Vorlage S. 797
236
Verwahrlost und zu früh ans Licht gebracht,
Vorlage S. 797
237
Des greulich unnatürliche Gestalt
Vorlage S. 797
238
Den Blick der hoffnungsvollen Mutter schrecke;
Vorlage S. 797
239
Und das sei Erbe seines Missgeschicks!
Vorlage S. 797
240
Hat er ein Weib je, nun, so möge sie
Vorlage S. 797
241
Sein Tod um vieles noch elender machen
Vorlage S. 797
242
Als mich mein junger Eh'gemahl und du! –
Vorlage S. 797
243
Kommt nun nach Chertsey mit der heil'gen Last,
Vorlage S. 797
244
Die von Sankt Paul wir zur Bestattung holten,
Vorlage S. 797
245
Und immer, wenn ihr müde seid, ruht aus,
Vorlage S. 798
246
Derweil ich klag' um König Heinrichs Leiche.
Vorlage S. 798
247
Die Träger nehmen die Leiche auf und gehen weiter. Gloster tritt auf.
Vorlage S. 798
248
GLOSTER.
Vorlage S. 798
249
Halt! Ihr der Leiche Träger, setzt sie nieder!
Vorlage S. 798
250
ANNA.
Vorlage S. 798
251
Welch schwarzer Zaubrer bannte diesen Bösen
Vorlage S. 798
252
Zur Störung frommer Liebesdienste her?
Vorlage S. 798
253
GLOSTER.
Vorlage S. 798
254
Schurken, die Leiche nieder! Bei Sankt Paul,
Vorlage S. 798
255
Zur Leiche mach' ich den, der nicht gehorcht!
Vorlage S. 798
256
ERSTER EDELMANN.
Vorlage S. 798
257
Mylord, weicht aus und lasst den Sarg vorbei!
Vorlage S. 798
258
GLOSTER.
Vorlage S. 798
259
Schamloser Hund! Steh du, wenn ich's befehle;
Vorlage S. 798
260
Senk' die Hell'barde nicht mir vor die Brust,
Vorlage S. 798
261
Sonst, bei Sankt Paul, streck' ich zu Boden dich
Vorlage S. 798
262
Und trete, Bettler, dich für deine Keckheit.
Vorlage S. 798
263
Die Träger setzen den Sarg nieder.
Vorlage S. 798
264
ANNA.
Vorlage S. 798
265
Wie nun, ihr zittert? Ihr seid all' erschreckt?
Vorlage S. 798
266
Doch ach! Ich tadl' euch nicht: ihr seid ja sterblich,
Vorlage S. 798
267
Und es erträgt kein sterblich Aug' den Teufel. –
Vorlage S. 798
268
Heb' dich hinweg, du grauser Höllenbote!
Vorlage S. 798
269
Du hattest Macht nur über seinen Leib,
Vorlage S. 798
270
Die Seel' erlangst du nicht: drum mach' dich fort!
Vorlage S. 798
271
GLOSTER.
Vorlage S. 798
272
Sei christlich, süße Heil'ge, fluche nicht!
Vorlage S. 798
273
ANNA.
Vorlage S. 798
274
Um Gottes willen, schnöder Teufel, fort!
Vorlage S. 798
275
Und stör' uns ferner nicht! Du machtest ja
Vorlage S. 798
276
Zu deiner Hölle die beglückte Erde,
Vorlage S. 798
277
Erfüllt mit Fluchgeschrei und tiefem Weh.
Vorlage S. 798
278
Wenn deine grimm'gen Taten dich ergötzen,
Vorlage S. 798
279
Sieh diese Probe deiner Metzgerei'n. –
Vorlage S. 798
280
Ihr Herrn, seht, seht! des toten Heinrichs Wunden
Vorlage S. 798
281
Öffnen den starren Mund und bluten frisch. –
Vorlage S. 798
282
Erröte, Klumpe schnöder Mißgestalt!
Vorlage S. 798
283
Denn deine Gegenwart haucht dieses Blut
Vorlage S. 798
284
Aus Adern, kalt und leer, wo kein Blut wohnt;
Vorlage S. 798
285
Ja, deine Tat, unmenschlich, unnatürlich,
Vorlage S. 798
286
Ruft diese Flut hervor, so unnatürlich. –
Vorlage S. 798
287
Du schufst dies Blut, Gott: räche seinen Tod!
Vorlage S. 798
288
Du trinkst es, Erde: räche seinen Tod!
Vorlage S. 799
289
Lass, Himmel, deinen Blitz den Mörder schlagen!
Vorlage S. 799
290
Gähn', Erde, weit und schling' ihn lebend ein,
Vorlage S. 799
291
Wie jetzo dieses guten Königs Blut,
Vorlage S. 799
292
Den sein der Höll' ergebner Arm gewürgt!
Vorlage S. 799
293
GLOSTER.
Vorlage S. 799
294
Herrin, Ihr kennt der Liebe Vorschrift nicht,
Vorlage S. 799
295
Mit Gutem Böses, Fluch mit Segen lohnen.
Vorlage S. 799
296
ANNA.
Vorlage S. 799
297
Bube, du kennst kein göttlich, menschlich Recht;
Vorlage S. 799
298
Das wild'ste Tier kennt doch des Mitleids Regung.
Vorlage S. 799
299
GLOSTER.
Vorlage S. 799
300
Ich kenne keins, und bin daher kein Tier.
Vorlage S. 799
301
ANNA.
Vorlage S. 799
302
O Wunder, wenn ein Teufel Wahrheit spricht!
Vorlage S. 799
303
GLOSTER.
Vorlage S. 799
304
Mehr Wunder, wenn ein Engel zornig ist! –
Vorlage S. 799
305
Geruhe, göttlich Urbild eines Weibes,
Vorlage S. 799
306
Von der vermeinten Schuld mir zu erlauben
Vorlage S. 799
307
Gelegentlich bei dir mich zu befrein.
Vorlage S. 799
308
ANNA.
Vorlage S. 799
309
Geruhe, gift'ger Abschaum eines Manns,
Vorlage S. 799
310
Für die bekannte Schuld mir zu erlauben
Vorlage S. 799
311
Gelegentlich zu fluchen dir Verfluchtem.
Vorlage S. 799
312
GLOSTER.
Vorlage S. 799
313
Du, schöner als ein Mund dich nennen kann!
Vorlage S. 799
314
Verleih' geduld'ge Frist, mich zu entschuld'gen!
Vorlage S. 799
315
ANNA.
Vorlage S. 799
316
Du, schnöder als ein Herz dich denken kann!
Vorlage S. 799
317
Für dich gilt kein Entschuld'gen, als dich hängen.
Vorlage S. 799
318
GLOSTER.
Vorlage S. 799
319
Verzweifelnd so, verklagt' ich ja mich selbst.
Vorlage S. 799
320
ANNA.
Vorlage S. 799
321
Und im Verzweifeln wärest du entschuldigt
Vorlage S. 799
322
Durch Übung würd'ger Rache an dir selbst,
Vorlage S. 799
323
Der du unwürd'gen Mord an andern übtest.
Vorlage S. 799
324
GLOSTER.
Vorlage S. 799
325
Setz', ich erschlug sie nicht.
Vorlage S. 799
326
ANNA.
Vorlage S. 799
327
So wären sie nicht tot;
Vorlage S. 799
328
Doch tot sind sie, und, Höllenknecht, durch dich.
Vorlage S. 799
329
GLOSTER.
Vorlage S. 799
330
Ich schlug nicht Euren Gatten.
Vorlage S. 799
331
ANNA.
Vorlage S. 799
332
Nun wohl, so lebt er noch.
Vorlage S. 799
333
GLOSTER.
Vorlage S. 799
334
Nein, er ist tot, und ihn schlug Eduards Hand.
Vorlage S. 799
335
ANNA.
Vorlage S. 799
336
Du lügst in deinen Hals; Margreta sah
Vorlage S. 799
337
In seinem Blut dein mörd'risch Messer dampfen,
Vorlage S. 799
338
Das du einst wandtest gegen ihre Brust,
Vorlage S. 799
339
Nur deine Brüder schlugen es beiseit.
Vorlage S. 799
340
GLOSTER.
Vorlage S. 799
341
Ich war gereizt von ihrer Lästerzunge,
Vorlage S. 799
342
Die jener Schuld legt' auf mein schuldlos Haupt.
Vorlage S. 799
343
ANNA.
Vorlage S. 799
344
Du warst gereizt von deinem blut'gen Sinn,
Vorlage S. 800
345
Der nie von anderm träumt' als Metzgerei'n.
Vorlage S. 800
346
Hast du nicht diesen König umgebracht?
Vorlage S. 800
347
GLOSTER.
Vorlage S. 800
348
Ich geb' es zu.
Vorlage S. 800
349
ANNA.
Vorlage S. 800
350
Zugibst du's, Igel? Nun, so geb' auch Gott,
Vorlage S. 800
351
Dass du verdammt seist für die böse Tat!
Vorlage S. 800
352
Oh, er war gütig, mild und tugendsam.
Vorlage S. 800
353
GLOSTER.
Vorlage S. 800
354
So taugt er, bei des Himmels Herrn zu wohnen.
Vorlage S. 800
355
ANNA.
Vorlage S. 800
356
Er ist im Himmel, wo du niemals hinkommst.
Vorlage S. 800
357
GLOSTER.
Vorlage S. 800
358
Er danke mir, der ihm dahin verholfen:
Vorlage S. 800
359
Er taugte für den Ort, nicht für die Erde.
Vorlage S. 800
360
ANNA.
Vorlage S. 800
361
Du taugst für keinen Ort als für die Hölle.
Vorlage S. 800
362
GLOSTER.
Vorlage S. 800
363
Ja, einen noch, wenn ich ihn nennen darf.
Vorlage S. 800
364
ANNA.
Vorlage S. 800
365
Ein Kerker.
Vorlage S. 800
366
GLOSTER.
Vorlage S. 800
367
Euer Schlafzimmer.
Vorlage S. 800
368
ANNA.
Vorlage S. 800
369
Verbannt sei Ruh' vom Zimmer, wo du liegst!
Vorlage S. 800
370
GLOSTER.
Vorlage S. 800
371
Das ist sie, Herrin, bis ich bei Euch liege.
Vorlage S. 800
372
ANNA.
Vorlage S. 800
373
Ich hoff' es.
Vorlage S. 800
374
GLOSTER.
Vorlage S. 800
375
Ich weiß es. – Doch, liebe Lady Anna,
Vorlage S. 800
376
Um aus dem raschen Anlauf unsers Witzes
Vorlage S. 800
377
In einen mehr gesetzten Ton zu fallen:
Vorlage S. 800
378
Ist, wer verursacht den zu frühen Tod
Vorlage S. 800
379
Der zwei Plantagenets, Heinrich und Eduard,
Vorlage S. 800
380
So tadelnswert als der Vollzieher nicht?
Vorlage S. 800
381
ANNA.
Vorlage S. 800
382
Du warst die Ursach' und verfluchte Wirkung.
Vorlage S. 800
383
GLOSTER.
Vorlage S. 800
384
Eu'r Reiz allein war Ursach' dieser Wirkung,
Vorlage S. 800
385
Eu'r Reiz, der heim mich sucht' in meinem Schlaf,
Vorlage S. 800
386
Von aller Welt den Tod zu unternehmen
Vorlage S. 800
387
Für eine Stund' an Eurem süßen Busen.
Vorlage S. 800
388
ANNA.
Vorlage S. 800
389
Dächt' ich das, Mörder, diese Nägel sollten
Vorlage S. 800
390
Von meinen Wangen reißen diesen Reiz.
Vorlage S. 800
391
GLOSTER.
Vorlage S. 800
392
Dies Auge kann den Reiz nicht tilgen sehn;
Vorlage S. 800
393
Ihr tätet ihm kein Leid, ständ' ich dabei.
Vorlage S. 800
394
Wie alle Welt sich an der Sonne labt,
Vorlage S. 800
395
So ich an ihm: er ist mein Tag, mein Leben.
Vorlage S. 800
396
ANNA.
Vorlage S. 800
397
Nacht schwärze deinen Tag und Tod dein Leben.
Vorlage S. 800
398
GLOSTER.
Vorlage S. 800
399
Fluch', hold Geschöpf, dir selbst nicht: du bist beides.
Vorlage S. 800
400
ANNA.
Vorlage S. 800
401
Ich wollt', ich wär's, um mich an dir zu rächen.
Vorlage S. 801
402
GLOSTER.
Vorlage S. 801
403
Es ist ein Handel wider die Natur,
Vorlage S. 801
404
Dich rächen an dem Manne, der dich liebt.
Vorlage S. 801
405
ANNA.
Vorlage S. 801
406
Es ist ein Handel nach Vernunft und Recht,
Vorlage S. 801
407
Mich rächen an dem Mörder meines Gatten.
Vorlage S. 801
408
GLOSTER.
Vorlage S. 801
409
Der dich beraubte, Herrin, deines Gatten,
Vorlage S. 801
410
Tat's, dir zu schaffen einen bessern Gatten.
Vorlage S. 801
411
ANNA.
Vorlage S. 801
412
Ein beßrer atmet auf der Erde nicht.
Vorlage S. 801
413
GLOSTER.
Vorlage S. 801
414
Es lebt wer, der Euch besser liebt als er.
Vorlage S. 801
415
ANNA.
Vorlage S. 801
416
Nenn' ihn.
Vorlage S. 801
417
GLOSTER.
Vorlage S. 801
418
Plantagenet.
Vorlage S. 801
419
ANNA.
Vorlage S. 801
420
So hieß ja er.
Vorlage S. 801
421
GLOSTER.
Vorlage S. 801
422
Derselbe Name, doch bei beßrer Art.
Vorlage S. 801
423
ANNA.
Vorlage S. 801
424
Wo ist er?
Vorlage S. 801
425
GLOSTER.
Vorlage S. 801
426
Hier.
Vorlage S. 801
427
Sie speit nah ihm.
Vorlage S. 801
428
Warum speist du mich an?
Vorlage S. 801
429
ANNA.
Vorlage S. 801
430
Wär' es doch tödlich Gift, um deinethalb!
Vorlage S. 801
431
GLOSTER.
Vorlage S. 801
432
Niemals kam Gift aus solchem süßen Ort.
Vorlage S. 801
433
ANNA.
Vorlage S. 801
434
Niemals hing Gift an einem schnödern Molch.
Vorlage S. 801
435
Aus meinen Augen fort! Du steckst sie an.
Vorlage S. 801
436
GLOSTER.
Vorlage S. 801
437
Dein Auge, Herrin, hat meins angesteckt.
Vorlage S. 801
438
ANNA.
Vorlage S. 801
439
Oh, wär's ein Basilisk, dich tot zu blitzen!
Vorlage S. 801
440
GLOSTER.
Vorlage S. 801
441
Ich wollt' es selbst, so stürb' ich auf einmal,
Vorlage S. 801
442
Denn jetzo gibt es mir lebend'gen Tod.
Vorlage S. 801
443
Dein Aug' erpreßte meinen salze Tränen,
Vorlage S. 801
444
Beschämt' ihr Licht mit kind'scher Tropfen Fülle,
Vorlage S. 801
445
Die Augen, nie benetzt von Mitleids-Tränen:
Vorlage S. 801
446
Nicht als mein Vater York und Eduard weinten
Vorlage S. 801
447
Bei Rutlands bangem Jammer, da sein Schwert
Vorlage S. 801
448
Der schwarze Clifford zückte wider ihn;
Vorlage S. 801
449
Noch als dein tapfrer Vater wie ein Kind
Vorlage S. 801
450
Kläglich erzählte meines Vaters Tod
Vorlage S. 801
451
Und zehnmal innehielt, zu schluchzen, weinen,
Vorlage S. 801
452
Dass, wer dabei stand, nass die Wangen hatte,
Vorlage S. 801
453
Wie Laub im Regen: in der traur'gen Zeit
Vorlage S. 801
454
Verwarf mein männlich Auge niedre Tränen,
Vorlage S. 801
455
Und was dies Leid ihm nicht entsaugen konnte,
Vorlage S. 801
456
Das tat dein Reiz und macht' es blind vom Weinen.
Vorlage S. 802
457
Ich flehte niemals weder Freund noch Feind,
Vorlage S. 802
458
Nie lernte meine Zunge Schmeichel-Worte:
Vorlage S. 802
459
Doch nun dein Reiz mir ist gesetzt zum Preis,
Vorlage S. 802
460
Da fleht mein stolzes Herz und lenkt die Zunge.
Vorlage S. 802
461
Sie sieht ihn verächtlich an.
Vorlage S. 802
462
Nein, lehr' nicht deine Lippen solchen Hohn
Vorlage S. 802
463
Zum Kuß geschaffen, Herrin, sind sie ja.
Vorlage S. 802
464
Kann nicht verzeihn dein rachbegierig Herz,
Vorlage S. 802
465
So biet' ich, sieh! dies scharfgespitzte Schwert;
Vorlage S. 802
466
Birg's, wenn du willst, in dieser treuen Brust
Vorlage S. 802
467
Und lass die Seel' heraus, die dich vergöttert:
Vorlage S. 802
468
Ich lege sie dem Todesstreiche bloß
Vorlage S. 802
469
Und bitt', in Demut knieend, um den Tod.
Vorlage S. 802
470
Er entblößt seine Brust, sie zielt mit dem Degen nach ihm.
Vorlage S. 802
471
Nein, zögre nicht: ich schlug ja König Heinrich,
Vorlage S. 802
472
Doch deine Schönheit reizte mich dazu.
Vorlage S. 802
473
Nur zu! Denn ich erstach den jungen Eduard:
Vorlage S. 802
474
Sie zielt wieder nach seiner Brust.
Vorlage S. 802
475
Jedoch dein himmlisch Antlitz trieb mich an.
Vorlage S. 802
476
Sie läßt den Degen fallen.
Vorlage S. 802
477
Nimm auf den Degen, oder nimm mich auf!
Vorlage S. 802
478
ANNA.
Vorlage S. 802
Historische Darstellung von William Shakespeare
Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von William Shakespeare — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Martin Droeshout · Public domain Bildquelle ↗
479
Steh, Heuchler, auf! Wünsch' ich schon deinen Tod,
Vorlage S. 802
480
So will ich doch nicht sein Vollstrecker sein.
Vorlage S. 802
481
GLOSTER.
Vorlage S. 802
482
So heiß' mich selbst mich töten, und ich will's.
Vorlage S. 802
483
ANNA.
Vorlage S. 802
484
Ich tat es schon.
Vorlage S. 802
485
GLOSTER.
Vorlage S. 802
486
Das war in deiner Wut.
Vorlage S. 802
487
Sag's noch einmal, und gleich soll diese Hand,
Vorlage S. 802
488
Die deine Lieb' aus Lieb' erschlug zu dir,
Vorlage S. 802
489
Weit treuere Liebe dir zu Lieb' erschlagen;
Vorlage S. 802
490
Du wirst an beider Tod mitschuldig sein.
Vorlage S. 802
491
ANNA.
Vorlage S. 802
492
Kennt' ich doch nur dein Herz!
Vorlage S. 802
493
GLOSTER.
Vorlage S. 802
494
Auf meiner Zunge wohnt's.
Vorlage S. 802
495
ANNA.
Vorlage S. 802
496
Vielleicht sind beide falsch.
Vorlage S. 802
497
GLOSTER.
Vorlage S. 802
498
Dann meint' es niemand treu.
Vorlage S. 803
499
ANNA.
Vorlage S. 803
500
Nun wohl, steckt ein das Schwert.
Vorlage S. 803
501
GLOSTER.
Vorlage S. 803
502
Gewährst du Frieden mir?
Vorlage S. 803
503
ANNA.
Vorlage S. 803
504
Das sollt Ihr künftig sehn.
Vorlage S. 803
505
GLOSTER.
Vorlage S. 803
506
Darf ich in Hoffnung leben?
Vorlage S. 803
507
ANNA.
Vorlage S. 803
508
Ich hoffe, jeder tut's.
Vorlage S. 803
509
GLOSTER.
Vorlage S. 803
510
Tragt diesen Ring von mir.
Vorlage S. 803
511
ANNA.
Vorlage S. 803
512
Annehmen ist nicht geben.
Vorlage S. 803
513
Sie steckt den Ring an.
Vorlage S. 803
514
GLOSTER.
Vorlage S. 803
515
Sieh, wie der Ring umfasset deinen Finger,
Vorlage S. 803
516
So schließt dein Busen ein mein armes Herz;
Vorlage S. 803
517
Trag' beide, denn sie sind ja beide dein.
Vorlage S. 803
518
Und wenn dein treuster Diener eine Gunst
Vorlage S. 803
519
Erbitten darf von deiner gnäd'gen Hand,
Vorlage S. 803
520
So sicherst du sein Glück ihm zu für immer.
Vorlage S. 803
521
ANNA.
Vorlage S. 803
522
Was ist es?
Vorlage S. 803
523
GLOSTER.
Vorlage S. 803
524
Dass ihr dies traur'ge Werk dem überlasst,
Vorlage S. 803
525
Der größre Ursach' leidzutragen hat,
Vorlage S. 803
526
Und Euch sogleich nach Crosby-Hof begebt;
Vorlage S. 803
527
Wo ich, nachdem ich feierlich bestattet
Vorlage S. 803
528
In Chertsey-Münster diesen edlen König
Vorlage S. 803
529
Und reuevoll sein Grab genetzt mit Tränen,
Vorlage S. 803
530
Mit aller schuld'gen Ehr' Euch will besuchen.
Vorlage S. 803
531
Aus mancherlei geheimen Gründen, bitt' ich.
Vorlage S. 803
532
Gewährt mir dies.
Vorlage S. 803
533
ANNA.
Vorlage S. 803
534
Von ganzem Herzen; und es freut mich sehr,
Vorlage S. 803
535
Zu sehn, dass Ihr so reuig worden seid. –
Vorlage S. 803
536
Tressel und Berkley, kommt, begleitet mich.
Vorlage S. 803
537
GLOSTER.
Vorlage S. 803
538
Sagt mir Lebwohl!
Vorlage S. 803
539
ANNA.
Vorlage S. 803
540
's ist mehr, als Ihr verdient.
Vorlage S. 803
541
Doch weil Ihr Euch zu schmeicheln mich gelehrt,
Vorlage S. 803
542
So denkt, ich sagte schon Euch Lebewohl!
Vorlage S. 803
543
Prinzessin Anna mit zwei Edelleuten ab.
Vorlage S. 803
544
GLOSTER.
Vorlage S. 803
545
Nehmt auf die Leich', ihr Herrn.
Vorlage S. 803
546
ZWEITER EDELMANN.
Vorlage S. 803
547
Nach Chertsey, edler Lord?
Vorlage S. 803
548
GLOSTER.
Vorlage S. 803
549
Nein, zu den Karmelitern; dort erwartet mich.
Vorlage S. 803
550
Der Zug mit der Leiche ab.
Vorlage S. 803
551
Ward je in dieser Laun' ein Weib gefreit?
Vorlage S. 804
552
Ward je in dieser Laun' ein Weib gewonnen?
Vorlage S. 804
553
Ich will sie haben, doch nicht lang' behalten.
Vorlage S. 804
554
Wie? Ich, der Mörder ihres Manns und Vaters,
Vorlage S. 804
555
In ihres Herzens Abscheu sie zu fangen,
Vorlage S. 804
556
Im Munde Flüche, Tränen in den Augen,
Vorlage S. 804
557
Der Zeuge ihres Hasses blutend da;
Vorlage S. 804
558
Gott, ihr Gewissen, all dies wider mich,
Vorlage S. 804
559
Kein Freund, um mein Gesuch zu unterstützen,
Vorlage S. 804
560
Als Heuchlerblicke und der bare Teufel,
Vorlage S. 804
561
Und doch sie zu gewinnen! Alles gegen nichts!
Vorlage S. 804
562
Ha!
Vorlage S. 804
563
Entfiel so bald ihr jener wackre Prinz,
Vorlage S. 804
564
Eduard, ihr Gatte, den ich vor drei Monden
Vorlage S. 804
565
Zu Tewksbury in meinem Grimm erstach?
Vorlage S. 804
566
Solch einen holden, liebenswürd'gen Herrn,
Vorlage S. 804
567
In der Verschwendung der Natur gebildet,
Vorlage S. 804
568
Jung, tapfer, weis' und sicher königlich,
Vorlage S. 804
569
Hat nicht die weite Welt mehr aufzuweisen:
Vorlage S. 804
570
Und will sie doch ihr Aug' auf mich erniedern,
Vorlage S. 804
571
Der dieses Prinzen goldne Blüte brach
Vorlage S. 804
572
Und sie verwitwet' im betrübten Bett?
Vorlage S. 804
573
Auf mich, der nicht dem halben Eduard gleichkommt?
Vorlage S. 804
574
Auf mich, der hinkt und mißgeschaffen ist?
Vorlage S. 804
575
Mein Herzogtum für einen Bettler-Pfennig,
Vorlage S. 804
576
Ich irre mich in mir die ganze Zeit:
Vorlage S. 804
577
So wahr ich lebe, kann ich's gleich nicht finden,
Vorlage S. 804
578
Sie find't, ich sei ein wunderhübscher Mann.
Vorlage S. 804
579
Ich will auf einen Spiegel was verwenden
Vorlage S. 804
580
Und ein paar Dutzend Schneider unterhalten,
Vorlage S. 804
581
Um Trachten auszusinnen, die mir stehn.
Vorlage S. 804
582
Da ich bei mir in Gunst gekommen bin,
Vorlage S. 804
583
So will ich's auch mich etwas kosten lassen.
Vorlage S. 804
584
Doch schaff' ich den Gesellen erst ins Grab
Vorlage S. 804
585
Und kehre jammernd dann zur Liebsten um.
Vorlage S. 804
586
Komm, holde Sonn', als Spiegel mir zu statten
Vorlage S. 804
587
Und zeige, wenn ich geh', mir meinen Schatten!
Vorlage S. 804
588
Ab.
Vorlage S. 804
589
Dritte Szene
Vorlage S. 805
590
Ebendaselbst. Ein Zimmer im Palast.
Vorlage S. 805
591
Königin, Elisabeth, Lord Rivers und Lord Grey treten auf.
Vorlage S. 805
592
RIVERS.
Vorlage S. 805
593
Seid ruhig, Fürstin: bald wird Seine Majestät
Vorlage S. 805
594
Sich wieder im erwünschten Wohlsein finden.
Vorlage S. 805
595
GREY.
Vorlage S. 805
596
Es macht ihn schlimmer, dass Ihr's übel tragt:
Vorlage S. 805
597
Um Gottes willen also, seid getrost
Vorlage S. 805
598
Und muntert ihn mit frohen Worten auf.
Vorlage S. 805
599
ELISABETH.
Vorlage S. 805
600
Was würde mir begegnen, wär' er tot?
Vorlage S. 805
601
GREY.
Vorlage S. 805
602
Kein ander Leid, als solches Herrn Verlust.
Vorlage S. 805
603
ELISABETH.
Vorlage S. 805
604
Solch eines Herrn Verlust schließt jedes ein.
Vorlage S. 805
605
GREY.
Vorlage S. 805
606
Der Himmel schenkt' Euch einen wackern Sohn,
Vorlage S. 805
607
Wenn er dahin ist, Tröster Euch zu sein.
Vorlage S. 805
608
ELISABETH.
Vorlage S. 805
609
Ach! er ist jung, und bis zur Mündigkeit
Vorlage S. 805
610
Führt über ihn die Sorge Richard Gloster,
Vorlage S. 805
611
Ein Mann, der mich nicht liebt, noch wen von euch.
Vorlage S. 805
612
RIVERS.
Vorlage S. 805
613
Ist's ausgemacht, dass er Protektor wird?
Vorlage S. 805
614
ELISABETH.
Vorlage S. 805
615
Es ist beschlossen, noch nicht ausgemacht:
Vorlage S. 805
616
Allein es muss sein, wenn der König abgeht.
Vorlage S. 805
617
Buckingham und Stanley treten auf.
Vorlage S. 805
618
GREY.
Vorlage S. 805
619
Da sind die Lords von Buckingham und Stanley.
Vorlage S. 805
620
BUCKINGHAM.
Vorlage S. 805
621
Eu'r königlichen Gnaden Heil und Glück!
Vorlage S. 805
622
STANLEY.
Vorlage S. 805
623
Gott mög' Eu'r Majestät erfreun wie eh'mals!
Vorlage S. 805
624
ELISABETH.
Vorlage S. 805
625
Die Gräfin Richmond, lieber Mylord Stanley,
Vorlage S. 805
626
Sagt auf Eu'r gut Gebet wohl schwerlich Amen.
Vorlage S. 805
627
Doch, Stanley, ob sie Euer Weib schon ist
Vorlage S. 805
628
Und mich nicht liebt, seid, bester Lord, versichert,
Vorlage S. 805
629
Ich hass' Euch nicht um ihren Übermut.
Vorlage S. 805
630
STANLEY.
Vorlage S. 805
631
Meßt, ich ersuch' Euch, keinen Glauben bei
Vorlage S. 805
632
Den Lästerungen ihrer falschen Kläger;
Vorlage S. 805
633
Und würde sie auf gült'gen Grund verklagt,
Vorlage S. 805
634
Tragt ihre Schwäche, die gewiss entsteht
Vorlage S. 805
635
Aus kranken Grillen, nicht bedachter Bosheit.
Vorlage S. 805
636
ELISABETH.
Vorlage S. 805
637
Saht Ihr den König heute, Mylord Stanley?
Vorlage S. 805
638
STANLEY.
Vorlage S. 805
639
Wir kommen, Herzog Buckingham und ich,
Vorlage S. 805
640
Nur eben jetzt von Seiner Majestät.
Vorlage S. 805
641
ELISABETH.
Vorlage S. 805
642
Was ist für Anschein seiner Beßrung, Lords?
Vorlage S. 806
643
BUCKINGHAM.
Vorlage S. 806
644
Die beste Hoffnung, Eu'r Gemahl spricht munter.
Vorlage S. 806
645
ELISABETH.
Vorlage S. 806
646
Gott geb' ihm Heil! Bespracht Ihr Euch mit ihm?
Vorlage S. 806
647
BUCKINGHAM.
Vorlage S. 806
648
Ja, gnäd'ge Frau: er wünscht den Herzog Gloster
Vorlage S. 806
649
Mit Euren Brüdern wieder auszusöhnen
Vorlage S. 806
650
Und diese mit dem Oberkämmerer
Vorlage S. 806
651
Und hieß vor Seiner Hoheit sie erscheinen.
Vorlage S. 806
652
ELISABETH.
Vorlage S. 806
653
Wär' alles gut! Doch das wird nimmer sein:
Vorlage S. 806
654
Ich fürchte, unser Glück hat seine Höh'.
Vorlage S. 806
655
Gloster, Hastings und Dorset treten auf.
Vorlage S. 806
656
GLOSTER.
Vorlage S. 806
657
Sie tun mir Unrecht, und ich will's nicht dulden.
Vorlage S. 806
658
Wer sind sie, die beim König sich beklagen,
Vorlage S. 806
659
Ich sei, man denke, hart und lieb' sie nicht?
Vorlage S. 806
660
Beim heil'gen Paul, der liebt ihn obenhin,
Vorlage S. 806
661
Wer so sein Ohr mit Zankgerüchten anfüllt.
Vorlage S. 806
662
Weil ich nicht schmeicheln und beschwatzen kann,
Vorlage S. 806
663
Zulachen, streicheln, hintergehn und kriechen,
Vorlage S. 806
664
Fuchsschwänzend wie ein Franzmann und ein Aff',
Vorlage S. 806
665
So hält man mich für einen häm'schen Feind.
Vorlage S. 806
666
Kann denn ein schlichter Mann nicht harmlos leben,
Vorlage S. 806
667
Dass nicht sein redlich Herz mißhandelt würde
Vorlage S. 806
668
Von seidnen, schlauen, schmeichlerischen Gecken?
Vorlage S. 806
669
GREY.
Vorlage S. 806
670
Mit wem in diesem Kreis spricht Euer Gnaden?
Vorlage S. 806
671
GLOSTER.
Vorlage S. 806
672
Mit dir, der weder Tugend hat noch Gnade.
Vorlage S. 806
673
Wann kränkt' ich dich? Wann tat ich dir zu nah?
Vorlage S. 806
674
Und dir? Und dir? Wann einem eurer Rotte?
Vorlage S. 806
675
Die Pest euch allen! Unser gnäd'ger Fürst –
Vorlage S. 806
676
Den Gott erhalte besser, als ihr wünscht! –
Vorlage S. 806
677
Kann kaum ein Atemholen ruhig sein,
Vorlage S. 806
678
Dass ihr ihn nicht mit wüsten Klagen stört.
Vorlage S. 806
679
ELISABETH.
Vorlage S. 806
680
Bruder von Gloster, Ihr mißnehmt die Sache.
Vorlage S. 806
681
Der König hat, auf eignen höchsten Antrieb
Vorlage S. 806
682
Und nicht bewogen durch ein fremd Gesuch,
Vorlage S. 806
683
Vielleicht vermutend Euren innern Haß,
Vorlage S. 806
684
Der sich in Eurem äußern Tun verrät,
Vorlage S. 807
685
Auf meine Kinder, Brüder und mich selbst,
Vorlage S. 807
686
Zu Euch gesandt, damit er so erfahre
Vorlage S. 807
687
Die Ursach' Eures Grolls und weg sie schaffe.
Vorlage S. 807
688
GLOSTER.
Vorlage S. 807
689
Ich weiß es nicht, – die Welt ist so verderbt,
Vorlage S. 807
690
Zaunkön'ge hausen, wo's kein Adler wagt.
Vorlage S. 807
691
Seit jeder Hans zum Edelmanne ward,
Vorlage S. 807
692
So wurde mancher edle Mann zum Hans.
Vorlage S. 807
693
ELISABETH.
Vorlage S. 807
694
Schon gut! Man kennt die Meinung, Bruder Gloster:
Vorlage S. 807
695
Ihr neidet mein und meiner Freunde Glück.
Vorlage S. 807
696
Gott gebe, dass wir nie Euch nötig haben!
Vorlage S. 807
697
GLOSTER.
Vorlage S. 807
698
Gott gibt indes, dass wir Euch nötig haben;
Vorlage S. 807
699
Denn unser Bruder ist durch Euch verhaftet,
Vorlage S. 807
700
Ich selbst in Ungnad', und der Adel preis
Vorlage S. 807
701
Der Schmach gegeben, da man hohe Posten
Vorlage S. 807
702
Täglich verleiht, mit Ehren die zu krönen,
Vorlage S. 807
703
Die gestern keine Kron' im Beutel hatten.
Vorlage S. 807
704
ELISABETH.
Vorlage S. 807
705
Bei dem, der mich zu banger Höh' erhob
Vorlage S. 807
706
Von dem zufriednen Los, das ich genoss!
Vorlage S. 807
707
Ich reizte niemals Seine Majestät
Vorlage S. 807
708
Wider den Herzog Clarence, war vielmehr
Vorlage S. 807
709
Ein Anwalt, welcher eifrig für ihn sprach.
Vorlage S. 807
710
Mylord, Ihr tut mir schmählich Unrecht an,
Vorlage S. 807
711
Da Ihr mich falsch in solchen Argwohn bringt.
Vorlage S. 807
712
GLOSTER.
Vorlage S. 807
713
Ihr könnt auch leugnen, dass Ihr Schuld gehabt
Vorlage S. 807
714
An Mylord Hastings neulichem Verhaft.
Vorlage S. 807
715
RIVERS.
Vorlage S. 807
716
Sie kann's, Mylord; denn –
Vorlage S. 807
717
GLOSTER.
Vorlage S. 807
718
Sie kann's, Lord Rivers? Ei, wer weiß das nicht?
Vorlage S. 807
719
Sie kann noch mehr als dieses leugnen, Herr:
Vorlage S. 807
720
Sie kann Euch helfen zu manch schönem Posten,
Vorlage S. 807
721
Dann leugnen ihre Hand im Spiel dabei
Vorlage S. 807
722
Und alles nennen des Verdienstes Lohn.
Vorlage S. 807
723
Was kann sie nicht? Sie kann, – ja traun! Sie kann –
Vorlage S. 807
724
RIVERS.
Vorlage S. 807
725
Was kann sie, traun?
Vorlage S. 807
726
GLOSTER.
Vorlage S. 807
727
Was kann sie traun? Mit einem König traun,
Vorlage S. 807
728
Und der ein Junggesell, ein hübscher Bursch.
Vorlage S. 807
729
Hat Eure Großmama so gut gefreit?
Vorlage S. 807
730
ELISABETH.
Vorlage S. 807
731
Mylord von Gloster, allzu lang' ertrug ich
Vorlage S. 808
732
Eu'r plumpes Schelten und Eu'r bittres Schmäh'n.
Vorlage S. 808
733
Ich melde Seiner Majestät, beim Himmel,
Vorlage S. 808
734
Den groben Hohn, den ich so oft erlitt.
Vorlage S. 808
735
Ich wäre lieber eine Bauermagd
Vorlage S. 808
736
Als große Königin, mit der Bedingung,
Vorlage S. 808
737
Dass man mich so verachtet und bestürmt.
Vorlage S. 808
738
Ich habe wenig Freud' auf Englands Thron.
Vorlage S. 808
739
Königin Margareta erscheint im Hintergrunde.
Vorlage S. 808
740
MARGARETA.
Vorlage S. 808
741
Das Wen'ge sei verringert, Gott, so fleh' ich!
Vorlage S. 808
742
Denn mir gebührt dein Rang und Ehrensitz.
Vorlage S. 808
743
GLOSTER.
Vorlage S. 808
744
Was? Droht Ihr mir, dem König es zu sagen?
Vorlage S. 808
745
Sagt's ihm und schont nicht; seht, was ich gesagt,
Vorlage S. 808
746
Behaupt' ich in des Königs Gegenwart.
Vorlage S. 808
747
Ich wag' es drauf, in Turm geschickt zu werden.
Vorlage S. 808
748
's ist Redens Zeit: man denkt nicht meiner Dienste.
Vorlage S. 808
749
MARGARETA.
Vorlage S. 808
750
Fort, Teufel! Ihrer denk' ich allzu wohl.
Vorlage S. 808
751
Du brachtest meinen Gatten um im Turm
Vorlage S. 808
752
Und meinen armen Sohn zu Tewksbury.
Vorlage S. 808
753
GLOSTER.
Vorlage S. 808
754
Eh' Ihr den Thron bestiegt und Eu'r Gemahl,
Vorlage S. 808
755
War ich das Packpferd seines großen Werks,
Vorlage S. 808
756
Ausrotter seiner stolzen Widersacher,
Vorlage S. 808
757
Freigebiger Belohner seiner Freunde;
Vorlage S. 808
758
Sein Blut zu fürsten, hab' ich meins vergossen.
Vorlage S. 808
759
MARGARETA.
Vorlage S. 808
760
Ja, und viel beßres Blut als seins und deins.
Vorlage S. 808
761
GLOSTER.
Vorlage S. 808
762
In all der Zeit wart Ihr und Grey, Eu'r Mann,
Vorlage S. 808
763
Parteiisch für das Haus von Lancaster;
Vorlage S. 808
764
Ihr, Rivers, wart es auch. – Fiel Euer Mann
Vorlage S. 808
765
Nicht zu Sankt Albans in Margretas Schlacht?
Vorlage S. 808
766
Erinnern muss ich Euch, wenn Ihr's vergesst,
Vorlage S. 808
767
Was Ihr zuvor gewesen und nun seid;
Vorlage S. 808
768
Zugleich, was ich gewesen und noch bin.
Vorlage S. 808
769
MARGARETA.
Vorlage S. 808
770
Ein mörderischer Schurk', und bist es noch.
Vorlage S. 808
771
GLOSTER.
Vorlage S. 808
772
Verließ nicht Clarence seinen Vater Warwick,
Vorlage S. 808
773
Ja, und brach seinen Eid, – vergeb' ihm Jesus! –
Vorlage S. 808
774
MARGARETA.
Vorlage S. 808
775
Bestraf' ihn Gott!
Vorlage S. 808
776
GLOSTER.
Vorlage S. 808
777
Um neben Eduard für den Thron zu fechten?
Vorlage S. 808
778
Zum Lohn sperrt man den armen Prinzen ein.
Vorlage S. 809
779
Wär' doch mein Herz steinhart wie Eduard seins,
Vorlage S. 809
780
Wo nicht, seins weich und mitleidsvoll wie meins!
Vorlage S. 809
781
Ich bin zu kindisch töricht für der Welt.
Vorlage S. 809
782
MARGARETA.
Vorlage S. 809
783
So fahr' zur Hölle und verlaß die Welt,
Vorlage S. 809
784
Du Kakodämon! Dort ist ja dein Reich.
Vorlage S. 809
785
RIVERS.
Vorlage S. 809
786
Mylord von Gloster, in der heißen Zeit,
Vorlage S. 809
787
Woran Ihr mahnt, der Feindschaft uns zu zeihn,
Vorlage S. 809
788
Da hielten wir an unserm Herrn und König,
Vorlage S. 809
789
Wie wir an Euch es täten, wenn Ihr's würdet.
Vorlage S. 809
790
GLOSTER.
Vorlage S. 809
791
Wenn ich es würde? Lieber ein Hausierer!
Vorlage S. 809
792
Fern meinem Herzen sei's, es nur zu denken.
Vorlage S. 809
793
ELISABETH.
Vorlage S. 809
794
So wenig Freude, Mylord, als Ihr denkt,
Vorlage S. 809
795
Dass Ihr genößt als dieses Landes König:
Vorlage S. 809
796
So wenig Freude mögt Ihr denken auch,
Vorlage S. 809
797
Dass ich genieß' als dessen Königin.
Vorlage S. 809
798
MARGARETA.
Vorlage S. 809
799
Ja, wenig Freud' hat dessen Königin:
Vorlage S. 809
800
Ich bin es, und bin gänzlich freudenlos.
Vorlage S. 809
801
Ich kann nicht länger mich geduldig halten. –
Vorlage S. 809
802
Sie tritt vor.
Vorlage S. 809
803
Hört mich, Piraten, die ihr hadernd zankt,
Vorlage S. 809
804
Indem ihr teilt, was ihr geraubt von mir!
Vorlage S. 809
805
Wer von euch zittert nicht, der auf mich schaut?
Vorlage S. 809
806
Beugt euch der Königin als Untertanen,
Vorlage S. 809
807
Sonst bebt vor der Entsetzten als Rebellen! –
Vorlage S. 809
808
Ha, lieber Schurke! Wende dich nicht weg!
Vorlage S. 809
809
GLOSTER.
Vorlage S. 809
810
Was schaffst du, schnöde Hexe, mir vor Augen?
Vorlage S. 809
811
MARGARETA.
Vorlage S. 809
812
Nur Wiederholung des, was du zerstört;
Vorlage S. 809
813
Das will ich schaffen, eh' ich gehn dich lasse.
Vorlage S. 809
814
GLOSTER.
Vorlage S. 809
815
Bist du bei Todesstrafe nicht verbannt?
Vorlage S. 809
816
MARGARETA.
Vorlage S. 809
817
Ich bin's, doch größre Pein find' ich in meinem Bann,
Vorlage S. 809
818
Als mir der Tod kann bringen, weil ich blieb.
Vorlage S. 809
819
Den Gatten und den Sohn bist du mir schuldig, –
Vorlage S. 809
820
Und du das Königreich, – ihr alle Dienstpflicht;
Vorlage S. 809
821
Dies Leiden, das ich habe, kommt euch zu,
Vorlage S. 809
822
Und alle Lust, die ihr euch anmaßt, mir.
Vorlage S. 809
823
GLOSTER.
Vorlage S. 809
824
Der Fluch, den dir mein edler Vater gab,
Vorlage S. 810
825
Als mit Papier die Heldenstirn du kröntest
Vorlage S. 810
826
Und höhnend Bäch' aus seinen Augen zogst
Vorlage S. 810
827
Und reichtest, sie zu trocknen, ihm ein Tuch,
Vorlage S. 810
828
Getaucht ins reine Blut des holden Rutland:
Vorlage S. 810
829
Die Flüch', aus seiner Seele Bitterkeit
Vorlage S. 810
830
Dir da verkündigt, sind auf dich gefallen,
Vorlage S. 810
831
Und Gott, nicht wir, straft deine blut'ge Tat.
Vorlage S. 810
832
ELISABETH.
Vorlage S. 810
833
Ja, so gerecht ist Gott zum Schutz der Unschuld.
Vorlage S. 810
834
HASTINGS.
Vorlage S. 810
835
Oh! 's war die schnödste Tat, das Kind zu morden,
Vorlage S. 810
836
Die unbarmherzigste, die je gehört ward!
Vorlage S. 810
837
RIVERS.
Vorlage S. 810
838
Tyrannen weinten, als man sie erzählte.
Vorlage S. 810
839
DORSET.
Vorlage S. 810
840
Kein Mensch war, der nicht Rache prophezeite.
Vorlage S. 810
841
BUCKINGHAM.
Vorlage S. 810
842
Northumberland, der's ansah, weinte drum.
Vorlage S. 810
843
MARGARETA.
Vorlage S. 810
844
Wie? Fletschtet ihr die Zähne, wie ich kam,
Vorlage S. 810
845
Bereit schon, bei der Gurgel euch zu packen,
Vorlage S. 810
846
Und kehrt ihr nun all euren Haß auf mich?
Vorlage S. 810
847
Galt Yorks ergrimmter Fluch so viel im Himmel,
Vorlage S. 810
848
Dass Heinrichs Tod, des süßen Eduards Tod,
Vorlage S. 810
849
Des Reichs Verlust, mein wehevoller Bann
Vorlage S. 810
850
Genugtut bloß für das verzogne Bübchen?
Vorlage S. 810
851
Dringt denn ein Fluch die Wolken durch zum Himmel?
Vorlage S. 810
852
Wohl, trennt die schweren Wolken, rasche Flüche! –
Vorlage S. 810
853
Wo nicht durch Krieg, durch Prassen sterb eu'r König,
Vorlage S. 810
854
Wie Mord des unsern ihn gemacht zum König!
Vorlage S. 810
855
Eduard, dein Sohn, der jetzo Prinz von Wales,
Vorlage S. 810
856
Statt Eduard, meines Sohns, sonst Prinz von Wales,
Vorlage S. 810
857
Sterb' in der Jugend, vor der Zeit, gewaltsam!
Vorlage S. 810
858
Du, Königin statt meiner, die ich's war,
Vorlage S. 810
859
Gleich mir Elenden überleb' dein Los!
Vorlage S. 810
860
Lang' lebe, deine Kinder zu bejammern!
Vorlage S. 810
861
Sieh eine andre, wie ich jetzo dich,
Vorlage S. 810
862
Gekleidet in dein Recht, wie du in meins!
Vorlage S. 810
863
Lang' sterbe deines Glückes Tag vor dir,
Vorlage S. 810
864
Und nach viel langen Stunden deines Grams
Vorlage S. 810
865
Stirb weder Mutter, Weib, noch Königin!
Vorlage S. 810
866
Rivers und Dorset, ihr saht zu dabei, –
Vorlage S. 810
867
Auch du, Lord Hastings, – als man meinen Sohn
Vorlage S. 810
868
Erstach mit blut'gen Dolchen: Gott, den fleh' ich,
Vorlage S. 811
869
Dass euer keiner sein natürlich Alter
Vorlage S. 811
870
Erreich' und plötzlich werde weggerafft!
Vorlage S. 811
871
GLOSTER.
Vorlage S. 811
872
Schließ' deinen Spruch, verschrumpfte böse Hexe!
Vorlage S. 811
873
MARGARETA.
Vorlage S. 811
874
Und ließ' dich aus? Bleib', Hund, du musst mich hören.
Vorlage S. 811
875
Bewahrt der Himmel eine schwere Plage,
Vorlage S. 811
876
Die übertrifft, was ich dir weiß zu wünschen,
Vorlage S. 811
877
O spar' er sie, bis deine Sündenreif,
Vorlage S. 811
878
Dann schleudr' er seinen Grimm herab auf dich,
Vorlage S. 811
879
Den Friedensstörer dieser armen Welt!
Vorlage S. 811
880
Dich nage rastlos des Gewissens Wurm!
Vorlage S. 811
881
Argwöhne stets die Freunde wie Verräter,
Vorlage S. 811
882
Und Erzverräter acht' als Busenfreunde!
Vorlage S. 811
883
Dein tödlich Auge schließe nie der Schlaf,
Vorlage S. 811
884
Es sei denn, weil ein peinigender Traum
Vorlage S. 811
885
Dich schreckt mit einer Hölle grauser Teufel!
Vorlage S. 811
886
Du Mißgeburt voll Maler! Wühlend Schwein!
Vorlage S. 811
887
Du, der gestempelt ward bei der Geburt,
Vorlage S. 811
888
Der Sklave der Natur, der Hölle Sohn!
Vorlage S. 811
889
Du Schandfleck für der Mutter schweren Schoß!
Vorlage S. 811
890
Du ekler Sprößling aus des Vaters Lenden!
Vorlage S. 811
891
Du Lump der Ehre! Du mein Abscheu –
Vorlage S. 811
892
GLOSTER.
Vorlage S. 811
893
Margareta.
Vorlage S. 811
894
MARGARETA.
Vorlage S. 811
895
Richard!
Vorlage S. 811
896
GLOSTER.
Vorlage S. 811
897
He?
Vorlage S. 811
898
MARGARETA.
Vorlage S. 811
899
Ich rief dich nicht.
Vorlage S. 811
900
GLOSTER.
Vorlage S. 811
901
So bitt' ich um Verzeihung; denn ich dachte,
Vorlage S. 811
902
Du riefst mir all die bittern Namen zu.
Vorlage S. 811
903
MARGARETA.
Vorlage S. 811
904
Das tat ich auch, doch Antwort wollt' ich nicht.
Vorlage S. 811
905
O lass zum Schluss mich bringen meinen Fluch!
Vorlage S. 811
906
GLOSTER.
Vorlage S. 811
907
Ich tat's für dich: er endigt in Margreta.
Vorlage S. 811
908
ELISABETH.
Vorlage S. 811
909
So hat Eu'r Fluch sich auf Euch selbst gewandt.
Vorlage S. 811
910
MARGARETA.
Vorlage S. 811
911
Gemalte Kön'gin! Scheinbild meines Glücks!
Vorlage S. 811
912
Was streust du Zucker auf die bauch'ge Spinne,
Vorlage S. 811
913
Die dich mit tödlichem Geweb' umstrickt?
Vorlage S. 811
914
Törin! Du schärfst ein Messer, das dich würgt;
Vorlage S. 811
915
Es kommt der Tag, wo du herbei mich wünschest
Vorlage S. 812
916
Zum Fluchen auf den giftgeschwollnen Molch.
Vorlage S. 812
917
HASTINGS.
Vorlage S. 812
918
Schließ', Wahnprophetin, deinen tollen Fluch,
Vorlage S. 812
919
Erschöpf' nicht, dir zum Schaden, die Geduld!
Vorlage S. 812
920
MARGARETA.
Vorlage S. 812
921
Schand' über euch! Ihr all' erschöpftet meine.
Vorlage S. 812
922
RIVERS.
Vorlage S. 812
923
Beratet Euch und lernet Eure Pflicht.
Vorlage S. 812
924
MARGARETA.
Vorlage S. 812
925
Mich zu beraten, müsst Ihr Pflicht mir leisten.
Vorlage S. 812
926
Lehrt Königin mich sein, Euch Untertanen;
Vorlage S. 812
927
Beratet mich und lernet diese Pflicht.
Vorlage S. 812
928
DORSET.
Vorlage S. 812
929
O streitet nicht mit ihr, sie ist verrückt.
Vorlage S. 812
930
MARGARETA.
Vorlage S. 812
931
Still, Meister Marquis! Ihr seid naseweis,
Vorlage S. 812
932
Eu'r neugeprägter Rang ist kaum in Umlauf.
Vorlage S. 812
933
O dass Eu'r junger Adel fühlen könnte,
Vorlage S. 812
934
Was ihn verlieren heißt und elend sein.
Vorlage S. 812
935
Wer hoch steht, den kann mancher Windstoß treffen,
Vorlage S. 812
936
Und wenn er fällt, so wird er ganz zerschmettert.
Vorlage S. 812
937
GLOSTER.
Vorlage S. 812
938
Traun, guter Rat! Marquis, nehmt ihn zu Herzen.
Vorlage S. 812
939
DORSET.
Vorlage S. 812
940
Er geht Euch an, Mylord, so sehr als mich.
Vorlage S. 812
941
GLOSTER.
Vorlage S. 812
942
Ja, und weit mehr: Doch ich bin hochgeboren;
Vorlage S. 812
943
In Zedernwipfeln nistet unsre Brut
Vorlage S. 812
944
Und tändelt mit dem Wind und trotzt der Sonne.
Vorlage S. 812
945
MARGARETA.
Vorlage S. 812
946
Und hüllt die Sonn' in Schatten, – weh! Ach weh!
Vorlage S. 812
947
Das zeugt mein Sohn, im Todesschatten jetzt;
Vorlage S. 812
948
Des strahlend lichten Schein dein wolk'ger Grimm
Vorlage S. 812
949
Mit ew'ger Finsternis umzogen hat.
Vorlage S. 812
950
In unsrer Jungen Nest baut eure Brut.
Vorlage S. 812
951
O Gott, der du es siehest, duld' es nicht!
Vorlage S. 812
952
Was Blut gewann, sei auch so eingebüßt!
Vorlage S. 812
953
BUCKINGHAM.
Vorlage S. 812
954
Still, still! aus Scham, wo nicht aus Christenliebe.
Vorlage S. 812
955
MARGARETA.
Vorlage S. 812
Historische Bühnenrezeption von „König Richard III.“
Kontextbild zum Werk. Historische Bühnenrezeption von „König Richard III.“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Urheber unbekannt · Public domain Bildquelle ↗
956
Rückt Christenliebe nicht noch Scham mir vor:
Vorlage S. 812
957
Unchristlich seid ihr mit mir umgegangen,
Vorlage S. 812
958
Und schamlos würgtet ihr mir jede Hoffnung.
Vorlage S. 812
959
Wut ist mein Lieben, Leben meine Schmach;
Vorlage S. 812
960
Stets leb' in meiner Schmach des Leidens Wut!
Vorlage S. 812
961
BUCKINGHAM.
Vorlage S. 812
962
Hört auf! Hört auf!
Vorlage S. 812
963
MARGARETA.
Vorlage S. 812
964
O Buckingham, ich küsse deine Hand,
Vorlage S. 813
965
Zum Pfand der Freundschaft und des Bunds mit dir.
Vorlage S. 813
966
Dir geh' es wohl und deinem edlen Haus!
Vorlage S. 813
967
Dein Kleid ist nicht befleckt mit unserm Blut,
Vorlage S. 813
968
Und du nicht im Bezirke meines Fluchs.
Vorlage S. 813
969
BUCKINGHAM.
Vorlage S. 813
970
Auch keiner sonst; nie überschreiten Flüche
Vorlage S. 813
971
Die Lippen des, der in die Luft sie haucht.
Vorlage S. 813
972
MARGARETA.
Vorlage S. 813
973
Ich glaube doch, sie steigen himmelan
Vorlage S. 813
974
Und wecken Gottes sanft entschlafnen Frieden.
Vorlage S. 813
975
O Buckingham, weich' aus dem Hunde dort!
Vorlage S. 813
976
Sieh, wann er schmeichelt, beißt er; wann er beißt,
Vorlage S. 813
977
So macht sein gift'ger Zahn zum Tode wund.
Vorlage S. 813
978
Hab' nichts mit ihm zu schaffen, weich' ihm aus!
Vorlage S. 813
979
Tod, Sünd' und Hölle haben ihn gezeichnet,
Vorlage S. 813
980
Und ihre Diener all umgeben ihn.
Vorlage S. 813
981
GLOSTER.
Vorlage S. 813
982
Was sagt sie da, Mylord von Buckingham?
Vorlage S. 813
983
BUCKINGHAM.
Vorlage S. 813
984
Nichts, das ich achte, mein gewogner Herr.
Vorlage S. 813
985
MARGARETA.
Vorlage S. 813
986
Wie? Höhnst du mich für meinen treuen Rat
Vorlage S. 813
987
Und hegst den Teufel da, vor dem ich warne?
Vorlage S. 813
988
O denke des auf einen andern Tag,
Vorlage S. 813
989
Wenn er dein Herz mit Gram zerreißt, und sage:
Vorlage S. 813
990
Die arme Margareta war Prophetin.
Vorlage S. 813
991
Leb euer jeder, seinem Haß zum Ziel,
Vorlage S. 813
992
Und er dem euren, und ihr alle Gottes!
Vorlage S. 813
993
Ab.
Vorlage S. 813
994
HASTINGS.
Vorlage S. 813
995
Mir sträubt das Haar sich, fluchen sie zu hören.
Vorlage S. 813
996
RIVERS.
Vorlage S. 813
997
Mir auch; es wundert mich, dass man so frei sie lässt.
Vorlage S. 813
998
GLOSTER.
Vorlage S. 813
999
Ich schelte nicht sie, bei der Mutter Gottes!
Vorlage S. 813
1000
Sie hat zu viel gelitten, und mich reut
Vorlage S. 813
1001
Mein Teil daran, was ich ihr angetan.
Vorlage S. 813
1002
ELISABETH.
Vorlage S. 813
1003
Ich tat ihr nie zu nah, soviel ich weiß.
Vorlage S. 813
1004
GLOSTER.
Vorlage S. 813
1005
Doch habt Ihr allen Vorteil ihres Leids.
Vorlage S. 813
1006
Ich war zu hitzig, jemand wohl zu tun,
Vorlage S. 813
1007
Der nun zu kalt ist, mir es zu gedenken.
Vorlage S. 813
1008
Mein' Treu', dem Clarence wird es gut vergolten:
Vorlage S. 813
1009
Man mästet ihn für seine Müh' im Kofen.
Vorlage S. 813
1010
Verzeih' Gott denen, welche schuld dran sind!
Vorlage S. 813
1011
RIVERS.
Vorlage S. 813
1012
Ein tugendhafter, christlicher Beschluß,
Vorlage S. 813
1013
Für die zu beten, die uns Böses tun!
Vorlage S. 813
1014
GLOSTER.
Vorlage S. 813
1015
Das tu' ich immer, weislich so belehrt: –
Vorlage S. 814
1016
Beiseit.
Vorlage S. 814
1017
Denn flucht' ich jetzt, hält' ich mich selbst verflucht.
Vorlage S. 814
1018
Catesby tritt auf.
Vorlage S. 814
1019
CATESBY.
Vorlage S. 814
1020
Fürstin, Euch fodert Seine Majestät; –
Vorlage S. 814
1021
Eu'r Gnaden auch, – und euch, ihr edlen Lords.
Vorlage S. 814
1022
ELISABETH.
Vorlage S. 814
1023
Ich komme, Catesby. – Geht ihr mit mir, Lords?
Vorlage S. 814
1024
RIVERS.
Vorlage S. 814
1025
Wir sind zu Euer Gnaden Dienst.
Vorlage S. 814
1026
Alle ab, außer Gloster.
Vorlage S. 814
1027
GLOSTER.
Vorlage S. 814
1028
Ich tu' das Bös', und schreie selbst zuerst.
Vorlage S. 814
1029
Das Unheil, das ich heimlich angestiftet,
Vorlage S. 814
1030
Leg' ich den andern dann zur schweren Last.
Vorlage S. 814
1031
Clarence, den ich in Finsternis gelegt,
Vorlage S. 814
1032
Bewein' ich gegen manchen blöden Tropf,
Vorlage S. 814
1033
Ich meine Stanley, Hastings, Buckingham,
Vorlage S. 814
1034
Und sage, dass die Kön'gin und ihr Anhang
Vorlage S. 814
1035
Den König wider meinen Bruder reizen.
Vorlage S. 814
1036
Nun glauben sie's und stacheln mich zugleich
Vorlage S. 814
1037
Zur Rache gegen Rivers, Vaughan, Grey;
Vorlage S. 814
1038
Dann seufz' ich, und nach einem Spruch der Bibel
Vorlage S. 814
1039
Sag' ich, Gott heiße Gutes tun für Böses;
Vorlage S. 814
1040
Und so bekleid' ich meine nackte Bosheit
Vorlage S. 814
1041
Mit alten Fetzen, aus der Schrift gestohlen,
Vorlage S. 814
1042
Und schein' ein Heil'ger, wo ich Teufel bin.
Vorlage S. 814
1043
Zwei Mörder kommen.
Vorlage S. 814
1044
Doch still! Da kommen meine Henkersknechte. –
Vorlage S. 814
1045
Nun, meine wackern, tüchtigen Gesellen,
Vorlage S. 814
1046
Geht ihr anjetzt, den Handel abzutun?
Vorlage S. 814
1047
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 814
1048
Ja, gnäd'ger Herr, und kommen um die Vollmacht,
Vorlage S. 814
1049
Damit man uns einlasse, wo er ist.
Vorlage S. 814
1050
GLOSTER.
Vorlage S. 814
1051
Ganz wohl bedacht! Ich habe hier sie bei mir;
Vorlage S. 814
1052
gibt ihnen die Vollmacht
Vorlage S. 814
1053
Wann ihr's vollbracht habt, kommt nach Crosby-Hof.
Vorlage S. 814
1054
Doch seid mir schleunig bei der Ausführung,
Vorlage S. 814
1055
Zugleich verhärtet euch, hört ihn nicht an;
Vorlage S. 814
1056
Denn Clarence ist beredt und kann vielleicht
Vorlage S. 815
1057
Das Herz euch rühren, wenn ihr auf ihn achtet.
Vorlage S. 815
1058
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 815
1059
Pah, gnäd'ger Herr! Wir schwatzen nicht erst lang';
Vorlage S. 815
1060
Wer Worte macht, tut wenig: seid versichert,
Vorlage S. 815
1061
Die Hände brauchen wir und nicht die Zungen.
Vorlage S. 815
1062
GLOSTER.
Vorlage S. 815
1063
Ihr weint Mühlsteine, wie die Narren Tränen;
Vorlage S. 815
1064
Ich hab' euch gerne, Burschen: frisch ans Werk!
Vorlage S. 815
1065
Geht! Geht! Macht zu!
Vorlage S. 815
1066
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 815
1067
Wir wollen's, edler Herr.
Vorlage S. 815
1068
Alle ab.
Vorlage S. 815
1069
Vierte Szene
Vorlage S. 815
1070
Ein Zimmer im Turm.
Vorlage S. 815
1071
Clarence und Brakenbury treten auf.
Vorlage S. 815
1072
BRAKENBURY.
Vorlage S. 815
1073
Wie sieht Eu'r Gnaden heut so traurig aus?
Vorlage S. 815
1074
CLARENCE.
Vorlage S. 815
1075
Oh, ich hatt' eine jämmerliche Nacht,
Vorlage S. 815
1076
Voll banger Träume, scheußlicher Gesichte!
Vorlage S. 815
1077
So wahr als ich ein frommer, gläub'ger Christ,
Vorlage S. 815
1078
Ich brächte nicht noch eine Nacht so zu,
Vorlage S. 815
1079
Gölt' es auch eine Welt beglückter Tage:
Vorlage S. 815
1080
So voll von grausem Schrecken war die Zeit.
Vorlage S. 815
1081
BRAKENBURY.
Vorlage S. 815
1082
Was war Eu'r Traum, Mylord? Ich bitt' Euch, sagt mir.
Vorlage S. 815
1083
CLARENCE.
Vorlage S. 815
1084
Mir deucht', ich war entsprungen aus dem Turm
Vorlage S. 815
1085
Und eingeschifft, hinüber nach Burgund,
Vorlage S. 815
1086
Und mich begleitete mein Bruder Gloster.
Vorlage S. 815
1087
Der lockt' aus der Kajüte mich, zu gehn
Vorlage S. 815
1088
Auf dem Verdeck; von da sahn wir nach England
Vorlage S. 815
1089
Und führten tausend schlimme Zeiten an
Vorlage S. 815
1090
Vom Kriege zwischen York und Lancaster,
Vorlage S. 815
1091
Die uns betroffen. Wie wir schritten so
Vorlage S. 815
1092
Auf des Verdeckes schwindlichtem Getäfel,
Vorlage S. 815
1093
Schien mir's, dass Gloster strauchelt' und im Fallen
Vorlage S. 815
1094
Mich, der ihn halten wollte, über Bord
Vorlage S. 815
1095
In das Gewühl der Meereswogen riss.
Vorlage S. 815
1096
O Gott! Wie qualvoll schien mir's, zu ertrinken!
Vorlage S. 816
1097
Welch grauser Lärm des Wassers mir im Ohr!
Vorlage S. 816
1098
Welch scheußlich Todesschauspiel vor den Augen!
Vorlage S. 816
1099
Mir deucht', ich säh' den Graus von tausend Wracken,
Vorlage S. 816
1100
Säh' tausend Menschen, angenagt von Fischen;
Vorlage S. 816
1101
Goldklumpen, große Anker, Perlenhaufen,
Vorlage S. 816
1102
Stein' ohne Preis, unschätzbare Juwelen,
Vorlage S. 816
1103
Zerstreuet alles auf dem Grund der See.
Vorlage S. 816
1104
In Schädeln lagen ein'ge; in den Höhlen,
Vorlage S. 816
1105
Wo Augen sonst gewohnt, war eingenistet,
Vorlage S. 816
1106
Als wie zum Spotte, blinkendes Gestein,
Vorlage S. 816
1107
Das buhlte mit der Tiefe schlamm'gem Grund
Vorlage S. 816
1108
Und höhnte die Gerippe rings umher.
Vorlage S. 816
1109
BRAKENBURY.
Vorlage S. 816
1110
Ihr hattet Muss' im Augenblick des Todes,
Vorlage S. 816
1111
Der Tiefe Heimlichkeiten auszuspähn?
Vorlage S. 816
1112
CLARENCE.
Vorlage S. 816
1113
Mir deuchte so, und oft strebt' ich, den Geist
Vorlage S. 816
1114
Schon aufzugeben: doch die neid'sche Flut
Vorlage S. 816
1115
Hielt meine Seel' und ließ sie nicht heraus,
Vorlage S. 816
1116
Die weite, leere, freie Luft zu suchen;
Vorlage S. 816
1117
Sie würgte mir sie im beklommnen Leib,
Vorlage S. 816
1118
Der fast zerbarst, sie in die See zu spein.
Vorlage S. 816
1119
BRAKENBURY.
Vorlage S. 816
1120
Erwachtet Ihr nicht von der Todesangst?
Vorlage S. 816
1121
CLARENCE.
Vorlage S. 816
1122
O nein, mein Traum fuhr nach dem Leben fort:
Vorlage S. 816
1123
Oh, da begann erst meiner Seele Sturm!
Vorlage S. 816
1124
Mich setzte über die betrübte Flut
Vorlage S. 816
1125
Der grimme Fährmann, den die Dichter singen,
Vorlage S. 816
1126
In jenes Königreich der ew'gen Nacht.
Vorlage S. 816
1127
Zum ersten grüßte da die fremde Seele
Vorlage S. 816
1128
Mein Schwiegervater, der berühmte Warwick.
Vorlage S. 816
1129
Laut schrie er: »Welche Geißel für Verrat
Vorlage S. 816
1130
Verhängt dies düstre Reich dem falschen Clarence?«
Vorlage S. 816
1131
Und so verschwand er. Dann vorüber schritt
Vorlage S. 816
1132
Ein Schatte wie ein Engel, helles Haar
Vorlage S. 816
1133
Mit Blut besudelt, und er schrie laut auf:
Vorlage S. 816
1134
»Clarence ist da, der eidvergeßne Clarence,
Vorlage S. 816
1135
Der mich im Feld bei Tewksbury erstach!
Vorlage S. 816
1136
Ergreift ihn, Furien! Nehmt ihn auf die Folter!«
Vorlage S. 816
1137
Somit umfing mich eine Legion
Vorlage S. 816
1138
Der argen Feind' und heulte mir ins Ohr
Vorlage S. 817
1139
So gräßliches Geschrei, dass von dem Lärm
Vorlage S. 817
1140
Ich bebend aufwacht' und noch längst nachher
Vorlage S. 817
1141
Nicht anders glaubt', als ich sei in der Hölle:
Vorlage S. 817
1142
So schrecklich eingeprägt war mir der Traum.
Vorlage S. 817
1143
BRAKENBURY.
Vorlage S. 817
1144
Kein Wunder, Herr, dass Ihr Euch drob entsetzt;
Vorlage S. 817
1145
Mir bangt schon, da ich's Euch erzählen höre.
Vorlage S. 817
1146
CLARENCE.
Vorlage S. 817
1147
O Brakenbury, ich tat alles dies,
Vorlage S. 817
1148
Was jetzo wider meine Seele zeugt,
Vorlage S. 817
1149
Um Eduards halb: – und sieh, wie lohnt er's mir!
Vorlage S. 817
1150
O Gott, kann dich mein innig Flehn nicht rühren,
Vorlage S. 817
1151
Und willst du rächen meine Missetaten,
Vorlage S. 817
1152
So übe deinen Grimm an mir allein!
Vorlage S. 817
1153
O schon' mein schuldlos Weib, die armen Kinder! –
Vorlage S. 817
1154
Ich bitt' dich, lieber Wärter, bleib' bei mir:
Vorlage S. 817
1155
Mein Sinn ist trüb', und gerne möcht' ich schlafen.
Vorlage S. 817
1156
BRAKENBURY.
Vorlage S. 817
1157
Ich will's, Mylord; Gott geb' Euch gute Ruh'!
Vorlage S. 817
1158
Clarence setzt sich zum Schlafen in einen Lehnstuhl.
Vorlage S. 817
1159
Leid bricht die Zeiten und der Ruhe Stunden,
Vorlage S. 817
1160
Schafft Nacht zum Morgen und aus Mittag Nacht.
Vorlage S. 817
1161
Nur Titel sind der Prinzen Herrlichkeiten,
Vorlage S. 817
1162
Ein äußrer Glanz für eine innre Last;
Vorlage S. 817
1163
Für ungefühlte Einbildungen fühlen
Vorlage S. 817
1164
Sie eine Welt rastloser Sorgen oft:
Vorlage S. 817
1165
So dass von ihren Titeln niedern Rang
Vorlage S. 817
1166
Nichts unterscheidet als des Ruhmes Klang.
Vorlage S. 817
1167
Die beiden Mörder kommen.
Vorlage S. 817
1168
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 817
1169
He! Wer ist da?
Vorlage S. 817
1170
BRAKENBURY.
Vorlage S. 817
1171
Was willst du, Kerl? Wie bist du hergekommen?
Vorlage S. 817
1172
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 817
1173
Ich will Clarence sprechen, und ich bin auf meinen Beinen hergekommen.
Vorlage S. 817
1174
BRAKENBURY.
Vorlage S. 817
1175
Wie? So kurz ab?
Vorlage S. 817
1176
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 817
1177
O Herr, besser kurz ab als langweilig. –
Vorlage S. 817
1178
Zeige ihm unsern Auftrag, lass dich nicht weiter ein.
Vorlage S. 817
1179
Die überreichen dem Brakenbury ein Papier, welches er liest.
Vorlage S. 817
1180
BRAKENBURY.
Vorlage S. 817
1181
Ich werde hier befehligt, euren Händen
Vorlage S. 818
1182
Den edlen Herzog Clarence auszuliefern.
Vorlage S. 818
1183
Ich will nicht grübeln, was hiemit gemeint ist,
Vorlage S. 818
1184
Denn ich will schuldlos an der Meinung sein.
Vorlage S. 818
1185
Hier sind die Schlüssel, dorten schläft der Herzog.
Vorlage S. 818
1186
Ich will zum König, um ihm kund zu tun,
Vorlage S. 818
1187
Dass ich mein Amt so an euch abgetreten.
Vorlage S. 818
1188
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 818
1189
Das mögt Ihr, Herr; es wird weislich getan sein. Gehabt euch wohl!
Vorlage S. 818
1190
Brakenbury ab.
Vorlage S. 818
1191
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 818
1192
Wie? Sollen wir ihn so im Schlaf erstechen?
Vorlage S. 818
1193
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 818
1194
Nein, er wird sagen, das war feige von uns, wenn er aufwacht.
Vorlage S. 818
1195
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 818
1196
Wenn er aufwacht! Ei, Narr, er wacht gar nicht wieder auf bis zum großen Gerichtstag.
Vorlage S. 818
1197
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 818
1198
Ja, dann wird er sagen, wir haben ihn im Schlaf erstochen.
Vorlage S. 818
1199
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 818
1200
Die Erwähnung des Wortes Gerichtstag hat eine Art Gewissensbiß in mir erregt.
Vorlage S. 818
1201
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 818
1202
Was? Du fürchtest dich?
Vorlage S. 818
1203
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 818
1204
Nicht ihn umzubringen, dazu hab' ich ja die Vollmacht; aber verdammt dafür zu werden, wovor mich keine Vollmacht schützen kann.
Vorlage S. 818
1205
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 818
1206
Ich dachte, du wärst entschlossen.
Vorlage S. 818
1207
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 818
1208
Das bin ich auch, ihn leben zu lassen.
Vorlage S. 818
1209
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 818
1210
Ich gehe wieder zum Herzog von Gloster und sage es ihm.
Vorlage S. 818
1211
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 818
1212
Nicht doch, ich bitte dich, wart' ein Weilchen. Ich hoffe, diese fromme Laune soll übergehn: sie pflegt bei mir nicht länger anzuhalten, als derweil man etwa zwanzig zählt.
Vorlage S. 818
1213
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 818
1214
Wie ist dir jetzt zumute?
Vorlage S. 818
1215
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 818
1216
Mein' Treu', es steckt immer noch ein gewisser Bodensatz von Gewissen in mir.
Vorlage S. 818
1217
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 818
1218
Denk' an unsern Lohn, wenn's getan ist.
Vorlage S. 818
1219
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 818
1220
Recht! Er ist des Todes. Den Lohn hatt' ich vergessen.
Vorlage S. 818
1221
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 818
1222
Wo ist dein Gewissen nun?
Vorlage S. 819
1223
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 819
1224
Im Beutel des Herzogs von Gloster.
Vorlage S. 819
1225
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 819
1226
Wenn er also seinen Beutel aufmacht, uns den Lohn zu zahlen, so fliegt dein Gewissen heraus.
Vorlage S. 819
1227
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 819
1228
Es tut nichts, lass es laufen; es mag's ja doch beinahe kein Mensch hegen.
Vorlage S. 819
1229
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 819
1230
Wie aber, wenn sich's wieder bei dir einstellt?
Vorlage S. 819
1231
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 819
1232
Ich will nichts damit zu schaffen haben, es ist ein gefährlich Ding, es macht einen zur Memme. Man kann nicht stehlen, ohne dass es einen anklagt; man kann nicht schwören, ohne dass es einen zum Stocken bringt; man kann nicht bei seines Nachbars Frau liegen, ohne dass es einen verrät. 's ist ein verschämter, blöder Geist, der einem im Busen Aufruhr stiftet; es macht einen voller Schwierigkeiten; es hat mich einmal dahin gebracht, einen Beutel voll Gold wieder herzugeben, den ich von ungefähr gefunden hatte; es macht jeden zum Bettler, der es hegt; es wird aus Städten und Flecken vertrieben als ein gefährlich Ding, und jedermann, der gut zu leben denkt, verlässt sich auf sich selbst und lebt ohne Gewissen.
Vorlage S. 819
1233
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 819
1234
Sapperment, es sitzt mir eben jetzt im Nacken und will mich überreden, den Herzog nicht umzubringen.
Vorlage S. 819
1235
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 819
1236
Halt' den Teufel fest im Gemüt und glaub' ihm nicht: es will sich nur bei dir eindrängen, um dir Seufzer abzuzwingen.
Vorlage S. 819
1237
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 819
1238
Ich hab' 'ne starke Natur, es kann mir nichts anhaben.
Vorlage S. 819
1239
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 819
1240
Das heißt gesprochen wie ein tüchtiger Kerl, der seinen guten Namen wert hält. Komm, wollen wir ans Werk gehn?
Vorlage S. 819
1241
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 819
1242
Gib ihm eins mit dem Degengriff übern Hirnkasten, und dann schmeiß' ihn in das Malvasierfaß im nächsten Zimmer.
Vorlage S. 819
1243
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 819
1244
O herrlich ausgedacht! Und mache ihn so zur Tunke.
Vorlage S. 819
1245
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 819
1246
Still! Er wacht auf.
Vorlage S. 819
1247
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 819
1248
Schlag' zu!
Vorlage S. 819
1249
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 819
1250
Nein, lass uns erst mit ihm reden.
Vorlage S. 820
1251
CLARENCE.
Vorlage S. 820
1252
Wo bist du, Wärter? Einen Becher Weins!
Vorlage S. 820
1253
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 820
1254
Ihr sollt Wein genug haben, Herr, im Augenblick.
Vorlage S. 820
1255
CLARENCE.
Vorlage S. 820
1256
Im Namen Gottes, wer bist du?
Vorlage S. 820
1257
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 820
1258
Ein Mensch, wie Ihr seid.
Vorlage S. 820
1259
CLARENCE.
Vorlage S. 820
1260
Doch nicht, wie ich bin, königlich.
Vorlage S. 820
1261
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 820
1262
Noch Ihr, wie wir sind, bürgerlich.
Vorlage S. 820
1263
CLARENCE.
Vorlage S. 820
1264
Dein Ruf ist Donner, doch dein Blick voll Demut.
Vorlage S. 820
1265
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 820
1266
Des Königs ist mein Ruf, mein Blick mein eigen.
Vorlage S. 820
1267
CLARENCE.
Vorlage S. 820
1268
Wie dunkel und wie tödlich sprichst du doch!
Vorlage S. 820
1269
Eu'r Auge droht mir: warum seht ihr bleich?
Vorlage S. 820
1270
Wer hat euch hergesandt? Weswegen kommt ihr?
Vorlage S. 820
1271
BEIDE.
Vorlage S. 820
1272
Um, um, um –
Vorlage S. 820
1273
CLARENCE.
Vorlage S. 820
1274
Mich zu ermorden?
Vorlage S. 820
1275
BEIDE.
Vorlage S. 820
1276
Ja, ja.
Vorlage S. 820
1277
CLARENCE.
Vorlage S. 820
1278
Ihr habt, mir das zu sagen, kaum das Herz
Vorlage S. 820
1279
Und könnt drum, es zu tun, das Herz nicht haben.
Vorlage S. 820
1280
Was, meine Freunde, tat ich euch zu nah?
Vorlage S. 820
1281
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 820
1282
Dem König tatet Ihr zu nah, nicht uns.
Vorlage S. 820
1283
CLARENCE.
Vorlage S. 820
1284
Ich söhne mich noch wieder aus mit ihm.
Vorlage S. 820
1285
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 820
1286
Niemals, Mylord, drum schickt Euch an zum Tod.
Vorlage S. 820
1287
CLARENCE.
Vorlage S. 820
1288
Erlas man euch aus einer Welt von Menschen
Vorlage S. 820
1289
Zum Mord der Unschuld? Was ist mein Vergeh'n?
Vorlage S. 820
1290
Wo ist das Zeugnis, welches mich verklagt?
Vorlage S. 820
1291
Was für Geschworne reichten ihr Gutachten
Vorlage S. 820
1292
Dem finstern Richter ein? Den bittern Spruch,
Vorlage S. 820
1293
Wer fällt' ihn zu des armen Clarence Tod?
Vorlage S. 820
1294
Eh' mich der Lauf des Rechtes überführt,
Vorlage S. 820
1295
Ist, mir den Tod zu drohn, höchst widerrechtlich
Vorlage S. 820
1296
Ich sag' euch, wo ihr hofft auf die Erlösung
Vorlage S. 820
1297
Durch Christi teures Blut, für uns vergossen:
Vorlage S. 820
1298
Begebt euch weg und legt nicht Hand an mich!
Vorlage S. 820
1299
Die Tat, die ihr im Sinn habt, ist verdammlich.
Vorlage S. 820
1300
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 820
1301
Was wir tun wollen, tun wir auf Befehl.
Vorlage S. 820
1302
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 820
1303
Und er, der so befahl, ist unser König.
Vorlage S. 820
1304
CLARENCE.
Vorlage S. 820
1305
Mißleiteter Vasall! Der große König
Vorlage S. 821
1306
Der Kön'ge spricht in des Gesetzes Tafel:
Vorlage S. 821
1307
»Du sollst nicht töten.« Willst du sein Gebot
Vorlage S. 821
1308
Denn höhnen und ein menschliches vollbringen?
Vorlage S. 821
1309
Gib acht! Er hält die Rach' in seiner Hand
Vorlage S. 821
1310
Und schleudert sie aufs Haupt der Übertreter.
Vorlage S. 821
1311
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 821
1312
Und selb'ge Rache schleudert er auf dich
Vorlage S. 821
1313
Für falschen Meineid und für Mord zugleich.
Vorlage S. 821
1314
Du nahmst das Sakrament darauf, zu fechten
Vorlage S. 821
1315
Im Streite für das Haus von Lancaster.
Vorlage S. 821
1316
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 821
1317
Und als Verräter an dem Namen Gottes
Vorlage S. 821
1318
Brachst du den Eid, und dein verrät'risch Eisen
Vorlage S. 821
1319
Riss auf den Leib dem Sohne deines Herrn.
Vorlage S. 821
1320
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 821
1321
Dem du geschworen hattest Lieb' und Schutz.
Vorlage S. 821
1322
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 821
1323
Wie hältst du Gottes furchtbar Wort uns vor,
Vorlage S. 821
1324
Das du gebrochen in so hohem Maß?
Vorlage S. 821
1325
CLARENCE.
Vorlage S. 821
1326
Ach! Wem zu lieb tat ich die üble Tat?
Vorlage S. 821
1327
Für Eduard, meinen Bruder, ihm zu lieb.
Vorlage S. 821
1328
Er schickt euch nicht, um dafür mich zu morden;
Vorlage S. 821
1329
Denn diese Schuld drückt ihn so schwer wie mich.
Vorlage S. 821
1330
Wenn Gott gerochen sein will für die Tat,
Vorlage S. 821
1331
O dennoch wisst, er tut es öffentlich:
Vorlage S. 821
1332
Nehmt nicht die Sach' aus seinem mächt'gen Arm;
Vorlage S. 821
1333
Er braucht nicht krumme, unrechtmäß'ge Wege,
Vorlage S. 821
1334
Um die, so ihn beleidigt, wegzuräumen.
Vorlage S. 821
1335
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 821
1336
Was machte dich zum blut'gen Diener denn,
Vorlage S. 821
1337
Als, hold erwachsend, jener Fürstensproß,
Vorlage S. 821
1338
Plantagenet, von dir erschlagen ward?
Vorlage S. 821
1339
CLARENCE.
Vorlage S. 821
1340
Die Bruderliebe, Satan und mein Grimm.
Vorlage S. 821
1341
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 821
1342
Dein Bruder, unsre Pflicht und dein Vergeh'n
Vorlage S. 821
1343
Berufen jetzt uns her, dich zu erwürgen.
Vorlage S. 821
1344
CLARENCE.
Vorlage S. 821
1345
Ist euch mein Bruder lieb, so haßt mich nicht:
Vorlage S. 821
1346
Ich bin sein Bruder, und ich lieb' ihn treu.
Vorlage S. 821
1347
Seid ihr um Lohn gedungen, so kehrt um,
Vorlage S. 821
1348
Und wendet euch an meinen Bruder Gloster;
Vorlage S. 821
1349
Der wird euch besser lohnen für mein Leben,
Vorlage S. 821
1350
Als Eduard für die Zeitung meines Todes.
Vorlage S. 821
1351
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 821
1352
Ihr irrt Euch sehr, Eu'r Bruder Gloster haßt Euch.
Vorlage S. 822
1353
CLARENCE.
Vorlage S. 822
1354
O nein! Er liebt mich, und er hält mich wert.
Vorlage S. 822
1355
Geht nur von mir zu ihm!
Vorlage S. 822
1356
BEIDE.
Vorlage S. 822
1357
Das woll'n wir auch.
Vorlage S. 822
1358
CLARENCE.
Vorlage S. 822
1359
Sagt ihm, als unser edler Vater York
Vorlage S. 822
1360
Uns drei gesegnet mit siegreichem Arm
Vorlage S. 822
1361
Und herzlich uns beschworen, uns zu lieben,
Vorlage S. 822
1362
Gedacht' er wenig der getrennten Freundschaft.
Vorlage S. 822
1363
Mahnt Glostern daran nur, und er wird weinen.
Vorlage S. 822
1364
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 822
1365
Mühlsteine, ja, wie er uns weinen lehrte.
Vorlage S. 822
1366
CLARENCE.
Vorlage S. 822
1367
O nein! verleumd' ihn nicht, denn er ist mild.
Vorlage S. 822
1368
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 822
1369
Recht!
Vorlage S. 822
1370
Wie Schnee der Frucht. – Geht, Ihr betrügt Euch selbst:
Vorlage S. 822
1371
Er ist's, der uns gesandt, Euch zu vertilgen.
Vorlage S. 822
1372
CLARENCE.
Vorlage S. 822
1373
Es kann nicht sein: er weinte um mein Unglück,
Vorlage S. 822
1374
Schloß in die Arme mich und schwor mit Schluchzen,
Vorlage S. 822
1375
Mir eifrig meine Freiheit auszuwirken.
Vorlage S. 822
1376
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 822
1377
Das tut er ja, da aus der Erde Knechtschaft
Vorlage S. 822
1378
Er zu des Himmels Freuden Euch erlöst.
Vorlage S. 822
1379
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 822
1380
Herr, söhnt Euch aus mit Gott, denn Ihr müsst sterben.
Vorlage S. 822
1381
CLARENCE.
Vorlage S. 822
1382
Hast du die heil'ge Regung in der Seele,
Vorlage S. 822
1383
Dass du mit Gott mich auszusöhnen mahnst,
Vorlage S. 822
1384
Und bist der eignen Seele doch so blind,
Vorlage S. 822
1385
Dass du, mich mordend, Gott bekriegen willst?
Vorlage S. 822
1386
Ach Leute! denkt, dass, der euch angestiftet,
Vorlage S. 822
1387
Die Tat zu tun, euch um die Tat wird hassen.
Vorlage S. 822
1388
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 822
1389
Was soll'n wir tun?
Vorlage S. 822
1390
CLARENCE.
Vorlage S. 822
1391
Bereut und schafft eu'r Heil!
Vorlage S. 822
1392
Wer von euch, wär' er eines Fürsten Sohn,
Vorlage S. 822
1393
Vermauert von der Freiheit, wie ich jetzt,
Vorlage S. 822
1394
Wofern zwei solche Mörder zu ihm kämen,
Vorlage S. 822
1395
Bät' um sein Leben nicht? So wie ihr bätet,
Vorlage S. 822
1396
Wär't ihr in meiner Not, –
Vorlage S. 822
1397
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 822
1398
Bereun? Das wäre memmenhaft und weibisch.
Vorlage S. 822
1399
CLARENCE.
Vorlage S. 822
1400
Nicht zu bereun ist viehisch, wild und teuflisch.
Vorlage S. 823
1401
Mein Freund, ich spähe Mitleid dir im Blick:
Vorlage S. 823
1402
Wofern dein Auge nicht ein Schmeichler ist,
Vorlage S. 823
1403
So tritt auf meine Seit' und bitt' für mich.
Vorlage S. 823
1404
Rührt jeden Bettler nicht ein Prinz, der bittet?
Vorlage S. 823
1405
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 823
1406
Seht hinter Euch, Mylord.
Vorlage S. 823
1407
ERSTER MÖRDER
Vorlage S. 823
1408
ersticht ihn.
Vorlage S. 823
1409
Nehmt das und das; reicht alles noch nicht hin,
Vorlage S. 823
1410
So tauch'ich Euch ins Malvasierfaß draußen.
Vorlage S. 823
1411
Mit der Leiche ab.
Vorlage S. 823
1412
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 823
1413
O blut'ge Tat, verzweiflungsvoll verübt!
Vorlage S. 823
1414
Gern, wie Pilatus, wüsch' ich meine Hände
Vorlage S. 823
1415
Von diesem höchst verruchten sünd'gen Mord.
Vorlage S. 823
1416
Der erste Mörder kommt zurück.
Vorlage S. 823
1417
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 823
1418
Wie nun? Was denkst du, dass du mir nicht hilfst?
Vorlage S. 823
1419
Bei Gott, der Herzog soll dein Zögern wissen.
Vorlage S. 823
1420
ZWEITER MÖRDER.
Vorlage S. 823
1421
Wüßt' er, dass ich gerettet seinen Bruder!
Vorlage S. 823
1422
Nimm du den Lohn und meld' ihm, was ich sage;
Vorlage S. 823
1423
Denn mich gereut am Herzog dieser Mord.
Vorlage S. 823
1424
Ab.
Vorlage S. 823
1425
ERSTER MÖRDER.
Vorlage S. 823
1426
Nicht ich; geh, feige Memme, die du bist! –
Vorlage S. 823
1427
Ich will in einem Loch die Leiche bergen,
Vorlage S. 823
1428
Bis dass der Herzog sie begraben lässt;
Vorlage S. 823
1429
Und hab' ich meinen Sold, so will ich fort:
Vorlage S. 823
1430
Dies kommt heraus, drum meid' ich diesen Ort.
Vorlage S. 823
1431
Ab.
Vorlage S. 823

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Gewiss, gewiss! und das wird Clarence auch: Die Eure Feinde …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Ich bin's, doch größre Pein find' ich in meinem Bann, Als mir der Tod kann bringen, weil ich blieb.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

4. Welcher Ausschnitt enthält eine ausdrückliche Verneinung oder einen Ausschluss? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗ Textstelle 5 ↗ Textstelle 6 ↗ Textstelle 7 ↗ Textstelle 8 ↗ Textstelle 9 ↗ Textstelle 10 ↗ Textstelle 11 ↗ Textstelle 12 ↗ Textstelle 13 ↗

5. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Kann denn ein schlichter Mann nicht harmlos leben, Dass nicht sein redlich Herz mißhandelt würde Von seidnen, schlauen, schmeichlerischen Gecken?«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Eduard, dein Sohn, der jetzo Prinz von Wales,« B: »Ihr Herrn, seht, seht! des toten Heinrichs Wunden« C: »Ich will nichts damit zu schaffen haben, es ist ein gefährlich Ding, es macht einen zur Memme.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

9. Welche Sprecherangabe gehört im Kapitel zu diesen Worten? »Kein Wunder, Herr, dass Ihr Euch drob entsetzt;«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Er ist's, der uns …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Und feind den eitlen Freuden dieser Tage«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Und feind den eitlen Freuden dieser Tage« und »Nehmt nicht die Sach' aus seinem mächt'gen Arm«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Nicht als mein Vater York und Eduard weinten«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Nun ward der Winter unsers Mißvergnügens«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Sie kann noch mehr als dieses leugnen, Herr:«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Dies kommt heraus, drum meid' ich diesen Ort.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

König Richard III.

William Shakespeare: Sämtliche Werke in vier Bänden. Band 3, Herausgegeben von Anselm Schlösser. Berlin: Aufbau, 1975. Shakespeare, William 791- Berlin

Das Werk König Richard III. von Shakespeare, William ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Englisch

Englischer Originaltext in der digitalen Project-Gutenberg-Ausgabe. Die Vorlage nennt keine historische Druckausgabe. Unterschiedliche Bühnenfassungen, Szenenteilungen und historische Übersetzungen können voneinander abweichen. Keine Behauptung einer Erstfassung oder zeilengetreuen Entsprechung. Wortlaut, Rechtschreibung und Interpunktion dieser Quelle bleiben erhalten; nur HTML-Layout wird in Lesetext übertragen.

William Shakespeare: King Richard III. Project Gutenberg eBook 1503. Originalsprache Englisch; digitale Quelle unverändert archiviert.

Autorschaft und Ausgabe: William Shakespeare

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