Der Rhapsode Ion erläutert Sokrates seine besondere Begeisterung für Homer. Das Gespräch fragt, ob dichterische und vortragende Kunst auf fachlichem Wissen oder auf Inspiration beruhen.
Philosophischer DialogKlasse 11–131 Abschnitte
Platon – antike Büste — Antikes Bildnis zur Autorschaft; Fotografie von Osama Shukir Muhammed Amin. · Osama Shukir Muhammed Amin FRCP(Glasg) · CC BY-SA 4.0Bildquelle ↗
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Sokrates: Wahrhaftig schon oft, lieber Ion, habe ich euch Rhapsoden wegen eurer Kunst beneidet; denn wie wäre es nicht beneidenswert, dass ihr einerseits, was euer Äußeres anlangt, dasselbe stets so, dass es der Würde eurer Kunst entspricht, herausschmücken und so stattlich wie möglich angetan auftreten müsst, andererseits in die Notwendigkeit versetzt seid, euch neben vielen andern trefflichen Dichtern mit dem Homeros, dem trefflichsten und göttlichsten von allen, zu beschäftigen, und dass ihr nicht bloß seine Worte auswendig wissen, sondern auch seinen Sinn und Geist kennen müsst! Es kann nämlich doch wohl keiner für einen Rhapsoden gelten, wenn er nicht versteht, was der Dichter meint; denn der Rhapsode soll doch gerade seinen Zuhörern den Sinn und Geist des Dichters zum Verständnis bringen, und das kann er unmöglich gehörig tun, wenn er selber nicht versteht, was der Dichter meint. Dies alles also ist an euch beneidenswert.
Ion: Sehr wahr, lieber Sokrates. Mir für mein Teil hat daher dies auch die meiste Mühe gemacht bei meiner Kunst. Dafür glaube ich aber auch, dass ich jetzt am besten von allen Menschen über den Homeros zu reden weiß, so dass weder Metrodoros aus Lampsakos noch Stesimbrotos aus Thasos noch Glaukon noch irgend ein anderer, so viele je gelebt haben, so viele schöne Gedanken über den Homeros vorzubringen vermocht hat, als ich es vermag.
Sokrates: Das ist ja herrlich, lieber Ion; denn ich darf sonach offenbar zuversichtlich hoffen, dass du mir ein Probestück von ihnen nicht vorenthalten wirst.
Ion: Gewiss nicht, und es lohnt auch schon der Mühe zu hören, wie schön ich den Homeros zu verherrlichen weiß, so dass ich wohl meine, ich verdiente von seinen Verehrern mit einem goldenen Kranze bekränzt zu werden.
Sokrates: Jedenfalls werde ich mir auch noch die Zeit nehmen, dergleichen von dir zu hören. Für jetzt aber beantworte mir nur die Frage, ob du bloß in bezug auf den Homeros zu solchen Auseinandersetzungen so geschickt bist oder auch in bezug auf Hesiodos und Archilochos?
Sokrates: Wie steht es nun aber bei Dingen, über welche sie nicht dasselbe sagen! So sagt doch wohl z.B. Homeros etwas über die Seherkunst und ebenso wieder Hesiodos etwas?
Sokrates: Wie nun? Was diese beiden Dichter übereinstimmend mit einander und was sie abweichend von einander über die Seherkunst sagen, würdest du das besser auszulegen imstande sein oder einer von den tüchtigen Sehern?
Sokrates: Wenn nun aber du selbst ein Seher wärest, würdest du dann nicht, wie du dann das übereinstimmend von ihnen Gesagte auszulegen wüsstest, so auch ihre abweichenden Behauptungen auszulegen verstehen?
Sokrates: Wie ist es nun aber da in aller Welt möglich, dass du trotzdem jetzt nur hinsichtlich des Homeros die in Rede stehende Geschicklichkeit besitzest, hinsichtlich des Hesiodos aber und der anderen Dichter nicht? Oder spricht Homeros etwa über andere Gegenstände als andere Dichter auch? Handelt er nicht meistens vom Kriege und vom gegenseitigen Verkehre guter und schlechter, unkundiger und kundiger Menschen, von der Art, wie die Götter mit einander, und wie sie mit den Menschen umgehen, von den Begegnissen im Himmel und in der Unterwelt, von den Geburten der Götter und der Helden? Sind das nicht so die Gegenstände, über welche Homeros seine Dichtungen verfasst hat?
Sokrates: Wenn nun aber, mein teueres Haupt Ion, unter vielen, die über eine Zahl sprechen, einer am besten spricht, da wird es doch auch wohl jemanden geben, der es zu beurteilen vermag, wer derjenige ist, welcher sich richtig über diesen Gegenstand äußert?
Sokrates: Und wird dies nicht derselbe sein, welcher es auch zu beurteilen vermag, wer diejenigen sind, welche sich verkehrt über ihn äußern, oder ein anderer?
Sokrates: Und wie weiter? Wenn unter vielen, welche darüber reden, von welcher Beschaffenheit Speisen sein müssen, um der Gesundheit zuträglich zu sein, einer am besten spricht, – wird es da ein anderer sein, welcher diesen letzteren zu erkennen und zu beurteilen vermag, dass er wirklich am besten spricht, und ein anderer, welcher den mangelhafter Sprechenden als solchen erkennt, oder derselbe?
Sokrates: Sollen wir demnach nicht überhaupt sagen, dass stets da, wo viele über denselben Gegenstand sprechen, es ein und derselbe sein wird, welcher zu erkennen und zu beurteilen vermag, wer über ihn richtig, und wer verkehrt redet, und dass, wenn einer den letzteren nicht herauszuerkennen vermag, er offenbar auch den ersteren nicht herauserkennen wird?
Sokrates: Sagtest du nicht, dass Homeros und die anderen Dichter, unter denen auch Hesiodos und Archilochos sind, über dieselben Gegenstände sprächen, aber nicht gleich gut, sondern jener vortrefflich, diese aber mangelhafter?
Sokrates: Wenn du nun aber jenen in jener Eigenschaft zu erkennen und zu beurteilen vermagst, so musst du sonach auch diese in dieser zu erkennen und zu beurteilen vermögen.
Sokrates: Folglich, mein Bester, werden wir keinen Irrtum begehen, wenn wir behaupten, Ion sei gleich geschickt in der Beurteilung und Auslegung des Homeros und in der aller anderen Dichter, sofern er ja doch selbst zugesteht, dass ein und derselbe ein ausreichender Beurteiler aller sein werde, welche über dieselben Gegenstände reden, die Dichter aber redeten so ziemlich alle über dieselben Gegenstände.
Ion: Aber was ist denn da wohl in aller Welt der Grund davon, mein Sokrates, dass, wenn jemand über irgend einen anderen Dichter mit mir spricht, ich weder aufmerke noch auch imstande bin, irgend etwas zu diesem Gespräche beizusteuern, sondern geradezu wie im Traume bin, und dass dagegen, wenn jemand des Homeros erwähnt, ich sofort wach bin und aufmerke und nie in Verlegenheit darüber bin, was ich reden soll?
Sokrates: Das ist nicht schwer zu erraten, Freund; sondern jedermann leuchtet es ein, dass du mit Kunst und Wissenschaft über den Homeros zu sprechen unfähig bist; denn stände es anders, so müsstest du ebenso auch über alle andern Dichter zu reden imstande sein. Es gibt nämlich doch wohl eine Dichtkunst als Ganzes? Nicht wahr?
Sokrates: Findet nun nicht, wenn man ebenso auch eine jede andere Kunst als ein Ganzes nimmt, bei allen Künsten immer dieselbe Betrachtungsweise statt? Doch wie ich das meine, wünschest du wohl erst genauer von mir zu hören, Ion?
Sokrates: Ich wollte, du nenntest mich mit Recht so, Ion. Allein weise mögt wohl ihr Rhapsoden und Schauspieler sein und diejenigen, deren Gedichte ihr vortragt; ich aber rede nur eben so schlichthin die Wahrheit, wie es sich eben für einen schlichten Laien geziemt. Wenn du nämlich gleich die Frage nehmen willst, welche ich jetzt eben an dich richtete, so sieh nur, wie schlicht und laienhaft und jedermann verständlich es ist, wenn ich meinte, ob, wenn man eine jede Kunst als ein Ganzes fasst, wohl nicht eine und dieselbe Betrachtungsweise in allen Künsten herrscht. Lass sie uns nur nämlich einmal so fassen in unserer Untersuchung: Es gibt doch wohl eine Malerei als Ganzes?
Sokrates: Sahst du nun schon jemanden, welcher bei dem Polygnotos, dem Sohne des Aglaophon, fähig dazu war, aufzuzeigen, was er gut und was er schlecht gemalt habe, bei allen andern Malern aber dazu unfähig war, und der, wenn ihm jemand die Werke anderer Maler vorzeigte, wie im Traume war und sich in Verlegenheit befand, was er sagen sollte, und seinerseits nichts zum Gespräche beizusteuern wusste, wenn er aber über den Polygnotos, oder welchen anderen einzelnen Maler du sonst willst, seine Meinung äußern sollte, dann wach war und aufmerkte und gar nicht darum verlegen war, was er zu sagen hatte?
Sokrates: Oder wie? Steht es nicht ebenso bei der Bildhauerkunst? Oder sahst du schon jemanden, welcher beim Daidalos, dem Sohne des Metion, oder beim Epeios, dem Sohne des Panopeus, oder bei Theodoros aus Samos, oder bei sonst einem einzelnen Bildhauer fähig dazu war, auseinanderzusetzen, was er gut gearbeitet habe, bei den Werken aller anderen Bildhauer aber sich in Verlegenheit befand und wie im Traume war, indem er nicht wusste, was er sagen sollte?
Sokrates: Und ferner sollte ich denken, auch beim Flöten- und Zitherspiel und beim Gesang zur Zither und bei der Rhapsodenkunst steht es nicht anders: auch da sahst du gewiss niemals einen Mann, welcher fähig dazu war, die Kunst des Olympos oder des Thamyras oder des Orpheus oder des Phemios, des Rhapsoden von Ithaka, auszulegen, bei der des Ion aus Ephesos aber sich in Verlegenheit befand und nichts darüber vorzubringen wusste, inwiefern dieser seine Sache als Rhapsode gut oder schlecht mache.
Ion: Ich kann dir darin allerdings nicht widersprechen, Sokrates; aber dessen bin ich mir trotzdem bewusst, dass ich über den Homeros am besten von allen Menschen zu sprechen verstehe und nie um Stoff verlegen bin, und dass auch alle andern mir zugeben, ich wisse gut über ihn zu reden, und dass es dagegen hinsichtlich aller andern Dichter mit mir anders steht. Und so siehe du denn zu, worin hiervon der Grund liegt!
Sokrates: Nun, das tue ich ja schon, Ion:‡ ich stehe ja schon im Begriffe, dir zu zeigen, worin mir derselbe zu liegen scheint. Wie ich eben bereits sagte, es ist nicht eine Kunst, indem es nicht in deinem eignen Vermögen liegt, über den Homeros gut zu reden; sondern es ist eine göttliche Kraft, welche dich dabei treibt, gerade wie sie in dem Steine liegt, welchen Euripides den Magneten nannte, während er gewöhnlich der herakleiische heißt. Auch dieser Stein nämlich zieht nicht bloß selber die eisernen Ringe an, sondern er legt dieselbe Kraft auch in diese Ringe hinein; so dass sie ebendasselbe wie der Stein selbst zu tun vermögen, nämlich andere Ringe anzuziehen, so dass bisweilen eine gar lange Reihe solcher Eisenstücke aneinanderhängt: diesen allen ist dann diese Kraft von jenem Steine angehängt. Ebenso schafft auch die Muse selbst Begeisterte, und indem diese solche Begeisterung weiterverpflanzen, hängt sich an sie eine Kette anderer Begeisterter. Denn alle guten epischen Dichter singen jene ihre schönen Gedichte alle nicht vermöge bewußter Kunst, sondern als Begeisterte und Verzückte, und ebenso steht es mit den guten lyrischen Dichtern: gerade wie die vom Korybantentaumel Befallenen nicht mit klarer Besinnung ihre Tänze und Sprünge machen, so dichten auch sie nicht mit solcher ihre schönen Lieder; sondern wenn die Gewalt der Harmonie und des Rhythmus über sie kommt, so geraten sie gleichsam in einen bakchischen Taumel, – und gerade wie die Bakchantinnen nur im Zustande der Verzückung aus den Strömen Milch und Honig schöpfen, nicht aber wenn sie ihres Bewusstseins mächtig sind, so vermag auch der Liederdichter Seele nur in Begeisterung und Verzückung ein Ähnliches zu tun, wie sie auch selbst behaupten. Denn sie selbst sagen uns ja, dass sie aus honigströmenden Quellen der Musen schöpfen. Sie sagen uns auch, dass sie aus den Gärten und Tälern der Musen Honig sammeln und uns so ihre Lieder bringen wie die Bienen den Honig. Sie sagen uns auch, dass sie gleich den Bienen umherflattern. Und sie haben recht darin. Denn ein Dichter ist ein luftiges, leichtbeschwingtes und heiliges Wesen und nicht eher imstande zu dichten, als bis er in Begeisterung gekommen und außer sich geraten ist und die klare Vernunft nicht mehr in ihm wohnt: solange er aber diese klare Besinnung noch besitzt, ist jeder Mensch unfähig zu dichten und zu weissagen. Indem die Dichter also nicht vermöge menschlicher Kunst dichten und viel Schönes über die von ihnen behandelten Gegenstände sagen, gerade wie du über den Homeros, sondern vermöge göttlicher Führung, so vermag ein jeder das schön zu dichten, wozu die Muse ihn antrieb, der eine bloß Dithyramben, der andere Lobgesänge, der dritte Tanzlieder, der vierte Epen, der fünfte Iamben; zu allem anderen aber ist er untüchtig. Oder wäre dies etwa nicht ein Zeichen, dass nicht menschliche Kunst, sondern göttliche Kraft sie zu ihren Schöpfungen befähigt? Wenn sie vermöge bewußter Kunst über einen Gegenstand schön zu reden wüssten, so müssten sie es doch wohl ebenso gut auch wohl über alle anderen können. Deswegen vielmehr bedient sich der Gott, indem er ihnen die klare Besinnung raubt, ihrer sowie auch der göttlichen Wahrsager und Seher als seiner Diener und Werkzeuge, damit wir, die wir sie hören, wissen, dass nicht sie selbst, denen ja ein klares Bewusstsein nicht innewohnt, es sind, welche so Wertvolles zu uns reden, sondern dass der Gott selber es ist, der da redet und durch sie zu uns spricht. Den stärksten Beweis für diese meine Behauptung gibt Tynnichos aus Chalkis, der nie irgend ein anderes Gedicht verfasste, welches jemand für der Erwähnung wert halten möchte, doch aber jenen Paian, welchen jedermann singt, fast von allen Liedern das schönste, geradezu, wie er selbst sagt, eine Erfindung der Musen. Eben an ihm vor allen scheint mir der Gott gezeigt zu haben, auf dass wir gar nicht daran zweifeln können, dass alle jene schönen Dichtungen nicht menschlicher Art noch Menschenwerk, sondern göttlicher Art und Götterwerk und dass die Dichter nichts anderes als Dolmetsche der Götter sind, jeder ein willenloses Werkzeug des Gottes, der in ihm Sitz genommen. Um dies zu zeigen, sang der Gott absichtlich durch den schlechtesten Dichter das schönste Lied. Oder scheine ich dir nicht recht zu haben, Ion?
Ion: Ja, beim Zeus; denn du ergreifst mir, ich weiß nicht wie, mit deinen Reden meine Seele, Sokrates, und es scheinen mir in der Tat die guten Dichter unter göttlicher Führung lediglich die von den Göttern ihnen eingegebenen Gedanken zu verkündigen.
Sokrates: Halt, Ion, sage mir auch noch dies und beantworte mir unverhohlen, was ich dich fragen will: Wenn du epische Dichtungen wohl vorträgst und deine Zuhörer am meisten hinreißest, sei es nun, dass du vom Odysseus vorträgst, wie er auf die Schwelle springt, sich den Freiern zu erkennen gibt und die Pfeile vor seinen Füßen ausschüttet, oder vom Achilleus, wie er auf den Hektor losstürmt, oder auch etwas Rührendes von der Andromache oder Hekabe oder von Priamos: bist du dann deines völligen Bewusstseins mächtig, oder gerätst du außer dir, so dass deine Seele in ihrer Verzückung bei jenen Ereignissen gegenwärtig zu sein glaubt, mögen sie nun in Ithaka oder in Troia vor sich gehen oder wohin sie sonst das Gedicht versetzt?
Ion: Einen wie augenscheinlichen Beweis, lieber Sokrates, gibst du mir da für deine obige Behauptung! Denn ich will ganz unverhohlen zu dir sprechen. Ja doch, freilich, wenn ich etwas Rührendes vortrage, füllen sich meine Augen mit Tränen, und wenn ich vielmehr etwas Furchtbares und Schreckliches vortrage, dann sträuben sich mir die Haare vor Furcht, und es klopft mir das Herz.
Sokrates: Und was sollen wir da sagen, Ion? Etwa, derjenige Mensch sei seiner Besinnung mächtig, der da weint, während er doch mit buntem Gewände und goldenen Kränzen geschmückt und, ohne von diesen Herrlichkeiten etwas verloren zu haben, mitten unter frohen Opfern und Festen sich befindet, oder der sich fürchtet, während er doch unter mehr als zwanzigtausend befreundeten Leuten steht und ihn niemand berauben oder ihm sonst eine Unbill zufügen will?
Ion: Sehr wohl weiß ich das; denn ich sehe sie mir jedesmal oben von meiner Bühne herab an, wie sie weinen und finster dreinblicken und meine Erregung über den Inhalt des Vorgetragenen teilen. Es ist nämlich wohl natürlich, dass ich recht genau auf sie acht gebe, da ich, wenn ich sie gehörig zum Weinen gebracht habe, hinterher meinerseits lachen kann, weil ich dann Geld einnehme, wenn ich sie aber zum Lachen gebracht habe, dann hinterher meinerseits weinen muss, indem ich dann Geld einbüße.
Sokrates: Erkennst du nun, dass ein solcher Zuhörer der letzte von jenen Ringen ist, die, wie gesagt, die von dem Magneten ausgegangene Kraft wiederum von einander annehmen, der mittlere aber ein Rhapsode und Schauspieler, wie du, und der erste der Dichter selbst; Der Gott aber zieht durch alle diese Mittelglieder die Seele der Menschen, wohin er will, indem er seine Kraft auf den einen und dieser wieder auf den andern überträgt und so einer immer am anderen hängt. Und eine gar lange Kette von Ringen ist es auch hier, welche an die Muse als ihren Magnet sich anhängt; denn eine gar lange Reihe von Chorsängern und Chorlehrern und Unterlehrern hängt noch seitwärts neben euch an den Dichtern als den unmittelbar an der Muse hangenden Ringen. Und zwar hängt der eine Dichter an dieser, der andere an jener Muse; wir nennen das zwar: ›er ist von ihr ergriffen‹, aber dies läuft ja auch ziemlich auf dasselbe hinaus, denn er wird doch eben auch von ihr festgehalten. Und ebenso geht es nun auch mit den folgenden Ringen. Andere hängen an anderen Dichtem und werden von ihnen begeistert, ein Teil am Orpheus, ein anderer am Musaios, die meisten aber werden vom Homeros ergriffen und festgehalten. Von diesen bist du, Ion, einer, bist gleichsam ein von Homeros Ergriffener und Besessener, so dass, wenn jemand von irgend einem anderen Dichter etwas vorträgt, du wie im Schlafe bist und nichts darüber zu sagen weißt, wenn aber jemand eine Weise von diesem Dichter ertönen lässt, sogleich wach bist und deine Seele jubelt und dir der Rede Fülle zu Gebote steht. Denn eben, wie gesagt, nicht vermöge menschlicher Kunst und Einsicht vermagst du über den Homeros zu sagen, was du vermagst, sondern vermöge göttlicher Führung und Begeisterung; und gleichwie die vom Korybantentaumel Ergriffenen nur für eine solche Weise ein scharfes Ohr haben, welche von dem Gotte herstammt, von dem sie besessen sind, und wenn eine solche ertönt, in immer neue Gebärden, Bewegungen und Worte ausbrechen und nie um sie in Verlegenheit sind, um alle anderen Weisen aber sich gar nicht kümmern, – ebenso bist daher auch du, Ion, wenn jemand des Homeros gedenkt, nicht in Verlegenheit, was du sagen sollst, wohl aber bei anderen Dichtern. Ich wiederhole also: der Grund dessen, wonach du mich fragst, nämlich weshalb du über den Homeros zu reden gar nicht in Verlegenheit bist, wohl aber über die anderen Dichter, – ist der, dass du nicht durch Kunst, sondern durch göttliche Führung ein so gewaltiger Lobredner des Homeros bist.
Ion: Das klingt zwar recht schön, Sokrates; indessen sollte es mich doch wundern, wenn es so schön klänge, dass du mich überzeugtest, was ich zur Verherrlichung des Homeros zu sagen weiß, vermöchte ich nur in einem gleichsam besessenen und meiner Besinnung nicht mächtigen Zustande vorzubringen; und ich denke, auch du selbst würdest es nicht glauben, wenn du mich über den Homeros reden hörtest.
Sokrates: Nun, ich will dich ja auch hören; zuvor jedoch musst du mir noch erst folgende Frage beantworten: Über welche von den Gegenständen, von denen Homeros handelt, weißt du gut zu reden? Gewiss doch nicht über alle?
Sokrates: Spricht denn nicht Homeros über allerlei Künste an vielen Stellen und vielerlei? Wie z.B. über die Kunst des Wagenlenkens? Wenn ich mich der Verse noch erinnere, will ich sie dir hersagen.
Sokrates: So sage mir denn, was Nestor zu seinem Sohne Antilochos spricht, indem er ihn zur Vorsicht im Umlenken beim Wagenrennen zu Ehren des Patroklos ermahnt!
Sokrates: Nicht wahr, jeder Kunst nämlich ist von der Gottheit eine bestimmte Verrichtung zugewiesen, auf welche sie sich versteht? Denn worauf wir uns vermöge der Steuermannskunst verstehen, darauf verstehen wir uns doch wohl nicht auch vermöge der Heilkunst?
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Kontextbild zum Werk. Platon – antike Büste — Antikes Bildnis zur Autorschaft; Fotografie von Osama Shukir Muhammed Amin. · Osama Shukir Muhammed Amin FRCP(Glasg) · CC BY-SA 4.0Bildquelle ↗
Sokrates: Und so verhält es sich nun doch wohl mit allen Künsten: worauf wir uns vermöge der einen Kunst verstehen, darauf werden wir es nicht vermöge der andern? Nun beantworte mir aber noch erst folgende Frage: Nimmst du an, dass eine Kunst von der andern verschieden sei?
Sokrates: Und stimmst du nun auch meiner Erklärung bei, wenn ich die eine Kunst von der anderen insofern unterscheide, als die eine die Kunde von den einen und die andere von anderen Gegenständen ist?
Sokrates: Denn wenn eine jede Kunde von denselben Gegenständen wäre und man also durch eine jede dieselben Gegenstände kennenlernte, aus welchem Grunde sollte man dann wohl die eine mit diesem und die andere mit jenem Namen bezeichnen? Zum Beispiel so gut wie ich weiß, dass dies fünf Finger sind, ebenso gut weißt du hierüber ganz dasselbe wie ich, und wenn ich dich nun fragen wollte, ob wir beide dies vermöge einer und derselben Kunst, nämlich vermöge der Rechenkunst, wissen oder vermöge einer anderen, so würdest du jedenfalls antworten: vermöge einer und derselben.
Sokrates: Was ich also vorher bereits im Begriffe stand dich zu fragen, das beantworte mir nun, ob du nämlich in bezug auf alle Künste der Meinung bist, dass wir vermöge derselben Kunst notwendig dasselbe erkennen, vermöge einer andern aber nicht dasselbe, sondern, wenn sie wirklich eine andere ist, auch notwendig etwas anderes?
Sokrates: Wirst also hinsichtlich der Verse, welche du eben hersagtest, du oder ein Wagenlenker sich besser darauf verstehen, ob Homeros in ihnen sich richtig ausdrückt oder nicht?
Sokrates: Und wie weiter: wenn Homeros erzählt, dass dem verwundeten Machaon Hekamede, das Kebsweib des Nestor, einen Mischtrank gereicht habe, und wenn er sich dabei ungefähr folgendermaßen ausdrückt:
ist es da nun Sache der Heilkunst oder der Rhapsodenkunst, richtig zu erkennen oder zu beurteilen, ob Homeros sich hier angemessen ausdrückt oder nicht?
wollen wir da behaupten, dass es mehr Sache der Fischer- oder mehr der Rhapsodenkunst sei, zu beurteilen, was er eigentlich meint, und ob es richtig ist oder nicht?
Sokrates: Erwäge nun, wenn jetzt du die Rolle des Fragenden übernähmest und an mich die Frage richtetest: »Da du also, Sokrates, in bezug auf alle diese Künste in Homeros etwas findest, was einer jeden von ihnen allein zusteht zu beurteilen, – wohlan, so mache mir auch in betreff des Sehers und der Seherkunst ausfindig, wie das beschaffen ist, in bezug auf welches diesen die Entscheidung darüber zukommt, ob es gut oder schlecht vom Dichter dargestellt ist«; erwäge, sage ich, wie leicht und zutreffend ich dir diese Frage beantworten werde: Denn an vielen Stellen in der Odyssee handelt Homeros auch von dergleichen Dingen, z.B. wenn er den Theoklymenos, den Seher aus dem Geschlechte des Melampus, zu den Freiern sagen lässt:
Sokrates: Ja, und auch du tust ganz recht daran, lieber Ion, mir dies einzuräumen. Und wohlan nun, suche auch du mir, wie ich dir aus der Odyssee und Ilias herausgesucht habe, was Sache des Sehers und was des Arztes und was des Fischers ist, – so, sage ich, suche auch du mir, da du ja viel vertrauter mit den Gedichten des Homeros bist, aus ihnen heraus, was Sache des Rhapsoden, lieber Ion, und der Rhapsodenkunst ist, was sich für den Rhapsoden vor allen anderen Menschen in Betracht zu ziehen und zu beurteilen gebührt!
Sokrates: Aber vorhin gabst du mir doch zu, Ion: nicht alles. Oder bist du so vergeßlich? Und doch möchte es sich für einen Mann, der als Rhapsode auftritt, nicht ziemen, vergeßlich zu sein.
Sokrates: Unter diesen solcherlei Dingen verstehst du ja aber notwendig geradezu die Gegenstände aller anderen Künste. Und auf welcherlei Dinge soll sie sich denn verstehen, sofern sie sich ja nicht auf alles versteht?
Ion: Darauf, was sich geziemt, dächte ich, für einen Mann zu sprechen und was für ein Weib, was für einen Sklaven, was für einen Freien, was für einen Untertanen, und was für einen Gebieter.
Sokrates: Wird sich nun aber darauf, nach deiner Meinung, was sich für den Gebieter eines auf dem Meere vom Sturme bedrängten Schiffes zu sprechen geziemt, der Rhapsode besser verstehen oder der Steuermann?
Sokrates: Zum Beispiel, was sich für einen Sklaven, der ein Rinderhirte ist, zu sprechen geziemt, um die Rinder, wenn sie wild werden, zu beruhigen, darauf wird sich der Rhapsode verstehen, aber nicht der Rinderhirt?
Sokrates: Bist du doch vielleicht auch des Heerführens kundig, lieber Ion! Gesetzt nämlich, du verständest dich zugleich auf das Reiten und auf das Zitherspielen, so würdest du wissen, welches gut und welches schlecht zugerittene Pferde sind; wenn ich dich dann aber fragte, vermöge welcher von beiden Künsten weißt du dies zu unterscheiden, vermöge der, durch deren Besitz du ein Reiter bist, oder vermöge der, durch deren Besitz du ein Zitherspieler bist, – was würdest du mir da antworten?
Sokrates: Und ebenso würdest du, wenn du auch die guten Zitherspieler herauszuerkennen wüsstest, zugeben, es geschehe dies vermöge der Kunst, kraft deren du ein Zitherspieler und nicht ein Reiter bist?
Sokrates: Wenn anders du dich nun aber auf das Kriegswesen verstehst, geschieht dies dadurch, dass du der Heerführung kundig bist, oder dadurch, dass du ein guter Rhapsode bist?
Sokrates: Inwiefern meinst du keinen Unterschied? Glaubst du, dass die Kunst des Rhapsoden und die des Heerführers eine und dieselbe ist oder zweierlei?
Sokrates: Wie geht es nun aber in aller Welt um Gottes willen zu, Ion, dass du, wenn du doch in beidem der beste unter den Hellenen bist, als Feldherr und als Rhapsode, dass du da als Rhapsode umherziehst und nicht vielmehr Heere führst? Oder dünkt dich etwa, dass ein mit goldenem Kranze geschmückter Rhapsode ein dringendes Bedürfnis ist unter den Hellenen, ein Feldherr aber nicht?
Ion: Unsere Stadt, Sokrates, wird ja von euch beherrscht und ihre Heere von euch geführt, und sie bedarf daher eines Heerführers schlechterdings nicht. Euer Staat aber und der der Lakedaimonier dürfte mich eben nicht zum Feldherrn wählen; denn dazu glaubt ihr selbst tüchtige Leute genug zu haben.
Sokrates: Den, welchen die Athener oftmals zu ihrem Feldherrn gewählt haben, obwohl er ein Fremder war. Ferner den Phanosthenes aus Andres und den Herakleides aus Klazomenai, welche, obwohl sie Fremde sind, doch, nachdem sie sich als Männer gezeigt haben, die der Beachtung wert sind, von unserem Staat zu Feldherrnposten und anderen obrigkeitlichen Ämtern erhoben werden. Und doch sollte den Ion aus Ephesos unser Staat nicht zum Feldherrn wählen noch ihm Ehren und Würden übertragen wollen, auch wenn er ihm dazu geeignet erschiene? Und wie? Seid ihr Ephesier denn nicht ursprünglich selbst Athener, und stellt nicht Ephesos keiner anderen Stadt nach? Und wenn du, Ion, wirklich die Wahrheit sagst, dass du mit Kunst und Einsicht den Homeros zu verherrlichen vermagst, so tust du unrecht daran, dass du mir zuerst vorredest, wieviel schöne Dinge du über den Homeros zu sagen wüsstest, und mir ein Probestück davon zu geben versprichst, hinterher aber mich täuschest und, weit entfernt davon, mir ein solches wirklich zu geben, mir nicht einmal sagen willst, worin denn das besteht, worüber du so geschickt bist zu reden, solange ich dir auch darum angelegen habe, sondern geradezu wie Proteus alle möglichen Gestalten annimmst und alle möglichen Windungen nach oben und unten machst, bis du mir endlich entschlüpfst und mir als Heerführer wieder erscheinst, damit du mir eben nur kein Probestück abzulegen brauchst, wie stark du bist in der Weisheit des Homeros. Wenn du also wirklich als Kunstverständiger das eben Gesagte tust, mir erst ein Probestück hinsichtlich des Homeros versprichst und hinterher mich täuschest, so handelst du unrecht; wenn du aber kein Kunstverständiger bist, sondern vermöge göttlicher Führung am Homeros hangend ohne jede wirkliche Erkenntnis viel Schönes über den Dichter zu sagen weißt, wie ich von dir behauptete, so tust du kein Unrecht. Wähle also, ob du lieber von mir für einen ungerechten Mann gehalten sein willst oder für einen gottbegeisterten!
2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »letzteren zu erkennen und zu beurteilen vermag, dass er wirklich am besten spricht, und ein anderer, welcher den […] Sprechenden als solchen erkennt, oder derselbe«
3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Deswegen« in diesem Textausschnitt? »Deswegen vielmehr bedient sich der Gott, indem er ihnen die klare Besinnung raubt, ihrer sowie auch der göttlichen Wahrsager und Seher als seiner Diener und Werkzeuge, damit wir, die wir sie hören, wissen, dass nicht sie selbst, denen ja ein klares Bewusstsein nicht innewohnt, es«
4. Welcher Ausschnitt kennzeichnet eine Aussage ausdrücklich als Möglichkeit oder Vermutung? Achte auf die Formulierung; entscheide nicht, ob die Aussage tatsächlich wahr ist.
6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse.
A: »Ion: Vielleicht aber nur auf solcherlei Dinge nicht, Sokrates.«
B: »Ion: Ja, sei überzeugt, lieber Sokrates, über alle ohne Ausnahme.«
C: »Oder spricht Homeros etwa über andere Gegenstände als andere Dichter auch?«
8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Denn wie jener sie hielt, […] sie die Brust ihm am Halse,«
9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »obwohl« in diesem Textausschnitt? »Sokrates: Den, welchen die Athener oftmals zu ihrem Feldherrn gewählt haben, obwohl er ein Fremder war.«
2Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte
1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »wie schön ich den Homeros zu verherrlichen weiß, so dass ich wohl«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.
Impulse zur Selbstprüfung
Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.
2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »wie schön ich den Homeros zu verherrlichen weiß, so dass ich wohl« und »Sokrates: Dies Schönere wird dir demnach von mir zuteil, Ion, du seist ein gottbegeisterter, aber nicht ein kunstverständiger Lobredner des Homeros.«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.
Impulse zur Selbstprüfung
Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.
Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Sokrates: Und wenn eine andere, so ist «. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.
Impulse zur Selbstprüfung
Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.
Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
Wirkung als begründete Deutung formuliert
Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
3Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte
Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.
Niveau 1 · Einstieg
1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Von wo kommst du uns denn jetzt hergewandert?«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »weiß, vermöchte ich nur in einem gleichsam besessenen und meiner Besinnung nicht mächtigen Zustande vorzubringen; und ich denke, auch du selbst würdest es nicht glauben, wenn du mich über den Homeros reden hörtest«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Sokrates: Dies Schönere wird dir demnach von mir zuteil, Ion, du seist ein gottbegeisterter, aber nicht ein kunstverständiger Lobredner des Homeros.«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.
Impulse zur Selbstprüfung
Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.
Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Vollständiger altgriechischer Text der bezeichneten kritischen Edition. Quellschreibweise und editorische Zeichen bleiben erhalten; TEI-Struktur wird für die Anzeige umgesetzt. Abschnittsgrenzen folgen ausschließlich wirklichen Quellenunterteilungen. Historische deutsche Übersetzung und griechische Quellenedition haben eigenständige Gliederungen.
Platon; John Burnet (Quellenedition); Perseus Digital Library, Tufts University, CC BY-SA4.0.
Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.
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Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.