Deutsch · Abschnitt 2 von 6
Erster Aufzug
1 Erste Szene
Vorlage S. 264 2 Helsingör. Eine Terrasse vor dem Schlosse.
Vorlage S. 264 3 Francisco auf dem Posten. Bernardo tritt auf.
Vorlage S. 264 6 FRANCISCO.
Vorlage S. 264 7 Nein, mir antwortet: steht und gebt Euch kund!
Vorlage S. 264 9 Lang' lebe der König!
Vorlage S. 264 10 FRANCISCO.
Vorlage S. 264 11 Bernardo?
Vorlage S. 264 12 BERNARDO.
Vorlage S. 264 13 Er selbst.
Vorlage S. 264 14 FRANCISCO.
Vorlage S. 264 15 Ihr kommt gewissenhaft auf Eure Stunde.
Vorlage S. 264 16 BERNARDO.
Vorlage S. 264 17 Es schlug schon zwölf; mach' dich zu Bett, Francisco!
Vorlage S. 264 18 FRANCISCO.
Vorlage S. 264 19 Dank für die Ablösung! 's ist bitter kalt,
Vorlage S. 264 20 Und mir ist schlimm zu Mut.
Vorlage S. 264 21 BERNARDO.
Vorlage S. 264 22 War Eure Wache ruhig?
Vorlage S. 264 23 FRANCISCO.
Vorlage S. 264 24 Alles mausestill.
Vorlage S. 264 25 BERNARDO.
Vorlage S. 264 26 Nun, gute Nacht!
Vorlage S. 264 27 Venn Ihr auf meine Wachtgefährten stoßt,
Vorlage S. 264 28 Horatio und Marcellus, heißt sie eilen!
Vorlage S. 264 29 Horatio und Marcellus treten auf.
Vorlage S. 264 30 FRANCISCO.
Vorlage S. 264 31 Ich denk', ich höre sie. – He! halt! Wer da?
Vorlage S. 264 33 Freund dieses Bodens.
Vorlage S. 264 34 MARCELLUS.
Vorlage S. 264 35 Und Vasall des Dänen.
Vorlage S. 264 36 FRANCISCO.
Vorlage S. 264 37 Habt gute Nacht!
Vorlage S. 264 38 MARCELLUS.
Vorlage S. 264 39 O grüß' dich, wackrer Krieger:
Vorlage S. 264 40 Wer hat dich abgelöst?
Vorlage S. 264 41 FRANCISCO.
Vorlage S. 264 42 Bernardo hat den Posten.
Vorlage S. 264 43 Habt gute Nacht!
Vorlage S. 264 45 MARCELLUS.
Vorlage S. 264 46 Holla, Bernardo! Sprecht!
Vorlage S. 264 47 BERNARDO.
Vorlage S. 264 48 He, ist Horatio da?
Vorlage S. 264 50 Ein Stück von ihm.
Vorlage S. 265 51 BERNARDO.
Vorlage S. 265 52 Willkommen Euch! Willkommen, Freund Marcellus!
Vorlage S. 265 54 Nun, ist das Ding heut wiederum erschienen?
Vorlage S. 265 55 BERNARDO.
Vorlage S. 265 56 Ich habe nichts gesehn.
Vorlage S. 265 57 MARCELLUS.
Vorlage S. 265 58 Horatio sagt, es sei nur Einbildung,
Vorlage S. 265 59 Und will dem Glauben keinen Raum gestatten
Vorlage S. 265 60 An dieses Schreckbild, das wir zweimal sahn.
Vorlage S. 265 61 Deswegen hab' ich ihn hieher geladen,
Vorlage S. 265 62 Mit uns die Stunden dieser Nacht zu wachen,
Vorlage S. 265 63 Damit, wenn wieder die Erscheinung kommt,
Vorlage S. 265 64 Er unsern Augen zeug' und mit ihr spreche.
Vorlage S. 265 66 Pah, pah! Sie wird nicht kommen.
Vorlage S. 265 67 BERNARDO.
Vorlage S. 265 68 Setzt Euch denn,
Vorlage S. 265 69 Und lasst uns nochmals Euer Ohr bestürmen,
Vorlage S. 265 70 Das so verschanzt ist gegen den Bericht,
Vorlage S. 265 71 Was wir zwei Nächte sahn.
Vorlage S. 265 73 Gut, sitzen wir,
Vorlage S. 265 74 Und lasst Bernardo uns hievon erzählen!
Vorlage S. 265 75 BERNARDO.
Vorlage S. 265 76 Die allerletzte Nacht,
Vorlage S. 265 77 Als eben jener Stern, vom Pol gen Westen,
Vorlage S. 265 78 In seinem Lauf den Teil des Himmels hellte,
Vorlage S. 265 79 Wo jetzt er glüht: da sahn Marcell und ich,
Vorlage S. 265 80 Indem die Glocke eins schlug –
Vorlage S. 265 81 MARCELLUS.
Vorlage S. 265 82 O still! halt' ein! Sieh, wie's da wieder kommt!
Vorlage S. 265 83 Der Geist kommt.
Vorlage S. 265 84 BERNARDO.
Vorlage S. 265 85 Ganz die Gestalt wie der verstorbne König.
Vorlage S. 265 86 MARCELLUS.
Vorlage S. 265 87 Du bist gelehrt: sprich du mit ihm, Horatio!
Vorlage S. 265 88 BERNARDO.
Vorlage S. 265 89 Sieht's nicht dem König gleich? Schau's an, Horatio!
Vorlage S. 265 91 Ganz gleich; es macht mich starr vor Furcht und Staunen.
Vorlage S. 265 92 BERNARDO.
Vorlage S. 265 93 Es möchte angeredet sein.
Vorlage S. 265 94 MARCELLUS.
Vorlage S. 265 95 Horatio, sprich mit ihm!
Vorlage S. 265 97 Wer bist du, der sich dieser Nachtzeit anmaßt
Vorlage S. 265 98 Und dieser edlen krieg'rischen Gestalt,
Vorlage S. 265 99 Worin die Hoheit des begrabnen Dänmark
Vorlage S. 265 100 Weiland einherging? Ich beschwöre dich
Vorlage S. 265 101 Beim Himmel, sprich!
Vorlage S. 265 102 MARCELLUS.
Vorlage S. 265 103 Es ist beleidigt.
Vorlage S. 266 104 BERNARDO.
Vorlage S. 266 105 Seht, es schreitet weg.
Vorlage S. 266 106 HORATIO.
Vorlage S. 266 107 Bleib', sprich! Sprich, ich beschwör' dich, sprich!
Vorlage S. 266 108 Geist ab.
Vorlage S. 266 109 MARCELLUS.
Vorlage S. 266 110 Fort ist's und will nicht reden.
Vorlage S. 266 111 BERNARDO.
Vorlage S. 266 112 Wie nun, Horatio? Ihr zittert und seht bleich:
Vorlage S. 266 113 Ist dies nicht etwas mehr als Einbildung?
Vorlage S. 266 114 Was haltet Ihr davon?
Vorlage S. 266 115 HORATIO.
Vorlage S. 266 116 Bei meinem Gott, ich dürfte dies nicht glauben,
Vorlage S. 266 117 Hätt' ich die sichre, fühlbare Gewähr
Vorlage S. 266 118 Der eignen Augen nicht.
Vorlage S. 266 119 MARCELLUS.
Vorlage S. 266 120 Sieht's nicht dem König gleich?
Vorlage S. 266 121 HORATIO.
Vorlage S. 266 122 Wie du dir selbst.
Vorlage S. 266 123 Genauso war die Rüstung, die er trug,
Vorlage S. 266 124 Als er sich mit dem stolzen Norweg maß;
Vorlage S. 266 125 So dräut' er einst, als er in hartem Zweisprach
Vorlage S. 266 126 Aufs Eis warf den beschlitteten Polacken.
Vorlage S. 266 127 's ist seltsam.
Vorlage S. 266 128 MARCELLUS.
Vorlage S. 266 129 So schritt er, grad' um diese dumpfe Stunde,
Vorlage S. 266 130 Schon zweimal krieg'risch unsre Wacht vorbei.
Vorlage S. 266 131 HORATIO.
Vorlage S. 266 132 Wie dies bestimmt zu deuten, weiß ich nicht;
Vorlage S. 266 133 Allein so viel ich insgesamt erachte,
Vorlage S. 266 134 Verkündet's unserm Staat besondre Gärung.
Vorlage S. 266 135 MARCELLUS.
Vorlage S. 266 136 Nun setzt euch, Freunde, sagt mir, wer es weiß,
Vorlage S. 266 137 Warum dies aufmerksame strenge Wachen
Vorlage S. 266 138 Den Untertan des Landes nächtlich plagt?
Vorlage S. 266 139 Warum wird Tag für Tag Geschütz gegossen
Vorlage S. 266 140 Und in der Fremde Kriegsgerät gekauft?
Vorlage S. 266 141 Warum gepresst für Werfte, wo das Volk
Vorlage S. 266 142 Den Sonntag nicht vom sauren Werktag trennt?
Vorlage S. 266 143 Was gibt's, dass diese schweißbetriefte Eil'
Vorlage S. 266 144 Die Nacht dem Tage zur Gehülfin macht?
Vorlage S. 266 145 Kann jemand mich belehren?
Vorlage S. 266 146 HORATIO.
Vorlage S. 266 147 Ja, ich kann's;
Vorlage S. 266 148 Zum mind'sten heißt es so. Der letzte König
Vorlage S. 266 149 Ward, wie ihr wisst, durch Fortinbras von Norweg,
Vorlage S. 266 150 Den eifersücht'ger Stolz dazu gespornt,
Vorlage S. 266 151 Zum Kampf gefodert; unser tapfrer Hamlet
Vorlage S. 267 152 (Denn diese Seite der bekannten Welt
Vorlage S. 267 153 Hielt ihn dafür) schlug diesen Fortinbras,
Vorlage S. 267 154 Der laut dem untersiegelten Vertrag,
Vorlage S. 267 155 Bekräftiget durch Recht und Rittersitte,
Vorlage S. 267 156 Mit seinem Leben alle Länderei'n,
Vorlage S. 267 157 So er besaß, verwirkte an den Sieger;
Vorlage S. 267 158 Wogegen auch ein angemeßnes Teil
Vorlage S. 267 159 Von unserm König ward zum Pfand gesetzt,
Vorlage S. 267 160 Das Fortinbras anheim gefallen wäre,
Vorlage S. 267 161 Hätt' er gesiegt; wie durch denselben Handel
Vorlage S. 267 162 Und Inhalt der besprochnen Punkte seins
Vorlage S. 267 163 An Hamlet fiel. Der junge Fortinbras
Vorlage S. 267 164 Hat nun, von wildem Feuer heiß und voll,
Vorlage S. 267 165 An Norwegs Ecken hier und da ein Heer
Vorlage S. 267 166 Landloser Abenteurer aufgerafft,
Vorlage S. 267 167 Für Brot und Kost, zu einem Unternehmen,
Vorlage S. 267 168 Das Herz hat; welches denn kein andres ist
Vorlage S. 267 169 (Wie unser Staat das auch gar wohl erkennt),
Vorlage S. 267 170 Als durch die starke Hand und Zwang der Waffen
Vorlage S. 267 171 Die vorbesagten Land' uns abzunehmen,
Vorlage S. 267 172 Die so sein Vater eingebüßt: und dies
Vorlage S. 267 173 Scheint mir der Antrieb unsrer Zurüstungen,
Vorlage S. 267 174 Die Quelle unsrer Wachen und den Grund
Vorlage S. 267 175 Von diesem Treiben und Gewühl im Lande.
Vorlage S. 267 176 BERNARDO.
Vorlage S. 267 177 Nichts anders, denk' ich, ist's, als eben dies.
Vorlage S. 267 178 Wohl trifft es zu, dass diese Schreckgestalt
Vorlage S. 267 179 In Waffen unsre Wacht besucht, so ähnlich
Vorlage S. 267 180 Dem König, der der Anlass dieses Kriegs.
Vorlage S. 267 181 HORATIO.
Vorlage S. 267 182 Ein Stäubchen ist's, des Geistes Aug' zu trüben.
Vorlage S. 267 183 Im höchsten palmenreichsten Stande Roms,
Vorlage S. 267 184 Kurz vor dem Fall des großen Julius, standen
Vorlage S. 267 185 Die Gräber leer, verhüllte Tote schrien
Vorlage S. 267 186 Und wimmerten die röm'schen Gassen durch.
Vorlage S. 267 187 Dann feu'rgeschweifte Sterne, blut'ger Tau,
Vorlage S. 267 188 Die Sonne fleckig; und der feuchte Stern,
Vorlage S. 267 189 Des Einfluss waltet in Neptunus' Reich,
Vorlage S. 267 190 Krankt' an Verfinst'rung wie zum Jüngsten Tag.
Vorlage S. 267 191 Und eben solche Zeichen grauser Dinge
Vorlage S. 268 192 (Als Boten, die dem Schicksal stets vorangehn,
Vorlage S. 268 193 Und Vorspiel der Entscheidung, die sich naht)
Vorlage S. 268 194 Hat Erd' und Himmel insgemein gesandt
Vorlage S. 268 195 An unsern Himmelsstrich und Landsgenossen.
Vorlage S. 268 196 Der Geist kommt wieder.
Vorlage S. 268 197 Doch still! Schaut, wie's da wieder kommt! Ich kreuz' es,
Vorlage S. 268 198 Und sollt' es mich verderben. – Steh, Phantom!
Vorlage S. 268 199 Hast du Gebrauch der Stimm' und einen Laut:
Vorlage S. 268 200 Sprich zu mir!
Vorlage S. 268 201 Ist irgendeine gute Tat zu tun,
Vorlage S. 268 202 Die Ruh' dir bringen kann und Ehre mir:
Vorlage S. 268 203 Sprich zu mir!
Vorlage S. 268 204 Bist du vertraut mit deines Landes Schicksal,
Vorlage S. 268 205 Das etwa noch Voraussicht wenden kann:
Vorlage S. 268 206 O sprich!
Vorlage S. 268 207 Und hast du aufgehäuft in deinem Leben
Vorlage S. 268 208 Erpreßte Schätze in der Erde Schoß,
Vorlage S. 268 209 Wofür ihr Geister, sagt man, oft im Tode
Vorlage S. 268 210 Umhergeht: sprich davon! verweil' und sprich!
Vorlage S. 268 211 Der Hahn kräht.
Vorlage S. 268 212 Halt' es doch auf, Marcellus!
Vorlage S. 268 213 MARCELLUS.
Vorlage S. 268 214 Soll ich nach ihm mit der Hellbarde schlagen?
Vorlage S. 268 215 HORATIO.
Vorlage S. 268 216 Tu's, wenn's nicht stehen will!
Vorlage S. 268 217 BERNARDO.
Vorlage S. 268 218 's ist hier.
Vorlage S. 268 219 HORATIO.
Vorlage S. 268 220 's ist hier.
Vorlage S. 268 221 MARCELLUS.
Vorlage S. 268 222 's ist fort.
Vorlage S. 268 223 Geist ab.
Vorlage S. 268 224 Wir tun ihm Schmach, da es so majestätisch,
Vorlage S. 268 225 Wenn wir den Anschein der Gewalt ihm bieten.
Vorlage S. 268 226 Denn es ist unverwundbar wie die Luft,
Vorlage S. 268 227 Und unsre Streiche nur boshafter Hohn.
Vorlage S. 268 228 BERNARDO.
Vorlage S. 268 229 Es war am Reden, als der Hahn just krähte.
Vorlage S. 268 230 HORATIO.
Vorlage S. 268 231 Und da fuhr's auf, gleich einem sünd'gen Wesen
Vorlage S. 268 232 Auf einen Schreckensruf. Ich hab' gehört,
Vorlage S. 268 233 Der Hahn, der als Trompete dient dem Morgen,
Vorlage S. 268 234 Erweckt mit schmetternder und heller Kehle
Vorlage S. 269 235 Den Gott des Tages, und auf seine Mahnung,
Vorlage S. 269 236 Sei's in der See, im Feu'r, Erd' oder Luft,
Vorlage S. 269 237 Eilt jeder schweifende und irre Geist
Vorlage S. 269 238 In sein Revier; und von der Wahrheit dessen
Vorlage S. 269 239 Gab dieser Gegenstand uns den Beweis.
Vorlage S. 269 240 MARCELLUS.
Vorlage S. 269 241 Es schwand erblassend mit des Hahnes Kräh'n.
Vorlage S. 269 242 Sie sagen, immer wann die Jahrszeit naht,
Vorlage S. 269 243 Wo man des Heilands Ankunft feiert, singe
Vorlage S. 269 244 Die ganze Nacht durch dieser frühe Vogel.
Vorlage S. 269 245 Dann darf kein Geist umhergehn, sagen sie,
Vorlage S. 269 246 Die Nächte sind gesund, dann trifft kein Stern,
Vorlage S. 269 247 Kein Elfe faht, noch mögen Hexen zaubern:
Vorlage S. 269 248 So gnadevoll und heilig ist die Zeit.
Vorlage S. 269 249 HORATIO.
Vorlage S. 269 250 So hört' auch ich und glaube dran zum Teil.
Vorlage S. 269 251 Doch seht, der Morgen, angetan mit Purpur,
Vorlage S. 269 252 Betritt den Tau des hohen Hügels dort:
Vorlage S. 269 253 Lasst uns die Wacht aufbrechen, und ich rate,
Vorlage S. 269 254 Vertraun wir, was wir diese Nacht gesehn,
Vorlage S. 269 255 Dem jungen Hamlet; denn, bei meinem Leben,
Vorlage S. 269 256 Der Geist, so stumm für uns, ihm wird er reden.
Vorlage S. 269 257 Ihr willigt drein, dass wir ihm dieses melden,
Vorlage S. 269 258 Wie Lieb' uns nötigt und der Pflicht geziemt?
Vorlage S. 269 259 MARCELLUS.
Vorlage S. 269 260 Ich bitt' Euch, tun wir das; ich weiß, wo wir
Vorlage S. 269 261 Ihn am bequemsten heute finden werden.
Vorlage S. 269 263 Zweite Szene
Vorlage S. 269 264 Ein Staatszimmer im Schlosse.
Vorlage S. 269 265 Der König, die Königin, Hamlet, Polonius, Laertes, Voltimand, Cornelius, Herren vom Hofe und Gefolge.
Vorlage S. 269 267 Wiewohl von Hamlets Tod, des werten Bruders,
Vorlage S. 269 268 Noch das Gedächtnis frisch; und ob es unserm Herzen
Vorlage S. 269 269 Zu trauren ziemte, und dem ganzen Reich,
Vorlage S. 269 270 In eine Stirn des Grames sich zu falten;
Vorlage S. 269 271 So weit hat Urteil die Natur bekämpft,
Vorlage S. 269 272 Dass wir mit weisem Kummer sein gedenken,
Vorlage S. 269 273 Zugleich mit der Erinn'rung an uns selbst.
Vorlage S. 270 274 Wir haben also unsre weiland Schwester,
Vorlage S. 270 275 Jetzt unsre Königin, die hohe Witwe
Vorlage S. 270 276 Und Erbin dieses kriegerischen Staats,
Vorlage S. 270 277 Mit unterdrückter Freude, so zu sagen
Vorlage S. 270 278 Mit einem heitern, einem nassen Aug',
Vorlage S. 270 279 Mit Leichenjubel und mit Hochzeitklage,
Vorlage S. 270 280 In gleichen Schalen wägend Leid und Lust,
Vorlage S. 270 281 Zur Eh' genommen; haben auch hierin
Vorlage S. 270 282 Nicht eurer bessern Weisheit widerstrebt,
Vorlage S. 270 283 Die frei uns beigestimmt. – Für alles, Dank!
Vorlage S. 270 284 Nun, wisst ihr, hat der junge Fortinbras,
Vorlage S. 270 285 Aus Minderschätzung unsers Werts, und denkend,
Vorlage S. 270 286 Durch unsers teuren sel'gen Bruders Tod
Vorlage S. 270 287 Sei unser Staat verrenkt und aus den Fugen:
Vorlage S. 270 288 Gestützt auf diesen Traum von seinem Vorteil,
Vorlage S. 270 289 Mit Botschaft uns zu plagen nicht ermangelt
Vorlage S. 270 290 Um Wiedergabe jener Länderei'n,
Vorlage S. 270 291 Rechtskräftig eingebüßt von seinem Vater
Vorlage S. 270 292 An unsern tapfern Bruder. – So viel von ihm;
Vorlage S. 270 293 Nun von uns selbst und eurer Herberufung.
Vorlage S. 270 294 So lautet das Geschäft: wir schreiben hier
Vorlage S. 270 295 An Norweg, Ohm des jungen Fortinbras,
Vorlage S. 270 296 Der schwach, bettlägrig, kaum von diesem Anschlag
Vorlage S. 270 297 Des Neffen hört, desselben fernern Gang
Vorlage S. 270 298 Hierin zu hemmen; sintemal die Werbung,
Vorlage S. 270 299 Bestand und Zahl der Truppen, alles doch
Vorlage S. 270 300 Aus seinem Volk geschieht; und senden nun
Vorlage S. 270 301 Euch, wackrer Voltimand, und Euch, Cornelius,
Vorlage S. 270 302 Mit diesem Gruß zum alten Norweg hin,
Vorlage S. 270 303 Euch keine weitre Vollmacht übergebend,
Vorlage S. 270 304 Zu handeln mit dem König, als das Maß
Vorlage S. 270 305 Der hier erörterten Artikel zuläßt.
Vorlage S. 270 306 Lebt wohl, und Eil' empfehle euren Eifer!
Vorlage S. 270 307 CORNELIUS UND VOLTIMAND.
Vorlage S. 270 308 Hier, wie in allem, wollen wir ihn zeigen.
Vorlage S. 270 Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Hamlet. Prinz von Dänemark“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Print made by: Eugène Delacroix
Printed by: Bertauts
Published by: Dusacq & Cie
Published by: Michel Lévy frères
Published by: Laurent Antoine Pagnerre · Public domain Bildquelle ↗ 310 Wir zweifeln nicht daran. Lebt herzlich wohl!
Vorlage S. 270 311 Voltimand und Cornelius ab.
Vorlage S. 270 312 Und nun, Laertes, sagt, was bringt Ihr uns?
Vorlage S. 271 313 Ihr nanntet ein Gesuch: was ist's, Laertes?
Vorlage S. 271 314 Ihr könnt nicht von Vernunft dem Dänen reden,
Vorlage S. 271 315 Und Euer Wort verlieren. Kannst du bitten,
Vorlage S. 271 316 Was ich nicht gern gewährt', eh' du's verlangt?
Vorlage S. 271 317 Der Kopf ist nicht dem Herzen mehr verwandt,
Vorlage S. 271 318 Die Hand dem Munde dienstgefäll'ger nicht,
Vorlage S. 271 319 Als Dänmarks Thron es deinem Vater ist.
Vorlage S. 271 320 Was wünschest du, Laertes?
Vorlage S. 271 321 LAERTES.
Vorlage S. 271 322 Hoher Herr,
Vorlage S. 271 323 Vergünstigung, nach Frankreich rückzukehren,
Vorlage S. 271 324 Woher ich zwar nach Dänmark willig kam,
Vorlage S. 271 325 Bei Eurer Krönung meine Pflicht zu leisten;
Vorlage S. 271 326 Doch nun gesteh' ich, da die Pflicht erfüllt,
Vorlage S. 271 327 Strebt mein Gedank' und Wunsch nach Frankreich hin
Vorlage S. 271 328 Und neigt sich Eurer gnädigen Erlaubnis.
Vorlage S. 271 330 Erlaubt's der Vater Euch? Was sagt Polonius?
Vorlage S. 271 331 POLONIUS.
Vorlage S. 271 332 Er hat, mein Fürst, die zögernde Erlaubnis
Vorlage S. 271 333 Mir durch beharrlich Bitten abgedrungen,
Vorlage S. 271 334 Dass ich zuletzt auf seinen Wunsch das Siegel
Vorlage S. 271 335 Der schwierigen Bewilligung gedrückt.
Vorlage S. 271 336 Ich bitt' Euch, gebt Erlaubnis ihm zu gehn!
Vorlage S. 271 338 Nimm deine günst'ge Stunde: Zeit sei dein,
Vorlage S. 271 339 Und eigne Zierde; nutze sie nach Lust! –
Vorlage S. 271 340 Doch nun, mein Vetter Hamlet und mein Sohn –
Vorlage S. 271 342 beiseit.
Vorlage S. 271 343 Mehr als befreundet, weniger als Freund.
Vorlage S. 271 345 Wie, hängen stets noch Wolken über Euch?
Vorlage S. 271 347 Nicht doch, mein Fürst, ich habe zu viel Sonne.
Vorlage S. 271 348 KÖNIGIN.
Vorlage S. 271 349 Wirf, guter Hamlet, ab die nächt'ge Farbe,
Vorlage S. 271 350 Und lass dein Aug' als Freund auf Dänmark sehn!
Vorlage S. 271 351 Such' nicht beständig mit gesenkten Wimpern
Vorlage S. 271 352 Nach deinem edlen Vater in dem Staub:
Vorlage S. 271 353 Du weißt, es ist gemein: was lebt, muss sterben
Vorlage S. 271 354 Und Ew'ges nach der Zeitlichkeit erwerben.
Vorlage S. 271 356 Ja, gnäd'ge Frau, es ist gemein.
Vorlage S. 271 357 KÖNIGIN.
Vorlage S. 271 358 Nun wohl,
Vorlage S. 271 359 Weswegen scheint es so besonders dir?
Vorlage S. 271 361 Scheint, gnäd'ge Frau? Nein, ist; mir gilt kein »scheint«.
Vorlage S. 272 362 Nicht bloß mein düstrer Mantel, gute Mutter,
Vorlage S. 272 363 Noch die gewohnte Tracht von ernstem Schwarz,
Vorlage S. 272 364 Noch stürmisches Geseufz' beklemmten Odems,
Vorlage S. 272 365 Noch auch im Auge der ergieb'ge Strom,
Vorlage S. 272 366 Noch die gebeugte Haltung des Gesichts,
Vorlage S. 272 367 Samt aller Sitte, Art, Gestalt des Grames,
Vorlage S. 272 368 Ist das, was wahr mich kund gibt; dies scheint wirklich:
Vorlage S. 272 369 Es sind Gebärden, die man spielen könnte.
Vorlage S. 272 370 Was über allen Schein, trag' ich in mir;
Vorlage S. 272 371 All dies ist nur des Kummers Kleid und Zier.
Vorlage S. 272 373 Es ist gar lieb und Eurem Herzen rühmlich, Hamlet,
Vorlage S. 272 374 Dem Vater diese Trauerpflicht zu leisten.
Vorlage S. 272 375 Doch wisst, auch Eurem Vater starb ein Vater;
Vorlage S. 272 376 Dem seiner, und der Nachgelaßne soll,
Vorlage S. 272 377 Nach kindlicher Verpflichtung, ein'ge Zeit
Vorlage S. 272 378 Die Leichentrauer halten. Doch zu beharren
Vorlage S. 272 379 In eigenwill'gen Klagen, ist das Tun
Vorlage S. 272 380 Gottlosen Starrsinns; ist unmännlich Leid;
Vorlage S. 272 381 Zeigt einen Willen, der dem Himmel trotzt,
Vorlage S. 272 382 Ein unverschanztes Herz und wild Gemüt;
Vorlage S. 272 383 Zeigt blöden, ungelehrigen Verstand.
Vorlage S. 272 384 Wovon man weiß, es muss sein; was gewöhnlich
Vorlage S. 272 385 Wie das Gemeinste, das die Sinne rührt:
Vorlage S. 272 386 Weswegen das in mürr'schem Widerstande
Vorlage S. 272 387 Zu Herzen nehmen? Pfui! es ist Vergehn
Vorlage S. 272 388 Am Himmel; ist Vergehen an dem Toten,
Vorlage S. 272 389 Vergehn an der Natur; vor der Vernunft
Vorlage S. 272 390 Höchst töricht, deren allgemeine Predigt
Vorlage S. 272 391 Der Väter Tod ist, und die immer rief
Vorlage S. 272 392 Vom ersten Leichnam bis zum heut verstorbnen:
Vorlage S. 272 393 »Dies muss so sein.« Wir bitten, werft zu Boden
Vorlage S. 272 394 Dies unfruchtbare Leid, und denkt von uns
Vorlage S. 272 395 Als einem Vater; denn wissen soll die Welt,
Vorlage S. 272 396 Dass Ihr an unserm Thron der Nächste seid,
Vorlage S. 272 397 Und mit nicht minder Überschwang der Liebe,
Vorlage S. 272 398 Als seinem Sohn der liebste Vater widmet,
Vorlage S. 272 399 Bin ich Euch zugetan. Was Eure Rückkehr
Vorlage S. 273 400 Zur hohen Schul' in Wittenberg betrifft,
Vorlage S. 273 401 So widerspricht sie höchlich unserm Wunsch,
Vorlage S. 273 402 Und wir ersuchen Euch, beliebt zu bleiben,
Vorlage S. 273 403 Hier in dem milden Scheine unsers Aug's,
Vorlage S. 273 404 Als unser erster Hofmann, Vetter, Sohn.
Vorlage S. 273 405 KÖNIGIN.
Vorlage S. 273 406 Lass deine Mutter fehl nicht bitten, Hamlet:
Vorlage S. 273 407 Ich bitte, bleib' bei uns, geh nicht nach Wittenberg!
Vorlage S. 273 409 Ich will Euch gern gehorchen, gnäd'ge Frau.
Vorlage S. 273 411 Wohl, das ist eine liebe, schöne Antwort.
Vorlage S. 273 412 Seid wie wir selbst in Dänmark! – Kommt, Gemahlin!
Vorlage S. 273 413 Dies will'ge, freundliche Nachgeben Hamlets
Vorlage S. 273 414 Sitzt lächelnd um mein Herz; und dem zu Ehren
Vorlage S. 273 415 Soll das Geschütz heut jeden frohen Trunk,
Vorlage S. 273 416 Den Dänmark ausbringt, an die Wolken tragen,
Vorlage S. 273 417 Und wenn der König anklingt, soll der Himmel
Vorlage S. 273 418 Nachdröhnen ird'schem Donner. – Kommt mit mir!
Vorlage S. 273 419 König, Königin, Laertes und Gefolge ab.
Vorlage S. 273 421 O schmölze doch dies allzu feste Fleisch,
Vorlage S. 273 422 Zerging', und löst' in einen Tau sich auf!
Vorlage S. 273 423 Oder hätte nicht der Ew'ge sein Gebot
Vorlage S. 273 424 Gerichtet gegen Selbstmord! – O Gott! O Gott!
Vorlage S. 273 425 Wie ekel, schal und flach und unersprießlich
Vorlage S. 273 426 Scheint mir das ganze Treiben dieser Welt!
Vorlage S. 273 427 Pfui! pfui darüber! 's ist ein wüster Garten,
Vorlage S. 273 428 Der auf in Samen schießt; verworfnes Unkraut
Vorlage S. 273 429 Erfüllt ihn gänzlich. Dazu musst' es kommen!
Vorlage S. 273 430 Zwei Mond' erst tot! – nein, nicht so viel, nicht zwei;
Vorlage S. 273 431 Solch trefflicher Monarch! der neben diesem
Vorlage S. 273 432 Apoll bei einem Satyr; so meine Mutter liebend,
Vorlage S. 273 433 Dass er des Himmels Winde nicht zu rauh
Vorlage S. 273 434 Ihr Antlitz ließ berühren. Himmel und Erde!
Vorlage S. 273 435 Muss ich gedenken? Hing sie doch an ihm,
Vorlage S. 273 436 Als stieg' der Wachstum ihrer Lust mit dem,
Vorlage S. 273 437 Was ihre Kost war. Und doch, in einem Mond –
Vorlage S. 273 438 Lasst mich's nicht denken! – Schwachheit, dein Nam' ist Weib! –
Vorlage S. 273 439 Ein kurzer Mond; bevor die Schuh'verbraucht,
Vorlage S. 273 440 Womit sie meines Vaters Leiche folgte,
Vorlage S. 274 441 Wie Niobe, ganz Tränen – sie, ja sie;
Vorlage S. 274 442 O Himmel! würd' ein Tier, das nicht Vernunft hat,
Vorlage S. 274 443 Doch länger trauren. – Meinem Ohm vermählt,
Vorlage S. 274 444 Dem Bruder meines Vaters, doch ihm ähnlich
Vorlage S. 274 445 Wie ich dem Herkules: in einem Mond!
Vorlage S. 274 446 Bevor das Salz höchst frevelhafter Tränen
Vorlage S. 274 447 Der wunden Augen Röte noch verließ,
Vorlage S. 274 448 War sie vermählt! – O schnöde Hast, so rasch
Vorlage S. 274 449 In ein blutschänderisches Bett zu stürzen!
Vorlage S. 274 450 Es ist nicht, und es wird auch nimmer gut.
Vorlage S. 274 451 Doch brich, mein Herz! denn schweigen muss mein Mund.
Vorlage S. 274 452 Horatio, Bernardo und Marcellus treten auf.
Vorlage S. 274 453 HORATIO.
Vorlage S. 274 454 Heil Eurer Hoheit!
Vorlage S. 274 456 Ich bin erfreut. Euch wohl zu sehn.
Vorlage S. 274 457 Horatio – wenn ich nicht mich selbst vergesse?
Vorlage S. 274 458 HORATIO.
Vorlage S. 274 459 Ja, Prinz, und Euer armer Diener stets.
Vorlage S. 274 461 Mein guter Freund; vertauscht mir jenen Namen!
Vorlage S. 274 462 Was macht Ihr hier von Wittenberg, Horatio?
Vorlage S. 274 463 Marcellus?
Vorlage S. 274 464 MARCELLUS.
Vorlage S. 274 465 Gnäd'ger Herr –
Vorlage S. 274 467 Es freut mich, Euch zu sehn. Habt guten Abend!
Vorlage S. 274 468 Im Ernst, was führt Euch weg von Wittenberg?
Vorlage S. 274 469 HORATIO.
Vorlage S. 274 470 Ein müßiggängerischer Hang, mein Prinz.
Vorlage S. 274 472 Das möcht' ich Euren Feind nicht sagen hören,
Vorlage S. 274 473 Noch sollt Ihr meinem Ohr den Zwang antun,
Vorlage S. 274 474 Dass Euer eignes Zeugnis gegen Euch
Vorlage S. 274 475 Ihm gültig wär'. Ich weiß, Ihr geht nicht müßig.
Vorlage S. 274 476 Doch was ist Eu'r Geschäft in Helsingör?
Vorlage S. 274 477 Ihr sollt noch trinken lernen, eh' Ihr reist.
Vorlage S. 274 478 HORATIO.
Vorlage S. 274 479 Ich kam zu Eures Vaters Leichenfeier.
Vorlage S. 274 481 Ich bitte, spotte meiner nicht, mein Schulfreund;
Vorlage S. 274 482 Du kamst gewiss zu meiner Mutter Hochzeit.
Vorlage S. 274 483 HORATIO.
Vorlage S. 274 484 Fürwahr, mein Prinz, sie folgte schnell darauf.
Vorlage S. 274 486 Wirtschaft, Horatio! Wirtschaft! Das Gebackne
Vorlage S. 274 487 Vom Leichenschmaus gab kalte Hochzeitschüsseln.
Vorlage S. 274 488 Hätt' ich den ärgsten Feind im Himmel lieber
Vorlage S. 274 489 Getroffen, als den Tag erlebt, Horatio!
Vorlage S. 275 490 Mein Vater – mich dünkt, ich sehe meinen Vater.
Vorlage S. 275 491 HORATIO.
Vorlage S. 275 492 Wo, mein Prinz?
Vorlage S. 275 494 In meines Geistes Aug', Horatio.
Vorlage S. 275 495 HORATIO.
Vorlage S. 275 496 Ich sah ihn einst, er war ein wackrer König.
Vorlage S. 275 498 Er war ein Mann, nehmt alles nur in allem,
Vorlage S. 275 499 Ich werde nimmer seinesgleichen sehn.
Vorlage S. 275 500 HORATIO.
Vorlage S. 275 501 Mein Prinz, ich denk', ich sah ihn vor'ge Nacht.
Vorlage S. 275 503 Sah? wen?
Vorlage S. 275 504 HORATIO.
Vorlage S. 275 505 Mein Prinz, den König, Euren Vater.
Vorlage S. 275 507 Den König, meinen Vater?
Vorlage S. 275 508 HORATIO.
Vorlage S. 275 509 Beruhigt das Erstaunen eine Weil'
Vorlage S. 275 510 Durch ein aufmerksam Ohr; bis ich dies Wunder,
Vorlage S. 275 511 Auf die Bekräftigung der Männer hier,
Vorlage S. 275 512 Euch kann berichten.
Vorlage S. 275 514 Um Gottes willen, lasst mich hören!
Vorlage S. 275 515 HORATIO.
Vorlage S. 275 516 Zwei Nächte nach einander war's den beiden,
Vorlage S. 275 517 Marcellus und Bernardo, auf der Wache
Vorlage S. 275 518 In toter Stille tiefer Mitternacht
Vorlage S. 275 519 So widerfahren. Ein Schatte wie Eu'r Vater
Vorlage S. 275 520 (Geharnischt, ganz in Wehr, von Kopf bis Fuß,)
Vorlage S. 275 521 Erscheint vor ihnen, geht mit ernstem Tritt
Vorlage S. 275 522 Langsam vorbei und stattlich; schreitet dreimal
Vorlage S. 275 523 Vor ihren starren, furchtergriffnen Augen,
Vorlage S. 275 524 So dass sein Stab sie abreicht; während sie,
Vorlage S. 275 525 Geronnen fast zu Gallert durch die Furcht,
Vorlage S. 275 526 Stumm stehn, und reden nicht mit ihm. Dies nun
Vorlage S. 275 527 In banger Heimlichkeit vertraun sie mir.
Vorlage S. 275 528 Ich hielt die dritte Nacht mit ihnen Wache;
Vorlage S. 275 529 Und da, wie sie berichtet, nach der Zeit,
Vorlage S. 275 530 Gestalt des Dings, buchstäblich alles wahr,
Vorlage S. 275 531 Kommt das Gespenst. Ich kannte Euren Vater:
Vorlage S. 275 532 Hier diese Hände gleichen sich nicht mehr.
Vorlage S. 275 534 Wo ging dies aber vor?
Vorlage S. 275 535 MARCELLUS.
Vorlage S. 275 536 Auf der Terrasse, wo wir Wache hielten.
Vorlage S. 275 538 Ihr sprachet nicht mit ihm?
Vorlage S. 275 539 HORATIO.
Vorlage S. 275 540 Ich tat's, mein Prinz,
Vorlage S. 275 541 Doch Antwort gab es nicht; nur einmal schien's,
Vorlage S. 275 542 Es höb' sein Haupt empor und schickte sich
Vorlage S. 276 543 Zu der Bewegung an, als wollt' es sprechen.
Vorlage S. 276 544 Doch eben krähte laut der Morgenhahn,
Vorlage S. 276 545 Und bei dem Tone schlüpft' es eilig weg
Vorlage S. 276 546 Und schwand aus unserm Blick.
Vorlage S. 276 548 Sehr sonderbar.
Vorlage S. 276 549 HORATIO.
Vorlage S. 276 550 Bei meinem Leben, edler Prinz, 's ist wahr;
Vorlage S. 276 551 Wir hielten's durch die Pflicht uns vorgeschrieben,
Vorlage S. 276 552 Die Sach' Euch kund zu tun.
Vorlage S. 276 554 Im Ernst, im Ernst, ihr Herrn, dies ängstigt mich.
Vorlage S. 276 555 Habt ihr die Wache heut?
Vorlage S. 276 557 Ja, gnäd'ger Herr.
Vorlage S. 276 559 Geharnischt, sagt ihr?
Vorlage S. 276 561 Geharnischt, gnäd'ger Herr.
Vorlage S. 276 563 Vom Wirbel bis zur Zeh'?
Vorlage S. 276 565 Von Kopf zu Fuß.
Vorlage S. 276 567 So saht Ihr sein Gesicht nicht?
Vorlage S. 276 568 HORATIO.
Vorlage S. 276 569 O ja doch, sein Visier war aufgezogen.
Vorlage S. 276 571 Nun, blickt' er finster?
Vorlage S. 276 572 HORATIO.
Vorlage S. 276 573 Eine Miene, mehr
Vorlage S. 276 574 Des Leidens als des Zorns.
Vorlage S. 276 576 Blass oder rot?
Vorlage S. 276 577 HORATIO.
Vorlage S. 276 578 Nein, äußerst blass.
Vorlage S. 276 580 Sein Aug' auf euch geheftet?
Vorlage S. 276 581 HORATIO.
Vorlage S. 276 582 Ganz fest.
Vorlage S. 276 584 Ich wollt', ich wär' dabei gewesen.
Vorlage S. 276 585 HORATIO.
Vorlage S. 276 586 Ihr hättet Euch gewiss entsetzt.
Vorlage S. 276 588 Sehr glaublich,
Vorlage S. 276 589 Sehr glaublich. Blieb es lang'?
Vorlage S. 276 590 HORATIO.
Vorlage S. 276 591 Derweil mit mäß'ger Eil'
Vorlage S. 276 592 Man hundert zählen konnte.
Vorlage S. 276 593 MARCELLUS, BERNARDO.
Vorlage S. 276 594 Länger, länger.
Vorlage S. 276 595 HORATIO.
Vorlage S. 276 596 Nicht, da ich's sah.
Vorlage S. 276 598 Sein Bart war greis, nicht wahr?
Vorlage S. 276 599 HORATIO.
Vorlage S. 276 600 Wie ich's an ihm bei seinem Leben sah,
Vorlage S. 276 601 Ein schwärzlich Silbergrau.
Vorlage S. 276 603 Ich will heut wachen.
Vorlage S. 276 604 Vielleicht wird's wieder kommen.
Vorlage S. 276 605 HORATIO.
Vorlage S. 276 606 Zuverlässig.
Vorlage S. 277 608 Erscheint's in meines edlen Vaters Bildung,
Vorlage S. 277 609 So red' ich's an, gähnt' auch die Hölle selbst
Vorlage S. 277 610 Und hieß' mich ruhig sein. Ich bitt' euch alle:
Vorlage S. 277 611 Habt ihr bis jetzt verheimlicht dies Gesicht,
Vorlage S. 277 612 So haltet's ferner fest in eurem Schweigen;
Vorlage S. 277 613 Und was sich sonst zu Nacht ereignen mag,
Vorlage S. 277 614 Gebt allem einen Sinn, doch keine Zunge:
Vorlage S. 277 615 Ich will die Lieb' euch lohnen; lebt denn wohl!
Vorlage S. 277 Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Hamlet. Prinz von Dänemark“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Print made by: Eugène Delacroix
Printed by: Bertauts
Published by: Dusacq & Cie
Published by: Michel Lévy frères
Published by: Laurent Antoine Pagnerre · Public domain Bildquelle ↗ 616 Auf der Terrasse zwischen eilf und zwölf
Vorlage S. 277 617 Besuch' ich euch.
Vorlage S. 277 619 Eu'r Gnaden unsre Dienste!
Vorlage S. 277 621 Nein, eure Liebe, so wie meine euch.
Vorlage S. 277 622 Lebt wohl nun!
Vorlage S. 277 623 Horatio, Marcellus und Bernardo ab.
Vorlage S. 277 624 Meines Vaters Geist in Waffen!
Vorlage S. 277 625 Es taugt nicht alles: ich vermute was
Vorlage S. 277 626 Von argen Ränken. Wär' die Nacht erst da!
Vorlage S. 277 627 Bis dahin ruhig, Seele! Schnöde Taten,
Vorlage S. 277 628 Birgt sie die Erd' auch, müssen sich verraten.
Vorlage S. 277 630 Dritte Szene
Vorlage S. 277 631 Ein Zimmer in Polonius' Hause.
Vorlage S. 277 632 Laertes und Ophelia treten auf.
Vorlage S. 277 633 LAERTES.
Vorlage S. 277 634 Mein Reisegut ist eingeschifft. Leb wohl,
Vorlage S. 277 635 Und, Schwester, wenn die Winde günstig sind
Vorlage S. 277 636 Und Schiffsgeleit sich findet, schlaf' nicht, lass
Vorlage S. 277 637 Von dir mich hören!
Vorlage S. 277 638 OPHELIA.
Vorlage S. 277 639 Zweifelst du daran?
Vorlage S. 277 640 LAERTES.
Vorlage S. 277 641 Was Hamlet angeht und sein Liebsgetändel,
Vorlage S. 277 642 So nimm's als Sitte, als ein Spiel des Bluts;
Vorlage S. 277 643 Ein Veilchen in der Jugend der Natur,
Vorlage S. 277 644 Frühzeitig, nicht beständig – süß, nicht dauernd,
Vorlage S. 277 645 Nur Duft und Labsal eines Augenblicks:
Vorlage S. 277 646 Nichts weiter.
Vorlage S. 277 647 OPHELIA.
Vorlage S. 277 648 Weiter nichts?
Vorlage S. 278 649 LAERTES.
Vorlage S. 278 650 Nur dafür halt es:
Vorlage S. 278 651 Denn die Natur, aufstrebend, nimmt nicht bloß
Vorlage S. 278 652 An Größ' und Sehnen zu; wie dieser Tempel wächst,
Vorlage S. 278 653 So wird der innre Dienst von Seel' und Geist
Vorlage S. 278 654 Auch weit mit ihm. Er liebt Euch jetzt vielleicht;
Vorlage S. 278 655 Kein Arg und kein Betrug befleckt bis jetzt
Vorlage S. 278 656 Die Tugend seines Willens: doch befürchte,
Vorlage S. 278 657 Bei seinem Rang gehört sein Will' ihm nicht!
Vorlage S. 278 658 Er selbst ist der Geburt ja untertan.
Vorlage S. 278 659 Er kann nicht, wie geringe Leute tun,
Vorlage S. 278 660 Für sich auslesen; denn an seiner Wahl
Vorlage S. 278 661 Hängt Sicherheit und Heil des ganzen Staats.
Vorlage S. 278 662 Deshalb muss seine Wahl beschränket sein
Vorlage S. 278 663 Vom Beifall und der Stimme jenes Körpers,
Vorlage S. 278 664 Von welchem er das Haupt. Wenn er nun sagt, er liebt dich,
Vorlage S. 278 665 Geziemt es deiner Klugheit, ihm zu glauben,
Vorlage S. 278 666 So weit er nach besonderm Recht und Stand
Vorlage S. 278 667 Tat geben kann dem Wort; das heißt, nicht weiter
Vorlage S. 278 668 Als Dänemarks gesamte Stimme geht.
Vorlage S. 278 669 Bedenk', was deine Ehre leiden kann,
Vorlage S. 278 670 Wenn du zu gläubig seinem Liede lauschest,
Vorlage S. 278 671 Dein Herz verlierst, und deinen keuschen Schatz
Vorlage S. 278 672 Vor seinem ungestümen Dringen öffnest.
Vorlage S. 278 673 Fürcht' es, Ophelia! fürcht' es, liebe Schwester,
Vorlage S. 278 674 Und halte dich im Hintergrund der Neigung,
Vorlage S. 278 675 Fern von dem Schuss und Anfall der Begier!
Vorlage S. 278 676 Das scheuste Mädchen ist verschwend'risch noch,
Vorlage S. 278 677 Wenn sie dem Monde ihren Reiz enthüllt.
Vorlage S. 278 678 Selbst Tugend nicht entgeht Verleumdertücken,
Vorlage S. 278 679 Es nagt der Wurm des Frühlings Kinder an,
Vorlage S. 278 680 Zu oft noch eh' die Knospe sich erschließt,
Vorlage S. 278 681 Und in der Früh' und frischem Tau der Jugend
Vorlage S. 278 682 Ist gift'ger Anhauch am gefährlichsten.
Vorlage S. 278 683 Sei denn behutsam! Furcht gibt Sicherheit,
Vorlage S. 278 684 Auch ohne Feind hat Jugend innern Streit.
Vorlage S. 278 685 OPHELIA.
Vorlage S. 278 686 Ich will den Sinn so guter Lehr' bewahren,
Vorlage S. 278 687 Als Wächter meiner Brust; doch, lieber Bruder,
Vorlage S. 278 688 Zeigt nicht, wie heilvergeßne Pred'ger tun,
Vorlage S. 279 689 Den steilen Dornenweg zum Himmel andern,
Vorlage S. 279 690 Derweil als frecher, lockrer Wollüstling
Vorlage S. 279 691 Er selbst den Blumenpfad der Lust betritt
Vorlage S. 279 692 Und spottet seines Rats.
Vorlage S. 279 693 LAERTES.
Vorlage S. 279 694 O fürchtet nichts!
Vorlage S. 279 695 Zu lange weil' ich – doch da kommt mein Vater.
Vorlage S. 279 696 Polonius kommt.
Vorlage S. 279 697 Zwiefacher Segen ist ein zwiefach Heil:
Vorlage S. 279 698 Der Zufall lächelt einem zweiten Abschied.
Vorlage S. 279 699 POLONIUS.
Vorlage S. 279 700 Noch hier, Laertes? Ei, ei! an Bord, an Bord!
Vorlage S. 279 701 Der Wind sitzt in dem Nacken Eures Segels,
Vorlage S. 279 702 Und man verlangt Euch. Hier mein Segen mit dir –
Vorlage S. 279 703 Indem er dem Laertes die Hand aufs Haupt legt.
Vorlage S. 279 704 Und diese Regeln präg' in dein Gedächtnis:
Vorlage S. 279 705 Gib den Gedanken, die du hegst, nicht Zunge,
Vorlage S. 279 706 Noch einem ungebührlichen die Tat!
Vorlage S. 279 707 Leutselig sei, doch keineswegs gemein!
Vorlage S. 279 708 Den Freund, der dein, und dessen Wahl erprobt,
Vorlage S. 279 709 Mit ehr'nen Haken klammr' ihn an dein Herz!
Vorlage S. 279 710 Doch härte deine Hand nicht durch Begrüßung
Vorlage S. 279 711 Von jedem neugeheckten Bruder! Hüte dich,
Vorlage S. 279 712 In Händel zu geraten; bist du drin:
Vorlage S. 279 713 Führ' sie, dass sich dein Feind vor dir mag hüten!
Vorlage S. 279 714 Dein Ohr leih' jedem, wen'gen deine Stimme;
Vorlage S. 279 715 Nimm Rat von allen, aber spar' dein Urteil!
Vorlage S. 279 716 Die Kleidung kostbar, wie's dein Beutel kann,
Vorlage S. 279 717 Doch nicht ins Grillenhafte; reich, nicht bunt:
Vorlage S. 279 718 Denn es verkündigt oft die Tracht den Mann,
Vorlage S. 279 719 Und die vom ersten Rang und Stand in Frankreich
Vorlage S. 279 720 Sind darin ausgesucht und edler Sitte.
Vorlage S. 279 721 Kein Borger sei und auch Verleiher nicht:
Vorlage S. 279 722 Sich und den Freund verliert das Darlehn oft,
Vorlage S. 279 723 Und Borgen stumpft der Wirtschaft Spitze ab.
Vorlage S. 279 724 Dies über alles: sei dir selber treu,
Vorlage S. 279 725 Und daraus folgt, so wie die Nacht dem Tage,
Vorlage S. 279 726 Du kannst nicht falsch sein gegen irgend wen.
Vorlage S. 280 727 Leb wohl! mein Segen fördre dies an dir!
Vorlage S. 280 728 LAERTES.
Vorlage S. 280 729 In Ehrerbietung nehm' ich Abschied, Herr.
Vorlage S. 280 730 POLONIUS.
Vorlage S. 280 731 Euch ruft die Zeit; geht, Eure Diener warten.
Vorlage S. 280 732 LAERTES.
Vorlage S. 280 733 Leb wohl, Ophelia, und gedenk' an das,
Vorlage S. 280 734 Was ich dir sagte!
Vorlage S. 280 735 OPHELIA.
Vorlage S. 280 736 Es ist in mein Gedächtnis fest verschlossen,
Vorlage S. 280 737 Und Ihr sollt selbst dazu den Schlüssel führen.
Vorlage S. 280 738 LAERTES.
Vorlage S. 280 739 Lebt wohl.
Vorlage S. 280 741 POLONIUS.
Vorlage S. 280 742 Was ist's, Ophelia, dass er Euch gesagt?
Vorlage S. 280 743 OPHELIA.
Vorlage S. 280 744 Wenn Ihr erlaubt, vom Prinzen Hamlet war's.
Vorlage S. 280 745 POLONIUS.
Vorlage S. 280 746 Ha, wohl bedacht!
Vorlage S. 280 747 Ich höre, dass er Euch seit kurzem oft
Vorlage S. 280 748 Vertraute Zeit geschenkt; und dass Ihr selbst
Vorlage S. 280 749 Mit Eurem Zutritt sehr bereit und frei wart.
Vorlage S. 280 750 Wenn dem so ist – und so erzählt man mir's,
Vorlage S. 280 751 Und das als Warnung zwar –, muss ich Euch sagen,
Vorlage S. 280 752 Dass Ihr Euch selber nicht so klar versteht,
Vorlage S. 280 753 Als meiner Tochter ziemt und Eurer Ehre.
Vorlage S. 280 754 Was gibt es zwischen euch? Sagt mir die Wahrheit!
Vorlage S. 280 755 OPHELIA.
Vorlage S. 280 756 Er hat seither Anträge mir getan
Vorlage S. 280 757 Von seiner Zuneigung.
Vorlage S. 280 758 POLONIUS.
Vorlage S. 280 759 Pah, Zuneigung! Ihr sprecht wie junges Blut,
Vorlage S. 280 760 In solchen Fährlichkeiten unbewandert.
Vorlage S. 280 761 Und glaubt Ihr den Anträgen, wie Ihr's nennt?
Vorlage S. 280 762 OPHELIA.
Vorlage S. 280 763 Ich weiß nicht, Vater, was ich denken soll?
Vorlage S. 280 764 POLONIUS.
Vorlage S. 280 765 So hört's denn: denkt, Ihr seid ein dummes Ding,
Vorlage S. 280 766 Dass Ihr für bar Anträge habt genommen,
Vorlage S. 280 767 Die ohn' Ertrag sind. Nein, betragt Euch klüger,
Vorlage S. 280 768 Sonst (um das arme Wort nicht tot zu hetzen)
Vorlage S. 280 769 Trägt Eure Narrheit noch Euch Schaden ein.
Vorlage S. 280 770 OPHELIA.
Vorlage S. 280 771 Er hat mit seiner Lieb' in mich gedrungen,
Vorlage S. 280 772 In aller Ehr' und Sitte.
Vorlage S. 280 773 POLONIUS.
Vorlage S. 280 774 Ja, Sitte mögt Ihr's nennen: geht mir, geht!
Vorlage S. 280 775 OPHELIA.
Vorlage S. 280 776 Und hat sein Wort beglaubigt, lieber Herr,
Vorlage S. 280 777 Beinah' durch jeden heil'gen Schwur des Himmels.
Vorlage S. 280 778 POLONIUS.
Vorlage S. 280 779 Ja, Sprenkel für die Drosseln! Weiß ich doch,
Vorlage S. 280 780 Wenn das Blut kocht, wie das Gemüt der Zunge
Vorlage S. 280 781 Freigebig Schwüre leiht. Dies Lodern, Tochter,
Vorlage S. 281 782 Mehr leuchtend als erwärmend, und erloschen
Vorlage S. 281 783 Selbst im Versprechen, während es geschieht,
Vorlage S. 281 784 Nehmt keineswegs für Feuer! Kargt von nun an
Vorlage S. 281 785 Mit Eurer jungfräulichen Gegenwart
Vorlage S. 281 786 Ein wenig mehr; schätzt Eure Unterhaltung
Vorlage S. 281 787 Zu hoch, um auf Befehl bereit zu sein!
Vorlage S. 281 788 Und was Prinz Hamlet angeht, traut ihm so:
Vorlage S. 281 789 Er sei noch jung, und habe freiern Spielraum,
Vorlage S. 281 790 Als Euch vergönnt mag werden. Kurz, Ophelia,
Vorlage S. 281 791 Traut seinen Schwüren nicht: denn sie sind Kuppler,
Vorlage S. 281 792 Nicht von der Farbe ihrer äußern Tracht,
Vorlage S. 281 793 Fürsprecher sündlicher Gesuche bloß,
Vorlage S. 281 794 Gleich frommen, heiligen Gelübden atmend,
Vorlage S. 281 795 Um besser zu berücken. Eins für alles:
Vorlage S. 281 796 Ihr sollt mir, grad' heraus, von heute an
Vorlage S. 281 797 Die Muße keines Augenblicks so schmähn,
Vorlage S. 281 798 Dass Ihr Gespräche mit Prinz Hamlet pflöget.
Vorlage S. 281 799 Seht zu, ich sag's Euch: geht nun Eures Weges!
Vorlage S. 281 800 OPHELIA.
Vorlage S. 281 801 Ich will gehorchen, Herr.
Vorlage S. 281 803 Vierte Szene
Vorlage S. 281 804 Die Terrasse.
Vorlage S. 281 805 Hamlet, Horatio und Marcellus treten auf.
Vorlage S. 281 807 Die Luft geht scharf, es ist entsetzlich kalt.
Vorlage S. 281 808 HORATIO.
Vorlage S. 281 809 's ist eine schneidende und strenge Luft.
Vorlage S. 281 811 Was ist die Uhr?
Vorlage S. 281 812 HORATIO.
Vorlage S. 281 813 Ich denke, nah an zwölf.
Vorlage S. 281 814 MARCELLUS.
Vorlage S. 281 815 Nicht doch, es hat geschlagen.
Vorlage S. 281 816 HORATIO.
Vorlage S. 281 817 Wirklich schon?
Vorlage S. 281 818 Ich hört' es nicht; so rückt heran die Stunde
Vorlage S. 281 819 Worin der Geist gewohnt ist umzugehn.
Vorlage S. 281 820 Trompetenstoß und Geschütz abgefeuert hinter der Szene.
Vorlage S. 281 821 Was stellt das vor, mein Prinz?
Vorlage S. 281 823 Der König wacht die Nacht durch, zecht vollauf,
Vorlage S. 281 824 Hält Schmaus und taumelt den geräusch'gen Walzer;
Vorlage S. 282 825 Und wie er Züge Rheinweins niedergießt,
Vorlage S. 282 826 Verkünden schmetternd Pauken und Trompeten
Vorlage S. 282 827 Den ausgebrachten Trunk.
Vorlage S. 282 828 HORATIO.
Vorlage S. 282 829 Ist das Gebrauch?
Vorlage S. 282 831 Nun freilich wohl:
Vorlage S. 282 832 Doch meines Dünkens (bin ich eingeboren
Vorlage S. 282 833 Und drin erzogen schon) ist's ein Gebrauch,
Vorlage S. 282 834 Wovon der Bruch mehr ehrt als die Befolgung.
Vorlage S. 282 835 Dies schwindelköpf' ge Zechen macht verrufen
Vorlage S. 282 836 Bei andern Völkern uns in Ost und West;
Vorlage S. 282 837 Man heißt uns Säufer, hängt an unsre Namen
Vorlage S. 282 838 Ein schmutzig Beiwort; und fürwahr, es nimmt
Vorlage S. 282 839 Von unsern Taten, noch so groß verrichtet,
Vorlage S. 282 840 Den Kern und Ausbund unsers Wertes weg.
Vorlage S. 282 841 So geht es oft mit einzlen Menschen auch,
Vorlage S. 282 842 Dass sie durch ein Naturmal, das sie schändet,
Vorlage S. 282 843 Als etwa von Geburt (worin sie schuldlos,
Vorlage S. 282 844 Weil die Natur nicht ihren Ursprung wählt)
Vorlage S. 282 845 Ein Übermaß in ihres Blutes Mischung,
Vorlage S. 282 846 Das Dämm' und Schanzen der Vernunft oft einbricht,
Vorlage S. 282 847 Auch wohl durch Angewöhnung, die zu sehr
Vorlage S. 282 848 Den Schein gefäll'ger Sitten überrostet –
Vorlage S. 282 849 Dass diese Menschen, sag' ich, welche so
Vorlage S. 282 850 Von einem Fehler das Gepräge tragen
Vorlage S. 282 851 (Sei's Farbe der Natur, sei's Fleck des Zufalls),
Vorlage S. 282 852 Und wären ihre Tugenden so rein
Vorlage S. 282 853 Wie Gnade sonst, so zahllos wie ein Mensch
Vorlage S. 282 854 Sie tragen mag: in dem gemeinen Tadel
Vorlage S. 282 855 Steckt der besondre Fehl sie doch mit an;
Vorlage S. 282 856 Der Gran von Schlechtem zieht des edlen Wertes
Vorlage S. 282 857 Gehalt herab in seine eigne Schmach.
Vorlage S. 282 858 Der Geist kommt.
Vorlage S. 282 859 HORATIO.
Vorlage S. 282 860 O seht, mein Prinz, es kommt!
Vorlage S. 282 862 Engel und Boten Gottes steht uns bei!
Vorlage S. 282 863 Sei du ein Geist des Segens, sei ein Kobold,
Vorlage S. 282 864 Bring' Himmelslüfte oder Dampf der Hölle,
Vorlage S. 282 865 Sei dein Beginnen boshaft oder liebreich,
Vorlage S. 283 866 Du kommst in so fragwürdiger Gestalt,
Vorlage S. 283 867 Ich rede doch mit dir; ich nenn' dich Hamlet,
Vorlage S. 283 868 Fürst, Vater, Dänenkönig: o gib Antwort!
Vorlage S. 283 869 Lass mich in Blindheit nicht vergehn! Nein, sag:
Vorlage S. 283 870 Warum dein fromm Gebein, verwahrt im Tode,
Vorlage S. 283 871 Die Leinen hat gesprengt? warum die Gruft,
Vorlage S. 283 872 Worin wir ruhig eingeurnt dich sahn,
Vorlage S. 283 873 Geöffnet ihre schweren Marmorkiefern,
Vorlage S. 283 874 Dich wieder auszuwerfen? Was bedeutet's,
Vorlage S. 283 875 Dass, toter Leichnam, du, in vollem Stahl,
Vorlage S. 283 876 Aufs neu' des Mondes Dämmerschein besuchst,
Vorlage S. 283 877 Die Nacht entstellend; dass wir Narren der Natur
Vorlage S. 283 878 So furchtbarlich uns schütteln mit Gedanken,
Vorlage S. 283 879 Die unsre Seele nicht erreichen kann?
Vorlage S. 283 880 (Was ist dies? sag! Warum? Was sollen wir?)
Vorlage S. 283 881 HORATIO.
Vorlage S. 283 882 Es winket Euch, mit ihm hinwegzugehn,
Vorlage S. 283 883 Als ob es eine Mitteilung verlangte
Vorlage S. 283 884 Mit Euch allein.
Vorlage S. 283 885 MARCELLUS.
Vorlage S. 283 886 Seht, wie es Euch mit freundlicher Gebärde
Vorlage S. 283 887 Hinweist an einen mehr entlegnen Ort:
Vorlage S. 283 888 Geht aber nicht mit ihm!
Vorlage S. 283 889 HORATIO.
Vorlage S. 283 890 Nein, keineswegs.
Vorlage S. 283 892 Es will nicht sprechen: wohl, so folg' ich ihm.
Vorlage S. 283 893 HORATIO.
Vorlage S. 283 894 Tut's nicht, mein Prinz!
Vorlage S. 283 896 Was wäre da zu fürchten?
Vorlage S. 283 897 Mein Leben acht' ich keine Nadel wert;
Vorlage S. 283 898 Und meine Seele, kann es der was tun,
Vorlage S. 283 899 Die ein unsterblich Ding ist, wie es selbst?
Vorlage S. 283 900 Es winkt mir wieder fort, ich folg' ihm nach.
Vorlage S. 283 901 HORATIO.
Vorlage S. 283 902 Wie, wenn es hin zur Flut Euch lockt, mein Prinz
Vorlage S. 283 903 Vielleicht zum grausen Gipfel jenes Felsen,
Vorlage S. 283 904 Der in die See nickt über seinen Fuß,
Vorlage S. 283 905 Und dort in andre Schreckgestalt sich kleidet,
Vorlage S. 283 906 Die der Vernunft die Herrschaft rauben könnte
Vorlage S. 283 907 Und Euch zum Wahnsinn treiben? Oh, bedenkt!
Vorlage S. 283 908 Der Ort an sich bringt Grillen der Verzweiflung
Vorlage S. 283 909 Auch ohne weitern Grund in jedes Hirn,
Vorlage S. 283 910 Der so viel Klafter niederschaut zur See
Vorlage S. 284 911 Und hört sie unten brüllen.
Vorlage S. 284 913 Immer winkt es:
Vorlage S. 284 914 Geh nur! ich folge dir.
Vorlage S. 284 915 MARCELLUS.
Vorlage S. 284 916 Ihr dürft nicht gehn, mein Prinz!
Vorlage S. 284 918 Die Hände weg!
Vorlage S. 284 919 HORATIO.
Vorlage S. 284 920 Hört uns, Ihr dürft nicht gehn!
Vorlage S. 284 922 Mein Schicksal ruft,
Vorlage S. 284 Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von William Shakespeare — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Martin Droeshout · Public domain Bildquelle ↗ 923 Und macht die kleinste Ader dieses Leibes
Vorlage S. 284 924 So fest als Sehnen des Nemeer Löwen.
Vorlage S. 284 925 Der Geist winkt.
Vorlage S. 284 926 Es winkt mir immerfort: lasst los! Beim Himmel,
Vorlage S. 284 927 reißt sich los
Vorlage S. 284 928 Den mach' ich zum Gespenst, der mich zurückhält! –
Vorlage S. 284 929 Ich sage, fort! – Voran! ich folge dir.
Vorlage S. 284 930 Der Geist und Hamlet ab.
Vorlage S. 284 931 HORATIO.
Vorlage S. 284 932 Er kommt ganz außer sich vor Einbildung.
Vorlage S. 284 933 MARCELLUS.
Vorlage S. 284 934 Ihm nach! Wir dürfen ihm nicht so gehorchen.
Vorlage S. 284 935 HORATIO.
Vorlage S. 284 936 Kommt, folgen wir! Welch Ende wird dies nehmen?
Vorlage S. 284 937 MARCELLUS.
Vorlage S. 284 938 Etwas ist faul im Staate Dänemarks.
Vorlage S. 284 939 HORATIO.
Vorlage S. 284 940 Der Himmel wird es lenken.
Vorlage S. 284 941 MARCELLUS.
Vorlage S. 284 942 Lasst uns gehn!
Vorlage S. 284 943 Fünfte Szene
Vorlage S. 284 944 Ein abgelegener Teil der Terrasse.
Vorlage S. 284 945 Der Geist und Hamlet kommen.
Vorlage S. 284 947 Wo führst du hin mich? Red', ich geh' nicht weiter.
Vorlage S. 284 949 Hör' an!
Vorlage S. 284 951 Ich will's.
Vorlage S. 284 953 Schon naht sich meine Stunde,
Vorlage S. 284 954 Wann ich den schweflichten, qualvollen Flammen
Vorlage S. 284 955 Mich übergeben muss.
Vorlage S. 284 957 Ach, armer Geist!
Vorlage S. 284 959 Beklag' mich nicht, doch leih' dein ernst Gehör
Vorlage S. 284 960 Dem, was ich kund will tun.
Vorlage S. 284 962 Sprich! mir ist's Pflicht zu hören.
Vorlage S. 285 964 Zu rächen auch, sobald du hören wirst.
Vorlage S. 285 968 Ich bin deines Vaters Geist:
Vorlage S. 285 969 Verdammt auf eine Zeitlang, nachts zu wandern,
Vorlage S. 285 970 Und tags gebannt, zu fasten in der Glut,
Vorlage S. 285 971 Bis die Verbrechen meiner Zeitlichkeit
Vorlage S. 285 972 Hinweggeläutert sind. Wär' mir's nicht untersagt,
Vorlage S. 285 973 Das Innre meines Kerkers zu enthüllen,
Vorlage S. 285 974 So höb' ich eine Kunde an, von der
Vorlage S. 285 975 Das kleinste Wort die Seele dir zermalmte,
Vorlage S. 285 976 Dein junges Blut erstarrte, deine Augen
Vorlage S. 285 977 Wie Stern' aus ihren Kreisen schießen machte,
Vorlage S. 285 978 Dir die verworrnen krausen Locken trennte
Vorlage S. 285 979 Und sträubte jedes einzle Haar empor,
Vorlage S. 285 980 Wie Nadeln an dem zörn'gen Stacheltier:
Vorlage S. 285 981 Doch diese ew'ge Offenbarung fasst
Vorlage S. 285 982 Kein Ohr von Fleisch und Blut. – Horch, horch! o horch!
Vorlage S. 285 983 Wenn du je deinen teuren Vater liebtest –
Vorlage S. 285 985 O Himmel!
Vorlage S. 285 987 Räch' seinen schnöden, unerhörten Mord!
Vorlage S. 285 991 Ja, schnöder Mord, wie er aufs beste ist,
Vorlage S. 285 992 Doch dieser unerhört und unnatürlich.
Vorlage S. 285 994 Eil', ihn zu melden: dass ich auf Schwingen, rasch
Vorlage S. 285 995 Wie Andacht und des Liebenden Gedanken,
Vorlage S. 285 996 Zur Rache stürmen mag.
Vorlage S. 285 998 Du scheinst mir willig:
Vorlage S. 285 999 Auch wärst du träger als das feiste Kraut,
Vorlage S. 285 1000 Das ruhig Wurzel treibt an Lethes Bord,
Vorlage S. 285 1001 Erwachtest du nicht hier. Nun, Hamlet, höre:
Vorlage S. 285 1002 Es heißt, dass, weil ich schlief in meinem Garten,
Vorlage S. 285 1003 Mich eine Schlange stach; so wird das Ohr des Reichs
Vorlage S. 285 1004 Durch den erlognen Hergang meines Todes
Vorlage S. 285 1005 Schmählich getäuscht; doch wisse, edler Jüngling,
Vorlage S. 285 1006 Die Schlang', die deines Vaters Leben stach,
Vorlage S. 285 1007 Trägt seine Krone jetzt.
Vorlage S. 285 1008 HAMLET.
Vorlage S. 285 1009 O mein prophetisches Gemüt! Mein Oheim?
Vorlage S. 285 1011 Ja, der blutschänderische Ehebrecher,
Vorlage S. 286 1012 Durch Witzes Zauber, durch Verrätergaben
Vorlage S. 286 1013 (O arger Witz und Gaben, die imstand
Vorlage S. 286 1014 So zu verführen sind!) gewann den Willen
Vorlage S. 286 1015 Der scheinbar tugendsamen Königin
Vorlage S. 286 1016 Zu schnöder Lust. O Hamlet, welch ein Abfall!
Vorlage S. 286 1017 Von mir, des Liebe von der Echtheit war,
Vorlage S. 286 1018 Dass Hand in Hand sie mit dem Schwure ging,
Vorlage S. 286 1019 Den ich bei der Vermählung tat; erniedert
Vorlage S. 286 1020 Zu einem Sünder, von Natur durchaus
Vorlage S. 286 1021 Armselig gegen mich!
Vorlage S. 286 1022 Allein wie Tugend nie sich reizen lässt,
Vorlage S. 286 1023 Buhlt Unzucht auch um sie in Himmelsbildung,
Vorlage S. 286 1024 So Lust, gepaart mit einem lichten Engel,
Vorlage S. 286 1025 Wird dennoch eines Götterbettes satt
Vorlage S. 286 1026 Und hascht nach Wegwurf. –
Vorlage S. 286 1027 Doch still! mich dünkt, ich wittre Morgenluft:
Vorlage S. 286 1028 Kurz lass mich sein. – Da ich im Garten schlief,
Vorlage S. 286 1029 Wie immer meine Sitte nachmittags,
Vorlage S. 286 1030 Beschlich dein Oheim meine sichre Stunde,
Vorlage S. 286 1031 Mit Saft verfluchten Bilsenkrauts im Fläschchen,
Vorlage S. 286 1032 Und träufelt' in den Eingang meines Ohrs
Vorlage S. 286 1033 Das schwärende Getränk; wovon die Wirkung
Vorlage S. 286 1034 So mit des Menschen Blut in Feindschaft steht,
Vorlage S. 286 1035 Dass es durch die natürlichen Kanäle
Vorlage S. 286 1036 Des Körpers hurtig, wie Quecksilber läuft;
Vorlage S. 286 1037 Und wie ein saures Lab, in Milch getropft,
Vorlage S. 286 1038 Mit plötzlicher Gewalt gerinnen macht
Vorlage S. 286 1039 Das leichte, reine Blut. So tat es meinem,
Vorlage S. 286 1040 Und Aussatz schuppte sich mir augenblicklich,
Vorlage S. 286 1041 Wie einem Lazarus, mit ekler Rinde
Vorlage S. 286 1042 Ganz um den glatten Leib.
Vorlage S. 286 1043 So ward ich schlafend und durch Bruderhand
Vorlage S. 286 1044 (Um Leben, Krone, Weib mit eins gebracht,)
Vorlage S. 286 1045 In meiner Sünden Blüte hingerafft,
Vorlage S. 286 1046 Ohne Nachtmahl, ungebeichtet, ohne Ölung;
Vorlage S. 286 1047 Die Rechnung nicht geschlossen, ins Gericht
Vorlage S. 286 1048 Mit aller Schuld auf meinem Haupt gesandt.
Vorlage S. 286 1049 O schaudervoll! o schaudervoll! höchst schaudervoll!
Vorlage S. 287 1050 Hast du Natur in dir, so leid' es nicht;
Vorlage S. 287 1051 Lass Dänmarks königliches Bett kein Lager
Vorlage S. 287 1052 Für Blutschand' und verruchte Wollust sein!
Vorlage S. 287 1053 Doch, wie du immer diese Tat betreibst,
Vorlage S. 287 1054 Befleck' dein Herz nicht; dein Gemüt ersinne
Vorlage S. 287 1055 Nichts gegen deine Mutter: überlaß sie
Vorlage S. 287 1056 Dem Himmel und den Dornen, die im Busen
Vorlage S. 287 1057 Ihr stechend wohnen! Lebe wohl mit eins!
Vorlage S. 287 1058 Der Glühwurm zeigt, dass sich die Frühe naht,
Vorlage S. 287 1059 Und sein unwirksam Feu'r beginnt zu blassen.
Vorlage S. 287 1060 Ade! Ade! Ade! Gedenke mein!
Vorlage S. 287 1062 HAMLET.
Vorlage S. 287 1063 O Herr des Himmels! Erde! – Was noch sonst?
Vorlage S. 287 1064 Nenn' ich die Hölle mit? – O pfui! Halt, halt mein Herz!
Vorlage S. 287 1065 Ihr meine Sehnen, altert nicht sogleich,
Vorlage S. 287 1066 Tragt fest mich aufrecht! – Dein gedenken? Ja,
Vorlage S. 287 1067 Du armer Geist, solang' Gedächtnis haust
Vorlage S. 287 1068 In dem zerstörten Ball hier. Dein gedenken?
Vorlage S. 287 1069 Ja, von der Tafel der Erinn'rung will ich
Vorlage S. 287 1070 Weglöschen alle törichten Geschichten,
Vorlage S. 287 1071 Aus Büchern alle Sprüche, alle Bilder,
Vorlage S. 287 1072 Die Spuren des Vergangnen, welche da
Vorlage S. 287 1073 Die Jugend einschrieb und Beobachtung;
Vorlage S. 287 1074 Und dein Gebot soll leben ganz allein
Vorlage S. 287 1075 Im Buche meines Hirnes, unvermischt
Vorlage S. 287 1076 Mit minder würd'gen Dingen. – Ja, beim Himmel!
Vorlage S. 287 1077 O höchst verderblich Weib!
Vorlage S. 287 1078 O Schurke! lächelnder, verdammter Schurke!
Vorlage S. 287 1079 Schreibtafel her! Ich muss mir's niederschreiben,
Vorlage S. 287 1080 Dass einer lächeln kann, und immer lächeln,
Vorlage S. 287 1081 Und doch ein Schurke sein, zum wenigsten
Vorlage S. 287 1082 Weiß ich gewiss, in Dänmark kann's so sein.
Vorlage S. 287 1083 Da steht Ihr, Oheim. Jetzt zu meiner Losung!
Vorlage S. 287 1084 Sie heißt: »Ade, ade! Gedenke mein!«
Vorlage S. 287 1085 Ich hab's geschworen.
Vorlage S. 287 1086 HORATIO
Vorlage S. 287 1087 hinter der Szene.
Vorlage S. 287 1088 Mein Prinz! Mein Prinz!
Vorlage S. 287 1089 MARCELLUS
Vorlage S. 287 1090 hinter der Szene.
Vorlage S. 287 1091 Prinz Hamlet!
Vorlage S. 287 1092 HORATIO
Vorlage S. 288 1093 hinter der Szene.
Vorlage S. 288 1094 Gott beschütz' ihn!
Vorlage S. 288 1095 HAMLET.
Vorlage S. 288 1096 So sei es!
Vorlage S. 288 1097 MARCELLUS
Vorlage S. 288 1098 hinter der Szene.
Vorlage S. 288 1099 Heda! Ho! Mein Prinz!
Vorlage S. 288 1100 HAMLET.
Vorlage S. 288 1101 Ha! heisa, Junge! Komm, Vögelchen, komm!
Vorlage S. 288 1102 Horatio und Marcellus kommen.
Vorlage S. 288 1103 MARCELLUS.
Vorlage S. 288 1104 Wie steht's, mein gnäd'ger Herr?
Vorlage S. 288 1105 HORATIO.
Vorlage S. 288 1106 Was gibt's, mein Prinz?
Vorlage S. 288 1107 HAMLET.
Vorlage S. 288 1108 Oh, wunderbar!
Vorlage S. 288 1109 HORATIO.
Vorlage S. 288 1110 Sagt, bester, gnäd'ger Herr!
Vorlage S. 288 1111 HAMLET.
Vorlage S. 288 1112 Nein, ihr verratet's.
Vorlage S. 288 1113 HORATIO.
Vorlage S. 288 1114 Ich nicht, beim Himmel, Prinz.
Vorlage S. 288 1115 MARCELLUS.
Vorlage S. 288 1116 Ich gleichfalls nicht.
Vorlage S. 288 1117 HAMLET.
Vorlage S. 288 1118 Was sagt ihr? Sollt's 'ne Menschenseele denken? –
Vorlage S. 288 1119 Doch ihr wollt schweigen? –
Vorlage S. 288 1120 HORATIO, MARCELLUS.
Vorlage S. 288 1121 Ja, beim Himmel, Prinz!
Vorlage S. 288 1122 HAMLET.
Vorlage S. 288 1123 Es lebt kein Schurk' im ganzen Dänemark,
Vorlage S. 288 1124 Der nicht ein ausgemachter Bube wär'.
Vorlage S. 288 1125 HORATIO.
Vorlage S. 288 1126 Es braucht kein Geist vom Grabe herzukommen,
Vorlage S. 288 1127 Um das zu sagen.
Vorlage S. 288 1128 HAMLET.
Vorlage S. 288 1129 Richtig; Ihr habt recht.
Vorlage S. 288 1130 Und so, ohn' alle weitre Förmlichkeit,
Vorlage S. 288 1131 Denk' ich, wir schütteln uns die Händ' und scheiden;
Vorlage S. 288 1132 Ihr tut, was euch Beruf und Neigung heißt –
Vorlage S. 288 1133 Dann jeder Mensch hat Neigung und Beruf,
Vorlage S. 288 1134 Wie sie denn sind –, ich, für mein armes Teil,
Vorlage S. 288 1135 Seht ihr, will beten gehn.
Vorlage S. 288 1136 HORATIO.
Vorlage S. 288 1137 Dies sind nur wirblichte und irre Worte, Herr.
Vorlage S. 288 1138 HAMLET.
Vorlage S. 288 1139 Es tut mir leid, dass sie Euch ärgern, herzlich;
Vorlage S. 288 1140 Ja, mein' Treu', herzlich.
Vorlage S. 288 1141 HORATIO.
Vorlage S. 288 1142 Kein Ärgernis, mein Prinz.
Vorlage S. 288 1143 HAMLET.
Vorlage S. 288 1144 Doch, bei Sankt Patrick, gibt es eins, Horatio,
Vorlage S. 288 1145 Groß Ärgernis. Was die Erscheinung angeht,
Vorlage S. 288 1146 Ich sag' euch, 's ist ein ehrliches Gespenst.
Vorlage S. 288 1147 Die Neugier, was es zwischen uns doch gibt,
Vorlage S. 288 1148 Bemeistert, wie ihr könnt! Und nun, ihr Lieben,
Vorlage S. 288 1149 Wofern ihr Freunde seid, Mitschüler, Krieger,
Vorlage S. 288 1150 Gewährt ein Kleines mir!
Vorlage S. 288 1151 HORATIO.
Vorlage S. 288 1152 Was ist's? Wir sind bereit.
Vorlage S. 289 1153 HAMLET.
Vorlage S. 289 1154 Macht nie bekannt, was ihr die Nacht gesehn!
Vorlage S. 289 1155 HORATIO, MARCELLUS.
Vorlage S. 289 1156 Wir wollen's nicht, mein Prinz.
Vorlage S. 289 1157 HAMLET.
Vorlage S. 289 1158 Gut, aber schwört!
Vorlage S. 289 1159 HORATIO.
Vorlage S. 289 1160 Auf Ehre, Prinz, ich nicht!
Vorlage S. 289 1161 MARCELLUS.
Vorlage S. 289 1162 Ich gleichfalls nicht, auf Ehre!
Vorlage S. 289 1163 HAMLET.
Vorlage S. 289 1164 Auf mein Schwert!
Vorlage S. 289 1165 MARCELLUS.
Vorlage S. 289 1166 Wir haben schon geschworen, gnäd'ger Herr.
Vorlage S. 289 1167 HAMLET.
Vorlage S. 289 1168 Im Ernste, auf mein Schwert, im Ernste!
Vorlage S. 289 1170 unter der Erde.
Vorlage S. 289 1171 Schwört!
Vorlage S. 289 1172 HAMLET.
Vorlage S. 289 1173 Haha, Bursch! sagst du das? Bist du da, Grundehrlich?
Vorlage S. 289 1174 Wohlan – ihr hört im Keller den Gesellen –
Vorlage S. 289 1175 Bequemt euch zu schwören!
Vorlage S. 289 1176 HORATIO.
Vorlage S. 289 1177 Sagt den Eid!
Vorlage S. 289 1178 HAMLET.
Vorlage S. 289 1179 Niemals von dem, was ihr gesehn, zu sprechen,
Vorlage S. 289 1180 Schwört auf mein Schwert!
Vorlage S. 289 1182 unter der Erde.
Vorlage S. 289 1183 Schwört!
Vorlage S. 289 1184 HAMLET.
Vorlage S. 289 1185 Hic et ubique? Wechseln wir die Stelle! –
Vorlage S. 289 1186 Hieher, ihr Herren, kommt,
Vorlage S. 289 1187 Und legt die Hände wieder auf mein Schwert:
Vorlage S. 289 1188 Schwört auf mein Schwert,
Vorlage S. 289 1189 Niemals von dem, was ihr gehört, zu sprechen!
Vorlage S. 289 1191 unter der Erde.
Vorlage S. 289 1192 Schwört auf sein Schwert!
Vorlage S. 289 1193 HAMLET.
Vorlage S. 289 1194 Brav, alter Maulwurf! Wühlst so hurtig fort?
Vorlage S. 289 1195 O trefflicher Minierer! – Nochmals weiter, Freunde!
Vorlage S. 289 1196 HORATIO.
Vorlage S. 289 1197 Beim Sonnenlicht, dies ist erstaunlich fremd.
Vorlage S. 289 1198 HAMLET.
Vorlage S. 289 1199 So heiß' als einen Fremden es willkommen.
Vorlage S. 289 1200 Es gibt mehr Ding' im Himmel und auf Erden,
Vorlage S. 289 1201 Als Eure Schulweisheit sich träumt, Horatio.
Vorlage S. 289 1202 Doch kommt!
Vorlage S. 289 1203 Hier, wie vorhin, schwört mir, so Gott euch helfe,
Vorlage S. 289 1204 Wie fremd und seltsam ich mich nehmen mag,
Vorlage S. 289 1205 Da mir's vielleicht in Zukunft dienlich scheint,
Vorlage S. 289 1206 Ein wunderliches Wesen anzulegen:
Vorlage S. 289 1207 Ihr wollet nie, wenn ihr alsdann mich seht,
Vorlage S. 289 1208 Die Arme so verschlingend, noch die Köpfe
Vorlage S. 289 1209 So schüttelnd, noch durch zweifelhafte Reden,
Vorlage S. 289 1210 Als: »Nun, nun, wir wissen« – oder: »Wir könnten, wenn wir wollten« – oder: »Ja, wenn wir reden möchten«; oder:
Vorlage S. 289 1211 »Es gibt ihrer, wenn sie nur dürften« –
Vorlage S. 290 1212 Und solch verstohlnes Deuten mehr, verraten,
Vorlage S. 290 1213 Dass ihr von mir was wisset: dieses schwört,
Vorlage S. 290 1214 So Gott in Nöten und sein Heil euch helfe!
Vorlage S. 290 1216 unter der Erde.
Vorlage S. 290 1217 Schwört!
Vorlage S. 290 1218 HAMLET.
Vorlage S. 290 1219 Ruh', ruh', verstörter Geist! – Nun, liebe Herrn,
Vorlage S. 290 1220 Empfehl' ich euch mit aller Liebe mich,
Vorlage S. 290 1221 Und was ein armer Mann, wie Hamlet ist,
Vorlage S. 290 1222 Vermag, euch Lieb' und Freundschaft zu bezeugen,
Vorlage S. 290 1223 So Gott will, soll nicht fehlen. Lasst uns gehn,
Vorlage S. 290 1224 Und, bitt' ich, stets die Finger auf den Mund!
Vorlage S. 290 1225 Die Zeit ist aus den Fugen: Schmach und Gram,
Vorlage S. 290 1226 Dass ich zur Welt, sie einzurichten, kam!
Vorlage S. 290 1227 Nun kommt, lasst uns zusammen gehn!
Vorlage S. 290 1228 Alle ab.
Vorlage S. 290