Zum Inhalt springen

Buch - Die beiden Veroneser - Shakespeare, William

Aus MOOCsWiki Staging

← Bücher-Welt

Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Die beiden Veroneser

Shakespeare, William

Die beiden Veroneser von Shakespeare, William. Volltext der angegebenen historischen deutschen Übersetzung.

DramaKlasse 9–10 · 11–136 Abschnitte
Historische Illustration zu Die beiden Veroneser
Historische Illustration zu „Die beiden Veroneser“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Urheber unbekannt · Public domain Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: Dorothea Tieck

Hinweise für den Unterricht
  • Historische Sprache und zeitgebundene Wertvorstellungen gemeinsam einordnen. Klassenangaben sind redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 2 von 6

Erster Aufzug

1
Erste Szene
Vorlage S. 150
2
Platz in Verona.
Vorlage S. 150
3
Valentin und Proteus treten auf.
Vorlage S. 150
4
VALENTIN.
Vorlage S. 150
5
Hör' auf mir zuzureden, teurer Proteus;
Vorlage S. 150
6
Wer stets zu Haus bleibt, hat nur Witz fürs Haus.
Vorlage S. 150
7
Wenn Neigung nicht dein junges Herz gefesselt
Vorlage S. 150
8
Dem süßen Augenwinken deiner Schönen,
Vorlage S. 150
9
Bät' ich dich eh'r, du möchtest mich begleiten,
Vorlage S. 150
10
Die Wunder fremder Länder zu beschauen,
Vorlage S. 150
11
Anstatt daheim im dumpfen Traum die Jugend
Vorlage S. 150
12
In zierberaubter Muße zu vernutzen.
Vorlage S. 150
13
Doch da du liebst, so lieb', und mit Gedeihn,
Vorlage S. 150
14
Und lieb' ich einst, sei gleicher Segen mein.
Vorlage S. 150
15
PROTEUS.
Vorlage S. 150
16
Du gehst? Mein liebster Valentin, fahr' wohl!
Vorlage S. 150
17
Denk' deines Proteus, wenn du Ding' erblickst,
Vorlage S. 150
18
Die schön und merkenswert, auf deinen Reisen;
Vorlage S. 150
19
Wünsch' mich zu dir, dein Glück mit dir zu teilen,
Vorlage S. 150
20
Wenn Gutes dir begegnet; in Gefahr –
Vorlage S. 150
21
Wenn jemals dich Gefahr umringt – empfiehl
Vorlage S. 150
22
Dein Drangsal meinem heiligen Gebet;
Vorlage S. 150
23
Denn ich will für dich beten, Valentin.
Vorlage S. 150
24
VALENTIN.
Vorlage S. 150
25
Und bet'st aus einem Liebesbuch für mich.
Vorlage S. 150
26
PROTEUS.
Vorlage S. 150
27
Jawohl, aus einem Buche, das ich liebe.
Vorlage S. 150
28
VALENTIN.
Vorlage S. 150
29
Das ist von tiefer Lieb' ein seichtes Märchen,
Vorlage S. 150
30
Wie durch den Hellespont Leander schwamm.
Vorlage S. 150
31
PROTEUS.
Vorlage S. 150
32
Das ist ein tiefes Märchen tiefrer Liebe,
Vorlage S. 150
33
Die Liebe ging ihm ja bis an den Hals.
Vorlage S. 150
34
VALENTIN.
Vorlage S. 150
35
Über die Ohren bist du drin versenkt,
Vorlage S. 150
36
Und hast doch nie den Hellespont durchschwommen.
Vorlage S. 150
37
PROTEUS.
Vorlage S. 150
38
Nein, nur mit Ohren, Freund, verschone mich.
Vorlage S. 151
39
VALENTIN.
Vorlage S. 151
40
Du hast nur zu viel Ohr dafür zu lieben,
Vorlage S. 151
41
Wo Hohn mit Gram erkauft wird, Sprödesehn
Vorlage S. 151
42
Mit Herzensseufzern, ein Moment der Lust
Vorlage S. 151
43
Mit zwanzig wachen, müden, langen Nächten.
Vorlage S. 151
44
Gewonnen, ist's vielleicht ein schlimmes Gut;
Vorlage S. 151
45
Verloren, ist doch schwere Müh' gewonnen.
Vorlage S. 151
46
Und immer ist's durch Witz errungne Torheit,
Vorlage S. 151
47
Wo nicht, ist's Witz, durch Torheit überwältigt.
Vorlage S. 151
48
PROTEUS.
Vorlage S. 151
49
Geht es nach dir, so nennst du mich 'nen Toren.
Vorlage S. 151
50
VALENTIN.
Vorlage S. 151
51
Und geht's nach dir, fürcht' ich, du wirst es sein.
Vorlage S. 151
52
PROTEUS.
Vorlage S. 151
53
Du höhnst die Lieb', ich bin nicht Liebe, nein.
Vorlage S. 151
54
VALENTIN.
Vorlage S. 151
55
Lieb' ist dein Meister, denn sie meistert dich;
Vorlage S. 151
56
Und der, den eine Närrin spannt ins Joch,
Vorlage S. 151
57
Den kann man nicht ins Buch der Weisen schreiben.
Vorlage S. 151
58
PROTEUS.
Vorlage S. 151
59
Doch liest man: so wie in der zart'sten Knospe
Vorlage S. 151
60
Die Raupe nagend wohnt, so nagend wohne
Vorlage S. 151
61
Die Liebe in dem allerfeinsten Sinn.
Vorlage S. 151
62
VALENTIN.
Vorlage S. 151
63
Auch sagt das Buch: so wie die frühste Knospe
Vorlage S. 151
64
Vom Wurm zernagt wird, eh' sie aufgeblüht,
Vorlage S. 151
65
So wandl' auch jungen, zarten Sinn die Liebe
Vorlage S. 151
66
In Torheit, dass vergiftet wird die Knospe,
Vorlage S. 151
67
Dass schon das Grün im ersten Lenz verwelkt
Vorlage S. 151
68
Und jeder künft'gen Hoffnung schöne Frucht.
Vorlage S. 151
69
Doch, was verschwend' ich Zeit, um dir zu raten,
Vorlage S. 151
70
Dem Priester schwärmerischen Liebeswahns?
Vorlage S. 151
71
Nochmals, leb wohl! Es wartet auf der Reede
Vorlage S. 151
72
Mein Vater, um mich eingeschifft zu sehn.
Vorlage S. 151
73
PROTEUS.
Vorlage S. 151
74
Ich will dich hin begleiten, Valentin.
Vorlage S. 151
75
VALENTIN.
Vorlage S. 151
76
Mein Proteus, nein: jetzt lass uns Abschied nehmen!
Vorlage S. 151
77
Zu Mailand lass durch Briefe mich erfahren
Vorlage S. 151
78
Von deiner Liebe Glück, und was sonst Neues
Vorlage S. 151
79
Sich hier ereignet, während fern dein Freund;
Vorlage S. 151
80
So werd' auch ich dich schriftlich oft besuchen.
Vorlage S. 151
81
PROTEUS.
Vorlage S. 151
82
Begegne dir zu Mailand alles Glück!
Vorlage S. 151
83
VALENTIN.
Vorlage S. 151
84
Nicht minder dir daheim! Und so leb wohl!
Vorlage S. 151
85
Valentin geht ab.
Vorlage S. 151
86
PROTEUS.
Vorlage S. 151
87
Er jagt der Ehre nach, und ich der Liebe;
Vorlage S. 152
88
Lässt Freund', um ihrer würdiger zu werden;
Vorlage S. 152
89
Mich, Freund' und alles lass' ich für die Liebe.
Vorlage S. 152
90
Du, süße Julia, du hast mich verwandelt;
Vorlage S. 152
91
Verhaßt ist Wissenschaft, die Zeit verlier' ich,
Vorlage S. 152
92
Trotz biet' ich gutem Rat, die Welt nichts achtend;
Vorlage S. 152
93
Krank ist mein trüber Sinn, in Leid verschmachtend.
Vorlage S. 152
94
Flink tritt auf.
Vorlage S. 152
95
FLINK.
Vorlage S. 152
96
Gegrüßt, Herr Proteus! Saht Ihr meinen Herrn?
Vorlage S. 152
97
PROTEUS.
Vorlage S. 152
98
Soeben schifft er sich nach Mailand ein.
Vorlage S. 152
99
FLINK.
Vorlage S. 152
100
So mussten sie sobald ins Schiff ihn schaffen?
Vorlage S. 152
101
Dann bin ich eins von den verlornen Schafen.
Vorlage S. 152
102
PROTEUS.
Vorlage S. 152
103
Ja; leicht verirrt ein armes Schäfchen sich,
Vorlage S. 152
104
Sobald der Schäfer von der Herde wich.
Vorlage S. 152
105
FLINK.
Vorlage S. 152
106
Ihr schließt, dass mein Herr ein Schäfer, ich eins von den Schafen?
Vorlage S. 152
107
PROTEUS.
Vorlage S. 152
108
Das tu' ich.
Vorlage S. 152
109
FLINK.
Vorlage S. 152
110
So sind meine Hörner die seinen, mag ich wachen oder schlafen.
Vorlage S. 152
111
PROTEUS.
Vorlage S. 152
112
Eine einfält'ge Antwort; so ziemt sie den Schafen.
Vorlage S. 152
113
FLINK.
Vorlage S. 152
114
Dies macht mich alles zu einem Schaf.
Vorlage S. 152
115
PROTEUS.
Vorlage S. 152
116
Sicherlich; und deinen Herrn zum Schäfer.
Vorlage S. 152
117
FLINK.
Vorlage S. 152
118
Nein; das kann ich durch einen Beweis widerlegen.
Vorlage S. 152
119
PROTEUS.
Vorlage S. 152
120
Das wird schwer sein; ich will das Gegenteil beweisen.
Vorlage S. 152
121
FLINK.
Vorlage S. 152
122
Der Schäfersucht das Schaf, und nicht das Schaf den Schäfer; aber ich suche meinen Herrn, und mein Herr nicht mich; deswegen bin ich kein Schaf.
Vorlage S. 152
123
PROTEUS.
Vorlage S. 152
124
Das Schaf folgt des Futters halb dem Schäfer, der Schäfer nicht der Speise halb dem Schaf. Du folgst des Lohnes halb deinem Herrn, dein Herr nicht des Lohnes wegen dir; deshalb bist du ein Schaf.
Vorlage S. 152
125
FLINK.
Vorlage S. 152
126
Nur noch einen solchen Beweis, und ich muss schreien: Ba!
Vorlage S. 152
127
PROTEUS.
Vorlage S. 152
128
Doch höre, Freund, gabst du den Brief an Julia?
Vorlage S. 152
129
FLINK.
Vorlage S. 152
130
Ja, Herr! Ich, ein verdutztes Lamm, gab ihr, dem geputzten Lamm, Euren Brief; und sie, das geputzte Lamm, gab mir, dem verdutzten Lamm, nichts für meine Mühe.
Vorlage S. 152
131
PROTEUS.
Vorlage S. 152
132
Welch eine Menge Lämmer! Sage mir, was die alle von mir wollen.
Vorlage S. 153
133
FLINK.
Vorlage S. 153
134
Ist's Euch um Wolle zu tun, so müsst Ihr sie scheren.
Vorlage S. 153
135
PROTEUS.
Vorlage S. 153
136
Ja, dich will ich scheren.
Vorlage S. 153
Historische Illustration zu Die beiden Veroneser
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Die beiden Veroneser“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Urheber unbekannt · Public domain Bildquelle ↗
137
FLINK.
Vorlage S. 153
138
Nein, mir solltet Ihr lieber etwas bescheren, für mein Brieftragen.
Vorlage S. 153
139
PROTEUS.
Vorlage S. 153
140
Du irrst; ich meinte, ich wollte dich scheren.
Vorlage S. 153
141
FLINK.
Vorlage S. 153
142
Ach! scheren statt bescheren. Geht, lasst mich ungeschoren!
Vorlage S. 153
143
Ich trag' Euch keinen Brief mehr, wenn so die Müh' verloren.
Vorlage S. 153
144
PROTEUS.
Vorlage S. 153
145
Nun, was sagte sie? Merktest du, ob meine Worte sie zu gewinnen taugen?
Vorlage S. 153
146
FLINK.
Vorlage S. 153
147
Nichts.
Vorlage S. 153
148
PROTEUS.
Vorlage S. 153
149
Taugen nichts? Ei, das ist Taugenichts.
Vorlage S. 153
150
FLINK.
Vorlage S. 153
151
Ihr versteht falsch, Herr; ich sage nur, ich merkte nichts, ob Eure Worte für sie taugen.
Vorlage S. 153
152
PROTEUS.
Vorlage S. 153
153
Nun, zusammengesetzt ist das: Taugenichts.
Vorlage S. 153
154
FLINK.
Vorlage S. 153
155
Ihr habt Euch die Mühe gegeben, es zusammen zu setzen, so nehmt es denn für Eure Mühe.
Vorlage S. 153
156
PROTEUS.
Vorlage S. 153
157
Nein, du sollst es dafür haben, dass du meinen Brief hingetragen hast.
Vorlage S. 153
158
FLINK.
Vorlage S. 153
159
Gut, ich sehe wohl, dass ich geduldig sein muss, um Euch zu ertragen.
Vorlage S. 153
160
PROTEUS.
Vorlage S. 153
161
Nun, was hast du denn von mir zu ertragen?
Vorlage S. 153
162
FLINK.
Vorlage S. 153
163
Wahrhaftig, Herr, ich trug den Brief sehr ordentlich, und habe doch nichts als das Wort Taugenichts für meine Mühe davon getragen.
Vorlage S. 153
164
PROTEUS.
Vorlage S. 153
165
Ei, du hast einen behenden Witz.
Vorlage S. 153
166
FLINK.
Vorlage S. 153
167
Und doch kann er Eure langsame Börse nicht einholen.
Vorlage S. 153
168
PROTEUS.
Vorlage S. 153
169
Nun, mach' fort! Was sagte sie? Heraus mit deiner Botschaft!
Vorlage S. 153
170
FLINK.
Vorlage S. 153
171
Heraus mit Eurer Börse, damit Lohn und Botschaft zugleich überliefert werden!
Vorlage S. 153
172
PROTEUS.
Vorlage S. 153
173
Gut, hier ist für deine Mühe. Was sagte sie?
Vorlage S. 153
174
FLINK.
Vorlage S. 153
175
Mein' Seel', Herr, ich glaube, Ihr werdet sie schwerlich gewinnen.
Vorlage S. 153
176
PROTEUS.
Vorlage S. 153
177
Warum? Konntest du so viel aus ihr herausbringen?
Vorlage S. 153
178
FLINK.
Vorlage S. 153
179
Herr, ich konnte durchaus nichts aus ihr herausbringen, nicht einmal einen Dukaten für die Überlief'rung Eures Briefs. Und da sie so hart war gegen mich, der Euer Herz brachte, so fürchte ich, dass sie eben so hart gegen Euch sein wird, Euch ihre Gesinnung kund zu tun. Gebt Ihr kein Geschenk als Steine, denn sie ist so hart wie Stahl.
Vorlage S. 154
180
PROTEUS.
Vorlage S. 154
181
Wie? Sagte sie nichts?
Vorlage S. 154
182
FLINK.
Vorlage S. 154
183
Nein, nicht einmal: »Nimm das für deine Mühe!« Ich werde stets huldreich gegen Euch sein; denn Ihr habt mich um einige Gulden reicher gemacht; zum Dank dafür tragt künftig Eure Briefe selbst; und so will ich Euch meinem Herrn empfehlen.
Vorlage S. 154
184
PROTEUS.
Vorlage S. 154
185
Geh, geh, vor Schiffbruch Euer Schiff zu hüten,
Vorlage S. 154
186
Es kann nicht scheitern, hat es dich an Bord.
Vorlage S. 154
187
Du bist bestimmt zu trocknem Tod am Lande. –
Vorlage S. 154
188
Ich muss schon einen bessern Boten senden;
Vorlage S. 154
189
Nicht achtet, fürcht' ich, Julia meiner Zeilen,
Vorlage S. 154
190
Wenn sie aus beßrer Hand sie nicht empfängt.
Vorlage S. 154
191
Gehen nach verschiedenen Seiten ab.
Vorlage S. 154
192
Zweite Szene
Vorlage S. 154
193
Garten.
Vorlage S. 154
194
Julia und Lucetta treten auf.
Vorlage S. 154
195
JULIA.
Vorlage S. 154
196
Jetzt sprich, Lucetta, denn wir sind allein:
Vorlage S. 154
197
Du rätst, ich soll mein Herz der Lieb' eröffnen?
Vorlage S. 154
198
LUCETTA.
Vorlage S. 154
199
Ja, Fräulein, schließt Ihr's der Vernunft nicht zu.
Vorlage S. 154
200
JULIA.
Vorlage S. 154
201
Doch von der schönen Auswahl edler Männer,
Vorlage S. 154
202
Die im gesell'gen Kreis ich täglich sehe,
Vorlage S. 154
203
Wer scheint am meisten dir der Liebe wert?
Vorlage S. 154
204
LUCETTA.
Vorlage S. 154
205
Ich bitt' Euch, nennt sie mir, so sag' ich Euch
Vorlage S. 154
206
Nach schwacher, schlichter Einsicht meine Meinung.
Vorlage S. 154
207
JULIA.
Vorlage S. 154
208
Wie denkst du von dem schönen Eglamour?
Vorlage S. 154
209
LUCETTA.
Vorlage S. 154
210
Er ist ein Ritter, wohlberedt und fein;
Vorlage S. 154
211
Doch wär' ich Ihr, er würde nimmer mein.
Vorlage S. 154
212
JULIA.
Vorlage S. 154
213
Wie denkst du von dem reichen Herrn Mercatio?
Vorlage S. 154
214
LUCETTA.
Vorlage S. 154
215
Von seinem Reichtum gut, von ihm so so.
Vorlage S. 154
216
JULIA.
Vorlage S. 154
217
Nun sprich, wie du vom jungen Proteus denkst?
Vorlage S. 155
218
LUCETTA.
Vorlage S. 155
219
O Torheit! wie du uns so ganz befängst!
Vorlage S. 155
220
JULIA.
Vorlage S. 155
221
Sein Name schon kann dir Besinnung nehmen?
Vorlage S. 155
222
LUCETTA.
Vorlage S. 155
223
Verzeiht, mein Fräulein, denn ich muss mich schämen.
Vorlage S. 155
224
Glaubt Ihr, dass ich Unwürd'ge schätzen kann
Vorlage S. 155
225
Solch anmutvollen, edlen, jungen Mann?
Vorlage S. 155
226
JULIA.
Vorlage S. 155
227
Warum nicht Proteus, wie die andern Gäste?
Vorlage S. 155
228
LUCETTA.
Vorlage S. 155
229
Nun denn, von Guten scheint er mir der Beste.
Vorlage S. 155
230
JULIA.
Vorlage S. 155
231
Dein Grund?
Vorlage S. 155
232
LUCETTA.
Vorlage S. 155
233
Kein andrer ist's, als eines Weibes Grund;
Vorlage S. 155
234
Er scheint mir so, nur weil er mir so scheint.
Vorlage S. 155
235
JULIA.
Vorlage S. 155
236
So rätst du, meine Lieb' auf ihn zu werfen?
Vorlage S. 155
237
LUCETTA.
Vorlage S. 155
238
Ja, glaubt Ihr nicht die Liebe weggeworfen.
Vorlage S. 155
239
JULIA.
Vorlage S. 155
240
Er nur allein bewegte nie mich schmerzlich.
Vorlage S. 155
241
LUCETTA.
Vorlage S. 155
242
Doch er allein nur liebt gewiss Euch herzlich.
Vorlage S. 155
243
JULIA.
Vorlage S. 155
244
Er spricht fast nie: das ist nicht Leidenschaft.
Vorlage S. 155
245
LUCETTA.
Vorlage S. 155
246
Verdecktes Feuer brennt mit größrer Kraft.
Vorlage S. 155
247
JULIA.
Vorlage S. 155
248
Nicht liebt, wer nimmer offenbart die Liebe.
Vorlage S. 155
249
LUCETTA.
Vorlage S. 155
250
Und minder liebt, wer andern zeigt die Liebe.
Vorlage S. 155
251
JULIA.
Vorlage S. 155
252
Oh! wüßt' ich, wie er denkt!
Vorlage S. 155
253
LUCETTA.
Vorlage S. 155
254
Lest, Fräulein, dies Papier!
Vorlage S. 155
255
JULIA.
Vorlage S. 155
256
»An Julia.« Sprich, von wem?
Vorlage S. 155
257
LUCETTA.
Vorlage S. 155
258
Der Inhalt sagt es Euch.
Vorlage S. 155
259
JULIA.
Vorlage S. 155
260
Doch sprich: wer gab es dir?
Vorlage S. 155
261
LUCETTA.
Vorlage S. 155
262
Der Page Valentins, den, denk' ich, Proteus schickte;
Vorlage S. 155
263
Euch wollt' er's geben selbst, doch ich kam ihm entgegen,
Vorlage S. 155
264
Empfing's an Eurer Statt; verzeiht, war ich verwegen.
Vorlage S. 155
265
JULIA.
Vorlage S. 155
266
Bei meiner Sittsamkeit! Du, Liebesbotin?
Vorlage S. 155
267
Wagst du, verliebte Zeilen anzunehmen?
Vorlage S. 155
268
Verschwörung, Fallstrick' meiner Jugend legen?
Vorlage S. 155
269
Nun, auf mein Wort, das ist ein ehrbar Amt,
Vorlage S. 155
270
Und du Beamter, schicklich für die Würde.
Vorlage S. 155
271
Da nimm das Blatt, lass es ihm wieder geben;
Vorlage S. 155
272
Sonst komm du nie vor meine Augen wieder!
Vorlage S. 155
Historische Illustration zu Die beiden Veroneser
Kontextbild zum Werk. Historische Illustration zu „Die beiden Veroneser“ — Werkbezogene Bildquelle; keine belegte Zuordnung zu der hier angezeigten einzelnen Textstelle. · Urheber unbekannt · Public domain Bildquelle ↗
273
LUCETTA.
Vorlage S. 155
274
Der Liebe Dienst soll Lohn, nicht Haß gewinnen.
Vorlage S. 155
275
JULIA.
Vorlage S. 155
276
So gehst du nicht?
Vorlage S. 155
277
LUCETTA.
Vorlage S. 155
278
Nun könnt Ihr Euch besinnen.
Vorlage S. 155
279
Lucetta geht ab.
Vorlage S. 155
280
JULIA.
Vorlage S. 155
281
Und doch, – hätt' ich den Brief nur durchgelesen!
Vorlage S. 156
282
Doch Schande wär's, sie wieder herzurufen,
Vorlage S. 156
283
Bitten um das, was ich Verbrechen schalt.
Vorlage S. 156
284
Die Närrin! weiß, dass ich ein Mädchen bin,
Vorlage S. 156
285
Und zwingt mich nicht, dass ich den Brief erbreche.
Vorlage S. 156
286
Nein sagt ein Mädchen, weil's die Sitte will,
Vorlage S. 156
287
Und wünscht, dass es der Frager deut' als Ja.
Vorlage S. 156
288
Pfui! Wie verkehrt ist diese tör'ge Liebe:
Vorlage S. 156
289
Ein wildes Kindchen, kratzt sie erst die Amme
Vorlage S. 156
290
Und küsst in Demut gleich darauf die Rute.
Vorlage S. 156
291
Wie ungestüm schalt' ich Lucetta fort,
Vorlage S. 156
292
Da ich so gern sie hier behalten hätte!
Vorlage S. 156
293
Wie zornig lehrt' ich meine Stirn sich falten,
Vorlage S. 156
294
Da innre Lust mein Herz zum Lächeln zwang!
Vorlage S. 156
295
Die Strafe sei, dass ich Lucetta rufe
Vorlage S. 156
296
Und meine vor'ge Torheit so vergüte.
Vorlage S. 156
297
Heda! Lucetta!
Vorlage S. 156
298
Lucetta kommt zurück.
Vorlage S. 156
299
LUCETTA.
Vorlage S. 156
300
Was befiehlt Eu'r Gnaden?
Vorlage S. 156
301
JULIA.
Vorlage S. 156
302
Ist noch nicht Essenzeit?
Vorlage S. 156
303
LUCETTA.
Vorlage S. 156
304
Ich wollt', es wär';
Vorlage S. 156
305
Dann kühltet Ihr den Zorn an Eurer Mahlzeit,
Vorlage S. 156
306
Statt an der Dienerin.
Vorlage S. 156
307
JULIA.
Vorlage S. 156
308
Was nimmst du auf
Vorlage S. 156
309
So hastig?
Vorlage S. 156
310
LUCETTA.
Vorlage S. 156
311
Nichts.
Vorlage S. 156
312
JULIA.
Vorlage S. 156
313
Weshalb denn bückst du dich?
Vorlage S. 156
314
LUCETTA.
Vorlage S. 156
315
Ich nahm ein Blatt auf, das ich fallen ließ.
Vorlage S. 156
316
JULIA.
Vorlage S. 156
317
Und ist das Blatt denn nichts?
Vorlage S. 156
318
LUCETTA.
Vorlage S. 156
319
Nichts, was mich angeht.
Vorlage S. 156
320
JULIA.
Vorlage S. 156
321
Dann lass für die es liegen, die es angeht!
Vorlage S. 156
322
LUCETTA.
Vorlage S. 156
323
Es wird für die nicht lügen, die es angeht,
Vorlage S. 156
324
Wenn es nicht irgendeiner falsch erklärt.
Vorlage S. 156
325
JULIA.
Vorlage S. 156
326
Es schrieb dir ein Verehrer wohl in Versen?
Vorlage S. 156
327
LUCETTA.
Vorlage S. 156
328
Dass ich's im rechten Tone singen möge.
Vorlage S. 156
329
Gebt mir die Weis': Ihr, Fräulein, könnt sie setzen.
Vorlage S. 156
330
JULIA.
Vorlage S. 156
331
Für solchen Tand, so leicht als möglich ist:
Vorlage S. 156
332
Drum sing es in dem Ton leichtsinn'ge Liebe.
Vorlage S. 156
333
LUCETTA.
Vorlage S. 156
334
Es ist zu schwer für solchen leichten Ton.
Vorlage S. 157
335
JULIA.
Vorlage S. 157
336
Zu schwer? So ist es wohl vierstimm'ger Satz?
Vorlage S. 157
337
LUCETTA.
Vorlage S. 157
338
Es ist melodisch nur, singt Ihr's allein.
Vorlage S. 157
339
JULIA.
Vorlage S. 157
340
Warum nicht du?
Vorlage S. 157
341
LUCETTA.
Vorlage S. 157
342
Es ist für mich zu hoch.
Vorlage S. 157
343
JULIA.
Vorlage S. 157
344
Zeig' her dein Lied! – Nun, Schätzchen, was ist das?
Vorlage S. 157
345
LUCETTA.
Vorlage S. 157
346
Nein, bleibt im Ton, wollt Ihr's zu Ende singen;
Vorlage S. 157
347
Und doch gefällt mir dieser Ton nicht recht.
Vorlage S. 157
348
JULIA.
Vorlage S. 157
349
Weshalb denn nicht?
Vorlage S. 157
350
LUCETTA.
Vorlage S. 157
351
Er ist zu schneidend, Fräulein.
Vorlage S. 157
352
JULIA.
Vorlage S. 157
353
Du bist zu vorlaut.
Vorlage S. 157
354
LUCETTA.
Vorlage S. 157
355
Nein, nun wird es matt.
Vorlage S. 157
356
Einstimm'ges Lied hat keine Harmonie;
Vorlage S. 157
357
Die Mittelstimme fehlt.
Vorlage S. 157
358
JULIA.
Vorlage S. 157
359
Die heisre Stimme
Vorlage S. 157
360
Der Mittlerin zerstört die Harmonie.
Vorlage S. 157
361
LUCETTA.
Vorlage S. 157
362
Proteus bedarf wohl der Vermittlung nicht.
Vorlage S. 157
363
JULIA.
Vorlage S. 157
364
Nicht länger ärgre mich all dies Geschwätz;
Vorlage S. 157
365
Welch ein verwirrtes Hin- und Her-Gerede! –
Vorlage S. 157
366
Sie zerreißt den Brief.
Vorlage S. 157
367
Geh, mach' dich fort! Lass die Papiere liegen;
Vorlage S. 157
368
Du hätt'st sie gern in Händen, mir zum Trotz.
Vorlage S. 157
369
LUCETTA.
Vorlage S. 157
370
Sie treibt es weit; doch wär's ihr wohl am liebsten,
Vorlage S. 157
371
Würd' sie durch einen zweiten Brief geärgert.
Vorlage S. 157
372
Lucetta geht ab.
Vorlage S. 157
373
JULIA.
Vorlage S. 157
374
Nein, könnte mich derselbe Brief nur ärgern!
Vorlage S. 157
375
Verhaßte Finger, Liebesschrift zerreißt ihr?
Vorlage S. 157
376
Mordsücht'ge Wespen, saugt des Honigs Süße
Vorlage S. 157
377
Und stecht zu Tod die Biene, die ihn gab? –
Vorlage S. 157
378
Zur Sühnung küss' ich jedes Stück Papier.
Vorlage S. 157
379
Sieh' –güt'ge Julia – hier; ungüt'ge Julia!
Vorlage S. 157
380
Und so, um deinen Undank zu bestrafen,
Vorlage S. 157
381
Werf' ich den Namen auf den harten Stein
Vorlage S. 157
382
Und trete höhnend so auf deinen Stolz. –
Vorlage S. 157
383
Oh! sieh, hier steht – der liebeswunde Proteus –
Vorlage S. 157
384
Oh! Armer du! Mein Busen, wie ein Bett,
Vorlage S. 157
385
Herberge dich, bis ganz die Wunde heilte;
Vorlage S. 158
386
Und so erprüf' ich sie mit heil'gem Kuß. –
Vorlage S. 158
387
Doch zwei-, dreimal steht Proteus hier geschrieben.
Vorlage S. 158
388
Still, guter Wind, entführe mir kein Stückchen,
Vorlage S. 158
389
Bis jedes Wort des Briefs ich wieder fand.
Vorlage S. 158
390
Nur meinen Namen nicht; den trag' ein Sturm
Vorlage S. 158
391
Zu einem furchtbar zackig schroffen Fels
Vorlage S. 158
392
Und schleudr' ihn dann ins wilde Meer hinab! –
Vorlage S. 158
393
Sieh, zweimal hier sein Nam' in einer Zeile –
Vorlage S. 158
394
Der arme Proteus, Proteus, gramverloren, –
Vorlage S. 158
395
Der süßen Julia. – Nein, das reiß' ich ab;
Vorlage S. 158
396
Doch will ich's nicht, da er so allerliebst
Vorlage S. 158
397
Ihn paart mit seinem schwermutsvollen Namen;
Vorlage S. 158
398
So will ich einen auf den andern falten:
Vorlage S. 158
399
Nun küsst, umarmt euch, zankt, tut, was ihr wollt!
Vorlage S. 158
400
Lucetta kommt zurück.
Vorlage S. 158
401
LUCETTA.
Vorlage S. 158
402
Fräulein, zur Mahlzeit, Euer Vater wartet.
Vorlage S. 158
403
JULIA.
Vorlage S. 158
404
Gut, gehn wir.
Vorlage S. 158
405
LUCETTA.
Vorlage S. 158
406
Wie, lasst Ihr die Papier' als Schwätzer liegen?
Vorlage S. 158
407
JULIA.
Vorlage S. 158
Historische Darstellung von William Shakespeare
Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von William Shakespeare — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Martin Droeshout · Public domain Bildquelle ↗
408
Hältst du sie wert, so hebe sie gut auf!
Vorlage S. 158
409
LUCETTA.
Vorlage S. 158
410
Schlecht nahmt Ihr's auf, da ich sie niederlegte;
Vorlage S. 158
411
Doch soll'n sie fort, dass sie sich nicht erkälten.
Vorlage S. 158
412
JULIA.
Vorlage S. 158
413
Ich seh', du hast zu ihnen ein Gelüst.
Vorlage S. 158
414
LUCETTA.
Vorlage S. 158
415
Ja, sagt nur immer, was Ihr meint zu sehn;
Vorlage S. 158
416
Auch ich seh' klar, denkt Ihr schon, ich sei blind.
Vorlage S. 158
417
JULIA.
Vorlage S. 158
418
Komm, komm! Beliebt's hinein zu gehn?
Vorlage S. 158
419
Sie gehn ab.
Vorlage S. 158
420
Dritte Szene
Vorlage S. 158
421
Zimmer.
Vorlage S. 158
422
Antonio und Panthino treten auf.
Vorlage S. 158
423
ANTONIO.
Vorlage S. 158
424
Panthino, sprich, mit welcher ernsten Rede
Vorlage S. 158
425
Hielt dich mein Bruder in dem Kreuzgang auf?
Vorlage S. 158
426
PANTHINO.
Vorlage S. 158
427
Von Proteus, seinem Neffen, Eurem Sohn.
Vorlage S. 158
428
ANTONIO.
Vorlage S. 158
429
Doch was von ihm?
Vorlage S. 158
430
PANTHINO.
Vorlage S. 158
431
Ihn wundert, dass Euer Gnaden
Vorlage S. 159
432
Daheim ihn seine Jugend lässt verbringen;
Vorlage S. 159
433
Da mancher, der geringer ist als Ihr,
Vorlage S. 159
434
Den Sohn auf Reisen schickt, sich auszuzeichnen;
Vorlage S. 159
435
Der, in den Krieg, um dort sein Glück zu suchen;
Vorlage S. 159
436
Der, zur Entdeckung weit entlegner Inseln;
Vorlage S. 159
437
Der, zur berühmten Universität.
Vorlage S. 159
438
Er meint, dass einer, ja selbst all die Wege
Vorlage S. 159
439
Dem Proteus, Eurem Sohne, wohl geziemen;
Vorlage S. 159
440
Mir trug er auf, es Euch ans Herz zu legen,
Vorlage S. 159
441
Dass Ihr ihn länger nicht daheim behaltet;
Vorlage S. 159
442
Er würd' es einst im Alter noch beklagen,
Vorlage S. 159
443
Hätt' er die Welt als Jüngling nicht gesehn.
Vorlage S. 159
444
ANTONIO.
Vorlage S. 159
445
Nun, dazu darfst du mich nicht eben drängen,
Vorlage S. 159
446
Worauf ich schon seit einem Monat sinne.
Vorlage S. 159
447
Wohl hab' ich selbst den Zeitverlust erwogen,
Vorlage S. 159
448
Und wie er ein vollkommner Mann nicht ist,
Vorlage S. 159
449
Eh' ihn die Welt erzogen und geprüft;
Vorlage S. 159
450
Erfahrung wird durch Fleiß und Müh' erlangt
Vorlage S. 159
451
Und durch den raschen Lauf der Zeit gereift;
Vorlage S. 159
452
Doch sprich, wohin ich ihn am besten sende.
Vorlage S. 159
453
PANTHINO.
Vorlage S. 159
454
Ich denk', Eu'r Gnaden ist nicht unbekannt,
Vorlage S. 159
455
Wie jetzt sein Freund, der junge Valentin,
Vorlage S. 159
456
Am Hof dem Kaiser seine Dienste widmet.
Vorlage S. 159
457
ANTONIO.
Vorlage S. 159
458
Ich weiß es wohl.
Vorlage S. 159
459
PANTHINO.
Vorlage S. 159
460
Ich mein', Euer Gnaden sollt' ihn dahin senden;
Vorlage S. 159
461
Dort übt er sich im Stechen und Turnieren,
Vorlage S. 159
462
Hört fein Gespräch, bekannt wird er dem Adel,
Vorlage S. 159
463
Und so wird jede Übung ihm geläufig,
Vorlage S. 159
464
Die seiner Jugend ziemt und seinem Rang.
Vorlage S. 159
465
ANTONIO.
Vorlage S. 159
466
Dein Rat gefällt mir; wohl hast du's erwogen;
Vorlage S. 159
467
Und dass du siehst, wie sehr er mir gefällt,
Vorlage S. 159
468
Soll's deutlich dir durch die Vollstreckung werden.
Vorlage S. 159
469
So will ich gleich denn mit der schnellsten Eile
Vorlage S. 159
470
Alsbald ihn an des Kaisers Hof verschicken.
Vorlage S. 159
471
PANTHINO.
Vorlage S. 159
472
So hört, dass morgen Don Alphonso reist
Vorlage S. 159
473
Mit andern jungen Herren hohen Ranges,
Vorlage S. 159
474
Dem Kaiser ihre Huldigung zu bringen
Vorlage S. 160
475
Und ihren Dienst dem Herrscher anzubieten.
Vorlage S. 160
476
ANTONIO.
Vorlage S. 160
477
In der Gesellschaft soll auch Proteus reisen,
Vorlage S. 160
478
Und grade recht, – jetzt will ich's ihm verkünden.
Vorlage S. 160
479
Proteus tritt auf.
Vorlage S. 160
480
PROTEUS.
Vorlage S. 160
481
O süße Lieb'! o süße Zeilen! süßes Leben!
Vorlage S. 160
482
Ja, hier ist ihre Hand, des Herzens Bürge;
Vorlage S. 160
483
Hier ist ihr Liebesschwur, der Ehre Pfand;
Vorlage S. 160
484
Oh! dass die Väter unsern Liebesbund
Vorlage S. 160
485
Und unser Glück durch ihren Beifall krönten!
Vorlage S. 160
486
Oh, Engel! Julia! –
Vorlage S. 160
487
ANTONIO.
Vorlage S. 160
488
Wie steht's? Was für ein Brief ist's, den du liesest?
Vorlage S. 160
489
PROTEUS.
Vorlage S. 160
490
Mein gnäd'ger Vater, wen'ge Zeilen nur,
Vorlage S. 160
491
In denen Valentin sich mir empfiehlt,
Vorlage S. 160
492
Und die ein Freund mir bringt, der ihn gesprochen.
Vorlage S. 160
493
ANTONIO.
Vorlage S. 160
494
Gib mir den Brief; lass sehn, was er enthält!
Vorlage S. 160
495
PROTEUS.
Vorlage S. 160
496
Durchaus nichts Neues, Herr; er schreibt mir nur,
Vorlage S. 160
497
Wie glücklich er dort lebt, wie sehr geliebt,
Vorlage S. 160
498
Und täglich wachsend in des Kaisers Gnade;
Vorlage S. 160
499
Er wünscht mich hin, sein Glück mit ihm zu teilen.
Vorlage S. 160
500
ANTONIO.
Vorlage S. 160
501
Und fühlst du seinem Wunsche dich geneigt?
Vorlage S. 160
502
PROTEUS.
Vorlage S. 160
503
Herr, Eurem Willen bin ich untertan,
Vorlage S. 160
504
Und nicht darf mir des Freunde Wunschgebieten.
Vorlage S. 160
505
ANTONIO.
Vorlage S. 160
506
Mein Wille trifft mit seinem Wunsch zusammen;
Vorlage S. 160
507
Sei nicht erstaunt, dass ich so schnell verfahre,
Vorlage S. 160
508
Denn was ich will, das will ich; kurz und gut,
Vorlage S. 160
509
Beschlossen ist es, dass du ein'ge Zeit
Vorlage S. 160
510
Mit Valentin am Hof des Kaisers lebst;
Vorlage S. 160
511
Was ihm zum Unterhalt die Seinen geben,
Vorlage S. 160
512
Sollst du von mir auch ebenfalls empfangen.
Vorlage S. 160
513
Auf morgen halt dich fertig abzugehn;
Vorlage S. 160
514
Kein Einwand gilt, unwiderruflich bleibt's.
Vorlage S. 160
515
PROTEUS.
Vorlage S. 160
516
Herr, nicht so schnell ist alles vorbereitet;
Vorlage S. 160
517
Nur ein, zwei Tag', ich bitte, schiebt es auf!
Vorlage S. 160
518
ANTONIO.
Vorlage S. 160
519
Ei, was du brauchst, das schicken wir dir nach;
Vorlage S. 160
520
Kein längres Zögern, morgen musst du fort. –
Vorlage S. 160
521
Panthino, komm, du sollst mir Hülfe leisten,
Vorlage S. 161
522
Um eiligst seine Reise zu befördern.
Vorlage S. 161
523
Antonio und Panthino gehn ab.
Vorlage S. 161
524
PROTEUS.
Vorlage S. 161
525
Das Feuer wollt' ich fliehn, nicht zu verbrennen,
Vorlage S. 161
526
Und stürzte mich ins Meer, wo ich ertrinke;
Vorlage S. 161
527
Dem Vater wollt' ich Julias Brief nicht zeigen,
Vorlage S. 161
528
Aus Furcht, er könne meine Liebe schelten;
Vorlage S. 161
529
Und aus dem Vorwand der Entschuldigung
Vorlage S. 161
530
Wird ihm die stärkste Hemmung meiner Liebe.
Vorlage S. 161
531
Oh! dass der Liebe Frühling, immer wechselnd,
Vorlage S. 161
532
Gleich des Apriltags Herrlichkeit uns funkelt;
Vorlage S. 161
533
Er zeigt die Sonn' in ihrer vollen Pracht,
Vorlage S. 161
534
Bis plötzlich eine Wolk' ihr Licht verdunkelt!
Vorlage S. 161
535
Panthino kommt zurück.
Vorlage S. 161
536
PANTHINO.
Vorlage S. 161
537
Herr Proteus, Euer Vater ruft nach Euch;
Vorlage S. 161
538
Er ist sehr eilig; bitte, folgt mir gleich!
Vorlage S. 161
539
PROTEUS.
Vorlage S. 161
540
Mein Herz ergibt sich, denn es muss ja sein;
Vorlage S. 161
541
Doch ruft es tausendmal mit Schmerzen, nein!
Vorlage S. 161
542
Sie gehn ab.
Vorlage S. 161

Nach dem Lesen

Dein Blick auf das Kapitel

10er-QuizZitate verstehen · Zusammenhänge erkennen · Lernpunkte sammeln10 Fragen

Eine Antwort ist jeweils richtig. Lies den Textbeleg aufmerksam. Bei einer falschen Antwort kannst du es erneut versuchen.

Angemeldet zählen richtige Antworten für deinen Lernstand. Als Gast übst du ohne Kontopunkte.

Je Frage sind beim ersten Versuch 10 Punkte möglich, danach 5, 3 oder 1. Bereits gelöste Fragen bleiben zum Üben verfügbar.

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »deshalb« in diesem Textausschnitt? »Du folgst des Lohnes halb deinem Herrn, dein Herr nicht des Lohnes wegen dir; deshalb bist du ein Schaf.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt verweist mit einer Zeitangabe ausdrücklich auf eine frühere Zeit? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Was bedeutet »Alsbald« in diesem Ausschnitt? »So will ich gleich denn mit der schnellsten Eile Alsbald ihn an des Kaisers Hof verschicken.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Du höhnst die Lieb', ich bin nicht Liebe, nein.« B: »Panthino, sprich, mit welcher ernsten Rede Hielt dich mein Bruder in dem Kreuzgang auf?« C: »Ja, Fräulein, schließt Ihr's der Vernunft nicht zu.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »Er scheint mir so, nur weil er mir so scheint.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Denn was ich will, das …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗
Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »Und lieb' ich einst, sei gleicher Segen mein.«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
Textstelle nachlesen ↗

2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »Und lieb' ich einst, sei gleicher Segen mein.« und »Denn was ich will, das will ich; kurz und gut,«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »Panthino, sprich, mit welcher ernsten Rede«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
Textstelle nachlesen ↗
Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Hör' auf mir zuzureden, teurer Proteus;«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Die Strafe sei, dass ich Lucetta rufe«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
Textstelle nachlesen ↗

Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Doch ruft es tausendmal mit Schmerzen, nein!«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
Textstelle nachlesen ↗

Ausgabe, Herkunft und Rechte

Autor und namentlich belegte Übersetzung sind nach den geprüften Lebensdaten in Deutschland gemeinfrei. TextGrid und www.editura.de stellen Struktur und Metadaten unter CC BY 3.0 DE bereit.

Die beiden Veroneser

William Shakespeare: Sämtliche Werke in vier Bänden. Band 1, Herausgegeben von Anselm Schlösser. Berlin: Aufbau, 1975. Shakespeare, William 150- Berlin

Das Werk Die beiden Veroneser von Shakespeare, William ist eine Abwandlung des Datenbestandes der Digitalen Bibliothek von TextGrid, www.editura.de und wird unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht.

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY 3.0 DE; underlying texts public domain per source Lizenz

Originalsprache · Englisch

Englischer Originaltext in der digitalen Project-Gutenberg-Ausgabe. Die Vorlage nennt keine historische Druckausgabe. Unterschiedliche Bühnenfassungen, Szenenteilungen und historische Übersetzungen können voneinander abweichen. Keine Behauptung einer Erstfassung oder zeilengetreuen Entsprechung. Wortlaut, Rechtschreibung und Interpunktion dieser Quelle bleiben erhalten; nur HTML-Layout wird in Lesetext übertragen.

William Shakespeare: The Two Gentlemen of Verona. Project Gutenberg eBook 1509. Originalsprache Englisch; digitale Quelle unverändert archiviert.

Autorschaft und Ausgabe: William Shakespeare

Originaltext und Ausgabe ↗ · Project Gutenberg · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.