Deutsch · Abschnitt 3 von 7
1. Szene
1 Erste Szene
Vorlage S. 120 2 Morgendämmerung. Straße einer Vorstadt von Athen. Wohnung des Sokrates. In deren Nähe das Haus des Strepsiades, in dessen Schlafzimmer man hineinsieht.
Vorlage S. 120 3 Strepsiades. Pheidippides. Im Hintergrund Sklaven. Alle schlafend auf ihrem Nachtlager.
Vorlage S. 120 4 STREPSIADES
Vorlage S. 120 5 erwacht und gähnt.
Vorlage S. 120 6 I – uh! I – uh!
Vorlage S. 120 7 Allmächtiger Zeus, welch ewig lange Nächte!
Vorlage S. 120 8 Nein, zum Verzweifeln! – Will's denn gar nicht tagen?
Vorlage S. 120 9 Den Hahnenschrei hab' ich doch längst gehört. –
Vorlage S. 120 10 Die Sklaven schnarchen – – Sonst vertrieb man's ihnen!
Vorlage S. 120 11 Mit der Faust agierend.
Vorlage S. 120 12 Auffahrend.
Vorlage S. 120 13 Ein wahres Elend, der verdammte Krieg!
Vorlage S. 120 14 Man muss sich scheu'n sogar, die Kerls zu prügeln.
Vorlage S. 120 15 Und auch mein hoffnungsvoller Junker dort,
Vorlage S. 120 16 Der wacht die ganze Nacht nicht auf und farzt,
Vorlage S. 120 17 In Geißfelldecken fünffach eingewickelt! –
Vorlage S. 120 18 Meinthalb! – Ich deck' mich zu und schnarche mit. –
Vorlage S. 120 19 Nach einer Pause.
Vorlage S. 120 20 Ja, wenn ich schlafen könnte! – Au, das zwickt,
Vorlage S. 120 21 Das Zahlen, Rossefüttern, Schuldenmachen
Vorlage S. 120 22 Für dieses Früchtchen da! – Und er? – Mit langen
Vorlage S. 120 23 Gelockten Haaren reitet er und fährt,
Vorlage S. 120 24 Und träumt von nichts als Rossen. – Ich – verzweifle,
Vorlage S. 120 25 Sooft der Monat halb vorüber ist:
Vorlage S. 120 26 Da rückt der Zins heran. – He, Bube, Licht!
Vorlage S. 120 27 Und bring das Hausbuch! – Muss doch nachsehn, wem
Vorlage S. 120 28 Ich alles schuld', und was die Zinsen machen.
Vorlage S. 120 29 Ein Sklave bringt Licht und Buch.
Vorlage S. 120 30 Lass sehn: was bin ich schuldig? – Pasias –
Vorlage S. 121 31 Zwölf Pfund! – dem Pasias zwölf? – wofür? – Aha!
Vorlage S. 121 32 Der Goldfuchs, den ich kauft'! – Ein Auge gäb' ich
Vorlage S. 121 33 Darum, hätt' ich gespart die goldnen Füchse!
Vorlage S. 121 34 PHEIDIPPIDES
Vorlage S. 121 35 im Schlafe.
Vorlage S. 121 36 Philon, das geht nicht! Fahr auf deiner Bahn!
Vorlage S. 121 37 STREPSIADES.
Vorlage S. 121 38 Da habt ihr's! Das ist grade mein Ruin!
Vorlage S. 121 39 Von nichts als Rossen spricht er selbst im Traum.
Vorlage S. 121 40 PHEIDIPPIDES
Vorlage S. 121 41 wie oben.
Vorlage S. 121 42 Wie viele Fahrten gilt's mit dem Gespann?
Vorlage S. 121 43 STREPSIADES.
Vorlage S. 121 44 Mir gilt's! Mich, deinen Vater, jagst du 'rum!
Vorlage S. 121 45 Liest weiter im Buch.
Vorlage S. 121 46 Pasias! – »Was lastet sonst für Schuld auf mir?« –
Vorlage S. 121 47 Amynias – für Rad und Sitz: drei Minen.
Vorlage S. 121 48 PHEIDIPPIDES
Vorlage S. 121 49 wie oben.
Vorlage S. 121 50 Fort mit dem Roß zur Schwemm', und dann nach Haus!
Vorlage S. 121 51 STREPSIADES
Vorlage S. 121 53 Mich schwemmst du weg von Haus und Hof, du Schlingel!
Vorlage S. 121 54 Der will sein Geld zurück, zehn andre drohn
Vorlage S. 121 55 Mich aufzupfänden für die Zinsen –
Vorlage S. 121 56 PHEIDIPPIDES
Vorlage S. 121 57 erwachend.
Vorlage S. 121 59 Was stöhnst und wälzt du dich die ganze Nacht?
Vorlage S. 121 60 STREPSIADES.
Vorlage S. 121 61 Die Brummer beißen mich zum Bett hinaus.
Vorlage S. 121 62 PHEIDIPPIDES.
Vorlage S. 121 63 Hör, Alter, lass mich noch ein wenig ruhn!
Vorlage S. 121 64 STREPSIADES.
Vorlage S. 121 65 Schlaf du nur zu; die ganze Schuldenlast,
Vorlage S. 121 66 Das sag' ich dir, fällt doch auf deinen Kopf! –
Vorlage S. 121 67 Verdammte Kupplerin, die mich beschwatzt,
Vorlage S. 121 68 Dass ich zum Weibe deine Mutter nahm!
Vorlage S. 121 69 Das schönste Leben hätt' ich auf dem Lande:
Vorlage S. 121 70 Hübsch durcheinander, recht im Speck und Dreck,
Vorlage S. 121 71 Behaglich unter Honig, Woll' und Trestern!
Vorlage S. 121 72 Da nahm ich, Bauer, aus dem Haus Megakles
Vorlage S. 122 73 Megakles' Nichte, städtisch, üppig, stolz
Vorlage S. 122 74 Und flott, die eingefleischte Koisyra:
Vorlage S. 122 75 Als ich mit der das Hochzeitsbett bestieg,
Vorlage S. 122 76 Roch ich nach Hefe, Käs und schmutz'ger Wolle,
Vorlage S. 122 77 Sie nach Pomade, Schmink' und Zungenküßchen,
Vorlage S. 122 78 Hoffart, Verschwendung, Schlemmerei und Buhlschaft.
Vorlage S. 122 79 Faul war sie nicht, o nein, sie zettelte
Vorlage S. 122 80 Am Webstuhl, und ich zeigt' ihr oft mein Wams
Vorlage S. 122 81 Und sprach verblümt: ›Frau, du verzettelst viel!‹
Vorlage S. 122 83 In unsrer Lamp' ist nicht ein Tropfen Öl!
Vorlage S. 122 84 STREPSIADES.
Vorlage S. 122 85 Was brennst du denn auch die versoffne Ampel?
Vorlage S. 122 86 Komm her, ich will dir!
Vorlage S. 122 87 Schlägt nach ihm.
Vorlage S. 122 89 Aber, Herr, warum denn?
Vorlage S. 122 90 STREPSIADES.
Vorlage S. 122 91 Was steckst du grad den dicksten Docht hinein?
Vorlage S. 122 92 Sklave ab.
Vorlage S. 122 93 Danach, als uns dies Söhnchen ward beschert,
Vorlage S. 122 94 Will sagen, mir und meiner wackern Ehfrau,
Vorlage S. 122 95 Gleich zankten wir uns über seinen Namen:
Vorlage S. 122 96 Sie wollt' ein ›Hippos‹ dran, 'nen Ritternamen,
Vorlage S. 122 97 Philipp, Charipp, Xanthipp, Kallipides,
Vorlage S. 122 98 Ich, nach dem Großpapa: Pheidonides.
Vorlage S. 122 99 Wir stritten hin und her, bis wir zuletzt
Vorlage S. 122 100 Eins wurden, ihn Pheidippides zu nennen.
Vorlage S. 122 101 Sie nahm ihn auf den Arm und streichelt' ihn:
Vorlage S. 122 102 ›Wenn du mal groß bist und im Purpurrock
Vorlage S. 122 103 Zur Stadt fährst wie Megakles‹ – ›Nein, wenn du
Vorlage S. 122 104 Im Schafpelz‹ – fiel ich ein – ›vom Phelleuswald
Vorlage S. 122 105 Heim mit den Ziegen fährst, wie einst dein Vater – –‹
Vorlage S. 122 106 Was half's? Auf meine Lehren hört' er nicht,
Vorlage S. 122 107 Und hat mir nun auch Hab und Gut verrösselt.
Vorlage S. 122 108 Da sinn' ich nun die Nacht durch hin und her,
Vorlage S. 122 109 Und einen Ausweg hab' ich jetzt gefunden,
Vorlage S. 123 110 Nein, göttlich, einzig! – Folgt er mir, bin ich
Vorlage S. 123 111 Geborgen! – Vorderhand will ich ihn wecken;
Vorlage S. 123 112 Doch ja recht sanft! – Lass sehn, wie mach' ich das? –
Vorlage S. 123 113 Pheidippides!
Vorlage S. 123 114 Geht an sein Lager.
Vorlage S. 123 115 Pheidippides'chen!
Vorlage S. 123 116 PHEIDIPPIDES.
Vorlage S. 123 118 STREPSIADES.
Vorlage S. 123 119 Komm, küsse mich und gib mir deine Hand!
Vorlage S. 123 120 PHEIDIPPIDES
Vorlage S. 123 121 steht auf.
Vorlage S. 123 122 Da! Und was weiter?
Vorlage S. 123 123 STREPSIADES.
Vorlage S. 123 124 Sag: hast du mich lieb?
Vorlage S. 123 125 PHEIDIPPIDES.
Vorlage S. 123 126 Das weiß Poseidon dort, der Gott der Rosse!
Vorlage S. 123 127 STREPSIADES.
Vorlage S. 123 128 Ich bitt' dich, lass den Roßgott aus dem Spiel:
Vorlage S. 123 129 Der hat mich in das Herzeleid gebracht;
Vorlage S. 123 130 Nein, wenn du in der Tat mich zärtlich liebst,
Vorlage S. 123 131 Dann folge mir, mein Sohn!
Vorlage S. 123 132 PHEIDIPPIDES.
Vorlage S. 123 133 Was soll ich denn?
Vorlage S. 123 134 STREPSIADES.
Vorlage S. 123 135 Kehr um von Stund' an, führ' ein andres Leben,
Vorlage S. 123 136 Und geh und lerne, was ich dir empfehle!
Vorlage S. 123 137 PHEIDIPPIDES.
Vorlage S. 123 138 Sag nur, was willst du?
Vorlage S. 123 139 STREPSIADES.
Vorlage S. 123 140 Folgst du auch?
Vorlage S. 123 141 PHEIDIPPIDES.
Vorlage S. 123 142 Ich folge,
Vorlage S. 123 143 Beim Dionys!
Vorlage S. 123 144 STREPSIADES.
Vorlage S. 123 145 Komm her, da schau hinaus:
Vorlage S. 123 146 Siehst du das Pförtchen und das Häuschen dort?
Vorlage S. 123 147 PHEIDIPPIDES.
Vorlage S. 123 148 Ich seh' es, Vater! Und was ist's damit?
Vorlage S. 123 149 STREPSIADES.
Vorlage S. 123 150 Das ist die Werkstatt tiefgelehrter Denker,
Vorlage S. 123 151 Da wohnen Männer, die beweisen dir:
Vorlage S. 123 152 Der Himmel sei ein mächtiger Backofen,
Vorlage S. 123 153 Der uns umgibt, und wir die Kohlen drin;
Vorlage S. 123 154 Die lehren dich fürs Geld die Kunst, mit Worten
Vorlage S. 123 155 Recht oder Unrecht glücklich zu verfechten.
Vorlage S. 123 156 PHEIDIPPIDES.
Vorlage S. 124 157 Wer sind denn die?
Vorlage S. 124 158 STREPSIADES.
Vorlage S. 124 159 Die Namen weiß ich nicht:
Vorlage S. 124 160 Ideologen, Herrn von Stand und Bildung.
Vorlage S. 124 161 PHEIDIPPIDES.
Vorlage S. 124 162 Pah! Schurken sind's, die kenn' ich wohl; du meinst
Vorlage S. 124 163 Die blassen windigen Barfüßer, jenen
Vorlage S. 124 164 Beseßnen Sokrates und Chairephon!
Vorlage S. 124 165 STREPSIADES.
Vorlage S. 124 166 Pst! Pst! So schwatze doch nicht wie ein Kind!
Vorlage S. 124 167 Und liegt dir was am Brotkorb deines Vaters,
Vorlage S. 124 168 Dann halte dich an sie, und lass das Rösseln!
Vorlage S. 124 169 PHEIDIPPIDES.
Vorlage S. 124 170 Nein, beim Dionys, und wenn du auch die schönsten
Vorlage S. 124 171 Wallachen des Leogoras mir schenktest!
Vorlage S. 124 172 STREPSIADES.
Vorlage S. 124 173 »Mein Liebstes auf der Welt!« Geh hin, studiere
Vorlage S. 124 174 Mir dort!
Vorlage S. 124 175 PHEIDIPPIDES.
Vorlage S. 124 176 Was soll ich denn für dich studieren?
Vorlage S. 124 177 STREPSIADES.
Vorlage S. 124 178 Sieh, die verstehn sich auf zwei Künste dort,
Vorlage S. 124 179 Die Kunst der guten und der schlechten Sache.
Vorlage S. 124 180 Der Redner, der der schlechten sich bedient,
Vorlage S. 124 181 Gewinnt, und wenn er zehnmal unrecht hätte.
Vorlage S. 124 182 Nun sieh, wenn du die schlechte Kunst mir lernst,
Vorlage S. 124 183 Dann kriegt kein Gläubiger von allem Geld,
Vorlage S. 124 184 Das ich für dich geborgt, 'nen Obolos.
Vorlage S. 124 185 PHEIDIPPIDES.
Vorlage S. 124 186 Das kann ich nicht: so käsegelb, wie die –
Vorlage S. 124 187 Wie könnt' ich noch ins Aug' den Rittern sehn?
Vorlage S. 124 188 STREPSIADES.
Vorlage S. 124 189 Dann, bei Demeter, friss wo anders, du,
Vorlage S. 124 190 Ja, du, dein Rennpferd und dein Sattelgaul!
Vorlage S. 124 191 Ich jag' dich aus dem Haus, verdammter Schlingel!
Vorlage S. 124 192 PHEIDIPPIDES.
Vorlage S. 124 193 Was scher' ich mich um dich? Mein Ohm Megakles
Vorlage S. 124 194 Lässt mich nicht ohne Roß: ich geh' zu dem!
Vorlage S. 124 196 STREPSIADES
Vorlage S. 125 198 Da lieg' ich nun! – – Ich steh' auch wieder auf!
Vorlage S. 125 199 Mit Gottes Hilfe lern' ich selbst noch was;
Vorlage S. 125 200 Ich selber geh' jetzt in die Denkerklause.
Vorlage S. 125 201 Geht auf Sokrates' Wohnung zu, bleibt stehen.
Vorlage S. 125 202 Doch – werd' ich, alt, vergeßlich, langsam, wie
Vorlage S. 125 203 Ich bin – kapieren all die Tüftelei'n?
Vorlage S. 125 204 Entschlossen.
Vorlage S. 125 205 Nur zu! Was zaudr' ich da noch lang? – Wohlan,
Vorlage S. 125 206 Ich klopf' einmal! He, Junge, Jüngelchen!
Vorlage S. 125 208 kommt heraus.
Vorlage S. 125 209 Zum Henker auch! Wer klopft da an die Tür?
Vorlage S. 125 210 STREPSIADES.
Vorlage S. 125 211 Strepsiades, Sohn Pheidons, von Kikynna.
Vorlage S. 125 212 SCHOLAR.
Vorlage S. 125 213 Du roher Mensch, bar aller Zucht des Denkens,
Vorlage S. 125 214 So barsch zu klopfen! – Ein Begriff, soeben
Vorlage S. 125 215 Im Werden, ward durch dich zur Fehlgeburt.
Vorlage S. 125 216 STREPSIADES.
Vorlage S. 125 217 Verzeih! Ich bin halt bäurisch aufgewachsen;
Vorlage S. 125 218 Doch sag: was ist das mit der Fehlgeburt?
Vorlage S. 125 219 SCHOLAR.
Vorlage S. 125 220 Nur den Scholaren wird das anvertraut.
Vorlage S. 125 221 STREPSIADES.
Vorlage S. 125 222 Dann sag du mir's nur frei: denn als Scholar
Vorlage S. 125 223 Komm' ich hierher zur Philosophenklause.
Vorlage S. 125 224 SCHOLAR.
Vorlage S. 125 225 Nun denn: – allein betracht' es als Geheimnis! –
Vorlage S. 125 226 Den Chairephon fragt Sokrates soeben:
Vorlage S. 125 227 ›Wieviel Flohfüße weit ein Floh wohl hüpft?‹
Vorlage S. 125 228 Dem Meister nämlich sprang just auf den Kopf
Vorlage S. 125 229 Ein Floh, der Chairephon am Aug' gestochen.
Vorlage S. 125 230 STREPSIADES.
Vorlage S. 125 231 Wie hat er das gemessen?
Vorlage S. 125 232 SCHOLAR.
Vorlage S. 125 233 Hör und staune:
Vorlage S. 125 234 Er fängt den Floh, lässt Wachs zergehn und taucht
Vorlage S. 125 235 Ihn mit den Füßen drein, das Ding erkaltet,
Vorlage S. 125 236 Pantoffeln trägt der Floh, ganz angegossen,
Vorlage S. 126 237 Die nimmt er ab und mißt damit die Weite.
Vorlage S. 126 238 STREPSIADES.
Vorlage S. 126 239 Großmächt'ger Zeus! Das nenn' ich Geist und Scharfsinn!
Vorlage S. 126 240 SCHOLAR.
Vorlage S. 126 241 Was sagst du erst, wenn du von einer andern
Vorlage S. 126 242 Idee des Meisters hörst?
Vorlage S. 126 243 STREPSIADES.
Vorlage S. 126 244 Von welcher? Sprich!
Vorlage S. 126 245 SCHOLAR.
Vorlage S. 126 246 Denk! Chairephon aus Sphettos fragt ihn jüngst,
Vorlage S. 126 247 Wofür er sich entscheid': ob durch das Mundstück
Vorlage S. 126 248 Die Schnaken singen oder durch den Bürzel?
Vorlage S. 126 249 STREPSIADES.
Vorlage S. 126 250 Ei, und wie löst' er dann die Schnakenfrage?
Vorlage S. 126 251 SCHOLAR.
Vorlage S. 126 252 Er sprach: ›Der Darmkanal der Schnaken ist
Vorlage S. 126 253 Sehr eng: da drängt die eingepreßte Luft
Vorlage S. 126 254 Nun mit Gewalt sich durch, dem Bürzel zu;
Vorlage S. 126 255 Und weil die Öffnung plötzlich sich erweitert,
Vorlage S. 126 256 Fährt mit Musik der Wind zum Loch heraus.‹ –
Vorlage S. 126 257 STREPSIADES.
Vorlage S. 126 258 So wär' ein Schnakenloch 'ne Art Trompete! –
Vorlage S. 126 259 Heil dem aposteriorisch tiefen Forscher!
Vorlage S. 126 260 Wer so durchdringt den Hintern einer Schnake,
Vorlage S. 126 261 Kriecht leicht auch durch die Gänge der Justiz.
Vorlage S. 126 262 SCHOLAR.
Vorlage S. 126 263 Jüngst freilich kam um einen Kraftgedanken
Vorlage S. 126 264 Er durch 'ne Eidechs.
Vorlage S. 126 265 STREPSIADES.
Vorlage S. 126 266 Ei, wieso? Lass hören?
Vorlage S. 126 267 SCHOLAR.
Vorlage S. 126 268 Nacht war's! Des Mondes Bahn und Wechsel eben
Vorlage S. 126 269 Erforschend, sah er auf mit offnem Mund;
Vorlage S. 126 270 Da schmeißt vom Dach herab auf ihn das Tierchen.
Vorlage S. 126 271 STREPSIADES
Vorlage S. 126 272 lachend.
Vorlage S. 126 273 Ein lustig Tierchen! – Schmeißt auf Sokrates?!
Vorlage S. 126 274 SCHOLAR.
Vorlage S. 127 275 Hör! Gestern abend – hatten wir nichts zu essen. –
Vorlage S. 127 276 STREPSIADES.
Vorlage S. 127 277 Ei nun, wie griff er's an, euch Brot zu schaffen?
Vorlage S. 127 278 SCHOLAR.
Vorlage S. 127 279 Im Ringhof streut' er feine Asche hin,
Vorlage S. 127 280 Nahm einen Bratspieß, bog ihn krumm, und – husch!
Vorlage S. 127 281 Hatt'er ein Opferstück vom Tisch gezirkelt.
Vorlage S. 127 282 STREPSIADES.
Vorlage S. 127 283 Was? Und wir staunen noch den Thales an?
Vorlage S. 127 284 Geschwind! Mach auf die Philosophenklause!
Vorlage S. 127 285 Ich muss, ich muss ihn sehn, den Sokrates!
Vorlage S. 127 286 Mich schülert's ganz entsetzlich: tu mir auf!
Vorlage S. 127 287 Durch die geöffnete Türe sieht man in die gemeinsame Studierstube der Philosophen hinein: der Meister hoch oben in einer Hängematte, die Schüler zusammengekauert am Boden zwischen mathematischen Instrumenten und Bücherrollen.
Vorlage S. 127 288 STREPSIADES
Vorlage S. 127 289 fährt zurück.
Vorlage S. 127 290 Herakles! Was sind das für Wundertiere?
Vorlage S. 127 291 SCHOLAR.
Vorlage S. 127 292 Du staunst? Wie kommen sie dir vor?
Vorlage S. 127 293 STREPSIADES.
Vorlage S. 127 295 Von Pylos, die spartanischen Gefangnen. –
Vorlage S. 127 296 Was sehn denn die so bleich und stier zur Erde?
Vorlage S. 127 297 SCHOLAR.
Vorlage S. 127 298 Sie suchen, was die Erde birgt.
Vorlage S. 127 299 STREPSIADES.
Vorlage S. 127 301 Sie suchen Zwiebeln: o bemüht euch nicht!
Vorlage S. 127 302 Ich zeig' euch, wo recht schöne, große stecken. –
Vorlage S. 127 303 Was tun denn die, gebückt, die Nas' am Boden?
Vorlage S. 127 304 SCHOLAR.
Vorlage S. 127 305 Sie spähn dem Urgrund nach tief unterm Hades.
Vorlage S. 127 306 STREPSIADES.
Vorlage S. 127 307 Ihr Hinterer aber schaut ja auf zum Himmel?
Vorlage S. 127 308 SCHOLAR.
Vorlage S. 127 309 Der treibt Astronomie auf eigne Hand.
Vorlage S. 127 310 Leise zu den Scholaren, die neugierig her beikommen.
Vorlage S. 127 311 Hinein! Wenn Er uns jetzt bemerkte! Fort!
Vorlage S. 127 312 STREPSIADES.
Vorlage S. 128 313 So lass sie doch, sie sollen bleiben, bis
Vorlage S. 128 314 Ich ihnen mein Geschäftchen vorgetragen.
Vorlage S. 128 315 SCHOLAR.
Vorlage S. 128 316 Nein, nein, beileib, sie dürfen nicht so lang
Vorlage S. 128 317 Hier außen bleiben an der frischen Luft!
Vorlage S. 128 318 STREPSIADES
Vorlage S. 128 319 folgt den Scholaren, die sich zurückziehen, bis an die Schwelle und erblickt einen Globus.
Vorlage S. 128 320 Bei allen Göttern, sprich, was ist denn das?
Vorlage S. 128 321 SCHOLAR.
Vorlage S. 128 322 Astronomie, mein Freund!
Vorlage S. 128 323 STREPSIADES
Vorlage S. 128 324 auf einen Meßtisch deutend.
Vorlage S. 128 325 Und dieses da?
Vorlage S. 128 326 SCHOLAR.
Vorlage S. 128 327 Geometrie.
Vorlage S. 128 328 STREPSIADES.
Vorlage S. 128 329 Wofür ist das denn gut?
Vorlage S. 128 330 SCHOLAR.
Vorlage S. 128 331 Um Land zu messen.
Vorlage S. 128 332 STREPSIADES.
Vorlage S. 128 333 Wie? Verlostes Land?
Vorlage S. 128 334 SCHOLAR.
Vorlage S. 128 335 Land überhaupt, das Erdreich.
Vorlage S. 128 336 STREPSIADES.
Vorlage S. 128 337 Ganz scharmant!
Vorlage S. 128 338 Das ist doch was fürs Volk, erklecklich, praktisch.
Vorlage S. 128 340 auf eine Landkarte zeigend.
Vorlage S. 128 341 Hier ist die ganze Erde: siehst du hier
Vorlage S. 128 343 STREPSIADES.
Vorlage S. 128 344 Das soll Athen sein? Seh mir einer!
Vorlage S. 128 345 Wo sitzt denn da auch nur ein einz'ger Richter?
Vorlage S. 128 346 SCHOLAR.
Vorlage S. 128 347 Verlaß dich drauf, hier siehst du Attika!
Vorlage S. 128 348 STREPSIADES.
Vorlage S. 128 349 Wo sind denn meine Landsleut' in Kikynna?
Vorlage S. 128 350 SCHOLAR.
Vorlage S. 128 351 Da drinnen stecken sie! Sieh her, daneben
Vorlage S. 128 352 Liegt auch Euboia, hier, lang hingestreckt.
Vorlage S. 128 353 STREPSIADES.
Vorlage S. 128 354 Weiß schon: wir und Perikles streckten's hin. –
Vorlage S. 128 355 Wo ist denn Lakedaimon?
Vorlage S. 128 356 SCHOLAR.
Vorlage S. 128 357 Wo? Da, hier!
Vorlage S. 128 358 STREPSIADES
Vorlage S. 128 359 kopfschüttelnd.
Vorlage S. 128 360 So nah bei uns? – Studiert doch ernstlich drauf,
Vorlage S. 128 361 Dass ihr das Nest da wegschafft weit von uns!
Vorlage S. 128 362 SCHOLAR.
Vorlage S. 129 363 Du Narr, das geht nicht.
Vorlage S. 129 364 STREPSIADES.
Vorlage S. 129 365 Ei so geht zum Schinder!
Vorlage S. 129 366 Sieht in die Höhe und erblickt den Sokrates.
Vorlage S. 129 367 Wer ist denn der dort in der Hängematte?
Vorlage S. 129 369 mit gedämpfter Stimme.
Vorlage S. 129 371 STREPSIADES
Vorlage S. 129 374 SCHOLAR.
Vorlage S. 129 375 Sokrates.
Vorlage S. 129 376 STREPSIADES.
Vorlage S. 129 377 Du, Sokrates! – – –
Vorlage S. 129 378 Sokrates bleibt unbeweglich.
Vorlage S. 129 379 Zum Scholaren.
Vorlage S. 129 380 Du, schrei mir ihn einmal recht tüchtig an!
Vorlage S. 129 381 SCHOLAR.
Vorlage S. 129 382 Ruf du ihn selbst, ich habe keine Zeit.
Vorlage S. 129 383 Geht hinein und macht sich zu tun.
Vorlage S. 129 384 STREPSIADES.
Vorlage S. 129 385 He, Sokrates! – – – Sokrates'chen – –
Vorlage S. 129 386 Du dort!
Vorlage S. 129 387 STIMME AUS DER HÖHE.
Vorlage S. 129 388 Was rufst du mich, du Sohn des Staubes?
Vorlage S. 129 389 STREPSIADES.
Vorlage S. 129 390 Nein, aber sag, was machst du denn da oben?
Vorlage S. 129 391 SOKRATES
Vorlage S. 129 392 langsam und feierlich.
Vorlage S. 129 393 In Lüften schweb' und Helios überseh' ich.
Vorlage S. 129 394 STREPSIADES.
Vorlage S. 129 395 So? Über unsre Götter siehst du weg? –
Vorlage S. 129 396 Warum denn hoch im Korb und nicht am Boden?
Vorlage S. 129 397 SOKRATES.
Vorlage S. 129 398 Wie könnt' ich wahr das Überird'sche deuten:
Vorlage S. 129 399 Wenn schwebend nicht des Geistes zarter Äther
Vorlage S. 129 400 Mit dem verwandten Element sich mischte?
Vorlage S. 129 401 Umsonst vom Boden unten schaut' ich auf
Vorlage S. 129 402 Nach oben: denn die Erde zieht zu sich
Vorlage S. 129 403 Unwiderstehlich des Gedankens Tau: –
Vorlage S. 129 404 Ein Beispiel hast du an der Brunnenkresse.
Vorlage S. 129 405 STREPSIADES.
Vorlage S. 129 406 Was sagst du da? – –
Vorlage S. 129 407 Das Denken zieht den Tau der Kresse zu? –
Vorlage S. 129 408 Hör, Sokrates'chen, komm zu mir herunter,
Vorlage S. 129 409 Ich will was lernen, komm und sei mein Lehrer!
Vorlage S. 129 410 SOKRATES
Vorlage S. 129 411 läßt sich herab.
Vorlage S. 129 412 Was willst du lernen?
Vorlage S. 129 413 STREPSIADES.
Vorlage S. 130 414 Reden, lieber Mann!
Vorlage S. 130 415 Die Zinsen und die groben Gläub'ger, denk,
Vorlage S. 130 416 Die plündern, pfänden, ziehn mich völlig aus.
Vorlage S. 130 417 SOKRATES.
Vorlage S. 130 418 Wie kamst du denn in Schulden, dummer Mensch?
Vorlage S. 130 419 STREPSIADES.
Vorlage S. 130 420 Roßfieber heißt die Krankheit, die mich frisst. –
Vorlage S. 130 421 Jetzt lehre mich von deinen beiden Künsten
Vorlage S. 130 422 Die: Nichts zu zahlen, und das Honorar
Vorlage S. 130 423 Erleg' ich gleich, das schwör' ich bei den Göttern!
Vorlage S. 130 424 SOKRATES.
Vorlage S. 130 425 Bei welchen Göttern? – Denn die Götter sind
Vorlage S. 130 426 Hier abgeschätzte Münz'.
Vorlage S. 130 427 STREPSIADES.
Vorlage S. 130 428 Wie schwört denn ihr?
Vorlage S. 130 429 Bei eisernen, wie's in Byzanz gebräuchlich?
Vorlage S. 130 430 SOKRATES.
Vorlage S. 130 431 Willst du der Götter Wesen aus dem Grund
Vorlage S. 130 432 Begreifen lernen? –
Vorlage S. 130 433 STREPSIADES.
Vorlage S. 130 434 Ja, bei Zeus, womöglich.
Vorlage S. 130 435 SOKRATES.
Vorlage S. 130 436 Und mit den Wolken selber Zwiesprach halten,
Vorlage S. 130 437 Die unsre Götter sind?
Vorlage S. 130 438 STREPSIADES.
Vorlage S. 130 439 Das möcht' ich gern.
Vorlage S. 130 440 SOKRATES
Vorlage S. 130 441 deutet nach einem Lotterbett.
Vorlage S. 130 442 So setze dich auf diesen heil'gen Sitz!
Vorlage S. 130 443 STREPSIADES.
Vorlage S. 130 444 Das kann ich schon! Da sitz' ich.
Vorlage S. 130 445 SOKRATES.
Vorlage S. 130 446 So! Jetzt nimm
Vorlage S. 130 447 Den Kranz!
Vorlage S. 130 448 STREPSIADES.
Vorlage S. 130 449 Wozu den Kranz?
Vorlage S. 130 450 Ängstlich.
Vorlage S. 130 451 Ach, Sokrates,
Vorlage S. 130 452 Wollt ihr mich opfern, wie den Athamas?
Vorlage S. 130 453 SOKRATES.
Vorlage S. 130 454 Mitnichten! – Solches tun wir stets, wenn einer
Vorlage S. 130 455 Wird eingeweiht.
Vorlage S. 130 456 STREPSIADES.
Vorlage S. 130 457 Was hab' ich denn davon?
Vorlage S. 130 458 Sokrates setzt ihm einen mit Sand und Staub bedeckten Kranz aufs Haupt.
Vorlage S. 130 459 SOKRATES.
Vorlage S. 131 460 Ein Sprecher wirst du, flink, gewandt, gerieben,
Vorlage S. 131 461 Wie Mehlstaub fein –
Vorlage S. 131 462 Strepsiades, dem der Sand ins Gesicht fällt, schüttelt sich.
Vorlage S. 131 463 So halt doch still!
Vorlage S. 131 464 STREPSIADES.
Vorlage S. 131 465 Wahrhaftig,
Vorlage S. 131 466 So ist's, schon bin ich um und um voll Staub.
Vorlage S. 131 467 SOKRATES
Vorlage S. 131 468 mit Salbung.
Vorlage S. 131 469 Andächtiges Schweigen geziemt dem Greis, und es lausche sein Ohr dem Gebete! –
Vorlage S. 131 471 Allwaltende Herrin, unendliche Luft, die du hältst in der Schwebe den Erdball!
Vorlage S. 131 472 Und du, strahlender Äther, ihr Göttinnen hehr, blitzdonnerundhagelgewaltig,
Vorlage S. 131 473 Erhebt euch, erscheinet, erhabene Frau'n, in den Höhen dem sinnenden Forscher!
Vorlage S. 131 474 STREPSIADES.
Vorlage S. 131 475 Nein, ich bitte, noch nicht! Lass den Mantel mich erst um den Kopf ziehn wider die Nässe!
Vorlage S. 131 476 Verdammt, dass ich heut auch gerade von Haus bin gegangen ohne den Filzhut!
Vorlage S. 131 477 SOKRATES.
Vorlage S. 131 478 Kommt, kommt, hochheilige Wolken, und gönnt ihm den Anblick eurer Gestalten!
Vorlage S. 131 479 Wo ihr immer verweilt, auf Olympos' Höh'n, den beschneiten, heiligen, oder
Vorlage S. 131 480 In Vaters Okeanos' Gärten, vereint mit den Nymphen zum festlichen Reigen,
Vorlage S. 131 481 Ob am flutenden Nil ihr soeben die Flut in goldenen Eimern heraufzieht,
Vorlage S. 131 482 Ob ihr schwebt am maiotischen See oder fern auf dem schneeigen Gipfel des Mimas:
Vorlage S. 131 483 Wo ihr seid, o erhört mich und schauet mit Huld auf das Opfer der heiligen Weihe!
Vorlage S. 131 484 CHOR DER WOLKEN
Vorlage S. 132 Kontextbild zum Werk. Historische Darstellung von Aristophanes — Spätere künstlerische Darstellung; kein gesichertes Bildnis aus dem Leben. · Rijksmuseum · CC0 Bildquelle ↗ 485 noch unsichtbar.
Vorlage S. 132 486 Blitz und Donner.
Vorlage S. 132 487 Schwimmende Wolken, ans Licht
Vorlage S. 132 488 Ziehn wir, die leuchtenden, ewig beweglichen,
Vorlage S. 132 489 Unversieglichen,
Vorlage S. 132 490 Ziehen herauf aus dem Schoße des tosenden
Vorlage S. 132 491 Vaters Okeanos, auf zu den waldigen
Vorlage S. 132 492 Gipfeln der Berge, schaun
Vorlage S. 132 493 Nieder auf fernhin erglänzende Zinnen, auf
Vorlage S. 132 494 Saaten, hinab auf die säugende, heilige
Vorlage S. 132 495 Erd' und die göttlichen, rauschenden Ströme bis
Vorlage S. 132 496 Hin zu des wogenden, stöhnenden Meeres Flut:
Vorlage S. 132 497 Denn unermüdet ja leuchtet das Auge des Äthers
Vorlage S. 132 498 Schwimmend in heitrer Klarheit! –
Vorlage S. 132 499 Auf denn! Wir schütteln von unsern unsterblichen
Vorlage S. 132 500 Leibern die tauige Hüll', und mit leuchtendem
Vorlage S. 132 501 Aug' überschaun wir die weite Erde.
Vorlage S. 132 502 Blitz und Donner.
Vorlage S. 132 503 SOKRATES.
Vorlage S. 132 504 Ihr erhabenen Wolken, ihr habt mich erhört und erscheint mir von Auge zu Auge!
Vorlage S. 132 505 Zu Strepsiades.
Vorlage S. 132 506 Und vernahmst du die göttliche Stimm' und den Knall des rollenden heiligen Donners?
Vorlage S. 132 507 STREPSIADES.
Vorlage S. 132 508 O gewißlich, ich bet', ihr Erhabnen, euch an, und es drängt mich, den Knall zu erwidern;
Vorlage S. 132 509 Ach, es kommt mir, es kommt: so entsetzliche Furcht solch Zittern und Beben ergreift mich,
Vorlage S. 132 510 Ob ihr gut dazu seht oder nicht, ich vermag es nicht länger zu halten – ich kacke!
Vorlage S. 132 511 SOKRATES.
Vorlage S. 132 512 Mensch, lass mir die Possen, geriere dich nicht wie die teuflischen Hefengesichter!
Vorlage S. 132 513 Andächtige Stille! Der Göttinnen Schar, sie naht sich mit heil'gem Gesange!
Vorlage S. 132 515 Jungfraun mit tauendem Haar
Vorlage S. 132 516 Schweben wir hin zu Athenes gesegneten
Vorlage S. 132 517 Gauen, des Kekrops
Vorlage S. 133 518 Heldenerzeugende, liebliche Flur zu schaun,
Vorlage S. 133 519 Die das Geheimnis mystischer Feier wahrt,
Vorlage S. 133 520 Wo sich das Heiligtum
Vorlage S. 133 521 Öffnet am Feste der Weihe den Schauenden,
Vorlage S. 133 522 Dort, wo Geschenke, Bilder und ragende
Vorlage S. 133 523 Tempel die himmlischen Götter verherrlichen,
Vorlage S. 133 524 Festliche Züge der Frommen, der Seligen,
Vorlage S. 133 525 Jubel der Blumenbekränzten und Schmausenden,
Vorlage S. 133 526 Wechselnd im Tanz der Horen;
Vorlage S. 133 527 Heut, mit dem nahenden Lenze, des Bakchos Fest,
Vorlage S. 133 528 Fröhlich mit Tanz und Gesang um die Wette zum
Vorlage S. 133 529 Helltönenden Klang der Flöten!
Vorlage S. 133 530 STREPSIADES.
Vorlage S. 133 531 Ich beschwöre dich bei dem allmächtigen Zeus, wer sind sie denn, Sokrates, die da,
Vorlage S. 133 532 Die so prächtig singen, so furchtbar schön? Halbgöttinnen, sollte man glauben!
Vorlage S. 133 533 SOKRATES.
Vorlage S. 133 534 Bewahre, die himmlischen Wolken sind's, der Müßigen göttliche Mächte,
Vorlage S. 133 535 Die Gedanken, Ideen, Begriffe, die uns Dialektik verleihen und Logik,
Vorlage S. 133 536 Und den Zauber des Worts, und den blauen Dunst, Übertölplung, Floskeln und Blendwerk.
Vorlage S. 133 537 STREPSIADES.
Vorlage S. 133 538 Drum ist mir doch auch, da ihr Lied ich vernahm, meine Seel' in den Äther entflogen
Vorlage S. 133 539 Und versucht jetzt schon dialektisch den Rauch zu zerlegen in seine Atome,
Vorlage S. 133 540 Jeden Satz zu zersetzen mit Sätzchen und fein auf die Silben mit Silben zu stechen;
Vorlage S. 133 541 Drum verlangt es mich sehr, wenn es irgend erlaubt, sie von Antlitz zu Antlitz zu schauen.
Vorlage S. 133 542 SOKRATES.
Vorlage S. 134 543 So blicke nur hin nach dem Parnes dort: schon seh' ich gemessenen Schrittes
Vorlage S. 134 544 Sie herniederwandeln.
Vorlage S. 134 545 STREPSIADES.
Vorlage S. 134 546 Ei zeig mir doch, wo?
Vorlage S. 134 547 SOKRATES.
Vorlage S. 134 548 Dort rücken heran sie in Masse,
Vorlage S. 134 549 Durch Schluchten und Büsche, dort seitwärts herab, siehst du?
Vorlage S. 134 550 STREPSIADES.
Vorlage S. 134 551 Das begreif' mir ein andrer!
Vorlage S. 134 552 Ich seh' sie ja nicht!
Vorlage S. 134 553 SOKRATES.
Vorlage S. 134 554 An dem Eingang dort!
Vorlage S. 134 555 STREPSIADES.
Vorlage S. 134 556 Eine Spur kaum seh' ich von ihnen!
Vorlage S. 134 557 Der Chor der Wolken tritt in die Orchestra ein.
Vorlage S. 134 558 SOKRATES.
Vorlage S. 134 559 Aber jetzt doch wohl: sonst glaub' ich, du hast Schmalzklumpen, wie Kürbsen, im Auge.
Vorlage S. 134 560 STREPSIADES.
Vorlage S. 134 561 Beim Zeus, ja, ja! Ihr Erhabnen, ich seh', schon wimmelt der Boden von Wolken.
Vorlage S. 134 562 SOKRATES.
Vorlage S. 134 563 Und du wusstest es nicht, und du glaubtest es nicht, dass sie Göttinnen sind und unsterblich?
Vorlage S. 134 564 STREPSIADES.
Vorlage S. 134 565 Meiner Seel', ich sah sie mein Lebtag an für Tau und Nebel und Dünste.
Vorlage S. 134 566 SOKRATES.
Vorlage S. 134 567 So, so? Und du weißt also nicht, dass sie die Sophisten, die vielen, ernähren,
Vorlage S. 134 568 Quacksalber, Propheten echt thurischen Stamms, brillantringfingrige Stutzer,
Vorlage S. 134 569 Dithyrambische Schnörkelverdrechsler zu Hauf, sternschnuppenbeguckende Gaukler:
Vorlage S. 134 570 Sie füttern sie alle, das müßige Volk, das ihnen zu Ehren lobsinget.
Vorlage S. 134 571 STREPSIADES.
Vorlage S. 135 572 Drum singen sie auch von »des feuchten Gewölks blitzschlängelndverheerendem Sturmschritt«,
Vorlage S. 135 573 Von »der duftigen, tauig krummklauigen Schar luftmeerdurchschwimmender Vögel«
Vorlage S. 135 574 Und von »Wassergüssen des Regengewölks«; und für diese Ergüsse verschlingen
Vorlage S. 135 575 Sie die leckersten Stücke des prächtigsten Aals und die köstlichsten Krammetsvögel!
Vorlage S. 135 576 SOKRATES.
Vorlage S. 135 577 Und verdienen sie das um die Wolken denn nicht?
Vorlage S. 135 578 STREPSIADES.
Vorlage S. 135 579 Meinthalben! Erklär' mir nur eines:
Vorlage S. 135 580 Wenn sie Wolken doch sind, leibhaftig, wie kommt's, dass wie sterbliche Weiber sie aussehn?
Vorlage S. 135 581 Die droben, die sind doch wahrhaftig nicht so!
Vorlage S. 135 582 SOKRATES.
Vorlage S. 135 583 Ei nun, und wie sehen denn die aus?
Vorlage S. 135 584 STREPSIADES.
Vorlage S. 135 585 Das kann ich so recht nicht beschreiben, ich mein': wie ein Haufen verzettelter Wolle;
Vorlage S. 135 586 Von Weibern einmal nicht die mindeste Spur! Und die da – die haben ja Nasen!
Vorlage S. 135 587 SOKRATES.
Vorlage S. 135 588 Du, gib einmal Antwort! Ich frage dich –
Vorlage S. 135 589 STREPSIADES.
Vorlage S. 135 590 Schnell, nur heraus damit, ohne Präambel!
Vorlage S. 135 591 SOKRATES.
Vorlage S. 135 592 Hast du nie in der Höh' eine Wolke gesehn, an Gestalt gleich einem Kentauren,
Vorlage S. 135 593 Oder Panthertier, oder Wolf, oder Stier?
Vorlage S. 135 594 STREPSIADES.
Vorlage S. 135 595 Ei warum nicht? Aber was soll das?
Vorlage S. 135 596 SOKRATES.
Vorlage S. 135 597 Sie geben sich jede belieb'ge Gestalt; zum Exempel, sie sehn einen geilen,
Vorlage S. 135 598 Langhaarig verwilderten Bubenfreund, unter andern den Sohn Xenophantos',
Vorlage S. 135 599 Gleich äffen sie nach des Verrückten Figur, und verwandeln sich selbst in Kentauren.
Vorlage S. 135 600 STREPSIADES.
Vorlage S. 136 601 Was machen sie denn, wenn sie Simon sehn, mit der Hand in dem Säckel des Staates?
Vorlage S. 136 602 SOKRATES.
Vorlage S. 136 603 Sie zeichnen ihn treu ganz nach der Natur und verwandeln sich selber in Wölfe.
Vorlage S. 136 604 STREPSIADES.
Vorlage S. 136 605 So, drum! Als sie gestern Kleonymos sahn, den Schildwegwerfer, da wurden
Vorlage S. 136 606 Sie beim ersten Blick auf die Memme sogleich in flüchtige Hirsche verwandelt.
Vorlage S. 136 607 SOKRATES.
Vorlage S. 136 608 Und weil sie den Kleisthenes, den dort, erblickt, du siehst ihn? Drum wurden sie Weiber.
Vorlage S. 136 609 STREPSIADES
Vorlage S. 136 610 zum Chor.
Vorlage S. 136 611 Nun, so seid mir gegrüßt, ihr erhabenen Frau'n! Wenn einem, tut mir den Gefallen
Vorlage S. 136 612 Und lasst, ihr Durchlauchtigen, tönen einmal die himmeldurchrollende Stimme!
Vorlage S. 136 614 zu Strepsiades.
Vorlage S. 136 615 Sei mir auch gegrüßt, du bemooster Greis, du ideenverfolgender Weidmann!
Vorlage S. 136 616 Zu Sokrates.
Vorlage S. 136 617 Hoherpriester des Gallimathias, auch du! Tu kund dein Verlangen! Wir hören!
Vorlage S. 136 618 Denn der Überschwenglichen keinem, fürwahr, von der Zunft der Sophisten verleihen
Vorlage S. 136 619 Wir Gehör, als etwa dem Prodikos, der es verdient durch Weisheit und Tiefsinn,
Vorlage S. 136 620 Und dir, weil du breit durch die Straßen stolzierst und die stierenden Augen umherwirfst,
Vorlage S. 136 621 Stets barfuß gehst und den Leib kasteist und die Nas' – als der Unsre – so hoch trägst.
Vorlage S. 136 622 STREPSIADES.
Vorlage S. 136 623 Alle Welt! Wie erhaben die Stimme tönt, majestätisch, übernatürlich!
Vorlage S. 136 624 SOKRATES.
Vorlage S. 136 625 Kein Wunder; die einzigen Götter sind sie, und das andre ist all Larifari!
Vorlage S. 136 626 STREPSIADES.
Vorlage S. 137 627 Wie, – Zeus, der olympische Zeus, der soll kein Gott sein? – nicht existieren?
Vorlage S. 137 628 SOKRATES.
Vorlage S. 137 629 Nur nicht albern! Was faselst du da mir von Zeus? Es gibt keinen Zeus!
Vorlage S. 137 630 STREPSIADES.
Vorlage S. 137 631 Ei, was sagst du?
Vorlage S. 137 632 Und wer regnet denn dann? Das musst du nun doch mir vor allen Dingen erklären!
Vorlage S. 137 633 SOKRATES.
Vorlage S. 137 634 Wer? Diese, sonst niemand! Das will ich dir gleich mit gewichtigen Gründen beweisen!
Vorlage S. 137 635 Du, sag mir einmal, ob du jemals den Zeus hast regnen sehn ohne Wolken?
Vorlage S. 137 636 Bedenk doch: ein Regen aus blauer Luft, und die Wolken sind dann wohl auf Reisen?
Vorlage S. 137 637 STREPSIADES.
Vorlage S. 137 638 Bei Apollon! Das sitzt ja wie angeschweißt: das hast du vortrefflich bewiesen!
Vorlage S. 137 639 Sonst freilich, da glaubt' ich: wenn Zeus durch ein Sieb sein Wasser abschlage, dann regn' es.
Vorlage S. 137 640 Jetzt sag mir: wer macht denn den Donner? Denn sieh: da fahr' ich halt immer zusammen.
Vorlage S. 137 641 SOKRATES.
Vorlage S. 137 642 Sie donnern, wenn übereinandergerollt sie sich wälzen.
Vorlage S. 137 643 STREPSIADES.
Vorlage S. 137 644 »Tollkühner, was sagst du?«
Vorlage S. 137 645 SOKRATES.
Vorlage S. 137 646 Wenn in reichlichem Maße mit Wasser gefüllt sie von innen getrieben dahinziehn,
Vorlage S. 137 647 Erdwärts durch die Schwere des Regens gedrückt, dann stürzen die wogenden Wasser
Vorlage S. 137 648 Sich übereinander und bersten entzwei und krachen und poltern im Platzen.
Vorlage S. 137 649 STREPSIADES.
Vorlage S. 137 650 Wer treibt sie denn aber? Das ist doch Zeus, der sie nötigt, sich fortzubewegen?
Vorlage S. 137 651 SOKRATES.
Vorlage S. 137 652 Nein, Mensch! Der ätherische Wirbel ist's!
Vorlage S. 137 653 STREPSIADES.
Vorlage S. 137 654 Wirr – Wirbel? Ich kenne den Gott nicht!
Vorlage S. 137 655 Zeus also ist nicht, und an seiner Statt regiert so ein Zeisig – der Wirbel?
Vorlage S. 137 656 Doch immer noch hast du mir eins nicht erklärt, dies Donnern und Krachen und Wettern.
Vorlage S. 138 657 SOKRATES.
Vorlage S. 138 658 Ei, hörst du denn nicht, was ich eben gesagt von den Wolken, den wassergefüllten,
Vorlage S. 138 659 Wie sie übereinander sich stürzen gebläht, und zusammengeworfen zerplatzen?
Vorlage S. 138 660 STREPSIADES.
Vorlage S. 138 661 Wie versteh' ich denn das?
Vorlage S. 138 662 SOKRATES.
Vorlage S. 138 663 Nun, so merk einmal auf: an dir
Vorlage S. 138 664 selber mach' ich's dir deutlich.
Vorlage S. 138 665 Ist dir's nie an den Panathenaien passiert, dass dein Magen, mit allerlei Brühen
Vorlage S. 138 666 Überfüllt, dir mit Knurren Molesten gemacht, mit Reißen und Blähn und Rumpumpeln?
Vorlage S. 138 667 STREPSIADES.
Vorlage S. 138 668 Beim Apollon, gar oft; und da währt es nicht lang, und es wurmt mir und fährt durch die Därme.
Vorlage S. 138 669 So 'ne lumpige Brüh', die verführt einen Lärm und tut akkurat wie der Donner:
Vorlage S. 138 670 Erst halblaut nur: bumbum, bumbum, dann vernehmlicher schon: bububumbum!
Vorlage S. 138 671 Bis donnernd gerad wie die Wolken zuletzt es herausfährt: bubububumbum!
Vorlage S. 138 672 SOKRATES.
Vorlage S. 138 673 Drum sieh: wenn dein Bäuchlein, winzig und klein, so gewaltige Bumbums herausfarzt,
Vorlage S. 138 674 Wie entsetzlich muss erst im erhabenen Raum rumoren das Rollen des Donners?
Vorlage S. 138 675 STREPSIADES.
Vorlage S. 138 676 Ich verstehe: drum sind sich auch Donner und Furz so ähnlich im brummenden Tone!
Vorlage S. 138 677 Nun aber der Blitz, wo kommt er denn her, und sein feuriges Leuchten und Zünden,
Vorlage S. 138 678 Der, wenn er uns trifft, uns zu Asche verbrennt, und wenn er nicht tötet, doch röstet:
Vorlage S. 138 679 Den sendet doch Zeus, das ist klar wie der Tag, meineidige Sünder zu strafen?
Vorlage S. 139 680 SOKRATES.
Vorlage S. 139 681 O du antediluvianischer Kauz, o du märchengläubiges Mondkalb!
Vorlage S. 139 682 Meineidige soll er erschlagen? Warum zerschmettert er dann nicht den Simon,
Vorlage S. 139 683 Den Kleonymos nicht, den Theoros nicht, und was machen sich die aus 'nem Meineid?
Vorlage S. 139 684 Wo schlägt er denn ein? – In sein eigenes Haus auf Sunions heiliger Spitze,
Vorlage S. 139 685 Und in stämmige Eichen – was fällt ihm denn ein? Meineidige Eichen! Man denke!
Vorlage S. 139 686 STREPSIADES.
Vorlage S. 139 687 Weiß nicht! – doch es scheint, was du sagst, das ist wahr. Nur erkläre mir noch, was der Blitz ist?
Vorlage S. 139 688 SOKRATES
Vorlage S. 139 689 auf die Wolken deutend.
Vorlage S. 139 690 Wenn in diesen ein trockener Wind sich verfängt, der empor in die Lüfte gewirbelt,
Vorlage S. 139 691 Dann schwellt er sie auf, wie Blasen, und fest zusammengepreßt durch die Spannung
Vorlage S. 139 692 Zersprengt er sie plötzlich und drängt mit Gewalt sich heraus aus der platzenden Masse,
Vorlage S. 139 693 Und vom Stoß und der heftigen Reibung entflammt, mit Sausen und Zischen verglüht er.
Vorlage S. 139 694 STREPSIADES.
Vorlage S. 139 695 Ei der Tausend! Aufs Haar ganz dasselbe ist mir am Diasienfeste begegnet:
Vorlage S. 139 696 Meine Vetterschaft hatt' ich zu Gast und briet eine Magenwurst; potz, da vergess' ich
Vorlage S. 139 697 Sie zu stechen zur Zeit, und da schwillt sie nun auf, und plötzlich zerplatzt sie und spritzt mir
Vorlage S. 139 698 Gerad in die Augen den ganzen Dreck und verbrennt das Gesicht mir erbärmlich!
Vorlage S. 139 699 CHORFÜHRERIN
Vorlage S. 140 700 zu Strepsiades.
Vorlage S. 140 701 O du Menschensohn, der du trachtest, von uns ausströmende, heilige Weisheit
Vorlage S. 140 702 Zu erlernen, wie groß, wie beglückt wirst du, wie berühmt in Athen und in Hellas,
Vorlage S. 140 703 Wenn stark dein Gedächtnis, tiefsinnig dein Geist, für Strapazen und Hunger und Kummer
Vorlage S. 140 704 Unempfindlich, und wenn du nicht müde wirst vom Spazierengehen und Stehen,
Vorlage S. 140 705 Wenn du frierst ohne Murren, wenn ohne Verdruss du ein Frühstück weißt zu entbehren,
Vorlage S. 140 706 Wenn du meidest den Wein und den Turnplatz fliehst und die übrigen Werke der Torheit,
Vorlage S. 140 707 Wenn du allzeit, wie dem verständigen Mann es geziemt, für das Höchste es achtest,
Vorlage S. 140 708 Im Handel und Wandel mit fertiger Zung' als Sieger das Feld zu behaupten.
Vorlage S. 140 709 STREPSIADES.
Vorlage S. 140 710 Was das nun betrifft: starrsinnigen Kopf, bettdeckenumwälzendes Grübeln,
Vorlage S. 140 711 Unverwöhnten, nüchternen Magen dazu, gegen Wasser und Brot nicht rebellisch –
Vorlage S. 140 712 Da sei du nur ruhig, da lass' ich auf mir, wenn es sein muss, hämmern und schmieden.
Vorlage S. 140 713 SOKRATES.
Vorlage S. 140 714 Und erkennst du nun auch gleich uns fortan, dass kein anderes göttliches Wesen
Vorlage S. 140 715 Existiert, denn allein diese heiligen Drei: das Chaos, die Wolken, die Zunge?
Vorlage S. 140 716 STREPSIADES.
Vorlage S. 140 717 Mit den andern verlier' ich, und wenn sie mir auch auf der Straße begegnen, kein Wörtchen,
Vorlage S. 140 718 Noch werd' ich an sie Speis'opfer und Trank und Weihrauchkörner verschwenden.
Vorlage S. 140 719 CHORFÜHRERIN.
Vorlage S. 141 720 So rede getrost: was verlangst du von uns? Wir werden dich sicher erhören,
Vorlage S. 141 721 Da du Ehr' uns gern und Bewund'rung zollst und bemüht bist, weise zu werden.
Vorlage S. 141 722 STREPSIADES.
Vorlage S. 141 723 Durchlauchtige Fraun! Dann bitt' ich euch nur um ein Kleines: gewährt mir die Gnade,
Vorlage S. 141 724 Lasst hundert Meilen, als Rednergenie, mich vor allen in Hellas voraus sein!
Vorlage S. 141 725 CHORFÜHRERIN.
Vorlage S. 141 726 Wir gewähren die Bitte; von Stund' an soll es nicht einem gelingen, dass öfter
Vorlage S. 141 727 Als du, er Gesetzesentwürfe beim Volk durchsetze mit glänzender Mehrheit.
Vorlage S. 141 728 STREPSIADES.
Vorlage S. 141 729 Nach politischer Größe gelüstet mich's nicht, ich befasse mich nicht mit Gesetzen,
Vorlage S. 141 730 Strepsiades strebt für sich selbst nur das Recht zu verdrehn, zu entschlüpfen den Zinsherrn.
Vorlage S. 141 731 CHORFÜHRERIN.
Vorlage S. 141 732 Eine Kleinigkeit das! Den bescheidenen Wunsch, wie sollten wir den nicht erfüllen?
Vorlage S. 141 733 Übergib dich getrost nur mit Leib und Seel' der Behandlung unserer Priester!
Vorlage S. 141 734 STREPSIADES.
Vorlage S. 141 735 Das tu' ich im vollen Vertrauen auf euch: ich muss – denn ich steck' in der Klemme,
Vorlage S. 141 736 Ruiniert durch die Füchs' und die Rappen, und dann durch die unglückselige Heirat.
Vorlage S. 141 737 Ich gehöre den Herrn mit Leib und Seel':
Vorlage S. 141 738 Was sie wollen, ich tu's und ich trag' es ja gern,
Vorlage S. 141 739 Durst, Hunger und Prügel und Hitz' und Frost!
Vorlage S. 141 740 Ja, lasst sie das Fell mir vom Leibe ziehn!
Vorlage S. 141 741 Und studier' ich mich nur aus den Schulden heraus,
Vorlage S. 141 742 Tituliere mich dann nach Belieben die Welt:
Vorlage S. 141 743 Frech, naseweis, grob, maulfertig, infam,
Vorlage S. 141 744 Unflat, Aufschneider und Lügenschmied,
Vorlage S. 142 745 Rechtsfälscher, mit allen Hunden gehetzt,
Vorlage S. 142 746 Schwadroneur, Windfahne, Fuchs, Klappermaul,
Vorlage S. 142 747 Nasrümpfer, Scharwenzler, aufdringliche Klett',
Vorlage S. 142 748 Aas, Neidhard, Galgenstrick, Lumpenhund,
Vorlage S. 142 749 Arschleckergesicht – –
Vorlage S. 142 750 Mag, wem es beliebt, auf der Gasse mir nach
Vorlage S. 142 751 Diese Titel schreien: nur zugeschimpft!
Vorlage S. 142 752 Meintwegen, verhackt
Vorlage S. 142 753 Mich zu Würsten, bei der Demeter, und gebt
Vorlage S. 142 754 Sie den Herrn Philosophen zu fressen!
Vorlage S. 142 755 CHORFÜHRERIN.
Vorlage S. 142 756 Nun, das nenn' ich einmal herzhaft,
Vorlage S. 142 757 Unerschrocken,
Vorlage S. 142 758 Rasch entschlossen! – Sei gewiss:
Vorlage S. 142 759 Lernst du hier fleißig, so ragt an das Himmelsgewölbe
Vorlage S. 142 760 Deines Namens Glorie!
Vorlage S. 142 761 STREPSIADES.
Vorlage S. 142 762 Und was wird's dann mit mir?
Vorlage S. 142 763 CHORFÜHRERIN.
Vorlage S. 142 764 Die seligsten Tage mit uns,
Vorlage S. 142 765 Beneidet von allen, verlebst du, Hochbeglückter!
Vorlage S. 142 766 STREPSIADES.
Vorlage S. 142 767 Aber werd' ich es auch noch
Vorlage S. 142 768 Wirklich erleben?
Vorlage S. 142 769 CHORFÜHRERIN.
Vorlage S. 142 770 Scharenweis werden an deiner
Vorlage S. 142 771 Schwelle die Leute sich
Vorlage S. 142 772 Tagtäglich lagern,
Vorlage S. 142 773 Um sich mit dir zu besprechen,
Vorlage S. 142 774 Dich, wenn es glückt, zu befragen
Vorlage S. 142 775 Und in Prozessen und Händeln um schwere Summen
Vorlage S. 142 776 Mit dem erfahrnen Anwalt
Vorlage S. 142 777 Sich zu beraten, mit dir!
Vorlage S. 142 778 Zu Sokrates.
Vorlage S. 142 779 Nimm du ihn jetzt vor, diesen Alten, und gib von dem Unterricht ihm einen Vorschmack;
Vorlage S. 142 780 Jag auf die Gedanken in seinem Kopf, sieh, ob er kapiert, und sondier' ihn!
Vorlage S. 142 781 SOKRATES.
Vorlage S. 143 782 Nun denn! Sag an, wie ist dein Naturell,
Vorlage S. 143 783 Damit ich weiß, mit welchen neuen Waffen
Vorlage S. 143 784 Ich demgemäß dich anzufassen habe!
Vorlage S. 143 785 STREPSIADES.
Vorlage S. 143 786 Was Henkers? Denkst du Sturm auf mich zu laufen?
Vorlage S. 143 787 SOKRATES.
Vorlage S. 143 788 Nein! Lass mich vor der Hand nur eins dich fragen:
Vorlage S. 143 789 Hast du Gedächtnis?
Vorlage S. 143 790 STREPSIADES.
Vorlage S. 143 791 Zweierlei, bei Zeus!
Vorlage S. 143 792 Eins – wenn mir jemand schuldet – sehr verlässlich:
Vorlage S. 143 793 Das andre – schuld' ich einem – sehr vergeßlich.
Vorlage S. 143 794 SOKRATES.
Vorlage S. 143 795 So wirst du doch Geschick zu Reden haben?
Vorlage S. 143 796 STREPSIADES.
Vorlage S. 143 797 Zum Reden? Nein! Doch desto mehr zum Rapsen.
Vorlage S. 143 798 SOKRATES.
Vorlage S. 143 799 Du willst studieren?
Vorlage S. 143 800 STREPSIADES.
Vorlage S. 143 801 Sei nur ruhig, 's geht!
Vorlage S. 143 802 SOKRATES.
Vorlage S. 143 803 Nun gut, so pass mal auf: Lass' ich was Tiefes,
Vorlage S. 143 804 Was Metaphysisches fallen, schnapp' es auf!
Vorlage S. 143 805 STREPSIADES.
Vorlage S. 143 806 Aufschnappen soll ich, wie ein Hund, den Tiefsinn?
Vorlage S. 143 807 SOKRATES.
Vorlage S. 143 808 Barbarisch roher Bauer, der du bist,
Vorlage S. 143 809 Du brauchst wohl, fürcht' ich, Prügel, alter Kerl! –
Vorlage S. 143 810 Was machst du, wenn dich einer schlägt?
Vorlage S. 143 811 STREPSIADES.
Vorlage S. 143 812 Ich lasse
Vorlage S. 143 813 Mich schlagen, pass' auf Zeugen, und dann fasse
Vorlage S. 143 814 Vor Amt ich ihn und fülle mir die Kasse.
Vorlage S. 143 815 SOKRATES.
Vorlage S. 143 816 Komm, leg den Rock ab!
Vorlage S. 143 817 STREPSIADES
Vorlage S. 143 818 ängstlich.
Vorlage S. 143 819 Was verbrach ich denn?
Vorlage S. 143 820 SOKRATES.
Vorlage S. 143 821 Nichts! Unbekleidet tritt man hier nur ein.
Vorlage S. 143 822 STREPSIADES.
Vorlage S. 143 823 Ich kam ja nicht, gestohlnes Gut zu suchen.
Vorlage S. 143 824 SOKRATES.
Vorlage S. 143 825 Leg ab: wozu die Possen?
Vorlage S. 143 826 STREPSIADES
Vorlage S. 143 827 legt Oberkleid und Schuhe ab.
Vorlage S. 143 828 Nur noch eins!
Vorlage S. 143 829 Wenn ich recht fleißig bin und eifrig lerne,
Vorlage S. 143 830 Sag', welchem deiner Schüler gleich' ich dann?
Vorlage S. 144 831 SOKRATES.
Vorlage S. 144 832 Du wirst an Geist ein zweiter Chairephon!
Vorlage S. 144 833 STREPSIADES.
Vorlage S. 144 834 Um Gottes willen, ein lebend'ger Leichnam?
Vorlage S. 144 835 SOKRATES.
Vorlage S. 144 836 Genug der Faxen! Komm und folge mir
Vorlage S. 144 837 Sogleich – nur schnell!
Vorlage S. 144 838 STREPSIADES.
Vorlage S. 144 839 So gib mir in die Hand
Vorlage S. 144 840 Doch einen Honigkuchen: denn mir bangt,
Vorlage S. 144 841 Als wenn ich in Trophonios' Höhle stiege.
Vorlage S. 144 842 SOKRATES.
Vorlage S. 144 843 Geh zu! Was tappst du um die Tür herum?
Vorlage S. 144 844 Beide hinein.
Vorlage S. 144 846 So gehe mit Glück, wie dein Mut es verdient,
Vorlage S. 144 847 Dein entschlossener Sinn! –
Vorlage S. 144 848 Heil und Gelingen dem Mann,
Vorlage S. 144 849 Der, soweit er im Alter
Vorlage S. 144 850 Vorgerückt schon, dennoch den Geist
Vorlage S. 144 851 In Studien taucht, jugendlich frisch,
Vorlage S. 144 852 Und seinen Kopf, hart und ergraut,
Vorlage S. 144 853 Gibt in die Zucht des Denkens.
Vorlage S. 144 854 CHORFÜHRERIN.
Vorlage S. 144 855 Lasst mich, ihr Athener, einmal euch die Wahrheit sagen frei,
Vorlage S. 144 856 Lautre Wahrheit, beim Dionys, der mich großgezogen hat!
Vorlage S. 144 857 So gewiss ich heute den Preis wünsch' als Meister meiner Kunst,
Vorlage S. 144 858 Traun, so wahr ist's, dass ich gebaut nur auf eure Kennerschaft
Vorlage S. 144 859 Und den Wert des komischen Stücks, das ich für mein bestes hielt,
Vorlage S. 144 860 Als ich euch zu kosten es bot, euch zuerst, dies Stück, das mir
Vorlage S. 144 861 Wohl die meiste Mühe gemacht! – Dennoch zog man plumpe Kerls
Vorlage S. 144 862 Unverdienterweise mir vor. – Dieses Unrecht klag' ich euch
Vorlage S. 144 863 Weisen Kennern, denen zulieb' ich mir all die Mühe gab –:
Vorlage S. 144 864 Nicht als gäb' ich unter euch selbst die Vernünft'gen treulos auf:
Vorlage S. 145 865 Weiß ich doch, dass Männern wir ihr, die man anzureden schon
Vorlage S. 145 866 Glücklich ist, mein ›Liederlich und Tugendsam‹ einst wohlgefiel,
Vorlage S. 145 867 Jenes Erstlingsfrüchtchen –: ich war Jungfer noch, und heimlich musst'
Vorlage S. 145 868 Ich's gebären, mütterlich nahm auf das ausgesetzte Kind
Vorlage S. 145 869 Eine andre, aber ihr selbst wart ihm Vater, Lehrer, Freund.
Vorlage S. 145 870 Seitdem ist mir sicher verbürgt eure Einsicht, eure Gunst.
Vorlage S. 145 871 Gleich Elektra kommt sie denn nun diesmal, die Komödie,
Vorlage S. 145 872 Um zu finden, wenn es ihr glückt, solch erprobte Kennerschar:
Vorlage S. 145 873 Ihres Bruders Locke, wofern sie sie findet, kennt sie wohl.
Vorlage S. 145 874 Seht, wie sie sich züchtig gebärd't! Vorn herunter, angenäht,
Vorlage S. 145 875 Lässt sie nicht das lederne Ding hängen, baumeln, feuerrot
Vorlage S. 145 876 An der Spitz' und fürchterlich dick, schlimmen Buben nur zum Spaß;
Vorlage S. 145 877 Spottet auch Kahlköpfe nicht aus, hopst im Kordax nicht herum,
Vorlage S. 145 878 Lässt nicht alte Männer den Stock deklamierend schwingen auf
Vorlage S. 145 879 Die Mitspieler – ärmlicher Spaß – Antwort auf gemeinen Witz!
Vorlage S. 145 880 Stürmt auch nicht mit Fackeln herein, heult und brüllt nicht Ju, Juhu!
Vorlage S. 145 881 Nein, sich selbst und ihrem Gehalt stolz vertrauend tritt sie auf.
Vorlage S. 145 882 Und obwohl ich weiß, was ich bin, trag' ich doch nicht hoch den Busch.
Vorlage S. 145 883 Zwei- und dreimal bring' ich euch nie einen Witz und täusch' euch nicht,
Vorlage S. 145 884 Bin euch nagelneue Sujets vorzuführen stets bedacht,
Vorlage S. 146 885 Witzige Figuren und keck, keine je der andern gleich.
Vorlage S. 146 886 Stieß ich nicht den mächtigen Mann Kleon mächtig auf den Bauch?
Vorlage S. 146 887 Doch ich trat, sobald er im Staub lag, nicht mehr auf ihm herum.
Vorlage S. 146 888 Andre – seit Hyperbolos sich einmal eine Blöße gab –
Vorlage S. 146 889 Trampeln auf dem ärmlichen Kerl stets und seiner Mutter 'rum.
Vorlage S. 146 890 Eupolis vor allen – er schleppt seinen ›Marikas‹ herein:
Vorlage S. 146 891 Schmählich! ein gewendeter Rock! meine ›Ritter‹ dumm verhunzt!
Vorlage S. 146 892 Nebenbei, dem Kordax zulieb, ein versoffnes altes Weib,
Vorlage S. 146 893 Die er stahl dem Phrynichos, wo sie das Ungeheuer frisst. –
Vorlage S. 146 894 Gleich drauf kommt Hermippos und macht auch was auf Hyperbolos,
Vorlage S. 146 895 Auch die andern werfen sofort all' sich auf Hyperbolos,
Vorlage S. 146 896 Und mein Gleichnis äffen sie nach: wie man Aal' im Trüben fischt. –
Vorlage S. 146 897 Nein, wer solche Stümper belacht, dessen Beifall wünsch' ich nicht;
Vorlage S. 146 898 Aber wenn das sinnige Spiel meiner Mus' euch Freude macht,
Vorlage S. 146 899 Dann für alle Zeiten erscheint ihr als Männer von Geschmack.
Vorlage S. 146 900 ERSTER HALBCHOR.
Vorlage S. 146 901 Zeus, den erhabenen, ruf' ich zuerst:
Vorlage S. 146 902 Mächt'ger Fürst der Götter, o schau
Vorlage S. 146 903 Gnädig auf unsern Reigen!
Vorlage S. 146 904 Dich auch, Gewalt'ger, der du den Dreizack
Vorlage S. 146 905 Schwingst und die Erd' und das salzige Meer
Vorlage S. 146 906 Mächtig erschütterst und aufwühlst!
Vorlage S. 146 907 Vater der Menschen, auch dich, den Gepriesenen,
Vorlage S. 146 908 Himmlischer Äther, Ernährer von allem, was atmet!
Vorlage S. 147 909 Dich auch, Rosselenker, der du
Vorlage S. 147 910 Rings in leuchtende Gluten die Welt
Vorlage S. 147 911 Tauchst, unter Göttern und Sterblichen
Vorlage S. 147 912 Hochgefeiert und strahlend!
Vorlage S. 147 913 CHORFÜHRERIN.
Vorlage S. 147 914 Jetzt, ihr hochwohlweisen Männer, bitten wir euch um Gehör.
Vorlage S. 147 915 Unrecht tut ihr uns: wir müssen euch verklagen vor euch selbst.
Vorlage S. 147 916 Mehr als alle andern Götter segnen wir doch eure Stadt:
Vorlage S. 147 917 Gleichwohl bringt ihr nie zum Opfer weder Trank noch Speis' uns dar,
Vorlage S. 147 918 Uns, die wir euch treu beschirmen: immer wenn im Unverstand
Vorlage S. 147 919 Ihr beschließet auszurücken, donnern oder regnen wir.
Vorlage S. 147 920 Neulich, als den gottverhaßten, paphlagon'schen Gerber ihr
Vorlage S. 147 921 Auserkoren euch zum Führer, runzelten wir gleich die Stirn,
Vorlage S. 147 922 Schnitten grimmige Gesichter, »Blitz und Donner sprühten wir«,
Vorlage S. 147 923 Und es trat der Mond aus seiner Bahn, die Sonne zog zurück
Vorlage S. 147 924 In sich selbst den Docht der Lampe und erklärt' euch rund heraus,
Vorlage S. 147 925 Dass sie keinen Strahl euch sende, wenn euch Kleon kommandiert.
Vorlage S. 147 926 Dennoch nahmt ihr ihn zum Feldherrn; denn man sagt: verkehrter Rat
Vorlage S. 147 927 Sei in eurer Stadt zu Hause; dumme Streiche, die ihr macht,
Vorlage S. 147 928 Werden aber durch der Götter Huld zum besten stets gekehrt.
Vorlage S. 147 929 Dieser Fall auch kann zum Vorteil sich euch wenden, hört mich an:
Vorlage S. 147 930 Wenn ihr Kleon, den bestochnen Schuft, den überwies'nen Dieb,
Vorlage S. 147 931 An dem Kragen packt und unters Holz ihm niederdrückt den Kopf,
Vorlage S. 148 932 Dann, trotz eurer vielen Böcke, wird zurück ins alte Gleis
Vorlage S. 148 933 Alles kehren und zum besten euch und eurer Stadt gedeih'n!
Vorlage S. 148 934 ZWEITER HALBCHOR.
Vorlage S. 148 935 König Apollon, Delier,
Vorlage S. 148 936 Hoch auf dem kynthischen Felsenhorn
Vorlage S. 148 937 Thronend, erschein, o erhör uns! –
Vorlage S. 148 938 Du auch, o Sel'ge im goldnen Tempel
Vorlage S. 148 939 Prangend zu Ephesos, wo dich verehrt
Vorlage S. 148 940 Lydischer Jungfrau'n Andacht! –
Vorlage S. 148 941 Komm, o Beschirmerin unserer Burg und Stadt,
Vorlage S. 148 942 Pallas Athene, gewaltige, Aigisbewährte! –
Vorlage S. 148 943 Du auch, der auf Parnassos' Höh'n
Vorlage S. 148 944 Schwärmt und im Kreise der delphischen Frau'n
Vorlage S. 148 945 Unter flammenden Fackeln beim Tanz
Vorlage S. 148 946 Strahlt, o komm, Dionysos!
Vorlage S. 148 947 CHORFÜHRERIN.
Vorlage S. 148 948 Als wir uns zur Reise fertig machten, hier zu euch herab,
Vorlage S. 148 949 Gab Selene, die uns eben traf, uns diesen Auftrag mit:
Vorlage S. 148 950 Grüßen lässt sie schön die Bürger und Verbündeten Athens;
Vorlage S. 148 951 Doch sie sei euch ernstlich böse, dass ihr sie so schlecht belohnt,
Vorlage S. 148 952 Sie, die so reelle Dienste augenscheinlich euch erwies
Vorlage S. 148 953 Und an Fackeln nur euch jeden Monat eine Drachme spart;
Vorlage S. 148 954 Wenn die Leut' am Abend ausgehn, sagen sie zum Sklaven: ›Bursch,
Vorlage S. 148 955 Fackeln brauchst du nicht zu kaufen, heut ist prächtger Mondenschein!‹ –
Vorlage S. 148 956 Andrer Dienste zu geschweigen! Dennoch habt auf ihre Tag'
Vorlage S. 148 957 Ihr nicht pünktlich acht und werft sie durcheinander kunterbunt.
Vorlage S. 148 958 Darum lesen ihr die Götter ein Kapitel jedesmal,
Vorlage S. 148 959 Wenn sie nach der alten Rechnung zählend kommen und kein Fest
Vorlage S. 149 960 Treffen, und um Schmaus und Opfer schnöd geprellt nach Hause gehen:
Vorlage S. 149 961 Denn am Tage, wo ihr opfern solltet, richtet, foltert ihr;
Vorlage S. 149 962 Wenn wir Götter aber einen Fasttag haben, etwa wenn
Vorlage S. 149 963 Wir um Memnon trauern oder um Sarpedon, opfert ihr
Vorlage S. 149 964 Wein und lacht und scherzt. – Drum haben wir auch dem Hyperbolos,
Vorlage S. 149 965 Der Amphiktyonenbote heuer war, vom Haupt den Kranz,
Vorlage S. 149 966 Wir die Göttinnen, gerissen: merken soll er sich's fortan,
Vorlage S. 149 967 Dass man »seine Lebenstage nach dem Mondlauf ordnen« soll!
Vorlage S. 149