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Buch - Chandogya-Upanishad - Altindische Überlieferung

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Deutsche Übersetzung · Lesefassung

Chandogya-Upanishad

Altindische Überlieferung

Erzählungen, Gleichnisse und Lehrgespräche führen von Gesang und Ritual zu Fragen nach Wahrheit, Welt und Selbst. Die acht Bücher enthalten bekannte Unterweisungen wie Uddalakas Gespräch mit Shvetaketu.

PhilosophieKlasse 11–1310 Abschnitte
Chandogya-Upanishad – Handschrift
Chandogya-Upanishad – Handschrift — Handschrift der Chandogya-Upanishad von 1865; historisches Überlieferungszeugnis. · Ms Sarah Welch · CC BY-SA 4.0 Bildquelle ↗

Deutsche Übersetzung: Deussen, Paul

Hinweise für den Unterricht
  • Historische philosophische, religiöse und naturkundliche Aussagen sowie zeitgebundene gesellschaftliche Wertungen kritisch einordnen. Diese Texte vermitteln keine heutigen wissenschaftlichen, medizinischen oder rechtlichen Handlungsempfehlungen. Klassenangaben sind eine redaktionelle Orientierung.

Behutsam angepasste Schreibweise nach einer begrenzten Wortliste. Mehrdeutige Formen, erfasste Namen, Sprechernamen, Bühnenanweisungen, Überschriften und Anmerkungen bleiben unverändert. Keine vollständige redaktionelle Überarbeitung nach heutiger Rechtschreibung. Für wortgetreue Quellenzitate die Quellfassung wählen.

Deutsch · Abschnitt 3 von 10

Erster Prapâṭhaka.

1
Erster Prapâṭhaka.
Vorlage S. 64
2
Wie die Upanishad's des Ṛigveda ausgehen von einer allegorischen Betrachtung des Uktham (Ait. Âr. 2, 1-3; Kaush. Up. 2,6, oben S. 10. 32), so beschäftigen sich die beiden ersten Prapâṭhaka's der zum Sâmaveda gehörigen Chândogya-Upanishad mit mystischen Ausdeutungen des Sâman und seines Hauptteils, des vom Udgâtar selbst gesungenen Udgîtha (Hochgesang).
Vorlage S. 65
3
Der Agnishṭoma, das Somaopfer in seiner einfachsten Form, hat nach einer Reihe vorbereitender Tage nur einen Sutyâ-Tag, an welchem der Soma im Prâtaḥ-savanam, Mâdhyandina-savanam und Tṛitîya-savanam des Morgens, Mittags und Abends gekeltert wird. Die Hauptmomente bei der Kelterungsfeier sind: 1) graha, die Schöpfung des ausgepressten Soma in Becher, durch den Adhvaryu und seine Gehilfen, hierauf 2) das stotram, der Lobgesang des Udgâtar und seiner Gehilfen, sodann 3) das çastram, die Rezitation des Hotar und seiner Gehilfen, und endlich 4) die âhuti, die Libation des Soma im Feuer. Dieser Vorgang von Schöpfung, Lobgesang, Rezitation und Libation (graha, stotram, çastram, âhuti) wiederholt sich (von einzelnen Modalitäten abgesehen) bei der Frühspende des Agnishṭoma fünfmal, bei der Mittagsspende fünfmal und bei der Abendspende zweimal. Alle die dabei vorkommenden graha, stotra und çastra haben verschiedene Namen und erfahren mannigfache Deutungen.
Vorlage S. 65
4
Ein Stotram, welches zu singen dem Udgâtar und seinen Gehilfen, dem Prastotar und Pratihartar obliegt, pflegt aus einigen Versen zu bestehen, deren jeder von den genannten Priestern beim Gesange in fünf Teile, hiñkara, prastâva, udgîtha, pratihâra und nidhanam, zerlegt wird. – So liegen z.B. dem Sâman Rathantaram, welches als zweites Stotram der Mittagsspende benutzt wird, die Verse zugrunde (Ṛigv. 7,32,22-23 = Sâmav. I, 3,1,5,1 und II, 1,1,11,1):
Vorlage S. 65
5
22. abhi tvâ, çûra, nonumo adugdhâ iva dhenavaḥ
Vorlage S. 65
6
îçânam asya jagataḥ svardṛiçam,
Vorlage S. 65
7
îçânam, Indra, tasthushaḥ.
Vorlage S. 65
8
23. na tvâvân anyo divyo na pârthivo
Vorlage S. 65
9
na jâto, na janishyate,
Vorlage S. 65
10
açvâyanto, maghavan Indra, vâjino
Vorlage S. 65
11
gavyantas tvâ havâmahe.
Vorlage S. 65
12
Diese gestalten sich (nach Haug, Ait. Br. II, 198, wenn wir pratihâra und upadrava [s.u.] vereinigen) zu folgendem Stotram:
Vorlage S. 65
13
I.
Vorlage S. 65
14
a. hiñkâra (vom Udgâtar gesungen).
Vorlage S. 65
15
b. prastâva (vom Prastotar gesungen): hum! âbhi tvâ çûra nonumo, vâ
Vorlage S. 65
16
c. udgîtha (Udgâtar): om! âdugdhâ iva dhenava'
Vorlage S. 65
17
îçânam asya
Vorlage S. 65
18
jagataḥ suvârdṛiçâm
Vorlage S. 65
19
d. pratihâra (Pratihartar): â-îçânam â Indrâ
Vorlage S. 65
20
susthûshâ ovâ hâ uvâ
Vorlage S. 66
21
e. nidhanam (alle drei): as!
Vorlage S. 66
22
II.
Vorlage S. 66
23
a. hiñkâra.
Vorlage S. 66
24
b. prastâva: îçovâ
Vorlage S. 66
25
c. udgîtha: om! -nâm Indra susthusho
Vorlage S. 66
26
na tvâvân anyo diviyo na pârthivâḥ
Vorlage S. 66
27
d. pratihâra: na jâto nâ jâ-nâ-ishyâtâ ovâ hâ uvâ
Vorlage S. 66
28
e. nidhanam: as!
Vorlage S. 66
29
III.
Vorlage S. 66
30
a. hiñkâra.
Vorlage S. 66
31
b. prastâva: na jovâ
Vorlage S. 66
32
c. udgîtha: oṃ -to na janishyate açvâyanto maghavan
Vorlage S. 66
33
Indra vâjinâḥ
Vorlage S. 66
34
d. pratihâra: gavyantas tvâ hâ-vâmâhâ ovâ hâ uvâ
Vorlage S. 66
35
e. nidhanam: as!
Vorlage S. 66
36
Von andern Sâman's ausser dem Rathantaram werden noch Gâyatram, Vâmadevyam, Bṛihad, Vairûpam, Vairâjam, Çâkvaram, Raivatam, Yajñâyajñîyam, Râjanam und Sâman im allgemeinen Chând. Up. 2,11-21 erwähnt und nach ihren fünf Teilen, hiñkâra, prastâva, udgîtha, pratihâra und nidhanam, allegorisch verarbeitet.
Vorlage S. 66
37
Neben diesem fünffachen Sâman gibt es ein siebenfaches Sâman (Chând. 2,8-10), welches entsteht, indem zwischen Prastâva und Udgîtha die Silbe om noch als ein neues Glied, der Âdiḥ, eingeschoben, und ferner der Pratihâra in Pratihâra und Upadrava zerlegt wird.
Vorlage S. 66
38
Soviel zur Einleitung in Prapâṭhaka 1 und 2 im allgemeinen. Wenn die in ihnen mit diesen Dingen getriebenen Allegorien für uns Fernstehenden auch nichts Anziehendes haben, so dürfen wir doch als sicher annehmen, dass sie nicht neben den wertvollsten philosophischen Gedanken als gleichberechtigt stehen würden, wären sie nicht dem Inder (der in diesen liturgischen Vorstellungen erzogen war, und der nur durch Umdeutung derselben von ihnen den Übergang zu einer höhern, philosophischern Ansicht der Dinge zu gewinnen wusste) sehr wichtig und interessant gewesen. Ein Historiker aber in vollem Sinne wird nur der heissen können, der sich so ganz in den Geist der Fremde und Vergangenheit zu versetzen weiss, dass er auch ihre Gefühle für Wert und Unwert der Dinge vorübergehend zu den seinigen zu machen vermag.
Vorlage S. 66
39
Erster Khaṇḍa.
Vorlage S. 66
40
Der Udgîtha, diese Hauptverrichtung des Haupt-Sâmapriesters, wird identisch gesetzt mit der (auch den Anfang des Udgîtha bildenden) heiligen Silbe Om. Als solche ist er die Essenz aller Essenzen, das Produkt der (als ṛic erscheinenden) Vâc und des (als sâman erscheinenden) Prâṇa. An diese Silbe ist das Gedeihen des Opfers geknüpft, sie ist der Ausgangspunkt der drei Veden, und der Udgâtar, der den Udgitha als diese Silbe verehrt, macht dadurch sein Werk wirksamer.
Vorlage S. 66
41
1. Om! als diese Silbe soll man den Udgîtha verehren! Denn mit Om [anfangend] singt man ihn. Ihre Erläuterung ist wie folgt:
Vorlage S. 67
42
2. Dieser Wesen Essenz ist die Erde,
Vorlage S. 67
43
der Erde Essenz sind die Wasser,
Vorlage S. 67
44
der Wasser Essenz sind die Pflanzen,
Vorlage S. 67
45
der Pflanzen Essenz ist der Mensch,
Vorlage S. 67
46
des Menschen Essenz ist die Rede,
Vorlage S. 67
47
der Rede Essenz ist die Ṛic,
Vorlage S. 67
48
der Ṛic Essenz ist das Sâman,
Vorlage S. 67
49
des Sâman Essenz ist der Udgîtha.
Vorlage S. 67
50
3. Dieses ist die essentiellste aller Essenzen, die höchste, die transzendente, die achte, welche der Udgîtha ist.
Vorlage S. 67
51
4. Was unter allem ist die Ṛic, was unter allem ist das Sâman, was unter allem ist der Udgîtha? – Das ist die Frage.
Vorlage S. 67
52
5. Die Ṛic ist Rede, das Sâman ist Odem (prâṇa), der Udgîtha ist die Silbe Om. Darum bilden sie ein Paar[1], die Rede und der Odem, die Ṛic und das Sâman.
Vorlage S. 67
53
6. Und dieses Paar vereinigt sich in der Silbe Om. Wenn aber zwei Gepaarte sich zusammenfinden, so vollbringen sie aneinander Liebes.
Vorlage S. 67
54
7. Wahrlich, der ist ein Vollbringer von Liebem, der, dieses also wissend, den Udgîtha als diese Silbe verehrt.
Vorlage S. 67
55
8. Sie ist aber auch die Silbe der Zustimmung, denn wenn man in irgend etwas zustimmt, so sagt man Om (Ja). Zustimmung aber ist Förderung. – Wahrlich ein Förderer der Wünsche wird, wer, dieses also wissend, den Udgîtha als diese Silbe verehrt.
Vorlage S. 67
56
9. In ihr bewegt sich diese dreifache Wissenschaft [der Veden]; denn mit Om ruft der [Adhvaryu] zu, und mit Om rezitiert der [Hotar], und Om singt der [Udgâtar], um dieser Silbe Ehrfurcht zu zollen, wegen ihrer Majestät, wegen ihrer Essenz.
Vorlage S. 67
57
10. Mit ihr verrichten zwar beide das [Opfer-] Werk, wer dieses also weiss, und wer es nicht weiss. Aber doch ist ein Unterschied zwischen Wissen und Nichtwissen. Denn was man mit Wissen verrichtet, mit Glauben, mit der Upanishad [der Kenntnis des geheimen Sinnes von Udgîtha als Om], das ist wirkungskräftiger.
Vorlage S. 67
58
So also ist die Erklärung dieser Silbe.
Vorlage S. 68
59
Zweiter Khaṇḍa.
Vorlage S. 68
60
Wie vorher als Symbol der alle Veden befassenden Silbe Om, so erscheint hier der Udgîtha als Symbol des Prâṇa (Lebenshauches, Lebensprinzips) im Menschen. Seine Superiorität über die andern Lebensorgane und alleinige Berechtigung, im Udgîtha verehrt zu werden, wird durch eine Legende dargetan, die sich auch Bṛih. Up. 1,3 findet. Aber während es sich dort darum handelt, welches unter den Lebensorganen befähigt ist, den Udgîtha zu singen, so behandelt unsre Stelle die Frage, welches der Lebensorgane berechtigt ist, im Udgîtha verehrt zu werden. Die ursprünglichere Fassung ist ohne Zweifel die in Bṛih. Up., was um so bemerkenswerter ist, als die Erzählung, da es sich um den Udgîtha handelt, im Kreise der Sâmavedatheologen entstanden zu sein scheint.[2]
Vorlage S. 68
61
1. Dazumal, als die Götter und Dämonen miteinander stritten, beide von Prajâpati abstammend, da griffen die Götter zum Udgîtha, denn mit ihm, so dachten sie, werden wir jene überwinden.
Vorlage S. 68
62
2. Aber sie verehrten den Udgîtha als den Hauch in der Nase; da schlugen ihn die Dämonen mit Übel. Darum riecht man mit ihm beides, das Wohlriechende und das Übelriechende: denn er ist mit Übel geschlagen.
Vorlage S. 68
63
3. Da verehrten sie den Udgîtha als die Rede; da schlugen sie die Dämonen mit Übel. Darum redet man mit ihr beides, das Wahre und Unwahre; denn sie ist mit Übel geschlagen.
Vorlage S. 68
64
4. Da verehrten sie den Udgîtha als das Auge; da schlugen es die Dämonen mit Übel. Darum sieht man mit ihm beides, Zusehendes und Nichtzusehendes; denn es ist mit Übel geschlagen.
Vorlage S. 68
65
5. Da verehrten sie den Udgîtha als das Ohr; da schlugen es die Dämonen mit Übel. Darum hört man mit ihm beides, Zuhörendes und Nichtzuhörendes; denn es ist mit Übel geschlagen.
Vorlage S. 68
66
6. Da verehrten sie den Udgîtha als das Manas; da schlugen es die Dämonen mit Übel. Darum stellt man mit ihm vor beides, Vorzustellendes und Nichtvorzustellendes; denn es ist mit Übel geschlagen.
Vorlage S. 69
67
7. Da verehrten sie den Udgîtha als jenen Hauch (Lebensodem, prâṇa) im Munde; den trafen die Dämonen: da zerstoben sie, wie, wer auf einen Stein als Widerstand trifft, zerstiebt.
Vorlage S. 69
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8. Ebenso geschieht es, dass, gleichwie, wer auf einen Stein als Widerstand trifft, zerstiebt, also auch der zerstiebt, welcher einem, der solches weiss, Böses anwünscht oder ihn anfeindet; denn er wird ihm zum Stein des Widerstandes.
Vorlage S. 69
69
9. Mit diesem (Prâṇa) unterscheidet man nicht Wohlriechendes und Übelriechendes, denn er hat das Übel von sich abgeschlagen. Mit diesem isst man und trinkt man und ernährt dadurch die andern Lebensorgane. Und indem der Prâṇa diese [die Nahrung für sich und die andern, âhâram, wie wir ergänzen müssen] am Ende nicht mehr findet, zieht er aus. Daher kommt es (iti), dass man beim Sterben den Mund aufreisst [als wollte der Prâṇa noch nach Nahrung schnappen].
Vorlage S. 69
70
10. Als diesen verehrte den Udgîtha Añgiras, ja man hält ihn selbst[3] für den Añgiras, darum (tena) dass er der Glieder Saft (añgânâṃ rasaḥ) ist.
Vorlage S. 69
71
11. Als diesen verehrte den Udgîtha Bṛihaspati, ja man hält ihn selbst für Bṛihaspati, darum dass die Rede bṛihatî (die schwellende), und er ihr Herr (pati) ist.
Vorlage S. 69
72
12. Als diesen verehrte den Udgîtha Ayâsya, ja man hält ihn selbst für Ayâsya, darum dass er hervorgeht (ayate) aus dem Munde (âsyam).
Vorlage S. 69
73
13. Diesen erkannte Baka der Nachkomme des Dalbhya; nämlich der war der Udgâtar der Leute von Naimisha, und er pflegte ihnen ihre Wünsche zu ersingen.
Vorlage S. 69
74
14. Wahrlich, der wird ein Ersinger der Wünsche, wer, dieses also wissend, den Udgîtha als die Silbe[4] (Om) verehrt.
Vorlage S. 69
75
Soviel in bezug auf das Selbst.
Vorlage S. 70
76
Dritter Khaṇḍa.
Vorlage S. 70
77
Fortsetzung: wie in psychischer Hinsicht (adhyâtmam) ein Symbol des Prâṇa, so ist in kosmischer Hinsicht (adhidaivatam) der Udgîtha ein Symbol der Sonne (1-2). – Auch als Vyâna soll man den Udgîtha verehren (3-5). – Sodann werden nach dem Schema (vgl. Talav. Up. Br. 1,57,7):
Vorlage S. 70
78
ud-prâṇadyausÂdityasâmaveda
Vorlage S. 70
79
–gî-vâcantarikshamVâyuyajurveda
Vorlage S. 70
80
–thaannampṛithivîAgniṛigveda
Vorlage S. 70
81
in spielender Weise die drei Silben des Wortes udgîtha auf die drei Hauptverrichtungen des Menschen (Atmen, Reden, Essen), die drei Hauptgebiete der Welt, ihre drei Regenten und die drei Veden gedeutet (6-7). – Zum Schlusse folgt (ähnlich wie am Schlusse des verwandten Abschnittes Bṛih. 1,3 der Pavamânânâm Abhyâroha) eine Âçîḥ-saṃriddhi) d.h. eine Anweisung, woran man beim Singen des Udgîtha zu denken habe, um dieser Zeremonie den vollen Erfolg zu sichern (8-12).
Vorlage S. 70
82
1. Nunmehr in bezug auf die Gottheit.
Vorlage S. 70
83
Der dort glüht (die Sonne), als den soll man den Udgîtha verehren. Denn indem er aufgeht (ud-yan) lobsingt er (udgâyati) für die Geschöpfe. Und indem er aufgeht, verscheucht er Dunkel und Furcht. Wahrlich, ein Verscheucher von Dunkel und Furcht wird, wer solches weiss.
Vorlage S. 70
84
2. Auch sind dieser (Prâṇa) und jener (die Sonne) gleichartig. Heiss ist dieser, und heiss ist jener. Als Klang bezeichnet man diesen, als Klang [svara, im Anklang an svar Licht], als [täglich] Wiederneuklang auch jenen. Darum soll man als diesen hier und als jenen dort den Udgîtha verehren.
Vorlage S. 70
85
3. Aber auch als den Vyâna (Zwischenhauch) soll man den Udgîtha verehren. Denn dass man aushaucht, das ist der Prâṇa (Aushauch), und dass man einhaucht[5], das ist der Apâna (Einhauch); aber das Bindeglied zwischen Prâṇa und Apâna, das ist der Vyâna. Der Vyâna aber ist dasselbe wie die Rede; daher kommt es, dass man ohne auszuhauchen und ohne einzuhauchen die Rede ausspricht.
Vorlage S. 70
86
4. Die Rede wiederum ist dasselbe wie die Ṛic; daher kommt es, dass man ohne auszuhauchen und ohne einzuhauchen die Ṛic ausspricht. Die Ṛic wiederum ist dasselbe wie das Sâman; daher kommt es, dass man ohne auszuhauchen und ohne einzuhauchen das Sâman singt. Das Sâman endlich ist dasselbe wie der Udgîtha; daher kommt es, dass man ohne auszuhauchen und ohne einzuhauchen den Udgîtha singt.
Vorlage S. 70
87
5. Aber auch sonst was noch für kraftanstrengende Tätigkeiten sind, wie das Reiben des Feuers, das Laufen um die Wette, das Spannen eines starken Bogens, die verrichtet man ohne auszuhauchen und ohne einzuhauchen. – Aus dieser Ursache soll man den Udgîtha als den Vyâna verehren.
Vorlage S. 71
88
6. Ferner auch soll man die Silben des Wortes udgîtha verehren (vgl. Talav. Up. Br. 1,57,7-8):
Vorlage S. 71
89
ud ist der Prâṇa, denn durch den Prâṇa steht man aufrecht (ut-tishṭhati, vgl. Kaush. 3,3, oben S. 45), gî ist die Rede, denn Anrufungen (giraḥ) sind Reden; tha ist die Nahrung, denn in der Nahrung ist die ganze Welt beruhend (sthita);
Vorlage S. 71
90
7. ud ist der Himmel, gî der Luftraum, tha die Erde;
Vorlage S. 71
91
ud ist Âditya, gî ist Vâyu, tha Agni;
Vorlage S. 71
92
ud ist der Sâmaveda, gî der Yajurveda, tha der Ṛigveda.
Vorlage S. 71
93
Dem lässt die Rede Melktrank strömen, den Melktrank, der der Rede eigen ist, der wird nahrungreich, nahrunggeniessend, wer, solches wissend, diese Silben des Wortes ud-gî-tha verehrt.
Vorlage S. 71
94
8. Nunmehr vom Gelingen des Segenswunsches. Als Zufluchtsstätten soll man sie [die folgenden] verehren.
Vorlage S. 71
95
Man nehme seine Zuflucht zu dem Sâman, mit welchem man das Stotram singen will.
Vorlage S. 71
96
9. Man nehme seine Zuflucht zu der Ṛic, auf welcher es beruht, zu dem Ṛishi, welchen es zum Dichter hat, zu der Gottheit, welche man in dem Stotram preisen will.
Vorlage S. 71
97
10. Man nehme seine Zuflucht zu dem Metrum, in welchem man das Stotram singen will; man nehme seine Zuflucht zu der Stomaform, in welcher man das Stotram für sich singen will.
Vorlage S. 71
98
11. Man nehme seine Zuflucht zu der Himmelsgegend, nach welcher hin man das Stotram singen will.
Vorlage S. 71
99
12. Endlich ziehe man sich zurück auf sich selbst und singe das Stotram, indem man unentwegt an seinen Wunsch denkt.
Vorlage S. 71
100
Dann ist Hoffnung, dass einem der Wunsch sich erfüllt, welchen wünschend man das Stotram singt, – welchen wünschend man das Stotram singt.
Vorlage S. 72
101
Vierter Khaṇḍa.
Vorlage S. 72
102
Superiorität der Silbe Om über die drei Veden (d.h.: der Meditation über den Opferkultus). Pañc. Br. 22,12,1 fürchten sich die Götter vor dem Tode, und Prajâpati gibt ihnen die Unsterblichkeit, indem er ihnen den Navarâtra (eine Somafeier mit neun Presstagen) mitteilt. Nach unsrer Stelle hingegen suchen die Götter vergebens in der dreifachen Wissenschaft des Veda Schutz vor dem Tode, und erst indem sie in den Laut Om eingehen, werden sie unsterblich. (Vgl. Talav. Up. Br. 1,18).
Vorlage S. 72
103
1. Om! diese Silbe soll man verehren. Mit Om [anfangend] singt man ja den Udgîtha. Darüber ist diese Erläuterung.
Vorlage S. 72
104
2. Die Götter, da sie sich vor dem Tode fürchteten, flüchteten sich in die dreifache Wissenschaft. Sie hüllten sich ein[6] in die Metra. Weil sie sich in diese einhüllten (acchâdayan), darum heissen die Metra chandas.
Vorlage S. 72
105
3. Aber der Tod erspähte sie daselbst, wie man einen Fisch im Wasser erspäht, in der Ṛic, im Sâman, im Yajus. Das merkten die Götter, erhoben sich über die Ṛic, das Sâman und das Yajus und flüchteten sich in den Klang.
Vorlage S. 72
Chandogya-Upanishad – Handschrift
Kontextbild zum Werk. Chandogya-Upanishad – Handschrift — Handschrift der Chandogya-Upanishad von 1865; historisches Überlieferungszeugnis. · Ms Sarah Welch · CC BY-SA 4.0 Bildquelle ↗
106
4. Wenn man eine Ṛic anwendet, so lässt man dieselbe ausklingen in den Laut Om; ebenso ein Sâman; ebenso ein Yajus. Also der Klang, das ist jene Silbe; sie ist das Unsterbliche, das Furchtlose. Und indem die Götter sich in sie flüchteten, wurden sie unsterblich und furchtlos.
Vorlage S. 72
107
5. Wer, solches wissend, diese Silbe als Praṇava ertönen lässt, der flüchtet sich in diese Silbe, welche der Klang, das Unsterbliche, das Furchtlose ist. Und wer in sie flüchtet, so unsterblich die Götter sind, so unsterblich wird auch er.
Vorlage S. 72
108
Fünfter Khaṇḍa.
Vorlage S. 72
109
Da (nach 1,2-3) der Udgîtha ein Symbol der Sonne und des Prâṇa ist, so gilt das Gleiche auch von der mit dem Udgîtha identischen Silbe Om. Kaushîtaki, der diese Einheit der belebenden Kräfte in der Natur (als Sonne) und die Einheit der lebenden Kräfte im Menschen (als Prâṇa) besungen hatte, hatte dafür auch nur einen Sohn. Aber wie jene Einheit der Sonne, des Lebensodems keine mannigfaltigkeitslose, sondern eine solche ist, welche die Vielheit der Strahlen, der Lebenskräfte in sich schliesst, so wurde auch Kaushîtaki für die Einzigkeit seines Sohnes durch die Vielheit seiner Enkel entschädigt. – Die allzu kurze und dadurch dunkle Stelle sieht wie eine Warnung aus, den Monismus, der in der Tendenz des Zeitalters lag, nicht zu einem starren, die Mannigfaltigkeit der Dinge ausschliessenden werden zu lassen. – Auf der Identität des Udgîtha mit dem auch dem Hotar zukommenden Om beruht das Eingreifen des Hotar bei Fehlern des Udgâtar.
Vorlage S. 73
110
1. Nun aber ist der Udgîtha der Praṇava (der heilige Laut Om) und der Praṇava ist der Udgîtha. Darum ist der Udgîtha jene Sonne, und sie ist der Praṇava, denn als Om ertönend wandelt sie einher.
Vorlage S. 73
111
2. »Weil ich nur sie angesungen habe, darum bist du mein einziger«, so sprach einst Kaushîtaki zu seinem Sohne; »in ihre Strahlen wandle sie, und es werden dir viele geboren werden!« – Soviel in bezug auf die Gottheit.
Vorlage S. 73
112
3. Nunmehr in bezug auf das Selbst. – Als jenen Lebensodem im Munde soll man den Udgîtha verehren, denn als Om ertönend streicht er einher.
Vorlage S. 73
113
4. »Weil ich nur ihn angesungen habe, darum bist du mein einziger«, so sprach einst Kaushîtaki zu seinem Sohne; »die Lebensodem (prâṇân, wie auch Çañk. zu lesen scheint) singe an als Vielheit und wisse, dass dir viele werden geboren werden!« (Vgl. Talav. Up. Br. 2,6,10).
Vorlage S. 73
114
5. So also ist der Udgîtha der Praṇava, und der Praṇava der Udgîtha. – Darum auch kann man von dem Sitze des Hotar aus einen [vom Udgâtar] falsch gesungenen Udgîtha wieder zurechtbringen, – wieder zurechtbringen.
Vorlage S. 73
115
Sechster Khaṇḍa.
Vorlage S. 73
116
6.–7. Khaṇḍa: Verehrung des Udgîtha als des kosmischen und psychischen (als Mann in der Sonne und Mann im Auge erscheinenden) Prinzips. – Auf der Ṛic beruht das Sâman, die beherrschende Macht des Sâman aber ist der Udgîtha (vgl. das Beispiel, oben S. 66). Ebenso beruht in kosmischer Hinsicht auf der Erde Agni, auf dem Luftraume Vâyu, auf dem Himmel Âditya (als Hauptgötter der drei Gebiete), auf den Mondstationen der Mond (sie nehmen ihn nacheinander bei sich auf), auf dem hellen Lichte der Sonne das Dunkle, ganz Schwarze (»denn dieses erscheint bei unverwandt auf sie gerichtetem Blicke[7]«, Ça k)., – und entsprechend in psychischer Hinsicht auf der Rede der Aushauch (weil er beim Reden ausströmt), auf dem Auge die leibliche Gestalt (âtman, nach Ça k. châyâtman das Spiegelbild), auf dem Ohre das Manas (weil das Wort die Vorstellung weckt), auf dem Weissen im Auge das Dunkle, ganz Schwarze; – aber wie über Ṛic und Sâman der Udgîtha herrscht, so über die genannten kosmischen und psychischen Phänomene der Mann in der Sonne und der Mann im Auge; der eine beherrscht die unendliche Aussenwelt jenseits der Sonne (ye amushmât parâñco lokâḥ), der andre die ebenfalls unendliche Innenwelt diesseits des Auges (ye etasmâd arvâñco lokâḥ), d.h. die Welt im Innern des Menschen; im übrigen sind beide nach Gestalt, Name (Ud, daher symbolisiert durch den Udgîtha) und Verehrungsweise (durch die Gesänge des Ṛig- und Sâmaveda) miteinander identisch. (Identität des kosmischen und des psychischen Prinzips). Vgl. Talav. Up. Br. 1,25-27.
Vorlage S. 73
117
1. Die Ṛic ist diese Erde, das Sâman ist Agni, und besagtes Sâman ist auf besagter Ṛic gegründet. Darum wird das Sâman als auf der Ṛic gegründet gesungen. Nämlich sâ ist diese Erde, ama ist Agni, das macht sâma.
Vorlage S. 74
118
2. Die Ṛic ist der Luftraum, das Sâman ist Vâyu, und besagtes Sâman ist auf besagter Ṛic gegründet. Darum wird das Sâman als auf der Ṛic gegründet gesungen. Nämlich sâ ist der Luftraum, ama ist Vâyu, das macht sâma.
Vorlage S. 74
119
3. Die Ṛic ist der Himmel, das Sâman ist Âditya, und besagtes Sâman ist auf besagter Ṛic gegründet. Darum wird das Sâman als auf der Ṛic gegründet gesungen. Nämlich sâ ist Himmel, ama ist Âditya, das macht sâma.
Vorlage S. 74
120
4. Die Ṛic ist die Mondhäuser, das Sâman ist der Mond, und besagtes Sâman ist auf besagter Ṛic gegründet. Darum wird das Sâman als auf der Ṛic gegründet gesungen. Nämlich sâ ist die Mondhäuser, ama ist der Mond, das macht sâma.
Vorlage S. 74
121
5. Weiter aber ist die Ṛic auch jenes weisse Licht der Sonne, und das Sâman ist an ihr das Dunkle, ganz Schwarze; und besagtes Sâman ist auf besagter Ṛic gegründet. Darum wird das Sâman als auf der Ṛic gegründet gesungen.
Vorlage S. 74
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6. Nämlich sâ ist auch jenes weisse Licht der Sonne, und ama ist das Dunkle, ganz Schwarze, das macht sâma.
Vorlage S. 75
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Nun aber der goldne Mann (purusha), welcher im Innern der Sonne gesehen wird mit goldnem Bart und goldnem Haar, bis in die Nagelspitzen ganz von Golde, –
Vorlage S. 75
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7. seine Augen sind wie die Blüten des Kapyâsa-Lotus, sein Name ist »hoch« (ud), denn hoch über allem Übel ist er; hoch hebt sich über alles Übel, wer solches weiss; –
Vorlage S. 75
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8. seine Gesänge (geshṇau) sind Ṛic und Sâman, darum [heisst es] der Hochgesang (udgîtha), darum auch der Hochsänger (udgâtar), denn er ist sein Sänger; auch die Welten, welche von der [Sonne] jenseits liegen, auch über die herrscht er und über die Wünsche der Götter.
Vorlage S. 75
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Soviel in bezug auf die Gottheit.
Vorlage S. 75
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Siebenter Khaṇḍa.
Vorlage S. 75
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1. Nunmehr in bezug auf das Selbst.
Vorlage S. 75
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Die Ṛic ist die Rede, das Sâman ist der Odem, und besagtes Sâman ist auf besagter Ṛic gegründet. Darum wird das Sâman als auf der Ṛic gegründet gesungen. Nämlich sâ ist die Rede, ama ist der Odem, das macht sâma.
Vorlage S. 75
130
2. Die Ṛic ist das Auge, das Sâman die eigne Person (âtman), und besagtes Sâman ist auf besagter Ṛic gegründet. Darum wird das Sâman als auf der Ṛic gegründet gesungen. Nämlich sâ ist das Auge, ama ist die eigne Person, das macht sâma.
Vorlage S. 75
131
3. Die Ṛic ist das Ohr, das Sâman das Manas, und besagtes Sâman ist auf besagter Ṛic gegründet. Darum wird das Sâman als auf der Ṛic gegründet gesungen. Nämlich sâ ist das Ohr, ama ist das Manas, das macht sâma.
Vorlage S. 75
132
4. Weiter aber ist die Ṛic auch jenes weisse Licht des Auges, und das Sâman ist an ihm das Dunkle, ganz Schwarze, und besagtes Sâman ist auf besagter Ṛic gegründet. Darum wird das Sâman als auf der Ṛic gegründet gesungen. Nämlich sâ ist auch jenes weisse Licht des Auges, und ama ist das Dunkle, ganz Schwarze, das macht sâma.
Vorlage S. 75
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5. Nun aber der Mann, welcher im Innern des Auges gesehen wird, der ist diese Ṛic, dieses Sâman, diese Preisrede (uktham), dieser Opferspruch (yajus), dieses Gebet (brahman). Die Gestalt, welche jener hat, die hat auch dieser, jenes Gesänge sind auch seine Gesänge, jenes Name sein Name;
Vorlage S. 76
134
6. auch die Welten, welche von ihm diesseits [diesseits des Auges, also im Innern des Menschen] liegen, auch über die herrscht er und über die Wünsche der Menschen. Darum die, welche hier zur Laute singen, die besingen ihn; deswegen wird ihnen Gut zuteil.
Vorlage S. 76
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7. Wer nun, solches wissend, dieses Sâman singt, der singt in ihm beide, der wird von jenem auch die von ihm jenseits liegenden Welten, auch diese erlangen und die Wünsche der Götter,
Vorlage S. 76
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8. und weiter wird er von diesem auch die von ihm diesseits liegenden Welten, auch diese erlangen und die Wünsche der Menschen.
Vorlage S. 76
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Darum auch ein Udgâtar, der solches weiss, der mag sagen:
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9. »Welchen Wunsch soll ich dir ersingen?« Denn er ist Herr über das Ersingen der Wünsche, wer, solches wissend, das Sâman singt, – das Sâman singt.
Vorlage S. 76
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Achter Khaṇḍa.
Vorlage S. 76
140
8.–9. Khaṇḍa: Gespräch dreier Männer über den Udgîtha, in welchem der König Pravâhaṇa (bekannt aus Bṛih. 6,2. Chând. 5,3) weiser erscheint als die Brahmanen Çilaka und Caikitâyana. – Caikitâyana erklärt für den letzten Grund des Sâman, und somit für dasjenige, was man unter dem Symbol des Udgîtha zu verehren habe, die Himmelswelt. Çilaka macht dagegen geltend, dass die Himmelswelt (sofern die Götter der Opfer bedürfen) von der irdischen Welt abhängig sei, dass somit die Erdenwelt der letzte Grund des Udgîtha sein müsse. Pravâhaṇa endlich erweist als dasjenige, von welchem sowohl Himmelswelt als Erdenwelt abhängig seien, den Âkâça (Raum, Äther), d.h. das Unendliche, aus welchem alle Wesen (himmlische wie irdische) hervorgehen, und in welches sie wieder zurückgehen. Der Âkâça also (welcher selbst wiederum nur eine symbolische Vorstellung des Brahman ist) sei zuhöchst unter dem Symbol des Udgîtha (als parovarîyân udgîthaḥ) zu verehren. – Dunkel blickt in der Abhängigkeit des Lebens von der Nahrung, dieser vom Regen, dieses vom Himmel, dieses wiederum von der Erde, die Lehre durch, nach welcher »nach der fünften Opferung die Wasser mit Menschenstimme reden«, d.h. die Theorie von der Seelenwanderung, welche in dieser Form Bṛih. 6,2. Chând. 5,3-10 von ebendemselben Könige Pravâhaṇa vorgetragen wird.
Vorlage S. 76
141
1. Drei waren einstmals im Udgîtha erfahren, Çilaka Çâlâvatya, Caikitâyana Dâlbhya und Pravâhaṇa Jaivali. Sie sprachen: »Wir sind ja im Udgîtha erfahren; wohlan, lasst uns über den Udgîtha eine Unterredung halten.«
Vorlage S. 77
142
2. »So sei es«, sprachen sie und setzten sich zusammen nieder. Da sprach Pravâhaṇa Jaivali: »Ihr Ehrwürdigen mögt zuerst reden, und ich werde, indem ihr beiden Brahmanen redet, eurer Rede zuhören.«
Vorlage S. 77
143
3. Da sprach Çilaka Çâlâvatya zu Caikitâyana Dâlbhya: »Wohlan, lass mich dich fragen!« – »Frage nur«, sprach er.
Vorlage S. 77
144
4. »Worauf geht das Sâman zurück?« fragte er. – »Auf den Ton«, war die Antwort. – »Worauf geht der Ton zurück?« – »Auf den Lebensodem.« – »Worauf geht der Lebensodem zurück?« – »Auf die Nahrung.« – »Worauf geht die Nahrung zurück?« – »Auf das Wasser.«
Vorlage S. 77
145
5. »Worauf das Wasser?« – »Auf jene Welt.« – »Worauf jene Welt?« – »Über die Himmelswelt kann man es nicht hinausführen«, erwiderte er, »als die Himmelswelt stelle ich das Sâman fest, denn was im [Symbol des] Sâman gepriesen wird, das ist der Himmel.« –
Vorlage S. 77
146
6. Da sprach Çilaka Çâlâvatya zu Caikitâyana Dâlbhya: »Dein Sâman ist ja ohne Fundament, o Dâlbhya, und wenn jetzt einer spräche: »dein Kopf soll zerspringen!«, so würde dein Kopf zerspringen.«
Vorlage S. 77
147
7. »Wohlan, so lass mich es von dir, o Herr, erfragen!« – »Erfrage es«, so sprach er.
Vorlage S. 77
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»Worauf geht jene Welt zurück?« so fragte jener. – »Auf diese Welt«, war die Antwort. – »Und worauf geht diese Welt zurück?« – »Über die Fundamentwelt kann man es nicht hinausführen«, erwiderte er, »als die Fundamentwelt stelle ich das Sâman fest, denn was im [Symbol des] Sâman gepriesen wird, das ist das Fundament.«
Vorlage S. 77
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8. Da sprach zu ihm Pravâhaṇa Jaivali: »Dein Sâman ist ja endlich, o Çâlâvatya, und wenn jetzt einer spräche: »dein Kopf soll zerspringen!«, so würde dein Kopf zerspringen.« – »Wohlan, so lass mich es von dir, o Herr, erfragen!« – »Erfrage es«, so sprach er.
Vorlage S. 77
150
Neunter Khaṇḍa.
Vorlage S. 78
151
1. »Worauf geht diese Welt zurück?« so fragte jener. – »Auf den Âkâça«, erwiderte er, »denn der Âkâça ist es, aus dem alle diese Wesen hervorgehen, und in welchen sie wieder untergehen, der Âkâça ist älter als sie alle, der Âkâça ist der letzte Ausgangspunkt. 2. Dieser ist der allervortrefflichste Udgîtha, er ist der unendliche. – Allervortrefflichstes wird dem zuteil, die allervortrefflichsten Welten gewinnt, wer, dieses also wissend, den allervortrefflichsten Udgîtha verehrt! – 3. Diesen lehrte vordem Atidhanvan Çaunaka dem Udaraçânḍilya und sprach: »Solange sie in deiner Nachkommenschaft den Udgîtha als diesen wissen werden, so lange wird ihnen in dieser Welt das allervortrefflichste Leben zuteil werden, 4. und auch in jener Welt eine Heimstätte.« Und wer diesen, solches wissend, verehrt, dem wird in dieser Welt das allervortrefflichste Leben zuteil und auch in jener Welt eine Heimstätte, – in jener Welt eine Heimstätte.«
Vorlage S. 78
152
Zehnter Khaṇḍa.
Vorlage S. 78
153
10.–11. Khaṇḍa: Die Erzählung von dem gänzlich verarmten und bei aller Armut noch stolzen Ushasti Câkrâyaṇa (ein Ushasta Câkrâyaṇa spielt Bṛih. 3,4 nur eine untergeordnete Rolle), der die zum Anstimmen des Stotram versammelten Priester durch seine Fragen in Bestürzung versetzt und sofort vor ihnen allen den Vorzug erhält, verdankt ihre Aufnahme in die Upanishad wohl mehr ihrer anmutigen Anschaulichkeit als der Bedeutsamkeit ihres Inhalts. Denn wenn Ushasti als seine eigne, so hochgeschätzte Weisheit nichts weiter entwickelt, als dass an den drei Teilen des Stotram, Prastâva, Udgîtha, Pratihâra, die drei »Gottheiten« Prâṇa, Âditya, Annam (Hauch, Sonne, Nahrung) Anteil haben, so ist der Grund dieser ungewöhnlichen Zusammenstellung und Parallelisierung wohl kaum in etwas andrem zu suchen, als in dem Anklange von prastâva an prâṇa, von udgîtha an ud (hoch) und pratihâra an pratihar (zu sich nehmen). Wenn nach der Meinung des Ça kara (ad Brahmasûtrâṇi 1,1,23, p. 138 sq., mein »System des Vedânta« S. 158 fg). der Prâṇa hier, wie so oft, ein Symbol des Brahman sein soll, so verbietet dieses nicht nur die Zusammenstellung mit Sonne und Nahrung, über welche sich Ça kara mit einem sannidhânasya akiñcitkaratvât allzu leicht hinweghilft (l.c.p. 141,5), sondern auch der Wortlaut; denn die Worte (1,11,5): sarvâṇi ha vâ' imâni bhûtâni prâṇam eva abhisaṃviçanti, prâṇam abhyujjihate bedeuten nicht (wie wir »Sûtras des Vedânta« S. 66, an Ça kara gebunden, übersetzen mussten) »alle diese Wesen gehen ein in den Prâṇa und aus dem Prâṇa entspringen sie«, sondern (wie der Akkusativ prâṇam, auch an zweiter Stelle, zeigt) »alle diese Lebewesen (Seelen) gehen hinter dem Odem her (in den Leib) ein, und hinter dem Odem her springen sie aus ihm heraus«. Somit ist prâṇa, nur der Odem, an dessen Verweilen im Leibe das Verweilen der Geschöpfe in ihm gebunden ist, wie in andrer Hinsicht an das Dasein der Sonne und der Nahrung, die hier mit dem Prâṇa in eine Linie gestellt werden. – Wir möchten vermuten, dass das ganze Stück aus älterer Zeit stammt, wo man mit solchen flüchtigen Analogien noch Eindruck machen konnte, aus der Zeit vor Konsolidierung der Brahmanlehre; denn nachdem diese einmal da war, musste alles auf Brahman entweder direkt oder indirekt (durch die Symbole Om, Udgîtha, Prâṇa, Âkâça usw). bezogen werden. Dieser Ursprung aus älterer Zeit wird dadurch bestätigt, dass das hier geschilderte Somaopfer eine andre und viel einfachere Form zu haben scheint als die, welche uns aus den Brâhmaṇa's und Sûtra's bekannt ist, denn nach der letztern wäre das Einspringen eines Fremden am Sutyâ-Tage und nachdem die Wahl der 16 Priester schon fünf Tage vorher stattgefunden, um dann »mit allen Priesterämtern« auf einmal betraut zu werden, wohl undenkbar.
Vorlage S. 78
154
1. In dem von Hagelschlag betroffenen Lande der Kuru's wohnte, mit seiner Gattin Âṭikî, Ushasti Câkrâyaṇa, indem er sich im Dorfe eines reichen Mannes in Armut umhertrieb.
Vorlage S. 79
155
2. Da sah er den reichen Mann, wie er ein Gericht Bohnen ass, und bettelte ihn an. Der erwiderte ihm: »Es ist nicht mehr davon da, als was man mir hier vorgesetzt hat.«
Vorlage S. 79
156
3. »So gib mir von denen«, bat er, und jener gab ihm davon. »Da ist auch ein Trunk dazu«, fügte er hinzu. Aber der andre sprach: »Dann würde ich ja den Überrest eines andern trinken« [welches verunreinigt].
Vorlage S. 79
157
4. »Aber diese [von dir angenommenen Bohnen] hier sind doch auch ein Überrest.« – »Wenn ich die nicht ässe, so könnte ich nicht leben«, versetzte er, »aber Wasser zu trinken, steht in meinem Belieben.«
Vorlage S. 79
158
5. Nachdem er gegessen, brachte er die übrig gebliebenen seinem Weibe. Die aber hatte schon vorher reichlich zu essen gefunden, nahm jene in Empfang und verwahrte sie.
Vorlage S. 79
159
6. Am andern Morgen sprang er auf und rief: »Wüsste ich nur an Essen zu kommen [mich für die Wanderung zu stärken], so wüsste ich auch an einiges Geld zu kommen. Der Râjâ so und so ist im Begriff, ein Opfer vollbringen zu lassen; der würde mich zu allen Priesterämtern[8] wählen.«
Vorlage S. 79
160
7. Sein Weib sprach: »Nun, da sind ja noch die Bohnen, Mann!« – Da ass er sie[9] und ging zu jenem bereits angegangenen Opfer hin.
Vorlage S. 80
161
8. Da kam er zu den Udgâtar's wie sie gerade auf dem dazu bestimmten Platze das Stotram anstimmen wollten und setzte sich zu ihnen hin. Und er sprach zum Prastotar:
Vorlage S. 80
162
9. »Prastotar! die Gottheit, welche an dem Prastâva beteiligt ist, wenn du, ohne die zu wissen, den Prastâva singen wirst, so muss dein Kopf zerspringen.«
Vorlage S. 80
163
10. Ebenso sprach er zum Udgâtar: »Udgâtar! die Gottheit, welche an dem Udgîtha beteiligt ist, wenn du, ohne die zu wissen, den Udgîtha singen wirst, so muss dein Kopf zerspringen.«
Vorlage S. 80
164
11. Ebenso sprach er zum Pratihartar: »Pratihartar! die Gottheit, welche an dem Pratihâra beteiligt ist, wenn du, ohne die zu wissen, den Pratihâra singen wirst, so muss dein Kopf zerspringen.«
Vorlage S. 80
165
– Da liessen sie ab und sassen schweigend da.
Vorlage S. 80
166
Elfter Khaṇḍa.
Vorlage S. 80
167
1. Da sprach der Veranstalter des Opfers zu ihm: »Herr, ich wünsche zu wissen, wer du bist.« – Er sprach: »Ushasti Câkrâyaṇa bin ich.«
Vorlage S. 80
168
2. Und jener sprach: »Dich, o Herr, habe ich ringsherum gesucht, um dich mit allen diesen Priesterämtern zu betrauen; und nur, weil ich dich nicht finden konnte, habe ich andre gewählt.
Vorlage S. 80
169
3. Jetzt bist du mir, o Herr, zuteil geworden für alle Priesterämter.« – »So sei es«, sprach er, »doch mögen immerhin diese da mit zugelassen werden, das Stotram zu singen. Nur musst du [da ich nicht mit ihnen teilen mag] mir ebensoviel Lohn geben, wie du ihnen [zusammen] geben wirst.«
Vorlage S. 80
170
4. Da näherte sich ihm der Prastotar und sprach: »Du sagtest zu mir, o Herr: ›Prastotar, die Gottheit, welche an dem Prastâva beteiligt ist, wenn du, ohne die zu wissen, den Prastâva singen wirst, so muss dein Kopf zerspringen.‹ So sage: welches ist diese Gottheit?«
Vorlage S. 81
171
5. »Der Odem«, so antwortete er. »Denn alle diese Geschöpfe ziehen mit dem Odem ein und mit dem Odem ziehen sie wieder aus [aus dem Leibe]. Das ist die Gottheit, die an dem Prastâva beteiligt ist. Hättest du, ohne diese zu wissen, den Prastâva gesungen, so wäre dein Kopf zersprungen, nachdem du also von mir gewarnt worden.«
Vorlage S. 81
172
6. Da näherte sich ihm der Udgâtar und sprach: »Du sagtest zu mir, o Herr: ›Udgâtar, die Gottheit, welche an dem Udgîtha beteiligt ist, wenn du, ohne die zu wissen, den Udgîtha singen wirst, so muss dein Kopf zerspringen.‹ So sage: welches ist diese Gottheit?«
Vorlage S. 81
173
7. »Die Sonne«, so antwortete er. »Denn alle diese Geschöpfe singen (gâyanti) die hoch (uccaiḥ) gestiegene Sonne an. Das ist die Gottheit, die an dem Udgîtha beteiligt ist. Hättest du, ohne diese zu wissen, den Udgîtha gesungen, so wäre dein Kopf zersprungen, nachdem du also von mir gewarnt worden.«
Vorlage S. 81
174
8. Da näherte sich ihm der Pratihartar und sprach: »Du sagtest zu mir, o Herr: ›Pratihartar, die Gottheit, welche an dem Pratihâra beteiligt ist, wenn du, ohne die zu wissen, den Pratihâra singen wirst, so muss dein Kopf zerspringen.‹ So sage: welches ist diese Gottheit?«
Vorlage S. 81
175
9. »Die Nahrung«, so antwortete er. »Denn alle diese Geschöpfe leben, indem sie Nahrung zu sich nehmen (pratiharamâṇâni). Das ist die Gottheit, die an dem Pratihâra beteiligt ist. Hättest du, ohne diese zu wissen, den Pratihâra gesungen, so wäre dein Kopf zersprungen, nachdem du also von mir gewarnt worden, – also von mir gewarnt worden.«
Vorlage S. 81
176
Zwölfter Khaṇḍa.
Vorlage S. 81
177
Dem nun folgenden Hunde-Udgîtha lässt sich wohl kaum ein andrer Sinn abgewinnen, als dass er (wie bereits »System des Vedânta« S. 13, Anm. 11 ausgesprochen) ursprünglich, ähnlich wie das Lied an die Frösche Ṛigv. 7,103, eine Satire auf die Tätigkeit der Priester und ihre egoistische Endabsicht war, welche später, irgendwie allegorisch umgedeutet, Aufnahme in den Kanon fand. Diese allegorischen Deutungen (die Götter seien, erfreut über das Studium des Baka, ihm in Hundegestalt erschienen, um ihm die Belehrung zu erteilen, dass der Zweck des Studiums der Broterwerb sei, – oder, die Lebensodem hätten ihm in dieser Erscheinung ihr Ernährtwerden durch den Mukhya Prâna allegorisch zu verstehen gegeben) sind zu sinnlos, um ein Wort darüber zu verlieren, während als Satire das Stück durch die Hunde und das was sie tun und sagen das Gebaren der Priester und ihre hungrige Bettelhaftigkeit sehr gut persiflieren würde.
Vorlage S. 82
178
1. Nunmehr daher der Hunde-Udgîtha.
Vorlage S. 82
179
Also Baka Dâlbhya, – der da auch heisst Glâva Maitreya – der ging auf die Wanderschaft, um zu studieren.
Vorlage S. 82
180
2. Da erschien ihm ein weisser Hund; zu dem kamen andre Hunde gelaufen und sprachen: »O Herr, ersinge für uns Nahrung, denn wir haben Hunger!«
Vorlage S. 82
181
3. Und er sprach zu ihnen: »Trefft morgen früh mit mir allhier zusammen.« Dieses beschloss Baka Dâlbhya – der da auch heisst Glâva Maitreya – abzuwarten.
Vorlage S. 82
182
4. Da kamen sie herangezogen, wie die Priester, wenn sie das Bahish-pavamâna-Stotram singen wollen, einander [am Kleide, Ind. Stud. IX, 224] anfassend, heranziehen. Und sie setzten sich nieder und stimmten das Hi an.
Vorlage S. 82
183
5. Und sie sangen: »Om! ich möchte essen, Om! ich möchte trinken; Om! möge der Gott Varuṇa, Prajâpati und Savitar Nahrung herbeischaffen; o Nahrungsherr, Nahrung schaffe herbei, – schaffe herbei! Om!«
Vorlage S. 82
184
Dreizehnter Khaṇḍa.
Vorlage S. 82
185
Über den mystischen Sinn (upanishad) gewisser beim Singen des Sâman vorkommender Laute. Dreizehn solcher Singlaute (stobha) werden ohne weitere Begründung auf dreizehn, ungeordnet durcheinander stehende, Welterscheinungen gedeutet. Wir fügen die Erklärungen des Ça kara bei, hauptsächlich, weil sie zeigen, wie wenig Sinn hinter diesen allegorischen Spielereien steckt.
Vorlage S. 82
186
1. hâ-u ist diese Welt [kommt im Rathantaram vor, welches die Erde ist];
Vorlage S. 82
187
hâ-i ist der Wind [kommt im Vâmadevyam vor, welches aus Wind und Wasser entsprungen ist];
Vorlage S. 83
188
atha ist der Mond [weil a an annam (Nahrung) und tha an sthitam (bestehend) anklingt, der Mond aber seinem Wesen nach Nahrung ist];
Vorlage S. 83
189
iha ist der Leib [âtman, weil er »hier« gegenwärtig ist];
Vorlage S. 83
190
î ist Agni [weil alle Sâman's an Agni mit î auslauten];
Vorlage S. 83
191
2. û ist Âditya [weil er û-rdhva »hoch oben« ist];
Vorlage S. 83
192
e ist der Herbeiruf [wegen e-hi »komm herbei«];
Vorlage S. 83
193
au-ho-i sind die Viçve devâḥ [weil dieser Ruf in Vaiçva-devyam vorkommt];
Vorlage S. 83
194
hi ist Prajâpati [denn Prajâpati ist anirukta, und hi ist avyaktam];
Vorlage S. 83
195
svara (der Ton) ist Prâṇa (der Hauch) [weil auf ihm beruhend];
Vorlage S. 83
196
yâ ist Nahrung [weil alles durch Nahrung yâ-ti, in Gang kommt];
Vorlage S. 83
197
vâc ist Virâj [weil im Vairâjam vorkommend];
Vorlage S. 83
198
3. hu ist der unbestimmbare dreizehnte Singlaut, der unstäte.
Vorlage S. 83
199
4. Dem lässt die Rede Melktrank strömen, den Melktrank, der der Rede eigen ist, der wird nahrungreich, nahrunggeniessend, wer also von den Sâmalauten diesen Geheimsinn (upanishad) kennt, – diesen Geheimsinn kennt (vgl. 1,3,7).
Vorlage S. 83
200
Fußnoten
Vorlage S. 83
201
1 Vgl. Talavakâra-Upanishad-Brâhmaṇam 3,34,1.
Vorlage S. 83
202
2 Die Ursprünglichkeit der Version Bṛih. 1,3 wird jetzt bestätigt durch Talav. Up. Br. 1,60. 2,1. 2,3. 2,10.
Vorlage S. 83
203
3 Die Identität des Verehrers mit dem Objekte der Verehrung ist dem Inder durch die Âtmanlehre geläufig.
Vorlage S. 83
204
4 Man erwartet nach dem Vorhergehenden: »als den Prâṇa«.
Vorlage S. 83
205
5 Apâna ist schon hier »Einhauch«; ebenso Talav. Up. Br. 4,22,2-3.
Vorlage S. 83
206
6 Böhtlingk: tâm acchâdayan. Aber hat die trayî vidyâ jemals bestanden, ohne in Metra gehüllt zu sein?
Vorlage S. 83
207
7 Auf Vâlukeçvare bei Bombay sah ich (November 1892) eine alte Frau, welche die Morgensonne verehrte, indem sie, Wasser sprengend, in dieselbe hineinstarrte. Sie soll dies schon seit zwanzig Jahren betreiben, ohne dass es, wie mei e Hindufreunde versicherten, ihren Augen geschadet habe. – Credat Judaeus Apella!
Vorlage S. 83
208
8 sarvair ârtvijyair hier und 1,11,2. 1,11,3 ist von einem zu supplierenden kartum abhängig.
Vorlage S. 83
209
9 Obwohl sie als Rest (ucchishṭam) und Vortägiges (paryushitam) doppelt unrein waren.
Vorlage S. 83

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1. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Der Udgîtha, diese Hauptverrichtung des Haupt-Sâmapriesters, wird identisch gesetzt …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

2. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Wie vorher als Symbol der alle Veden befassenden Silbe Om, so erscheint hier der Udgîtha als Symbol des Prâṇa (Lebenshauches, […]) im Menschen.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

3. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »Weil« in diesem Textausschnitt? »»Weil ich nur ihn angesungen habe, darum bist du mein einziger«, so sprach einst Kaushîtaki zu seinem Sohne;«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

4. Welcher Ausschnitt enthält ausdrücklich einen Grund oder eine daraus gezogene Folge? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

5. Welcher Ausschnitt verweist mit einer Zeitangabe ausdrücklich auf eine frühere Zeit? Achte auf ein ausdrücklich genanntes Signalwort.

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

6. In welcher Reihenfolge stehen diese drei Ausschnitte im Kapitel? Gemeint ist ihre Reihenfolge im Text, nicht die Zeit der erzählten Ereignisse. A: »Darum redet man mit ihr beides, das Wahre und Unwahre; denn sie ist mit Übel geschlagen.« B: »»Denn alle diese Geschöpfe ziehen mit dem Odem ein und mit dem Odem ziehen sie wieder aus [aus dem Leibe].« C: »Die Ṛic ist der Luftraum, das Sâman ist Vâyu, und besagtes Sâman ist auf besagter Ṛic gegründet.«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗

7. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »die Wasser mit Menschenstimme reden«, d.h. die Theorie …«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗ Textstelle 3 ↗ Textstelle 4 ↗

8. Welches Wort steht an der markierten Stelle? Achte auf die Bedeutung im Zusammenhang und prüfe den genauen Wortlaut. »Khaṇḍa: Die Erzählung von dem gänzlich verarmten und bei aller Armut noch stolzen Ushasti Câkrâyaṇa (ein Ushasta Câkrâyaṇa spielt Bṛih. 3,4 nur eine […] Rolle), der die zum Anstimmen des Stotram versammelten Priester durch seine Fragen in Bestürzung«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle 1 ↗ Textstelle 2 ↗

9. Welchen Zusammenhang kennzeichnet das Wort »weil« in diesem Textausschnitt? »î ist Agni [weil alle Sâman's an Agni mit î auslauten];«

Eine Antwort ist richtig.

Textstelle nachlesen ↗

10. Wie geht dieser Textausschnitt im Kapitel unmittelbar weiter? Ergänze den genauen Wortlaut. »Satire das Stück durch die Hunde und das was sie tun und …«

Eine Antwort ist richtig.

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Aufgaben zum TextVerstehen, begründen und mit Textstellen arbeiten · ohne Punkte

1. Ordne diese Textstelle in den Zusammenhang ein: »in Becher, durch den Adhvaryu und seine Gehilfen, hierauf 2) das stotram, der«. Was geschieht oder wird hier besprochen? Erkläre in drei bis fünf Sätzen auch, was davor und danach wichtig ist.

Impulse zur Selbstprüfung

Lies die verlinkte Stelle mit ihrer Umgebung. Trenne ausdrücklich Gesagtes von Vermutungen.

  • Situation oder Gedanke verständlich erklärt
  • Mindestens ein passender Textbeleg
  • Eigene Formulierungen statt bloßer Abschrift
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2. Vergleiche die beiden Ausschnitte: »in Becher, durch den Adhvaryu und seine Gehilfen, hierauf 2) das stotram, der« und »î ist Agni [weil alle Sâman's an Agni mit î auslauten];«. Welche Entwicklung, Gemeinsamkeit oder Spannung erkennst du? Begründe mit beiden Textstellen.

Impulse zur Selbstprüfung

Auch eine gleichbleibende Haltung ist ein mögliches Ergebnis. Erfinde keine Entwicklung, wenn sie sich aus dem Text nicht belegen lässt.

  • Beide Ausschnitte im Zusammenhang gelesen
  • Eine Gemeinsamkeit oder einen Unterschied erläutert
  • Deutung und wörtlichen Beleg unterschieden
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3. Untersuche die sprachliche Wirkung dieses Ausschnitts: »lassen. – Auf der Identität des Udgîtha mit dem auch dem Hotar«. Wähle ein auffälliges Wort, ein Bild oder eine Formulierung. Erkläre seine Wirkung und begründe eine mögliche andere Lesart.

Impulse zur Selbstprüfung

Es gibt nicht nur eine richtige Interpretation. Prüfe beide Lesarten am Kapitel und benenne, was offen bleibt.

  • Sprachliches Merkmal am Wortlaut benannt
  • Wirkung als begründete Deutung formuliert
  • Alternative Lesart oder Grenze der Deutung erklärt
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Kreativ schreibenDrei Anregungen in drei Niveaustufen · ohne Punkte

Wähle die Anregung, die zu dir passt. Deine eigene Fassung bleibt klar vom Originaltext getrennt.

Niveau 1 · Einstieg

1. Schreibe zu diesem Textausschnitt 5–8 eigene Sätze: »Wie die Upanishad's des Ṛigveda ausgehen von einer allegorischen Betrachtung des Uktham (Ait. Âr. 2, 1-3;«. Wähle eine Person, einen Gegenstand oder einen Gedanken daraus. Schreibe aus einer neuen Sicht. Satzanfänge helfen: „Ich bemerke …“, „Ich frage mich …“, „Als Nächstes …“.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Übernimm mindestens zwei passende Einzelheiten aus dem Kapitel.
  • Trenne ein wörtliches Zitat deutlich von deinem eigenen Text.
  • Kennzeichne deine Ergänzungen als erfunden.
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Niveau 2 · Vertiefung

2. Verwandle den folgenden Ausschnitt in einen Brief, Tagebucheintrag oder kurzen Dialog: »Die Ṛic ist diese Erde, das Sâman ist Agni, und besagtes Sâman ist auf besagter Ṛic gegründet.«. Entscheide, wer sich an wen richtet. Schreibe etwa 120–180 Wörter. Bei einem Sachtext kann ein lernender Mensch einem anderen die Idee erklären.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die neue Textform und die gewählte Stimme sind erkennbar.
  • Mindestens zwei Aussagen oder Ereignisse bleiben mit dem Kapitel vereinbar.
  • Ergänze einen kurzen Kommentar: Was hast du übernommen, was bewusst erfunden?
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Niveau 3 · Gestaltung

3. Schreibe ausgehend vom Kapitelende eine alternative Fortsetzung oder eine Szene mit einer Gegenposition: »Dem lässt die Rede Melktrank strömen, den Melktrank, der der Rede eigen ist, der wird nahrungreich, nahrunggeniessend, wer also von den Sâmalauten diesen Geheimsinn (upanishad) kennt, – diesen Geheimsinn kennt (vgl. 1,3,7).«. Entwickle etwa 200–300 Wörter. Bei einem Sachtext kannst du ein Streitgespräch über eine These gestalten. Begründe anschließend in 3–5 Sätzen deine Entscheidungen mit zwei kurzen Zitaten aus dem Kapitel.

Impulse zur Selbstprüfung

Mehrere Lösungen sind möglich. Prüfe deinen Text an den Kriterien oder besprich ihn mit anderen. Diese Aufgabe gibt keine automatisch bewerteten Punkte.

  • Die Fortsetzung oder Gegenposition knüpft nachvollziehbar an konkrete Textstellen an.
  • Zwei genaue Zitate begründen die Gestaltung; Schlussfolgerungen werden als eigene Deutung markiert.
  • Der neue Text ist ausdrücklich eine eigene Bearbeitung und wird nicht dem Originalautor zugeschrieben.
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Ausgabe, Herkunft und Rechte

Chandogya-Upanishad – DTA DiBiPhil

Deutsches Textarchiv, BBAW, DiBiPhil-Korpus; Kuration Matthias Boenig, Susanne Haaf, Marius Hug und DTA-Team; ursprüngliche Digitalisierung Editura/Digitale Bibliothek. Historische Quellausgabe: Sechzig Upanishads des Veda. Aus dem Sanskrit übersetzt und mit Einleitungen und Anmerkungen versehen von Paul Deussen, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1963 [Nachdruck der 3. Aufl. Leipzig: F.A. Brockhaus 1921].

Quelltext und Ausgabe ↗ · CC BY-SA 4.0 Lizenz

Originalsprache · Sanskrit

Vollständige acht Prapāṭhakas mit 154 Khaṇḍas in Devanagari. Die historische deutsche Ausgabe und die Sanskrit-Fassung haben unterschiedliche Unterabschnittszählungen. Zwei im Quelltext erhaltene Druck-/Übertragungsfehler betreffen nur die Ziffern: 2.3 beginnt mit 4 statt 1; 6.6 endet mit 6 statt 5. Die vollständigen Wortfolgen dieser beiden Abschnitte wurden unabhängig mit dem DCS-Text verglichen. Gesonderte Bildunterschriften, Verweise und ein Padma-Purāṇa-Kommentar werden nicht als Originaltext übernommen.

Sanskrit Wikisource und beitragende Personen; unveränderter Sanskrit-Werktext in Devanagari, CC BY-SA 4.0; Navigations- und gesonderte Anhangstexte ausgeschlossen.

Autorschaft und Ausgabe: Altindische Überlieferung · Sanskrit Wikisource contributors

Originaltext und Ausgabe ↗ · Sanskrit Wikisource · Lizenz und Nutzungsbedingungen

Die Fassungen folgen den jeweils angegebenen Quellen; ihre Gliederung kann abweichen.

Welche Änderungen enthält die Lesefassung?

Explizite Wortliste statt allgemeiner Such-und-Ersetz-Regeln. Jede Änderung ist mit Kapitel, Absatz, Quellposition und Regel dokumentiert. Erfasste Namen und bekannte mehrdeutige Formen bleiben ausgespart; dies ist keine automatische vollständige Namenserkennung. Grundlage für s/ss/ß: Amtliches Regelwerk 2024, §§ 2, 5 und 25. Die unveränderte Quellfassung bleibt verfügbar.