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Berlepsch

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Berlepsch




Berlepsch


Einleitung

Der Berlepsch – auch Goldrenette Freiherr von Berlepsch – ist eine alte deutsche Apfelsorte aus der Gruppe der Renetten. Du lernst hier, woran Du die Sorte erkennst, wie sie schmeckt, wann sie reift, wie sie gelagert und verwendet wird und welche Bedingungen der Baum braucht.


Kurzprofil

Merkmal Berlepsch
Herkunft 1880 von Diedrich Uhlhorn junior in Grevenbroich gezüchtet
Gruppe Renette, Winterapfel
Aussehen mittelgroß, grünlichgelb bis gelb, häufig braunrot bis dunkelrot überfärbt
Fruchtfleisch gelblichweiß, fest, feinzellig und saftig
Aroma kräftig gewürzt, harmonisch süß-säuerlich
Pflückreife etwa Ende September bis Mitte Oktober
Genussreife ungefähr Dezember bzw. Januar bis März
Verwendung vor allem Tafelapfel, außerdem Saft und Süßmost
Standort mild, geschützt, nährstoffreich und gleichmäßig feucht


Herkunft

Der Berlepsch wurde 1880 von Diedrich Uhlhorn junior gezüchtet. Benannt wurde die Sorte nach Hans Hermann Freiherr von Berlepsch, dem damaligen Düsseldorfer Regierungspräsidenten.

Als eine Elternsorte gilt die Ananasrenette. Ältere Quellen nennen als zweite Elternsorte häufig Ribston Pepping; neuere molekulargenetische Rekonstruktionen sprechen für den Danziger Kantapfel.


Roter Berlepsch

Der Rote Berlepsch ist eine stärker rot gefärbte Mutation des Berlepsch. Geschmack und viele andere Eigenschaften ähneln der Ausgangssorte.


Aussehen

Die Früchte sind meist mittelgroß und eher flachrund. Die Grundfarbe reicht von grünlichgelb bis gelb. Auf der Sonnenseite kann sich eine braunrote bis dunkelrote Deckfarbe entwickeln.

Typisch sind kleine Schalenpunkte, die sogenannten Lentizellen. Berostungen können ebenfalls auftreten.


Innenansicht

Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß, relativ fest, feinzellig und saftig. Beim Roten Berlepsch können einzelne Bereiche leicht rötlich gefärbt sein.


Aroma

Der Berlepsch gilt als ausgeprägt aromatischer Tafelapfel. Sein Geschmack wird als saftig, kräftig gewürzt und harmonisch süß-säuerlich beschrieben.

Die Sorte ist außerdem für einen vergleichsweise hohen Vitamin-C-Gehalt bekannt.


Reife

Die Pflückreife beginnt meist Ende September und reicht bis in den Oktober. Die Früchte werden nicht unbedingt unmittelbar nach der Ernte geschmacklich am besten.

Die Genussreife liegt ungefähr zwischen Dezember bzw. Januar und März. Damit gehört der Berlepsch zu den klassischen Winteräpfeln.

Zu frühes Pflücken kann dazu führen, dass die Früchte im Lager stärker schrumpfen und geschmacklich unausgewogen bleiben.


Lagerung

Für die Lagerung eignen sich nur gesunde, unbeschädigte und trockene Früchte. Ein guter Lagerort ist kühl, dunkel und ausreichend luftfeucht.

Kontrolliere eingelagerte Äpfel regelmäßig und entferne faulende Früchte. Äpfel geben Ethylen ab und sollten deshalb nicht direkt neben empfindlichem Gemüse gelagert werden.

Unter günstigen Bedingungen kann Berlepsch bis in den März hinein genussfähig bleiben.


Verwendung

Der Berlepsch wird vor allem als Tafelapfel frisch gegessen. Sein kräftiges Aroma eignet sich auch für Apfelsaft und Süßmost.

In der Küche kann er dort eingesetzt werden, wo ein aromatischer, süß-säuerlicher Apfel erwünscht ist.


Ansprüche

Der Berlepsch ist keine anspruchslose Sorte. Besonders günstig sind milde, geschützte Lagen sowie tiefgründige, durchlässige, nährstoffreiche und gleichmäßig feuchte Böden.

Bei Trockenheit oder Nährstoffmangel können die Früchte klein bleiben und vorzeitig abfallen. In ungünstigen Lagen steigt die Gefahr verschiedener Krankheiten.

Der Baum wächst in jungen Jahren kräftig. Regelmäßiger Schnitt und eine lichte Krone fördern Fruchtqualität und Baumgesundheit.


Blüte und Pflege

Die Blüte ist relativ spät und hält lange an. Trotzdem können Spätfröste problematisch sein.

Auf schweren oder ungünstigen Böden kann der Baum stärker zu Obstbaumkrebs neigen. Auch Apfelschorf und Spitzendürre können auftreten.

Für eine regelmäßige Fruchtqualität sind Auslichten, gegebenenfalls Ausdünnen zu starken Fruchtbehangs und eine gleichmäßige Wasserversorgung sinnvoll.


Berlepsch erkennen

Achte bei einer Sortenbestimmung nie nur auf die Farbe. Form, Größe, Schale, Lentizellen, Stiel, Kelch, Fruchtfleisch, Geschmack und Reifezeit gehören zusammen.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Wann wurde der Berlepsch gezüchtet? (1880) (!1780) (!1920) (!1965)




Wer züchtete den Berlepsch? (Diedrich Uhlhorn junior) (!August Bier) (!Gregor Mendel) (!Justus von Liebig)




Zu welcher Gruppe gehört der Berlepsch? (Renetten) (!Birnen) (!Pflaumen) (!Zitrusfrüchte)




Wie ist das Fruchtfleisch des Berlepsch typischerweise? (Gelblichweiß fest und saftig) (!Trocken und faserig) (!Tiefblau und weich) (!Glasig und geschmacklos)




Wie wird das Aroma des Berlepsch beschrieben? (Kräftig gewürzt und süß-säuerlich) (!Nur bitter) (!Völlig neutral) (!Stark salzig)




Wann liegt die Pflückreife meist? (Ende September bis Oktober) (!Januar bis Februar) (!April bis Mai) (!Juni bis Juli)




Wann ist Berlepsch typischerweise genussreif? (Im Winter bis etwa März) (!Nur direkt nach der Blüte) (!Ausschließlich im Hochsommer) (!Erst nach zwei Jahren)




Welche Lagerbedingungen sind günstig? (Kühl dunkel und ausreichend luftfeucht) (!Heiß hell und trocken) (!Direkt neben einer Heizung) (!In voller Sonne)




Wofür wird Berlepsch besonders geschätzt? (Als aromatischer Tafelapfel) (!Als Zierkürbis) (!Als Futterrübe) (!Als Nussfrucht)




Welcher Standort passt gut zum Berlepsch? (Eine milde geschützte Lage mit gutem Boden) (!Ein dauerhaft staunasser Schattenplatz) (!Ein trockener nährstoffarmer Sandplatz) (!Ein beheizter Innenraum)





Memory

Berlepsch alte Apfelsorte
Renette Sortengruppe
Lentizellen Schalenpunkte
Oktober Pflückzeit
Winter Genusszeit
Tafelapfel Frischverzehr
Mildlage günstiger Standort





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Grevenbroich Herkunft
Lentizellen Aussehen
süß-säuerlich Aroma
Oktober Pflückreife
kühl und dunkel Lagerung





Kreuzworträtsel

Uhlhorn Wie lautet der Nachname des Züchters?
Renette Zu welcher Sortengruppe gehört Berlepsch?
Oktober In welchem Monat wird Berlepsch häufig gepflückt?
Lentizellen Wie heißen die kleinen Punkte auf der Apfelschale?
Tafelapfel Welche wichtigste Nutzungsart hat Berlepsch?
Grevenbroich Mit welchem Ort wird die Züchtung verbunden?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.
Der Berlepsch wurde im Jahr

gezüchtet. Der Züchter hieß Diedrich

junior. Die Sorte gehört zur Gruppe der

. Das Fruchtfleisch ist meist fest und

. Die Pflückreife liegt überwiegend im

. Die Genussreife reicht bei guter Lagerung bis in den

. Für das Lager sind kühle und

Bedingungen günstig. Der Baum bevorzugt einen milden und

Standort.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Apfelverkostung: Vergleiche Berlepsch mit einer anderen Apfelsorte. Beschreibe Farbe, Festigkeit, Saftigkeit, Süße, Säure und Aroma.
  2. Sortenporträt: Gestalte eine Karte mit den sieben Begriffen Herkunft, Aussehen, Aroma, Reife, Lagerung, Verwendung und Ansprüche.
  3. Apfelfotografie: Fotografiere einen Apfel aus mehreren Perspektiven und markiere erkennbare Sortenmerkmale.
  4. Lagerapfel: Untersuche zu Hause mögliche kühle und dunkle Lagerplätze und notiere Vor- und Nachteile.


Standard

  1. Obstsortenbestimmung: Entwickle einen kleinen Bestimmungsschlüssel, mit dem Berlepsch von zwei anderen Sorten unterschieden werden kann.
  2. Apfellagerung: Lagere mehrere unbeschädigte Äpfel unter zwei unterschiedlichen Bedingungen und dokumentiere Veränderungen über mehrere Wochen.
  3. Streuobstwiese: Besuche eine Streuobstwiese oder einen Obstbaubetrieb und recherchiere, welche alten Sorten dort wachsen.
  4. Interview: Befrage eine Person aus Obstbau, Gartenbau oder einer Baumschule zu Chancen und Schwierigkeiten alter Apfelsorten.


Schwer

  1. Pomologie: Erstelle anhand mehrerer Früchte eine systematische Sortenbeschreibung mit Form, Schale, Stiel, Kelch, Fruchtfleisch und Geschmack.
  2. Apfelanbau: Entwickle einen Standortplan für einen Berlepsch-Baum und begründe Boden, Wasserversorgung, Schutzlage und Pflege.
  3. Sortenerhaltung: Recherchiere, warum alte Obstsorten erhalten werden, und entwickle ein lokales Mini-Projekt zur Sortenvielfalt.
  4. Lebensmittelverarbeitung: Plane einen Vergleich von Frischverzehr, Saft und einer weiteren Verarbeitung und bewerte, wie sich das Aroma verändert.




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Lernkontrolle

  1. Standortanalyse: Ein Garten liegt in einer kalten, windoffenen Lage mit schwerem, zeitweise nassem Boden. Erkläre, welche Probleme für Berlepsch entstehen können und welche Verbesserungen möglich wären.
  2. Reife und Geschmack: Erkläre den Unterschied zwischen Pflückreife und Genussreife und warum er bei einem Winterapfel praktisch wichtig ist.
  3. Lagerentscheidung: Zwei Äpfel sollen eingelagert werden. Einer ist unbeschädigt, der andere hat eine Druckstelle. Begründe, wie Du mit beiden Früchten umgehen würdest.
  4. Sortenbestimmung: Ein roter Apfel wird allein wegen seiner Farbe als Berlepsch bezeichnet. Erkläre, warum diese Bestimmung nicht ausreicht.
  5. Nutzungskonzept: Entwickle für eine kleine Berlepsch-Ernte einen Plan, der Frischverzehr, Lagerung und Verarbeitung sinnvoll verbindet.
  6. Pflegeplanung: Begründe, weshalb Wasser, Nährstoffe, Schnitt und Fruchtbehang gemeinsam die Fruchtqualität beeinflussen.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen können, dass Du:

  1. die Herkunft des Berlepsch zeitlich und räumlich einordnen kannst.
  2. typische Merkmale von Schale und Fruchtfleisch erkennst.
  3. das Aroma verständlich beschreiben kannst.
  4. Pflückreife und Genussreife unterscheiden kannst.
  5. geeignete Lagerbedingungen begründen kannst.
  6. wichtige Verwendungen der Sorte kennst.
  7. Boden-, Klima- und Pflegeansprüche erklären kannst.
  8. mehrere Merkmale für eine Sortenbestimmung kombinieren kannst.
  9. Wissen über Berlepsch auf eine konkrete Garten- oder Lagersituation übertragen kannst.




OERs zum Thema


Freie Medien

Weitere freie Fotos findest Du in der Wikimedia-Commons-Kategorie zur Sorte und zu ihren Varianten. Die im Kurs verwendeten Bilder stammen aus Wikimedia Commons.


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