Barrieren der Teilhabe auf einem Stadtplan untersuchen - Gemeinschaftskunde 7-8
Barrieren der Teilhabe auf einem Stadtplan untersuchen - Gemeinschaftskunde 7-8
Fach: Gemeinschaftskunde | Klasse: 7–8 | Niveau: Fö, G, M, E | Zeitstand: 17. Oktober 2026
Unsere Frage: Können alle Menschen an einer Veranstaltung in der Stadt teilnehmen?
Du untersuchst eine echte Karte von Augsburg. Dazu liest Du erfundene Fälle. Du entdeckst Hindernisse und entwickelst einen Vorschlag. Deine Meinung darf anders sein als die Meinung anderer. Wichtig ist, dass Du sie gut begründest.
Du lernst: einen Stadtplan lesen, Barrieren erkennen, zwischen Tatsachen und Meinungen unterscheiden, andere Sichtweisen beachten und ein eigenes Urteil bilden.
Was bedeutet Teilhabe?
Teilhabe heißt: Du kannst dabei sein, mitreden und mitgestalten.
Eine Barriere ist ein Hindernis. Manche Barrieren sieht man. Andere erkennt man erst, wenn man eine Einladung oder eine Anmelde-Regel liest.
- Zugangsbarriere: Ein Ort ist schwer erreichbar. Beispiel: Es gibt eine Treppe, aber keine nutzbare Alternative.
- Sprachbarriere: Informationen sind schwer zu verstehen. Beispiel: Eine Einladung enthält viele komplizierte Wörter.
- Verfahrensbarriere: Eine Regel erschwert das Mitmachen. Beispiel: Eine Anmeldung ist nur mit einem eigenen Internetkonto möglich.
Merke: Menschen haben unterschiedliche Bedürfnisse. Frage nach dem Hindernis, statt einer Person die Schuld zu geben.
Wort-Bild-Hilfen von Wikimedia Commons
Wichtig: Ein Symbol ist eine Bildhilfe. Es beweist nicht, dass ein Ort die genannte Hilfe wirklich anbietet. Das musst Du gesondert prüfen.
Material A: Ein echter Stadtplan

Quelle der Karte: OpenStreetMap-Mitwirkende, 30. Dezember 2016, Wikimedia Commons, CC BY-SA 2.0. Genaue Quellenangaben stehen unten.
Arbeitsauftrag:
- Suche auf der Karte den Hauptbahnhof.
- Suche den Rathausplatz im Innenstadtbereich.
- Beschreibe, welche Straßen oder Wege Du dazwischen erkennst.
- Überlege: Was zeigt die Karte? Was zeigt sie nicht?
Textalternative zum Stadtplan: Der Plan zeigt einen Teil von Augsburg mit Straßen, Plätzen und Bahnverbindungen. Der Hauptbahnhof liegt westlich des Innenstadtbereichs. Im Stadtzentrum befinden sich wichtige öffentliche Orte. Die Karte sagt nicht, ob Wege heute stufenfrei sind oder ob ein bestimmter Eingang geöffnet ist.
Rückmeldung: Du kannst Orte und Verbindungen auf einer Karte finden. Ob ein Weg für eine bestimmte Person nutzbar ist, lässt sich daraus nicht sicher ableiten. Die Karte stammt aus dem Jahr 2016 und ist kein aktueller Barrierefreiheits- oder Navigationsplan.
Material B: Vier erfundene Fälle
Achtung: Die Stadt Augsburg und der Commons-Stadtplan sind echt. Das folgende Jugendforum, alle Personen, Hindernisse und Anmelde-Regeln sind frei erfunden. Es handelt sich nicht um Aussagen über das tatsächliche Rathaus oder Veranstaltungen in Augsburg.
Ausgangslage: Auf dem Rathausplatz soll ein Jugendforum stattfinden. Jugendliche dürfen dort Ideen für die Stadt besprechen. Die erfundene Einladung lautet:
„Jugendforum am Rathausplatz, 16 Uhr. Teilnahme nach digitaler Vorregistrierung. Die Zulassung erfolgt nach Prüfung der eingereichten Angaben.“
| Fiktiver Fall | Information | Was ist zu untersuchen? |
|---|---|---|
| Lea | Lea fährt mit dem Rollstuhl vom Hauptbahnhof los. In unserer Geschichte hat ein Zugang zum Treffpunkt drei Stufen. Eine andere Route ist noch nicht bekannt. | Zugang: Gibt es einen nutzbaren Weg und einen stufenfreien Eingang? |
| Emre | Emre versteht Alltagsdeutsch. Wörter wie „Vorregistrierung“ und „Zulassung“ kennt er nicht. | Sprache: Kann die Einladung einfacher erklärt werden? |
| Robin | Robin kann die Internet-Anmeldung nicht verwenden. Nach der erfundenen Regel gibt es keine andere Möglichkeit. | Verfahren: Gibt es auch eine Anmeldung vor Ort, telefonisch oder ohne eigenes Konto? |
| Sam | Sam benötigt gut sichtbare Texte zu gesprochenen Beiträgen. In der Einladung steht nichts über Untertitel oder Schriftdolmetschen. | Information und Kommunikation: Welche Unterstützung ist vorhanden? |
Vorsicht beim Fall Sam: Die fehlende Angabe bedeutet nicht automatisch, dass es keine Unterstützung gibt. Zuerst muss nachgefragt werden.
Leitfragen zum Stadtplan und den Fällen
- Wo beginnt Leas Weg? Wo liegt der geplante Treffpunkt?
- Welche Hindernisse sind in den fiktiven Texten ausdrücklich beschrieben?
- Welche Informationen fehlen auf dem Stadtplan?
- Welche Bildhilfe aus Abschnitt 1 passt zu welchem Fall?
- Wie könnte die Veranstaltung verändert werden, damit mehr Jugendliche mitmachen können?
Rückmeldung: Ein gutes Ergebnis verbindet Ort + Fallinformation + Hindernis + Verbesserung. Beispiel: „Lea möchte den Treffpunkt erreichen. Im erfundenen Fall gibt es Stufen. Deshalb sollte der Veranstalter einen stufenfreien Zugang prüfen und deutlich beschreiben.“
Tatsachen, Meinungen und Werturteile
Tatsache: Der verwendete Commons-Stadtplan wurde 2016 erstellt. Das lässt sich an der Quelle prüfen.
Fiktive Fallinformation: Im erfundenen Jugendforum ist nur eine Online-Anmeldung vorgesehen. Das gilt ausschließlich in unserer Geschichte.
Meinung: „Eine Online-Anmeldung ist besonders praktisch.“ Menschen können das unterschiedlich sehen.
Werturteil: „Eine öffentliche Beteiligungsveranstaltung sollte auch ohne eigenes Internetkonto erreichbar sein.“ Dieses Urteil wird mit Gleichberechtigung, Teilhabe und Folgen für Betroffene begründet.
Prüffrage: Welche Aussage ist belegt? Welche ist nur Teil der Geschichte? Welche drückt eine Bewertung aus?
Rückmeldung: Eine gute Begründung trennt diese drei Ebenen. Eine Vermutung über einen echten Ort darf nicht als Tatsache dargestellt werden.
Deine vier Lernwege
Wähle Fö, G, M oder E. Alle Wege führen zu einem eigenen Urteil. Es gibt keine vorgeschriebene politische Meinung.
Fö – Fördernder Zugang: Schritt für Schritt
Lies: Lea möchte zum Jugendforum. Sie nutzt einen Rollstuhl. Im erfundenen Fall gibt es Stufen. Das ist ein Hindernis.
- Schritt 1: Finde auf der Karte den Hauptbahnhof. Das ist Leas Start.
- Schritt 2: Sieh Dir das Rollstuhl-Symbol an. Welches Hindernis könnte zu Lea passen?
- Schritt 3: Wähle einen Satz: „Eine Treppe kann ein Hindernis sein.“ oder „Eine schwere Einladung ist Leas Hindernis.“
- Schritt 4: Ergänze: „Ich schlage ______ vor, weil ______.“
Hilfe: Eine Rampe kann Stufen überbrücken. Ein Aufzug verbindet Ebenen. Ob diese Lösungen am konkreten Ort möglich und sicher sind, muss geprüft werden.
Rückmeldung zu Schritt 2 und 3: Für Lea geht es hier zuerst um den Zugang. Eine schwere Einladung ist ebenfalls eine mögliche Barriere, gehört aber in diesem Beispiel besonders zu Emres Fall.
Rückmeldung zu Schritt 4: Gut begründet ist zum Beispiel: „Ich schlage einen geprüften stufenfreien Eingang vor, weil Lea sonst vielleicht nicht teilnehmen kann.“ Du darfst auch eine andere Lösung vorschlagen und begründen.
Dein Urteil: „Am wichtigsten finde ich ______, weil ______.“
G – Grundlegender Zugang: Ein Fall selbstständig
Wort-Hilfe: Barriere = Hindernis; Alternative = andere Möglichkeit; Beleg = Information, die Deine Aussage stützt.
Wähle Lea, Emre, Robin oder Sam. Nutze diese Tabelle als Vorlage:
| Prüffrage | Dein Text |
|---|---|
| Wer möchte teilnehmen? | ... |
| Welches Hindernis steht im Falltext? | ... |
| Welche Hilfe wäre möglich? | ... |
| Was weißt Du noch nicht? | ... |
Perspektivwechsel: Stell Dir vor, Du planst das Jugendforum. Was könntest Du schnell ändern? Was müsstest Du erst prüfen?
Rückmeldung: Du unterscheidest zwischen einem belegten Fallproblem und einer noch offenen Frage. Ein guter Vorschlag hilft erkennbar bei dem genannten Problem.
Dein Urteil: „Ich würde zuerst ______ ändern, weil ______.“
Mittlerer Zugang: Zwei Fälle vergleichen
Untersuche zwei verschiedene fiktive Fälle.
- Ordne jedem Fall eine Barriere und eine Bildhilfe zu.
- Beschreibe die Folgen für die Teilnahme.
- Entwickle je einen Verbesserungsvorschlag.
- Vergleiche Nutzen und Aufwand Deiner Vorschläge.
- Wechsle die Perspektive: Was könnte eine betroffene Person wichtig finden? Was die Organisation?
Wort-Hilfe: Aufwand meint Zeit, Geld und Arbeit. Wirksamkeit meint, wie gut eine Lösung das Hindernis beseitigt.
Rückmeldung: Ein guter Vergleich nennt sowohl die Vorteile als auch Grenzen einer Lösung. Die günstigste Lösung ist nicht automatisch die gerechteste. Die aufwendigste Lösung ist nicht automatisch die beste.
Dein Urteil: „Ich bevorzuge ______. Das wichtigste Argument ist ______. Dagegen spricht ______.“
E – Erweiterter Zugang: Eine Entscheidung abwägen
Untersuche mindestens drei Fälle. Die erfundene Stadtverwaltung kann zunächst nur zwei Verbesserungen gleichzeitig vorbereiten. Diese Begrenzung ist Teil der Aufgabe und keine Aussage über Augsburg.
Vergleiche beispielsweise: verständliche Einladung, zusätzliche Anmeldung ohne Internet, geprüfte stufenfreie Wegeinformation oder Kommunikationshilfen.
- Begründe, welche Barrieren besonders stark von einer Teilnahme ausschließen.
- Entscheide, welche zwei Verbesserungen Du zuerst umsetzen würdest.
- Erkläre, welche weitere Maßnahme anschließend folgen sollte.
- Berücksichtige die Sicht von Teilnehmenden und Organisierenden.
- Prüfe, welche Informationen vor einer endgültigen Entscheidung fehlen.
Wort-Hilfe: Abwägung bedeutet, mehrere gute Gründe und Gegenargumente zu vergleichen.
Rückmeldung: Eine überzeugende Entscheidung nennt Kriterien wie gleiche Chancen, Wirksamkeit, Machbarkeit und Grundrechte. Du darfst andere Prioritäten setzen, musst sie aber nachvollziehbar begründen. Grundrechte sind dabei keine frei verhandelbare Kostenfrage.
Beteiligung und Rechte
Das Grundgesetz schützt die Menschenwürde und die Gleichheit vor dem Gesetz. Nach Artikel 3 Absatz 3 darf niemand wegen einer Behinderung benachteiligt werden. Artikel 3 schützt unter anderem auch vor Benachteiligung wegen der Sprache.
Artikel 17 Grundgesetz erlaubt es jedem Menschen, Bitten und Beschwerden schriftlich an zuständige Stellen und Volksvertretungen zu richten. Das kann ein Weg sein, ein Problem anzusprechen.
Für das Beispiel in Bayern sind außerdem das Bayerische Behindertengleichstellungsgesetz (BayBGG) und die Bayerische Gemeindeordnung wichtig. Sie enthalten Regeln zur Barrierefreiheit, verständlichen Kommunikation und Beteiligung. Diese Regeln gelten jeweils in ihrem gesetzlichen Anwendungsbereich.
Wichtig: Das erfundene Jugendforum ist keine echte, nach der Gemeindeordnung einberufene Bürgerversammlung. Ein Jugendforum, eine Petition und eine Wahl sind verschiedene Formen politischer Beteiligung.
Offizielle Quellen, geprüft am 17. Oktober 2026:
- Grundgesetz Artikel 1 – Menschenwürde
- Grundgesetz Artikel 3 – Gleichheit und Benachteiligungsverbot
- Grundgesetz Artikel 17 – Petitionsrecht
- BayBGG Artikel 4 – Barrierefreiheit
- BayBGG Artikel 13 – Verständlichkeit
- Bayerische Gemeindeordnung – Rechte und Pflichten der Gemeindeangehörigen
- UN-Behindertenrechtskonvention Artikel 29 – Politische Teilhabe
Diskussionsfrage: Soll eine Stadt zuerst besonders viele Menschen erreichen oder zuerst besonders starke Ausschlüsse beseitigen? Beide Positionen können begründet werden. Die Menschenwürde und die Grundrechte müssen dabei gewahrt bleiben.
Videos zum Vertiefen
Video: Leichte Sprache
Quelle: Kubus e. V., „Leichte Sprache - erklärt“, Veröffentlichung 2025.
Textalternative: Leichte Sprache verwendet verständliche Wörter, kurze Sätze und einen klaren Aufbau. Menschen prüfen, ob Texte verständlich sind. Für Emres Fall wäre eine einfache Erklärung der Einladung eine mögliche Hilfe.
Frage: Wie würdest Du „digitale Vorregistrierung“ einfacher sagen?
Video: Ansprechpersonen in der Kommune
Quelle: Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen, „Wen kann ich in meiner Kommune ansprechen?“, Reihe „Kommunalpolitik kurz erklärt“, 2021.
Textalternative: In einer Gemeinde gibt es Ansprechpersonen für Anliegen der Einwohnerinnen und Einwohner. Wer ein Problem mitteilen will, sollte die zuständige Stelle herausfinden und sein Anliegen klar beschreiben.
Frage: An wen könnte eine sachliche Bitte zur besseren Erreichbarkeit eines Jugendforums gerichtet werden?
Video: Kommunalpolitik beobachten
Quelle: Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen, „Wo kann ich mir die Politik in meiner Gemeinde anschauen?“, 2025.
Textalternative: Kommunale Entscheidungen können auf verschiedenen Wegen beobachtet und nachvollzogen werden. Öffentliche Informationen und Sitzungen helfen dabei. Die genauen Regeln können sich je nach Bundesland unterscheiden.
Frage: Warum ist es wichtig, dass Informationen über politische Entscheidungen verständlich zugänglich sind?
Barrierefreie Nutzung: Zu jedem eingebetteten Video steht hier eine kurze Textalternative. Die Textalternativen sind Zusammenfassungen, keine wörtlichen Transkripte. Wenn ein Video nicht abspielbar ist oder keine geeigneten Untertitel bietet, bearbeite die jeweilige Frage nur mit dem Text.
Interaktive Aufgaben
Quiz: Teste Dein Wissen
Was bedeutet politische Teilhabe? (Mitreden und Mitgestalten können) (!Nur bei Wahlen zuschauen) (!Nur Regeln auswendig lernen) (!Nur Erwachsenen zuhören)
Rückmeldung: Teilhabe bedeutet, dass Menschen sich informieren, ihre Sicht einbringen und an gesellschaftlichen Entscheidungen mitwirken können.
Welche Information liefert unser Stadtplan? (Die Lage von Straßen und Plätzen) (!Die aktuelle Höhe jeder Bordsteinkante) (!Die heutigen Öffnungszeiten aller Gebäude) (!Die Gefühle der Teilnehmenden)
Rückmeldung: Eine Karte hilft bei der Orientierung. Eine zuverlässige Aussage über aktuelle Barrieren benötigt weitere Quellen.
Welche Aussage zu unserem Jugendforum stimmt? (Die Veranstaltung und ihre Regeln sind erfunden) (!Das Jugendforum fand nachweislich in Augsburg statt) (!Die Karte beweist die genannten Hindernisse) (!Alle Augsburger Veranstaltungen haben solche Regeln)
Rückmeldung: Die Fälle sind Übungsmaterial. Über die reale Stadt darfst Du daraus keine Schlussfolgerung ziehen.
Was ist im Fall Emre die wichtigste Barriere? (Die schwer verständliche Einladung) (!Eine beschriebene Treppe) (!Ein fehlender Bahnsteig) (!Eine gesperrte Straße)
Rückmeldung: Emres Fall beschreibt eine Sprachbarriere. Kurze Wörter und Erklärungen können helfen.
Was beschreibt eine Zugangsbarriere? (Einen Weg mit Stufen ohne nutzbare Alternative) (!Ein gut lesbares Informationsblatt) (!Mehrere Wege zur Anmeldung) (!Eine verständliche Wegbeschreibung)
Rückmeldung: Der bauliche Zugang entscheidet mit darüber, ob Menschen einen Treffpunkt erreichen können.
Welche Regel ist eine Verfahrensbarriere im Fall Robin? (Die Anmeldung ist nur über das Internet möglich) (!Es gibt mehrere Anmeldewege) (!Die Einladung erklärt alle Schritte) (!Eine Anmeldung vor Ort wird angeboten)
Rückmeldung: Ein Verfahren kann Personen ausschließen, auch wenn der Veranstaltungsort selbst erreichbar ist.
Was beweist ein Rollstuhl-Symbol allein? (Dass das Zeichen auf barrierearmen Zugang aufmerksam machen soll) (!Dass jeder Weg zur Veranstaltung stufenfrei ist) (!Dass jeder Aufzug funktioniert) (!Dass alle Teilnehmenden dieselben Bedürfnisse haben)
Rückmeldung: Zeichen geben Hinweise. Für eine belastbare Aussage musst Du den tatsächlichen Zugang prüfen.
Welche Aussage ist eine überprüfbare Information über das Kartenmaterial? (Die verwendete Karte wurde 2016 erstellt) (!Der Rathausplatz ist der schönste Platz) (!Alle Wege dort sind bequem) (!Eine Stadtkarte ist immer gerecht)
Rückmeldung: Das Entstehungsdatum lässt sich auf der Commons-Dateiseite nachlesen. Die anderen Aussagen sind Bewertungen oder unbelegte Behauptungen.
Was sagt Artikel 3 des Grundgesetzes unter anderem? (Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden) (!Menschen mit Behinderung dürfen sich nicht beteiligen) (!Nur Erwachsene haben Menschenrechte) (!Kommunen müssen keine Grundrechte beachten)
Rückmeldung: Gleichheit und das Benachteiligungsverbot setzen einen verbindlichen Rahmen für politische Entscheidungen.
Welcher Vorschlag ist am besten begründet? (Wir bieten eine Anmeldung vor Ort an weil die reine Internet-Anmeldung Robin ausschließt) (!Wir ändern alles weil Änderungen immer gut sind) (!Wir ignorieren die Anmeldung weil das schneller geht) (!Wir entscheiden ohne die Falltexte zu lesen)
Rückmeldung: Ein guter Vorschlag verbindet eine konkrete Information mit einer passenden Verbesserung und einer Begründung.
Memory
Aufgabe: Finde die passenden Begriffspaare.
| Sprachbarriere | Schwer verständliche Einladung |
| Zugangsbarriere | Treppe ohne nutzbare Alternative |
| Verfahrensbarriere | Anmeldung nur im Internet |
| Stadtplan | Lage von Straßen und Plätzen |
| Legende | Erklärung von Kartenzeichen |
| Perspektivwechsel | Andere Sichtweise bedenken |
| Politisches Urteil | Begründete eigene Entscheidung |
Rückmeldung: Drei Barrieren betreffen unterschiedliche Bereiche: Verstehen, Erreichen und Verfahren. In einem Fall können auch mehrere Barrieren zusammenkommen.
Drag and Drop
Aufgabe: Ordne jedem fiktiven Fall eine passende Verbesserung zu.
| Ordne die richtigen Begriffe zu. | Passende Maßnahme |
|---|---|
| Lea | Stufenfreien Zugang prüfen |
| Emre | Einladung verständlich erklären |
| Robin | Anmeldung ohne Internet ermöglichen |
| Sam | Gut sichtbare Textinformationen bereitstellen |
| Alle Teilnehmenden | Informationen und Ansprechstelle klar nennen |
Rückmeldung: Eine Verbesserung muss zum beschriebenen Hindernis passen. Die Maßnahmen helfen unterschiedlich und können miteinander kombiniert werden.
Kreuzworträtsel
| Teilhabe | Wie heißt es, wenn Menschen mitreden und mitgestalten können? |
| Legende | Wie nennt man die Erklärung von Zeichen auf einer Karte? |
| Sprache | Wodurch kann eine Einladung verständlich oder unverständlich sein? |
| Zugang | Wie heißt die Möglichkeit, zu einem Ort hineinzukommen? |
| Anmeldung | Wie heißt das Verfahren, mit dem man seine Teilnahme mitteilt? |
| Barriere | Wie nennt man ein Hindernis für die Teilnahme? |
Rückmeldung: Alle Lösungswörter sind Fachbegriffe aus dem Kurs. Wenn Du unsicher bist, sieh Dir die Wort-Bild-Hilfen noch einmal an.
LearningApps
Hinweis: Dies ist eine Suche nach passenden Übungen, keine Prüfung einzelner fremder LearningApps. Überprüfe die Inhalte mit den Aussagen dieses Kurses.
Lückentext
Rückmeldung: Prüfe bei einer falschen Lücke, ob Du einen Ort, ein Hindernis, einen Lösungsweg oder eine Bewertung suchst. Die gesuchten Wörter findest Du im Lerntext.
Offene Aufgaben
Arbeitsregel: Verwende die vorhandenen Commons-Medien und die fiktiven Falltexte. Du brauchst keine eigenen Bilder, Karten, Videos oder Tonaufnahmen herzustellen. Persönliche Erlebnisse und politische Bekenntnisse sind nicht erforderlich.
Leicht
- Kartenlesen: Suche Hauptbahnhof und Rathausplatz auf der Commons-Karte. Beschreibe schriftlich, was Du erkennst und was Du nicht erkennen kannst.
- Barrierefreiheit: Ordne drei Commons-Symbole den Fällen Lea, Emre und Robin zu. Erkläre jedes Zeichen in einem kurzen Satz.
- Einfache Sprache: Ersetze die Wörter „Vorregistrierung“ und „Zulassung“ durch leicht verständliche Sätze für die erfundene Einladung.
- Teilhabe: Wähle einen Fall. Schreibe einen Verbesserungsvorschlag mit dem Satzanfang „Ich schlage vor ... , weil ...“.
Standard
- Fallanalyse: Untersuche zwei fiktive Fälle. Trenne dabei Ausgangslage, Hindernis, Folge und Verbesserung.
- Perspektivwechsel: Schreibe einen kurzen Dialog zwischen einer fiktiven teilnehmenden Person und der erfundenen Veranstaltungsorganisation.
- Kommunalpolitik: Formuliere eine sachliche Bitte an eine zuständige kommunale Stelle. Nutze nur den fiktiven Fall und nenne eine konkrete Verbesserung.
- Politisches Urteil: Vergleiche eine bessere Wegbeschreibung mit einer zusätzlichen Anmeldemöglichkeit. Erkläre, welches Problem jeweils gelöst wird.
Schwer
- Grundrechte: Beurteile den erfundenen Fall mit Bezug auf Artikel 3 des Grundgesetzes. Unterscheide rechtliche Grundsätze von offenen Tatsachenfragen.
- Prioritätensetzung: Die fiktive Organisation kann zunächst zwei Maßnahmen vorbereiten. Begründe Deine Auswahl und nenne einen möglichen Einwand.
- Quellenkritik: Erkläre, warum ein Stadtplan aus dem Jahr 2016 keine sichere Aussage über die heutige Barrierefreiheit ermöglicht. Beschreibe, welche zusätzliche Quelle Du benötigen würdest.
- Demokratische Teilhabe: Vergleiche die Interessen der Teilnehmenden, der Organisierenden und anderer Stadtbewohner. Entwickle eine faire Reihenfolge für mehrere Verbesserungen.


Begründete Entscheidungen: So wird bewertet
Es wird nicht bewertet, welche politische Meinung Du vertrittst. Bewertet werden Belege, Begründungen und die Achtung der Grundrechte.
| Kriterium | 0 Punkte | 1 Punkt | 2 Punkte |
|---|---|---|---|
| Fallbezug | Kein passender Bezug | Ein Fall wird genannt | Fall und Hindernis werden treffend erklärt |
| Belege | Keine Grundlage genannt | Karte oder Falltext genannt | Belege und Unsicherheiten klar getrennt |
| Begründung | Keine nachvollziehbare Begründung | Ein passender Grund | Nutzen, Folgen und ein Gegenargument bedacht |
| Perspektiven und Rechte | Andere Sichtweisen fehlen | Eine weitere Sichtweise genannt | Mehrere Sichtweisen und Grundrechte berücksichtigt |
Insgesamt: 0 bis 8 Punkte. Nutze die Kriterien als Hilfe zur Verbesserung Deiner Antwort. Bei Fö genügen kurze Sätze und passende Satzanfänge. G, M und E können ausführlicher begründen.
Lernkontrolle
- Transfer: Eine andere fiktive Stadt bietet eine Veranstaltung in einem Gebäude mit Aufzug an. Die Einladung steht aber nur in schwerer Amtssprache zur Verfügung. Erkläre, warum der Aufzug allein nicht für Teilhabe sorgt.
- Kritisches Denken: Auf einem alten Stadtplan ist eine Straße sichtbar. Eine Person behauptet, diese Straße sei heute vollständig barrierefrei. Prüfe, welche Informationen fehlen.
- Perspektivwechsel: Eine Veranstaltungsorganisation findet eine reine Online-Anmeldung praktisch. Robin kann sich so nicht anmelden. Entwickle eine Lösung, die beide Sichtweisen berücksichtigt.
- Abwägung: Welche Verbesserung sollte im fiktiven Jugendforum zuerst umgesetzt werden? Formuliere zwei Gründe und ein Gegenargument.
- Grundrechte: Erkläre, weshalb die Achtung der Menschenwürde und das Benachteiligungsverbot Grenzen für eine Kostenentscheidung setzen.
- Quellenbewertung: Trenne in einer eigenen kurzen Antwort einen überprüften Kartenbefund, eine erfundene Fallangabe und Dein Werturteil.
- Demokratische Mitwirkung: Entwirf einen kurzen sachlichen Brief mit einem Verbesserungsvorschlag, ohne eine Aussage über das wirkliche Augsburg zu erfinden.
Rückmeldung zur Lernkontrolle: Gute Lösungen verwenden passende Beispiele, benennen offene Fragen und erklären die Folgen einer Entscheidung. Verschiedene begründete Ergebnisse sind möglich.
Lernnachweis
Für Deinen Lernnachweis gibst Du eine kurze schriftliche Fallanalyse ab. Sie enthält:
- Eine richtige Beschreibung der untersuchten Orte auf dem vorhandenen Stadtplan.
- Die ausdrückliche Kennzeichnung, dass die Personen und Hindernisse erfunden sind.
- Die Erklärung von mindestens einer Sprach-, Zugangs- oder Verfahrensbarriere.
- Einen passenden, möglichst umsetzbaren Verbesserungsvorschlag.
- Eine Begründung mit einem Beleg aus der Karte oder dem Falltext.
- Eine andere Perspektive oder ein Gegenargument.
- Ein eigenes Urteil, das die Grundrechte beachtet.
- Einen Hinweis darauf, welche Informationen über den wirklichen Ort noch fehlen.
Fö: Kurze Sätze und eine Bildhilfe reichen aus. G: Ein selbstständig untersuchter Fall. M: Vergleich von zwei Fällen. E: Begründete Abwägung mehrerer Verbesserungen.
Bewertet wird die Qualität Deiner Untersuchung, nicht eine erwünschte Meinung.
OERs zum Thema
Weitere Lernquellen: Barrierefreiheit, Teilhabe, Kommunalpolitik, Menschenrechte, Grundgesetz, Politische Bildung, Kartenlesen.
Die Gesetzesquellen stehen in Abschnitt 6. Sie sind maßgeblich für die rechtlichen Aussagen. Wikipedia und die Videos dienen der zusätzlichen Erklärung.
Mediennachweise und Lizenzen
Prüfstand: 17. Oktober 2026. Alle eingebundenen Bilder sind vorhandene Dateien von Wikimedia Commons. Es wurden keine Bilder, Grafiken, Animationen oder Audiodateien neu erstellt oder verändert.
| Verwendetes Medium und überprüfte Dateiseite | Urheber beziehungsweise Herkunft | Lizenz und Namensnennung |
|---|---|---|
| Stadtplan Augsburg OSM-Karte von Augsburg Innenstadt.png |
OpenStreetMap-Mitwirkende; Kartendaten aus OpenStreetMap; hochgeladen durch Neitram; 30.12.2016 | CC BY-SA 2.0. Erforderliche Namensnennung: © OpenStreetMap-Mitwirkende, Dateiquelle und Lizenzlink. Änderungen an der Datei: keine. |
| Sprache Language-icon.svg |
Lzmxya, 2019 | CC0 1.0. Keine Namensnennung vorgeschrieben; freiwillige Quellenangabe: Lzmxya, Wikimedia Commons. |
| Rollstuhlgerechter Zugang Pictograms-nps-accessibility-wheelchair-accessible.svg |
NPS Graphics; SVG-Umsetzung durch User:ZyMOS | Public Domain – USGov-NPS. Nach Dateiseite gemeinfrei in den USA; keine dortige Namensnennungspflicht. Quellenangabe: NPS Graphics / ZyMOS. |
| Information Pictograms-nps-Information.svg |
NPS Graphics; SVG-Umsetzung durch User:ZyMOS | Public Domain – USGov-NPS. Nach Dateiseite gemeinfrei in den USA; Quellenangabe: NPS Graphics / ZyMOS. |
| Hörhilfe Pictograms-nps-accessibility-assistive listening systems.svg |
NPS Graphics; SVG-Umsetzung durch User:ZyMOS | Public Domain – USGov-NPS. Nach Dateiseite gemeinfrei in den USA; Quellenangabe: NPS Graphics / ZyMOS. |
| Gebärdensprachdolmetschen Pictograms-nps-accessibility-sign language interpretation.svg |
NPS Graphics; SVG-Umsetzung durch User:ZyMOS | Public Domain – USGov-NPS. Nach Dateiseite gemeinfrei in den USA; Quellenangabe: NPS Graphics / ZyMOS. |
| Unterstützung beim Sehen Pictograms-nps-accessibility-low vision access.svg |
NPS Graphics; SVG-Umsetzung durch User:ZyMOS | Public Domain – USGov-NPS. Nach Dateiseite gemeinfrei in den USA; Quellenangabe: NPS Graphics / ZyMOS. |
| Straßenbahn Pictograms-nps-services-tramway.svg |
NPS Graphics; SVG-Umsetzung durch User:ZyMOS | Public Domain – USGov-NPS. Nach Dateiseite gemeinfrei in den USA; Quellenangabe: NPS Graphics / ZyMOS. |
Lizenzhinweis: Frei auffindbar ist nicht dasselbe wie lizenzfrei. Die NPS-Dateiseiten kennzeichnen die Werke als gemeinfrei in den USA. Ob eine darüber hinausgehende Nutzung außerhalb der Wikimedia-Projekte in einem anderen Land zulässig ist, muss gegebenenfalls gesondert geprüft werden. Die Commons-Dateiseiten enthalten die verbindlichen Informationen zu Herkunft und Wiederverwendung.
Videonachweise:
- Kubus e. V.: Leichte Sprache - erklärt – YouTube, 2025; Textalternative oben.
- Landeszentrale für politische Bildung NRW: Wen kann ich in meiner Kommune ansprechen? – YouTube, 2021; Textalternative oben.
- Landeszentrale für politische Bildung NRW: Wo kann ich mir die Politik in meiner Gemeinde anschauen? – YouTube, 2025; Textalternative oben.
Hinweis zu den Videos: Die Videos sind externe Medien und werden hier nur eingebettet oder verlinkt. Für sie wird keine freie Commons-Lizenz behauptet. Sie wurden weder kopiert noch bearbeitet. Ihre Beispiele aus Nordrhein-Westfalen ersetzen nicht die bayerischen Rechtsquellen.
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