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Badezimmerbeläge gestalten und herstellen - Ausbaufacharbeiter - LF 9

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Badezimmerbeläge gestalten und herstellen - Ausbaufacharbeiter - LF 9

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Einleitung

Du übernimmst im zweiten Ausbildungsjahr einen typischen Kundenauftrag: Ein Badezimmer soll funktional, dauerhaft, sicher und ansprechend gefliest werden. Dazu gehören nicht nur Fliesen und Fugen. Du prüfst Bestandsunterlagen und Untergründe, stimmst dich mit Sanitär- und Trockenbaugewerken ab, entwirfst einen Verlegeplan, planst eine geeignete Abdichtung, berechnest Material und Zeit, arbeitest qualitätsbewusst und dokumentierst die Übergabe. Der Schwerpunkt ist Fliesen-, Platten- und Mosaikarbeiten; Trockenbau und Haustechnik sind wichtige Schnittstellen, aber hier keine eigenständigen zusätzlichen Berufsschwerpunkte.

Dieser vollständige aiMOOC orientiert sich an Lernfeld 9 „Badezimmerbeläge gestalten und herstellen“ des KMK-Rahmenlehrplans für die Ausbauberufe (Seite 43, 80 Unterrichtsstunden) und am seit 1. August 2026 geltenden Berufsprofil der Ausbaufacharbeiterinnen und Ausbaufacharbeiter. Ziel ist die vollständige berufliche Handlung: analysieren – informieren – planen – entscheiden – ausführen – kontrollieren – beurteilen und reflektieren. Nutze die Übungen zunächst auf Papier, am digitalen Modell oder an einem beaufsichtigten Schulungsbauteil. Arbeiten an Elektrik, Wasserinstallationen, gefährlichen Maschinen, Abdichtungen und tragenden Bauteilen gehören ausschließlich in befugte fachliche Aufsicht und geklärte Zuständigkeiten. Ein Lernkurs ersetzt weder den betrieblichen Ausbildungsplan noch den Landeslehrplan oder Anweisungen der zuständigen Kammer.

Lernziele: Du kannst einen Auftrag sachgerecht klären, Gestaltung und Barrierefreiheit erklären, Untergründe und Wassereinwirkung einschätzen, Abdichtungs- und Verlegesysteme begründet auswählen, Arbeitsfolgen und Materialmengen berechnen, Risiken beherrschen, ein prüfbares Muster planen sowie Qualität, Zeit, Umweltwirkungen und Zusammenarbeit bewerten.


Kundenauftrag analysieren und Bestand aufnehmen


Auftrag, Aufmaß und Schnittstellen

Ein Aufmaß erfasst Längen, Höhen, Öffnungen, Ebenheit, Anschlüsse und geometrische Besonderheiten. Eine Bestandsskizze zeigt den vorhandenen Raum; eine Ausführungszeichnung legt das geplante Ergebnis mit Maßen fest. Prüfe: Welche Flächen erhalten Beläge? Wo befinden sich Dusche, Waschbecken, WC, Türen, Abläufe, Leuchten, Leitungsdurchführungen, Einbau- und Anbauteile? Welche Leistungen wurden vom Vorunternehmen fertiggestellt und ausdrücklich freigegeben? Fotografiere nur freigegebene Bauteile, nie Personen oder persönliche Unterlagen.

Eine gute Auftragsanalyse hält getrennt fest, was beobachtet, vereinbart und noch zu klären ist. Beispiel: „Wand im Duschbereich sichtbar eben“ ist eine Beobachtung, kein belegter Nachweis ausreichender Festigkeit oder Feuchteeignung. Fehlende Angaben zu Untergrund, Abdichtungsplanung, Bodenablauf, Gefälle oder Anschlusshöhen sind Rückfragen an Ausbilderin, Fachplanung oder zuständiges Gewerk. Änderungswünsche der Kundschaft erhalten eine neue Skizzenversion mit Zeit- und Kostenfolgen.

Schnittstellenkoordination: Sanitärfachkräfte legen Lage und Anschluss von Einbauteilen sowie Leitungen fest; Elektrofachkräfte verantworten elektrische Installationen und Schutzbereiche; Trockenbau erstellt gegebenenfalls Montagewände oder Vorsatzschalen nach geprüfter Planung; das Fliesengewerk prüft seine belegreifen Untergründe, führt die zugewiesenen Abdichtungs- und Belagsarbeiten fachgerecht aus und meldet Abweichungen rechtzeitig. Ein gemeinsames Schnittstellenprotokoll enthält Leistung, zuständige Person oder Rolle, Freigabestatus und Datum, aber keine vertraulichen Kundendaten.


Materialien und Fachsprache erschließen

Informiere dich aus verlässlichen technischen Datenblättern, auch mit fremdsprachigen Produktbezeichnungen: substrate = Untergrund, waterproofing membrane = Abdichtungsbahn, tile adhesive = Fliesenklebemörtel, grout = Fugenmörtel, movement joint = Bewegungsfuge. Eine übersetzte Produktwerbung ist keine technische Freigabe. Prüfe die deutschsprachige Verarbeitungsvorschrift, Eignung für den Einsatzort, Systemkompatibilität und aktuelle Nachweise.

Wichtige Stoffgruppen und Bauteile: mehrlagiger Putz gleicht Wände aus; Grundierung regelt je nach System Haftung und Saugfähigkeit; Trockenbauplatten benötigen geeignete Konstruktion und gegebenenfalls gesonderte Abdichtung; Abdichtungsstoffe können flüssig, bahnen- oder plattenförmig sein; Bodeneinlauf führt Wasser kontrolliert ab; Schienen und Profile bilden Kanten und Übergänge; Mosaik besteht aus kleinen Einzelelementen, oft auf Matten; Fugenmörtel füllt Belagsfugen; elastischer Dichtstoff kann Bewegungen in vorgesehenen Anschlussfugen aufnehmen, ist aber kein Ersatz für die notwendige Abdichtungsebene.

Typische Fehler bei der Analyse: Türöffnung nicht abziehen, versteckte Einbauten übersehen, Maßstab der Skizze verwechseln, Untergrund nur optisch beurteilen oder Arbeiten der anderen Gewerke stillschweigend voraussetzen. Mache aus jeder Unklarheit eine konkrete Prüffrage.


Badezimmer gestalten und Verlegepläne entwickeln


Farben, Kontraste, Proportionen und Materialoberflächen

Eine Gestaltung muss Nutzung und Pflege ebenso beachten wie Geschmack. Helle und dunkle Fliesen verändern den Raumeindruck; ruhige große Flächen lassen kleine Räume oft weniger unruhig wirken. Kontrast hilft, Kanten und Sanitärobjekte wahrzunehmen, Proportion beschreibt das Verhältnis von Fliesenformat, Wandabmessung und Fugenbild. Kombiniere Musterflächen, Akzentstreifen oder Mosaike nur dort, wo Materialeigenschaften, Reinigung und Rutschsicherheit passen. Eine glänzende Wandfliese darf nicht allein wegen ihrer Optik als Bodenfliese ausgewählt werden.

Beispiel einer Fliesenarbeit im Bad: Beurteile Schnittkanten, Fugenverlauf und Anschlussbereiche; Bild: Tony Esopi, CC BY-SA 3.0, Wikimedia Commons.

Für die Gestaltung einer gegliederten Wand entwickelst du mindestens zwei Varianten mit Papierkacheln oder Zeichenprogramm: symmetrisch zur Hauptblickachse oder Bezug zu Waschbecken und Nische. Zeichne Ecken, Öffnungen, Profile, Fugen und geplante Bewegungsfugen ein. Bei der Auswahl der Materialoberfläche beachtest du Oberflächenreinigung, Abrieb, Wasseraufnahme und erforderliche Trittsicherheit. Rutschhemmungsangaben sind nutzungs- und prüfverfahrensabhängig; ein beliebiges „R“ oder „A/B/C“ darf nicht ohne Prüfung als allgemeine Badfreigabe interpretiert werden.


Verlegeplan, Trockenbau und barrierearme Nutzung

Ein Verlegeplan legt Format, Fliesenachsen, Fugenbreite, Versatz, Schnitte, Verlegerichtung, Anschlüsse, Gefälleflächen sowie die Position von Profilen und Sanitärobjekten fest. Zeichne zuerst die Bezugslinien, ermittele dann Randstreifen. Ein mittig begonnenes Raster vermeidet oftmals ungünstig schmale Reststreifen; es ist aber kein Dogma, denn Anschlüsse und Raumwirkung können eine andere Bezugslinie verlangen. Bei einem geplanten Verband sind Herstellerrestriktionen zur Krümmung oder zum Versatz zu beachten.

Trockenbau ist als Schnittstelle relevant: Eine Montagewand oder Vorsatzschale muss Standsicherheit, geeignete Unterkonstruktion, Plattenart, Befestigungen, mögliche Lasten aus Sanitärobjekten, Brand- und Schallschutz sowie Feuchtebeanspruchung berücksichtigen. Eine als „feuchtraumgeeignet“ beworbene Platte ist nicht automatisch eine fertige Abdichtung. Fertigteile für Installationen dürfen nur nach Abstimmung mit der dafür verantwortlichen Fachfirma bekleidet werden.

Barrierefreiheit heißt nicht lediglich „bodengleich“: Bewegungsräume, Schwellen, Zugänglichkeit von Bedienung und Einbauten, Kontraste, Rutschrisiken und die sichere Entwässerung müssen gemeinsam geplant werden. Prüfe projektbezogen die anwendbaren Anforderungen, etwa die aktuelle DIN-18040-Reihe, ohne hier pauschale Mindestmaße als rechtsverbindlich vorzugeben. Sicherheitsabstände von Sanitärgegenständen und Ausstattungszubehör sind an der konkreten Raumplanung zu prüfen.

Bildimpuls „bodenebene Dusche“: Welche Merkmale helfen bei der Nutzung, welche Maße und Details müssen dennoch geprüft werden? Duschvorhang.de, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons.

Digitalisierung: Nutze maßstäbliche CAD-Skizzen oder ein einfaches Rasterprogramm, um zwei Varianten zu vergleichen. Sichere nur anonymisierte Skizzen mit Versionsstand, zugelassenem Speicherort und dokumentierter Freigabe. Branchenprogramme erleichtern Aufmaß, Materialauszug, Visualisierung und Kundengespräch; ihre Berechnung ersetzt keine örtliche Prüfung.


Untergründe, Feuchteschutz und Abdichtung fachgerecht planen


Prüfung vor der Verlegung

Prüfe am freigegebenen Untergrund Tragfähigkeit, Festigkeit, Sauberkeit, Ebenheit, Risse, Feuchte, Saugverhalten, Maßhaltigkeit und Verträglichkeit mit Grundierung, Kleber und Abdichtung. Die jeweils erforderlichen Mess- und Prüfmethoden hängen von Werkstoff und Aufbau ab. Ein verbliebener Altbelag muss gesondert auf Eignung geprüft werden; „klingt fest“ reicht nicht. Dokumentiere Prüfmethode, Messwert, Grenz- oder Abnahmekriterium aus Planung beziehungsweise Herstellerangabe und Maßnahme bei Abweichung. Ein ungeeigneter Untergrund ist nicht belegreif. Bereite etwa durch zulässiges Reinigen, Ausgleichen, Verputzen oder systemgerechte Grundierung vor, sofern diese Arbeiten beauftragt und fachlich freigegeben sind.

Schichtenfolge als Denkmodell: tragfähiger Untergrund → erforderliche Vorbereitung beziehungsweise Grundierung → geplante, geprüfte Abdichtung im Nassbereich → systemgeeigneter Fliesenklebemörtel → keramischer Belag → Fugen und vorgesehene elastische Anschlüsse. Die genaue Reihenfolge und Kombination ist vom System abhängig. Bodenabläufe, Wand-Boden-Übergänge, Innen- und Außenecken, Leitungsdurchführungen und Wannenränder sind kritische Detailpunkte; ein einzelner „dichter“ Silikonstreifen kann diese nicht ersetzen.


Wassereinwirkungsklassen und systemgebundene Abdichtung

Wassereinwirkungsklassen nach der aktuellen DIN 18534 beschreiben die zu erwartende Wasserbelastung einer konkreten Innenraumfläche, beispielsweise von gering bis sehr hoch (W0-I bis W3-I). Nicht jedes Badezimmer und nicht jede Badezimmerwand hat dieselbe Klasse. Ein Duschbereich, ein regelmäßig nass beanspruchter Boden und eine nur gelegentlich bespritzte Wand können unterschiedlich beurteilt werden. Aus Klassifizierung, Untergrund, vorgesehenen Einbauten und Verwendungsnachweisen ergibt sich die Systemwahl. Die Reihe DIN 18534-1:2025-10 enthält Planungsgrundsätze; für Abdichtung im Verbund sind insbesondere DIN 18534-3:2025-10 (flüssige Systeme), DIN 18534-5:2025-10 (bahnenförmige Systeme) und DIN 18534-6:2025-10 (plattenförmige Systeme) zu prüfen. Stand Oktober 2026 existieren auch Änderungsentwürfe aus 2026; ein Entwurf ist nicht ungeprüft als gültige Norm auszugeben. Normtexte werden nicht kopiert.

Verbundabdichtung schützt den Untergrund, weil Fliesen und Fugen allein keine verlässlich wasserdichte Ebene bilden. Flüssige Systeme benötigen die vom Hersteller festgelegten Aufträge, Trocknungszeiten und nachzuweisende Schichtdicke; bahnenförmige Systeme benötigen norm- und systemgerechte Überlappungen beziehungsweise Stöße. Zur Abdichtung gehören geprüfte Dichtbänder, Ecken, Manschetten und passende Anschlüsse an Abläufe oder Wannenränder. Befestigungen und spätere Bohrungen dürfen diese Ebene nicht unkontrolliert beschädigen; Schnittschutz und Wartbarkeit sind in der Planung zu berücksichtigen.

Prüfbeispiel: Eine Dichtmanschette fehlt an einem Rohrdurchgang. Obwohl Fliesen und Fugen optisch fertig sind, ist die Ausführung nicht freigabefähig. Stoppe die Überdeckung, melde den Mangel, lasse die systemgerechte Instandsetzung festlegen und prüfe sie erneut. Die konkrete Einbautechnik wird nur durch Befugte unter Aufsicht geübt.

Videobeispiel: Schlüter-Systems KG zeigt die Abdichtung einer Rohrdurchführung mit einem herstellerspezifischen System. Prüfe bei jeder Übertragung, ob die 2025er Regelwerke, aktuellen Datenblätter und dein tatsächlich gewähltes System zusammenpassen.

Videobeispiel: Einbau eines Wannenrand-Dichtbands. Ein Video aus 2018 ist eine visualisierte Prozesshilfe, keine Quelle für den Normstand 2026.


Gefälle, Abläufe und Fehlerprävention

Gefälle bezeichnet den Höhenunterschied pro waagerechter Strecke. Die Rechnung lautet Höhendifferenz in Millimetern = Gefälle in Prozent ÷ 100 × waagerechte Länge in Millimetern. Beispiel für eine rein didaktische Annahme: Bei 1,5 % und 1.200 mm Laufstrecke ergeben sich 0,015 × 1.200 mm = 18 mm. Dies ist weder eine allgemein gültige Mindestneigung noch eine Freigabe für eine reale Dusche. Erforderliches Gefälle, Drainageleistung, Bodenaufbau, Belag und barrierefreier Übergang werden projektbezogen geplant und abgestimmt.

Typische Fehler: Abdichtung ohne zuvor geklärtes Gefälle, inkompatible Produktkombination, fehlender Dichtbandanschluss, unzureichende Trocknung, verdeckte Beschädigungen oder fehlender Schichtdickennachweis. Lege vor dem nächsten Arbeitsschritt einen Kontroll- und Freigabepunkt fest, der später nicht mehr zugängliche Lagen dokumentiert.


Keramische Beläge, Profile, Fugen und sichere Ausführung


Materialwahl und Verarbeitungsschritte

Unterscheide Steingut für geeignete Wandbereiche, Steinzeug und Feinsteinzeug, keramische Platten und Mosaik. Entscheidend sind nicht Namen allein, sondern Herstellereignung, Maßhaltigkeit, Wasseraufnahme, mechanische Beanspruchung, Rutschverhalten, Untergrund, Kleber und Reinigungsanforderung. Fugenbild, Farbe und Format werden im Verlegeplan dokumentiert. Profile und Schienen schützen Kanten oder bilden definierte Abschlüsse und müssen zu Belagdicke und Beanspruchung passen.

Die allgemeine Arbeitsfolge lautet: Baustelle und Schutzmaßnahmen einrichten → freigegebene Flächen aufnehmen und prüfen → Untergrund vorbereiten → Abdichtungssystem einschließlich Details gemäß Freigabe ausführen und kontrollieren → Bezugslinien übertragen → Klebemörtel nach Herstellerangabe mischen und mit geeigneter Zahnung auftragen → Fliesen einlegen, ausrichten und prüfen → zugelassene Abbindezeiten beachten → Belag verfugen → geplante Bewegungs- und Anschlussfugen fachgerecht ausbilden → reinigen, prüfen, schützen und übergeben. Offene Zeiten, Konsistenzen, Zahnung, Benetzung und Trocknungszeiten sind produkt- und einsatzabhängig; erfinde keine universellen Zahlen.

Zahnkelle und Mörtelbett sind Teil der Belagsverlegung; das Bild ersetzt keine herstellerspezifische Verarbeitungsanweisung. Francisco Gonzalez, CC BY 2.0, Wikimedia Commons.

Ein Nivelliersystem hilft beim Ausrichten, ersetzt aber weder die Untergrundebenheit noch die laufende Qualitätskontrolle. Frank Winkelmann, CC0 1.0, Wikimedia Commons.

Beim Verfugen ist zu unterscheiden: zementäre Fugenmörtel, gegebenenfalls andere werkstoffspezifische Fugenprodukte, und elastische Anschlussfugen haben unterschiedliche Aufgaben. Bewegungsfugen der Unterkonstruktion dürfen nicht starr „überfliest“ werden. Elastische Fugen müssen kontrollierbar und wartbar sein. Installationsöffnungen lassen sich nach freigegebenem Verlegeplan beispielsweise mit Schablonen übertragen; vor jedem Bohr- oder Trennvorgang muss die Lage von Leitungen und Abdichtungsdetails geklärt sein.

Verfugung einer Bodenfläche: Beachte passende Fugenprodukte und sorgfältige Reinigung. US Air Force, gemeinfrei in den USA, Wikimedia Commons.


Arbeitsschutz, Umwelt und Verantwortung

Vor jedem Arbeitsschritt kläre die Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung. Für Fliesenarbeiten wichtig sind quarzhaltiger mineralischer Staub, scharfe Kanten, Lärm, Gefahrstoffe in Zementmörteln und Reaktionsharzen, elektrische Gefährdungen in nassen Umgebungen, schweres Heben und kniebelastende Arbeit. Bevorzuge staubarme Verfahren und wirksame Absaugung, schütze Haut, Augen, Gehör und Knie und nutze passende Hebehilfen. Das gilt insbesondere beim Trennen und Schleifen: keine eigenmächtigen Arbeiten mit gefährlichen Maschinen. Bei Bestandsarbeiten können Asbest oder andere Schadstoffe vorliegen: nicht selbst probieren, sondern Arbeit stoppen und fachlich abklären. Orientiere dich an aktueller Gefährdungsbeurteilung, DGUV Vorschrift 38, einschlägigen technischen Regeln und der DGUV Regel 101-602; deren ältere Verweise auf Bauarbeiten sind durch neuere Vorschriften zu ersetzen.

Sichere Lernalternative: Plane das Bad digital, lege Papierfliesen auf ein Raster, teste Fugenbreiten mit Kunststoffmustern und übe mit ungefährlichem Modellmaterial auf einer Übungsplatte unter Aufsicht. Wasserabdichtungen oder Leitungsanschlüsse in echten Bädern werden dadurch nicht freigegeben.

Nachhaltigkeit: Plane Zuschnitte und Bestellmengen so, dass Bruch und Nachlieferungen sinken. Prüfe die Möglichkeit, tragfähigen Bestand zu erhalten, nutze langlebige, reparierbare Systeme und beachte Produktinformationen zu Emissionen und Entsorgung. Mörtel- und Reinigungsreste, Verpackungen und getrennte Baustofffraktionen werden nach örtlichen Vorgaben behandelt, niemals unkontrolliert in Abläufe gespült. Staubarme Verfahren verbessern auch den Gesundheitsschutz. Datenschutz: In Lernnachweisen werden ausschließlich erfundene Kundennamen, Bildbeispiele ohne erkennbare Personen und nicht rückverfolgbare Raumdaten verwendet.


Praxisfall: ein Bad planen, kalkulieren und qualitätssichern


Fiktiver Kundenauftrag und prüfbare Berechnungen

Auftrag: Ein anonymes Übungsbad hat die rechteckige Grundfläche 2,40 m × 2,00 m, Raumhöhe 2,40 m und eine nicht zu fliesende Türöffnung 0,80 m × 2,00 m. Die Wandflächen sollen bis zur Decke gefliest werden. Die Dusche liegt als 0,90 m × 1,20 m große Teilfläche im Raum. Es werden Wandfliesen mit Nennmaß 30 × 60 cm und Bodenfliesen mit Nennmaß 30 × 30 cm geplant. Alle Mengen, Verbräuche und Preise sind Modellannahmen, kein Ausführungs- oder Abdichtungsnachweis.

1. Wandfläche: Umfang = 2 × (2,40 + 2,00) m = 8,80 m. Bruttofläche = 8,80 × 2,40 = 21,12 m². Türöffnung = 0,80 × 2,00 = 1,60 m². Netto-Wandfläche = 21,12 − 1,60 = 19,52 m².

2. Bodenfläche: 2,40 × 2,00 = 4,80 m². Gesamtbelegfläche ohne andere Öffnungen = 19,52 + 4,80 = 24,32 m².

3. Modellhafter Fliesenbedarf: Mit 10 % Zuschnitt- und Bruchreserve: Wand 19,52 × 1,10 = 21,472 m²; bei 0,30 × 0,60 = 0,18 m² je Wandfliese mindestens 21,472 ÷ 0,18 = 119,29, also 120 Stück. Boden 4,80 × 1,10 = 5,28 m²; bei 0,30 × 0,30 = 0,09 m² je Bodenfliese mindestens 58,67, also 59 Stück. Das ist eine Flächenüberschlagsrechnung; real wird mit Modulmaßen einschließlich Fuge, Kartonmengen, tatsächlichem Zuschnitt, Chargen und Verlegeplan bestellt.

4. Beispiel für Kleber: Angenommener Produktverbrauch 3,5 kg je m² ergibt 24,32 × 3,5 = 85,12 kg. Bei angenommenen 25-kg-Säcken: 85,12 ÷ 25 = 3,4048; aufzurunden auf 4 Säcke. In der Praxis ist der dokumentierte Verbrauch des gewählten Herstellers maßgeblich. Der Bedarf an Grundierung, Abdichtung, Fugenmörtel, Dichtbändern, Manschetten und Profilen wird separat aus Detailplan und jeweiligen Produktdatenblättern ermittelt.

5. Rechenprobe für eine Teilfläche: Zwei angrenzende Duschwände werden im Übungsmodell über 2,00 m Höhe betrachtet: 1,20 × 2,00 + 0,90 × 2,00 = 4,20 m²; dazu Duschboden 0,90 × 1,20 = 1,08 m²; zusammen 5,28 m². Bei nur beispielhaft angenommenen 1,6 kg/m² Gesamtverbrauch einer geeigneten Abdichtung wären es 5,28 × 1,6 = 8,448 kg. Diese vereinfachte Geometrie berücksichtigt keine weiteren gefährdeten Flächen, Übergänge, Lagen, Anstauhöhen oder Detailkomponenten. Sie darf keine reale Abdichtungsplanung ersetzen.

6. Zeitkalkulation: Für eine Lernsimulation werden Aufmaß und Variantenvergleich 2 h, Planung und Materialauszug 3 h, modellhafte Untergrund- und Detailprüfung 2 h, Verlegemuster auflegen 4 h, Ergebnisprüfung und Dokumentation 2 h angesetzt. Gesamt = 2 + 3 + 2 + 4 + 2 = 13 h Lernprojektzeit ohne Trocknung, Baustellenlogistik oder echte Bauleistung. Trenne Arbeits-, Warte- und Sperrzeiten in realen Terminplänen.


Arbeitsplan mit Kontrollpunkten

Phase Arbeitsergebnis Prüfkriterium beziehungsweise Freigabe
1. Auftrag klären Freigegebener anonymisierter Auftragsbogen Nutzungsanforderungen, Verantwortliche und offene Fragen dokumentiert
2. Bestand aufnehmen Maßskizze und Fotodokumentation ohne Personen Maße, Einbauten, Öffnungen, Schnittstellen vollständig
3. Untergrund bewerten Prüfblatt und Mängelmeldung Eignung belegt oder Arbeit gesperrt; keine verdeckten Defekte
4. Gestaltung abstimmen Zwei Varianten, Farb- und Materialmuster Kontrast, Reinigung, Proportion, Nutzbarkeit begründet
5. Verlegeplan erstellen Maßstäbliche Wand- und Bodenansichten Bezugslinien, Randstreifen, Profile, Fugen und Öffnungen erkennbar
6. Gewerke koordinieren Schnittstellen- und Terminliste Sanitär, Trockenbau, Elektrik und Fliesenarbeiten abgegrenzt
7. Abdichtung planen Wassereinwirkungskonzept und Detailskizze Freigabe nach aktuellen Regeln und geprüftem Herstellersystem
8. Sicheres Übungsmodell Papier- oder Schulungsmuster PSA, Aufsicht und Gefahrenausschluss dokumentiert
9. Material ermitteln Rechentabelle und Bestellliste Einheiten, Reserven, Rundung, separate Detailprodukte geprüft
10. Qualität kontrollieren Mess- und Fehlerprotokoll Fugenbild, Ebenheit, Randabschlüsse, Schadensfreiheit plausibel
11. Übergeben und reflektieren Pflegehinweise und Abschlussbericht Abweichungen, Dauer, Rückfragen und Verbesserungen erfasst

Prüfbares Arbeitsergebnis: Reiche eine vollständige Projektmappe ein: Auftragsanalyse, Aufmaß, zwei Gestaltungsvarianten, maßstäblichen Verlegeplan, Material- und Zeitrechnung, abgestimmtes Abdichtungskonzept mit offenen Freigabepunkten, Schutzmaßnahmen, Fotografie des ungefährlichen Übungsmusters, Kontrollblatt sowie Übergabe- und Reflexionsnotiz. Eine fachkundige Lehrkraft bewertet, nicht ein automatischer „bestanden“-Status.


Bewertungsraster für das Lernprojekt

Kriterium Maximalpunkte Nachweis
Auftragsanalyse und vollständiges Aufmaß 10 Fragen, Skizze, Schnittstellen, nachvollziehbare Maße
Gestaltung, Verlegeplan und Nutzbarkeit 15 Zwei Varianten, Kontraste, Barrierefreiheit, Fugenraster
Untergrund und Entwässerung 15 Prüfplan, Gefälleverständnis, belegte Freigabepunkte
Abdichtung und Anschlussdetails 20 Wassereinwirkungskonzept, kompatibles System, kritische Details
Mengen- und Zeitberechnung 10 Richtige Einheiten, Rechenwege, sinnvolle Rundung und Annahmen
Arbeitsschutz, Nachhaltigkeit und Datenschutz 10 Gefährdungen, sichere Alternativen, Entsorgung und Datenminimierung
Qualitätskontrolle 10 Messpunkte, Fehlerbewertung, nachvollziehbare Nacharbeit
Dokumentation und Reflexion 10 Verständliche Übergabe, realistischer Verbesserungsplan
Gesamt 100 Unterrichtliches Raster, keine amtliche Prüfungsbewertung

Auswertung: Zu jedem Kriterium werden erreichte Punkte und eine konkrete Verbesserung notiert. Ein sicherheits- oder abdichtungsrelevanter ungeklärter Fehler wird unabhängig vom Punktestand als nicht freigegebener Praxiszustand gekennzeichnet. Beispiel für Feedback: „Die Mengenrechnung ist richtig, aber das Duschanschlussdetail fehlt im Plan. Ergänze es mit einem Herstellerdetail und fordere eine fachliche Prüfung an.“ So wird aus Kontrolle ein verbesserter Arbeitsprozess.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Prüfe dein Fachwissen

Welche Unterlagen helfen zuerst bei der Analyse eines neuen Badezimmerauftrags? (Aufmaß, Bestandsskizzen und Untergrundangaben) (!Nur der Farbwunsch der Kundschaft) (!Ausschließlich der Kartonpreis der Fliesen) (!Nur das Foto eines Musterbadezimmers)




Was gilt für keramische Fliesen mit Fugen in einem Duschbereich? (Sie ersetzen eine erforderliche Abdichtungsebene nicht) (!Sie sind ohne weitere Prüfung stets vollständig wasserdicht) (!Sie benötigen unabhängig vom Untergrund nie Dichtmanschetten) (!Sie machen eine Wassereinwirkungseinstufung überflüssig)




Wozu dient ein maßstäblicher Verlegeplan? (Zur Festlegung von Bezugslinien, Zuschnitten und Fugenverlauf) (!Zum vollständigen Ersatz aller Baustellenprüfungen) (!Nur zur Wahl der Wandfarbe) (!Zum Ersetzen der Abstimmung mit der Sanitärfirma)




Wovon hängt die Auswahl des Abdichtungssystems vorrangig ab? (Von Wasserbeanspruchung, Untergrund und Systemnachweisen) (!Allein von der Lieblingsfarbe des Herstellers) (!Nur vom billigsten Kilopreis) (!Ausschließlich von der Fugenbreite)




Welche Aussage über Silikon-Anschlussfugen ist zutreffend? (Sie sind wartungsbedürftig und ersetzen keine Abdichtung) (!Sie dürfen jede geplante Bewegungsfuge starr verschließen) (!Sie dichten ohne weitere Maßnahmen jede Rohröffnung sicher ab) (!Sie machen die Kontrolle einer Dichtbahn unnötig)




Wie groß ist eine rechteckige Bodenfläche von 2,40 m mal 2,00 m? (4,80 Quadratmeter) (!2,20 Quadratmeter) (!8,80 Quadratmeter) (!5,76 Quadratmeter)




Was ist bei der Bearbeitung quarzhaltiger Fliesen besonders wichtig? (Staubarme Verfahren und wirksame Stauberfassung) (!Trockenes Schleifen ohne Absaugung) (!Abblasen des Staubes mit Druckluft) (!Verzicht auf die Gefährdungsbeurteilung)




Was gehört zur Gestaltung einer nutzbaren bodengleichen Dusche? (Entwässerung, Zugänglichkeit und Rutschrisiko gemeinsam prüfen) (!Nur die Farbe des Duschvorhangs festlegen) (!Ablaufposition ohne Gefälleplanung auswählen) (!Barrierefreiheit mit der Fliesengröße gleichsetzen)




Was ist bei einem neuen Rohrdurchbruch in der Duschwand zu tun? (Die geplante systemgerechte Abdichtung der Durchdringung klären) (!Die Öffnung nur mit losem Fugenmörtel schließen) (!Die Abdichtung unkontrolliert durchbohren) (!Die Stelle ohne Prüfung hinter einer Fliese verbergen)




Welches Dokument ist für die abschließende Lernkontrolle besonders sinnvoll? (Ein Prüfprotokoll mit Messergebnissen, Abweichungen und Freigaben) (!Nur eine dekorative Überschrift) (!Nur ein Foto ohne Angaben) (!Allein die Anzahl verbrauchter Bleistifte)





Memory: Fachbegriffe zuordnen

Aufmaß Systematische Erfassung von Raummaßen und Öffnungen
Verlegeplan Zeichnung mit Fliesenachsen, Zuschnitten und Fugen
Dichtmanschette Systemteil für eine abgedichtete Leitungsdurchführung
Bodenablauf Bauteil zur geregelten Ableitung des Duschwassers
Gefälle Höhenänderung bezogen auf eine waagerechte Strecke
Bewegungsfuge Geplanter Bereich zur Aufnahme von Bauteilbewegungen





Drag-and-drop: Arbeitsschritt und Zweck

Ordne den richtigen Begriff zu. Zugehöriger Zweck
Bestandserfassung Vorhandene Raummaße und Einbauten sichern
Gestaltungsentwurf Farben, Raster und Varianten vergleichen
Untergrundprüfung Tragfähigkeit und Belegreife einschätzen
Systemabdichtung Wasserbeanspruchte Bauteile schützen
Endkontrolle Ausführung messen, bewerten und dokumentieren





Kreuzworträtsel

Mosaik Wie heißt ein Belag aus vielen kleinen zusammengesetzten Elementen?
Fugenmörtel Welches Material füllt gewöhnliche Belagsfugen?
Dichtband Welches Systemteil sichert geplante Anschlüsse und Ecken der Abdichtung?
Gefälle Wie heißt der Höhenunterschied pro waagerechter Strecke?
Grundierung Welcher Voranstrich kann je nach System die Saugfähigkeit regulieren?
Verlegeplan Welche Zeichnung zeigt Raster, Zuschnitte und Fugenbild?





LearningApps: Übungen zum Thema

Nutze die thematische LearningApps-Suche, wähle Aufgaben kritisch aus und überprüfe deren technische Aktualität. Fremde Lernspiele sind keine automatische Fachfreigabe.


Lückentext: Der Arbeitsprozess

Ergänze jeweils einen Fachbegriff aus dem Kurs.
Vor der Gestaltung werden die Maße des Bades in einem

festgehalten.
Die geplante Anordnung der Fliesen wird im

dargestellt.
Ein kontrollierter Höhenunterschied zum Ablauf heißt

.
Die Eignung des Untergrundes wird vor der Verlegung durch eine

geklärt.
Im Duschbereich schützt eine geeignete

den Untergrund vor Wasser.
An Rohrdurchführungen kann ein systemgerechtes Bauteil namens

nötig sein.
Kleine keramische Elemente ergeben zusammen ein

.
Für normale Belagsfugen wird geeigneter

eingesetzt.
Abweichungen und Messwerte werden in einem

dokumentiert.
Nach Fertigstellung erhält die Kundschaft Hinweise zur

des Belags.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Aufmaß: Skizziere ein erfundenes Bad im Maßstab und markiere drei Maße, eine Türöffnung sowie zwei offene Kundenfragen. Feedbackkriterium: alle Maße und Annahmen sind beschriftet.
  2. Fliese: Erstelle eine bebilderte Fachwortkarte zu Keramikfliese, Mosaik, Grundierung und Fugenmörtel mit je einem passenden Einsatzbereich und einer typischen Fehlannahme.
  3. Arbeitsschutz: Entwickle eine Gefahrenkarte zu Staub, Kniebelastung, Elektrik und Hautkontakt mit je einer konkreten Schutzmaßnahme; nutze ausschließlich eine Papiersimulation.
  4. Farbkontrast: Lege mit Papierfliesen zwei barrierearme Farbkonzepte und begründe die Wahrnehmbarkeit von Kanten und Sanitärobjekten.


Standard

  1. Verlegeplan: Zeichne für die Musterwand aus dem Praxisfall zwei Raster mit unterschiedlichen Bezugslinien und bewerte entstehende Randstreifen.
  2. Materialbedarf: Kontrolliere die beiden Fliesenmengen und vier Klebersäcke des Musterfalls; ändere die Reserve auf 12 Prozent und dokumentiere Rundung und Bestelleinheit.
  3. Verbundabdichtung: Erstelle für ein fiktives Duschdetail ein Schema mit Wand, Boden, Ecke und Rohranschluss; vermerke erforderliche Fachfreigaben statt reale Abdichtungen auszuführen.
  4. Bauablauf: Ordne elf Arbeitsschritte im Zeitplan, trenne Arbeitszeit von Trocknungs- und Freigabezeiten und markiere Schnittstellen mit Sanitär und Trockenbau.


Schwer

  1. Barrierefreiheit: Entwickle für denselben fiktiven Raum zwei Konzepte einer bodengleichen Dusche; begründe die Unterschiede in Zugänglichkeit, Gefälle, Abdichtung und Reinigung.
  2. Qualitätssicherung: Simuliere einen Baumangel an einer fehlenden Dichtmanschette. Verfasse Mängelanzeige, Sperrvermerk, Reparaturauftrag an Fachkundige und ein Nachprüfprotokoll.
  3. Nachhaltiges Bauen: Vergleiche die ökologischen Folgen einer hypothetischen Fliese-auf-Fliese-Sanierung mit einer vollständigen Erneuerung; beziehe Eignungsprüfung, Entsorgung, Lebensdauer und Risiken ein.
  4. Kundengespräch: Spiele in einer Gruppe ein Änderungsmeeting mit einer fiktiven Auftraggeberin und zwei Gewerken durch. Präsentiere Varianten, neuen Materialauszug, Risiken und Datenschutzregeln ohne reale Daten.




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Lernkontrolle

  1. Auftragsanalyse: Gib für einen unvollständigen Kundenauftrag fünf gezielte Rückfragen an und erkläre, welche Fehlentscheidung jede Frage vermeiden soll.
  2. Bauphysik: Begründe, warum eine optisch intakte Fliesenfläche im Duschbereich allein keinen sicheren Feuchteschutz nachweist, und beschreibe zwei zu prüfende Anschlüsse.
  3. Geometrie: Rechne die Wandfläche des Beispielbads mit einer zusätzlichen Öffnung von 0,60 m × 0,80 m neu aus und erläutere jede Einheit.
  4. Planung: Vergleiche zwei Verlegeraster hinsichtlich Randstreifen, optischer Wirkung, Materialverbrauch und Installationsdurchdringungen.
  5. Arbeitssicherheit: Analysiere eine simulierte Situation mit staubigem Trockenschnitt, ungeklärter Stromleitung und fehlender Aufsicht. Entscheide, welche Tätigkeiten zu stoppen und welche sicheren Lernalternativen geeignet sind.
  6. Qualitätsmanagement: Entwirf sechs Kontrollpunkte, die nach dem Überdecken nicht mehr sichtbar wären; ordne jeweils einen Nachweis zu.
  7. Reflexion: Übertrage den Praxisfall auf einen anderen fiktiven Sanitärgrundriss und erläutere, warum Abdichtungs- und Gefälleplanung neu beurteilt werden müssen.

Die Lernkontrolle gilt als bearbeitet, wenn Berechnungen überprüfbar, Entscheidungen begründet, offene Freigaben klar benannt und Sicherheitsfehler ausdrücklich erkannt sind. Lehrkräfte geben konkrete Hinweise zu unvollständigen Nachweisen; veröffentlichte Musterlösungen zu den zehn Multiple-Choice-Aufgaben werden nicht vorweggenommen.


Lernnachweis

Kompetenzportfolio: Du dokumentierst Wissen (Fachbegriffe, Baustoffe, Wassereinwirkung, aktuelle Regelquellen), Fertigkeiten (maßstäbliche Skizze, Materialrechnung, Verlegeplanung, Prüfliste), berufliche Haltung (Schutzmaßnahmen, Kooperation, Kundengespräch), Transfer (ein verändertes Bad sicher neu planen) und Reflexion (Zeitbedarf, Fehler und Verbesserung). Nutze die Projektmappe des Praxisfalls mit Rechenblättern, zwei Varianten, Prüf- und Freigabeprotokollen sowie dem Bewertungsraster über 100 Punkte. Lehrkraft und Ausbilderin können Kriterien gewichten; das Kursraster ist nicht die amtliche Abschlussprüfung.

Selbstkontrolle vor Abgabe: Sind alle Öffnungen und Schnittstellen erfasst? Sind Format, Reserve und Verbrauch voneinander getrennt? Sind Wasserbeanspruchung und Abdichtungssystem nur nach belegter Eignung ausgewählt? Sind Gefahren begrenzt, persönliche Daten ausgeschlossen und Änderungswünsche dokumentiert? Ist das Ergebnis für eine fremde Fachperson anhand der Unterlagen prüfbar? Eine reale Ausführung darf erst nach erforderlicher fachlicher Freigabe beginnen.

Dokumentationsstandard: Dateinamen enthalten Thema und Versionsdatum, nicht Kundenname oder Adressen. Fiktive Bilder und anonymisierte Skizzen genügen. Führe eine Versionsliste, eine Materialberechnung mit Einheiten, ein zweiseitiges Übergabeprotokoll einschließlich Pflege und möglicher Wartung elastischer Fugen sowie drei konkrete Verbesserungsvorschläge.


OER und Wikipedia

Primärquellen und aktuelle technische Grundlagen (geprüft am 22. Oktober 2026):

Freie Hintergrundtexte: Keramikfliese, Verbundabdichtung, Fliesenleger und Trockenbau. Wikipedia-Texte besitzen eine offene Lizenz unter Beachtung der dort angegebenen Bedingungen, sind aber kein Ersatz für aktuelle technische Regeln.

Geprüfte Bildmedien und Rechte – „Datei“ entspricht exakt dem im Kurs verwendeten Wikimedia-Commons-Dateinamen:

Datei Datei- und Quellenbeleg Urheber Lizenz und Rechtebeleg
File:Construction tiles.JPG Wikimedia Commons: Fliesen im Bad Tony Esopi CC BY-SA 3.0, Namensnennung und Lizenzhinweis
File:Barrierefreie Duschnische mit Duschvorhang weiss.jpg Wikimedia Commons: barrierefreie Duschnische Duschvorhang.de CC BY-SA 4.0, Namensnennung und Lizenzhinweis
File:Using a trowel to lay floor tiles.jpg Wikimedia Commons: Fliesenkelle Francisco Gonzalez CC BY 2.0, Namensnennung
File:Verlegen von Fliesen mit einem Nivelliersystem.jpg Wikimedia Commons: Nivelliersystem Frank Winkelmann CC0 1.0, Rechteverzicht laut Dateiseite
File:Applying grout.jpg Wikimedia Commons: Verfugung U.S. Air Force, amtliche Aufnahme Gemeinfrei in den USA laut Dateiseite, mögliche länderspezifische Einschränkungen prüfen

Fachvideos und Nutzungsrechte: Beide Originalvideos wurden anhand ihrer YouTube-Einträge und Urheberangaben geprüft. Eine offene Nachnutzungslizenz wurde nicht belegt; sie werden nur über den YouTube-Player eingebunden, nicht kopiert. Das Einbetten kann Daten an YouTube übertragen; nutze es nur mit geeigneten Datenschutzhinweisen und Plattformfreigaben.

Einbettung Videoquelle Urheber Rechtehinweis
https://www.youtube.com/watch?v=9gjRgCvu1O0 Rohrdurchführungen abdichten Schlüter-Systems KG YouTube-Originaleintrag; keine offene Lizenz verifiziert, Einbettung statt Vervielfältigung
https://www.youtube.com/watch?v=zWAUs0vE2w8 Duschtassen und Badewannen abdichten Schlüter-Systems KG YouTube-Originaleintrag; keine offene Lizenz verifiziert, Einbettung statt Vervielfältigung


Verknüpfte Lernbereiche

Fachliche Vernetzung: Mathematik unterstützt Flächen-, Mengen- und Gefällerechnung; Gestaltung und Kunst erklären Farbwirkung und Raster; Physik behandelt Feuchtetransport, Schall und Lasten; Deutsch und Englisch unterstützen Kundengespräch, Übergabe und Fachinformationen; Informatik dient CAD, Versionskontrolle und Datenschutz; Politik und Wirtschaft beziehen Ressourcenschutz, Arbeitsrecht und Arbeitssicherheit ein. Vergleichend können Trockenbau-, Sanitär- und Estricharbeiten als angrenzende Gewerke besprochen werden, ohne sie zu zusätzlichen Pflichtlernfeldern dieses Schwerpunktes zu machen.


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