Aufträge bearbeiten - Kaufmann für Büromanagement - LF 3
Einleitung
Du begleitest einen Auftrag vom ersten Kundenkontakt bis zur dokumentierten, geprüften Abwicklung. Dabei musst du Kundenwünsche verstehen, Preise nachvollziehbar berechnen, rechtlich und sprachlich angemessen kommunizieren, Termine überwachen und Ergebnisse kritisch prüfen. Dieser vollständige aiMOOC richtet sich an Auszubildende zum Kaufmann beziehungsweise zur Kauffrau für Büromanagement im ersten Ausbildungsjahr.
Lernziele: Du kannst einen Kundenauftrag analysieren, deine Zuständigkeit erkennen, Angebote und Auftragsbestätigungen erstellen, mit Tabellenkalkulation kalkulieren, Lieferscheine und Rechnungsentwürfe vorbereiten, Qualität und Kundenzufriedenheit kontrollieren sowie Verbesserungen begründen. Du nutzt ausschließlich erfundene Übungsdaten. Im Praxisfall erstellst du einen Arbeitsplan, eine prüfbare Belegkette und eine Auswertung.
Curriculare Einordnung: Lernfeld 3 des KMK-Rahmenlehrplans in der Fassung vom 20.03.2025 hat im ersten Ausbildungsjahr einen Zeitrichtwert von 80 Unterrichtsstunden. Die Ausbildungsordnung vom 25.02.2025 und die betrieblichen Ausbildungspläne ergänzen die schulischen Vorgaben. Dieser Kurs ersetzt weder den Landeslehrplan noch betriebliche Anweisungen oder die Entscheidungen der zuständigen Kammer.
Kundenanfragen und Geschäftsprozesse verstehen
Vom Kundenbedarf zum Auftrag
Ein Geschäftsprozess ist eine nachvollziehbare Folge von Tätigkeiten, die ein definiertes Ergebnis erzeugt. Bei der Auftragsbearbeitung beginnt er häufig mit einer Anfrage: Jemand möchte wissen, welche Produkte oder Dienstleistungen verfügbar sind, welche Preise gelten und wann geliefert werden kann. Anschließend werden Informationen geprüft, ein Angebot erstellt, eine mögliche Annahme bearbeitet und die Erfüllung organisiert. Lieferung beziehungsweise Leistung, Rechnungsstellung, Zahlungskontrolle und Nachbereitung schließen sich an.
Prozesskette als Orientierung: Kundenanfrage → Bedarf klären → Preis und Leistungsfähigkeit prüfen → Angebot → Annahme und Auftragsprüfung → Auftragsbestätigung → Ausführung und Lieferschein → Rechnung → Erfolgskontrolle. Ein Prozess kann abweichen: Eine unverbindliche Anfrage ist noch kein Auftrag, eine Auftragsbestätigung ist nicht in jedem Einzelfall notwendig und eine Lieferung kann in Teilmengen erfolgen. Zeichne bei Abweichungen Rückfragen und Entscheidungen ein.

Abbildung: Ein einfaches Prozessmodell mit Anfang, Aktivitäten, Entscheidung und Ende. Übertrage das Prinzip auf den Auftragseingang. Quelle: Mikelo Skarabo, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0; Dateiseite und Lizenz unter „OER und Wikipedia“.
Ein Vorgang wird durch eine nachvollziehbare Vorgangsnummer zusammengehalten. CRM bedeutet Customer Relationship Management und dient der geordneten Kundenbetreuung. ERP steht für Enterprise Resource Planning und verbindet beispielsweise Aufträge, Lager, Versand und Rechnungswesen. Du bearbeitest nur Felder, die du für deine Aufgabe benötigst, und meldest Datenfehler. Eine digitale Statusanzeige „in Bearbeitung“ ersetzt weder den Abgleich mit der Bestellung noch eine Qualitätskontrolle.
Zuständigkeit, Befugnis und Abstimmung
Du prüfst zuerst: Wer ist der Auftraggeber? Welche Menge und Ausführung sind gewünscht? Gibt es Fristen, Zahlungsbedingungen, Budgetgrenzen, Lieferadressen, Barrierefreiheitsanforderungen oder besondere Nachhaltigkeitswünsche? Wer darf Preise freigeben und Verträge abschließen? Verantwortungsbereich bezeichnet deine zugewiesenen Aufgaben; Befugnis ist die Erlaubnis, bestimmte Entscheidungen verbindlich zu treffen. Als Auszubildende oder Auszubildender kannst du Daten prüfen und Entwürfe anfertigen, darfst aber nicht ohne die betriebliche Ermächtigung verbindliche Zusagen machen.
Beispiel: Ein Kunde fragt 40 statt bisher 20 Sets an. Du darfst gegebenenfalls den neuen Gesamtpreis berechnen, aber nicht eigenmächtig einen Sonderrabatt versprechen. Dokumentiere die Frage und hole die Freigabe der zuständigen Person ein. Fachliche Rückfragen an Einkauf, Lager, Vertrieb oder Buchhaltung sind kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Maßnahme gegen Fehler.
Eingangscheck: Sind Kontaktweg, Leistungsbeschreibung, Mengen, Einheit, Terminwunsch, Rückfragen und Zuständigkeit erfasst? Antworte verständlich und freundlich. Bei einem englischen Erstkontakt ist etwa „Thank you for your enquiry. We will check availability and send you a quotation.“ angemessen; ein Termin wird erst zugesagt, wenn er geprüft ist. Verwende internationale Schreibweisen und sprich respektvoll ohne kulturelle Stereotype.
Angebote rechtssicher und kundengerecht gestalten
Angebot, Annahme und Bedingungen
Ein Angebot nennt typischerweise Art, Umfang beziehungsweise Menge, Preis und Bedingungen einer möglichen Leistung. Ein rechtlich bindender Antrag kann nach § 145 BGB grundsätzlich binden; Verbindlichkeit, zeitliche Geltung und wirksame Einschränkungen sind deshalb sorgfältig zu prüfen. Eine Anfrage ist regelmäßig noch keine Vertragsannahme. Wer ein Angebot rechtzeitig und inhaltlich passend annimmt, kann einen Vertrag zustande bringen. Weicht eine Bestellung vom Angebot ab, musst du die Änderung prüfen und abstimmen; sie ist nicht einfach eine identische Annahme.
Verlangtes Angebot: Der Kunde bittet um ein Angebot. Unverlangtes Angebot: Der Betrieb bietet eine Leistung ohne vorherige konkrete Anfrage an. Unverlangte Werbe-E-Mails sind rechtlich besonders heikel; im Kurs formulierst du ein solches Schreiben nur als nicht versandte Übung und prüfst vor einer realen Werbeansprache insbesondere § 7 UWG und betriebliche Freigaben. Keine Muster-E-Mail wird an reale Personen verschickt.
Prüfe interne Preislisten, Freigabegrenzen, Verfügbarkeit, Versandkosten, mögliche Rabatte, Umsatzsteuerbehandlung und mögliche Servicepflichten. Schreibe aus Kundensicht: „Wir bieten Ihnen zwölf Moderationssets zu den unten aufgeführten Bedingungen an“ ist klarer als „Die Positionen wurden kalkulatorisch eingepreist“. Kennzeichne die Angebotsnummer, Angebotsdatum, Ansprechpartnerrolle, Leistung, Preisbasis, Zahlungs- und Lieferbedingungen. Mache keine frei erfundenen Leistungszusagen.
Geschäftsbrief und digitale Textverarbeitung
Für geschäftliche Texte ist DIN 5008:2020-03 ein anerkannter Gestaltungsstandard. Sie unterstützt unter anderem die lesbare Darstellung von Datum, Betreff, Anschrift, Abständen und Zahlen. Die Norm ist nicht mit einer pauschalen gesetzlichen Pflicht für jeden Brief gleichzusetzen. Orientiere dich an den aktuell geltenden betrieblichen Vorlagen und am Corporate Design, also dem einheitlichen visuellen Erscheinungsbild des Betriebs. Kopiere den Normtext nicht in deinen Entwurf.
Textverarbeitungsprogramme helfen bei Formatvorlagen, Tabellen, Kopf- und Fußzeilen, Serienfeldern, Textbausteinen und Dokumentenversionen. Ein Textbaustein ist eine geprüfte Formulierung, etwa für einen freundlichen Hinweis zum Liefertermin; er muss zur konkreten Anfrage passen. Formulare sollen eindeutige Feldbezeichnungen, ausreichend Platz und möglichst barrierearme Lesbarkeit bieten. Vor dem Versenden: Namen, Betreff, Zahlen, Anhänge, Empfängerkreis und sichtbare Kommentare kontrollieren. PDF kann eine lesbare Vorschau sein; für eine verpflichtende strukturierte E-Rechnung genügt ein gewöhnliches PDF nicht.
Kurzes Angebotsmuster mit ausschließlich fiktiven Angaben: „Angebot A-104 zur Anfrage vom 02.11.2026. Wir bieten zwölf wiederverwendbare Whiteboard-Sets und acht Moderationsboxen zu den im Angebotsblatt ausgewiesenen Preisen an. Der vereinbarte Liefertermin wird nach Bestätigung der Verfügbarkeit verbindlich abgestimmt. Bitte antworten Sie unter Bezug auf A-104. Freundliche Grüße, Modellbetrieb.“ Die konkrete Preisstaffel und die Lieferzusage müssen erst freigegeben werden.
Preise berechnen und Tabellenkalkulation einsetzen
Dreisatz, Prozentrechnung und Preislogik
Bei einer proportionalen Zuordnung wächst der Preis mit der Menge: Wenn ein Set netto 45,00 € kostet, kosten 12 Sets 12 × 45,00 € = 540,00 €. Ein Dreisatz kann denselben Zusammenhang in drei Schritten zeigen: 1 Set = 45,00 €, also 12 Sets = 12 × 45,00 €. Für Preisnachlässe gilt: Rabattbetrag = rabattfähiger Ausgangsbetrag × Rabattsatz ÷ 100. Ein Rabatt von 5 % auf 800,00 € beträgt 40,00 €. Vom Ausgangsbetrag wird der Rabatt abgezogen; auf den danach gegebenenfalls um weitere netto steuerpflichtige Entgeltbestandteile ergänzten Betrag wird die Umsatzsteuer berechnet.
Netto bedeutet hier ohne Umsatzsteuer, brutto einschließlich Umsatzsteuer. Für die fiktiven Waren im Beispiel wird der Regelsteuersatz von 19 % angesetzt; dies ist nicht automatisch der Satz für alle Leistungen. Gesetzesgrundlage: § 12 UStG. Prüfe immer zuerst, ob der konkrete Umsatz steuerpflichtig ist und welcher Satz gilt. Eine Preisberechnung ist erst plausibel, wenn Rechenweg, Rundung, Leistungsumfang und Steuerbehandlung zusammenpassen.
Typische Fehler sind Rabatt auf den Bruttobetrag statt auf die definierte Rabattbasis, Prozentzahl „5“ als Faktor statt „0,05“, doppelt addierte Versandkosten, vermischte Netto- und Bruttopreise, unkontrollierte Rundungsdifferenzen und ein vergessenes Währungsformat. Prüfe einzelne Posten mit einem Überschlag: 20 Stück zu 30 € müssen ungefähr 600 € kosten und nicht 6.000 €.
Tabellen, Formeln und Zellbezüge
In einer Tabellenkalkulation ist eine Zelle die Schnittstelle von Spalte und Zeile, zum Beispiel D2. Eine Formel beginnt mit einem Gleichheitszeichen. Eine relative Zelladresse verändert sich beim Kopieren, etwa B2*C2 zu B3*C3. Eine absolute Adresse wie $E$1 bleibt gleich und eignet sich für einen zentral gespeicherten Rabattsatz. Formatiere Geldwerte als Währung und Prozentwerte als Prozent, nicht als reinen Text. Prüfe die eingestellte Sprache der Tabellenkalkulation; der Funktionsname kann etwa SUMME oder SUM sein.

Abbildung: Namenfeld und Eingabezeile helfen, Zellbezüge und Formeln gezielt zu prüfen. Quelle: Klaus-Dieter Keller, Wikimedia Commons, CC0 1.0.

Abbildung: Arbeitsoberfläche einer Tabellenkalkulation als Werkzeug der Angebotsrechnung; die Programmoberfläche kann heute anders aussehen. Quelle: Fsolda, The Document Foundation und Canonical, Wikimedia Commons, CC0 1.0.
Beispiel einer prüfbaren Kalkulationsmappe:
| Zelle | Inhalt | Rechenprinzip |
|---|---|---|
| B2 und C2 | Menge 12, Einzelpreis 45,00 € | D2 = B2*C2 |
| B3 und C3 | Menge 8, Einzelpreis 32,50 € | D3 = B3*C3 |
| E1 | Rabattsatz 5 % | Prozentformat; bei Kopieren als $E$1 fixieren |
| D4 | Warenwert | =SUMME(D2:D3) |
| D5 | Rabattbetrag | =D4*$E$1 |
| D6 | Warenwert nach Rabatt | =D4-D5 |
| D7 | Versand netto | 24,00 € als Wert |
| D8 | Steuerbemessungsgrundlage im Modell | =D6+D7 |
| D9 | Umsatzsteuer im Modell | =D8*19% |
| D10 | Gesamtbetrag brutto | =D8+D9 |
Das Beispiel ist ein Lernmodell und keine Vorlage für alle steuerlichen Sonderfälle. Vergleiche zusätzlich per Kopfrechnung mindestens zwei Zwischenergebnisse. Erfasse keine echten Kundendaten in unfreigegebener Cloud-Software und beachte die betrieblichen Datenschutz- und IT-Regeln.
Fachvideo zur Prozentrechnung in Calc:
Das deutschsprachige Tutorial von TOPTORIALS OFFICE (2016) zeigt die grundlegende Prozentberechnung in Calc. Es ist eine Softwaredemonstration, keine Rechtsquelle und keine aktuelle Programmversion.
Auftrag annehmen, ausführen und dokumentieren
Auftragsprüfung und nachvollziehbare Belegkette
Vor der Annahme vergleichst du Bestellung und freigegebenes Angebot: Stimmen Artikel, Mengen, Varianten, Liefertermin, Adresse, Preis, Rabatt und Bedingungen überein? Ist der Bestand ausreichend und die Leistung tatsächlich möglich? Bei Abweichungen erst Rückfrage und dokumentierte Entscheidung, dann eine passende Auftragsbestätigung verfassen. Sie hält die bestätigten Vereinbarungen fest; ihre rechtliche Bedeutung hängt vom Einzelfall ab.
Ein Lieferschein begleitet die tatsächliche Lieferung und nennt insbesondere Vorgangsbezug, gelieferte Positionen und Mengen. Er ist nicht mit einer Rechnung zu verwechseln: Eine Rechnung dokumentiert die Abrechnung einer Leistung. Die Vorgangskette kann mit eindeutigen Nummern verbunden werden: A-104 (Angebot) → AB-104 (Bestätigung) → LS-104 (Lieferung) → RE-104 (Rechnung). Diese Nummern sind rein fiktiv, in der betrieblichen Praxis gelten die eigenen fortlaufenden und systemgeführten Nummernkreise.
Eine Rechnung nach § 14 Abs. 4 UStG erfordert im Regelfall unter anderem vollständige Beteiligtenangaben, Ausstellungsdatum, eindeutige Rechnungsnummer, Leistungsbeschreibung, Liefer- oder Leistungszeitpunkt, Entgelt und Umsatzsteuerangaben sowie eine Steuer- oder Umsatzsteuer-Identifikationsnummer des leistenden Unternehmens. Sondervorschriften, etwa für Kleinbetragsrechnungen, sind gesondert zu prüfen. Ergänze im Unterricht nur erfundene Musteranschriften, keine realen Daten.
E-Rechnung, Dateien und Kontrollpfad
Seit 2025 gelten in Deutschland neue Regeln für elektronische Rechnungen im inländischen B2B-Bereich. Eine rechtskonforme E-Rechnung ist strukturiert und maschinell verarbeitbar; ein bloßes PDF ist dafür grundsätzlich nicht ausreichend. Für das Ausstellen gelten unter anderem Übergangsfristen 2025/2026 und für bestimmte Unternehmen bis Ende 2027. Der Empfang muss im gesetzlichen Anwendungsbereich seit 2025 möglich sein. Prüfe den konkreten Fall mit den aktuellen BMF-FAQ vom März 2026 sowie § 14 und § 27 UStG; behandle öffentliche Auftraggeber und Privatkunden nicht pauschal wie inländische B2B-Geschäfte.
Erstelle im Unterricht nur eine Simulation einer elektronischen Belegkette, beispielsweise Tabellenblatt, Musterbrief und kontrollierten PDF-Export. Du musst kein echtes strukturiertes Rechnungsformat generieren oder versenden. In einem freigegebenen betrieblichen System sind revisionssichere Ablage, Zugriff, Aufbewahrung und gesetzliche Formate von den zuständigen Stellen zu gewährleisten. Achte beim Export darauf, dass die Dateiversion aktuell und der richtige Anhang beigefügt ist.
Kontrollpfad: Anfrage, freigegebenes Angebot, Bestellung, Bestätigung, Liefernachweis und Rechnung müssen zueinander passen. Erfasse Abweichungen als nachvollziehbare Änderung, lösche sie nicht einfach. Bei Teilmengen dokumentierst du die tatsächlich erbrachte Leistung und klärst die Behandlung einer Teilrechnung mit der zuständigen Stelle.
Qualität, Kundenbeziehung und verantwortliches Arbeiten
Kommunikation und Qualität sichern
Kundenorientierung bedeutet, verständlich auf Wünsche und berechtigte Fragen einzugehen, ohne falsche Versprechen zu machen. Antworte sachlich, nenne überprüfte Termine und schlage bei Engpässen Alternativen vor. Bei einer Rückfrage „Where is our shipment?“ eignet sich beispielsweise: „We are checking the current delivery status and will update you after confirmation.“ Prüfe die tatsächliche Lage, bevor du einen Termin nennst.
Qualität lässt sich anhand konkreter Kriterien prüfen: richtige Artikel und Mengen, korrekt berechneter Betrag, vollständige Belege, fristgerechte Leistung, geringe Fehlerquote und zufriedene Kundschaft. Effizienz beschreibt den sinnvollen Einsatz von Arbeitszeit und Ressourcen. Kundenzufriedenheit kann zum Beispiel durch eine kurze freiwillige, datensparsame Rückmeldung zum Prozess erfasst werden; ohne belastbare Messung ist „100 % zufrieden“ kein seriöses Ergebnis. Nutze Rückmeldungen, um Formulare, Zuständigkeiten und Checklisten zu verbessern.
Beschwerde ist eine Unzufriedenheitsäußerung; eine Reklamation kann beispielsweise eine beanstandete Ware oder Leistung betreffen. Dokumentiere den Sachverhalt, bleibe respektvoll, prüfe vertragliche und gesetzliche Regeln und hole die erforderliche Freigabe für Ersatz, Preisänderungen oder Rückerstattung ein. Ein aufgetretener Fehler ist Anlass für Ursachenanalyse: lag es an unklarer Anfrage, falsch kopierter Formel oder fehlender Endkontrolle?
Datenschutz, Gesundheit, Nachhaltigkeit
Nach den Grundsätzen der DSGVO dürfen personenbezogene Daten nur rechtmäßig, zweckgebunden und auf das erforderliche Maß beschränkt verarbeitet werden. Nutze freigegebene Systeme, sorgfältige Empfängerauswahl, geeignete Zugriffsrechte und sichere Übermittlung. Schicke keine Kundenliste an private E-Mail-Adressen und lade keine echten Auftragsdaten in beliebige KI-Werkzeuge hoch. In diesem Kurs werden ausnahmslos synthetische Modellfälle bearbeitet.
Bildschirmarbeit erfordert gut einstellbaren Arbeitsplatz, passende Beleuchtung, regelmäßigen Haltungswechsel und Arbeitsunterbrechungen entsprechend betrieblicher Unterweisung. Die DGUV-Regel 115-401 und DGUV-Information 215-410 geben Orientierung für Bürobetriebe. Beim Scannen und Drucken gelten die betrieblichen Geräteanweisungen; technische Eingriffe, Reparaturen oder Arbeiten an elektrischen Bauteilen gehören ausschließlich in befugte, fachlich beaufsichtigte Hände. Sichere Alternative: einen digitalen Musterbeleg in der Lernumgebung simulieren.

Abbildung: Ein Dokumentenscanner als Anschauungsbeispiel. Das Foto zeigt ältere Technik; für heutige Geräte gelten die aktuellen Herstelleranweisungen. Quelle: Clemens Pfeiffer, Wikimedia Commons, CC BY 1.0.
Nachhaltigkeit heißt im Auftrag etwa bedarfsgerechte Mengen, reparierbare oder langlebige Produkte, wenig Verpackung, gebündelte Lieferung und ressourcenschonende Kommunikation. Prüfe Zielkonflikte: Expressversand kann ein wichtiges Zeitproblem lösen, erhöht aber möglicherweise Kosten und Umweltbelastung. Digital ist nicht automatisch klimaneutral; achte auf Dateigrößen, Speicherbedarf und sinnvolle Aufbewahrung. Drucke nur, wenn es betrieblich erforderlich ist.
Video zum Berufsalltag:
Das deutschsprachige Berufsbildvideo von impulswerk videoagentur (2015) veranschaulicht Bürotätigkeiten. Es ist ausdrücklich keine Quelle zur seit 2025 geltenden Ausbildungsordnung.
Durchgerechneter Praxisfall: Ein Musterauftrag von Anfang bis Ende
Auftrag und Annahmen
Modellsituation: Der fiktive Betrieb „Lernbüro Musterbetrieb“ erhält von „Modellkunde Seminarraum“ am 02.11.2026 die Anfrage nach 12 wiederverwendbaren Whiteboard-Sets und 8 Moderationsboxen für einen Workshop. Es gibt keine realen Personennamen, Anschriften, Bestellnummern oder Betriebsdaten. Als frei erfundene Lernannahmen gelten: Set netto 45,00 €, Box netto 32,50 €, 5 % Rabatt auf den gesamten Warenwert, Versand netto 24,00 €, Lieferung beider Positionen gemeinsam am 12.11.2026, für die Modellrechnung 19 % Umsatzsteuer. Die zuständige Fachkraft muss Preise, Rabatt, Termin, Lieferfähigkeit und Geschäftskonditionen vor einer echten Zusage freigeben.
Auftragsziel: Erstelle ein inhaltlich korrektes, freizugebendes Angebot und nach einer fiktiven Annahme eine passende Auftragsbestätigung, einen Lieferschein, einen Rechnungsentwurf und ein kurzes Qualitätsprotokoll. Die Preisdatei muss mit Formeln arbeiten, sodass Mengenänderungen automatisch neu berechnet werden. Das Ergebnis wird anhand der nachfolgenden Kriterien geprüft.
Arbeitsplan mit Zuständigkeiten und Prüfpunkten
| Schritt | Handlung und Werkzeug | Prüfkriterium | Rolle im Lernmodell |
|---|---|---|---|
| Analyse | Anfrage auswerten, Mengen, Termin, Bedarf, offene Fragen erfassen | Vollständige Anforderungsübersicht | Auszubildende Person entwirft |
| Prüfung | Verfügbarkeit, Lieferzeit, Rabatt und Freigabegrenzen kontrollieren | Keine ungeprüfte Zusage | Fachkraft entscheidet |
| Kalkulation | Mengen und Preise in einer Tabellenkalkulation erfassen | Formelprüfung und Plausibilität | Auszubildende Person berechnet |
| Angebot | Kundenfreundliches Angebot mit Vorgangsnummer erstellen | Eindeutige Konditionen, korrektes Dokument | Fachkraft gibt frei |
| Annahme | Simulierte Bestellung mit Angebot abgleichen | Abweichungen dokumentiert | Zuständige Stelle bestätigt |
| Abwicklung | Modell-Auftragsbestätigung und Lieferschein erzeugen | Richtige Menge und Termin | Team kontrolliert |
| Rechnung | Rechnungsentwurf aus der Belegkette erzeugen | Rechenbetrag, erforderliche Felder und Format geprüft | Berechtigte Stelle prüft |
| Nachbereitung | Bearbeitungszeit, Fehler und Kundenperspektive auswerten | Messbare Verbesserung | Lernteam reflektiert |
Rechenweg und prüfbares Musterergebnis
| Rechnungsschritt | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Position Whiteboard-Sets | 12 × 45,00 € | 540,00 € netto |
| Position Moderationsboxen | 8 × 32,50 € | 260,00 € netto |
| Warenwert | 540,00 € + 260,00 € | 800,00 € netto |
| Rabatt | 800,00 € × 5 ÷ 100 | 40,00 € Abzug |
| Warenwert rabattiert | 800,00 € − 40,00 € | 760,00 € netto |
| Versand | 760,00 € + 24,00 € | 784,00 € steuerpflichtiger Modellbetrag |
| Umsatzsteuer | 784,00 € × 0,19 | 148,96 € |
| Endbetrag | 784,00 € + 148,96 € | 932,96 € brutto |
Ergebnisprüfung: Zwei Positionssummen ergeben 800,00 €. Fünf Prozent davon sind ein Zwanzigstel, also 40,00 €. Nach Abzug und Versand entstehen 784,00 €; 19 % hiervon sind 148,96 €. Der Bruttobetrag liegt folglich knapp unter 950 € und ist plausibel. Ein falscher Tabellenwert 972,96 € kann auf einen nicht abgezogenen Rabatt oder eine fehlerhafte Formel hindeuten; Ursache systematisch prüfen statt pauschal überschreiben.
Prüfbare Belegkette als Lernprodukt: Angebot A-104 vom 03.11.2026 mit allen Positionen, Preisbasis und geplanter Lieferung; fiktive Annahme am 04.11.2026; Auftragsbestätigung AB-104 mit vereinbarter Lieferung am 12.11.2026; Lieferschein LS-104 mit 12 Sets und 8 Boxen; Rechnungsentwurf RE-104 mit 784,00 € netto, 148,96 € Umsatzsteuer und 932,96 € brutto sowie Platzhaltern für sämtliche zusätzlich nötigen gesetzlichen Angaben. Die Angaben der Modellfirma bleiben als eindeutig fiktive Musterfelder markiert. Keine echte Rechnung versenden.
Qualitätsprotokoll: Mengen gegen Bestellung geprüft; Rabattgrundlage geprüft; Umsatzsteuerannahme belegt; Termin gegen freigegebene Kapazität geprüft; zugehörige Belege stimmen überein; Zugriffsrechte und Dateinamen geprüft; Versandart und Verpackung hinsichtlich Nachhaltigkeit bewertet. In der Simulation gilt ein Auftrag nur dann als abgeschlossen, wenn alle relevanten Prüfpunkte nachvollziehbar dokumentiert sind.
Bewertungsraster für den Praxisfall
| Kompetenz | Erwartbare Leistung | Punkte |
|---|---|---|
| Anforderungsanalyse | Bedarf, Rückfragen und eigene Befugnis klar erfasst | 15 |
| Arbeitsplan | Reihenfolge, Rollen, Termin- und Freigabepunkte stimmig | 15 |
| Kalkulation | Formeln, Zellbezüge, Rechenweg und Endbetrag nachvollziehbar | 20 |
| Dokumente | Angebot, Bestätigung, Lieferschein und Rechnungsentwurf kohärent | 25 |
| Recht und Datenschutz | rechtliche Prüfstellen und Umgang mit Modelldaten erkannt | 10 |
| Qualitätssicherung | Fehlerprüfungen und Kundenperspektive begründet | 10 |
| Nachhaltigkeit und Reflexion | konkret begründete Verbesserung | 5 |
| Gesamt | Maximalpunktzahl | 100 |
Orientierende Rückmeldung: 90–100 Punkte = sehr sicher und vollständig; 75–89 = gut mit kleinen Verbesserungen; 60–74 = Grundanforderungen überwiegend erreicht, einzelne Teile überarbeiten; unter 60 = gezielter Lernbedarf. Unabhängig vom Punktestand sind echte Daten, fehlende Freigaben oder ungesicherte externe Zusagen im Praxisbetrieb nicht zulässig. Dies ist ein didaktisches Lernraster und keine amtliche Prüfungsbewertung.
Transfer: Ändere die Boxenmenge testweise von 8 auf 10, aber gib zunächst nur einen neuen Kalkulationsentwurf frei, nicht einen neuen Kundenvertrag. Prüfe rechnerisch und mit einem zweiten Weg, ob alle Folgewerte automatisch korrekt neu berechnet werden. Vergleiche anschließend Aufwand, Lieferfähigkeit und Verpackungsmüll. Begründe, ob eine gemeinsame Lieferung weiterhin sinnvoll wäre.
Interaktive Aufgaben
Multiple-Choice: Fachwissen anwenden
Welche Handlung steht zu Beginn einer fachgerechten Angebotsbearbeitung? (Kundenbedarf und Rahmenbedingungen klären) (!Rechnung ohne Bestellung versenden) (!Liefertermin ohne Prüfung zusagen) (!Rabatt eigenständig verbindlich festlegen)
Wann darfst du als auszubildende Person eine verbindliche Sonderkondition zusagen? (Wenn du dafür ausdrücklich betrieblich bevollmächtigt bist) (!Immer wenn der Kunde darauf besteht) (!Sobald du die Kalkulationsdatei geöffnet hast) (!Wenn die Nachfrage schriftlich eingegangen ist)
Welche Rechnung ergibt bei 12 Stück zu je 45 Euro den Nettopositionswert? (540 Euro) (!450 Euro) (!570 Euro) (!600 Euro)
Wie hoch ist ein Rabatt von 5 Prozent auf 800 Euro? (40 Euro) (!4 Euro) (!80 Euro) (!400 Euro)
Welche Zelladresse bleibt beim Kopieren einer Formel unverändert? ($E$1) (!E1) (!E2) (!F1)
Wozu dient ein Lieferschein hauptsächlich? (Zur Dokumentation der gelieferten Gegenstände und Mengen) (!Zur automatischen Erteilung einer Rabattfreigabe) (!Zur Festlegung sämtlicher Mitarbeiterrechte) (!Zur Ersetzung aller Rechnungsangaben)
Was gilt im Jahr 2026 im gesetzlichen Sinn regelmäßig als strukturierte E-Rechnung? (Eine maschinell verarbeitbare Rechnung in zulässigem strukturiertem Format) (!Jedes einfache PDF ohne strukturierte Daten) (!Jede gescannte handschriftliche Notiz) (!Jede E-Mail mit beliebigem Foto)
Welche Reaktion ist bei einer abweichenden Kundenbestellung richtig? (Abweichung dokumentieren und vor Bestätigung abstimmen) (!Die Bestellung unbemerkt an das alte Angebot anpassen) (!Ohne Prüfung die teurere Position abrechnen) (!Alle bisherigen Vorgangsdaten löschen)
Was ist ein Beispiel für Datenminimierung? (Nur die zur Auftragsbearbeitung erforderlichen Angaben erfassen) (!Alle privaten Kontaktdaten dauerhaft speichern) (!Kundenlisten an private Adressen weiterleiten) (!Jede Anfrage öffentlich zugänglich machen)
Wie kontrollierst du einen simulierten Auftrag am sinnvollsten? (Dokumente und Rechenwerte mit der bestätigten Bestellung abgleichen) (!Nur die Farbe des Firmenlogos prüfen) (!Den Betrag ohne Rechenweg schätzen) (!Den Kunden über ungeprüfte Erfolgsmeldungen informieren)
Memory: Begriffe und Bedeutungen
Ordne die Fachbegriffe ihren jeweiligen Bedeutungen zu.
| Kundenanfrage | Bitte um Informationen zu Leistung und Bedingungen |
| Angebotsfrist | Zeitraum, auf den sich die angegebene Geltung bezieht |
| Rabatt | Vorab vereinbarter Nachlass auf einen bestimmten Preis |
| Auftragsbestätigung | Dokumentation der bestätigten Auftragsbedingungen |
| Lieferschein | Begleitbeleg mit tatsächlich gelieferten Positionen und Mengen |
| Qualitätskontrolle | Gezielter Vergleich des Ergebnisses mit festgelegten Kriterien |
Drag-and-drop: Dokument und Aufgabe
Finde für jeden Vorgang das dazu passende Dokument oder Arbeitsmittel.
| Passendes Arbeitsmittel | Beschreibung des Arbeitsschrittes |
|---|---|
| Anfrageprotokoll | Kundenwunsch und offene Rückfragen schriftlich erfassen |
| Angebotskalkulation | Menge, Einzelpreise und Nachlass berechnen |
| Auftragsbestätigung | Abgestimmte Lieferbedingungen nach Bestellung dokumentieren |
| Lieferschein | Tatsächlich ausgelieferte Positionen nachvollziehen |
| Prüfcheckliste | Zahlen und Belege vor Freigabe systematisch vergleichen |
Kreuzworträtsel: Fachbegriffe
| Anfrage | Wie nennt man die Bitte einer interessierten Person um Angaben zu Preis und Verfügbarkeit? |
| Angebot | Welcher Begriff bezeichnet eine Erklärung zu möglichen Leistungen und Konditionen? |
| Rabatt | Wie heißt ein vertraglich geregelter Preisnachlass? |
| Lieferschein | Welcher Beleg begleitet eine Warenlieferung? |
| Rechnung | Welches Dokument dient der Abrechnung einer Leistung? |
| Kontrolle | Wie heißt die systematische Prüfung eines Arbeitsergebnisses? |
LearningApps: Auftragsbearbeitung
Suche weitere Zuordnungs- und Übungsaufgaben zu Anfrage, Angebot, Auftrag und Rechnung. Prüfe fremde Übungen kritisch auf Fachlichkeit und Aktualität.
Lückentext: Vom Kundenwunsch zur Prüfung
Offene Aufgaben
Erstelle alle Produkte mit erfundenen Daten in einer sicheren Schul- oder Betriebslernumgebung. Die Lösungen werden über die Kriterien und die reflektierte Bearbeitung sichtbar, nicht durch unkontrollierte reale Versandaktionen.
Leicht
- Anfrageanalyse: Unterstreiche in einer erfundenen Anfrage alle Mengen, Fristen und Bedingungen; notiere drei sinnvolle Rückfragen und begründe jede.
- Prozessskizze: Zeichne eine Prozesskette von der Anfrage bis zur Qualitätskontrolle mit mindestens acht Stationen und markiere einen Freigabepunkt.
- Preistabelle: Berechne schriftlich die Nettowerte für 4, 8 und 12 fiktive Artikel zu je 12,50 €; überprüfe mit einem Überschlag.
- Kundenantwort: Formuliere eine höfliche deutsche Eingangsbestätigung und zwei kurze englische Sätze für eine Rückfrage ohne ungeprüfte Lieferzusage.
Standard
- Angebotsentwurf: Verfasse ein verlangtes Angebot mit zwei Positionen, Leistungsbeschreibung, Lieferhinweis und korrektem Freigabevermerk für einen erfundenen Geschäftspartner.
- Tabellenmodell: Lege den Praxisfall mit Formeln, einem absoluten Rabattsatzbezug und verständlichen Zellformaten an; dokumentiere zwei unabhängig geprüfte Rechnungen.
- Belegkette: Erstelle eine simulierte Bestellung, Auftragsbestätigung und einen Lieferschein und prüfe die Übereinstimmung von Mengen, Artikelbezeichnungen und Termin.
- Datenschutzcheck: Entwirf eine Checkliste für Datensparsamkeit, Berechtigungen, Anhangsprüfung und sichere Ablage; erläutere einen Fehlerfall ohne reale Daten.
Schwer
- Abweichungsmanagement: Simuliere eine Teilmenge mit verspäteter Lieferung und verfasse einen kundenorientierten, rechtlich zurückhaltenden Lösungsvorschlag samt interner Eskalation.
- Rechnungsprüfung: Erstelle den vollständigen Modell-Rechnungsentwurf und einen Prüfbericht zu Pflichtfeldern, Steuerannahmen und Grenzen einer bloßen PDF-Datei.
- Alternativenbewertung: Vergleiche zwei fiktive Versandoptionen mittels nachvollziehbarer Kriterien für Kosten, Terminrisiko, Verpackung und CO2-Belastung; nenne Quellen und Unsicherheiten, ohne Emissionswerte zu erfinden.
- Prozessverbesserung: Untersuche drei denkbare Fehlerursachen in der Belegkette, entwickle ein Kontrollverfahren und präsentiere deine Ergebnisse als kurze selbst erstellte Folie oder ein Erklärvideo ohne Personen- oder Kundendaten.


Lernkontrolle
Bearbeite die Aufgaben eigenständig; eine Lehrkraft oder ausbildende Fachkraft kann die Begründung mithilfe des Bewertungsrasters prüfen.
- Transferfall: Eine Kundenbestellung enthält eine andere Menge als das Angebot. Beschreibe eine rechtlich und organisatorisch tragfähige Bearbeitungsreihenfolge und kennzeichne deine Befugnisgrenze.
- Kontrollrechnung: Eine Ware kostet netto 320,00 €, es gelten 10 % Rabatt und 15,00 € steuerpflichtiger Versand. Berechne in einzelnen Schritten eine Modellrechnung mit angenommener Umsatzsteuer von 19 % und erläutere die Rabattbasis.
- Fremdsprachiger Kontakt: Eine englischsprachige Kundschaft fragt nach einem ungeprüften Soforttermin. Entwirf eine sachliche Antwort und begründe, welche Fakten du vor einer Zusage klären musst.
- Fehleranalyse: Ein Lieferschein nennt andere Mengen als die Rechnung. Formuliere mindestens drei plausible Ursachen, Prüfhandlungen und Korrekturmaßnahmen.
- E-Rechnung: Erläutere den Unterschied zwischen einfacher PDF-Rechnung und strukturierter E-Rechnung und nenne zwei konkrete Fragen, die du anhand aktueller amtlicher Quellen prüfen würdest.
- Qualitätsvergleich: Entwirf fünf Kriterien zur Bewertung einer Auftragsabwicklung; begründe, wie Kundenzufriedenheit, Zeitaufwand, Datenschutz und Ressourcenverbrauch gemeinsam zu beurteilen sind.
Unterstützende Rückmeldung: Bewerte bei Rechenaufgaben zuerst die gewählte Grundlage und das Verfahren, dann das Ergebnis. Bei einer falschen Zahl kontrolliere Einheiten, Rabattbasis, Formelbezüge und Rundung. Bei Texten prüfe zuerst, ob die verbindlichen Aussagen gedeckt und Zuständigkeiten geklärt sind. Wiederhole nach der Korrektur eine gleichwertige Variante, statt nur eine Musterlösung abzuschreiben.
Lernnachweis
Konkretes Portfolio für Lernfeld 3: Reiche eine Mappe aus (1) Anforderungsanalyse, (2) tabellarischem Arbeitsplan, (3) selbst berechneter Tabellenkalkulation mit sichtbaren Formeln, (4) Angebotsentwurf, (5) fiktiver Bestellung und Auftragsbestätigung, (6) Lieferschein, (7) Rechnungsentwurf, (8) schriftlicher Qualitätskontrolle sowie (9) einem Reflexionsblatt mit einer begründeten Verbesserung ein. Alle Unterlagen verwenden nachweislich erfundene Daten.
Messbare Kompetenzen: Die Gesamtrechnung muss im Grundfall 932,96 € brutto ergeben, die dokumentierte Belegkette die gleichen Positionen und Mengen führen und die Freigabeentscheidung klar zugeordnet sein. Das Portfolio wird mit dem 100-Punkte-Raster des Praxisfalls bewertet. Zusätzlich erläutert die lernende Person in einer kurzen mündlichen Verteidigung, warum sie einen Liefertermin nicht ungeprüft zusagt, wie die Rabattberechnung zustande kommt und wie Kundendaten geschützt werden. Lehrkräfte können die Schwierigkeit und den erforderlichen Lernumfang an den Landeslehrplan und den betrieblichen Ausbildungsplan anpassen; das Raster ist keine amtliche Prüfungszulassung.
OER und Wikipedia
Aktuelle fachliche Primärquellen und Orientierung:
- KMK: Rahmenlehrplan, Lernfeld 3, PDF-Seite 12; Fassung 20.03.2025. Maßgeblicher Bezug für die Kompetenzen; keine wörtliche Übernahme längerer Lehrplanabschnitte.
- BIBB: Berufsprofil Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement. Berufsprofil, Ausbildungsdauer und Rechtsgrundlagen.
- Ausbildungsrahmenplan zur Verordnung vom 25.02.2025. Insbesondere Berufsbildposition Auftragsbearbeitung und integrative Kompetenzen.
- BGB § 145 und BGB § 147: Grundlage zur Bindung eines Antrags und zur Annahmefrist.
- UStG § 12 und UStG § 14: Steuersatz und Rechnungsanforderungen.
- BMF: E-Rechnung FAQ, Stand März 2026. Prüfe Geltungsbereich, Übergangsfristen und technische Anforderungen aktuell.
- DIN Media: DIN 5008:2020-03, aktuelle Fachinformation. Die eigentliche DIN-Norm ist nicht frei übernommen.
- DGUV: Regeln und Informationen für Bürobetriebe. Insbesondere Regel 115-401 und Information 215-410.
- DSGVO: Europäischer Verordnungstext, besonders die Grundsätze aus Artikel 5.
- Beispiel einer Landesumsetzung: Baden-Württemberg, Zielanalyse LF 03, Stand 2025. Andere Länder und Kammern können eigene Umsetzungen und Abläufe haben.
Frei nutzbare Abbildungen mit geprüfter Dateiseite und Lizenz:
| Datei | Herkunft | Urheber | Lizenz |
|---|---|---|---|
| File:BPMN-AProcessWithNormalFlow.svg | Wikimedia Commons, Prozessmodell | Mikelo Skarabo | CC BY-SA 4.0 |
| File:LibreOffice 6 Namenfeld und Eingabezeile.png | Wikimedia Commons, Zellbezüge | Klaus-Dieter Keller | CC0 1.0 |
| File:Libreoffice-calc.png | Wikimedia Commons, Tabellenoberfläche | Fsolda; The Document Foundation und Canonical für Programmteile | CC0 1.0 laut Dateiseite |
| File:Dokumentenscanner.jpg | Wikimedia Commons, Dokumentenscanner | Clemens Pfeiffer | CC BY 1.0 |
Bei Weiterverwendung der BY-SA- und BY-Abbildungen Namensnennung, Verlinkung und Lizenzbedingungen einhalten; es wurden hier keine Bilddateien verändert. Alte Softwareansichten und Gerätefotos sind nur Anschauungsbeispiele.
Videos und Nutzungsstatus: Prozentualen Anteil berechnen, TOPTORIALS OFFICE, 2016 und Ausbildung zur Kauffrau / zum Kaufmann für Büromanagement, impulswerk videoagentur, 2015 wurden als öffentlich beschriebene Original-Videoseiten identifiziert und verlinkt beziehungsweise eingebettet. Für diese Videos ist keine offene Nachnutzungslizenz nachgewiesen; daher nur Original-Player nutzen, nicht kopieren oder als OER umetikettieren. Ältere Videos belegen weder die Ausbildungsordnung 2025 noch die Rechtslage 2026.
Wikipedia als ergänzender, kritisch zu prüfender Überblick: Geschäftsprozess. Für rechtliche Fragen immer auf die oben verlinkten Primärquellen zurückgreifen.
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Der Auftrag verbindet kaufmännisches Rechnen, Wirtschaft, Recht, Sprache, digitale Werkzeuge, Sicherheit, Nachhaltigkeit und Kommunikation. Wiederhole verwandte Lernfelder und übertrage den Prozess auf verschiedene Branchen und Dienstleistungen.
Verbindende Projekte: Gestalte im Team einen digitalen Übungsauftrag für eine selbst erdachte Veranstaltung; entwickle ein fehlerrobustes Kalkulationsblatt mit mindestens drei Testfällen; verfasse eine deutsch-englische Kundenkommunikation ohne reale Kontakte; simuliere eine datensparsame Auftragsdokumentation; präsentiere eine nachvollziehbare Verbesserung für Zeit, Kundenservice und Ressourcenverbrauch.
Bildungskontext: Berücksichtige den betrieblichen Ausbildungsplan, den geltenden Landeslehrplan und die zuständige Kammer. Alle sicherheitsrelevanten Tätigkeiten erfolgen nur nach Unterweisung und unter befugter Aufsicht; im Unterricht ist die Simulation mit Musterdaten vorzuziehen.
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