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Arbeitsmassen formen - Keramiker - LF 4

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Arbeitsmassen formen - Keramiker - LF 4

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Einleitung

Du arbeitest im ersten Ausbildungsjahr als angehende Keramikerin oder angehender Keramiker. In diesem Lernmodul übernimmst du einen vollständigen beruflichen Arbeitsauftrag: Du analysierst ein Produkt, wählst eine geeignete Arbeitsmasse und Formgebung, planst Material und Arbeitsschritte, stellst einen Rohling her, prüfst ihn und dokumentierst das Ergebnis. Das Lernfeld 4 des KMK-Rahmenlehrplans trägt den Titel „Arbeitsmassen formen“ und ist mit 80 Stunden angesetzt. Es verbindet gestalterische, produktionstechnische und wirtschaftliche Entscheidungen mit Qualität, Ergonomie, Arbeitssicherheit und Umweltschutz.

Du lernst nicht nur einzelne Handgriffe. Entscheidend ist, dass du begründen kannst, warum eine Masse und ein Verfahren zu einem Produkt passen, wie Maße und Schwindung berücksichtigt werden und woran du ein brauchbares Halbfabrikat erkennst. Die Beispiele sind Übungsfälle mit erfundenen Produktdaten. Betriebliche Rezepturen, Maschinenparameter, Betriebsanweisungen und Ausbildungspläne haben im konkreten Betrieb Vorrang. Gefährliche oder maschinelle Arbeiten erfolgen nur nach Unterweisung und unter der vorgesehenen befugten Aufsicht.


Arbeitsmassen verstehen und beurteilen

Was ist eine Arbeitsmasse?

Eine keramische Arbeitsmasse ist ein aufbereitetes Gemisch aus keramischen Rohstoffen, das für einen bestimmten Formgebungs- und Herstellungsprozess bereitgestellt wird. Häufig enthält sie Tonminerale beziehungsweise plastische Bestandteile, nichtplastische Zuschläge und je nach Rezeptur weitere Rohstoffe. Die genaue Zusammensetzung richtet sich nach Produkt, Brennverfahren, gewünschter Farbe, Festigkeit und betrieblicher Rezeptur. Verwende deshalb keine beliebige Masse für jedes Verfahren.

Bildsame Masse lässt sich unter Druck und Zug verformen, ohne sofort zu reißen. Sie eignet sich beispielsweise zum Modellieren, Aufbauen, Drehen oder Einformen. Gießmasse ist eine fließfähige keramische Suspension, die als Schlicker in eine saugfähige Form gegossen wird. Pressmasse wird passend zum jeweiligen Pressverfahren eingestellt; sie kann je nach Technik plastisch oder deutlich trockener sein. Die Begriffe beschreiben nicht einfach Qualitätsstufen, sondern unterschiedliche Anforderungen an die Verarbeitung.

Ton wird vor der Formgebung geknetet und homogenisiert. Foto: Kritzolina, CC BY-SA 4.0.
Ton wird vor der Formgebung geknetet und homogenisiert. Foto: Kritzolina, CC BY-SA 4.0.

Eigenschaften prüfen

Vor dem Formen prüfst du die Masse nach den betrieblichen Vorgaben. Wichtige Merkmale sind Plastizität, Feuchte beziehungsweise Konsistenz, Homogenität, Fremdkörperfreiheit und die Eignung für den vorgesehenen Prozess. Bei einer bildsamen Masse helfen eine kleine Probe und eine Sicht- und Tastprüfung: Lässt sie sich gleichmäßig ausrollen oder aufbauen? Entstehen beim vorsichtigen Biegen Risse? Klebt sie stark an Werkzeugen? Bröckelt sie? Solche Beobachtungen ersetzen keine festgelegte betriebliche Prüfung, geben aber Hinweise auf die Verarbeitbarkeit.

Plastizität bezeichnet die Fähigkeit, eine Formänderung dauerhaft anzunehmen, ohne dabei zu zerbrechen. Homogenität bedeutet, dass die Masse möglichst gleichmäßig zusammengesetzt und durchfeuchtet ist. Feuchteunterschiede, harte Klumpen oder eingeschlossene Luft können später zu Verformungen, Rissen oder Fehlstellen führen. Durch Kneten, Schlagen oder Walken wird die Masse – passend zum Material und nach Betriebsanweisung – vereinheitlicht. Nicht jede Methode ist für jede Masse oder Maschine geeignet.

Masse auswählen und lagern

Wähle eine Masse anhand der Produktanforderungen und der technischen Angaben des Herstellers oder Betriebs: Welche Form soll entstehen? Wie groß und dick sind die Wandungen? Wird von Hand aufgebaut, gedreht, gegossen oder gepresst? Welche Trocknungs- und Brenneigenschaften sind vorgesehen? Auch Farbe, Oberflächenwirkung, Schamotteanteil und die spätere Verwendung des Produkts können eine Rolle spielen. Schamotte sind gebrannte, zerkleinerte keramische Bestandteile, die einer Masse je nach Rezeptur Struktur geben und das Formverhalten beeinflussen.

Lagere Arbeitsmassen sortenrein, gekennzeichnet und vor Austrocknung oder Verunreinigung geschützt. Notiere Massebezeichnung, Charge, Datum und gegebenenfalls Rücklaufanteil nach betrieblicher Vorgabe. Masserücklauf darf nur dann wieder eingearbeitet werden, wenn Herkunft, Zusammensetzung und Aufbereitung bekannt und freigegeben sind. Unbekannte Massen, Glasur- oder Gipsreste gehören nicht ungeprüft in einen Produktionsansatz.

Das Aufbereiten von Ton ist Teil einer gleichmäßigen Arbeitsmasse. Foto: Pp391, CC BY-SA 3.0.
Das Aufbereiten von Ton ist Teil einer gleichmäßigen Arbeitsmasse. Foto: Pp391, CC BY-SA 3.0.


Formgebungsverfahren auswählen

Handformtechniken

Beim Aufbauen entsteht ein Werkstück schrittweise aus Tonstücken, Platten oder Wülsten. Bei der Wulsttechnik formst du gleichmäßige Tonstränge und verbindest sie lagenweise. Die Plattentechnik nutzt ausgerollte oder gewalzte Tonplatten, die zugeschnitten und zu einem Körper zusammengesetzt werden. Beim Modellieren formst du die Masse unmittelbar von Hand oder mit geeigneten Werkzeugen. Die Techniken eignen sich für Einzelstücke, Reliefs, Gefäße und geometrische Körper. Entscheidend sind gleichmäßige Wandstärken, stabile Übergänge und sorgfältig verbundene Ansatzstellen.

Beim Einformen wird eine Masse in oder an eine Form gebracht. Beim Überformen wird eine Masse über eine Form gelegt oder an deren Kontur angepasst. Modelle und Schablonen helfen, Maße und wiederkehrende Konturen einzuhalten. Prüfe vor dem Formen, ob die Form sauber, passend und für die Masse geeignet ist. Trenne Werkstück und Form nur mit den vorgesehenen Hilfsmitteln und im geeigneten Zustand.

Beispiel für das Kneten und Vereinheitlichen einer Tonmasse. Foto: Uzoraustin, CC BY-SA 4.0.
Beispiel für das Kneten und Vereinheitlichen einer Tonmasse. Foto: Uzoraustin, CC BY-SA 4.0.

Drehen und halbmaschinelle Verfahren

Beim Drehen wird die Masse auf einer rotierenden Scheibe geformt. Die Masse wird zentriert, geöffnet, der Boden angelegt und die Wand hochgezogen. Die Wandstärke soll möglichst gleichmäßig sein. Beim Eindrehen wird Masse in eine Form gegeben und mit einem Werkzeug beziehungsweise Stempel an die Formkontur angelegt. Beim Überdrehen wird eine Masse über einer Form oder auf einer Kontur mit einem rotierenden Werkzeug ausgeformt. Halbmaschinelle Verfahren können gleichmäßige Serien ermöglichen, benötigen aber geeignete Massen, Formen, Einstellungen und eine sichere Bedienung.

Vor jeder Maschinenarbeit prüfst du nach Unterweisung den Zustand von Maschine, Schutzvorrichtungen, Werkzeugen und Arbeitsbereich. Rüste Maschinen niemals eigenmächtig um. Störungen, ungewöhnliche Geräusche, beschädigte Kabel oder fehlende Schutzvorrichtungen meldest du und nimmst die Anlage nicht eigenständig wieder in Betrieb.

Gießen und Pressen

Beim Schlickergießen wird flüssige Gießmasse in eine saugfähige, häufig mehrteilige Gipsform gefüllt. Die Form entzieht der Suspension Wasser. An der Formwand bildet sich eine keramische Schicht. Beim Hohlguss wird überschüssiger Schlicker nach Erreichen der vorgesehenen Wandstärke ausgegossen. Beim Vollguss bleibt die Masse in der Form, bis der Körper ausreichend angezogen hat. Form, Schlicker und Prozesszeit müssen zusammenpassen.

Beim Pressen wird die Masse durch Druck in oder zwischen Formen gebracht. Das Verfahren ist besonders für wiederholbare Geometrien und bestimmte Serien geeignet. Pressverfahren unterscheiden sich technisch deutlich; die verwendete Masse muss auf die Anlage und das Produkt abgestimmt sein. Die Wahl des Verfahrens hängt unter anderem von Geometrie, Stückzahl, Oberflächenanforderung, Maßhaltigkeit, Materialeinsatz, Zeit und verfügbaren Betriebsmitteln ab.

Fachvideo zum Ansetzen von Henkeln: „Henkeln“, verlinkt in den Keramik-Fachhinweisen der Salzburger Museen. Vor dem Einsatz im Unterricht Inhalt und Verfügbarkeit nochmals prüfen.


Arbeitsplanung, Maße und Schwindung

Vom Auftrag zur Werkzeichnung

Lies den Auftrag genau: Produktart, Stückzahl, Maße, Funktion, Oberfläche, Termin und Qualitätsanforderungen. Kläre offene Angaben, bevor du Material verbrauchst. Fertige eine Skizze mit Vorderansicht, Seitenansicht und gegebenenfalls Draufsicht an. Trage Maße, Wandstärken, Verbindungen und wichtige Toleranzen ein, soweit sie im Auftrag vorgegeben sind. Überlege, welche Maße für das Formen und welche für das fertige Produkt gelten.

Eine Werkzeichnung stellt das Werkstück so dar, dass Form und Maße nachvollziehbar sind. Eine Schablone überträgt eine Kontur wiederholt auf die Masse. Eine Form gibt dem Werkstück eine definierte Geometrie. Bei Serienfertigung helfen Zeichnung, Schablone und dokumentierte Prozessschritte, gleichbleibende Ergebnisse zu erzielen.

Schwindung berechnen

Keramische Massen verändern beim Trocknen und Brennen ihre Maße. Die gesamte lineare Schwindung wird für eine überschlägige Planung häufig als Prozentwert angegeben. Entscheidend sind die tatsächliche Masse, der Prozess und die Hersteller- oder Betriebsangaben. Wenn das gewünschte Endmaß bekannt ist, kannst du mit einer angenommenen linearen Gesamtschwindung rechnen:

Formmaß = gewünschtes Endmaß / (1 − Schwindungsanteil)

Beispiel: Ein Werkstück soll nach dem Brennen 100 mm breit sein. Für die verwendete Masse wird im Übungsfall eine lineare Gesamtschwindung von 10 % angenommen. Dann gilt: 100 mm / (1 − 0,10) = 100 / 0,90 = 111,1 mm. Du planst also ungefähr 111 mm als Ausgangsmaß. Bei 50 mm gewünschter Höhe ergibt sich 50 / 0,90 = 55,6 mm. Die 10 % sind ein ausdrücklich angenommener Übungswert, kein allgemeingültiger Keramikwert. In der Praxis verwendest du die geprüften Daten der konkreten Masse und bestätigst sie mit einer Probe.

Wenn du nur die Schwindung zwischen zwei Messzuständen berechnen willst, gilt: Schwindung in % = (Ausgangsmaß − Endmaß) / Ausgangsmaß × 100. Beispiel: Ein Probestreifen misst vor dem Trocknen 120 mm und nach dem Brennen 108 mm. (120 − 108) / 120 × 100 = 10 %. Notiere immer, zwischen welchen Zuständen du gemessen hast: plastisch, lederhart, trocken oder gebrannt.

Material- und Zeitbedarf planen

Schätze den Materialbedarf anhand von Stückzahl, Größe, Wandstärke und Erfahrungswerten. Ergänze einen begründeten Zuschlag für Verschnitt und Korrekturen. Beispiel: Für zwölf Übungsschalen werden je 250 g bildsame Masse kalkuliert. 12 × 250 g = 3.000 g. Mit 10 % Reserve: 3.000 g × 1,10 = 3.300 g beziehungsweise 3,3 kg. Das ist ein Planwert; die tatsächliche Menge hängt von Form, Wandstärke und Arbeitsweise ab. Wiege bei Bedarf eine Probe und passe die Kalkulation an.

Ein Arbeitsplan ordnet die Schritte, Werkzeuge, Prüfungen und Zeitfenster. Plane auch Ruhe- und Ansteifzeiten, Trocknung, Transport und Lagerung ein. Ein Werkstück ist nicht automatisch fertig, wenn die Formgebung beendet ist. Es muss sicher und so gelagert werden, dass es gleichmäßig trocknet und nicht beschädigt wird.


Formen, vollenden und trocknen

Verbinden und nacharbeiten

Tonverbindungen müssen dauerhaft und passend zur Masse hergestellt werden. Bei einer Ansatzstelle werden die Kontaktflächen nach der betrieblichen Methode vorbereitet, beispielsweise angeraut, angefeuchtet oder mit geeignetem Schlicker verbunden. Schlicker ist eine flüssige keramische Masse; er kann als Verbindungshilfe dienen, wenn Zusammensetzung und Feuchte zum Werkstück passen. Drücke die Teile sorgfältig zusammen und verstreiche die Naht, ohne die Wand unnötig auszudünnen. Ein bloßes Auflegen ohne tragfähige Verbindung führt häufig zu Rissen oder Ablösungen.

Henkeln bedeutet, einen Henkel zu formen und an einem Gefäß anzusetzen. Garnieren bezeichnet das Anbringen zusätzlicher Formteile oder Verzierungen, beispielsweise Henkel, Ausgüsse oder plastische Elemente. Die Ansatzstellen müssen zur Funktion und zum Gewicht des Bauteils passen. Bei einem Henkel prüfst du nicht nur die Optik, sondern auch Griffweite, Übergänge und Stabilität. Verputzen entfernt Grate, überschüssige Masse und störende Nahtspuren. Abdrehen ist eine spanende Nachbearbeitung eines ausreichend festen, meist lederharten Werkstücks auf der Drehscheibe.

Trocknung und Lagerung

Trocknung muss kontrolliert und dem Werkstück angepasst erfolgen. Unterschiedliche Wandstärken, geschlossene Hohlräume, starke Ansatzstellen und ungleichmäßige Luftbewegung können zu Spannungen führen. Zu schnelles oder ungleichmäßiges Trocknen erhöht das Risiko von Rissen und Verzug. Schütze empfindliche Werkstücke nach betrieblicher Vorgabe vor Zugluft und direkter Wärme. Wende oder kontrolliere sie nur, wenn der Zustand dies zulässt und die Form dadurch nicht beschädigt wird.

Lederhart beschreibt einen Zustand, in dem das Werkstück noch Restfeuchte besitzt, aber ausreichend fest für bestimmte Nacharbeiten ist. Knochentrocken bedeutet, dass die Masse vor dem Brennen weitgehend trocken ist. Die Begriffe sind Zustandsbeschreibungen und keine pauschalen Zeitangaben. Beurteile den Zustand anhand der betrieblichen Kriterien und nicht allein nach der Uhr.

Video-Tutorial zur Porzellanherstellung: Ein von Porzellanikon – Staatliches Museum für Porzellan bereitgestelltes Tutorial, dokumentiert beim Museum für Immaterielles Kulturerbe. Es dient als Anschauung für handwerkliche Arbeitsschritte; die konkrete Masse und Prozessführung deines Betriebs bleiben maßgeblich.


Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit

Prüfen und Fehler erkennen

Prüfe das Werkstück während und nach der Formgebung. Geeignete Kriterien sind Maßhaltigkeit, Formtreue, Wandstärke, Standfestigkeit, saubere Oberfläche, sichere Verbindungen und das Fehlen sichtbarer Risse oder Fehlstellen. Nutze Messschieber, Maßstab, Schablone oder Lehre nur sachgerecht. Vergleiche das Ergebnis mit Auftrag und Werkzeichnung. Kennzeichne Abweichungen und entscheide gemeinsam mit der verantwortlichen Fachkraft, ob nachgearbeitet, weitergetrocknet oder ausgesondert werden muss.

Typische Fehler und mögliche Ursachen: Risse an Ansatzstellen können auf unzureichende Verbindung, unterschiedliche Feuchte oder ungünstige Wandstärken zurückgehen. Verzug kann durch ungleichmäßige Wandung, instabile Auflage oder ungleichmäßige Trocknung entstehen. Lunker oder Fehlstellen können durch eingeschlossene Luft, schlechte Massehomogenität oder ungeeignete Prozessbedingungen begünstigt werden. Ein Fehlerbild hat oft mehrere mögliche Ursachen. Ändere deshalb nicht mehrere Prozessparameter gleichzeitig, sondern dokumentiere Beobachtung, vermutete Ursache und die geprüfte Korrektur.

Arbeitsschutz und Ergonomie

Keramische Rohstoffe können quarzhaltigen Staub enthalten. Besonders trockene Rohstoffe, Schleif- und Reinigungsarbeiten können gesundheitsgefährdende Stäube freisetzen. Vermeide Staubentstehung, arbeite nach Gefährdungsbeurteilung und Betriebsanweisung und nutze geeignete technische Erfassung und Lüftung. Trockenes Kehren oder Abblasen mit Druckluft kann Staub aufwirbeln und ist kein Ersatz für geeignete Reinigung. Verwende die dafür vorgesehenen feuchten oder abgesaugten Reinigungsverfahren. Atemschutz ist kein Ersatz für technische und organisatorische Maßnahmen; Auswahl und Einsatz richten sich nach Gefährdungsbeurteilung und Unterweisung.

Achte auf rückenschonende Arbeitshöhen, kurze Transportwege, geeignete Hebehilfen und wechselnde Körperhaltungen. Nasse Böden, scharfe Werkzeuge, rotierende Teile, elektrische Anlagen und schwere Formen bergen zusätzliche Risiken. Trage die vorgeschriebene Arbeitskleidung und persönliche Schutzausrüstung. Maschinen, Pressen, Öfen und elektrische Einrichtungen bedienst du nur nach Unterweisung und betrieblicher Freigabe. Bei Störungen stoppst du den Arbeitsvorgang sicher und informierst die zuständige Fachkraft.

Umwelt, Digitalisierung und Dokumentation

Arbeite material- und energiesparend: Plane Zuschnitte, sammle sortenreinen, noch geeigneten Masserücklauf getrennt und vermeide unnötige Ausschüsse. Trockene Tonreste nicht in den Ausguss geben. Schlämme und Reinigungswasser werden nach den betrieblichen Vorgaben gesammelt und behandelt; lokale Entsorgungsregeln sind zu beachten. Wasser- und Energieverbrauch lassen sich durch passende Chargengrößen, gut geplante Trocknung und eine abgestimmte Prozessfolge reduzieren.

Digitale Werkzeichnungen, Tabellen oder Fotos können Maße, Arbeitsgänge und Prüfergebnisse nachvollziehbar dokumentieren. Verwende dafür nur betriebliche freigegebene Systeme und keine personenbezogenen Kundendaten oder vertraulichen Betriebsinformationen in öffentlichen Diensten. Fotografiere Werkstücke so, dass Maßstab, Zustand und relevante Details erkennbar sind. Speichere Version, Datum und Prüfstatus, damit Änderungen nachvollziehbar bleiben.

Die fachlichen Grundlagen dieses Moduls orientieren sich am KMK-Rahmenlehrplan für Keramiker/Keramikerin, insbesondere Lernfeld 4, sowie an der Keramikgewerbe-Ausbildungsverordnung. Für quarzhaltigen Staub sind die BAuA TRGS 559 und die DGUV Information 213-111 einschlägige Referenzen. Prüfe vor der betrieblichen Anwendung immer die aktuelle Fassung, die Gefährdungsbeurteilung, Herstellerinformationen und die konkreten Betriebsanweisungen.


Praxisfall: Zwölf gleichmäßige Übungsschalen herstellen

Auftrag und Analyse

Eine Ausbildungswerkstatt benötigt zwölf kleine Übungsschalen aus einer freigegebenen bildsamen Steinzeugmasse. Im Übungsauftrag sind folgende Zielmaße nach dem Brennen festgelegt: Durchmesser 100 mm, Höhe 45 mm. Die Schalen sollen auf einer ebenen Fläche standsicher sein, eine gleichmäßige Wandung haben und keine sichtbaren Risse aufweisen. Die Werkstatt gibt für die Beispielrechnung eine lineare Gesamtschwindung von 10 % und einen Planwert von 250 g Masse pro Schale vor. Diese Werte sind ausschließlich fiktive Übungsdaten und müssen in einem echten Auftrag durch Masse- und Betriebsdaten ersetzt werden.

Du entscheidest dich für die Plattentechnik mit einer runden Bodenschablone und einer zugeschnittenen Seitenplatte. Das Verfahren ist für eine kleine Serie geeignet, weil Maße wiederholt kontrolliert werden können und keine Drehscheibe erforderlich ist. Die Entscheidung ist begründet, aber nicht alternativlos: Bei passenden Voraussetzungen wären auch Einformen oder ein anderes Verfahren denkbar. Du prüfst zuerst, ob die Masse für die Plattentechnik freigegeben und ausreichend plastisch ist.

Berechnung und Vorbereitung

Durchmesser im Formzustand: 100 mm / 0,90 = 111,1 mm. Höhe im Formzustand: 45 mm / 0,90 = 50 mm. Du zeichnest die Ausgangsmaße in eine Werkzeichnung ein und berücksichtigst bei der Seitenplatte zusätzlich die konkrete Überlappung beziehungsweise Stoßverbindung. Die Wandstärke wird im Übungsauftrag mit etwa 6 mm festgelegt; im Betrieb muss sie zur Masse, Nutzung und technischen Vorgabe passen.

Massebedarf: 12 × 250 g = 3.000 g. Mit 10 % Reserve: 3.000 g × 1,10 = 3.300 g. Du stellst also 3,3 kg der freigegebenen Masse bereit. Werkzeuge: geeignete Unterlage, Tonroller mit Führungen, Schneidedraht, Messer, Schablonen, Maßstab oder Messschieber, Schwamm und geeignete Werkzeuge zum Verbinden und Verputzen. Arbeitsplatz, persönliche Schutzausrüstung und Reinigungsmittel richtest du nach Unterweisung und Betriebsanweisung ein.

Arbeitsplan

Schritt Tätigkeit Kontrolle / Ergebnis
1 Auftrag, Massefreigabe und Zeichnung prüfen Zielmaße, Stückzahl und Masse sind eindeutig
2 Arbeitsplatz sicher und ergonomisch einrichten Werkzeuge vollständig, Wege frei, Staubschutz berücksichtigt
3 Masse homogenisieren und zwölf Portionen mit Reserve vorbereiten gleichmäßige Konsistenz, dokumentierte Masse
4 Bodenplatten und Seitenplatten mit Führungen herstellen gleichmäßige Plattenstärke, saubere Konturen
5 Bodenschablonen ausschneiden und Seitenplatten anpassen Ausgangsmaße nach Zeichnung
6 Kontaktflächen vorbereiten, verbinden und Naht verstreichen geschlossene, tragfähige Verbindung
7 Form kontrollieren und Standfläche prüfen Durchmesser, Höhe, Wandung und Stand
8 Oberfläche und Rand nacharbeiten keine störenden Grate, gleichmäßiger Rand
9 Werkstücke gekennzeichnet und geschützt lagern sichere, gleichmäßige Trocknung möglich
10 Trocknung nach Vorgabe überwachen und dokumentieren Zustand und Abweichungen erfasst
11 Zwischen- und Endkontrolle durchführen Prüfprotokoll vollständig
12 Werkzeuge reinigen, pflegen und Arbeitsplatz übergeben sauberer, sicherer Arbeitsplatz

Prüfergebnis und Bewertungsraster

Ein prüfbares Ergebnis besteht aus zwölf gekennzeichneten Rohlingen, der Werkzeichnung mit Schwindungsrechnung, einem ausgefüllten Arbeitsplan und einem Prüfprotokoll. Für die Formkontrolle werden die Werkstücke im vergleichbaren Zustand gemessen. Die Endmaße nach dem Brand werden später mit den Zielmaßen verglichen. Bei Abweichungen dokumentierst du die tatsächliche Schwindung und besprichst, ob der angenommene Planwert für eine weitere Serie angepasst werden muss.

Kriterium Punkte Beobachtbarer Nachweis
Auftragsanalyse und Verfahrenswahl 15 Anforderungen erkannt und Wahl nachvollziehbar begründet
Berechnung und Materialplanung 15 Schwindungsrechnung und Mengenansatz rechnerisch korrekt
Arbeitsplatz und Sicherheit 15 sichere, ergonomische Einrichtung und eingehaltene Betriebsanweisung
Form und Maßhaltigkeit 20 zwölf Rohlinge mit nachvollziehbaren Maßen und gleichmäßiger Wandung
Verbindungen und Oberflächen 15 tragfähige Nähte, sauberer Rand, keine vermeidbaren Fehlstellen
Trocknung und Lagerung 10 sachgerechte Lagerung und dokumentierte Kontrollen
Dokumentation und Reflexion 10 vollständige Unterlagen, Abweichungen und Verbesserungen benannt
Gesamt 100 Bewertung anhand der beobachtbaren Nachweise

Ein mögliches Ergebnis gilt im Übungsfall als gelungen, wenn alle zwölf Rohlinge die vereinbarten Form- und Qualitätsmerkmale erfüllen und die Dokumentation eine Wiederholung des Arbeitsablaufs ermöglicht. Die Punkteverteilung ist ein didaktisches Bewertungsraster und keine amtliche Prüfungsordnung. In der betrieblichen Ausbildung gelten die zuständigen Vorgaben und die Bewertung durch die verantwortlichen Ausbilderinnen und Ausbilder.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Fachwissen prüfen

Welche Eigenschaft beschreibt Plastizität? (Die Fähigkeit, eine Formänderung dauerhaft anzunehmen, ohne zu zerbrechen) (!Die Fähigkeit, Wasser vollständig abzuweisen) (!Die Fähigkeit, bei Raumtemperatur zu schmelzen) (!Die Fähigkeit, nach dem Brennen elastisch zu bleiben)




Wofür wird Schlicker beim Schlickergießen verwendet? (Als fließfähige keramische Suspension, die in eine saugfähige Form gegossen wird) (!Als trockenes Trennpulver für die Arbeitsplatte) (!Als Glasur, die erst nach dem Brand aufgetragen wird) (!Als Brennhilfsmittel für den Ofen)




Was geschieht beim Hohlguss nach Erreichen der vorgesehenen Wandstärke? (Überschüssiger Schlicker wird aus der Form ausgegossen) (!Die Form wird sofort in Wasser getaucht) (!Der Rohling wird mit trockenem Pulver gefüllt) (!Die Form wird während des Gießens vollständig zerbrochen)




Welche Technik eignet sich besonders für einen geometrischen Körper aus ebenen Flächen? (Plattentechnik) (!Freidrehen) (!Hohlguss ohne Form) (!Abdrehen ohne Rohling)




Ein Endmaß von 90 mm soll bei angenommener Gesamtschwindung von 10 % erreicht werden. Welches Formmaß ist rechnerisch richtig? (100 mm) (!99 mm) (!81 mm) (!110 mm)




Welche Aussage zur Homogenität einer Arbeitsmasse ist richtig? (Sie beschreibt eine möglichst gleichmäßige Zusammensetzung und Durchfeuchtung) (!Sie bedeutet, dass die Masse besonders trocken sein muss) (!Sie beschreibt ausschließlich die Brennfarbe) (!Sie bedeutet, dass die Masse aus nur einem Rohstoff besteht)




Was ist beim Ansetzen eines Henkels besonders wichtig? (Die Kontaktstellen müssen passend vorbereitet und tragfähig verbunden werden) (!Der Henkel darf nur lose aufliegen) (!Die Ansatzstelle muss vollständig ausgetrocknet sein) (!Der Henkel wird ausschließlich mit Farbe befestigt)




Welcher Zustand wird als lederhart bezeichnet? (Das Werkstück ist noch feucht, aber bereits ausreichend fest für bestimmte Nacharbeiten) (!Das Werkstück ist vollständig gebrannt) (!Die Masse ist noch flüssiger Schlicker) (!Das Werkstück ist vollständig verglast)




Welche Maßnahme reduziert das Risiko durch quarzhaltigen Staub? (Staubentstehung vermeiden und geeignete Erfassung sowie Reinigung nach Gefährdungsbeurteilung nutzen) (!Trockenen Staub mit Druckluft verteilen) (!Den Arbeitsplatz trocken auskehren) (!Ohne Unterweisung beliebige Atemschutzmasken verwenden)




Was gehört zu einer nachvollziehbaren Qualitätskontrolle? (Ergebnis mit Auftrag und Werkzeichnung vergleichen und Abweichungen dokumentieren) (!Nur die Farbe des Werkstücks betrachten) (!Ausschließlich die benötigte Arbeitszeit notieren) (!Alle Rohlinge unabhängig vom Zustand sofort weitergeben)





Memory: Fachbegriffe zuordnen

Plastizität Fähigkeit einer Masse, sich dauerhaft verformen zu lassen
Schlicker Fließfähige keramische Suspension
Schablone Hilfsmittel zum wiederholten Übertragen einer Kontur
Lederhart Fester, noch feuchter Zustand für bestimmte Nacharbeiten
Garnieren Ansetzen zusätzlicher Formteile an einen keramischen Körper





Drag-and-drop: Verfahren und Beschreibung verbinden

Begriff Beschreibung
Wulsttechnik Aufbau aus verbundenen Tonsträngen
Plattentechnik Formen aus zugeschnittenen Tonplatten
Hohlguss Überschüssigen Schlicker nach Schichtbildung ausgießen
Eindrehen Masse in einer Form mit Werkzeug oder Stempel ausformen
Abdrehen Lederharten Rohling auf der Scheibe nachbearbeiten





Kreuzworträtsel: Fachwörter finden

Schlicker Wie heißt eine fließfähige keramische Gießmasse?
Wulsttechnik Welche Handformtechnik arbeitet mit Tonsträngen?
Schablone Welches Hilfsmittel überträgt wiederholt eine Kontur?
Gipsform Welche saugfähige Form wird häufig beim Schlickergießen verwendet?
Schwindung Wie heißt die Maßverringerung beim Trocknen und Brennen?
Garnieren Wie nennt man das Ansetzen zusätzlicher Formteile?





LearningApps: Formgebung vertiefen

Nutze die thematische Suche nach interaktiven Übungen zu keramischen Formgebungsverfahren. Prüfe vor dem Einsatz, ob die gefundene Übung fachlich korrekt und für deinen Ausbildungsstand geeignet ist.


Lückentext: Den Arbeitsablauf verstehen

Ergänze die Fachbegriffe und Prozessschritte.
Vor dem Formen wird die Arbeitsmasse auf ihre Verarbeitbarkeit und

geprüft. Eine bildsame Masse kann dauerhaft verformt werden, ohne sofort zu

. Beim Schlickergießen füllt man eine fließfähige Suspension in eine saugfähige

. Für ein Maß nach dem Brand muss die erwartete

berücksichtigt werden. Tonplatten werden bei der Plattentechnik zugeschnitten und zu einem Körper

. Nach der Formgebung werden Grate entfernt und Oberflächen

. Ein Henkel wird an vorbereiteten Kontaktstellen

. Das Werkstück wird anschließend sachgerecht gelagert und kontrolliert

. Die Qualitätskontrolle vergleicht das Ergebnis mit dem

. Quarzhaltiger Staub wird durch geeignete technische und organisatorische Maßnahmen möglichst an der Entstehungsstelle

.



Offene Aufgaben


Leicht

  1. Masse fühlen und beschreiben: Vergleiche zwei freigegebene bildsame Arbeitsmassen anhand einer betreuten Probe. Beschreibe Konsistenz, Plastizität und Homogenität mit mindestens fünf passenden Fachbegriffen.
  2. Formgebungsverfahren skizzieren: Zeichne Wulsttechnik, Plattentechnik und Schlickerguss als einfache Ablaufskizzen. Beschrifte jeweils Masse, Werkzeug und Form.
  3. Werkzeugkunde: Erstelle eine bebilderte Werkzeugkarte mit sechs Werkzeugen aus deiner Werkstatt. Notiere Funktion, Pflege und eine wichtige Sicherheitsregel.
  4. Fehlerbilder beobachten: Untersuche bereitgestellte Muster mit Riss, Verzug oder ungleichmäßiger Wandung. Beschreibe nur sichtbare Merkmale und formuliere je eine mögliche Ursache.


Standard

  1. Kleine Schale planen: Entwickle eine Werkzeichnung für eine kleine Schale aus bildsamer Masse. Berechne die Formmaße mit einem vorgegebenen Schwindungswert und begründe das gewählte Verfahren.
  2. Wulst und Platte vergleichen: Stelle anhand betreuter Muster zwei kleine Modellkörper her oder plane sie als Simulation. Vergleiche Materialeinsatz, Zeit, Maßhaltigkeit und Verbindungsqualität.
  3. Henkelverbindung prüfen: Fertige unter Aufsicht eine Übungsverbindung an oder nutze vorbereitete Muster. Entwickle eine Prüfliste für Ansatz, Übergang, Griffweite und Stabilität.
  4. Trocknungsprotokoll führen: Beobachte bereitgestellte Rohlinge über mehrere Unterrichtseinheiten. Dokumentiere Lagerbedingungen, Zustandsänderungen und mögliche Risiken für Risse oder Verzug.


Schwer

  1. Serienauftrag kalkulieren: Plane eine Serie von 20 gleichen Werkstücken. Erstelle eine begründete Verfahrensauswahl, Schwindungsrechnung, Materialkalkulation mit Reserve und einen Zeitplan.
  2. Fehlerursachen systematisch untersuchen: Entwickle für ein vorgegebenes Fehlerbild einen Ursachenbaum. Trenne Beobachtung, Hypothese, Prüfmaßnahme und Korrekturvorschlag.
  3. Formgebungsverfahren digital vergleichen: Erstelle eine digitale Entscheidungsmatrix für Handaufbau, Drehen, Gießen und Pressen. Gewichte Stückzahl, Geometrie, Investition, Energie, Materialverlust und Qualitätsanforderungen.
  4. Arbeitsprozess verbessern: Analysiere einen fiktiven Werkstattablauf und schlage drei konkrete Verbesserungen zu Ergonomie, Materialkreislauf oder Staubvermeidung vor. Begründe jede Maßnahme und benenne mögliche Zielkonflikte.




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Lernkontrolle

  1. Verfahrensentscheidung begründen: Ein Auftrag verlangt zwölf identische flache Schalen. Vergleiche mindestens drei Verfahren und begründe deine Wahl anhand von Geometrie, Stückzahl, Qualität und Aufwand.
  2. Schwindung sicher berechnen: Ein Werkstück soll gebrannt 135 mm hoch sein. Die freigegebene Masse weist im Übungsfall 9 % lineare Gesamtschwindung auf. Berechne das erforderliche Formmaß und erläutere, warum der Wert mit einer Probe überprüft werden muss.
  3. Verbindungsfehler diagnostizieren: An einem Rohling löst sich ein Henkel. Entwickle einen Prüfweg, der Massezustand, Kontaktflächen, Feuchteunterschiede und Arbeitsweise berücksichtigt.
  4. Trocknungsrisiko beurteilen: Zwei Werkstücke mit unterschiedlicher Wandstärke trocknen unter denselben Bedingungen. Erkläre, warum das zu unterschiedlichen Spannungen führen kann, und plane eine geeignete Überwachung.
  5. Sicherheitsmaßnahmen priorisieren: Erstelle für einen Arbeitsplatz mit trockenen Rohstoffen, rotierender Maschine und nassem Boden eine Gefährdungsübersicht. Ordne technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen sinnvoll ein.
  6. Praxisfall auswerten: Werte den Auftrag mit den zwölf Übungsschalen aus. Prüfe Berechnungen, Arbeitsplan, Produktqualität und Dokumentation. Formuliere zwei konkrete Verbesserungen für einen Folgeauftrag.


Lernnachweis

Als Lernnachweis erstellst du ein kleines, nachvollziehbares Arbeitsportfolio zu einem Formgebungsauftrag. Es enthält: 1. Auftragsanalyse mit Produktanforderungen und begründeter Verfahrenswahl; 2. Werkzeichnung mit Ausgangs- und Zielmaßen; 3. dokumentierte Schwindungs- und Materialbedarfsrechnung; 4. Arbeitsplan mit Werkzeugen, Sicherheits- und Umweltschutzmaßnahmen; 5. Fotos oder Skizzen der wesentlichen Arbeitsschritte ohne Personen- oder Kundendaten; 6. Prüfprotokoll mit Maßen, Wandstärke, Stand, Oberflächen- und Verbindungsqualität; 7. Lagerungs- und Trocknungsbeobachtung; 8. Reflexion mit mindestens zwei Abweichungen oder Verbesserungsmöglichkeiten.

Der Nachweis ist fachlich überzeugend, wenn eine andere Person anhand der Unterlagen den Ablauf versteht, die Verfahrensentscheidung nachvollziehen und das Ergebnis anhand klarer Kriterien beurteilen kann. Die praktische Durchführung wird durch die zuständige Fachkraft beziehungsweise Lehrkraft begleitet. Dieses Lernportfolio ist ein didaktischer Nachweis und ersetzt keine betriebliche Beurteilung oder formale Prüfung.


OER und Wikipedia

Die folgenden frei zugänglichen oder öffentlich bereitgestellten Materialien unterstützen die Vertiefung. Prüfe bei jeder Nutzung die aktuelle Verfügbarkeit, Lizenz- und Nutzungsbedingungen sowie die Eignung für deinen konkreten Unterricht.

Wikimedia Commons – Bildnachweise

Fachvideos

  • Henkeln – YouTube-Video, in den Fachhinweisen der Salzburger Museen als Film zum Thema Henkeln aufgeführt.
  • Video-Tutorial zur Porzellanherstellung – Tutorial von Porzellanikon – Staatliches Museum für Porzellan, dokumentiert beim Museum für Immaterielles Kulturerbe.

Fachliche Grundlagen und Sicherheit

Wikipedia als Überblick


Verknüpfte Lernbereiche

Die Formgebung verbindet Werkstoffkunde, technisches Zeichnen, Mathematik, Fertigungsplanung, Qualitätssicherung, Arbeitsschutz und Umweltschutz. Sie baut auf dem Aufbereiten der Arbeitsmassen auf und führt zur Trocknung und zum Brennen sowie zur späteren Oberflächenbearbeitung.


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