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Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren - Schmied 1

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Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren - Schmied 1




Einleitung

Beim Schmieden ist ein Arbeitsauftrag erst dann fachgerecht abgeschlossen, wenn das Werkstück kontrolliert, bewertet und dokumentiert wurde. In der Ausbildung zum Metallbauer oder zur Metallbauerin der Fachrichtung Metallgestaltung gehören Prüfen, Messen, Beurteilen und Dokumentieren zur beruflichen Handlungskompetenz.

Du vergleichst den Sollzustand aus Zeichnung, Arbeitsauftrag oder Muster mit dem tatsächlich festgestellten Istzustand. Dabei prüfst Du Maße, Form, Oberfläche, Funktion und Ausführung. Abweichungen werden eindeutig dokumentiert und an die zuständige Fachkraft weitergegeben.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses Lernkurses kannst Du:

  1. Prüfauftrag: Prüfgrundlagen aus Zeichnung, Auftrag und Muster ableiten.
  2. Messmittel: geeignete Prüf- und Messmittel auswählen.
  3. Schmiedefehler: sichtbare Fehler fachgerecht benennen.
  4. Toleranz: Sollwerte, Istwerte und zulässige Abweichungen beurteilen.
  5. Prüfprotokoll: Ergebnisse nachvollziehbar dokumentieren.
  6. Qualitätssicherung: aus Fehlern Verbesserungen für den Arbeitsprozess ableiten.


Grundlagen der Qualitätskontrolle


Sollzustand und Istzustand

Der Sollzustand ergibt sich aus technischen Zeichnungen, Arbeitsaufträgen, Musterstücken, Kundenanforderungen und betrieblichen Qualitätsvorgaben. Der Istzustand wird durch Sichtprüfung, Messen, Lehren und Funktionsprüfung festgestellt.

Erst der Vergleich beider Zustände ermöglicht eine sachliche Bewertung. Typische Bewertungen sind:

  1. in Ordnung
  2. nacharbeitbar
  3. gesperrt
  4. Ausschuss


Prüfen, Messen und Lehren

Prüfen bedeutet festzustellen, ob ein Merkmal eine festgelegte Forderung erfüllt. Das Ergebnis kann ein Messwert oder eine eindeutige Aussage sein.

Messen bedeutet, eine physikalische Größe mit einer Einheit zu bestimmen, zum Beispiel eine Länge von 181,2 mm.

Lehren bedeutet, ein Merkmal mit einer festgelegten Form oder Maßverkörperung zu vergleichen. Eine Lehre zeigt häufig nur, ob das Werkstück gut oder nicht gut ist.


Prüfablauf in der Schmiedewerkstatt

Ein fachgerechter Prüfablauf besteht aus mehreren Schritten:

  1. Prüfunterlagen klären: Zeichnung, Auftragsnummer, Werkstoff und Toleranzen kontrollieren.
  2. Werkstück identifizieren: Werkstück und Auftrag eindeutig zuordnen.
  3. Prüfplatz vorbereiten: Werkstück, Auflagefläche und Prüfmittel reinigen.
  4. Sichtprüfung durchführen: Risse, Falten, Zunder, Grate und auffällige Übergänge suchen.
  5. Maße und Form prüfen: geeignete Messmittel verwenden und festgelegte Messstellen einhalten.
  6. Funktion prüfen: Passung, Beweglichkeit und sichere Verwendung kontrollieren.
  7. Ergebnis bewerten: Istwerte mit Sollwerten und Toleranzen vergleichen.
  8. Ergebnis dokumentieren: Werte, Abweichungen und Maßnahmen im Prüfprotokoll eintragen.


Prüfmittel und Messmittel


Messschieber

Der Messschieber eignet sich je nach Bauart für Außenmaße, Innenmaße, Stufenmaße und Tiefenmaße. Vor dem Gebrauch kontrollierst Du die Messflächen, die Nullstellung, die Leichtgängigkeit und den Prüfstatus.

Beim Messen darf der Messschieber nicht verkantet werden. Zunder, Grat oder Schmutz zwischen Messfläche und Werkstück verfälschen das Ergebnis.


Weitere Prüfmittel

  1. Stahlmaßstab: für grobe Längenmessungen.
  2. Bügelmessschraube: für genaue Außenmessungen.
  3. Anschlagwinkel: für die Prüfung von Winkligkeit.
  4. Richtkante und Fühlerlehre: für Geradheit und Ebenheit.
  5. Radiuslehre: für Innen- und Außenradien.
  6. Schablone: für wiederkehrende Konturen.
  7. Grenzlehre: für Gut-Ausschuss-Entscheidungen.


Schmiedespezifische Prüfmerkmale


Maße und Geometrie

Bei einem geschmiedeten Werkstück können folgende Merkmale wichtig sein:

  1. Gesamtlänge und Teilmaße
  2. Breite, Dicke und Querschnitt
  3. Durchmesser von Augen und Rundungen
  4. Position und Größe von Löchern
  5. Geradheit und Ebenheit
  6. Winkel und Biegeradius
  7. Symmetrie und gleichmäßige Verjüngung
  8. Verdrehung und Verzug
  9. Passung zu einem Gegenstück


Oberfläche und Ausführung

Typische Auffälligkeiten sind:

  1. Schmiederisse: sichtbare Trennungen im Werkstoff.
  2. Schmiedefalten: übergeschmiedete Materialüberlappungen.
  3. Zundernarben: Vertiefungen durch eingeschmiederten Zunder.
  4. Überhitzungsschäden: stark angegriffene oder brüchige Bereiche.
  5. Unzulässige Hammermarken: zu tiefe oder ungleichmäßige Eindrücke.
  6. Grat und scharfe Kanten: mögliche Verletzungs- und Funktionsgefahr.
  7. Kerben: mögliche Spannungsspitzen bei belasteten Werkstücken.

Eine sichtbare Schmiedestruktur kann gestalterisch gewollt sein. Sie ist nur dann kein Fehler, wenn sie den Auftrag erfüllt und keine sicherheitsrelevanten Schäden verdeckt.


Messfehler vermeiden

Typische Fehlerquellen sind:

  1. verschmutzte Messflächen
  2. Verkanten des Messmittels
  3. falsche Messstelle
  4. zu hoher Messdruck
  5. Temperaturunterschiede
  6. Ablesefehler
  7. ungeeignetes Messmittel
  8. fehlende Wiederholungsmessung

Die endgültige Maßprüfung erfolgt am ausreichend abgekühlten Werkstück. Ein heißes Werkstück besitzt andere Abmessungen und kann Messmittel beschädigen.


Toleranzen und Bewertung

Ein Sollmaß ist der geforderte Wert. Die Toleranz beschreibt den zulässigen Abweichungsbereich.

Merkmal Sollvorgabe Zulässiger Bereich Istwert Bewertung
Gesamtlänge 180 mm ± 2 mm 178 mm bis 182 mm 181,2 mm in Ordnung
Augenbreite 20 mm ± 1 mm 19 mm bis 21 mm 20,4 mm in Ordnung
Geradheitsabweichung höchstens 1,0 mm 0 mm bis 1,0 mm 1,4 mm nicht in Ordnung

Bei einer Abweichung wird das Werkstück gekennzeichnet, getrennt abgelegt und der verantwortlichen Fachkraft vorgestellt.


Arbeitsergebnisse dokumentieren


Zweck der Dokumentation

Eine fachgerechte Dokumentation:

  1. weist durchgeführte Prüfungen nach,
  2. macht Sollwerte und Istwerte nachvollziehbar,
  3. verbindet das Ergebnis mit Werkstück und Auftrag,
  4. erleichtert Fehleranalysen,
  5. ermöglicht Nacharbeit und Freigabe,
  6. unterstützt die betriebliche Qualitätssicherung.


Inhalt eines Prüfprotokolls

Ein vollständiges Prüfprotokoll enthält:

  1. Auftragsnummer und Werkstückbezeichnung
  2. Werkstoff und Zeichnungsstand
  3. Prüfdatum und prüfende Person
  4. Prüfmerkmal und Messstelle
  5. Sollwert und Toleranz
  6. verwendetes Prüfmittel
  7. Istwert oder Prüfbefund
  8. Bewertung
  9. Abweichung und Maßnahme
  10. Ergebnis der Wiederholungsprüfung
  11. Freigabestatus


Beispiel eines Prüfprotokolls

Auftrag Werkstück Merkmal Prüfmittel Soll Ist Ergebnis Maßnahme
S-024 Schmiedehaken Gesamtlänge Messschieber 180 ± 2 mm 181,2 mm in Ordnung keine
S-024 Schmiedehaken Geradheit Richtkante und Fühlerlehre höchstens 1,0 mm 1,4 mm nicht in Ordnung richten und erneut prüfen
S-024 Schmiedehaken Oberfläche Sichtprüfung keine sichtbaren Risse rissfrei in Ordnung keine


Umgang mit Abweichungen

Wenn Du eine Abweichung feststellst:

  1. Arbeit stoppen, wenn sich der Fehler vergrößern könnte.
  2. Werkstück eindeutig kennzeichnen.
  3. Werkstück sperren oder getrennt ablegen.
  4. Abweichung sachlich dokumentieren.
  5. zuständige Fachkraft informieren.
  6. mögliche Ursache untersuchen.
  7. Maßnahme festlegen lassen.
  8. Nacharbeit erneut prüfen.
  9. Erkenntnisse auf weitere Werkstücke übertragen.


Arbeitssicherheit

Auch beim Prüfen gelten die Regeln des Arbeits- und Gesundheitsschutzes:

  1. Behandle ein Werkstück so lange als heiß, bis sein sicherer Zustand feststeht.
  2. Verwende geeignete Zangen und Ablagen.
  3. Messe kein glühendes Werkstück mit einem Handmessmittel.
  4. Entferne Zunder nicht ungeschützt mit der Hand.
  5. Sichere schwere Werkstücke gegen Kippen.
  6. Halte Prüfplatz und Fluchtwege frei.


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Womit beginnt eine fachgerechte Kontrolle? (Mit dem Klären der Prüfgrundlagen) (!Mit dem Verpacken des Werkstücks) (!Mit dem Löschen alter Messwerte) (!Mit dem sofortigen Nachschmieden)




Was beschreibt der Istzustand? (Den tatsächlich festgestellten Zustand) (!Den geplanten Verkaufspreis) (!Den Namen der Werkstatt) (!Den Lieferweg)




Welches Messmittel eignet sich für Außenmaße und Innenmaße? (Messschieber) (!Schmiedezange) (!Schlichthammer) (!Esse)




Warum wird ein heißes Werkstück nicht endgültig gemessen? (Weil Wärme die Abmessungen beeinflusst) (!Weil warmer Stahl kein Gewicht besitzt) (!Weil Zeichnungen nur für kaltes Holz gelten) (!Weil Messwerte nur morgens gültig sind)




Was ist eine Schmiedefalte? (Eine übergeschmiedete Materialüberlappung) (!Eine Maßlinie) (!Eine Prüfmittelnummer) (!Eine Verpackungsform)




Was gehört in ein Prüfprotokoll? (Sollwert Istwert und Bewertung) (!Nur der Kundenname) (!Nur die Werkstückfarbe) (!Nur die Arbeitszeit)




Was ist bei einer Abweichung richtig? (Werkstück kennzeichnen und Fachkraft informieren) (!Werkstück unbemerkt ausliefern) (!Messwert verändern) (!Abweichung löschen)




Was bedeutet Toleranz? (Der zulässige Abweichungsbereich) (!Die Stückzahl) (!Die Werkstofffarbe) (!Die Pausenlänge)




Warum wird eine Nacharbeit erneut geprüft? (Weil die Korrektur neue Abweichungen verursachen kann) (!Weil Werkstücke zweimal verkauft werden) (!Weil alte Messwerte verboten sind) (!Weil jede Zeichnung danach ungültig ist)




Welche Aufgabe hat die Sichtprüfung? (Sichtbare Oberflächenfehler erkennen) (!Werkstoffpreise berechnen) (!Arbeitszeiten genehmigen) (!Lieferfahrzeuge auswählen)





Memory

Sollmaß geforderter Nennwert
Istmaß gemessener Wert
Toleranz zulässiger Abweichungsbereich
Messschieber Außen Innen und Tiefenmaße
Richtkante Geradheit und Ebenheit
Sichtprüfung erkennbare Oberflächenfehler
Prüfprotokoll Qualitätsnachweis





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Thema
Messschieber Außenmaß und Innenmaß
Anschlagwinkel Winkligkeit
Richtkante Geradheit
Sichtprüfung Risse und Falten
Prüfprotokoll Soll Ist Vergleich




...


Kreuzworträtsel

Messschieber Welches Messmittel erfasst Außenmaße und Innenmaße?
Toleranz Wie heißt der zulässige Abweichungsbereich?
Sichtprüfung Welche Prüfung erfolgt hauptsächlich mit den Augen?
Schmiedefalte Wie heißt eine übergeschmiedete Materialüberlappung?
Prüfprotokoll Worin werden Sollwerte und Istwerte festgehalten?
Freigabe Wie heißt die bestätigte Erlaubnis zur Weitergabe?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Die Kontrolle beginnt mit dem Vergleich von Sollzustand und

. Als Prüfgrundlage dient häufig die

. Außenmaße können mit einem

bestimmt werden. Ein zulässiger Abweichungsbereich heißt

. Sichtbare Trennungen im Werkstoff werden als

bezeichnet. Messergebnisse werden in einem

festgehalten. Ein nicht freigegebenes Werkstück muss

werden. Nach einer Nacharbeit ist eine erneute

erforderlich.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Prüfmerkmale sammeln: Notiere fünf Merkmale, die an einem einfachen Schmiedestück kontrolliert werden sollten.
  2. Messmittel zuordnen: Zeichne vier Messmittel und beschreibe ihren Einsatz.
  3. Sichtprüfung durchführen: Untersuche ein Übungswerkstück und beschreibe erkennbare Abweichungen.
  4. Fachbegriffe erklären: Erstelle Lernkarten zu Sollmaß, Istmaß, Toleranz und Freigabe.


Standard

  1. Prüfplan erstellen: Entwickle für einen Schmiedehaken einen Prüfplan.
  2. Prüfprotokoll ausfüllen: Miss ein Werkstück an fünf festgelegten Stellen.
  3. Fehlerursachen untersuchen: Ordne einer Abweichung mögliche Ursachen zu.
  4. Fotodokumentation gestalten: Erstelle Gesamtansicht und Detailaufnahme einer Abweichung.


Schwer

  1. Prüfschablone entwickeln: Entwirf eine Schablone für eine wiederkehrende Kontur.
  2. Messsystem vergleichen: Prüfe dasselbe Merkmal mit zwei unterschiedlichen Messmitteln.
  3. Qualitätsgespräch führen: Begründe eine Nacharbeit in einem Fachgespräch.
  4. Prozessverbesserung planen: Entwickle aus wiederkehrenden Fehlern eine überprüfbare Verbesserung.




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Lernkontrolle

  1. Prüfstrategie entwickeln: Entwickle für einen geschmiedeten Türbeschlag eine begründete Prüfstrategie.
  2. Messabweichung bewerten: Erkläre unterschiedliche Messwerte zweier Auszubildender.
  3. Nacharbeit entscheiden: Bewerte eine linienförmige Oberflächenauffälligkeit trotz korrekter Maße.
  4. Dokumentation beurteilen: Analysiere Risiken eines unvollständigen Prüfprotokolls.
  5. Qualitätsverbesserung übertragen: Leite aus mehreren Geradheitsabweichungen eine Prozessverbesserung ab.




Lernnachweis

Für einen Lernnachweis solltest Du zeigen, dass Du:

  1. Prüfgrundlagen aus Zeichnung und Auftrag entnehmen kannst.
  2. geeignete Prüfmittel auswählst.
  3. Messmittel korrekt ansetzt.
  4. Toleranzen auswertest.
  5. Schmiedefehler fachsprachlich beschreibst.
  6. Abweichungen sicher kennzeichnest.
  7. ein vollständiges Prüfprotokoll anfertigst.
  8. Nacharbeit und Wiederholungsprüfung dokumentierst.
  9. Verbesserungen für den Arbeitsprozess ableitest.




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