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Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren - Schmied

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Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren - Schmied




Arbeitsergebnisse kontrollieren und dokumentieren - Schmied


Einleitung

Beim Schmieden entsteht Qualität nicht erst bei der Endkontrolle. Du sicherst sie während des gesamten Arbeitsprozesses: vom Lesen der technischen Zeichnung über das Erwärmen und Umformen bis zur Prüfung des abgekühlten Werkstücks. Dabei vergleichst Du den hergestellten Ist-Zustand mit festgelegten Anforderungen. Anschließend bewertest und dokumentierst Du das Ergebnis nachvollziehbar.

Im heutigen deutschen Ausbildungswesen ist der fachlich passende anerkannte Ausbildungsberuf Metallbauer/Metallbauerin – Fachrichtung Metallgestaltung. Die traditionelle Bezeichnung Schmied wird weiterhin verwendet. Zur beruflichen Handlungsfähigkeit gehören unter anderem das Messen und Prüfen, das Kontrollieren, Protokollieren und Bewerten von Arbeitsergebnissen sowie das Ergreifen von Maßnahmen zur Qualitätssicherung.

Dieser aiMOOC richtet sich an Auszubildende im Metallbau, besonders an Lernende der Fachrichtung Metallgestaltung. Du lernst, Prüfaufträge fachgerecht vorzubereiten, geeignete Prüfmittel auszuwählen, typische Fehler an Schmiedeteilen zu erkennen, Messergebnisse zu bewerten und Prüfprotokolle zu erstellen.


Lernziele

Nach der Bearbeitung dieses Lernkurses kannst Du Prüfgrundlagen aus Arbeitsaufträgen und Zeichnungen ableiten, Prüfmerkmale benennen, geeignete Prüfmittel auswählen und einen Soll-Ist-Vergleich durchführen. Du kannst typische Abweichungen an Schmiedeteilen erkennen, zwischen Messen, Lehren, Sichtprüfung und Funktionsprüfung unterscheiden und Arbeitsergebnisse so dokumentieren, dass sie eindeutig, vollständig und rückverfolgbar sind. Außerdem kannst Du bei Qualitätsabweichungen angemessen reagieren und die Grenzen Deiner Entscheidungsbefugnis beachten.


Beruflicher Kontext

Metallbauerinnen und Metallbauer der Fachrichtung Metallgestaltung fertigen häufig Einzelstücke nach Zeichnung, Muster, Kundenwunsch oder eigenem Entwurf. Dazu gehören beispielsweise Gitter, Geländer, Beschläge, Leuchten, Tore, Werkzeuge, Gebrauchsgegenstände und restaurierte Bauteile. Sie bearbeiten unter anderem Baustähle, legierte Stähle und Kupferlegierungen durch Schmieden, Treiben, Biegen, Nieten, Löten und Schweißen.

Die Qualitätskontrolle verbindet Gestaltung und Technik. Ein Werkstück kann optisch ansprechend wirken und dennoch unzulässige Maßabweichungen, Risse, scharfe Kanten, einen fehlerhaften Querschnitt oder eine unzureichende Funktion besitzen. Deshalb müssen Form, Maß, Oberfläche, Werkstoffzustand, Verbindung und Funktion auf Grundlage des Arbeitsauftrags beurteilt werden.


Warum Arbeitsergebnisse kontrolliert werden

Eine fachgerechte Kontrolle stellt fest, ob das Werkstück die vereinbarten Anforderungen erfüllt. Sie verhindert, dass fehlerhafte Teile weiterbearbeitet, montiert oder an Kundinnen und Kunden ausgeliefert werden. Früh erkannte Fehler verursachen meist weniger Aufwand als Fehler, die erst nach einer Oberflächenbehandlung oder Montage entdeckt werden.

Kontrollen dienen außerdem der Arbeitssicherheit, der Gebrauchstauglichkeit, der Wirtschaftlichkeit und der betrieblichen Verbesserung. Wiederkehrende Abweichungen können auf ungeeignete Arbeitsfolgen, verschlissene Werkzeuge, falsche Schmiedetemperaturen, ungenaue Schablonen, Missverständnisse in der Zeichnung oder fehlende Zwischenprüfungen hinweisen.


Prüfgrundlagen und Soll-Zustand

Bevor Du prüfst, musst Du wissen, was gefordert ist. Der Soll-Zustand kann sich aus einer technischen Zeichnung, einem Arbeitsauftrag, einem Muster, einer Schablone, einer Stückliste, einer betrieblichen Arbeitsanweisung, einer Norm oder einer Kundenvereinbarung ergeben. Entscheidend ist immer die freigegebene und gültige Unterlage.

Prüfgrundlage Typische Informationen Beispiel
Technische Zeichnung Nennmaße, Toleranzen, Winkel, Radien, Oberflächenangaben Gesamtlänge 180 mm mit zulässiger Abweichung von 2 mm
Arbeitsauftrag Stückzahl, Werkstoff, Bearbeitungsfolge, Liefertermin Vier geschmiedete Wandhaken aus vorgegebenem Flachstahl
Muster oder Schablone Kontur, Form, Symmetrie, wiederkehrende Gestaltung Vergleich einer Schnecke mit einer Konturschablone
Arbeitsanweisung Prüfverfahren, Prüfzeitpunkt, Prüfmittel, Dokumentationsform Endprüfung nach Abkühlen, Entzundern und Reinigen
Kundenanforderung Funktion, Erscheinungsbild, Montagebedingungen Haken muss eine definierte Last sicher aufnehmen

Zu den wichtigen Fachbegriffen gehören das Nennmaß als in der Zeichnung angegebenes Maß, das Istmaß als tatsächlich ermittelter Wert und die Toleranz als zulässiger Bereich zwischen oberem und unterem Grenzmaß. Ein Werkstück ist konform, wenn alle festgelegten Anforderungen erfüllt sind.


Messen, Prüfen, Lehren und Beurteilen

Beim Messen bestimmst Du einen Zahlenwert, beispielsweise eine Länge von 179,6 mm. Beim Prüfen stellst Du fest, ob eine oder mehrere Anforderungen erfüllt sind. Eine Prüfung kann Messungen enthalten, aber auch durch Sichtkontrolle, Funktionsprüfung oder Vergleich mit einer Lehre erfolgen.

Beim Lehren erhältst Du häufig keine genaue Zahl, sondern eine Gut- oder Ausschussentscheidung. Eine Konturschablone zeigt beispielsweise, ob eine geschmiedete Form innerhalb der zulässigen Grenzen liegt. Das Beurteilen verbindet das Prüfergebnis mit der Entscheidung, ob das Werkstück freigegeben, nachgearbeitet, gesperrt oder ausgeschieden werden muss.


Prüfmittel im Schmiedebetrieb

Das Prüfmittel muss zum Prüfmerkmal, zur geforderten Genauigkeit, zum Messbereich und zum Zustand des Werkstücks passen. Vor der Verwendung kontrollierst Du Sauberkeit, Beschädigungen, Nullstellung und gegebenenfalls den gültigen Prüfstatus. Präzisionsmessmittel dürfen nicht unnötig Schmutz, Zunder, Stößen oder Hitze ausgesetzt werden.

Prüfmittel Typische Anwendung Wichtiger Hinweis
Stahlmaß Längen mit geringerer Genauigkeitsanforderung Skala senkrecht ablesen und eindeutigen Bezugspunkt wählen
Messschieber Außenmaß, Innenmaß, Tiefe und Absatzmaß Messflächen sauber halten und nicht verkanten
Bügelmessschraube Präzise Außenmaße innerhalb eines begrenzten Messbereichs Gleichmäßige Messkraft verwenden
Anschlagwinkel Rechtwinkligkeit von Flächen und Kanten Gegen Licht auf Spaltbildung prüfen
Haarlineal Ebenheit und Geradheit Nur auf sauberen, gratfreien Flächen anwenden
Radiuslehre Innen- und Außenradien Lehre vollständig und ohne Kippstellung anlegen
Gewindelehre Gewindesteigung und Gewindeprofil Nicht mit Gewalt in das Gewinde drücken
Kontur- oder Schmiedelehre Formvergleich während oder nach dem Schmieden Für heiße Werkstücke nur ausdrücklich geeignete Lehren verwenden

Ein heißes Schmiedeteil darf nicht mit einem üblichen Präzisionsmessschieber gemessen werden. Hitze kann das Messmittel beschädigen und das Ergebnis durch Wärmeausdehnung verfälschen. Zwischenprüfungen am warmen Werkstück erfolgen mit dafür geeigneten Schablonen, Schmiedezirkeln oder robusten Lehren. Verbindliche Endmaße werden in der Regel erst nach ausreichendem Abkühlen und Reinigen ermittelt.


Prüfmerkmale an Schmiedeteilen

Die festgelegten Prüfmerkmale hängen von Funktion, Werkstoff und Gestaltung des Werkstücks ab. Häufig werden Maße, Form, Winkel, Geradheit, Ebenheit, Symmetrie, Radien, Querschnitte, Oberflächen, Verbindungen und Funktion kontrolliert. Nach einer Wärmebehandlung können zusätzlich Härte oder andere Werkstoffeigenschaften zu prüfen sein.

Prüfmerkmal Geeignetes Verfahren Mögliche Abweichung
Länge und Durchmesser Messen mit Stahlmaß, Messschieber oder Messschraube Übermaß, Untermaß, ungleichmäßiger Querschnitt
Winkel und Ausrichtung Prüfen mit Winkel, Schablone oder Richtplatte Schiefstellung, Verzug, mangelnde Rechtwinkligkeit
Kontur und Symmetrie Vergleich mit Zeichnung, Muster oder Konturlehre Formabweichung, ungleichmäßige Spirale, versetzte Achse
Oberfläche Sicht- und Tastprüfung bei geeigneter Beleuchtung Riss, Schmiedefalte, Zundernarbe, Grat, Schlagmarke
Verbindung Sichtprüfung, Maßprüfung und gegebenenfalls Funktionsprüfung unvollständige Fügung, fehlerhafte Schweißnaht, lockerer Niet
Funktion Bewegungs-, Passungs- oder Belastungsprüfung nach Arbeitsanweisung Klemmen, zu großes Spiel, fehlende Tragfähigkeit


Typische Fehlerbilder beim Schmieden

Risse können durch ungeeignete Umformtemperaturen, scharfe Übergänge, zu starke Verformung oder Werkstofffehler begünstigt werden. Schmiedefalten entstehen, wenn Material an der Oberfläche umgelegt und eingeschmiedet wird, ohne sich stoffschlüssig zu verbinden. Zundernarben entstehen, wenn Zunder in die Oberfläche eingedrückt wird. Verzug zeigt sich durch unerwünschte Krümmung, Verdrehung oder Schiefstellung. Weitere Abweichungen sind ungleichmäßige Querschnitte, falsche Radien, unsaubere Übergänge, scharfe Grate und nicht eingehaltene Maße.

Eine Sichtprüfung erkennt nur Fehler, die an der zugänglichen Oberfläche sichtbar sind. Bei sicherheitsrelevanten Bauteilen können nach Vorgabe zusätzliche zerstörungsfreie Prüfverfahren erforderlich sein, beispielsweise eine Farbeindringprüfung für oberflächenoffene Risse. Solche Prüfungen dürfen nur nach betrieblicher Anweisung und mit geeigneter Qualifikation durchgeführt werden.


Systematischer Prüfablauf

Ein einheitlicher Ablauf senkt das Risiko von Prüf- und Dokumentationsfehlern.

  1. Prüfauftrag klären: Ermittle Werkstück, Zeichnungsstand, Prüfmerkmale, Sollwerte, Toleranzen und Prüfzeitpunkt.
  2. Werkstück identifizieren: Ordne das Teil eindeutig einem Auftrag, einer Position oder einer Stücknummer zu.
  3. Werkstück vorbereiten: Lasse es ausreichend abkühlen, entferne losen Zunder und Schmutz und beseitige störende Grate nur nach Arbeitsanweisung.
  4. Prüfmittel auswählen: Achte auf Messbereich, Auflösung, Eignung, Zustand, Nullstellung und Prüfstatus.
  5. Prüfung durchführen: Messe an festgelegten Stellen, vermeide Verkanten und wiederhole kritische Messungen.
  6. Ergebnis vergleichen: Stelle Istwert, Sollwert und zulässigen Bereich gegenüber.
  7. Abweichung behandeln: Kennzeichne und sperre nicht konforme Teile und informiere die zuständige Person.
  8. Dokumentieren und freigeben: Halte Ergebnisse und Maßnahmen fest; eine Freigabe erfolgt nur durch berechtigte Personen.

Datei:Smithy- steel forging (2).webm


Messfehler vermeiden

Messwerte können durch Schmutz, Zunder, Grat, Wärmeausdehnung, zu hohe Messkraft, schräges Ansetzen, ungeeignete Messstellen oder Ablesefehler verfälscht werden. Bei analogen Skalen kann ein schräger Blickwinkel einen Parallaxenfehler verursachen. Bei engen Toleranzen muss das verwendete Messmittel eine ausreichend feine Auflösung besitzen.

Ein einzelner Messwert beschreibt nicht immer die gesamte Form. Ein geschmiedeter Rundquerschnitt kann beispielsweise an einer Stelle innerhalb der Toleranz liegen und um 90 Grad versetzt deutlich abweichen. Deshalb sind Messstellen und Messrichtung festzulegen. Kritische Ergebnisse werden wiederholt und bei Bedarf mit einem zweiten geeigneten Prüfmittel bestätigt.


Arbeitsergebnisse dokumentieren

Die Dokumentation macht den Prüfprozess nachvollziehbar. Sie dient der Übergabe, der Rückverfolgbarkeit, der Ursachenanalyse und dem Nachweis gegenüber Betrieb, Kundschaft oder Prüfstellen. Ein Foto kann die Dokumentation ergänzen, ersetzt aber keinen vorgeschriebenen Messwert.

Ein Prüfprotokoll sollte mindestens die eindeutige Auftrags- oder Werkstückzuordnung, das Prüfdatum, die prüfende Person, das Prüfmerkmal, den Sollwert mit Toleranz, den Istwert oder Befund, das verwendete Prüfmittel, die Bewertung und die getroffene Maßnahme enthalten. Bei elektronischen Formularen können zusätzlich Prüfmittelnummer, Materialcharge, Zeichnungsstand, Zeitstempel und Freigabestatus erfasst werden.

Feld Beispiel für einen geschmiedeten Wandhaken
Auftrag und Werkstück Auftrag 24-017, Wandhaken, Teil 2
Zeichnungsstand Zeichnung WH-03, Index B
Prüfmerkmal Gesamtlänge
Sollwert 180 mm mit zulässiger Abweichung von 2 mm
Istwert 181,2 mm
Prüfmittel Messschieber, betriebliche Prüfmittelnummer 31
Bewertung konform
Prüfer und Datum Namenskürzel und aktuelles Prüfdatum
Bemerkung Oberfläche entgratet, keine sichtbaren Risse


Regeln guter Dokumentation

Ein Eintrag muss eindeutig, lesbar, vollständig, wahrheitsgemäß, zeitnah und rückverfolgbar sein. Leere Felder werden nach betrieblicher Regel behandelt. Korrekturen dürfen den ursprünglichen Eintrag nicht unkenntlich machen. In digitalen Systemen müssen Änderungen nachvollziehbar bleiben. Werte dürfen nicht passend gemacht, geschätzt oder aus früheren Prüfungen übernommen werden.

Verwende einheitliche Einheiten und Fachbegriffe. Schreibe beispielsweise nicht nur „passt“, sondern dokumentiere den Messwert und die Toleranz, wenn eine Messung vorgeschrieben ist. Formulierungen wie „Riss am Übergang zwischen Schaft und Öse, Werkstück gekennzeichnet und gesperrt“ sind aussagekräftiger als „schlecht“.


Mit Abweichungen umgehen

Ein nicht konformes Werkstück wird nicht stillschweigend weitergegeben. Zuerst kennzeichnest und sicherst Du es gegen unbeabsichtigte Weiterverarbeitung. Danach informierst Du die zuständige Fachkraft oder Ausbilderin beziehungsweise den Ausbilder. Die Entscheidung über Nacharbeit, Sonderfreigabe oder Ausschuss trifft eine berechtigte Person.

  1. Nacharbeit: Das Werkstück wird mit einem freigegebenen Verfahren korrigiert und anschließend erneut geprüft.
  2. Sperrung: Das Werkstück wird räumlich oder organisatorisch vom Materialfluss getrennt.
  3. Ausschuss: Das Werkstück kann nicht wirtschaftlich oder sicher nachgearbeitet werden.
  4. Sonderfreigabe: Eine Abweichung wird ausnahmsweise von einer berechtigten Stelle akzeptiert und dokumentiert.
  5. Ursachenanalyse: Wiederkehrende Fehler werden auf ihre Entstehungsbedingungen untersucht, damit der Prozess verbessert werden kann.

Bei sicherheitsrelevanten Merkmalen darfst Du keine eigenmächtige Freigabe erteilen. Ein Riss darf beispielsweise nicht lediglich überschliffen und anschließend ohne erneute fachgerechte Bewertung weiterverwendet werden.


Qualitätsregelkreis im Schmiedeprozess

Qualitätssicherung ist ein Regelkreis: Anforderungen festlegen, Arbeit ausführen, Ergebnis prüfen, Abweichung bewerten, Ursache untersuchen, Maßnahme umsetzen und Wirkung erneut prüfen. Die Dokumentation verbindet diese Schritte und zeigt, ob eine Verbesserung tatsächlich wirksam war.

Ein typisches Beispiel ist eine Serie geschmiedeter Haken mit zu kleinen Ösen. Die reine Nacharbeit löst nur das aktuelle Problem. Eine nachhaltige Maßnahme untersucht zusätzlich, ob die Konturschablone falsch eingestellt, die Zwischenprüfung zu spät angesetzt oder die Rückfederung beim Richten nicht berücksichtigt wurde.


Digitale Dokumentation

Viele Betriebe nutzen Tablets, mobile Prüfprotokolle, digitale Zeichnungen, Messwertübertragung oder fotografische Ergänzungen. Digitale Systeme können Pflichtfelder, Grenzwertprüfungen und automatische Zeitstempel bereitstellen. Sie verbessern die Rückverfolgbarkeit jedoch nur, wenn die Daten korrekt eingegeben und eindeutig zugeordnet werden.

Beachte betriebliche Regeln zu Datenschutz, Kundendaten und Geschäftsgeheimnissen. Fotos von Werkstücken, Zeichnungen oder Werkstattbereichen dürfen nur mit Genehmigung erstellt und gespeichert werden. Persönliche Zugangsdaten werden nicht weitergegeben.


Arbeitssicherheit bei der Kontrolle

Auch das Prüfen ist eine Arbeitstätigkeit mit Gefährdungen. Heiße Werkstücke, scharfe Kanten, Zunder, Funkenflug, schwere Bauteile und bewegliche Einrichtungen erfordern Aufmerksamkeit. Trage die vorgeschriebene persönliche Schutzausrüstung und prüfe nur an einem sicheren Arbeitsplatz. Ein Werkstück muss stabil liegen und gegen Herabfallen oder Wegrollen gesichert sein.

Bei Funktions- oder Belastungsprüfungen gelten die betriebliche Arbeitsanweisung und die festgelegten Prüfgrenzen. Improvisierte Belastungsversuche sind unzulässig. Messgeräte werden nicht als Hebel, Anreißwerkzeug oder Schlagwerkzeug verwendet.


Merkschema

Auftrag klären – Soll festlegen – Prüfmittel wählen – Ist ermitteln – Ergebnis bewerten – Abweichung behandeln – vollständig dokumentieren – berechtigt freigeben.


Fachliche Grundlagen

  1. Bundesinstitut für Berufsbildung: Metallbauer/Metallbauerin – Fachrichtung Metallgestaltung
  2. Ausbildungsrahmenplan für die Berufsausbildung zum Metallbauer und zur Metallbauerin
  3. BERUFENET: Metallbauer/in – Metallgestaltung


Interaktive Aufgaben


Quiz: Teste Dein Wissen

Welcher anerkannte Ausbildungsberuf umfasst heute in Deutschland wesentliche Tätigkeiten des Schmiedehandwerks? (Metallbauer Fachrichtung Metallgestaltung) (!Industriemechaniker Instandhaltung) (!Technischer Produktdesigner) (!Werkstoffprüfer Metalltechnik)




Was muss vor einer Maßprüfung zuerst geklärt werden? (Der Soll-Zustand mit Toleranzen) (!Die Farbe des Prüfprotokolls) (!Der private Werkzeugbestand) (!Die Reihenfolge der Pausenzeiten)




Was ist das Ergebnis einer Messung? (Ein Zahlenwert mit Einheit) (!Nur eine optische Einschätzung) (!Immer eine Freigabe) (!Nur die Bezeichnung des Werkstücks)




Welches Prüfmittel eignet sich für Außenmaß Innenmaß und Tiefenmaß? (Messschieber) (!Schmiedehammer) (!Drahtbürste) (!Amboss)




Warum darf ein üblicher Präzisionsmessschieber nicht an einem heißen Schmiedeteil verwendet werden? (Hitze kann Messmittel und Messergebnis beeinflussen) (!Das Werkstück verliert dadurch seine Farbe) (!Der Amboss wird dadurch weicher) (!Die Zeichnung wird dadurch ungültig)




Welche Abweichung ist ein typischer Oberflächenfehler beim Schmieden? (Schmiedefalte) (!Liefertermin) (!Stückliste) (!Prüfdatum)




Was beschreibt die Toleranz? (Den zulässigen Bereich einer Abweichung) (!Den Namen der prüfenden Person) (!Die Masse des Prüfmittels) (!Die Dauer der Berufsausbildung)




Welche Angabe gehört in ein Prüfprotokoll? (Der ermittelte Istwert) (!Die private Telefonnummer der Kundschaft) (!Die Lieblingsfarbe des Prüfers) (!Der Wetterbericht des Tages)




Was geschieht zuerst mit einem nicht konformen Werkstück? (Es wird gekennzeichnet und gegen Weiterverarbeitung gesichert) (!Es wird ohne Eintrag ausgeliefert) (!Es wird sofort neu lackiert) (!Es wird heimlich mit anderen Teilen vermischt)




Wann darf ein Werkstück freigegeben werden? (Wenn die Anforderungen erfüllt und die Zuständigkeit geklärt ist) (!Sobald es optisch glänzt) (!Sobald die Schmiedetemperatur erreicht ist) (!Sobald irgendein Messwert vorliegt)





Memory

Sollmaß Vorgegebener Wert aus Zeichnung oder Auftrag
Istmaß Tatsächlich ermittelter Wert
Toleranz Zulässiger Bereich zwischen Grenzmaßen
Prüfmittel Hilfsmittel zur Ermittlung oder Bewertung eines Merkmals
Messschieber Messgerät für Außenmaß Innenmaß Tiefe und Absatz
Sichtprüfung Kontrolle zugänglicher Oberflächenmerkmale
Nacharbeit Geplante Korrektur eines nicht konformen Werkstücks
Freigabe Berechtigte Bestätigung der Anforderungserfüllung





Drag and Drop

Ordne die richtigen Begriffe zu. Prüfaufgabe
Messschieber Außenmaß Innenmaß Tiefenmaß und Absatzmaß
Stahlmaß Längenprüfung mit geringerer Genauigkeitsanforderung
Schmiedelehre Robuster Formvergleich am warmen Werkstück
Anschlagwinkel Prüfung der Rechtwinkligkeit
Haarlineal Prüfung von Geradheit und Ebenheit
Radiuslehre Vergleich eines Innen- oder Außenradius





Kreuzworträtsel

Messschieber Welches Gerät misst Außenmaß Innenmaß und Tiefe?
Toleranz Wie heißt der zulässige Bereich einer Maßabweichung?
Zunder Wie heißt die Oxidschicht auf erhitztem Stahl?
Freigabe Wie heißt die berechtigte Bestätigung eines konformen Werkstücks?
Nacharbeit Wie heißt die geplante Korrektur eines fehlerhaften Werkstücks?
Prüfprotokoll Wie heißt das Dokument für Prüfergebnisse und Bewertungen?





LearningApps


Lückentext

Vervollständige den Text.

Der heutige anerkannte Ausbildungsberuf für wesentliche Tätigkeiten des Schmiedehandwerks heißt Metallbauer Fachrichtung

.
Vor einer Kontrolle wird der geforderte Zustand aus Zeichnung Auftrag oder Muster als

bestimmt.
Beim Messen wird ein Zahlenwert mit einer

ermittelt.
Der zulässige Bereich zwischen den Grenzmaßen heißt

.
Verbindliche Endmaße werden in der Regel erst nach ausreichendem

geprüft.
Risse und Schmiedefalten können durch eine sorgfältige

erkannt werden.
Das tatsächlich ermittelte Maß wird als

bezeichnet.
Ein nicht konformes Werkstück wird gekennzeichnet und zunächst

.
Messwerte Bewertungen und Maßnahmen werden im

festgehalten.
Ein Werkstück darf erst nach erfüllten Anforderungen und geklärter Zuständigkeit

werden.




Offene Aufgaben


Leicht

  1. Prüfmittel-Steckbrief: Fotografiere oder zeichne vier Prüfmittel aus Deiner Ausbildungswerkstatt und beschreibe jeweils Prüfmerkmal Messbereich und richtige Anwendung.
  2. Fehlerlexikon Schmieden: Erstelle ein bebildertes Glossar zu Riss Schmiedefalte Zundernarbe Grat und Verzug.
  3. Prüfprotokoll: Entwirf ein übersichtliches Formular für die Endprüfung eines geschmiedeten Wandhakens.
  4. Soll-Ist-Vergleich: Wähle fünf Maße aus einer Übungszeichnung und ergänze passende Istwerte sowie die Bewertung konform oder nicht konform.


Standard

  1. Messübung: Prüfe ein abgekühltes Übungswerkstück an mehreren Messstellen und erkläre Unterschiede zwischen den Messwerten.
  2. Prüfplan: Entwickle für ein geschmiedetes Bauteil eine Reihenfolge aus Zwischenprüfung Endprüfung Dokumentation und Freigabe.
  3. Methodenvergleich: Vergleiche Messschieber Konturlehre und Sichtprüfung hinsichtlich Aussage Genauigkeit Aufwand und Fehlerquellen.
  4. Ausbildungsinterview: Befrage eine Fachkraft dazu welche Qualitätsfehler im Betrieb häufig auftreten und wie sie dokumentiert werden.


Schwer

  1. Ursachenanalyse: Untersuche einen wiederkehrenden Maßfehler mit einer Ursache-Wirkungs-Darstellung und schlage vorbeugende Maßnahmen vor.
  2. Digitale Prüfdokumentation: Erstelle einen digitalen Prototyp mit Pflichtfeldern Grenzwertprüfung Fotoverknüpfung und Freigabestatus.
  3. Qualitätsgespräch: Simuliere ein Fachgespräch in dem Du eine festgestellte Schmiedefalte sachlich meldest bewertest und das weitere Vorgehen abstimmst.
  4. Qualitätstor Schmiedeprozess: Entwickle ein Konzept mit festgelegten Prüfpunkten vom Rohmaterial bis zum freigegebenen Werkstück und begründe jeden Prüfpunkt.




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Lernkontrolle

  1. Prüfstrategie entwickeln: Für eine Serie geschmiedeter Türgriffe treten Maßabweichungen erst nach dem Richten auf. Entwickle eine Prüfstrategie mit geeigneten Zwischenprüfungen und begründe die Zeitpunkte.
  2. Messabweichung beurteilen: Zwei Personen messen denselben Durchmesser und erhalten unterschiedliche Werte. Analysiere mögliche Ursachen und beschreibe ein Verfahren zur Klärung.
  3. Fehlerentscheidung treffen: An einem tragenden Schmiedeteil wird ein feiner Riss vermutet. Erläutere das sichere weitere Vorgehen und begründe warum eine rein optische Nacharbeit nicht genügt.
  4. Dokumentationsqualität bewerten: Vergleiche die Einträge „Teil passt“ und „Öseninnendurchmesser 30,8 mm bei Soll 30,0 mm mit Toleranz 0,5 mm; Teil gesperrt“. Bewerte ihre Aussagekraft.
  5. Prozessverbesserung planen: Mehrere Werkstücke weisen Zundernarben auf. Entwickle Hypothesen zu Entstehung und Prozessbedingungen und formuliere überprüfbare Verbesserungsmaßnahmen.
  6. Freigabeverantwortung erklären: Ein Auszubildender soll ein abweichendes Werkstück wegen Termindruck weitergeben. Erkläre fachlich und organisatorisch wie er handeln muss.




Lernnachweis

  1. Prüfgrundlagen: Du kannst Anforderungen aus Zeichnung Auftrag Muster und Arbeitsanweisung ableiten.
  2. Fachbegriffe Qualität: Du verwendest Sollmaß Istmaß Toleranz Grenzmaß Prüfmerkmal und Konformität richtig.
  3. Prüfmittelauswahl: Du wählst ein geeignetes und ausreichend genaues Prüfmittel aus.
  4. Prüfdurchführung: Du prüfst sicher systematisch und ohne vermeidbare Messfehler.
  5. Fehlererkennung: Du erkennst typische Maß Form Oberflächen und Funktionsabweichungen.
  6. Ergebnisbewertung: Du führst einen nachvollziehbaren Soll-Ist-Vergleich durch.
  7. Prüfdokumentation: Du protokollierst Messwerte Befunde Maßnahmen und Freigabestatus vollständig.
  8. Abweichungsmanagement: Du kennzeichnest und sperrst nicht konforme Werkstücke und beachtest Zuständigkeiten.
  9. Transfer: Du leitest aus wiederkehrenden Fehlern geeignete Verbesserungsmaßnahmen für den Schmiedeprozess ab.




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